+ Antworten
Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Juchei!

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    4.May 2000
    Ort
    Dortmund
    Beiträge
    95
    Renommee-Modifikator
    0

    Post Juchei!

    O daß ich doch ein Vöglein wär'
    an Mutter Naturs großem
    Busen, bis ein Schießgewehr
    läßt man dann auf mich los, ähm...


    (Aus Marks gesammelten Oden an ein Fröschlein lieblich, das hinter eines Teiches Nässe kriegt vom Storch eins in die Fresse)

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    19.April 2000
    Ort
    Fürth
    Beiträge
    58
    Renommee-Modifikator
    0

    Post AW: Juchei!

    Ode an den Betreiber

    Hat der alte Dichtermeister
    Sich doch mal ins Net begeben
    Zu belehren andre Geister
    Im virtuellen Dichterleben
    Seine Texte und Werke
    Kenn ich und den Brauch
    Und mit meiner Geistesstärke
    Verfass ich so was auch
    Knalle auf Falle
    So manche Ideen
    Kommen und gehen
    Geistreiches fließe
    Und mit virtuellem Schwalle
    Sich ins Forum hier ergieße

  3. #3
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Juchei!

    Muß möhen. Vers 4 haut allem dichterischen Schwung die Beine weg. Und sind die erst einmal gebrochen, bleibt nur ein Häufchen Schutt zurück. Das dann zu lesen, bereitet mir kein Glück.
    Ode ist übrigens reimlos.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    1.May 2000
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    191
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: Juchei!

    "Ode ist übrigens reimlos."


    Hat sich wohl geändert ...
    Die antiken Strophenformen zeichnen sich im Gegensatz zu den meisten neueren Formen durch Reimlosigkeit aus.
    Quelle: http://www.uni-essen.de/literaturwis.../lyrik/ode.htm

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.501
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    AW: Juchei!

    hat sich eben nicht geändert, ist aber typisch für unsere zeit: etikettenschwindel. am stärksten ist dieser etikettenschwindel im theater verbreitet. wie oft wird mir da ein schiller oder shakespeare angekündigt! gehe ich dann neugierig in das haus hinein, erquickt man mich mit regietheater, bei dem der autor nur so eine art staffage abgibt und bis zur unkenntlichkeit verhunzt wird. in der heutigen lyrik ist es ähnlich: oft steht GEDICHT oder LYRIK drüber, ist aber nur irgendwas, aber keine dichtung.

    gegen einen gestanzten knittler hätte ich allerdings nichts einzuwenden. die kenne ich aus dem faust. davon gern mehr.

  6. #6
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.264
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Juchei!

    bis ein Schießgewehr
    läßt man dann auf mich los
    solch quere Formulierungen gehen gar nicht. Kein Mensch würde das so sagen...also sollte man es so auch nicht schreiben.

    da hilft es auch nicht...darauf zu verweisen...dass man solche Formulierungen auch bei so manchem Altmeister findet. Das beweist nur, dass auch die Altmeister hin und wieder nur stümperhaft ans Werk gingen.

  7. #7
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Juchei!

    Nicht nur Goethe knittelte, auch Schiller tat's:

    erstellt von fridericus rex in "Graf Eberhard der Greiner von Wirtemberg", 1781:

    [..]
    Und Lanzen sausen feuriger,
    Die Rache spornt sie all
    Rasch über Leichen ging's daher,
    Die Städter laufen kreuz und quer
    Durch Wald und Berg und Tal.

    Und zogen wir mit Hörnerklang
    Ins Lager froh zurück,
    Und Weib und Kind im Rundgesang
    Beim Walzer und beim Becherklang
    Lustfeiren unser Glück.
    So ganz nebenbei sei erwähnt, daß Schiller damit der Erste ist, der den Walzer nennt. Vor ihm tat das keiner. 1781!
    historische Anmerkung: der württembergische Graf Eberhard kämpfte zum Ausbau seiner Landesherrschaft gegen die Reichsstädte, die sich oftmals mit Raubritter verbündeten, um eben gegen den Landesfürsten ihre Unabhängigkeit zu behaupten. Ironisch genug ist es, daß Schiller hier einen Ahnen des würtembergischen Landesherrn, aus dessen Fängen er sich 1781 gerade befreit hatte, feiert. Das WIR spricht Bände.

    Formal gesehen ist die Knittelei nicht durchgehalten: 4,3,4,4,3; 4,3,4,4,3 --> ein Muster ist durchgehalten, aber keine Stanze

+ Antworten

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •