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Thema: Die ideale Lebensform

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Die ideale Lebensform

    Viele bin ich, spiele Rollen, mein Name ist veränderbar. Ich kenne die dunkle Seite des Mondes, ich weiss, Hotelbetten sind immer klein und Zigaretten und Nächte brennen immer aus. Ich teile Frauen mit Männern, die nichts ahnen von meiner Haut. Meine Haut frisst Körper leer. Es ist kein Geheimnis: Nur das Hässliche leistet Gegenwehr, das Schöne hingegen gibt sich hin. Oder ich nehme es mir: wie Zeit, wie Freiheit. Ich verführe, ich berühre inwendig und schlafe ein mit der Hand auf ihrem Bauch. Ein Puzzle bin ich, verteile Stück um Stück in viele Hände, denn mehr als eines ist niemand fähig zu ertragen. Selbst lade ich kein Gewicht auf mich, um selbst die Leichtigkeit des Vergänglichen zu sein. Und wenn der Morgen wahr wird, entlasse ich sie in ihren eigenen. Ich bin immer allein.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Die ideale Lebensform

    ... und einst war ich ein Schmetterling.


    Der November naht, Zeit innerer Besinnung. Doch noch scheint die Sonne, genieße diebisch, Haut, die gesetzlich gebunden, im Vorüberflattern ungesetzlich zu beknattern.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Die ideale Lebensform

    ja, guter hannemann: vielleicht sollt ich den titel ändern in 'die einsamkeit des schmetterlings'; ja, ich glaub, das werd ich machen. dank dir.


    Mr. Jones

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Die ideale Lebensform

    im übrigen täuscht du dich. über die haut müssen wir mal reden.


    und ja, der text ist gut. punkt.


    amicalement b.

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Die ideale Lebensform

    merci, monsieur bernouilly. von ihnen hör ich solches nur allzu gern...
    bloss was das reden anbelangt, seis nun über haut oder haar: würd ich tatsächlich sehr gern wieder mal mit ihnen. und einen schluck roten dazu? aber. wo zum teufel steckens denn die ganze zeit?


    greetings,
    Mr. Jones

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Die ideale Lebensform

    Selbst ein Puzzle zu sein, würde mir nicht einfallen, das umgekehrte Vergnügen eher: "Er sucht eben die mediceische Venus stückweise bei allen Grisetten des palais royal zusammen, er macht Mosaik, wie er sagt." Lacroix über Danton bei Büchner, in dem ich dank Bernouilly genußvoll schmökere.

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    Post AW: Die ideale Lebensform

    Viele bin ich, nicht viel. Mit änderbarem Namen. Spiele Rollen. Kenne die dunkle Seite des Mondes. Und weiss, Hotelbetten sind immer klein und Zigaretten und Nächte brennen immer aus. Ich teile Frauen mit Männern, die nichts von meiner Haut ahnen. Meine Haut frisst Körper leer. Und wirft sie weg. Es ist kein Geheimnis: Nur das Hässliche leistet Gegenwehr, das Schöne aber gibt sich hin. Ich nehme mir beides. Alles. Ich verführe, ich berühre inwendig und schlafe ein mit der Hand auf einem Bauch. Ein Puzzle bin ich, verteile Stück um Stück in viele Hände. Selbst bleib ich die Leichtigkeit des Vergänglichen: ohne Gewicht. Und wenn der Morgen wahr wird, entlasse ich sie in ihre eigenen. Ich bleibe allein. Wie immer und immer.


    ________________


    bernouilly, vielen dank für deine textarbeit. du hast da (d)eine weitere facette ins spiel gebracht, nicht nur hier, aber vor allem hier: 'und wirf sie weg' - da zögerte ich, weil das sagst du, nicht ich. aber ich behalts gern drin... dein pinselstrich hat dem textchen gut getan, sehr sogar. schuld ich dir jetzt was? na ja. die antwort kennen wir eh beide.




    dear greetings,
    Mr. Jones

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die ideale Lebensform

    Der Kern des Textes ist ein narzißtisches Ich, das sich darüber grämt, eine Frau mit anderen Männern teilen zu müssen. Der Kern ist also Eifersucht. Zugleich kennzeichnet Narißmus Schwäche, nämlich die, nicht über das eigene Befinden herauszukommen, -blicken zu können. Daß sich das erzählende Ich dieses Textes darin aalt, paßt mir dann doch zu sehr. Glattheit lehne ich bei poetischen Texten ab.

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