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Thema: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

  1. #1

    Post Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Ich bin froh, dass die AfD Flagge bekennt und sich rechts positioniert. Wir brauchen in Deutschland dringend eine (demokratische) Partei der Rechten. Wir haben mit Merkel den sozialistischsten Kanzler aller Zeiten, da hätte selbst Rosa Luxemburg vor Begeisterung applaudiert. Was diese Frau an Geduld und Stehvermögen zeigt ist fast schon unmenschlich. Selbst in der besten Familie hätte man mit solch einem unbelehrbaren schwarzen Schaf, das die Griechen nun mal sind, schon längst kurzen Prozess gemacht. Erst recht, wenn man sich von diesem schwarzen Schaf auch noch ständig beschimpfen lassen muss.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Mir gefällt der Kurswechsel bei der AfD. Ich werde deswegen kein Mitglied, aber ich war nie in einer Partei und werde das nie irgendwo werden, weil Partei nun mal Parteilichkeit verlangt, die ich für Massenorganisationsformen nicht aufbringen kann, nicht mal für Nationen oder Staaten, denn wie sagte Schiller so treffend: Es ist klein, nur für eine Nation schreiben zu wollen. (bewußte Prononcierung gegenüber Goethe, der sich für die Bildung eines kleinen Teils der Nation einsetzte und deswegen schon in frühen Jahren von Hamann angegriffen wurde)
    Der Sieg Frauke Petrys über den eloquenten, aber ein wenig substanzlos wirkenden Lucke gefällt mir, zumal das bedeutet, daß die Pest, die Liberalen, jetzt mit der AfD keine Möglichkeit bekommen, sich als FDP 2.0 neu aufzustellen und den vorigen Neoliberalismus im Land als "Alternative" zu verkaufen. Daß wir hier eine sogenannte rechtspopulistische Partei brauchen, ist seit Jahren klar, denn die Jahr für Jahr geringer werdenden Wahlbeteiligungen sprechen die eindeutige Sprache, daß sich die Bürger nicht mehr vertreten fühlen und sich vom Politikbetrieb abwenden.
    Ich hatte Frauke P. ein Konzept zur Formulierung eines nationakonservativen Programms geschickt. Das hat ihr aber nicht gefallen. War wohl zu durchdacht und zudem politisch nicht durchsetzbar. Was belegt das? vor allem eines: Petry ist eine Machtpolitikerin, der es nicht um durchdachte Politik geht, sondern um machbare. Das muß im Detail nichts Unmoralisches sein, es wird aber dazu, wenn es zur durchgehenden Methodik wird.

    Ich bin gespannt, welche Tendenz die neue AfD nimmt, ob sie eine nationalkonservative oder rechtspopulistische einschlägt.

    nationalkonservatives Programm hier

  3. #3

    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Ich denke mal rechtspopulistisch, weil sich auf der sachliche Ebene kaum noch etwas verändern lässt. Umso verwunderlicher, dass sich eine Frau Merkel mit einer blutarmen Politik so gut schlägt und hält. In einer Zeit, in der Emotionen so eine große Rolle spielen, schafft sie es mit einer emotionslosen Politik zu überzeugen. Ihr Griechenland anzuheften ist sicherlich falsch - ganz im Gegenteil; sie muss ja noch tausend andere Faktoren in ihre Überlegungen mit einbeziehen und z.B. Francois Hollande im Schach halten. Es wird immer so getan, als wären sie und der Franzose auf einer Linie - das glaube ich aber nicht, denn dieser müsste eigentlich viel restriktiver mit Griechenland umgehen, will er nicht von Le Pen überflügelt werden. Der Spagat, eine soziale Politik zu betreiben, dabei die Rechten im Schach zu halten, die Linken nicht zu stark werden zu lassen, ist ein gewaltiger. Es gibt für solche Probleme keine Insellösungen.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Widerspruch. Es läßt sich sehr vieles verändern. Eine nationalkonservative Partei hat mit Rechtspopulisten etwa so viel gemeinsam wie Nationalsozialisten mit Sozialdemokraten. Scheinbar müßten beides Begriffspaare sein, bilden aber nur eine kleine gemeinsame Schnittmenge. Bei den Rechtspopulisten und Nationalkonservativen sieht es so aus, als ob beide mit dem selben Begriff der Nation zentral arbeiten; bei den Nationalsozialisten und Sozialdemokraten scheint das Soziale im Zentrum der Befasse zu stehen.

    Es gibt hier aber fundamentale Unterschiede, die den Begriff des Sozialismus einerseits, den des Rechtsseins andererseits vor eine Belastungsprobe stellen, die dieser eigentlich nicht aushalten kann.

    Der Reihe nach:
    Sozialismus ist eine Weltanschauung, die über das Fatum der Gleichheit Menschenrechte formuliert und Verhältnisse herstellen will, die alle zu gleichen Bürgern machen: rechtlich, sozial und kulturell. Sind es anfangs noch unterschiedliche Leistungsmöglichkeiten, die geselslchaftliche Unterschiede definieren, so besteht das Ziel doch letztlich darin, über die Organisation einer materialen Basis ein Grundauskommen zu ermöglichen, das wiederum jedem die Möglichkeit schafft, gemäß seinen Neigungen zu leben, sofern er das Fatum der Gleichheit nicht angreift.
    Nationalismus ist eine politische Bewegung, bei der der Begriff der Nation sich auf zweierlei Weise bilden kann, entweder über das naturata, das Eingeborensein, also über die Blutlinie oder aber über die Gesinnung, die sogenannte Verfassungsnation oder Staatsnation, bei der nicht das gleiche Blut oder die gleiche Rasse das Staatsvolk bildet, sondern das Bekenntnis zu einer gemeinsamen Verfassung.

  5. #5

    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Da hast Du mit Sicherheit mehr Ahnung als ich. Ich weiß nicht was die AfD so alles im Schilde führt...hoffe aber, dass sie alles offen ausspricht - und es noch so unpopulär (für die Allgemeinheit).
    Ein Gegengewicht muss auf alle Fälle her. Deutschland hat eine schwache Mitte und einen enorm starken linken Flügel - auch Dank Frau Merkel.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Die AfD führt nichts im Schilde. Sie suchen noch ihr Programm. Mit dem Sieg des nationalkonservativen Flügels ist die Suche nicht entschieden, da es in diesem politischen Spektrum einen Traditionsbruch gibt. Die CDU/CSU (das ZENTRUM in der Weimarer Republik) hat die Tradition NICHT übernommen, sondern nur zu Tode gepflegt oder schlichtweg Traditionen den Braunen preisgegeben. (deswegen tut sich eine heutige nationalkonservative Partei auch so schwer mit der Profilierung) Spätestens mit Adenauer und dessen schmählicher Westeinbindungspolitik war es vorbei mit dieser Politik. In der DDR gab es keine Möglichkeit dafür. Am ehesten hielt sie sich noch in Österreich, aber der dort obwaltende Proporz, die unheilige Allianz mit den Sozis, verwässerte da noch jeden nationalkonservativen Ansatz.
    Stellt sich die Frage, was nationalkonservative Politik bedeutet, vielmehr, was sie nicht bedeuten darf:Es wird Streit geben, was sie bedeuten soll. Die wichtigste Entscheidung steht hier für die AfD noch aus, aber sie muß gefällt werden. Erst dann läßt sich ein Programm formulieren. Es ist nicht das, was KONSERVATIV bedeuten soll, sondern vielmehr das, was NATION sein soll. Der eine Flügel will das übers Blut geregelt haben, der andere über den Verstand. Beide Seiten haben gute Argumente. Ein sowohl-als-auch ist nicht möglich.

  7. #7

    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Blut, da hätte ich meine Probleme mit. Einstige Besatzungssoldaten (Amis, Briten..) leben seit über 50 Jahren hier, sind deutscher als jeder Deutsche. Für mich logisch, denn sie haben sich bewusst und aus vollem Herzen dazu entschlossen in Deutschland zu bleiben - meist wegen ihrer großen Liebe, einer Frau, die sie hier kennengelernt haben. Nicht das Blut, das Herz ist für mich das entscheidende. Auch viele ausländische Studenten sind hier geblieben, bzw. bleiben hier, weil sie sich in die deutsche Kultur und Landschaft verliebt haben. All diese Menschen hatten und haben die Wahl wohin sie gehen und wo sie bleiben. Sie sind so deutsch wie jeder gebürtige Deutsche auch - oft noch viel deutscher. Sie müssen deswegen auch nicht ihre Traditionen aufgeben, sofern diese nicht mit unseren Gesetzen kollidieren; im Gegenteil, diese bereichern unsere Nation. Wer aber nur wegen unseres sozialen Netzes hier her kommt, und das sind viele, der ist so deutsch wie ein Regenwurm in Sibirien. Bleibt die Frage, mit welchen Gesetzen man den Regenwurm vom Herzdeutschen trennen will. Ein Sprachtest bringt einen da auch nicht wirklich weiter. Wir Deutschen haben Angst, dass wir bei einer Selektion nach unserem Gusto wieder in eine bestimmt Ecke gestellt werden - dabei machen das andere Nationen doch auch. Wir sind ebenso stolz wie die Franzosen, Briten, Kanadier, trauen uns aber nicht das zu zeigen.Einzige Ausnahme: Fußballweltmeisterschaft. Da wird das, ansonsten unterdrückte, Nationalgefühl sicht -und greif -bar. Wenn im Schwimmbad muslimische Frauen bei 40 Grad im Ganzkörperkondom im Gras liegen, während ihr Pascha im String am Beckenrand stolziert, dann sind das keine Deutsche. Und wenn Inder ihre Kleinkinder nackt ins Wasser lassen, ihre Handtücher und Wäsche im Schwimmbecken reinigen...nur weil sie das am Ganges auch so machen, dann sind das ebenfalls keine Deutsche. Wer sich so aufführt, der zeigt nicht das geringste Interesse daran ein Deutscher zu sein oder zu werden und gehört des Landes verwiesen.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Blutlinien sind nicht nur die des Vaters, sondern auch die der Mutter. Kurzum: ein Ausländer kann leicht über ein gemeinsames Kind auch in die Blutlinie derer treten, zu denen er gehören will. Einfaches Vorortbleiben, weil es einem gefällt, bestimmt noch nicht die Nationalität. Dieser Logik gemäß müßte mir jeder Ort der Welt, wo es mir gefällt - und das sind ziemlich viele - oder jeder Ort, an dem ich ein Häuschen besitze - das sind ziemlich wenige -, mir Nation sein. Im Grunde der Begriffsbedeutung ist es das auch, wohinein ich geboren bin resp. sein will, das naturata est: Nation.
    Ich glaube, die beste Lösung liegt darin, beide Pole zu verbinden. Das ist deutsch, das contradictio in adiectum oder anders gesagt, das coincidentia oppositorum, der Ausgleich der Antinomien, die Vermittlung, die Mitte! Anders gesagt: man muß das Blutige mit dem Unblutigen verbinden, den Boden, aus dem die Toten rufen, mit dem Gedanken in der Höh, wohin uns unsere Gedankenflüge lenken. Das eine ist ohne das andere wenig, ja gefährlich, weil es jeweils für sikch das Ganze sein will. Wehe uns vor denen, die das Blut zur Basis machen. Wehe uns aber auch vor denen, die die Vernunft dazu erklären. Beides führt zur Vernichtung des anderen.

    Eine bemerkenswert nationalkonservative Rede hielt am 18. Oktober 1930 der Sprecher des Christlich-Sozialen Volksdienstes im Reichstag, der Pietist Simpfendörfer. Zwischen allen Stühlen sitzend grenzte er seine christlich-soziale Bewegung nach rechts und links gleichermaßen ab. Das gefiel mir.

    Er bezeichnete den CSV als eine christliche (evangelische) Bewegung, die aus dem Fronterlebnis herauswuchs. Das klingt nach Expressionismus. Denkste! Konzedenz gegenüber den Nazis und den Jungdeutschen (Landvolk-Bewegung) um Mahraun, denen Idealismus zuerkannt wird. Die politische Stoßrichtung: Überwindung der inneren und äußeren (in dieser Reihenfolge) Not aufgrund der politischen Lage nach dem Weltkrieg. Zuruf von den Nazis, warum die CSV für die Anträge der Linken stimmten. Antwort: Die Basis der politischen Arbeit liege in der Wahrung der Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, nicht im Haß. Parlamentarismus schüre Haß, bringe das Niedrige in den Menschen hervor. Um das Volk zur inneren Höhe zu führen, müsse man auf diese Mittel verzichten, andernfalls gelänge es nicht. Klare Kante gegen die Nazis und Kommunisten. Zuerst müsse die innere Sanierung erfolgen, dann erst könne man ans Äußere gehen. Die Regierung (Brüning) würde dieses Gebot mißachten, v.a. der Innenminister würde die Not in den Schulen nicht erkennen, die innere Läuterung des Volkes vernachlässigen.
    Hier seine Worte der Abgrenzung, die ich der AfD zu verinnerlichen anempfehle:


    Peng! Nationalsozialismus ist eine auf dem Liberalismus fußende, marxistische Elemente enthaltende Bewegung. Das meine ich auch.

    Positiv nationalkonservativ: der Kampf gegen die ungerechte Wirtschafts- und Sozialordnung des Kapitalismus, gegen die Knebelverträge nach 1918 (Versailles, Dawes, Young...), gegen die rücksichtslosen Geldmenschen. Der CSV tritt für den neuen Gestaltungswillen auf: getragen von nationaler Begeisterung durch die Synthese zum Evangelium und in sozialer Verantwortung wird die Wirklichkeit neu gestaltet, soziale Ungerechtigkeiten beseitigt und dem Volk Raum zur Entfaltung gegeben. Die neue Rechte!

    Der Herr Simpfendörfer hatte eine ähnliche Interessenlage wie meinereiner. Er kömmt schon wieder zu Wort, diesmal in Abgrenzung des Nationalen zu den Nazis, die Simpfendörfer hier im Auge resp. vor der Brust hatte.



    Die AfD versäumt es dieser Tage, ein nationalkonservatives Programm zu entwickeln. (Meines wollten sie nicht haben.) Das wird sie den (politischen) Kopf kosten. Die Umfragewerte zeigen auch schon deutlich nach unten.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  9. #9

    AW: Simpfendörfer 1930

    Das ist in der Tat ein Problem. Für den Nationalkonservativen gibt es, außer in Bayern, momentan keine Anlaufstelle mehr. Rechtsradikal will er nicht und selbst den Kompromiss, die (ausgewogene) Mitte, gibt es nicht mehr. Ich hatte die GROKO bis vor einigen Monaten noch befürwortet, sehe sie aber aktuell als Problem. Bei der Griechenlandkrise wurden die Nachteile schon sichtbar...bei der Flüchtlingskrise werden sie usn u.U. zum Verhängnis - die Zeit wird es zeigen.

  10. #10
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    Du behauptest mit Deiner letzten Mitteilung doch nicht etwa, daß die CSU eine nationalkonservative Partei sei? Verwechsle hier nicht Antrich und Inhalt. Die CSU erfüllt alle Voraussetzungen einer liberalen Partei, ist weder christlich noch sozial, sondern bestenfalls christelnd und sozialistisch. Sicherlich zählen zu ihren Anhängern auch Menschen, die christlich und sozial denken und handeln, die bewirken aber keine christlich-soziale Politik. Ich weiß nicht, wie genau ich diese Politik bezeichnen soll, am besten wohl populistisch.

    Die AfD arbeitet offenbar nicht. Sucht man eine Verbindung von Nationalkonservatismus und AfD, dann stößt man auf diese Programmatik hier. Die ist von 2013. Seitdem hat sich einiges getan, aber ich kann nicht erkennen, wohin die Reise dieser Bewegung gehen soll. Das nationalkonservative Programm, das ich ihr zuschickte, lehnte sie ab. War wohl nicht populistisch genug...

    Thüringer Allgemeine

    Eine „Deutschland erwache“-Mentalität

    Genau das untersuchte Kemper anhand von Zitaten, die Björn Höcke in Wort und Schrift publizierte. Kemper analysierte diese Zitate auf ihren nationalistischen Inhalt und auf die „Deutschland erwache“-Mentalität. So gehe es bei Höcke immer wieder um eine degenerierte, entartete Demokratie, die nur durch Revolution oder grundlegenden Wandel zurück zum Licht finden könne. In Begriffen wie „entartete Volkswirtschaft“ oder „zinsbasierter Globalkapitalismus“, den es zu bekämpfen gelte, macht Andreas Kemper Parallelen zur „Blut und Boden“-Politik der Nazis unter Hitler aus. Höcke unterhalte Verbindungen zu Neonazis. Erschreckend sei die Deckungsgleichheit der Argumente von AfD und NPD. Bürgerlicher Anstrich, aber nah an der NPD

    Ob die AfD deren Rolle einnehmen kann und will, sei derzeit nicht absehbar. Fakt sei aber, dass sie mit ihrem bürgerlichen Anstrich für ihre Demonstrationen in Erfurt schon jetzt mehr Menschen mobilisieren kann, als die NPD. Wobei unter den Demonstranten immer wieder auch zahlreiche NPD-Mitglieder und Neonazis gesichtet werden. Auch der geschasste Landeschef aus Eisenach, Patrick Wieschke, war schon dort. Wirklich bedenklich, so Kemper, seien aber die Gewalttaten am Rande der Demonstrationen. So wurde in Erfurt der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di in Thüringen geschlagen und Journalisten bedroht.
    Ich glaube, daß der linke Soziologe aus Münster mit seiner Einschätzung nicht falsch liegt. Die fehlende Reaktion des thüringer AfD-Mannes wundert mich auch nicht, denn jede Einlassung wäre Wasser auf die Mühlen seiner Gegner.

    Die AfD ist dabei, ein Tabu in der BRD zu brechen. Dieses Tabu lautet Faschismus. Der Faschismus war etwas anderes als der Nationalsozialismus. Die Nazis haben schon vor ihrem Machtantritt vehement dafür gestritten, daß sie eine deutsche Bewegung seien und kein Abklatsch der italienischen Faschisten. Zum Nationalsozialismus gehört die rassische Grundlage. Die fehlt dem Faschismus, der sozialrevolutionär angelegt ist. Das Tabu in der BRD liegt darin, daß Faschismus und Nationalsozialismus in eins gesetzt werden, weil damit Diffamierungen möglich sind und die nach Millionen zählenden potentiellen Anhänger des Führerstaates und der völkischen Alternative mundtot gemacht werden können. Es regt sich aber seit neuestem in diesem Bereich. Viele vertreten die Auffassung, daß das kapitalistische System der BRD (des Westens) nicht das beste System für Deutschland ist, imgleichen werden NATO-Mitgliedschaft, EU und der € abgelehnt. Statt dessen soll der wahre Nationalstaat das Allheilmittel zum Glück sein. Mal abgesehen davon, daß ich in vielen Punkten das auch glaube, bin ich doch in zwei Punkten vehement gegen solche Ambitionen:
    1. ich lehne den Führerstaat ab und
    2. ich lehne auf nationalistischem oder rassischem Dünkel basierende Gleichheitsphantasien (das ist Nationalsozialismus) ab.
    Die AfD versucht nun, da irgendwo Boden unter den Füßen zu bekommen, also sich das Beste aus dem Faschismus/Nationalsozialismus herauszupicken und zugleich dessen Kinderkrankheiten zu umgehen. Die Zielgruppe sind die vielen Nichtwähler, die eben das wollen: einen deutschen Nationalstaat mit straffer Führung auf völkischer Basis ohne die Auswüchse des Nationalsozialismus.

  11. #11
    Kalu
    Laufkundschaft

    Zwischengestammel

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Die Zielgruppe sind die vielen Nichtwähler, die eben das wollen: einen deutschen Nationalstaat mit straffer Führung auf völkischer Basis ohne die Auswüchse des Nationalsozialismus.
    Ich gehöre wohl nicht zu der Zielgruppe. Mir wird schlecht bei dem Gedanken, solche Werte auf ein Podest zu stellen und zu Grundlagen politischen Handels zu machen. Die Leute, welche uns solch Denken schmackhaft machen wollen, ziehen doch nur Dumpfbacken an, die nicht auf sich selber ausreichend Grund haben stolz sein zu können. So ein bisschen nationalpatriotisch bin ich ja auch - aber in Maßen. Ich liebe dieses Land. Ohne die Leute wäre es noch liebenswerter. Erstaunlich wie manche Deutsche im Schlick der haarigen, achtbeinigen Lügen und des Aberglaubens nach Nuggets der Wahrheit wühlen: Diese Kohle könnte ein Diamant sein! Da fühlen sich doch alle gleich viel besser.

    AfD ist keine, ich wiederhole: KEINE Alternative. Die Kacke dampft auch so schon genügend, als dass mit Rezepten in Anlehnung an Gestern daraus Humus im Schleudergang werden könnte. Es ist nicht die Zeit für eine Pseudorevolution profilierungsgeiler Zeitgeistreiter im gestreckten Schweinsgalopp.

    Ich weiß. In gewissen Kreisen ist es schick, mit den vorgeblichen Zielen der AfD zu liebäugeln. Aber Aerolith gehört doch nicht dazu. Oder? Weichgespültes Postfaschotum bis zur Machtergreifung? Deutschland erwacht und läuft stante pede Amok?

    Ich meine: Deutschland führt den EU-Verein mehr oder weniger an. Das jedenfalls behaupten die Medien. Also könnte Deutschland auch einige Spielregeln neu definieren, wenn wir doch politisch und wirtschaftlich so dominant da stehen: Was, ihr wollt nicht? Dann wird der geballte Zorn Germoneys über euch kommen und den Tag versauen.

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Sofern es die AfD schaffen sollte, nationalkonservatives Gedankengut zur Basis ihr ALTERNATIVE zu machen, würde ich sie unterstützen. Aber das tut sie nur vereinzelt, nicht aber substantiell. Das Nationalkonservative lehnt den Nationalstaat ab. Das ist KEIN Widerspruch.

    Die meisten Nichtwähler würden sicherlich rechtspopulistisch wählen. Dessen kann man sich sicher sein. Ich gehe aber nicht soweit, dem alle zu subsumieren.

    ...ist immer fortschrittlich. Wer allein auf dem Überbrachten beharrt, verliert den Blick für die sich wechselnden Umstände, die notwendig vorzunehmenden Handlungen zur Gestaltung der Gegenwart (die Lösung all ihrer Aufgaben), und zugleich die in dieser sich ändernden Wirklichkeit aufgegebene Bewahrung formaler und inhaltlich weiterführender Gesten, Umgangsformen, Gebräuche.
    Seit dem Zeitalter der Industrialisierung, der damit einhergehenden Rationalisierung und Pragmatik, der Mechanisierung der Welt, wie Rathenau das nannte, steht der Mensch in seiner Tradition im Sperrfeuer der Objektivierung. Der Mensch soll das wert sein, was er an Werten schaffen kann. Zudem wird er vermasst, entindividualisiert, zum Klassenbestandteil, zum Partikelchen oder zur Zielgruppe, zur Arbeitsbiene, zum Hamsterrädler oder zum Parvenüe, der Kehrseite desselben. Dies alles muß zur Hypertrophierung des Staatsgedankens führen, eine Anschauung, die im Staat das weitestentwickelte Menschenleben sieht, dem der Mensch alle die Aufgaben überträgt, wozu er sich entweder nicht selbst imstande sieht oder denen er sich aus Faulheit entledigt sehen möchte. Der Staat wird zum Tyrannen, dem sich dann jeder unterordnen muß. Das ist ein widerliches Prinzip, dem der Konservative widerstreben muß.

    Wenn sich eine Partei ALTERNATIVE nennt, muß sie dem oben beschriebenen Gang der Dinge widerstreben. Die Alternative lautet nämlich nicht: Raus aus dem Euro! Baut neue Zäune! Laßt nur die Ausgebildeten ins Land! Schafft einen Nationalstaat!
    Das sind KEINE Alternativen, sondern Fortführungen der westlichen Politik der Vermassung und Entmenschlichung, was Menschsein auf Freiräume, Abseitiges (vom Staat abstrahiertes Freizeiteln) oder auf schlichtweg schnurzelndes Trotzdem reduziert.

    Das Bild verdichtet sich: Der "Vorwurf" an die AfD, zunehmend konservative Muster zu füllen, greift nicht. Die AfD ist auch unter Frau Petry eine liberale Partei geblieben, auf die das Wort "deutsch" nur bedingt zutrifft. Deutsch zu sein bedeutet nämlich, Gegensätze auszuhalten und sich in diesen Gegensätzen zu bewegen, nicht aber das, was die AfD in den letzten Wochen tat: sich positionieren und einseitig argumentieren, parteilich zu sein. Wenn man sich schon den Namen "Alternative" gibt und auf die Selbstbnezeichnung "Partei" verzichtet, dann sollte man als politische Bewegung auch überparteilich argumentieren. Daß das nicht getan wird, ist ein deutliches Kennzeichen für die liberale Substanz, also eine auf Individulismus, Pragmatik und kapitalistischem "Geist" basierende Weltwahrnehmung. Und as wiederum ist das Gegenteil von national-konservativ. Der Konservative steht zum Kapitalismus und Individualismus ungefähr so ablehnend wie der Kommunist zum Abendmahl. Dem Konservativen ist das wurscht, dem Liberalen Substanz seines Daseins, dem Kommunisten Feind.

    erstellt vonner WELT
    Die Alternative für Deutschland (AfD) legt angesichts anhaltend hoher Flüchtlingszahlen in der Wählergunst offenbar kräftig zu.

    Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag des Magazins "Stern" und des Senders RTL gewann die Partei gegenüber der Vorwoche zwei Prozentpunkte hinzu und kommt nun auf acht Prozent bundesweit. "Von denen, die jetzt an die Urnen gehen würden, bekäme die AfD in Ostdeutschland 16 Prozent und in Bayern zehn Prozent", ergänzte der Chef des Forsa-Instituts, Manfred Güllner. Die Umfrage seines Instituts deckt die Woche bis zum 4. Dezember ab.
    Die Unionsparteien verloren laut Forsa ein Prozent und erreichten 38 Prozent. Die SPD verharrte bei 24 Prozent. Ebenfalls ein Minus von einem Prozentpunkt verzeichnete die FDP. Sie würde damit bei vier Prozent landen und nicht in den Bundestag einziehen. Die Grünen blieben bei zehn Prozent stabil und auch der Wert der Linken veränderte sich mit neun Prozent nicht gegenüber der Vorwoche.
    Das hohe Stimmergebnis der AfD führte Forsa-Chef Güllner nicht nur auf zahlreiche Talkshow-Auftritte von prominenten Parteimitgliedern in jüngster Zeit zurück, sondern auch auf eine sinkende Zahl von Wahlwilligen von 67 auf nur noch 64 Prozent.
    Na ja... da liegen wohl dichtung und wahrheit beim WELT-artikel weit voneinander entfernt. erstens dürfte sich das volk weiter politisieren, da viele nichtwähler bei der AfD eine alternative wittern. zweitens scheinen mir die angegebenen prozentwerte auf sehr wackligen beinen zu stehen. viele befragte geben bei solchen befragungen eine partei an, die nicht polarisiert. stabile werte dürften nur parteien wie die GRÜNEN, FDP oder die LINKE haben. bei SPDCDU kann man sich da nicht sicher sein, denn die bilden die regierung und werden von etlichen wohl schlichtweg genannt, um weiteren fragen aus dem wege zu gehen. die unzufriedenheit mit merkels flüchtlingspolitik ist nicht nur um die BRD groß, sondern auch bei sehr arrivierten CDU-wählern - wie beispielsweise meiner mutter, die zwar bei umfragen noch CDU angibt, mir aber mitteilte, sie würde frau merkel das nächste mal nicht wählen. Man höre!
    wenn es der AfD gelingt, sich vom schmuddelaurum zu befreien, wird sie bei 20% einlaufen - wie in anderen ländern das bei liberalen rechtspopulisten auch der fall ist.
    meine stimme bekommen sie jedenfalls nicht, denn als national-konservativer kann ich keine liberalen rechtspopulisten wählen. ich werde wohl die LINKEN wählen, die konsequent gegen den krieg auftreten. das ist mir das wichtigste. das nationale ist nur an dritter oder vierter stelle, aber auch wichtig.

  13. #13
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Dreh- und Angelpunkt der Bewertung dessen, was die AfD politisch will und wofür sie steht, ist die Frage ihrer Beziehung zum konservativen politischen Denken und Handeln. Dazu muß anfangs geklärt werden, was das überhaupt ist.

    Der wichtigste Aspekt konservativen Denkens liegt in der Schaffung von Wachstumsmöglichkeiten, ist Raum- und Zeitdenken. Wachstum bedeutet hier nicht Produktionserhöhung oder Profitmaximierung, sondern ist ein ganzheitlicher Begriff. Im politischen Kontext steht die Verfestigung der Staatlichkeit im Raum: Wertsicherung statt Nützlichkeit, Stabilität statt Anpassung an ephemere Schwankungen in raumpolitischer Hinsicht. Erst Stabilität ermöglicht verantwortliches Handeln, nicht umgekehrt, wie das liberales Denken präfigiert, nicht als die Reaktion auf tagespolitische Ereignisse, die gewinnorientiert abgearbeitet werden. Der Fragepunkt für den konservativen Politiker lautet vielmehr: Wie ist Wachstum unter den gegenwärtigen politischen Rahmenbedingungen möglich? Nur durch stabile Rahmenbedingungen: Staat, Recht, Sicherheit, Menschendienst, Fürsorge, Tradition (generationenüberdauernde Selbstbehauptung), Macht... Das sind strengere Auseinandersetzungen mit der Gegenwart als das sogenannte progressive Ausgreifen in der Sorge um die Zukunft, die liberales Denken zentriert. Der liberale Politiker analysiert gegenwärtige Zustände immer unter dem Blickwinkel einer Interpolation, also einem Zukunftszugriff, einem mutmaßlichen. Er ist im Grunde ein Utopist.
    Der konservative Politiker paßt seinen Standpunkt nicht allgemeinen Tagesstimmungen an. Das u.a. unterscheidet ihn vom Rechtspopulisten, aber auch vom liberalen Politiker. Eine rhetorisch verbrämte Selbstauskunft wie die des angeblich konservativen Politikers Adenauer: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern; nichts hindert mich, weiser zu werden?" ist einem konservativen Politiker unmöglich. Der liberale Politiker ist Relativist und jederzeit bereit, sich veränderten Rahmenbedingungen anzupassen; entsprechend argumentiert er auf sogenannter realpolitischer Grundlage. Der entscheidende Punkt ist der Blickwinkel: der konservative Politiker hat nicht Einzelinteressen, auch nicht die einer einzelnen Nation, im Auge, sondern das Wachstum des Ganzen, er will die Welt auf der Grundlage erkannter Erbannahme voranbringen, die in ihr liegenden (progressiv-moralischen) Kräfte stärken und das Zusammenleben der Völker verbessern. Zugleich ist der Konservative eher deszendent als aszendent eingestellt: er glaubt keineswegs an den liberalen Fortschritt, sondern versucht vielmehr, eine Welt einzurichten, die Dauer besitzen kann, weiß aber zugleich, wie unmöglich es angesichts des Menschencharakters darum bestellt sein dürfte. Eigentlich kämpft er auf verlorenem Posten, entfant perdu. Fortschritt ist für ihn aber auch möglich, dann aber nicht im darwinschen Sinne der Durchsetzungsfähigkeit charakterisierenden "Höherentwicklung" der Arten, sondern als Akt der Gnade, als Entstehung - ganz wörtlich zu verstehen -, eben als Entfaltung eines im Kern bereits Zuhandenen, wie Goethe das symbolisch mit der Urpflanze benannte.
    Wer seinen Zweck nicht in sich selbst sucht und nicht daran glauben mag, daß wir einer Bestimmung folgen müssen, die in uns selbst liegt und die von uns erfüllt werden kann, der kann konservativ genannt werden. Faust war ein konservativer Mensch. Deshalb haßte ihn Adenauer, der ihn als Chaoten mißverstand. Derweil stand Faust auf sicherem Boden. Erkenntnisdrang ist konservativ, sofern er aufbauen will, auf Vorhandenem ebenso aufbaut wie auf Gewesenem. Der Konservative begreift sich als Glied in der Kette und nicht als Kette selbst, die sich selbst bestimmt.

    Offiziöse und halboffiziöse Teile der bundesdeutschen Presse schießen sich auf die AfD ein. Folgender Text über Höcke von der AfD heute bei web.de:
    erstellt von
    Björn Höcke verstrickt die Alternative für Deutschland in einen Rassismus-Skandal. Dennoch muss er wohl nicht um seine Position als AfD-Landeschef in Thüringen fürchten. Warum das so ist, was den Politiker Höcke ausmacht und welche seine krassesten Fehltritte waren - ein Überblick.
    Björn Höcke hat der "Alternative für Deutschland" (AfD) einen handfesten Rassismus-Skandal beschert. Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag sagte in einem Vortrag: Der "lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp" treffe in Europa auf den "selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp".
    Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge soll Höcke dafür vom AfD-Vorstand wegen "politischer Torheit" gerügt werden. Dennoch bedeutet die verbale Entgleisung wohl nicht das Ende seiner politischen Laufbahn.
    Wer ist Björn Höcke?

    Höcke, 41 Jahre alt, verheiratet, vier Kinder, ist ein schlaksiger, drahtiger Typ, glatt rasiert, adrett gekleidet, oft mit knallroter Krawatte.
    <figure class="mod mod-image" itemtype="http://schema.org/ImageObject" itemscope="" itemprop="image" data-alt="Bild zu Björn Höcke " data-fullsize-width="3000" data-fullsize-height="2178" data-parent-width="true"> </figure>

    Rüge wegen rassistischer Rede
    Höcke wird für bizarre Aussagen über Afrikaner von AfD heftig kritisiert.


    Er studierte Sport und Geschichte auf Gymnasiallehramt. Der Westfale wurde 2014 Landeschef der AfD in Thüringen, arbeitete davor als Oberstudienrat im hessischen Bad Sooden-Allendorf.
    Höcke steht für den radikalen, rechten Flügel und ist ein schlagfertiger Rhetoriker. Er weiß Aussagen polemisch zu platzieren. So ruft er auf seiner Internetseite "gegen Politikversagen" auf, schreibt über einen Eintrag schlicht "Wut".
    Die demographische Katastrophe bedrohe Deutschland und "der gesunde Menschenverstand muss triumphieren". Politische Gegner sprechen ihm ebendiesen nicht selten ab. Dennoch müssen sie ihn ernst nehmen. Regelmäßig mobilisiert Höcke in Erfurt Tausende Demonstranten gegen die Asylpolitik der Bundesregierung.
    Was waren seine krassesten Fehltritte?

    Vor wenigen Wochen soll Höcke auf einer Kundgebung in Erfurt gerufen haben: "Thüringer! Deutsche! 3.000 Jahre Europa. 1.000 Jahre Deutschland." Das "tausendjährige Reich" war eine Metapher, die einst die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler gebrauchten.
    <figure class="mod mod-image" itemtype="http://schema.org/ImageObject" itemscope="" itemprop="image" data-alt="Bild zu Björn Höcke Günther Jauch " data-fullsize-width="1980" data-fullsize-height="1280" data-parent-width="true"> </figure>

    Jauch hat alles richtig gemacht!
    Experte: TV-Master ließ Höcke ins Leere laufen - und hat ihn damit lächerlich gemacht.


    Weiter soll er einen "heißen Herbst" angekündigt haben. Und jüngst gratulierte er dem rechtsgerichteten "Front Nationale" (FN) zum Sieg im ersten Wahlgang der Regionalwahlen in Frankreich.
    Bereits im Mai fiel er durch eine Verharmlosung der rechtsextremen NPD auf. "Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann", hatte er da gesagt.
    Rassismus-Experte Robert Lüdecke von der Amadeu-Antonio-Stiftung bezeichnete Höckes Aussage im Gespräch mit der "Tagesschau" als blanken "Rassismus auf einer Linie mit der Rassentheorie des Nationalsozialismus".
    Höcke brüskiert auch mit Taten. Etwa, als er im Oktober in der ARD-Talkshow "Günther Jauch" vor Millionenpublikum eine Deutschland-Fahne auf die Lehne seines Sessels legte und sich einen Patrioten aus "tiefster Liebe" nannte.
    Warum kann sich Höcke trotzdem halten?

    Höcke führte die AfD im September 2014 mit damals sensationellen 10,6 Prozent in den thüringischen Landtag. Er zieht wie kein Zweiter die Aufmerksamkeit auf die AfD.
    Da sind zum einen die süffisant-kritischen Verbalattacken von Medienvertretern wie der ZDF-"heute show". Im Netz gibt es zudem ein "Höckefon", das polarisierende Zitate samt Vertonung auflistet.
    <figure class="mod mod-image" itemtype="http://schema.org/ImageObject" itemscope="" itemprop="image" data-fullsize-width="1914" data-fullsize-height="2994" data-parent-width="true"> </figure>

    AfD in den Ruin spenden?
    Linke Aktivisten wollen Partei mit Centbeträgen in die Pleite treiben.


    So bleibt man im Gespräch. Das wissen die bieder wirkende Parteichefin Frauke Petry und ihr schon 74-jähriger Stellvertreter Alexander Gauland.
    Wegen der Flüchtlingskrise ist die AfD im Umfragehoch. Wäre morgen Bundestagswahl, käme sie auf neun Prozent. Das ergab das Politbarometer des ZDF Ende November. Im Osten des Landes liegen die Umfragewerte teils deutlich höher. Die Parteioberen trauen sich daher offenbar an diese Personalie nicht heran.
    So kann Höcke weiter Stimmung machen. Das Politbarometer hatte auch ergeben, dass die AfD weiter nach rechts gerückt sei. Was Höcke auf Kundgebungen sagt, dürfte der beste Beleg dafür sein.
    Vielleicht gut gemeint, glaube ich aber nicht, in jedem Fall in dreifacher Hinsicht Bockmist.
    1. Höcke sprach nicht vom tausendjährigen Reich des Friedens, das sich die Nazis zur Selbstbeschreibung zuwiesen, ganz im Sinne des dritten Reich des Lichts, wie es im Kontext der Erscheinung des Antichristen von Joachim von Fiore gelehrt worden war. Hitler als Besieger des Antichristen (Weimarer Republik) und Erschaffer des tausendjährigen Reiches des Friedens... Höcke meint das NICHT, sondern schlichtweg unsere etwa tausendjährige Geschichte als deutscher Staat, geht man von den Ottonen als Reichsgründern aus. Ich selber setze Karl als unseren Staatsgründer, gehe also von 1200jähriger deutscher Geschichte im Sinne STAATLICHER Geschichte aus. Da sich aber die Bevölkerungszusammensetzung, wenigstens für den Gau Ostfalen, seit der indogermanischen Einwanderung vor etwa 5000 Jahren kaum veränderte, ließe sich sogar behaupten... aber lassen wir das. Das ist unter Historikern strittig. Eines aber ist sicher: Höcke assoziierte den Griff in die Vergangenheit und nicht, wie die Nazis das gebrauchten, den Griff in die Zukunft.
    2. Jede Partei hat ihre Lautsprecher. Bei der AfD ist es Höcke. Er nutzt im Spiel um politische Anteile Gegenwartsstimmungen aus. Völlig legitim, solange er im Kontext der Gesetze bleibt. Einen Gesetzesverstoß kann ich nicht entdecken. Und damit bin ich beim dritten Punkt...
    3. Wo soll hier Rassismus stecken? Wenn man zwei Kulturkreise miteinander vergleicht (schon verdächtig, denken viele Linksliberale), dann ist man schnell bei Stereotypen, aber das ist kein Rassismus. Rassismus wird es erst dann, wenn man eine Rasse über die andere stellt und daraus Vor- oder MInderrechte ableitet. Es würde mich sehr interessieren, wie sich hier außer dem Vorwurf selber Rassismus aus einer Äußerung bezüglich des Sozialverhaltens ableiten ließe. Demnächst wird es schon Rassismus genannt, wenn man feststellt, daß die durchschnittliche deutsche Frau 1,4 Kinder bekommt, die nigerianische aber 5,5. Pfui aber auch. Rassismus.

    P.S. Nachtrag: Vielleicht hat Höcke auch nur die letzten Worte aus Moeller van den Brucks "Das dritte Reich" (Hamburg 1922) allzu wörtlich genommen, die da lauten:

    "Und wir denken an das Deutschland aller Zeiten, an das Deutschland einer zweitausendjährigen Vergangenheit, und an das Deutschland einer ewigen Gegenwart, das im Geistigen lebt, aber im Wirklichen gesichert sein will und hier nur politisch gesichert werden kann.

    Das Tier im Menschen kraucht heran. Afrika [in Form zahlreicher negrider Soldaten im französischen Heer von 1918] dunkelt in Europa herauf. Wir haben die Wächter zu sein an der Schwelle der Werte."

  14. #14
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    erstellt von ntv:
    "Viele gescheiterte Existenzen"Henkel: Tue alles, um AfD zu verhindern

    Es ist eine später Abrechnung: Der frühere BDI-Chef Henkel bereut seine Zeit bei der AfD. Mit harschen Worten beschreibt er nun die Partei. Doch auf deren Ex-Chef Lucke lässt er nichts kommen - und folgt ihm weiter.

    Hans-Olaf Henkel hat die Bekämpfung der AfD zu einem seiner wichtigsten Anliegen erkoren. "Ich fühle mich verpflichtet, alles zu tun, um zu verhindern, dass diese AfD Fuß fasst, so wie sie heute dasteht", sagt er Europaabgeordnete und frühere AfD-Spitzenpolitiker der "Zeit". Henkel war bis April Vize der Partei. "Das ist für mich auch eine Art, ich will mal sagen: Korrektur dessen, was ich mitgeholfen habe anzurichten."
    Henkel war im Juli zusammen mit dem damaligen Bundesvorsitzenden Bernd Lucke zur neugegründeten Partei Alfa übergetreten. Für die Partei will er nun Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg auftreten. "Wenn Alfa da zwei Prozent kriegt, geht das wahrscheinlich zu Lasten der AfD. Ob das verhindert, dass sie reinkommt, weiß ich nicht. Aber wir sind dazu verpflichtet, diese Sache weiterzuführen. Ich werde Alfa mit aller Macht unterstützen, auch finanziell."
    <aside class="article-aside right"> Mehr zum Thema


    </aside>Rückblickend zeigte sich Henkel schwer enttäuscht von der AfD. "Diese Partei können Sie vergessen", sagt er. "Die AfD hat einen extrem hohen Anteil von gescheiterten Existenzen. Von Menschen, die sagen, hier kann man Geld verdienen, eine gesicherte Existenz, eine Rente bekommen. Wenn ich da fünf Jahre im Landtag bin, dann hab ich was." Dies sei auch ein Grund für die brutalen innerparteilichen Kämpfe.
    diese wendung wundert mich nicht. der hauptkampf dfieser zeit voillzieht zwischen dem liberalen und dem konservativen typus. die liberalen haben zur zeit die nase vorn. alle parteien im bundestag sind liberale parteien. bei den GRÜNEN gibt es konservative beimischungen, bei den linken revolutionäre.
    die AfD, als sie sich als ALTERNATIVE aufstellte, verband anfangs liberale mit konservativen momenten. sie mußte sich von den liberalen befreien, andernfalls hätte sie keine politische existenzberechtigung. jetzt hat sie sich vom populismus zu befreien udn ein klares konservatives programm aufzustellen. ich bezweifle, daß ihr das gelingen wird, aber die chance ist da.
    HENKEL nun ist der liberale schlechthin und lucke sein aposteriorisches sublimat für die nächsten jahre. da wundert es mich nicht, daß der blick zurück im zorn jetzt zu solchen abrechnungen führt.
    ntv nutzt das gern, um den aufstieg der konservativen zu verhindern. überflüssig. die AfD wird nicht zur konservativen kraft werden. oder doch?

  15. #15
    Demokrat für Deutschland
    Laufkundschaft
    Zitat die Welt

    Bei den Männern findet die Linke generell mehr Anhänger als unter den Frauen. Jeder dritte Wähler ist ein Mann im Alter zwischen 45 und 59 Jahren. Wenn man die niedrige Wahlbeteiligung jüngerer Frauen berücksichtige, sei aber festzustellen, dass auch diese Gruppe häufiger als ihrem Anteil entsprechend in der Wählerschaft der Linken vertreten sei, so Hartwig.

    Die Anhänger hätten eine klare Präferenz für Frauen auf den vorderen Listenplätzen. Sieben von zehn der erfolgreichsten Kandidatinnen der Linken seien bei der jüngsten Wahl Frauen gewesen. Auch wenn die Partei überproportional häufig von Arbeitern und vor allem von Arbeitslosen gewählt werde, seien Akademiker für die Linke zu erreichen, meint Hartwig. Hier schnitt die Linke mit sechs Prozent der Stimmen ab.

    Zitat Stern.de

    Wer liebäugelt eigentlich mit dieser AfD?

    Die Anhänger der AfD kommen nach einer Auswertung des Berliner Forsa-Instituts vor allem aus einem bestimmten Segment der deutschen Ober- und Mittelschicht (26 und 53 Prozent). 55 Prozent haben Abitur und/oder studiert und beurteilen die Wirtschaftserwartungen pessimistisch, 44 Prozent verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen von 3000 Euro oder mehr. Vor allem Angestellte (62 Prozent) und Rentner (34 Prozent) finden Gefallen am eurokritischen Kurs der Partei, Selbständige (20 Prozent), Beamte (10 Prozent) und Arbeiter (8 Prozent) eher nicht. Männer stellen über zwei Drittel (69 Prozent) der AfD-Anhängerschaft, Frauen nur 31 Prozent. 24 Prozent sind Katholiken, 29 Prozent Protestanten und 47 Prozent konfessionslos. Meist sind sie verheiratet (57 Prozent) und leben in Orten mit einer Einwohnerzahl von unter 20.000 (42 Prozent).

    Zitat tagesschau.de

    Der "typische" Demonstrant bei den Protesten der Dresdener Anti-Islam-Bewegung "Pegida" kommt aus der Mittelschicht, ist männlich, gut ausgebildet, berufstätig und verfügt über über ein leicht überdurchschnittliches Nettoeinkommen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die TU Dresden veröffentlicht hat. Er gehöre keiner Konfession oder Partei an und komme aus Dresden oder dem Bundesland Sachsen

    Die AfD soll Andersdenkende diffamieren? So ein Schmarrn, genau das Gegenteil ist der Fall

    Zitat Tagesschau.de

    Die SPD sieht von der AfD und der "Pegida"-Bewegung eine besondere Gefahr ausgehen. "Braune Hetze" und fremdenfeindliche Ausschreitungen hätten ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Einem Medienbericht zufolge will die SPD deshalb, dass der Verfassungsschutz beide überwacht


    Das ist in etwa das gleiche, als wollte der Löwe einem anderen Löwen das Jagen verbieten lassen, damit er das Wild für sich alleine hat.

    Tatsächlich ist es so, dass die GroKo schon seit vielen Monaten gegen die AfD hetzt, weil diese sich aus beiden Lagern Stimmen holt. Für die im wahrsten Sinne des Wortes Linken sind das Verbot und die Zensur naheliegende Mittel, die sich schon in der Vergangenheit bewährt haben. Die AfD ist eine unbestritten demokratische und friedliche Partei, die nicht negativer aufgefallen ist als die etablierten Parteien. Ebenso ist die AfD kein zeitgenössisches Phänomen, sondern das Sprachrohr von 5 bis 10% der Bevölkerung. SPD und CDU wissen, dass sie nur durch schlimmste Diffamierungen, übler Nachrede, Falschbehauptungen und Verboten, einer vernichtenden Niederlage entkommen können. Man sollte aber die Bevölkerung nicht für zu dumm halten. Wenn Euro 8,50 Stundenlohn als Erfolg verkauft werden, Deutsche nicht mehr das Gefühl haben vor kriminellen Ausländern beschützt werden zu können, sie für die Fehler und Faulheit von halb Europa zur Kasse gebeten werden, dann ist irgendwann die Schwelle übertreten.

  16. #16

    AW: Brauchen wir Zuwanderung? - eine Kontroverse

    Nee, nicht die AfD, Sie, den Herrn K..

    Und "die" und "die" und "die" auch...

    Es ist das alte Schuldprinzip, das mit Ablehnung und Druckwirkung arbeitet.

    Eine anziehende Sogwirkung kann nur mit Visionen einer Lösung entstehen.

    Bevor der Mensch erneut beginnt, sich weiter zu vergessen,

    Fragt Sie doch, wohin des Weges, doch ohne Ziel?

    Die Ursachen sind überall die gleichen:

    Wir sehen Zahlen, keine Menschen.

    Was hilft gegen Menschen, die Menschen nicht als Menschen sehen können?

    Menschlichkeit!

    In Krisenzeiten vorsätzlich Ängste zu schüren, ist nicht demokratisch.

    Sie sprechen von Symptomen, nicht von URsachen.

  17. #17
    Demokrat für Deutschland
    Laufkundschaft

    AW: Brauchen wir Zuwanderung? - eine Kontroverse

    Ich muss, auch wenn ich die Ursachen kenne, dennoch die Symptome behandeln. Man kann an beidem parallel arbeiten.

    Und ich sage nicht, dass die AfD für alles eine Lösung hat - und erst recht nicht, dass sie die Lösung ist.

    Wenn eine Firma wichtige Entscheidungen zu treffen hat, dann holt sie sich möglichst viele Meinungen ein. Die AfD ist eine dieser Meinungen.
    Man möchte aber, dass diese Meinung erst gar nicht zugelassen wird, auf den Prüfstand kommt, Und das ist, welcher Meinung man persönlich auch ist, ein Fehler - oder zumindest sehr unklug.
    Was passiert, wenn diese Meinungen nicht gehört werden? Ich sage dir die zwei Möglichkeiten: A Radikalisierung oder B Resignation. Beides kann niemand wollen. Das eine ist gefährlich, das andere destruktiv.

  18. #18
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Asylpolitik der BRD

    Zitat Zitat von Demokrat für Deutschland Beitrag anzeigen
    Ich bin nicht grundsätzlich gegen linke Ideen, sofern sie sich an der Realität orientieren und das Machbare im Auge behalten. Links und Konservativ lassen sich auf folgende Aussagen reduzieren:

    Der Linke: Alle Menschen sollen den gleichen Wohlstand haben, unabhängig vom Willen und Können des Einzelnen zu diesem Wohlstand auch etwas beizutragen.
    Der Konservative: Wer mehr leistet, der soll auch mehr haben. Wer unverschuldet nicht in der Lage ist etwas zu leisten, dem helfen wir. Wer nicht will, der hat schon.
    Deine Definitionen treffen nicht. Der Linke ist nicht dafür, daß alle Menschen den gleichen Wohlstand haben, sondern jeder den nach seinen Bedürfnissen. Das ist etwas völlig anderes. Es geht eben um die Durchsetzung der Möglichkeit, daß jeder zuerst nach seinen Fähigkeiten arbeiten und leben kann, dann, daß diese in den Dienst allgemeiner Weiterentwicklung eingesetzt werdne und eben nicht zur INDIVIDUELLEN bereicherung, wie dies das liberale Weltzbild möchte und darüber seinen Gerechtigkeitsbegriff definiert.

    Der Konservative dagegen besitzt keinen Leistungsbegriff. Das ist liberal. Das konservative Denken und politische Handeln orientiert an der Bewahrung des historisch Gewachsenen, des Organischen, das es weiterentwickeln möchte, aber nicht auf Kosten des Tradierten, sondern im Kontext der harmonischen Entwicklung aller Teile der Gesellschaft. Der christliche Konservative hilft jedem Menschen, aber nur zu dessen Selbstzweck, also nicht um des Helfens willen.

    Das muß strikt getrennt werden.

    Ich sehe zwischen linken und konservativen Politikern mehr Gemeinsamkeiten als zwischen liberalen und konservativen.
    Ob die AfD eine konservative oder eine liberale Partei sein will, entscheidet sich dieser Tage. Ich denke, sie wird eine liberale Partei sein. Von daher hat sie für mich kein Potential, sondern reiht sich ein in die Phalanx der liberalen Parteien von CDUFDPGRÜNE bis SPD.
    Da die LINKE derzeit für den Einsatz im Irak stimmte, hat sie für mich ihre Existenzberechtigung verloren. Sahra allein macht noch keine gute Politik, aber das ist ein Anfang.

    Ich selbst sehe mich als Konservativen; deshalb verbitte ich es mir, konservatives Denken auf das liberale Leistungsprinzip zu stellen.

  19. #19
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    Du redest vom Konservatismus in seiner ursprünglichen Form, ich von einem, auf konservativen Werten basierenden, fortschrittlichem Denken. Beiße dich nicht an den Begrifflichkeiten selbst fest, da sie heute teilweise eine ganz andere Bedeutung haben als vor 100 oder 200 Jahren. Jeder weiß, was allgemein unter konservativ zu verstehen ist, auch ohne die eigentliche Bedeutung dieses Begriffes zu kennen. Wir reden ja nicht von Geschichtslehrer zu Geschichtslehrer. Über den Begriff "liberal" kann man sich schon eher streiten - der ist dehnbar wie ein Kaugummi. Wie ich oben schon schrieb, wird die AfD als liberal -konservative Partei wahrgenommen. Das hat viel mit Lucke zu tun, der sich nicht nur selbst als liberal-konservativ bezeichnete, sondern es auch so verkörperte wie es sich der Bürger vorstellt. Niemand hatte ernsthaft dem Lucke unterstellt ein Rechter zu sein. Wenn Du hundert Bürger fragst welche Parteien konservative Werte pflegen, dann würde wohl nicht einer die Linken oder die Grünen nennen.

    Zitat aus dem Parteiprogramm der AfD

    Politisch Verfolgten im Sinne des Grundgesetzes ist Asyl zu gewähren. Als Gäste des Landes sollen Asylanten würdig behandelt und als Mitmenschen akzeptiert werden, wozu auch das Recht gehört, ihr Auskommen selbst erarbeiten zu dürfen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Aus Gründen der Humanität ist es eine Pflicht, Kriegsflüchtlingen bei uns oder an anderen sicheren Aufenthaltsorten mit Unterkünften und dem notwendigen Lebensunterhalt beizustehen.

    ich frage mich, was es daran auszusetzen gibt?

  20. #20
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Asylpolitik der BRD

    Nein, an Grundsätzen kann nicht herumgedoktort werden, wenn sich die politisch-materiellen Rahmenbedingungen nicht änderten. Wir haben hierzulande immer noch den Kapitalismus. Es spielt keine Rolle, was sich sonst an RAHMENbedingungen änderte, wenn die Substanz der Gesellschaft, nämlich die private Aneignung gesellschaftlich erzeugten Reichtums, vorherrscht. Dementsprechend gelten die Einteilungen politischer Bewegungen nach von konservativ, reaktionär, revolutionär, demokratisch, sozialistisch und von links und rechts.

    Die ursprüngliche Form konservativen Handelns liegt NICHT vor, wenn das Leistungsprinzip vornangestellt wird. Eine Partei, die das tut, kann sich nicht konservativ nennen. Eine Verbindung von liberalen Grundsätzen mit konservativen ist kurzzeitig möglich (Koalition), aber kein Konstrukt, das IN einer Partei von auch nur mittelfristiger Konsistenz sein kann. Das Ausscheren Luckes war zwangsläufig. Wenn Petry der Partei kein eindeutig liberales oder konservatives Gesicht geben kann, ist sie die Nächste.

  21. #21
    Kalu
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    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Ich mache mal Gebrauch von meinem präkognitiven Talent und orakle: Merkel wird stürzen. Nicht morgen, aber lange bevor eine politische Lösung gefunden werden kann. Es gibt nämlich keine.

    Die jetzige Form der Asylpolitik würde zwar noch lange Zeit finanzierbar bleiben, doch sie wird irgendwann am Kulturschock krepieren.

    Der nationale Widerstand wird erstarken, egal welchen Namen er sich gibt. Nachbarschaftsschutzvereine entstehen, Blockwarte werden die Einhaltung Deutscher Tugenden außerhalb der Favelas sicherstellen. Die Sprache wird an Finessen verlieren und verpöbeln. Fein geschliffene Zünglein (teilweise gespalten), welche ziselierte Wortgefechte führen können werden grober Rhetorik weichen. Statt Amerikanismen nun sprechen ich kollegaarabisch: Das Weltkaputt kommen tut. Hahahaha!

    Zitat Aero: 'Die ursprüngliche Form konservativen Handelns liegt NICHT vor, wenn das Leistungsprinzip vornangestellt wird.' Beifall!

  22. #22
    Demokrat für Deutschland
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    Lightbulb Wahlbeteilung und Profiteur derselben

    Die AfD wird nicht in dem Maße profitieren, wie manche das jetzt glauben. Beim Gang zur Wahlurne spielen dann andere Dinge eine größere Rolle, als es die momentane Stimmungslage vermuten lässt. Man wird wohl mit 6-7% der Stimmen in den Bundestag einziehen, in den ein oder anderen Landtag auch mit ein paar Stimmen mehr. Mit der Trennung von Lucke hat man sich vom wählbaren Flügel abgespaltet und Leuten wie Höcke das Feld überlassen. Petry ist nur eine Statistin in ihrer eigenen Partei. Leidtragende der jetzigen Politik wird die SPD sein, ihr traut man am wenigsten zu da wieder Ordnung reinzubringen. Der Bürger möchte keine Ausländerfeinde in der Regierungsverantwortung sehen, hat aber auch von all den Stofftierverteilern die Schnauze voll. Da bleibt nur noch die CDU. Und das ist ungerecht, denn der haben wir diese Scheiße zu verdanken. Vermutlich werden wir eine so hohe Wahlbeteiligung haben wie seit 30 Jahren nicht mehr.

  23. #23
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Stimmpotential der AfD

    Widerspruch. Die Sache kann so ausgehen, wahrscheinlich ist das nicht. Das Wählerpotential einer konservativen Partei liegt bei über 10%. (ich nehme die Zahlen aus den Reichstagswahlen bis 1930) Das Wählerpotential einer rechtspopulistischen Partei liegt höher, bei etwa 20%. Die Trennung von Lucke war richtig, sofern sich die AfD als konservative Partei etablieren möchte. Das bezweifle ich allerdings. Ich erkenne vermehrt Zeichen in Richtung FREIHEITLICHE Bewegung, also einer identitären, liberalen Bewegung. Liberalkonservatismus hat ein Potential von vielleicht 3%, denn die Leute mögen dieses Verquarke nicht.
    Petry ist durchaus kein Strohmann. Sie hat sich politisch gegen Lucke behauptet, dem es an politischem Instinkt fehlt und der es nicht verstanden hatte, der Partei eine klare Zielrichtung zu geben. Eine FDP 2.0 braucht hier keiner, das machen die bei den Liberalen schon selber. Petry steht eher für Konservatismus, aber so recht weiß sie nicht, wie sie ziehen soll. Wenn sie es aber weiß, wird sie der Partei Impulse geben und zum Sieg helfen, entweder zu 10 oder zu 20%. Ich würde mich freuen, wenn die konservativen Kräfte siegen würden, denn Rechtspopulisten sind mir nicht geheuer. Konservative dagegen mag ich.

  24. #24
    Kalu
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    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Noch 1928 war die NSDAP eine unbedeutende rechte Splitterpartei, die, hätte es eine Fünfprozenthürde gegeben, mit nur 2,6 Prozent nicht ins Parlament gekommen wäre. Aber schon bei der Reichstagswahl am 14. September 1930 stiegen die Nationalsozialisten zur zweitstärksten Fraktion auf und waren klarer Sieger des Urnengangs.

    Hatte Hitlers Partei 1928 nur 800 000 Stimmen erhalten, so verachtfachte sich im September 1930 deren Anzahl auf fast sechseinhalb Millionen. Bei der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 konnte die NSDAP ihr Ergebnis mit 13,8 Millionen sogar mehr als verdoppeln.

    Quelle: Spiegel vom 29.01.2008

    Ich behaupte mal, dass das Wählerpotential einer rechtspopulistischen Partei höher liegt als bei 20 %

  25. #25
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Die NSDAP war keine rechtspopulistische Partei.

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