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Thema: Laßt uns über Fußball reden! - Saison 2019/20

  1. #26
    Resurrector Avatar von aerolith
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    FCM vs. Viktoria Köln 2:0

    Tore: Costly und Roczen
    Ja, das sah in der ersten Halbzeit schon weitgehend besser aus. Zwar ist für mich nicht erkennbar, warum man sich kompliziert aus dem Draufgeh-Modus des Gegners befreien soll, warum Hacke-Spitze-Einszweidrei zu unserem Spiel gehören sollte, aber ich sah auch Dreieckspiel und Spiel in den Raum. Beck hatte sogar einmal die Möglichkeit zu einem Kopfball, was einmal mehr ist als zuletzt. Daß beide Tore wohl aus einer Abseitsposition heraus fielen, ist nicht besonders schön; ich möchte nicht, daß wir einen schlechten Ruf bekommen. Alles, was wir uns erarbeiten, soll auch rechtens verdient worden sein.
    Ein Wort zum Torjubel von Costly: Ich will so etwas nicht sehen. Die Vereinssatzung ist da ganz klar, sie verpflichtet jeden Vereinsangehörigen zur Neutralität, was politische Statements schlichtweg verbietet. Ich will keine Rotfront-Faust sehen, keinen Hitlergruß, keine Merkel-Raute und auch keine religiösen Bekundungen von Kreuzschlagen über Gebetsbuch-Lesen, Niederknien und dergleichen mehr. Am Ende legen sich alle auf eine Yogamatte und machen Om! Wenn ein Spieler so etwas unbedingt machen möchte, dann außerhalb des Spielfelds - oder er sucht sich Vereine,. die so etwas gestatten: Frankfurt, St. Pauli oder Werder Bremen, die ja gern mal politische Töne von sich geben.

  2. #27
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Laßt uns über Fußball reden! - Saison 2019/20

    Pomadig, von wegen Leidenschaft; einfallslos, von wegen zielgerichtetes Spiel; unglaublich viele Abspielfehler, von wegen Überzahlspiel usw.
    Wer sich die Aufstellung anschaute, der mußte sich schon sehr wundern: Perthel gehört aufgrund seiner Langsamkeit, mangelhaften Stellungsspiels und oftmaligen taktischen Fehlverhaltens schlichtweg nicht in die Startelf; Bell kann nicht zusammenspielen, bewegt sich stur auf die Gegenspieler zu und spielt meist im falschen Augenblick ab - wenn überhaupt -; Betram spielt weit unter Form und hat uns gestern mehrere Gegenspielsituationen versaut, was aber nicht nur an ihm lag, sondern schlichtweg an unserer Unfähigkeit, Gegenspiel zu initiieren. Da wurden Anfängerfehler gemacht, Standfußball zelebriert, ein enges taktisches Korsett geschnürt, in dem sich eine Mannschaft, zumal mit wenigen Spielern, die taktische Begabung besitzen, nicht wohlfühlen kann. Ich rede itzt gar nicht vom Spielbeginn, das war einfach grausam, was uns Zuschauern da zugemutet wurde, sondern von der zweiten Halbzeit, in der wir einen Mann mehr auf dem Platz hatten. Das lernt jeder Fußballer spätestens im Knabenalter, wie da gespielt werden muß. Einfache Formel: den freien Mann suchen, Überzahlsituationen herstellen, Spiel schnell verlagern. Der Trainer wechselte mit Quadwo auch noch einen Spieler ein, dessen Stärke das Dribbling auf dem Flügel und eine mögliche Flanke auf den eigenen Mann nun nicht eben sind.
    Zwei Lichtblicke gab es dann doch:
    1. Gjasula erkannte die veränderte Situation und ging ins Mittelfeld, dort Überzahl herstellend. Aber da wir kaum verschoben und schon gar nicht schnell Überzahl herstellten, brauchten sich die Hallenser nur abwartend zu verhalten, zudem hatten sie mit Boyd einen Mann, der mehrfach kreuzgefährlich in unserem Strafraum agierte. Auch das darf nicht passieren. Der Mann muß schon beim Anlaufweg in unseren Strafraum daran gehindert werden, dem muß man auf den Füßen stehen und gegebenenfalls Ansagen machen, daß der die Lust am Fußball verliert. Das ist nicht unmoralisches Spiel, sondern Teil des Kampfsports "Fußball".
    2. Unser Weigel kam, machte Boyd platt, wofür er zwar Gelb kassierte, aber den dennoch gleich aus dem Spiel nehmen konnte; dann stand er auch noch da, wo man eben stehen muß, wenn man in Überzahl spielt: frei im gegnerischen Strafraum.

    Ich glaube, unsere Jungen wissen, was die Stunde geschlagen hat. Die Reservebankverpflichtungen von der Konkurrenz wissen das nicht. Abstiegskampf erfordert eine bestimmte Mentalität und nicht das, was vielleicht mal irgendwer als Potential zu erkennen glaubte. Potential haben alle, die im deutschen Profifußball wenigstens Viertklassigkeit nachwiesen.

    Gegen die Bayern kann die Aufstellung nur aus Leuten bestehen, die bereit sind, dem Gegner auf den Füßen zu stehen.

    Ein Wort noch zu Beck: Seine Stärke ist das Verwerten von Torchancen. Er ist kein Sprinter, kein Ballschlepper und kein Ballverteiler. Der Trainer sollte den Mut haben und Beck NICHT zum Dauerläufer resp. ersten Anläufer des Gegners machen. Beck sollte seine Kraft für die Zweikämpfe mit der gegnerischen IV und als erste Anspielstation im Konter aufheben. Das bringt gar nichts, wenn wir den Ball im DM-Bereich erobern und niemand ist vorn, um einen möglichen Paß zu erlaufen, weil der Trainer wieder mal Ziehharmonika spielen läßt (alle vor, alle zurück und zwar im Gleichschritt)

  3. #28
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    AW: Laßt uns über Fußball reden! - Saison 2019/20

    Der bundesdeutsche Profi-Fußball ist ein Geschäft. Wer in die drei (vier?) oberen Ligen aufsteigt, der hat sich zu entscheiden, ob er an diesem Geschäft teilnehmen will oder seinen eigenen Weg geht. Nimmt er teil, bedeutet das den Austausch wenigstens eines Dritteils der Mannschaft pro Saison, bedeutet das die Konstituierung eines Sportdirektors, die Einbindung eines NLZ, den jährlichen Austausch des an einer Einheitsschule ausgebildeten und zertifizierten Trainers und weiterenfalls der Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung des Vereins, der nominell die Mehrheit an dieser Ausgliederung hält, und der spielerischen Anpassung an das Spielsystem der anderen Mannschaften. Das System ist auf Stabilität ausgerichtet, bewirkt eben diese dadurch, daß die Finanzstärksten wirtschaftliche Planungssicherheit haben. Die Kleineren profitieren, da sie immer mal einen guten Spieler "produzieren", den sie für einen fünf- oder sechsstelligen Betrag an einen der Großen verkaufen können.
    Das System ist auf Nivellierung bedacht: sportlich, wirtschaftlich und politisch. Es ist wie die BRD selber.
    Der Nachteil dieses Systems ist Stillstand, eine Art von oligarchischer Stabilität, ganz der Theorie entsprechend, wonach demokratische Strukturen unweigerlich (ehern) oligarchische unterschieben, weil Gewohnheit, Egoismus und Nützlichkeitsdenken dieses depravieren und Erneuerungskräfte nur dann Wirkung erzielen, wenn sie den Arrivierten nützlich erscheinen und denen entsprechend verkauft werden können, die sie im Amt halten: der grauen bewegungsarmen Masse.

    Dem FCM wurde dieses Systems mithilfe der üblichen Schlagworte "Professionalisierung", "Profifußball" oder "Notwendigkeit" in den letzten Jahren übergeholfen. Im Ergebnis gab es einen kurzzeitigen Aufschwung, den Einbindung in ein funktionierendes System, das Neue und eine unglaublich disziplinierte und erfolgshungrige Anhängerschaft meist mit sich bringen. Doch nun, nach eben dieser Einbindungsphase, schlägt das System quasi zurück. Die Nivellierungskräfte, die alles auf ein Durchschnittliches herunterbrechen, werden gemeiniglich von den Kreativlingen ausgeglichen, doch wenn das Kreative vollends im System aufgehen will, sei es aus vorauseilendem Gehorsam oder eben durch das Fehlen jeglichen sportlichen und/oder wirtschaftlichen Planes für den Verein, dann wird ein so geführter Verein schnell "durchgereicht" werden. So geschehen beim FCM. Da versuchte man brachial einen erfolgreichen Weg abzubrechen, zerstörte den Mannschaftskern, holte neue, nicht dazu passende Spieler von den Reservebänken der Konkurrenz, unterließ die Verpflichtung von Leistungsträgern und tauschte alle paar Monate den Trainer aus, unterließ zudem die Beratung durch vereinsgebundene Koryphäen, deren Rat man nicht zu benötigen vorgibt. Das ist lehrbuchreif. So fährt man einen Traditionsverein an die Wand.
    Um das zu erklären: Wenn man Konzepte x-beliebiger Vereine, die rein wirtschaftlich funktionieren und deren Nichtexistenz dem Fußball eher nützen als schaden würden, auf einen Traditionsverein überträgt, dann ist das durchaus ein kurzzeitig möglicher Vorgang, aber diese Translation darf nicht permanent dauern. Das Wesen eines Traditionsvereins liegt in seiner Unverkennbarkeit, die wiederum auf Alleinstellungsmerkmalen und gepflegter Tradition basieren, die auch auf die wirtschaftliche Potenz zurückstrahlen, den Wesenskern seiner Anhängerschaft und damit auch seiner "Kunden" ausmachen.
    Beim FCM bedeutet das die Erzeugung eines oder mehrerer oder die alljährliche Verpflichtung eines Starspielers, die Pflege eines Mannschaftskernes mit Spielern aus dem Bezirk 38/39 und systematische Jugendarbeit. Es bedeutet nicht, sich mit Spielern x-beliebiger Vereine zu "verstärken", die möglicherweise Potential besitzen, das aber noch nicht nachweisen konnten; es bedeutet nicht, sich mit Spielern zu "verstärken", die bei anderen Vereinen nicht "zum Zuge" kamen oder "in der Liga bleiben wollen", derweil ihr altes Team absteigen muß(te). Und wenn die eigene Jugendarbeit nicht die erforderliche Zahl an ligatauglichen Spielern erzeugt, dann ist das eben so, dann muß man diese Arbeit verbessern, darf aber nicht den Fehler machen, sich mit Leuten von sonstwo zu "verstärken". Das klappt nämlich, wie oben beschrieben, nicht oder nur in Ausnahmefällen und mag für andere Vereine taugen, nicht aber für den FCM. Eben weil das aber gemacht wird und auch in diesem Jahr wieder so gemacht werden soll - laut Sportchef sollen 8-9 neue Spieler kommen -, gibt es keine sportliche Entwicklung, sondern bestenfalls durchschnittlichen Fußball, denn die meisten anderen Vereine machen es ebenso.

    Die richtige Vorgehensweise für die kommende Saison ist folgende:
    1. Verstärkungen im defensiven MF und im ZM holen;
    2. um diese Verstärkungen die eigenen Spieler (Nachwuchs) spielen lassen;
    3. zwei bis drei gleichstarke Ersatzspieler für diejenigen holen, die uns aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen;
    4. Abwehr im Kern so belassen, auf den Außen neue (eigene) Spieler einpflegen.

    Bedeutet vier bis fünf neue Spieler. Mehr nicht. Trainer ist weitgehend egal. Er muß unser Spiel spielen wollen, also starke Abwehr, schnell durchs Mittelfeld, Flankenlauf, präzise Flanke, dazu Standards trainieren und Umkehrspiel. Mehr verlangt der homo ostfalicus nicht. Wird so gespielt, steht das Stadion und schreit hurra. Spielen wir wie in den vergangenen beiden Spielzeiten, wird gepfiffen werden. Darauf wette ich.

  4. #29
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    AW: Laßt uns über Fußball reden! - Saison 2019/20

    Eine wichtige Entscheidung ist gefallen: der Trainer bleibt. Hoßmang. Das Echo ist geteilt. Etliche kritteln. Sie wollen einen Startrainer, der in der Liga bereits erfolgreich war. Andere meinen, es sei richtig, itzt nicht das Pferd zu wechseln, zumal Hoßmang mit den jungen Spielern arbeiten könne. Dritte meinen, er habe genau das eben nicht nachgewiesen, denn in den letzten Jahren habe es kein Jugendspieler in den Kader geschafft, bestenfalls sei der eine oder andere zu Kurzeinsätzen gekommen.

    Ich gebe, wie immer, dem Trainer eine Chance. Ich erwarte das, was ich im vorigen Beitrag geschrieben habe.
    In den letzten Spielen sah ich den Versuch, den guten alten Doppelpaß und Dreieckspiel wiederzubeleben. Unsere Gegner waren so überrascht davon, daß wir das sogar erfolgreich betrieben. Ich liebe den guten alten Doppelpaß.

    Die neue Saison wird Mitte September beginnen. Diesen Ordner werde ich bis dahin pflegen, also auch die Neuverpflichtungen begutachten.

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