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Thema: Tagesgespräch 2019

  1. #26
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Als jemand, der nach einigen Negativerfahrungen versucht jeden Arztbesuch zu vermeiden, ist es für mich eine Katastrophe...wenn sich ein unvermeidbarer Gang zum Arzt ankündigt. So wie die Tage, wo ich einen Augenarzt aufsuchen musste, da alle Versuche der Selbstheilung fehlschlugen. Am Telefon von den Schmerzen berichtet, durfte ich auch sofort kommen. Nachdem ich die Eingangstür zur Straße öffnete, stand ich auch schon gleich in der Patienschlange. Nach gefühlt einer Stunde stand ich dann ganz vorne, am Empfang. Name an und Karte abgegeben, wurde ich ins Wartezimmer gebeten. Das war bis zum letzten Platz gefüllt, sodass ich im Stehen nochmal eine Stunde (nicht gefühlt, sondern gemessen) wartete...bis man meinen Namen aufrief. "Klasse", dachte ich, in Anbetracht der vielen Patientien war das nur eine sehr kurze Wartezeit. Aber zu früh gefreut, man ließ mich lediglich wissen, dass meine Karte nicht mehr gültig sei...auch wenn sie laut eingedrucktem Gültigkeitsdatum noch lange nicht abgelaufen ist. Alle Vorschläge meinerseits (bei Krankenkasse anrufen usw) halfen nichts - man gab mir zu verstehen, dass ich ohne gültige Karte keine Chance auf eine Behandlung hätte. Also ab nach Hause und alle Schubladen durchwühlen.

    Tatsächlich fand ich dann eine Karte, deren Gültigkeitsdatum noch weiter in die Zukunft reicht. Zurück zum Arzt und hinten anstellen. "Habe sie gefunden" berichtete ich erleichtert...dann zeigte ich meine Karte vor - und erntete ein Kopfschütteln. "Nein, die ist auch nicht gültig" hörte ich die junge Dame sagen, bevor sie mich abermals fortschickte. Da war ich bereits bedient, aber ich war ja derjenige...der Schmerzen hatte - und so blieb mir nichts anderes übrig als zur Geschäftstelle meiner Krankenkasse zu laufen, denn Autofahren konnte ich da bereits nicht mehr. Beim Laufen nahm ich dann noch einen Mülleimer, einen Laternenpfahl und diverse Passanten mit, denn ich lief inzwischen so gut wie blind durch die Gegend, da mir das Sonnenlicht höllische Schmerzen bereitete. Irgendwann erreichte ich dann mehr tastend als sehend die Geschäftsstelle meiner Krankenkasse. Dort hatte man mich wenigsten freundlich empfangen und nach einer kurzen Zeit festgestellt, dass mir die aktuell gültige Karte...die ich niemals in Empfang genommen hatte...bereits 2016 zugestellt worden ist- zumindest theoretisch, denn in diesem Jahr zog ich beruflich bedingt dreimal um. Die nette, und nebenbei auch sehr attraktive Dame....stellte mir ein zeitlich befristetes Schreiben aus, welches bestätigte, dass ich versichert bin und die Kasse die Kosten für die ärztliche Behandlung begleicht. Also ein dritter Versuch beim Arzt- inwischen aber mit zerrissenem Hemd und einer Platzwunde am Kopf.

    Und tatsächlich, ab sofort war ich ein offizieller und gern gesehener Patient. Nachdem ich eine weitere Stunde im Wartezimmer vor mich hin blutete, wurde ich zur Behandlung aufgerufen - sollte aber erst mal in einem Vorbehandlungsraum Platz nehmen. Dort fragte mich eine Frau mittleren Alters, die nach eigenen Angaben erst vier Tage in der Praxis beschäftigt war...und die aus ihre Inkompetenz auch keinen Hehl machte...wo denn der Schuh drückt. Ich fing meinen Satz gerade erst an, da meldete sich eine weitere Frau...die sich in der Nähe aufhielt zu Wort und sagte zu ihrer Kollegin: "die Symptome sind eindeutig, da müssen wir eine Druckprüfung machen". Und bevor ihre Kollegin antworten konnte...nahm sie zu mir Blickkontakt auf...um zu ergänzen: "das kostet 25 Euro, die sie selbst bezahlen müssen". Um das festzuhalten: beide waren weder Ärztinnen, noch wurde ich bis dahin untersucht. Und von irgendwelchen Symptomen hatte ich bis dato noch gar nicht berichtet. Ich ließ die Damen wissen, dass ich erst mal zum Arzt will, bevor ich mich für irgendwelche kostenpflichtige Leistungen entscheide. Sichtlich angefressen schob mir der Praxisdrachen ein Formular unter, das ich unterschreiben sollte. Ich sollte quasi dafür unterschreiben, dass ich auf eine ihrer Meinung nach notwendige aber kostenpflichtige Untersuchung verzichte. Dafür wird sie, um das vorweg zu nehmen, ein Schreiben von meinem Anwalt erhalten. Zwar ohne jede Aussicht auf Erfolg, aber als eine Art Denkzettel - das ist mir die Sache wert.

    Der Arzt selbst, der war absolut ok. Er war freundlich, kompetent - und er nahm sich sehr viel Zeit. Ein übervolles Wartezimmer ist eben der Preis dafür, den der Patient bezahlt, wenn ein Arzt seinen Job ernst und sich für seine Patienten Zeit nimmt. Das "Problem" sind selten die Ärzte selbst, sondern die Damen um sie herum. In Berufen, bei denen es zu Kundenkontakt kommt, haben Frauen abolut nichts verloren. Sie sind launisch, unprofessionell - und sie tragen ihre Zickenkriege vor der Kundschaft aus. Dergleichen erlebt man niemals bei Männern - höchsten bei schwulen Männern.

    Ich werde jetzt nach Büchern wie "Wie amputiere ich mir selbst Glieder", "oder Eigen-Herz-OP mit Hilfe einer VR-Brille" Ausschau halten und mir ausreichend Morphium zulegen, damit ich nie wieder eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen muss.

  2. #27
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Mein Lieber, das sind ja Zustände. Und da raunzen wir über unser Gesundheitssystem. Leider wird es auch systematisch kaputtgespart ...., in ein paar Jahren wird uns hier das Gleiche blühen. Ich bin auch einer, der nur dann zum Arzt geht, wenn Lebensgefahr besteht oder Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind. Ausnahme Zahnarzt. Da geh ich 2-mal im Jahr zur Kontrolle, weil die Zähne leider nicht heilen und auch nicht nachwachsen.

    Gute Besserung!

  3. #28
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    Mein Lieber, das sind ja Zustände. Und da raunzen wir über unser Gesundheitssystem. Leider wird es auch systematisch kaputtgespart ...


    https://www.destatis.de/DE/Themen/Ge...n/_inhalt.html

    Kaputtgespart wird es nicht, die Ausgaben steigen stetig.


    Es gibt Geld wie Dreck, es haben nur die falschen Leute. H. Geißler.


    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    Gute Besserung!

    Danke.

  4. #29
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    AW: Notizen September 2019

    Das Berliner Urteil gegen Frau Künast von den Grünen macht sprachlos. Man muß sie nicht mögen, wenn aber verbale Beleidigungen der primitivsten Art und untersten Schublade als hinnehmbar gerichtlich ankerkannt werden, dann stimmt was nicht im Staate Deutschland.

    Auf den zweiten Blick aber nur konsequent, was die Berliner Richter da abliefern. Wenn ein selbsternannter Satiriker, ich würd ihn eher eine spätpubertierende Spaßbremse nennen, den sicher kritiwürdigen Erdogan im TV als Ziegenficker preisen kann und wenn eine Alice Weider taxfrei als Nazischlampe deklariert werden kann, dann ist das Künast-Urteil nur konsequent.

    Dann braucht man sich aber auch nicht über Haß im Netz oder einschlägige Sprechchöre auf Demos beklagen. Leute wie Steinmeier, Maas und Gabriel haben die Latte durch ihre Äußerungen entsprechend tief gelegt.

  5. #30
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    AW: Notizen September 2019

    Sehe ich grundsätzlich wie Du, eulenspiegel, interessant ist aber die Begründung des Gerichts. Frei übersetzt sagt das Gericht, dass die Beschimpfungen angemessen sind. Die Beschimpfungen waren eine Antwort auf einen Zwischenruf von Frau Künast...als diese 1986 im Berliner Abgeordnetenhaus Straffreiheit für sexuellen Missbrauch an Kindern forderte, sofern die Täter dabei keine körperliche Gewalt anwenden. In den Augen von Frau Künast war der sexuelle Missbrauch von Kindern eine Bagatelle, die nicht strafrechtlich zu ahnden ist - außer das Kind wird dabei niedergeknüppelt. Mit dieser Meinung stand sie bei den Grünen nicht alleine da. Ich hatte das hier immer wieder mal nebenbei erwähnt.

  6. #31
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    AW: Notizen September 2019

    Ich gestehe, die Begründung und diese unterirdische Aussage von Fr. Künast kannte ich nicht. Fällt für mich auch schon unter strafbare Handlung - leider wohl verjährt. Wie auch immer, das ändert nichts an dem Fehlurteil. Man kann nicht ein Fehlverhalten durch ein anderes aufwiegen.

  7. #32
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Hat ein wenig was von Auge um Auge...

    Man hätte beide, bzw alle bestrafen sollen...denn es war ja nicht nur die Künast, die das forderte. Die Grünen verlangten seinerzeit, dass der Sex mit Kindern straffrei gestellt...und das auch gesetzlich so verankert wird. Viele dieser Grünen, wie zB Trittin, sind heute noch im Amt. Sind die gleichen Leute, die heute mit erhobenen Zeigefingern vor anderen warnen, denen sie "nur" unterstellen etwas im Schilde zu führen, während sie selbst schon längst als Täter überführt wurden. Dennoch halte auch ich das Urteil für falsch - u.a. auch wegen der Signalwirkung, die dieses Urteil haben könnte.

  8. #33
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Tagesgespräch 2019

    ein leipziger Händler nahm ein Produkt aus seinem Sortiment, weil der Belieferer in der AfD ist: Quelle

    verstehe die Aufregung nicht, gerade wenn sie aus dem nationalliberalen Lager kömmt
    sollte es nicht jedem Kapitalisten freigestellt sein, mit demjenigen Geschäfte zu machen, mit dem er eben Geschäfte machen will? der Mann wird schon abgewogen haben, ob ihm eine öffentliche Zurschaustellung seiner Beweggründe mehr einbringt oder mehr schadet; ich glaube, so etwas bringt jedem Händler mehr, als es ihm Verluste einbringt. nur keine Werbung ist schlechte Werbung. auch der Belieferer dürfte keinen nennenswerten Schaden davontragen, kann er doch itzt den Konkurrenten beliefern. und wenn der auch dichtmacht, dann sollte sich die AfD überlegen, ob sie nicht eine eigene Kette von der herstellung, über den vertrieb bis zum Verkauf gründet, in der nur Produkte von AfD-Produzenten verkauft werden. und das wiederum dürfte "linke Aktivisten" aufmerksam machen... es wird immer lustiger im Tollhaus BRD. am Ende unterscheiden wir noch nach guten Tomaten und schlechten Tomaten. ich habe mich heute auch dabei ertappt, wie ich die holländischen Tomaten ins Regal zurückstellte und statt dessen die aus Ostfalen nahm. mir ist das eben nicht egal.

  9. #34
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Bei solchen Meldungen:
    https://www.sueddeutsche.de/politik/...thof-1.4645184
    stellen sich einige Fragen.

    Wie lange kann eine Straftat zurückliegen, dass man noch strafen darf? Schließlich verändern sich Personen im Laufe der Zeit.
    Welche Strafzwecke werden noch erfüllt, wenn es zu einer Verurteilung kommt? Bessern wird man über Neunzigjährige nicht mehr.
    Ist es sinnvoll, Fälle greiser Angeklagter vor Jugendgerichtskammern zu verhandeln?

  10. #35
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Tagesgespräch 2019

    Hat "nur" einen symbolischen Charakter. Von den "wahren Schuldigen" hätte man...mit dem dazu notwendigen Willen dahinter...viel mehr...und diese viel früher erwischen können. Ob ein damals Siebzehnjähriger überhaupt die Wahl hatte einen solchen "Job" abzulehnen...ohne harte Konsequenzen befürchten zu müssen...da habe ich meine Zweifel. Nichts desto trotz hatte er sich schuldig gemacht. Und ob Jugend-oder Erwachsenen -Gericht, da werden unsere Gesetze wohl nur wenig Spielraum lassen. Was mich wundert...ist...dass man in Sachen Aufarbeitung von "Stasi -Verbrechen" die gleichen Fehler wieder machte.

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