Unsere Spielanlage ist katastrophal. Weder rechts noch links wurde gespielt,sondern nur gekleckert: Würgerei auf engstem Raum. Rechts noch schwächer als links. Im Zentrum gab es kein Zusammenspiel, keine Spielintelligenz erkennbar, gerade bei den Spielern, die sie doch haben müßten. Unser 10er tauchte völlig ab und änderte sein desolates Spiel gar nicht. Im 6er-Bereich wurde uns der Schneid abgekauft, da gab es auch keine Reaktion. Es sollte zu denken geben, daß es in der 2. Halbzeit zwar ein optisches Übergewicht gab, wie es immer so schön heißt, aber außer einem Schuß von Quesitzsch (da der Mann aus Bosnien kömmt und ursprünglich kyrillische Buchstaben nutzt, kv=qu; e=e, s=s, i=i; ч=tzsch oder tsch, verzichte ich hier auf die englische Transkription und nehme die deutsche) nichts Gefährliches zustande kam. Unsere Chancen waren das Ergebnis von Fehlern des Gegners, nicht mal erzwungene Fehler. Hinten schwammen wir. Da standen die Gegenspieler zu weit vom Mann oder verfuhren nach dem Motto: "Nimm du ihn, ich hab ihn auch nicht!"So geht das nicht. Braunschweig war nicht so stark, wir waren viel zu schwach. Rother war nicht der Einzige, der auf der falschen Position spielte. Chahed ist kein RV, sondern ein Spieler, den man zehn Minuten vor dem Ende bringen kann, wenn man selber führt und einen braucht, der beim Gegner Unruhe stiftet. Unser 10er spielte zehn Meter zu weit vorn und fehlte im Aufbauspiel, deshalb waren Preißinger und Müller gezwungen, mit dem Ball am Fuß zu marschieren, was bekanntlich schiefging. Unser 6er ließ sich auf die Füße treten und war nicht in der Lage, sein Spiel der Spielsituation anzupassen. Die Außen hingen deshalb in der Luft und verzettelten sich in mühseligem Kleinklein. Nö, das war nichts. Bin pappesatt. Wir sollten langsam mal in der Lage sein, im Spiel die taktische Grundausrichtung zu verändern, wenn wir merken, daß die Spielidee vor dem Spiel im Spiel nicht funzt.
In der zweiten Halbzeit zog sich Braunschweig zurück, stand aber mit dem bärenstarken Nehrig sicher im DM-Bereich. Wir waren nicht in der Lage, den Spielrhythmus zu ändern, gar die Taktik, sondern spielten wie Maschinen einfallslos um den gegnerischen Strafraum herum. Gähn! Ich frage mich, wozu der Trainer da ist. Der gestikulierte zwar am Spielfeldrand, aber das war Schaumschlägerei.
In unserer Mannschaft stand in diesem Ostfalenduell gerade mal ein Ostfale und, nimmt man Beck noch hinzu, ein Wahlostfale. Da nimmt es nicht wunder, daß die Spieler nicht mit dem Herzen dabei sind, sondern eben bloß so ihr Pensum runterwurschteln. Und komme mir keiner mit der faden Ausrede, daß es nicht genug gute Spieler in unserer Region gäbe. Blödsinn! Wenn das kleine Island mit seinen zirka 300000 Einwohnern eine Mannschaft zur WM schicken kann, die dort gut mitspielt, sollte uns wenigstens das Aufstellen einer Mannschaft gelingen, die wenigstens in der zweiten Liga halbwegs mitspielen kann. Statt dessen bedienen wir uns bei den Resterampen der zweiten Mannschaften und stellen eine charakterlos spielende Truppe auf, die überall spielen könnte, nicht aber für uns auflaufen sollte. Jedenfalls nicht, wenn sie so blutleer spielt wie am Sonnabend.



Unterirdisch: Brunst, Müller, Rother, Perthel und Chahed. Ganz schwach: Quesitzsch, Gjasula, Costly. Schwach: Beck, Bertram. Ging so: Preißinger.