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Thema: Wesen und Charakter der Politik

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Wesen und Charakter der Politik

    in dem Ordner "was wollen die Amis im Irak" und im "Wahlordner" wurden mehrfach Moral und Politik angesprochen. Visionen, Realitäten und Machbarkeiten, Gerechtigkeit und - was die Politik ausmacht.
    Was kann man von ihr erwarten, was nicht? Was kann sie und was muß sie leisten? Darf sie lügen? Muß sie Versprechen halten?
    Wie weit muß der Blick in die Zukunft gerichtet sein? 1000 jähriges Reich? Die nächsten 50 Jahre? Wie weit ist Zukunft planbar? Was akzeptieren wir noch, wo ist die Grenze? Und ist dies die letzte Grenze, gilt dies auch in einer neuen Situation?
    Kann man als ein Mensch mit viel Einfluß noch moralisch sein? Korrumpiert die Macht immer? Wie weit heiligt der Zweck die Mittel? Gar nicht? Ein wenig? Vieles?
    Ein Revolutionär würde sagen - ja, sehr vieles. Oder hätte es früher gesagt.


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 23. September 2002 editiert.]

  2. #2
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Politik ist das, was alle, die's nicht machen, besser können als die, die's machen.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    is wie beim fussball, wenn WM is! alle sind bessere bundestrainer...(ok...ich versau das thema nicht weiter...)

  4. #4
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    politik sollte mindestens in der lage sein, heute entscheidungen zu treffen/weichen zu stellen für morgen, ohne darauf zu warten, bis unbestrittene wahrscheinlichkeiten (z.b. co2-ausstoß -> erderwärmung) klein-kleinst bewiesen sind.

  5. #5
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    "sollte in der lage sein..."? ja, und? ich bin erstmal für die analyse dessen, was politik jetzt ist und nicht was sie sein sollte, wenn ich verträumt in die sonne schaue. zu den weichen und zur vermeidung destruktiver entwicklungen: Bereits 1980 wurde der 1400seitige bericht "Global 2000" dem damaligen Präsidenten Jimmy Carter vorgelegt. Darin: alle Prognosen für das Jahr 2000 bezüglich Ressourcen, Bevölkerung und Umwelt unter der Voraussetzung, dass sich an den Grundlagen der damaligen Politik nichts ändern würde. Und? Steht alles wissenswerte drin! und? wer hats gelesen? wer hat daraufhin etwas verändert? Naja, wir alle wissen, wo wir jetzt stehen! Ergo: Realpolitik ist die konsequente Vermeidung folgenreicher, kostspieliger, komplizierter und non-konfomistischer entscheidungen. ALLES BLEIBT ANDERS!

    ich enthalte mich der ergänzung der liste dessen wogegen ich bin! es dürfte auf nicht-holz-freiem-papier gedruckt finnland alle wälder kosten. in diesem sinne: "büchsenbier und akw, das tut niemand weh..."

  6. #6
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    tja, traurig, das gerade die sog. supermächte, DIE gestaltungskräfte schlechthin auf unserer globus, sich die dümmsten anführer unter der verträumten sonne leisten. what shalls, betrifft eh frühstens die undankbaren enkelgören.





    nur flaschen kaufen dosen.

  7. #7
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    darf, soll muß Politik sich einmischen?


    Nur im eigenen Land? Bei den Nachbarn? Darf sie befreien, die Nachbarn. Zum Beispiel von Tyrannen? Oder darf sie nur helfen, denen die sich in ihr Land retten? Darf sie bestimmen was gerecht ist? Wenn zum Beispiel im Nachbarland die Menschen als Sklaven gehalten werden? Wenn sie nach der Willkür des Tyrannen getötet werden? Wo ist da die Moral der Politik? Gilt sie nur in den eigenen Grenzen?
    (ich spiele NICHT auf konkrete Situationen, Irak an - die Frage sollte allgemein beantwortet werden können)

  8. #8
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Das läßt sich nicht allgemein beantworten, Kyra. Ein starker Politiker mit Charisma und klaren Zielvorstellungen darf sich einmischen, ja, sollte es tun, ein Idiot aber sollte die Pfoten davonlassen, denn er wird alles nur schlimmer machen. Wobei ich auch klarstellen möchte, weil hier von Dummheit der Staatslenker die Rede war, daß die entscheidende Eigenschaft von Politikern nicht ihre Intelligenz, sondern ihre Willenskraft, ihr Gestaltungswille ist. Toll ist, wenn beides zusammenkommt - leider ein seltener Fall, Bismarck z.B., der aber auch wiederum nicht intelligent genug war, um zu erkennen, dass das politische Konstrukt, das er zusammenschusterte, jeden Nachfolger hoffnungslos überfordern mußte.

  9. #9
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Quoth, hier widerspreche ich. Bismarcks außenpolitisches Konstrukt hatte nur eine wirklich wichtige Grundvoraussetzung, um zu funktionieren: Rußland. Indem Caprivi den Vertrag mit Rußland nicht verlängerte, den Rückversicherungsvertrag, wie er so wunderbar richtig heißt, war klar, daß der Krieg näherrückte. Denn Deutschland hatte kein Geld für außenpolitische Spielereien übrig, es zirkulierte in der immer stärker werdenden Wirtschaft im mitteleuropäischen Wirtschaftsraum (auch diese ganze Kolonienkacke - als Kriegsgrund oder Ziel deutscher Außenpolitik etc. - ist Blödsinn), Frankreich hatte Geld, welches es kumulierte und auszugeben suchte; die französische Wirtschaft stand auf relativ hohem Niveau still. Rußland brauchte Geld, also gab Frankreich Geld und forderte den Ausbau des Schienennetzes im Westen Rußlands... Und siehe da: Kaum war der letzte Abschnitt fertiggebaut, hatten wir den Krieg. Nur ein Zufall, ich weiß, aber ein kriegsentscheidender, denn die Russen kamen urplötzlich aus dem Nichts und drangen ein ins Reich, so daß die besten Truppen, die sächsische, magdeburgische und bayerische Kavallerie, vor Paris abgezogen werden mußte, um die Russen aus unserm Reich zu jagen. Da war's dann aus mit der Offensive, dem Plane Schlieffens. Und ich frage mich heute, wie die Russen so schnell mobilmachen konnten, wo doch alle Welt wußte, daß sie ein halbes Jahr hätten brauchen müssen, um überhaupt vor Ort (im Westen ihres Reiches) zu sein. Darauf basierte der Plan Schlieffens von 1905, als eben das russische Schienennetz nicht ausgebaut war. Denkste: Erstens hatten sie ein modernes Schienennetz im Westen ihres Landes mit Hilfe französischen Geldes und zweitens hatten sie schon im März 1914 (!) mobilgemacht. Gibt uns das zu denken? Ich denke, nein.
    Bismarck hat in seinem politischen Testament nur eine wirkliche Forderung erhoben: Rußland als Bündnispartner behalten, koste es, was es wolle. Und das hätte man machen müssen. Und, ja, es wäre möglich gewesen, also das Bündnis mit Rußland. Punkt.

    Zu Kyras Kernfrage: Nein, es ist unethisch, einen Bösewicht aus dem Leben zu bomben, um dadurch (mutmaßlich) größeres Unheil von der Welt zu nehmen. Denn, so die harte Begründung: das gleiche Recht müßte man dann jedem konzedieren, was bedeuten würde, daß jedes Mittel recht wäre, um politische Ziele durchzusetzen.

  10. #10
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    stalin&hitler hatten manischen gestaltungswillen, haben millionen von menschen die hölle auf erden gestaltet.
    ob sie intelligent waren?
    ob idioten?
    auf jedenfall gehörten sie auf die geschlossene, statt macht in die finger zu kriegen.
    aber, ihr gestaltungswille, alle achtung! bis heute unübertroffen. toll.

  11. #11
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Nun gut, wie es um Bismarck steht, weiß ich nicht so gut. Wie sieht es heute aus? Mit dem Einmischen? Ist JEDER Krieg schlecht, auch wenn er jemanden befreit?
    Diese Frage stelle ich mir selber, da ich ein überzeugter Pazifist bin. Aber wo bleibt da die Moral, jemanden Einhalt zu gebieten, wenn er unterdrückt und ausbeutet? Ist IMMER ein anderer Weg möglich? Wirtschaftliches aushungern? Ist das human? Ich weiß die Antworten nicht.

  12. #12
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    immer.


    gibt es tatsächlich keine alternativen zu krieg und/oder wirtschaftsembargo???


    wozu gibts eigentlich geheimdienste?
    wieso sind die schnarchnasen? nicht in der lage, bin laden aufzutreiben? oder, solln die das gar nich?
    wieso entführen die saddam nicht und schnallen ihn auf den elektrischen stuhl?

  13. #13
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Das ist eine gute Frage. Offenbar ist es nicht so einfach. Stauffenberg hat es ja auch nicht geschafft, obwohl er nahe genug dran war. Diese Herren wissen sich offenbar gut zu schützen. Oder werden gar keine Versuche in diese Richtung gemacht. Kann sein, weil es der Rüstungsindustrie nichts bringt. Aber auf der anderen Seite, wollen sie wirklich ihre Jungs opfern?
    Aber Kriegsgerät verlangt natürlich nach Erprobung.

  14. #14
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Zum Thema Gestaltungsdrang Hitlers ein nettes Zitat von Harald Schmidt:
    "Hitler bildet ja noch 60 Jahre danach das Bundeskabinett um."

  15. #15
    kls
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Darf ich zurückkommen auf den Eingangstext? Kyra streift, ach was, trifft voll mein Lieblingsthema. Ich erspare euch die Schilderung der Veränderungen in meinen Verhalten, sobald mir persönlich etwas Macht zwischen die Finger gerät. Ich verweise auch nicht auf Benedikt Spinoza und Nicolo Machiavelli, aber auch ein Albert Szent-Györgyi (Entdecker der Ascorbinsäure) wusste Erwähnenswertes bei zu tragen. Richelieu hat (glaube ich) kluger Weise nichts ausgeplappert, aber dass es viele konkrete Entsprechungen des Wortes Macht gibt, wird von mir zumindest nicht in Frage gestellt. (Will sagen: Das Wesen der Macht wird nicht über das Wort Macht definiert. Alles klar?)

    Liebe ist auch Macht. Das geschriebene Wort dto. Ein ernst gemeinter, böser Wunsch entwickelt auch eine eigene schwarze Magie, Macht, die IMMER auf den Verursacher zurückfällt. Machtwille ist, (vulgärpsychologisch gesprochen) ein symbolisches Verhalten, da der Machtmensch außerhalb der Hoffnung lebt, geliebt zu werden, wenn er sich nicht in bestimmter Weise verhält, was ja auch stimmt, denn niemand ist so unbeliebt wie ein ehemals Mächtiger. Er könnte ansteckend wirken mit seinem Verlierervirus.

    Macht ist, wenn positiv eingesetzt, etwas Herrliches. Die großen humanistischen Ideen entstanden ja schließlich nicht in einem Vakuum und ihre Umsetzungen auf die gesellschaftlichen Basisaxiome wurden von den Mächtigen durchgesetzt.

    War es nicht Diogenes, der sagte: Die beste Regierungsform ist die positive Diktatur?

    Die Demokratien ersticken zwar in ihren eigenen Regelwerken, werden missbraucht von "Undemokraten", aber immerhin. ES GIBT SIE! Unvollkommen wie alles Menschenwerk, aber einem großen philosophischen Grundgedanken folgend, der den Einzelnen über die Gemeinschaft stellt, was nur bei relativem Wohlstand möglich ist. Insofern hängt Moral auch davon ab, ob es genug zu fressen gibt.

    Und, ich spreche nun mal ganz besonders e. an. Bist du schon über 16? Selbst meine Tochter weiß, dass es keine Kunst ist, zu kritisieren. Aber es besser zu machen schon. Sie weiß auch, dass es keine einfachen Antworten gibt. Und die milliardste Sekunde, die ich persönlich den Weltuntergang hervorzögern würde, wenn ich mir ein Jute statt Plastik auf den Altar stelle, nehme ich doch glatt billigend in Kauf. Du scheinst nach einem Glauben zu suchen, nicht nach Wissen.

    Kyra, Du hast im Eingangstext die Frage nach dem Wesen der Macht gestellt. Ob Macht IMMER korrumpiert. Diese Fragen sind so gut, dass ich sie nicht mit Antworten verschlechtern möchte.



    [Diese Nachricht wurde von kls am 24. September 2002 editiert.]

  16. #16
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Was Quoth über Bismarck sagt, entspricht der Ansicht der Forschung, ist aber deshalb noch lange nicht richtig. Wohl gemerkt, ich sage nicht, daß es nicht richtig ist, ich sage nur, daß das, was die Forschung mit ihrem gegenwärtigen Forschungsstand sagt, nicht richtig sein muß. Es ist eine landläufige Meinung, daß Bismarcks Zweites Kaiserreich seine Nachfolger hoffnungslos überfordern mußte, was quasi als Konstruktionsfehler ausgelegt werden kann.

    Ich möchte hier zu bedenken geben, daß der Konstruktionsfehler auf einer ganz anderen Ebene liegt: Die Deutschen dachten zu klein von sich. Bismarcks Saturierungspolitik, dieses quälend bigotte und spießige Betonen dessen, daß die Deutschen nunmehr saturiert seien und keine weiteren Forderungen an die Umwelt besäßen kann auch eine karikaturistische Verzerrung eines eigenen Ideals genannt werden, nämlich daß die Deutschen mit ihrem Zweiten Kaiserreich es noch lange nicht vollbracht hatten, alle Deutschen in einem Reich zu vereinigen. Politisch betrachtet war das ZDR kein Nationalstaat, sondern nur ein Staatenbund deutscher Staaten. Bismarcks Selbstbescheidung war vielleicht konzeptionell verständlich, aber sie war nicht richtig (nun sage ich es doch), denn sie ließ die Deutschen einen Sonderweg beschreiten. Alle Russen lebten in einem Reich, alle Engländer, alle Franzosen, alle Italiener, alle Schweden und Türken, aber die Deutschen nicht, auch die Polen nicht oder die Ungarn.
    Nietzsche kritisierte an Bismarck dessen Selbstbescheidung als niedrige Realisierung eines zu höherer Entelechie Vorherbestimmten.

    Man könnte meinen, es sei hier der entartete Nietzsche zu hören, der, der von Dummköpfen daraus gemacht wurde und wird, daß am deutschen Wesen die Welt genesen solle, was in diesem Falle karikaturistisch bloß darauf hinauslaufen kann, die Deutschen mit dem politischen Machtwillen des Westens zu koinzidieren, so wie die Franzosen zig Völker ihrem Staatswillen unterwarfen oder die Amerikaner dem ihren oder die Briten dem ihren, so nahmen das die Deutschen jetzt auch für sich in Anspruch. Hoppla, sollten, wenn ich mich jetzt in die Bresche der Dümmlinge schlagen würde. Schlage ich jetzt aber nicht.
    Der deutsche Nationalismus ist eine Fratze, die die Deutschen von anderen Völkern übernahmen, die ihnen aber nicht steht. Die Deutschen sind keine Nationalen, keine Nationalisten. Ein im Kern WERDENDES kann kein SEIENDES wie die Nation in einem Nationalstaat (eigentlich ein Oxymoron) dulden, dieses Korsett ist ihr zu klein. Sic! das deutsche Wesen ist gerade diese anationale, es ist nationell, wie Schiller das nannte und immer noch zu klein gedacht. Für die Welt leben wir, für die Menschheit, nicht für uns selbst, nicht nur für den Nachbarn, diejenigen, mit denen wir uns per Konvention verständigen können.
    Bismarcks Zweites Kaiserreich war keine Fehlgeburt, aber dennoch kein passendes Geschenk für die Deutschen, weil es zu klein geschnitten war. Es war spießig, piefig, piefkig. Ih ba ba!

  17. #17
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Lightbulb AW: Wesen und Charakter der Politik

    zur politik des westens gehört es mittlerweile auch, katastrophen zu beschwören. die erderwärmung soll ein nicht mehr zurückzusetzender prozeß sein, die tornados sollen zunehmen... klimakatastrophik oder so. eulalie behauptete weiter oben die klimalüge, daß CO2 udn erderwärmung zusammenhängen sollen. dabei sollte doch bekannt sein, daß pflanzen co2 benötigen, also besser wachsen, wenn mehr davon in der lust. außerdem ist co2 schwerer als die übrige luft, weshalb es nicht aufsteigt, sondern unten bleibt, also mit dem glashauseffekt nichts zu tun hat, den es natürlich gibt, sonst würden wir ja auskühlen. äh, ich bin nur geisteswissenschaftler, aber das scheint mir dann doch logisch zu sein.


    alles käse ist das, genossen! unsere erde ist so friedlich und kalt wie lange nicht mehr. http://www.welt.de/data/2006/12/29/1158970.html ich prophezeie sogar einen ziemlich kalten restwinter, der gerade anfängt, sich hier vor meinem fenster mit schneefall ein bißchen einzurichten.
    wir sollten NICHTS von dem glauben, was uns in der großen politik vorgegaukelt wird. gerade die weltverbesserungsidioten dienen irgendwelchen dubiosen geschäftemachern, die aus der not und der angst der menschen kapital ziehen. abgesehen davon benutzen sie oft genug unmoralische mittel, was sie in den augen eines humanisten verdächtig macht, es auch sonst nicht ehrlich zu meinen, sondern dinge eben passend zu machen.

  18. #18
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Wesen und Charakter der Politik

    der vollständigkeit halber: es gab einen kalten winter 2006/7.

  19. #19
    Tochter aus gutem Hause
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    Renommee-Modifikator
    18

    AW: Wesen und Charakter der Politik

    kyras fragekatalog ist wirklich sehr gut und gefällt mir:


    Was kann man von politik erwarten, was nicht?
    mankann und muß von politik erwarten, daß sie sehr genaue vorstellungen von ihren prämissen und von ihrer verantwortung hat. die verantwortung ist das, was sie der zukunft verpflichtet, der dauerhaften, nicht der bis zum nächsten wahlversprechen.


    Was kann sie und was muß sie leisten?
    sie muß weniger leisten als sie kann, wenn die anderen gestalterischen bereiche ihr zuarbeiten, die menschen lokal die gestaltung ihrer lebensverhältnisse selbstverantwortlich übernehmen. dann kann sie das global vernetzen.


    Darf sie lügen?
    nein. an der wahrheitskante geht vertrauen verloren wie heute. damit delegitimiert sie sich selbst und wird zu einer karikatur ihrer selbst.


    Muß sie Versprechen halten?
    versprechen sind kein feld der politik. sie geraten hier nur durch die wahlperioden hinein. die konzepte und prämissen müssen klar sein. dann erfolgt eine dauerkorrektur an ihnen, die mit sich selbst kongruent ist, auch wenn das endgültige modell ein anderes gesicht hat.


    Wie weit muß der Blick in die Zukunft gerichtet sein? 1000 jähriges Reich? Die nächsten 50 Jahre? Wie weit ist Zukunft planbar?
    die polemik ist fluffig, aber um die planung geht es ebensowenig wie um die versprechen. es geht ausschließlich um die verantwortung und die dauert bei politikern auf lebenszeit, wie bei jedem anderen menschen auch.


    Was akzeptieren wir noch, wo ist die Grenze? Und ist dies die letzte Grenze, gilt dies auch in einer neuen Situation?
    die fragen verstehe ich nicht. welche grenze?


    Kann man als ein Mensch mit viel Einfluß noch moralisch sein?
    wenn man nicht am einfluß klammert, sicher. wenn man klammert, ist man schon korrumpiert.


    Korrumpiert die Macht immer?
    nein, außer man hängt an ihr, siehe oben. den, der sich selbst frei erhält, korrumpiert nichts.


    Wie weit heiligt der Zweck die Mittel? Gar nicht?
    Ein wenig? Vieles?
    gar nicht. "heiligt" heißt ja, daß es zuvor "unheilige", unlautere mittel sind. die früchte des verdorbenen sind auch verdorben. muß man unlautere mittel einsetzen, stimmt am zweck etwas nicht. da muß zuerst weitergebohrt werden, am zweck.

  20. #20
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Wesen und Charakter der Politik

    oft gefragt, welchem politischem spektrum ich angehöre, habe ich darauf immer nur eine antwort: keinem. linke politik versteckt in heuchlerischer art und weise ihren (klassen)egoismus hinter pseudouniversalistischen oder pseudekosmopolitischen dunstschwüren aus gerechtigkeits- und vertröstungsmetaphorik, während die rechten tumb, geradezu blöd im gestrigen waten; die grünen sind bloß grün angestrichene orthodoxe scheuklappenäquilibristen, die liberalen verdienen den namen schon lange nicht mehr, die bürgerliche mitte ist eine unsortierte und verheuchelte utilitaristische lobbyvereinigung und folgt immer nur dem stärksten und die SPD ist nicht ganz bei sich, aber immer noch schwach genug, beim kleinsten gegenwind hart erkämpfte positionen schnurstracks aufzugeben.
    aus diesem teig kann die deutsche politik bloß sumpfblüten hervorbringen. dabei haben wir doch längst ein stadium in unserer inneren entwicklung erreicht, wo die grundfesten nach 1945 mal hinterfragt werden dürften und mehr verantwortung beim volk liegen dürfte.

    im grunde bin ich so weit links anzusiedeln, daß ich rechts schon wieder hervorluge.

  21. #21
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Wesen und Charakter der Politik

    war eben wählen. es leben die sonstigen!


    gedanken zur europawahl 2014 hier.

  22. #22
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Der Machtkampf in der AfD entscheidet, ob diese Bewegung neuartig ist oder sich in den Chor der westlichen Parteiisten einreiht.
    Ich tippe mal darauf, daß sie auch nur eine plutokratische Partei national-liberaler Prägung ist und bald keine Rolle mehr spielen wird.

  23. #23
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Was kann man von ihr erwarten, was nicht?
    Man darf von ihr erwarten, dass sie mehr Zukunft schafft als verhindert, indem sie die Vergangenheit in ihre Planungen mit einbezieht.




    Was kann man von ihr erwarten, was nicht? Was kann sie und was muß sie leisten? Darf sie lügen? Muß sie Versprechen halten?
    Sie muss lügen und darf Versprechen halten.


    Wie weit muß der Blick in die Zukunft gerichtet sein?
    Sie sollte so weit in die Zukunft schauen wie sicher sein kann auf diesem Weg niemanden zurücklassen zu müssen.


    Kann man als ein Mensch mit viel Einfluß noch moralisch sein?

    Die Bestie in uns will belogen werden; Moral ist Notlüge, damit wir von ihr nicht zerrissen werden.

    Friedrich Nietzsche

  24. #24
    Mitgestalter
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    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Zitat:


    Kann man als ein Mensch mit viel Einfluß noch moralisch sein?

    Die Bestie ist unabhängig von der Macht vorhanden. Mit der Macht wächst auch die Bestie. Ethik oder Moral könnte als Gegengewicht empfunden werden. Wenn kein Konzept der relativen Besonderheit Raum greift, kann Macht auch positive Aspekte aufweisen.


    Wächst das Ego mit der Macht, fällt das Wesen der Politk in die bewusste Unwissenheit zurück. Selektive Wahrnehmung ist ein Charakterzug der Politik, mit der Ausblendung des Gegenübers beginnt der absteigende Ast unseren Weg zu kennzeichnen.


    Und Lucke ist ja bald Alleinherrscher. Ob das jedoch dauerhaft akzeptiert wird?

  25. #25
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Wesen und Charakter der Politik

    Dieser Ordner wurde über die Jahre gepflegt. Er entstand, wie Kyra oben schon anzeigte, im Kontext der Diskussion um den Ausgang der Bundestagswahl 2002 und ist meines Wissens nach der erste Ordner, in dem sich im Wolkenstein-Forum auch theoretisch dem Begriffskontext "Politik und Moral" zu nähern versucht worden ist. - Ich glaube, wir sind hier noch lange nicht fertig, zumal uns die Politik mit ihren täglichen Katastrophen auch stets neues Material zur Verfügung stellt.

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