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Thema: Notiz über Treppen

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Notiz über Treppen

    Treppen


    Die große Treppe, sie verband die Flussstadt mit der Oberstadt.
    Die kleine Geldbörse fest mit der Hand umschlossen, rannte ich die Stufen hinauf. Genau auf halber Höhe war der Konditor, das Geschäft so winzig - nur ein Kunde konnten hinein. Davor immer eine lange Schlange. Die alte Dame überholte ich mühelos, nur von oben kam ein junger Mann in grünem Pullover, zwei Stufen auf einmal sprang er hinunter. So schnell ich auch lief, er stand schon an, als ich keuchend ankam.


    berg-01.jpg


    Flüsternd wiederholte ich meinen Auftrag - eine Käsesahne, zwei Schwarzwälderkirsch und ein gedeckter Apfelkuchen. Wie ein Gedicht. Immer neu betont.
    Endlich war er dran - eine Prinzregententorte, bitteschön.
    Wir führen keine Prinzregententorten. Nur das was sie hier sehen.
    Er schien nicht zu verstehen - eine Prinzregententorte bitte?
    Die Verkäuferin schüttelte den Kopf und sah ihm dabei in die Augen. Leise wiederholte er, eine Prinzregententorte.
    Die Frau hinter der Theke blickte an ihm vorbei auf mich herab. Sofort sagte ich mein Kuchengedicht auf. Als ich den Laden verließ, stand er immer noch da, in die Ecke gedrückt. Die alte Frau nach mir beäugte ihn kurz, dann deutete sie auf die Nussschnitten.
    Mehrmals drehte ich mich um, als ich die Treppe hinunter stieg. Der Mann kam nicht wieder heraus.




    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 25. September 2002 editiert.]

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Notiz über Treppen

    Liebe Kyra,


    ja, ich denke, da ist etwas daraus zu machen. Ich mach mal ein wenig Textarbeit, da sich Robert gerade verdientermaßen ein wenig auf seinen Lorbeeren ausruht.




    Treppen (Oh, damit kenne ich mich aus!)
    Die große Treppe, sie verband die Flussstadt mit der Oberstadt. (Robert würde das retardierend nennen, besser: Die Treppe verband die...)
    Die kleine Geldbörse fest mit der Hand umschlossen, rannte ich (jetzt erst das "ich"? Nimm den zweiten Satzteil an den Anfang) die Stufen hinauf. Genau auf halber Höhe (der Treppe) war der Konditor (steht er da rum, oder was?), das Geschäft (Verb?) so winzig - nur ein Kunde konnten hinein. (Später hast du aber zwei Kunden drin - dich und den jungen Mann) Davor (Verb?) immer eine lange Schlange (Ich will dich nicht absichtlich missverstehen. Natürlich meinst du Menschen, die Schlange stehen, keine echte Schlange). Die (kennst du sie?) alte Dame (in der Schlange auf der Treppe) überholte ich mühelos, nur von oben kam ein junger Mann in grünem Pullover, zwei Stufen auf einmal (nehmend) sprang er hinunter (hinunter? Das klingt nach Klippe und nicht nach Treppe.) So schnell ich auch lief, er stand schon an, als (kein "als", such was anderes) ich keuchend ankam (2 x "an).

    (warum an dieser Stelle das Bild?


    Flüsternd wiederholte ich meinen Auftrag - eine Käsesahne, zwei Schwarzwälderkirsch und ein gedeckter Apfelkuchen. Wie ein Gedicht. Immer neu betont. (Hier muss deutlich werden, dass du das beim Anstehen tust, also noch nicht dran bist, nur für dich flüsterst.)
    Endlich war er (nähere Erläuterung) dran - eine Sachertorte, bitteschön.
    Wir führen keine Sachertorten. Nur das (,) was sie hier sehen. (Hier wäre vielleicht ein wenig südbadisch angebracht. Wer antwortet eigentlich, der Konditor oder eine Bäckereifachverkäuferin? Und Hannemann würde dir jetzt erklären, Sachertorte gibts als Bäckermischung, die haben alle.)
    Er schien nicht zu verstehen - eine Sachertorte(,) bitte?
    Die Verkäuferin schüttelte den Kopf und sah ihm dabei in die Augen. Leise wiederholte er, (warum hier kein Bindestrich wie oben, bleibe doch konsequent.)
    eine Sachertorte?.
    Die Frau hinter der Theke blickte an ihm vorbei auf mich herab. (Ist die so groß oder du ein Kind? Das wird hier zum ersten Mal angedeutet. Bist du inzwischen auch im Laden, hast dich hinter ihm hineingequetscht? Ich würde gerne ihre Missbilligung stärker spüren?) Sofort sagte ich mein Kuchengedicht auf. Als (Schon wieder als. Mach es direkt: "Ich verließ den Laden. Er stand noch immer da, hatte sich in eine Ecke gedrückt.) ich den Laden verließ, stand er immer noch da, in die Ecke gedrückt (wer hat ihn in eine Ecke gedrückt? Du, als Kind?). Die alte Frau nach mir beäugte ihn kurz (woher weißt du das, wenn du schon aus dem Laden raus bist?), dann deutete sie auf die Nussschnitten (Du kannst nichts dafür, aber hier sind eindeutig die Grenzen der neuen Rechtschreibung zu sehen: Nussssschnitten, Flussssstadt, schrecklich!).
    Mehrmals drehte ich mich um, als (schon wieder als! naja, einmal geht es an) ich die Treppe hinunter stieg. Der Mann kam nicht wieder heraus.


    Der Schluss ist gut, er lässt offen und regt die Phantasie an. Vielleicht sollte das Ganze aber noch verschlüsselter und absurder sein.


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Notiz über Treppen

    Danke Klammer
    Ich werde es gleich überarbeiten! Ja, das ich soll ein Kind sein. Mir schwebt da etwas vor, mit Fotos und solch kurzen texten. Das Foto ist nicht wirklich so, wie ich es haben will. Aber ich wollte damit die Form - Text - Bild - andeuten.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Notiz über Treppen

    Besser so?


    Treppen


    Die kleine Geldbörse fest mit der Hand umschlossen, rannte ich die Stufen hinauf. Die große Treppe verband das Flußviertel mit der Oberstadt. Genau auf halber Höhe war das Konditoreigeschäft, so winzig - höchstens zwei Kunden passten hinein.
    Davor immer eine lange Menschenschlange Eine alte Dame überholte ich mühelos, nur von oben kam ein junger Mann in grünem Pullover. Zwei Stufen auf einmal nehmend sprang er hinab.
    So schnell ich auch lief, er stand schon vor mir in der Reihe. Keuchend stellte ich mich hinter ihn.
    http://www.sanatan.com/reise/orte/breisach/berg-01.jpg

    (Das Bild steht hier, weil sie sich an dieser Stelle begegnen. Die Bewegung endet. Niemand ist zu sehen. Die Begegnung wäre hier möglich gewesen. Mit dem Bild bin ich nicht zufrieden, werde wohl selber welche machen müssen. Beliebigere, austauschbarere.).


    Flüsternd wiederholte ich meinen Auftrag - eine Käsesahne, zwei Schwarzwälderkirsch, ein gedeckter Apfelkuchen und ein Stück Herrentorte. Wie ein Gedicht. Immer neu betont. Nur nichts vergessen beim Anstehen. Die Urgroßmutter wartete mit den Gästen.
    Endlich war der Mann im grünen Pullover dran. Er roch ein wenig nach Seife - eine Prinzregententorte, bitteschön.
    Wir führen keine Prinzregententorten. Nur das, was sie hier in der Auslage sehen.
    Er schien nicht zu verstehen - eine Prinzregententorte, bitte?
    Die Verkäuferin schüttelte den Kopf und sah ihm dabei in die Augen. Leise wiederholte er, - eine Prinzregententorte.
    Die Frau hinter der Theke reckte den Hals, blickte an ihm vorbei auf mich herab. Er trat vorsichtig beiseite. Sofort sagte ich mein Kuchengedicht auf. Die alte Frau nach mir beäugte ihn kurz, dann deutete sie entschlossen auf die Nußschnitten.
    Ich verließ den Laden. Er stand noch immer da, hatte sich in die Ecke gedrückt. Mehrmals drehte ich mich um, als ich die Treppe hinunter stieg. Der Mann kam nicht wieder heraus.




    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 25. September 2002 editiert.]

  5. #5
    Anton
    Status: ungeklärt

    AW: Notiz über Treppen

    viel besser

  6. #6
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Notiz über Treppen

    hübsche miniatur; kyras arbeitstempo fand ich schon seinerzeit erstaunlich

  7. #7
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Notiz über Treppen

    Wenn ich nun etwas anmerke, dann mit einer gewissen Demut verbunden...schließlich sind hier gute Schreiber am Werk.

    Dennoch:

    Die kleine Geldbörse fest mit der Hand umschlossen
    Ich halte etwas fest in der Hand, weil ich es mit den Fingern umschließe.

    Er roch ein wenig nach Seife - eine Prinzregententorte, bitteschön
    Du duftest, ich rieche


    Flüsternd wiederholte ich meinen Auftrag - eine Käsesahne, zwei Schwarzwälderkirsch, ein gedeckter Apfelkuchen und ein Stück Herrentorte. Wie ein Gedicht. Immer neu betont. Nur nichts vergessen beim Anstehen. Die Urgroßmutter wartete mit den Gästen.
    Endlich war der Mann im grünen Pullover dran. Er roch ein wenig nach Seife - eine Prinzregententorte, bitteschön.
    Wir führen keine Prinzregententorten. Nur das, was sie hier in der Auslage sehen.
    Er schien nicht zu verstehen - eine Prinzregententorte, bitte?
    Die Verkäuferin schüttelte den Kopf und sah ihm dabei in die Augen. Leise wiederholte er, - eine Prinzregententorte.
    Die Frau hinter der Theke reckte den Hals, blickte an ihm vorbei auf mich herab. Er trat vorsichtig beiseite. Sofort sagte ich mein Kuchengedicht auf. Die alte Frau nach mir beäugte ihn kurz, dann deutete sie entschlossen auf die Nußschnitten.
    Ich verließ den Laden. Er stand noch immer da, hatte sich in die Ecke gedrückt. Mehrmals drehte ich mich um, als ich die Treppe hinunter stieg. Der Mann kam nicht wieder heraus.
    Das sind zu viele Pronomen(als Platzhalter) zwischen den "beiden" Männern...da kann der Leser schnell den Faden verlieren (im Sinne von "wer war nochmal er/ihm/ihn?)

    Nur als Beispiel:

    Er stand noch immer da, hatte sich in die Ecke gedrückt. Mehrmals drehte ich mich um, als ich die Treppe hinunter stieg. Der Mann kam nicht wieder heraus
    Der Mann stand noch immer da, hatte sich in die Ecke gedrückt. Mehrmals drehte ich mich um, als ich die Treppe hinunter stieg. Er kam nicht wieder heraus

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