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Thema: Poetischer Moment

  1. #26
    Felicitas W.
    Laufkundschaft

    AW: Poetischer Moment

    Das ist ein schöner Ordner.

  2. #27
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    AW: Poetischer Moment

    heute mittag in der stadt. st. georg. direkt vor der spaßkasse liegt auf dem nackten asphalt ein noch einigermaßen junger mensch. völlig zugedröhnt. schläft. wird vermutet. -
    gleich daneben eine kreuzung. eine ampel. an der ampel ein schild, worauf steht: vorbild geben! für unsere kinder...

  3. #28
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Poetischer Moment

    ja wieder diese puppenstube! manchmal bin ich froh, dass hier alles so aufgeräumt ist. i don't miss my early years...

  4. #29
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Poetischer Moment

    sorry Leute, ich halte nicht viel von der "Poesie des Elends". Ich kenne es zu gut, am eigenen Leib erfahren. Es ist ganz und gar unpoetisch. Es reicht schon mit Grippe bei Regen an einer Ausfaht zu stehen um zu tampen. Schnorren, besoffen in der Ecke liegen - alle gehabt aus der Innensicht. Das hat keine Poesie. Nicht für denjenigen der Beteiligt ist. Was Paul anführt ist eine Beobachtung. Eine traurige und eben völlig unpoetische. Trotz Schild. Ist dadurch nur zynisch. Mag ich nicht.

  5. #30
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    AW: Poetischer Moment

    tja, eigentlich wollte ich es in den notizen-ordner packen, der war aber gerade nicht zur hand...- dacht ich warum eigentlich nicht, is doch nicht immer alles friede, freude, eierkuchen - auch nicht in der poesie...

  6. #31
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Poetischer Moment

    "Ich halte nichts von der Poesie des Elends", - was für eine brutale, poesielose und wahre Aussage.


    Meine Großeltern hatten mehrere Bildchen von Landstreichern, (Aquarell, mit offensichtlichen Darmverschluss gesegneten Vögelchen und dieser auf die Landstreicher projizierten Zufriedenheit der Genügsamen, die das Leben zu genießen wissen). Löcher in den Schuhen, zerrissene Hemden, auf einer Bank in der Sonne und gepflegt an vergorenen, naturtrüben Obstsäften schlabbernd. Oder auch "Lustig ist das Zigeunerleheben..." Ich empfand schon als Kind diese Bilder und Lieder als nicht nachvollziehbar, wusste ich doch um die Verachtung meiner Kaste, solchen Menschen gegenüber. Später lernte ich das Elend der Penner und Alkoholiker, Junkies und Huren näher kennen, als mir lieb war. Aber ich wollte es ja ungeschminkt. Und ich bekam es dann ja auch ungeschminkt.


    Dennoch, wenn ich einem Penner 10 Euro schenke, wohl wissend, was er damit anstellen wird, freut es mich, jemandem eine Freude bereitet zu haben. Poetischer wäre es allerdings, wenn ich zur Belohnung nun ein Hollywoodmärchen erleben würde. Der Penner entpuppt sich als Fee und mein gutes Herzen wird mit drei Wünschen prämiert. Diese allerdings wären dann wiederum sehr unpoetisch.


    Ich hatte mal eine Freundin. Die hatte das Talent mich immer dann zu besuchen, wenn gerade "Wonderfull Tonight" (Erich Klapperton) in einer unpluggt Version auf M-TV bzw. Viva kam. Das war Poesie bis weit in den Bereich der Magie...

  7. #32
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Poetischer Moment

    Dank vom Ordnereröffner an Felicitas für ihr so schlichtes wie eindrückliches Lob (das keine Abwertung anderer Ordner enthält); aber wo bleibt dein poetischer Moment, Felicitas?
    Ja, Paul, ich hab dich ein bißchen auf die Reise geschickt - als Pionier für ungewöhnliche poetische Momente - da darf ruhig mal ein Fehlgriff passieren. Ich gebe Kyra recht - zumal durch das Schild etwas Moralisches hereinkommt, das ganz unpoetisch, nämlich rechthaberisch auftrumpft. Aber das Poetische kann nicht ausschließlich aus Glücksmomenten bestehen - Wahrhaftigkeit muss genügen - aber nicht in Situationen, in denen man eher helfen und handeln müsste - scheint mir. Die Interesselosigkeit, das Zurruhekommen, Innehalten der Zeit - diese Elemente scheinen mir unabdingbar. Daher auch das Fehlen von Poesie im Kriminalroman.

  8. #33
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Poetischer Moment

    Poesie des Elends


    Es gab nur einmal einen Moment, in den ich so etwas fühlte.
    Eine durchaus einfühlsame Dokumentation über Penner, ihr tägliches Leben, ihre Sucht, ihre Krankheiten, ihre Schwierigkeiten mit der Polizei, dem Sozialamt. Sie kamen ausführlich zu Wort. Die Regisseurin versuchte so wenig Distanz wie möglich aufzubauen - was durch das Fernsehen auch fast gelang. Der Zuschauer kann den Gestank nach Urin und Alkohol nicht riechen. Alle hatten Wunden, im Gesicht, an Armen und Beinen. Schlecht verheilte Narben, Schorf. Allen fehlten Zähne. Zahnstümpfe, leere Münder, braune Ruinen.
    Der poetische Augenblick.
    Eine der wenigen Frauen auf Trebe, sensibel bemerkend, wie in allen Fragen sich Verachtung mit Mitleid mischten, bemerkte trotzig:
    "Aber es ist nicht so, dass wir Penner immer unglücklich sind. Manchmal sitzen wir im Sommer auf der Bank, am Eingang vom Park. Trinken, schauen auf die anständigen Leute, die Kinder und sind richtig glücklich."


    Ich habe diesen Satz nie vergessen, weil er traf. Sie fühlte genau, wie die Filmemacher den Stadtstreichern, den Pennern, den Süchtigen die Möglichkeit glücklich zu sein absprachen. Der Trotz war Poesie. Eine traurige Poesie.




    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 29. September 2002 editiert.]

  9. #34
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    AW: Poetischer Moment

    weia, was hab ich da angerichtet... - wollte doch nur - und weil doch die notizen so weit unten... - aber wohlan, da scheint bedarf:
    poesie soll doch für alle sein. und von allen. jedem sein recht auf poesie. auch die traurige. vielleicht sollte ich das majakowski-bild auf meinem tischchen umdrehen, beeinflusst mich zu sehr... .
    und ich will hier gewiß nicht als prediger, missionar, kommunist (sieh mal, wie nah die zwei lager wieder beeinander liegen...!) oder sonst was auftreten.
    hm, wenn ich's mir so recht überlege - vielleicht liegt's am titel des ordners, vielleicht wäre besser "magische momente"?

    und wenn ich schon einmal dabei bin,
    nochmals zurück zum eingangstext:

    so wie man in den wald hineinruft, so kömmt's zurück - ich hab das mal (hochtrabend) "projektionstheorie" genannt - will sagen, wenn jemand das lächeln bereits in sich, in seinen augen hat und latscht so ducrh die stadt, siehe da, es spiegelt sich wieder, alles schließt sich auf, ihm/ihr wird lächeln begegnen - der mißstand dabei ist, daß wenn es einem/r schlecht geht, er/sie in sich gekehrt schon - gerade dann wenn es nötig wäre, bleiben die pforten verschlossen... -
    understand wata mean?

  10. #35
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Poetischer Moment

    Ingrid hat die Kraft ihres Lächelns entdeckt und sich mit ihm die Welt poetisch gemacht... Echo. Oder Projektion? Wieviel poetischer schaut ein Abendhimmel sich an nach überraschender Kontoauffüllung aus einem längst vergessenen Projekt! Wie kann der Abgrund eines Kontos mich angähnen auf eine Weise, dass ich die schönste Natur nicht mehr wahrzunehmen vermag! Kyra scheint recht zu behalten: Der poetische Moment ist immer einer des Glücks - egal ob im Wohlstand oder als Penner - und ist insofern wahrscheinlich ganz einfach nur der Moment, den Faust sich wünscht und zu dem er sagen möchte: "Verweile doch - du bist so schön!"

  11. #36
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    AW: Poetischer Moment

    Mal was Komisches zu "Moment"


    als Kind (auch später, da aber nicht mehr mit der erotischen Tiefe) bin ich geritten.
    Stand neben einem wunderschönen Fuchs. Ihm wurden gerade die Hufe ausgekratzt. Er war mein Schwarm, mein Liebling aber ich wußte nicht wie er hieß.
    So fragte ich, damals noch recht verzagt den Eigentümer, einen grauhaarigen Mann:
    "Wie heißt das Pferd"
    "Moment"
    war die kurze Antwort. Der Besitzer beugte sich wieder über die schmale Fessel und arbeitete weiter.
    "Wie heißt das Pferd, bitte?"
    Schon ärgerlicher kam die Erwiderung,
    "Moment"
    Ich entfernte mich schüchtern. Erst Monate später erfuhr ich seinen Namen:


    "Moment".

  12. #37
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Poetischer Moment

    hallo quoth,
    ich habe fast das poetische gegenstück zu ingrid erlebt.


    ich erwachte aus einem lachanfall mit einem guten freund. es war übernatürlich. wir sagten gleichzeitig den gleichen irrsinn. alles war ohne begründung und spät.
    ich lief durch u-bahnhöfe und fand mich fast zu hause, als ein clochard mich sah, von ziel erfüllt auf mich zulief und sagte: "lass mich bitte nicht allein bitte nicht jetzt"


    das augenblau war dasselbe eines kürzlich verstorbenen freundes.
    pack dich, geist!
    sagte ich zu mir.
    und packte mich

  13. #38
    rodbertus
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    AW: Poetischer Moment

    widerliche heuchelei. wohlstandskarmatiker heucheln empathie und sehnen sich nach dem, was sie mit all dem, was sie tun, ablehnen. der hilferuf ausgestoßner wird zur poesie verklärt. sie berauschen sich an ihrer betroffenheit. manchmal frage ich mich, wer hier der linke ist. ihr jedenfalls seid es nicht.

  14. #39
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Poetischer Moment

    Ich bleibe bei der überschrift "poetischer Moment" (abgesehen davon, dass ich sie auch gar nicht ändern könnte). Sobald Magie ins Spiel kommt, kommen Kräfte ins Spiel, verzaubernde, behexende Kräfte, seien es nun Schicksal/Vorsehung oder Sex, die das Ich auch überrollen und entmachten - und für mein Gefühl (ich bin hier nicht der arbiter elegantiarum) zerreißen diese Kräfte das feine, zufällige Gespinst des poetischen Moments, dem Hannemann, lachend im Haferfeld, näher war denn als Samenfreudiger. Gerade das Sexuelle ist durch und durch prozeßhaft, kennt kein "Verweile doch!" und die orientalischen Künste des Innehaltens sind nur ein naturwidriger Krampf. Für mich also schält sich heraus, der poetische Moment braucht:


    - den Zufall, der nicht ins Schicksalhaft-Bedeutungsvolle kippen darf (wie in Pauls Mitternachtszufall)
    - einen starken Gegensatz zum Ich - anderes Geschlecht, andere soziale Klasse, ganz anderes Wesen (z.B. Tier), Natur insgesamt, etwas Panerotisches
    - ein Gefühl des Glücks (das auch sehr banal, z.B. finanziell oder gesundheitlich mitbegründet sein kann, wobei dieses Fundament meist ausgeblendet wird)
    - den Wunsch, es möge dauern, nicht vergehen, ja, vielleicht sogar die Illusion, der Zeitfluß sei wirklich für einen Augenblick aufgehoben
    - insgesamt eine Verstärkung, Erweiterung des Ichgefühls, der Identität


    In Ariadnas Text scheinen mir drei poetische Momente aufeinanderzufolgen, die ich gern "entflochten" sähe:
    - das grundlose Lachen mit dem guten Freund
    - das Zusammentreffen mit dem Clochard
    - dessen zufällige Ähnlichkeit mit einem verstorbenen Freund (und hier kippt's auch ins Magische)
    PS: Ich hab nichts gegen das Magische. Aber es erscheint mir als etwas anderes.




    [Diese Nachricht wurde von Quoth am 30. September 2002 editiert.]

  15. #40
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    AW: Poetischer Moment

    so weit, so gut, hab ich nun auch getschäckt, worauf es Dir ankömmt -
    NUR (ich kann's nicht lassen...) - Gefühl des Glücks... - muß man da nicht auch das Gefühl des Leidens mitspielen lassen, ist doch Poesie oft (gar meist...) eine Ausgeburt des Leidens, so dann doch wohl auch im Augenblick? Hast Du nicht Tränen in den Augen vor Glück oder vor Leid? Liegen die nicht nah beieinander, wie Liebe/Hass, Freude/Trauer, Ping & Pong...?

  16. #41
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Poetischer Moment

    Da kommt sie wieder, die russische Seele - weinend vor Glück - aber ohne Quatsch: Das größte Glück ist das des Rekonvaleszenten, dem die Welt neu geschenkt erscheint, ist das spürbare Nachlassen des Schmerzes, der Moment, in dem wir einen menschlichen Verlust "verschmerzen", in dem wir loslassen und, religiös sprechend, sagen können: Dein Wille geschehe...

  17. #42
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    AW: Poetischer Moment

    wessen? mein Wille? ach so. na dann...

    einen gaaaaanz laaaaaangen poetischen moment erlebt, heute: ernst jandl-abend in den hamburger kammerspielen, mit wort und jazz... - großartig! so einfach kann poesie sein, und doch so schwer... seufz...

  18. #43
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    AW: Poetischer Moment

    mein hund verbeugt sich vor mir
    ich verbeuge mich vor ihm
    er legt sich und schläft




    mensch und bestie - der moment der ersten zähmung, in welchem vertrauen überspringt.

  19. #44
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    Post AW: Poetischer Moment

    das wasser und die erinnerung. darin eine untergegangene bahnhofsuhr, deren zeit stillsteht, wie ein baum der poesie, und weit dahinter - ein monolith, schwimmend in der mitte des sees, in den grauen himmel hinein, seine kubusform, warum nicht, als geometrische urgestalt der ewigkeit, während der ungeheure klotz rostend die vergänglichkeit sichtbar in sich trägt. wir stehen am ufer, er ein dichter und in diesem moment mein einziger und bester freund. er sagt: bald schon werde ich mir nicht mehr sicher sein, ob ich hier wirklich mal war. später wird mir eben das noch einmal eine frau ins ohr flüstern, am ende einer nacht voll liebe und meer und wellen.


    das wasser und die erinnerung. ich lächle, während ich das glas austrinke, hier am küchentisch, jahre danach. dabei bin ich mir nicht sicher, ob ich da wirklich einmal war.

  20. #45
    rodbertus
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    AW: Poetischer Moment

    quoth paßte seinerzeit nicht, daß ich mich mit dem nationalsozialismus befaßte und ein von ablehnungswiderwillenattitüde weitgehend befreites bild zeichnete. daraufhin mutmaßte er affinität zu faschistoidem denken und kündigte seine mitarbeit in diesem forum auf. er blieb nicht der einzige, der solche unpoetischen momente zum gradmesser seines handelns machte. dumm allemal, aber momente des lebens. jeder hat einen weg, den er gehen muß. nur manchmal begegnen sich menschen wirklich, meist sind das nur augenblicke, nur manchmal ist es mehr, dann aber viel mehr.
    dieser ordner wurde zwar von den wolkensteinern im september 2002 zum beliebtesten ordner des monats gewählt, mir aber behagte diese pseudobetroffenheit nicht. kein mensch lebt freiwillig im elend, auch die schickimickiehschnösel, die es aus ekel vor dem bürgerlichen leben scheinbar freiwllig tun, handeln aus zwang, nicht auf der basis von freiwlligkeit. poetische momente erlebt hingegen jeder mensch, unabhängig von seinem sozialen, bildungs- oder mitgefühlsstatus. soziales und poetisches miteinander zu verquicken, halte ich für fehlgeleitete sozialromantik, im grunde ist es bösartig.

  21. #46
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Poetischer Moment

    quoth paßte seinerzeit nicht, daß ich mich mit dem nationalsozialismus befaßte und ein von ablehnungswiderwillenattitüde weitgehend befreites bild zeichnete. daraufhin mutmaßte er affinität zu faschistoidem denken und kündigte seine mitarbeit in diesem forum auf.
    ja stimmt. er sprach mich mal darauf an, aber diese kurzsichtige dummheit seiner einschätzung von dir konnte ich ihm überzeugend ausreden
    er ist heute wohl eher im privaten versunken.


    und ja, die anderen pappnasen haben sich ebenfalls die zähne ausgebissen, kennst mich ja


    stimmt.

  22. #47
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Poetischer Moment

    Poetische Momente spielen sich meist in der Phantasie ab; sie driften sozusagen aus der Phantasie in den Alltag. Der Weg geht so, wie ich als Novalis-Freund sagen muß, denn es ist nicht der Alltag, den wir wahrnehmen, sondern das, was wir in diesen hineinlesen wollen. Wir prägen sozusagen dem von anderen als grau wahrgenommenen Alltag durch unsere Phantasie und unseren Lebenswillen einen Stempel auf, durch den wir uns ertragen können. Viele verwechseln das mit dem Zwang, zu allen freundlich zu sein. Welche Bedeutung hat Freundlichkeit noch, wenn man sie allen gegenüber aufträgt? Keine.

    Zur Ingrid-Episode: Wenn sie im Augenblick der Freundlichkeit dem Menschen begegnete, will ich es einen poetischen Moment nennen, wenn sie wie mancheiner mit Dauergrinsen durchs Leben geht, dann nicht. Fratzen haben keine Poesie.

  23. #48
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Poetischer Moment

    Mal ein anderer Ansatz:

    Keine Ahnung in welchem Sinne die Franzosen den Begriff "Prinzessin" verwenden...bei uns kann er auch schon mal despektierlich eingesetzt werden...für eine Frau...die ihr Nase weit oben trägt...oder für eine mit Allüren. Schlendert die Junge Dame grinsend am Clochard vorbei...ohne eine paar Münzen zu hinterlassen...könnte Prinzessin eine herabwürdigende Bedeutung haben. Auch ist der Clochard, so wie ihn die Franzosen sehen, nicht unbedingt mit unserem Penner zu vergleichen.

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