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Thema: 70 Sekunden Auschwitz

  1. #1
    mühe
    Laufkundschaft

    70 Sekunden Auschwitz

    ich war einmal in auschwitz.
    das ist die 40.000-einwohner-stadt, in der der achtmalige polnische eishockeymeister unia oswiecim beheimatet ist.








  2. #2

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Nach dem Titel hätte ich andere Bilder erwartet. Zuerst habe ich gar keinen Eishockeyspieler erkannt, weil vorher schon eine andere Bedeutung da war.

    Daher erwarten wir wohl die Welt, die uns dann gar nicht gefällt. Ich habe wohl die Realität schon wieder bewertet, bevor die Sinnesleitungen einen Dateneingang zu verzeichnen hatten. Interessant...

  3. #3
    pjesma
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Was ist da interessant? Gewollt. Auschwitz ist kein Stupswort fuer Hokay, da kann man ueberschreiben wollen bis stNimmerlein. In rrrrrreinem Deutsch vllt. auch noch dass ich nicht lache. Aididai.

  4. #4

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Ja. Das sind meine Ahnen, Großeltern und Eltern. Und damit bin ich "das" auch.

    Weißt Du was das reale Problem dabei ist:

    Wenn wir grausigen Mörder Zeit unserer Leben als grausige Mörder betrachtet werden, können wir uns doch erneut wie grausige Mörder aufführen.

    Am Urteil über uns Monster wird sich nie etwas ändern.

    Damit züchtet die Schuld neue Nazis.

    Es hätte besser "aufschlussreich" genannt werden sollen. Weißt Du, wie aufschlussreich es für die sein könnte, die die Kinder der Kinder derer, deren Eltern nicht wussten, was sie tun, heute noch verurteilen, die Dinge mal im gesamten historischen Kontext zu betrachten?

    Werde ich bis in die dritte, fünfte, siebte oder zehnte Generation der Vater von Nazi-Kindern bleiben?

    Worauf könnten die Moslems verweisen?

    Welche Schuld steht unausgesprochen zwischen den Zeilen?

    Schuld sieht nicht die Auferstehung. Wir kreuzigen uns nicht allein.

    Es ist und bleibt die Schuld, die nicht überwunden werden will. Macht es das Grauen ungeschehen, wenn heute noch die Kinder bestraft werden?

    Wird das mögliche künftige Grauen weniger wahrscheinlich, solange ich das Kind von Monstern bleibe?

    Nee, wenn die Welt die Deutschen weiterhin tagtäglich mit der Schnauze in die Schuld stuppst, dann ist klar, dass wir so bleiben, wie wir uns selbst nicht sehen wollen...

    Rache bringt niemandem einen Vorteil. Ist es schön, auf ein Volk von 80 Millionen Monstern zu blicken?

    Auf die Gegenfrage, wann wir einmal Nicht-Monster waren, finden die Ankläger jedoch keine Antwort.

    Es müssten alle zu Nicht-Monstern werden wollen. Da jedoch nicht absehbar ist, wann meine Kinder wieder einen menschlichen Status annehmen dürften und die Deutschen aus dem Monster-Urteil entlassen werden, gilt für alle Monster: Seid froh, dass ihr auf die Deutschen herabblicken könnt in eurer heiligen Unschuld.

    Mit dem Urteil, dass wir auf ewig in der Hölle der Schuld zu schmoren haben, bleibt die Hölle lebendig, bewohnt und erfüllt ihren ihr zugedachten Zweck.

    Nee, da können wir bei Abraham anfangen und eigentlich noch weiter davor...

    Es geht um die Überwindung des Tieres. Nicht darum, es auf uns Deutsche zu projizieren und Kinder für etwas zu bestrafen, dass nicht einmal ihre Eltern hätten aufhalten können.

    Meine Großeltern beiderseits waren keine Monster, sie waren Menschen. Wenn nicht vergeben werden kann, bleiben die Täter am Kreuz festgenagelt und das Leiden der Opfer bleibt ebenso bestehen.

    Historisch beginnt der Konflikt jedoch auf spiritueller Ebene, im Kampf um relative Besonderheit dreier relativer Religionssysteme, die alle ihren Teil zum Irrtum beigetragen haben. Wer andere in die Wüste schickt, wird selten Frieden finden. Der eigentliche Konflikt ist spiritueller Natur und kann nicht auf der physischen Ebene bewältigt werden. Der eigentliche Konflikt entsteht im Urteil über Gedanken in Köpfen, in die man nicht hineinblicken kann, da wir die Wege nie wirklich kennen, auf denen sie an diesen Punkt ihrer und unserer Geschichte kamen.

    Wem nutzt die Schuld und was bewirkt sie heute? (Eine Welt voller Nazi-Monster?)

    Wem würde Vergebung nutzen und was könnte bewirkt werden? (Eine Welt ohne Monster???)

  5. #5
    mühe
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    nicht so respektlos pjesma.
    wenn ich einmal zeit und etwas geld über habe, drehe ich eine doku in auschwitz/oswiecim.

    wie viele deutsche wissen etwas mit oswiecim anzufangen, wie viele mit auschwitz?

    und als bürger dieser stadt, hat mans da nicht satt, ständig mit dieser geschichte verbunden zu werden? (ja sie wird immer ein teil sein und bedeutung haben!)

    kann man nicht mal angesehen werden als stadt, in der z.b. der siebenmalige eishockeymeister des landes beheimatet ist?
    darum gehts.

    mich als magdeburger nervts, im westen erstmal mit "ah nazi-stadt" verbunden zu werden. ja es gibt viele hohle möchtegern-nazis. keine frage.
    aber es wird der historie, den menschen dort nicht gerecht nur darauf reduziert zu werden.

  6. #6
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Wenn man nach der Stadt googelt, kommen nur Ergebnisse in Verbindung mit "KZ". Eine neutrale Seite ist quasi nicht zu finden. Das macht die Stadt in der Tat auch heute noch zum Opfer. "Gegen das Vergessen" und "Neuanfang" ... nicht einfach ... da die richtige Balance zu finden. Erinnern ist wichtig, aber auf der anderen Seite gibt man den Nazis damit auch heute noch Macht.

  7. #7

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Dumm war die Formulierung "interessant" für die Anbindung an die Schuld, die als Vergangenheit noch lebendig gehalten wird.

    Klar, wie könnte Mensch darum bitten, etwas derart Unverzeihliches wirklich zu verzeihen?

    Dass die Menschen in Auschwitz es nach 70 Jahren schon wagen, Eishockey zu spielen, fand ich daher dummerweise interessant.

    Warum mich das Thema emotional überhaupt so beührt, ist die Frage nach der Schuld, der die Macht verliehen wird, aus der Vergangenheit heraus das Jetzt zu beeinflussen.

    Dann wäre insofern die Frage zu beantworten: Wann begannen die Menschen, der Schuld die Macht zu geben, noch um Jetzt zu wirken? Und wann entstand die erste Schuld? Wichtiger wäre jedoch, alle Wirkungen der Schuld aufzuheben, indem die Illusion dahinter erkannt wird, es ginge uns besser, wenn Schuld woanders hin verteilt wird - denn dann bleibt sie ja am Ende bei einem Eishockeyverein, was die Unlogik dieser Logik beweisen könnte...

    Davor wäre die Frage zu klären, wo Macht verliehen wird und was Macht eigentlich ist....

    Ich hatte der Überschrift schon eine Wirkung verliehen, bevor ich die Ursache von "70 Sekunden Ausschwitz" als den bizarren Versuch erkannte, in einer Stadt unbefangen Eishockey zu spielen, in der es auf ewig verboten ist, jemals wieder Freue zu empfinden. So als würden sie die Schwingungen, die die Schuld dort bewirkt, einfach ignorieren können und Leben wollen, wo der Tod noch zu regieren scheint...

    Was hat den Tod zum Herrscher über das Leben gemacht und kann das "richtig" sein?

    Denn dann hätte das Leben keine Macht. Eine teilweise Macht ist keine Macht. Es ist dann eine temporäre Kraftwirkung, die ohne erste Ursache ist. Solange der erste Grund für die Schuld in der Welt unbeleuchtet bleibt, ist Schuld ein relativer Begriff. Wozu dient die Schuld, wenn keiner weiß, woher sie kam?

  8. #8
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Wozu dient die Schuld, wenn keiner weiß, woher sie kam?
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    Der Häftling weiß, dass er Schuld hatte und zurecht sitzt. Woher sie kam...die Schuld, also warum er sich überhaupt erst schuldig machte...ober er die Wahl hatte auch anders zu handeln...das ist eine andere Frage. Was heißt nicht schuldfähig? Zur Schuld fähig ist doch jeder! Es müsste heißen: "Nicht zur Reue fähig"

    Der Stürmer schießt mehrmals freistehend neben das Tor. Geht das Spiel knapp verloren, werden ihn alle seine Mitspieler für die Niederlage verantwortlich machen, schuldig sprechen - auch wenn sie offiziell etwas anderes behaupten...und obwohl sie wissen, dass er ohne Absicht daneben schoss. Die Schuld braucht keine Absicht, also ist der Begriff "schuldunfähig" Blödsinn. Die Absicht sollte nur beim Strafmaß von Relevanz sein...ebenso wie die Schwere der Schuld für das Strafmaß von Bedeutung ist. Wollte man Schuld gerecht verteilen, müsste man dafür eine Gleichung erfinden.

    Fast alle Kriegsdeutsche behaupteten von den Verbrechen der Nazis nichts gewusst zu haben...wir wissen aber, dass so gut wie jeder um die Verbrechen wusste. Wie wirkt sich das auf die Schuld, auf das Schuldgefühl aus? Ihre Lügen ändern weder etwas an ihrer Schuld...noch verändern sich die Schuldgefühle. Was die Schuld wirklich "wert" ist hängt einzig und alleine davon ab wie schuldig sich der Beschuldigte nach Innen. Auch wenn der Häftling um seine Schuld weiß, seine Strafe annnimmt und verbüßt, sofern er sich nicht irgendwann auch schuldig fühlt. Ich glaube nicht, dass sich heute noch irgendein Franzose für die Verbrechen Napoleon schuldig fühlt - ich glaube noch nichtmal...dass sich jemals ein Franzose dafür schuldig fühlte. Wir Deutsche müssen denen bestimmt nicht alles nachmachen...aber ein Seitenblick würde nicht schaden.

    Was heißt das für unser Volk? Ich meine, dass sich heute niemand mehr schuldig fühlen muss...der kein Täter, Mitwisser...oder Zeitzeuge war....aber es darf sich jeder dazu verpflichtet fühlen nicht zu vergessen.

  9. #9
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Zitat Napoleon, während des Rußlandfeldzugs zu seinem Polizeiminister

    "Europa ist eine alte, verrottete Hure, mit der ich mit 800 000 Mann alles tun kann, was mir gefällt ... Was kann ich dafür, wenn ein Übermaß an Macht mich zur Weltdiktatur mitreißt?"
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    Noch heute halten 35% der Franzosen Napoleon für den bedeutensten Staatsmann der franzöischen Geschichte. Napoleon war ein Rassist und Faschist... und Hitler ein Vorbild...wie Wagner und Luther auch. Deine Frage, WSIB, ist schon berechtigt: Wo fängt die Schuld an, wo hört sie auf? Wo kommt sie her, wo geht sie hin?

  10. #10
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Zitat

    Stellen Sie sich vor, die Deutschen würden die Geschichte des Nationalsozialismus neu schreiben und dabei im Namen des ‚Kontextes‘ deren Schrecken herunterspielen! Die Deutschen haben sich wenigstens mit ihrer Vergangenheit auseinander gesetzt. Deshalb sind sie vielleicht auch weniger rassistisch, was etwa die Tatsache beweist, dass im deutschen Fernsehen anscheinend völlig problemlos schwarze Moderatoren und Journalisten auftreten können. In den französischen Medien dagegen sieht man keinen einzigen.

    Claude Ribbe, franzöischer Historiker und Schriftsteller...aus seinem Buch "Napoleons dunkles Geheimnis" ("Le Crime de Napoleon")

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  11. #11

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Jeder Täter findet eine Ausrede, in der er sich als Opfer sieht. Erst, wenn sich jemand als Opfer betrachtet, erscheint ein jeweiliger Angriff gerechtfertigt.

    Ohne sich angegriffen zu fühlen, greift niemand an. Wo wäre dann der erste Angriff zu sehen, aus dem alle späteren Kreisläufe von Rachegedanken, Hass, Gewalt, Gegengewalt, Mord und Totschlag hervorgegangen sind?

    Ein Wesenszug der Schuld ist die Aussage:

    Siehe, da ist jemand, der ganz offensichtlich und beweisbar die Verantwortung dafür trägt, wie es mir jetzt geht. Dieser viel mehr schuldig zu Sprechende beweist damit indirekt meine Unschuld. Auf einer Skala von 1 - 10 habe "ich" mich "im Rahmen" bewegt, die wahren Monster waren die Napoleons, Hitlers, Stalins und Mussolinis der Geschichte...

    Im Seitenblick auf die Anzahl der Lager, die in Europa und der Türkei zur Zeit bestehen, ist die Frage zu stellen, ob wir Menschen überhaupt dauerhaft in Notunterkünften unterbringen dürfen. Daneben zahlen wir Afghanistan und anderen quasi eine "Flüchtlingsrücknahmeprämie"....

    In Anbetracht all der Leichen im Mittelmeer und der zunehmenden Lagerhaltung von Menschen sind wir kaum 70 Sekunden von damals entfernt. Laufen im Ticker die Meldungen aus Bautzen vor denen aus Aleppo ein, sollte darüber nachgedacht werden, dass Schuld und Hass immer zusammen mit Fanatismus und Wahnsinn durch die Geschichte gingen. Die Besetzung der Rollen scheint zu wechseln, die Masse der Statisten wahrt ihre Unschuld, obwohl sie geisig ebenso mitangegriffen haben.

    These: Der erste Angriff bestand darin, uns(er) Selbst nicht mehr als göttliches Wesen wahrzunehmen.

    Vorher erschien die Idee, einen Apple besitzen zu müssen, absurd. Mal irgendeinen Engel oder Gott mit Smartphone gesehen?

    Heute sind wir nur mit ´nem Apple ganz. Aber die Lagerhaltung zur Produktion selbiger funktioniert weiterhin ganz gut...

    Solange Absperrgitter den Freitod der Industriesklaven verhindern, ist es ja etwas ganz anderes, was wir heute tun...

    Es wird von 70 Millionen Kindersklaven weltweit gesprochen, für die 70 Sekunden Eishockey ebenso überraschend wären.

    Die Schuld ist ein Rachespiel. Wir rächen uns dafür, so blöd gewesen zu sein, einen Apfel genommen zu haben, den wir nicht gebraucht hätten, hätten wir damit nicht vergessen, gar keinen zu benötigen.

    Es schien uns wichtig, etwas zu finden, was später für diesen Irrtum verantwortlich gemacht werden konnte: Die Schuld als Mittel, berechtigte Rache zu nehmen?

    Entweder sind wir alle weiterhin alle schuldig, oder wir sind alle weiterhin unschuldig.

    Wenn wir keine Äpfel brauchten, um glücklich zu sein, ist der ganze Mangel eine Illusion, die auf einem Irrtum basierte. Die Schlange war ebensowenig schuldig am daraus folgenden Elend: Es war die Entscheidung, eines Dinges bedürftig zu sein, die das Urteil fällte, nicht mehr zu sein, was wir zuvor noch waren. Wenn wir uns als bedürftig definieren, können wir ja nicht glücklich sein. Schuld für dieses Unglück ist nicht bei der Schlange zu suchen, sondern in der eigenen Entscheidung zur Scheidung.

    Und jetzt stehen wir brav in der Schlange, wenn die neuesten Äpfel im Hahnenkampf der Nichtigkeiten angebetet werden und unsere Besonderheit unterstreichen. Wir haben unsere Ganzheit für einen Apple und ein versteinertes Ei geopfert. Nun suchen wir weiterhin Schuldige dafür. Wir waren das ja auf keinen. Schau mal, der da hinten hört grad nicht zu (weil er kein Apple hat). Der könnte schuldig sein (und gedisst werden)....

    Was ist der Nutzen von Schuld? Ohne einen Nutzen darin zu sehen, wäre es kaum ein Konzept, dem eine ganze Zivilisation folgt.

    Hat uns die Schuld, historisch betrachtet, jemals genutzt?

    Oder wurde im Unterlegenen nicht jeweils wiederum der Wunsch nach Satisfucktion und Kompensation gelegt?

    Dann ist Schuld im Grunde ein Kompensationsverhalten, in dem Rache ein "gerechter Anstrich" verliehen wird, der dadurch verhüllt wird, Ursache und Wirkung der Schuld zu verwechseln. Wenn der Irrtum (über unsere [Ver]Äppelungsbedürftigkeit) in unserem Geist begann, ist es keinesfalls möglich, jemand im Außen könne dafür verantwortlich sein. Nichts im Außen trifft die Entscheidungen in unserem Inneren.

    Die Welt, die wir sehen, trägt diesem Irrtum Rechnung. Wir geben die Macht über unsere Entscheidungen ab, um uns später über unsere Machtlosigkeit zu beklagen, die verhinderte, es zu verhindern. Im Entschluss, jemand aus dem Außen hätte die Macht, unseren Geist zu beanspruchen, liegt die Machtlosigkeit begründet. Im Entschluss, niemandem aus dem Außen die Macht zu verleihen, einen Apfel und Ei für meine innere Ganzheit einzutauschen, liegt die Möglichkeit, all die späteren Fehler als Fehler zu sehen.

    Der erste Fehler war es, etwas "benötigen" zu wollen. Die Nazis sagten, sie bräuchten Land und Lebenraum. Sagen ja die Flüchtlinge im Prinzip auch. Die, die in Lagern leben, brauchen ja zumindest erstmal weniger Raum....

    Im Kreislauf von Tod, Hass, Rache und Vergeltung werden wir die Wirkungen der Schuld weiterhin verstärken. Diese Projektionen dienen dazu, den Irrtum aufrecht erhalten zu können, keine gemeinsame Bewusstseinsanbindung zu besitzen. Doch die Schuldanbindung findet schon statt, bevor wahrgenommen wird.

    Dann wären wir entweder alle aber so was von völlig schuldig...

    Oder es wären alle unschuldig, da alle einem Irrtum aufgesessen sind....

    Was danach war, baute auf einem Irrtum auf. Wenn die Ursache eine Illusion ist, können die Folgen aufgehoben werden.

    Wobei diese Entscheidung zur Scheidung von der Schuld als gesellschaftlichem Prinzip den Weg frei macht, für einen unschuldigen Blick auf eine unschuldige Welt. Keine Schuld mehr zu verteilen, könnte dem Hass den Nährboden entziehen. Alle haben sich eben geirrt, nicht das Ebenbild zu sein. Die Verwirrung, die daraus resultierte, war total und nicht teilweise. An dieser Verwirrung geben wir der Schuld die Schuld.

    Wir wollen sie loswerden und klammern uns doch kramphaft an ihr fest. Festgeklammert daran werden können wir nur, wenn die Schuld auf Resonanz im Gewissen trifft. Schuld ist unser Notnagel, die schlechteste Ausrede seit Menschengedenken. Arme Schlange...

  12. #12
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Im Seitenblick auf die Anzahl der Lager, die in Europa und der Türkei zur Zeit bestehen, ist die Frage zu stellen, ob wir Menschen überhaupt dauerhaft in Notunterkünften unterbringen dürfen.
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    Dir ist schon bewusst, dass 300.000 Deutsche auf der Straße leben?!?

    Nein, niemand sollte dauerhaft in Notunterkünften leben müssen...aber viele der o.g. wären froh sie hätte eine solche...

    Mir ist das Hemd näher als der Rock -dazu stehe ich. Auch das ist das "Wir" in wir sind das Volk. Leider scheint das kaum jemand (richtig) zu verstehen. Es ist eine Lüge...wenn die Regierung behauptet es wäre alles kein Problem...und wir das schaffen. Da wird einfach nur schöngerechnet. Durch die Autofahrer nahm der Staat alleine im Jahr 2015 über 50 Milliarden Euro an Steuern ein - es werden aber nur 14 Milliarden reinvestiert, obwohl man den kompletten Betrag einsetzen müsste...nur um dem Investitionsstau entgegenzuwirken. Der Staat nimmt die restlichen 36 Milliarden , steckt sie in die Flüchtlingsprojekte und sagt: "Seht ihr, alles kein Problem, wir haben doch die Kohle". Die wenigsten Bürger machen sich doch die Mühe sich solche Zahlen genauer anzuschauen. Die denken gerade mal von A nach B
    Obwohl ich vom Grundsatz her Volksentscheide begrüßen könnte, wäre ich bei der derzeitigen geistigen Verfassung des Volkes strikt dagegen.

  13. #13

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Die Gewöhnung daran, dass hier 300 000 Menschen auf der Straße leben, ist unsere derzeitige geistig-gestrige Verfassung.

    Die Gewöhnung daran, dass hier in und um Europa mindestens 5 Millionen in Lagern gehalten werden, erinnert an die Farm der Tiere.

    Die Gewöhnung daran, dass später wieder andere schuldig sein sollen, hilft in einem verbundenen Bewusstsein kaum über die Verluste an Humanität hinweg.

    Das Geld ist da, weil die EZB es aus dem Fenster wirft. Wie sich die Oberstufe ihre Entschuldigungen selbst schreiben durfte, dürffen sich die Politiker ihre Entschuldigungen nun bei der EZB selbst drucken lassen....

    All die Vorausberechnungen beruhten auf Seifenblasen, in denen Wohlstand durch Zinserträge fest eingeplant war. Je mehr Seifenblasen in der Nullzinspolitik nunmehr platzen, umso größer wird die Schieflage, die es in Lagern zu verwalten gilt.

    Ein Freund nennt dies die Inhumanität der Humanität - im Grunde wollen wir all die "Futterkonkurrenten" loswerden, doch noch halten wir ihr Leben gottgleich an einem goldenen Asylfaden fest und prüfen ihren "Lebensanspruch". Wenn das keine Überhöhung ist, die für traumatisierte Menschen eine Erniederigung darstellt, sich als der Richter über das Leben der anderen zu inthronisieren...

    Im Grunde wollen wir töten, was uns zu bedrohen scheint. Das, was meint, töten zu müssen, um am Leben zu bleiben, benötigt die Schuld. Indem wir verdrängen, diesen Fehler in seiner letzten Konsequenz wiederholt als "ultima ratio einer technisierten Steinzeitzivilisation" angesehen zu haben, bleibt der tödliche Angriff, den Europa über Jahrhunderte auf seine afrikanischen Nachbarn ausführte, ungesehen.

    Der tödliche Angriff, den wir auf 50 Millionen Menschen in Konzentrationslagern führten, hatte keine anderen Beweggründe als der Kolonialismus oder der Nationalsozialismus, der Kommunismus oder der Kapitalismus:

    Immer sollte es ermöglicht werden, "einen unschuldigen Angriff" auszuführen. Einen Angriff, bei dem intern über Leichenberge gegangen wird und extern von Grenzschutz gesprochen wird, wenn ein Söldnerheer namens FRONTEX die Konzentration der Menschen im Lager Mittelmeer vorantreibt.

    Wie lange dürfen die Lager und Notunterkünfte zur Gewohnheit werden?

    Die Menschen folgen Lebensmöglichkeiten, wie die Nachtfalter dem Licht. Niemals werden sich Menschen davon abhalten lassen, lebendig bleiben zu wollen. Soll die globale Lagerhaltung das Modell zur Verwaltung derjenigen werden, die am Futtertrog Erde zurückgedrängt wurden?

    Warum also noch Volksentscheide? Entscheidungen werden von den Investoren getroffen, die vertraglich geregelt haben, wie die "Beute" auch dann heim ins Reich geholt werden kann, wenn die Staaten scheitern...

    Tausche Apple gegen Welt, weil Geld sie lebend hält? Ist wohl eher ein Irrtum, für den wir erneut und weiterhin über Leichenberge steigen...

    Später sagen wir dann, wir hätten DAS gar nicht wirklich gewusst. Daneben gab es Schuldige, die waren echt viel schuldiger...

    Frontex hört sich an, als würden wir ein Humanozid an den Grenzen unseres Bewusstseins einsetzen, die Futterkonkurrenten endlich mit einer Klappe zu erschlagen.

    Der Herr der Fliegen bewohnt ja neuerdings schon deutsche Kirchen. Die Kammerjäger sind ratlos. Ob´s an unserer geistigen Verfassung liegt?

    Die Fliegen haben ihren Volksentscheid schon hinter sich gebracht und einen Ort gewählt, an dem ein für sie günstiges Milieu zu herrschen scheint.

    Wohin haben uns die Protestanten gebracht, die meinten, der Mensch würde in der Arbeit zu sich selbst finden?

    Wenn wir uns für Arbeit nun die Köpfe einschlagen und wir die Arbeitskonkurrenten in Lagern halten, finden wir uns darin selbst als "geistiges Wesen?

    Ging es denn nicht um Arbeit und Lebensmöglichkeiten vordergründig damals?

    Doch dahinter steht der Wunsch, sich durch besonders grausames Verhalten an Gott zu rächen. Dafür, dass wir wählten, uns im "ICH" von IHM zu trennen, ist dies wohl keine Haltung, die der Ursache gerecht wird. Gott als Bewusstsein im Gegenüber auf einen "Arbeitsplatzkonkurrenten" zu reduzieren, könnte somit sein, was als "Angriff" empfunden wird.

    Wenn die Menschen in den Lagern weniger wert sein sollen, wie die, die sich "nur schützen", sind wir keine 7 Sekunden mehr davon entfernt, global zu sein, was wir national nie wieder sein wollten.

    Nee, die "anderen" sind nicht schuld daran, dass wir glauben, nur mit einem Apple in der Hand glücklich sein zu können. Wenn dieser Irrtum in unserem Kopf beheimatet ist, kann er durch NICHTS im Außen aufgehoben werden.

    Auch, wenn wir alle anderen erschlagen haben, werden wir feststellen, dass sich am Zustand unseres Bewusstseins nichts verändert hat. Wir fühlen uns dann garantiert nicht besser. Wenn die Fliegen aus den Leichen - der weiter hinten am Schweinetrog Verhungerten - um unser Abendmahl schwirren, können die Kirchen nur noch gesperrt werden.

    Aus einer Nation, die Menschen in Lager einsperrte, wurde eine Zivilisation, die ihr Heil darin sucht, dass es anderen noch schlechter gehen möge...

    Ist das nicht der Wunsch hinter der Strafe? Es geht meinem Bewusstsein besser, wenn es anderen schhlechter ginge?

    Aber selbst, wenn all die Strafen und Morde vollzogen wären, bliebe der eigentliche Irrtum verschleiert:

    Wir suchen Schuldige für unsere Abkehr vom Leben und damit von dem Gefühl, getrennt zu sein. Klar, wenn ich einen Nutzen darin sehen will, Menschen zu Millionen in Lagern zu halten, dürfen es keine göttlichen Wesen sein.

    Wenn wir nicht wollen, künftig von chinesischen Investoren in Lagern gehalten zu werden, sollten wir über unsere geistige Verfassung und globale Verantwortung einmal neu nachdenken. Wir haben ein globales Arbeitsmarktproblem und meinen, diese Futterkonkurrenz auf möglichst aggressive Art und Weise lösen zu müssen. Es ging damals um "Arbeit", es geht heute um "Arbeit". Was ist bitteschön anders geworden?

    Für Arbeit zum Tier zu werden, ist das Gegenteil von dem, was beabsichtigt wurde. Wir liefern heute die Blaupause für den künftigen Umgang der Investoren mit den überzähligen Menschen, die keine wirtschaftliche "Verwendung" mehr finden. Wie lange gilt es dann als human, die Milliarden künftig nicht mehr benötigter Menschen in Lagern zu "halten"?

    So bauen die Investoren in Frankreich 33 neue Gefängnisse. Dahin verschiebt sich der Ausbau europäischer Infrastruktur:

    Lager, Notunterkünfte und Gefängnisse als Mittel, gewinnträchtige Märkte für Investoren zu erschließen, sind keine Lösung für das Problem der strukturellen globalen Massenarbeitslosigkeit, die meines Wissens, beiden Weltkriegen voranging.

    Ohne global denken zu lernen, werden die Frontex-Truppen unseres Geistes weiterhin erbarmungslos zu schlagen müssen. Wollen wir den totalen Krieg der Investoren gegen das lebensunwerte Leben wirklich?

    TUI-Fly ist abgestürzt, weil sich die Investoren nun geoutet haben und der ruinöse Wettbewerb hier angekommen ist. Die Ärzte können uns ebensowenig vor den volkswirtschaftlichen Folgen des damit verbundenen (, betrieblich-kollektiven) Vertrauensverlustes schützen. Wobei die Investoren nicht schuld sind, sie wissen ja nicht, was sie wirklich tun und halten ihren Irrtum weiterhin für "richtig".

    Würden wir die Leichenberge auf den Tellern sehen, die unser täglicher Wohlstand mitsamt seines übermäßigen Abendmahls gefordert hat, würde uns der Appetit gänzlich vergehen. Was soll anders sein?

    Das Volk würde sich weiterhin für das goldene Kalb entscheiden. Auch wenn die Fliegen es schon bedeutungsvoll umkreisen...

    Solange unser Wohl das Weh der anderen ist, sind wir nicht "besser" oder "schlechter", wir folgen alle weiterhin einem Irrtum, der nicht mehr gesehen wird.

    Hinter der Schuld könnte sich der Irrtum vor der Wahrheit verstecken wollen. Kann es in der Zeit auf ewig gelingen, den Balken im eigenen Auge nicht zu bemerken?

  14. #14
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Wir kommen da auf keinen gemeinsamen Nenner, dein Ziel ist es gleich die ganze Welt zu retten...da kann ich nicht mithalten. Auch gehst Du bei deinen Uberlegungen davon aus das Geld der Deutschen würde irgendwo, vielleicht im Erzgebirge, aus der Erde wachsen...oder von einer wundersamen Fee in der Heide verstreut...während ich aber weiß, dass es hart erarbeitet wird...und noch mehr Geld noch mehr Arbeit bedeuten würde. Und ich weiß auch, dass ich weder die Lust noch die Einsicht habe für Leute aus dem Morgenland oder Schwarzafrika zwei Stunden täglich länger zu arbeiten, oder erst mit 90 in Rente zu gehen. das, WSIB, ist nämlich die andere Seite der Medaille. Und es ist sowas von typisch für linke Ideen ...alles zu wollen, aber selbst nichts dafür tun. Vielleicht hast Du ja gestern den Bericht über die katastrophalen Zustände der Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser gesehen? Da fehlt es an allen Ecken an Geldern...dieser Notstand geht also zu Lasten unseres Volkes. Das...und viele andere Notstände...sind Konsequenzen der Flüchtlingspolitik. Wenn die Krankenkassen für Deutsche kein Geld ausgeben, dann können sie natürlich sagen sie hätten für die Flüchtlinge genügend Geld übrig. Der normaldoofe Deutsche glaubt den Mist auch noch.

  15. #15

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Anders gefragt: Welchen Teil der Weöt wollen wir denn aufgeben und wäre das keine "Ausschwitz-Entscheidung"?

    Das Gesundheitswesen ist seit Kriegsende ein Horrorkabinett und nicht erst, seitdem die Hälfte der Krankenhäuser in privatwirtschaftlicher Regie geführt werden. Sieh Dir die Preislisten im Gebührenkatalog an und dann wirst du verstehen, warum sich die kranken Häuser "krankschreiben" lassen müssen, um zu überleben. Mit Notfallmedizin kannst du kein Geld verdienen, mit Heilung schon gar nicht. 40 000 Tote durch MRSA ist ebenso eine Art von vorsätzlichem Ausschwitz. Die 40 000 Menschen, die an "Unverträglichkeiten und Wechselwirkungen" der Medikamentencocktails pro Jahr umkommen, kommen auch nicht in den Genuss ihrer Rente...

    Ausschwitz heute findet mit 80 000 Toten p.a. im Gesundheitswesen statt. Schon lange bevor die Flüchtlinge zum Futterkonkurrenten verkamen, war das Morden im Gesundheitswesen zum Normalfall geworden.

    Wir morden halt heute nur anders. Entweder wir geben keine Region auf oder wir geben alle Regionen auf. Ein selektives Aufgeben bestimmter Kontinente bewirkt halt, dass die Menschen rübermachen.

    Die andere Seite der Medaille ist eben, dass die Menschen dorthin gehen, wo Leben möglich ist. Wer würde es anders machen?

    Wollen wir der Planet sein, auf dem die überzähligen Menschen in Lagern gehalten werden?

    Daneben: Wenn die gewählte Form eines Wirtschaftssystems zwangsläufig in eine Lage führt, die ganze Kontinente unterjocht und ausbluten lässt, kann nicht von einem funktionierenden System gesprochen werden. Wenn dann die Gebiete, wo "Funktion" noch möglich ist, von denen überlaufen werden, die aus Gebieten kommen, wo keine Lebensfunktion mehr möglich ist, zeigt das Gesamtsystem seine Schwäche, die auch durch starke Armeeverbände nicht korrigiert wird.

    Ohne die Ursache des Irrtums zu korrigieren, wird die Anzahl der überzähligen Menschen, denen wir in Lagern den Erfolg dieser Wirtschaftstheorie zu vermitteln suchen, weiter wachsen. Der Irrtum wird nicht dadurch richtiger, die Flüchtlinge für Dinge verantwortlich zu machen, die, wie unsere Notaufnahmen, Teil dieses Systems sind. Wer meinte, dass erwerbswirtschaftlich geführte Krankenhäuser ihren "Versorgungsauftrag" in Bereichen wahrnehmen, die keinen Gewinn bringen, glaubt an einen Weihnachtsmann.

    Es fehlt nicht an Geld im Gesundheitswesen. Es fehlt an der Absicht zu heilen. Heilung ist marktwirtschaftlich das Blödeste, was du tun kannst, sollen sich die Investitionen in Krankheit auszahlen. So ist es unfair, zu sagen, dieses System kollabieren an 1,25 % mehr Mitbürgern. Wenn dem so ist, beweist es nur, dass schon vorher an allen Ecken und Enden auf Kante genäht wurde.

    So wiederholt sich die gleiche schlechte Ausrede durch die ganze Geschichte:

    Die Flüchtlinge sind schuld.
    Die Juden sind schuld.
    Die Moslems sind schuld.
    Die Atheisten sind schuld.

    Nee, das ist alles die unauffüllbare Gier, die beim Anbeten eines schon toten, goldenen Kalbes aufkommt...

    Wir sind so gierig, dass wir den vermeidbaren MRSA-Tod von 40 000 Menschen billigend in Kauf nehmen. Wo bitteschön sollen da jetzt die Flüchtlinge dran schuld sein? Geld ist uns wichtiger als das Leben. Aus dieser Grundprämisse entfaltet sich die Ausschwitz-Welt, die nicht vorbei ist, bis wir ein global vernetztes Schicksal auf einem Planeten erkennen, der uns nicht gehört.

    Keine der Gruppen, die hier so erbittert um ihr Leben ringen, wird einen Vorteil daraus ziehen, wieder so zu bleiben, wir wir eigentlich gar nicht sind. Nur aus der Angst heraus, nicht "genug" zu bekommen, werden wir zum Tier. Ob das verängstigte Tier Mensch nun durch Angst vor Strafe therapiert werden kann?

    Wenn Arbeit heute Leben bedeutet, ist der Entzug von Arbeit damit gleichzusetzen, die Lebensrechte zu entziehen. Gibt es jedoch nicht ausreichend Arbeitsplätze auf einem Planeten, werden selektiv die Lebensrechte bestimmter Teile entzogen. Wie schnell Menschen ihre Arbeit verlieren können, mag in der Bankenwelt und bei Tui nun deutlicher werden. Tui war gewiss keine "Vollheuschrecke" und ein Unternehmen mit sozialem Anstrich, doch eine einzige Investorenheuschrecke setzte die Billigstandards, an denen die Konkurrenz zugrunde ging.

    Ist das Ziel dieses Systems die Vernichtung der Konkurrenz, ist das vernichtende Gefühl, dass die Tui Mitarbeiter zum Arzt gehen lässt, nur ein Vorgeschmack auf das, was technische und digitale Entwicklungen ermöglichen werden. Wenn dieser Fortschritt in Richtung "Effizienzmarkthypothese" so weitergeht, bleiben Arbeitsplätze für rund 500 Millionen "Systemmanager" übrig. Mit ihren Familien macht das rund 1.5 Milliarden Menschen, denen eine Lebensberechtigung als Arbeitsplatzbesitzer bleibt.

    Nee, wenn Arbeit gleich Leben ist, dann können wir 6 Milliarden Menschen in Lagern halten, damit 0,5 Milliarden am Leben bleiben dürfen?

    Willst du derjenige sein, der auf diese Zeit zurückblickt und sieht, wie all den vor dem Chaos des Systems Flüchtenden einfach der Lebensfaden abgeschnitten wurde? Oder hören wir auf, das goldene Kalb anzubeten, wenn es nur noch hundert Millionen Arbeitsplätze gibt?

    Dann hoffe ich, dass der letzte Arbeitsplatz erhalten bleibt, sonst stirbt die Menschheit ja ganz sicher aus....

    Nee, mit dem Schweiße unseres Angesichts haben wir im Zeitalter der mikromolekularen Maschinen ein Problem: Wenn Arbeit zu Leben wird, entziehen wir es uns damit selbst. Miteinander die Früchte des Fortschritts zu genießen ist jedoch unmöglich, da sowohl der Planet, als auch alles Menschheitswissen einzig der globalen IG-Farben gehört...

    Bei Ausschwitz ging es darum, Futterkonkurrenten loszuwerden. Dahinter ging es darum, an das Geld und den Besitz der jüdischen Investoren zu gelangen. Aber ganz tief im Unbewussten wissen wir alle, dass es einen Angriff auf Gott darstellte. Indem wir die Kinder Gottes töteten, wollten wir den Zorn unseres Vaters auf uns lenken und ihn damit indirekt beweisen.

    Als diese kindlich grausame Erpressung keine Wirkung zeigte, meinten wir, Gott müsse tot sein. Genau das versucht jedoch jedes Ego aufzuzeigen. Wir sind grausam, um Gott zum Eingreifen zu bewegen. Doch wir verstehen nicht, dass den Kindern unseres Vaters nicht geholfen werden kann, ohne dass es ihr Wille ist. Einen Angriff auf unseren Irrtum zu provozieren, würde ihn wirklich machen. Aber einen Angriff von Gott zu erwarten, macht ihn zu einer Defizitstruktur. Wir glauben, wenn wir uns nur lange genug wie die Axt im Walde aufführen, könnten wir Gott wütend machen, Sonst würden wir nicht an Konzepte von Schuld, Strafe und Sühne glauben, die uns niemals mehr loslassen und einen Kreislauf von Hass, Rache, Gewalt und Gegengewalt bewirken.

    Auch der "Herrenmensch", der selektiv über die Lebensrechte der Lagermenschen entscheidet, ist keine siebzig Sekunden vom Tyrannen der relativen Besonderheit entfernt. Wir alle glauben an Konzepte von Besonderheit. Spätestens, wenn mehr Menschen in Lagern "zuhause" sind, als es noch Menschen mit freien Lebensrechten aufgrund eines Arbeitsplatzes gibt, wird die Absurdität dieser Denkweise offensichtlich.

    Der IWF spricht nicht umsonst von der Deutschen Bank als der "gefährlichsten Bank der Welt". Wie soll aus einem Raubtier ein Vegetarier werden?

    Es war unsere Entscheidung, das goldene Kalb anzubeten. Geld kann nicht unbegrenzt Geld verdienen. Wenn alle vom Geldbesitz leben wollen und niemand mehr Arbeit besitzt, wie soll durch immer weniger Arbeit immer mehr Wohlstand erzeugt werden?

    Was tötet, um zu leben, ist immer die Angst. Ohne Angst wirkt Strafe und Schuld nicht. Dabei wählen wir, den Teufel (also das aus Angst mordende Ego) mit dem Belzebub (dem Zauberstab der Angst vor dem Tod durch Lebensentzug) auszutreiben.

    Dem so ausgetriebenen syrischen Kriegsflüchtling folgen sieben Klimaflüchtlinge. Jetzt waren es 2 Millionen Amerikaner, die vor der "Rache der Natur" flüchteten...

    Stimmt, amerikanische Klimaflüchtlinge könnten wir gar nicht gebrauchen....

    Wenn wir nur lange genug Ursachen und Wirkungen verwechseln, scheinen Inseln der Glückseligkeit mit ihren hehren Elfenbeintürmen möglich. Dass es jedoch unmöglich ist, die immer kleiner werdenden Inseln des Noch-Leben-Könnens mit einem Zustand zu umschreiben, der nicht globaler Notstand genannt werden müsste, sollte eingesehen werden. Das Sinken des Bottes ist nicht seine natürliche Funktion. Beim Sinken des Bootes zu behaupten, es sei "eine natürliche Systemfunktion", klingt nicht intelligent.

    Sollten wir jedoch feststellen, dass sich die Art des Mordens nur verschoben hat, müssten wir mit der "Aufarbeitung" des unter den Teppich gekehrten erneut beginnen. Die Rente Deiner Kinder würde übrigens schon von Adenauer in den Wind geschissen.... Bis heute glauben die Deutschen an die Rente, obwohl die Deutsche Bank, die doch die Beute für die Meute machen sollte, nunmehr das globale Konzentrationslager aufgeben soll....

    Die Erde als Konzentrationslager für Geld, das aus Leben gewonnen wird? Dann wird Leben wohl knapper werden müssen, der Konzentration der Gier zu weichen...

    Wir können nicht nicht die ganze Welt retten, da wir Teil davon sind. Auf welchen Arm wollen wir denn verzichten für eine unsichtbare Hand?

    Der normaldoofe Globalbürger glaubt den Mist auch noch. Wir sind keine Sekunde davon entfernt, alles zu verlieren, indem wir weiter unsere Irrtümer gegen die Wahrheit verteidigen:

    Eine verbundene globale Weltgemeinschaft besitzt ein verbundenes Schicksal. Im nationalen Wohlergehen kann das verbundene Weltschicksal nicht gefunden werden. Im privaten Wohlergehen, die bisherigen Gewinne der KZ-Banken verprassend, wurden wir zu Auftraggebern des globalen Ausbeutungskomplexes.

    Damals wie heute sind es verschiedene Formen von Ausbeutungsprämissen, unter denen das Leid entsteht, das nun auch unsere Gesichtszüge entgleisen lässt. Die Mentalität dahinter ist es, die verhinderte, es zu verhindern.

    Welchen Nutzen soll es haben, wenn sich die Tiere auf der Farm der Tiere gegenseitig immer ausufernder in das KZ schicken? Kommen wir mit dieser Strategie darum herum, nicht selbst darin zu leben?

    Die sich selbst verwaltenden Sklaventiere neigen zur Autophagie?

    Nee, wir entziehen uns, was wir den anderen verwehren, indem wir auf den Zug aufspringen, der unsere Gesichtszüge zum wiederholten Entgleisen brachte...

    Ach ja, fragte mal ein Mensch, der vor den Nazis aus Deutschland nach Amerika geflüchtet war, warum die Amis niemals die Bahnlinien bombardierten, die die Züge möglich machten....

    Es war auch damals nicht einfach, von "hier" wegzukommen. Wieviel Prozent dürfen denn in Lagern gehalten werden, um noch von einem "funktionierenden System" sprechen zu können? Oder anders: Wieviel Prozent müssten sich denn in Luft auflösen, um das globale Flüchtlingsproblem zu beheben? Und: Wie lange würde es brauchen, bis das gleiche Symptom erneut auftritt?

    Wie lange wollen wir morden, bis wir bemerken, dass es uns auch dann nicht besser geht?

    Autophagen für die Schuld entstehen durch Vergebung. Der Normaldoofe glaubt daran, Hass mit Hass bekämpfen zu können. Wozu das führt, sehen wir nicht. Wir verwechseln Rache mit Gerechtigkeit. Gerecht wäre es, keiner Rache zu bedürfen. Rache ist die Kompensation einer Vergangenheit, die auf einem Irrtum beruhte. Vergebung ist das Erkennen, einer Wirkung eine Ursache gegeben zu haben. Damit beten wir ein goldenes Kalb an und kommen uns ziemlich blöde vor, denn es ist schon lange tot und wird nie lebendig sein.

    Als dann die letzte aller Schlachten geschlagen ward, setzte sich der Sieger auf eine Anhöhe und besah sich sein Reich:

    "Ja, es könnte schön sein, diese heilige Land, nunmehr voller Leichen. Aber niemand blieb, mit dem ich es teilen könnte...."

    Dabei hatte der letzte Sieger, der alle zu Verlierern machte, es doch gut gemeint....

  16. #16
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    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Wer ist "wir"? Meinst Du damit die Liberalen, die Individualisten, die Kapitalisten? Oder scherst Du alle Menschen über einen Kamm? Wer ist wir?

  17. #17

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Wir sind diejenigen, die glauben, es würde uns besser gehen, wenn jemand anders mehr leidet.

    Wir sind hierbei der Impuls, der meint, im Töten eines Körpers läge die Besserung des inneren Befindens zu finden.

    Wir mussten ja damals gedacht haben, es würde uns "dann" als "Sieger" besser gehen.

    Wir sind die, die immer noch schuldig gesprochen werden

    Wir sind die, denen nicht vergeben werden konnte.

    Wir sind die, die Auschwitz nie beendet haben.

    Im Ausblenden des Tieres wurde es überall wirksam.

    Sind wir Tier oder Mensch? Davon hängt die Frage, wer "WIR" am Ende sind, wohl ab.

    Wir können uns des Tieres in uns nicht erwehren, wenn wir es bekämpfen.

    Die Angst, die uns zum Tiere machte und noch macht, kann nicht durch tierisches Verhalten überwunden werden.

    Sie kann jedoch überwunden werden, wenn ihre Quelle als Illusion erkannt wird. Es gibt zwei Möglichkeiten auf die Welt zu sehen:

    Wir führen uns wie Tiere auf, dann erwarten wir die Reaktionen von Tieren.

    Wir gestatten dem Gegenüber ein Mensch zu sein, dann erwartet uns menschliches Verhalten.

    Wir erwarten jedoch von jedem Menschen ein göttliches Verhalten und wenn diese "besondere Überforderung" nicht erfüllt wird, verurteilen wir diese "ungerechte Nicht-Göttlichkeit". Die Absicht des Egos war es die ganze Zeit, den Beweis für die Fehlerhaftigkeit der Schöpfung zu erbringen.

    In seinen Grausamkeiten wollen wir beweisen, Tier zu sein. Wir sind das Tier, wenn wir nicht wir selbst sind.

    Die Frage ist damit: Was wollen wir jetzt sein?

    Im Urteil gefangen bleibt die Vergangenheit im Jetzt wirksam. Die Schuld für das Jetzt in der Vergangenheit zu suchen, nimmt uns die Macht, jetzt anders zu entscheiden. Da sich niemand jemals immer richtig entschieden hat, ist damit die Frage:

    Gibt es Rangordnungen von Wirkungen einer Ursache?

    Wenn unsere Ursache falsch eingeordnet wird, ist Verwirrung die Folge.

    Und wer könnte sich erkennen, ohne seine Ursache richtig einsortiert zu haben?

    Ist also das Tier unsere Ursache, hat andere-dimension mit ihrer Haltung "recht".

    Ist aber ein Freund als Ursache wirksam, welchen Sinn hätte es, anzunehmen, grausame Unfreundlichkeit wäre ein natürlicher Wesenszug unserer selbst?

    Können wir keinen freundlichen Freund annehmen, können wir auch keine freundlichen Menschen vermuten. Am Beispiel von Menschen, die beweisen wollen, sich wie das Spiegelbild von Freundlichkeit verhalten zu können, den Beweis führen zu wollen, wir seien die Kinder der Grausamkeit, gilt nicht als Beweis.

    Wir, die wir Gott im Gegenüber auf jede nur erdenkliche Art angreifen, negieren diesen Angriff natürlich. Richtig richtig erscheint es nie; richtig nur, wenn wir andere für noch schuldiger halten und völlig falsch wird es, betrachten wir das praktisch warhnehmbare Ergebnis der heute noch wirksamen Schuld beim Lesen einer bestimmten Überschrift...

    Aber was nutzt es, an etwas festzuhalten, dass wir doch eigentlich alle nicht wirklich wollen?

    Wie damals sind weiterhin entweder alle schuldig, oder aber alle unschuldig. Dann ist die Frage nach den WIR und der Schuld von der Schuld entbunden.

    Wir fragen immer nur, wer denn schuldig ist. Aber niemand kann dafür verantwortlich sein, was wir in unserem Kopf als wahr wahrnehmen. Das sind WIR.

  18. #18

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Schon in der Frage nach der Schuld liegt die Absicht, etwas als "Nicht-Wir" zu definieren und dem "Nicht-Wir" die "Schlechtigkeit" zu beweisen.

    "Wir" sind natürlich ganz anders. So liegt der erste Angriff in der Definition von relativer Besonderheit, die Göttlichkeit abspricht.

    Von uns Deutschen wird keine Göttlichkeit erwartet und sie wird uns nicht zugetraut. Zuvor haben wir dieses jedoch allen abgesprochen, die nicht "Wir" waren...

    Wer jedoch nur das Schlechte erwartet, weil er dieses zu beweisen sucht, was kann er finden?

    Der Einfluss des Beobachters auf das Experiment gilt als bewiesen.

    Der Einfluss der Verurteilenden auf den Verurteilten wird jedoch weiter negiert. Obwohl die Realität doch beweist, dass es noch siebzig Jahre später wirkt...

    Ob diese Realität jedoch Wirklichkeit ist, ist fraglich. Fraglos ist es Wirklichkeit, wenn es, wie bei mir, schon wirkt, bevor es wahrgenommen wird.

    Der Ort, wo es wirkt, ist keinesfalls jedoch ein individueller Raum. Damit ist "wer" ohnehin belanglos. Alle in diesem Raum sind von der Wirkung betroffen. Allein die erfolglose Abwehr der Wirkung bezeugt die Wirklichkeit der Wirkung.

    Eine Ursache verändert sich nicht, weil einem Irrtum Raum und Zeit für Wirksamkeit gegeben wurde. Wird der Irrtum beleuchtet, Teile des Wir könnten zu einem Nicht-Wir gemacht werden, verlieren die mit der Quelle des Irrtums verbundenen Wirkungen allesamt ihre Bedeutung.

    Warum also darüber streiten, wer das war? Warum wir das waren, wäre doch viel wichtiger zu erfassen, um zu verhindern, es weiterhin zu wählen...

  19. #19
    Chefchen Avatar von aerolith
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    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Wenn ich hinter jeder WIR-Definition ein Häkchen machen würde, wäre ich ein sehr widersprüchlicher Mensch. Ich kann etwa bei einem Dritteil ein Häkchen machen.
    Kurzum: Ich nehme Dein WIR nicht an. Mach es Dir nicht so einfach, sondern differenziere Deine jeweils verwendeten Wirs, ob es also einmal das Wir ist, das sich wie ein Tier aufführt (dazu zähle ich mich nur selten) oder jenes, dem Schuld attestiert wird (als einst Verheirateter hatte ich grundsätzlich Schuld und auch Schulden)oder vielleicht dann doch eine metaphysische Schuld über Generationen hinweg... Sei also so lieb und mach mir Deine Wir-Zuweisungen etwas transparenter.

  20. #20
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    "Wir" grenzt keine Ideologie aus...das können Kapitalisten, Kommunisten, Liberale, Konservative...oder sonst was sein. Wir, die sich mit der deutschen Geschichte und Tradition verbunden fühlen - wir, die in Deutschland mehr sehen als ein Konvolut von Dörfern, Städten, Bergen, Seen, Tälern und Straßen. Was nicht heißt, dass ich auch alles billigen muss.

  21. #21
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    ....und selbstverständlich steckt im "Wir " auch die Anerkennung von Schuld. Kein "Eingeschlichener" wird sich jemals mit unserer Schuld auseinandersetzen/wollen...also kann er auch kein Deutscher sein. "Tradition verpflichtet"...sagt man nicht umsonst - zur Tradition gehört nicht nur das Gute, sondern auch das Schlechte. Außerhalb Bayerns belächelt man die volkstümlichen Rituale des Freistaates, ohne sie als "nicht deutsch" infrage zu stellen. Mal angenommen Deutschland wäre noch nicht wiedervereinigt...hätten wir in 30 Jahren noch eine Chance darauf? Ich behaupte Nein! In 30 Jahren würde es, sofern man die jetzige Entwicklung nicht stoppt, dafür keine Anstrengungen und Mehrheiten mehr geben. Achmed und Aische hätten kein Interesse daran, würden für die Milliarden lieber Moscheen bauen. Mit einem sozialistischen Kanzler wäre die Wiedervereinigung schon 90 gescheitert. Der Anteil an Bürgenmit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung beträft 21,8%....und das ist die Zahl von Mitte 2015, also vor der Invasion. Man muss kein Mathematiker sein um sich ausrechnen wie das 2050 aussehen wird.

  22. #22
    pjesma
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Antwort auf erste zehn Zeilen nach meinem Einwand:
    Lese das laut und wundere dich dass du den Antwort nicht findest. Weil Antwort ist nicht in Worten, sondern in Taten. Das konnte man dokumentieren, und wenn man will kann' s auch heutzutage. Ohne hinter schlechtverei nahmenden Sammelnick zu kauern, verqueren und verdrehen. "Mlatiti praznu slamu."

  23. #23
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Ich habe kein Wort verstanden.

  24. #24

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    "Wir" ist spirituell als Gesamtheit des Bewusstseins zu betrachten. Dann wird aus dem Unterschied zwischen Wir und Nicht-Wir eine Unmöglichkeit.

    Eine Unmöglichkeit, darin einen Vorteil zu sehen, sich selbst anzugreifen.

    Dazu muss ich nicht verqueren und verdrehen, ich will nur die Ursache des ersten Angriffs verstehen.

    Und ich bleibe dabei: Die Ursache der NS-Zeit war das Streben nach Besonderheit.

    Im Streben nach Besonderheit wollten wir unsere Minderwertigkeitskomplexe kompensieren und projizierten unsere Defizitstruktur auf ein ganzes Volk.

    Was ist daran Verdrehung?

    Das Wir, nach dem Aerolith fragte, ist, wie von andere dimension schon bemerkt, abhängig vom Zugehörigkeitsgefühl. Es gibt viele Ebenen des Wir, doch letzten Endes sind alle verbunden.

    So wollte ich nicht verdrehen und relativieren. Wenn sich alle ihrem Äppel mehr verbunden fühlen als ihrem Gegenüber, ist es möglich, sich für einen Appel und einem Ei die Köpfe abzuschlagen, um deren Inhalt zu verändern. Dieser Irrtum zieht sich durch das ganze Drama geteilter Geschichte.

    Was wir jemals einem Menschen angetan haben, wurde immer allen Menschen angetan. Der Grundirrtum ist halt, im Leid eines Mitmenschen einen Vorteil zu sehen. In diesem Grundirrtum sind wir alle gleich. Wie sehr wir Deutschen immer noch an der Ausblendung dieses Ursache und Wirkungszusammenhangs leiden, wurde mir hier deutlich. Wir glaubten, das grausame Leid, das wir Deutsche verursachten, würde uns einen Vorteil bringen, sonst wäre es nicht geschehen. Der Irrtum liegt darin, nicht daran geglaubt zu haben, was meine Oma immer sagte:

    "Unrecht Gut gedeiht nicht gut."

    Was geschehen ist, schädigt immer noch alle. Es waren die Flüche der Verstorbenen, die wie von Zauberhand die Schuld zu Krankheit formte.

    Es nutzt uns allen nichts, die Kriege auf der astralen Ebene nach dem Tode weiterzuführen. Ich kann Dir, liebe pjesma nur sagen, wie sehr ich Zeit meines Lebens von den Folgen dieses grausamen mordens betroffen war, obwohl ich individuell zu dieser Zeit noch nicht lebte. Diese Kollektivschuld nehme ich an und will sie nicht abstreiten, kleinreden oder verdrehen.

    Aber ich bin echt nicht sicher, ob wir schon verstehen, warum geschah, was niemals hätte geschehen dürfen.

    Und die globale Zunahme der Haltung von Menschen in Lagern lässt befürchten, den identischen Irrtum hinter der bestialischen Tat erneut nicht zu sehen.

    Was heißt eigentlich "miatiti praznu slamu"?

    Mit den Flüchen ist das so eine Sache. Hier gilt: Wünsche nie gewünscht zu haben.

    Es bleibt: Der große Diktator im WIR ist die Besonderheit.

    Warum ist uns die Grenze im Kopf so wichtig:

    Diese Grenze macht das Töten erst möglich.

    Ohne diese Grenze wäre es unmöglich, das Leben im Gegenüber vom eigenen zu unterscheiden. Wir Deutsche wollten uns zu "Übermenschen" erheben und wurden zu "Untermenschen", zu Kellerkindern.

    Aber was bringt es den in Alpträumen Gefangenen, diesen im Jetzt weiter wirklich zu machen, indem Schuld an die Kinder der Kinder derer vergeben wird, die damals an etwas völlig Unverzeihlichem beteiligt waren?

    Ist es wirklich unangemessen, zu fragen, ob diese Schuld in den Kinderschuhen der folgenden Generationen einen Vorteil im Jetzt erbringt?

    Oder ist daran nicht abzulesen, wie wichtig Vergebung für alle beteiligten Religionen und Ethnien wäre, diesen Kreislauf von Hass, Rache, Gewalt, Mord, Totschlag, Kasernierung endlich durch allseitige Vergebung unwirksam werden zu lassen?

    Mir ist klar, wieviel ich damit erwarte. Dennoch möchte ich Dich hiermit um Vergebung bitten. Ja, ich war das auch. Wie gern würde ich diese Zeit ungeschehen machen. Es tut mir leid, was Wir getan haben.

    Und ist die Frage nach dem ersten Angriff in diesem Kreislauf über mindestens 5000 Jahre wirklich unangemessen?

    Wer legt denn seinen eigenen Sohn auf die Schlachtbank des Götzen Mammon und betet das goldene Kalb an? Nicht WIR alle???

    Die Toten in den Lagern heute leiden ebenso wie mein Großvater verwundet in russischer Kriegsgefangenschaft an den Folgen des Gedankens litt, der Nachteil eines Nächsten könne ein Vorteil sein. Ein russischer Aufseher rettete ihm das Leben, indem er die fast Verhungerten zusätzlich mit Kartoffelschalen versorgte.

    Warum? Er sah das Leben im Gegenüber als identisch an und konnte die Vergangenheit vergeben. Liebende Gerechtigkeit spricht die Zukunft von den Wirkungen der Vergangenheit frei. Was wäre denn, wenn Deine Seele in ihrer letzten Inkarnation ein Deutscher gewesen wäre und ich ein Jude?

    Kriege auf der Seelenebene sind der Motor für den grassierenden Hass. Ich bitte allerdings darum, mich nicht als Projektionsfläche zu missbrauchen. Historisch war ich "zur Tatzeit" nur anwesend, wenn du meine Rolle auf der Seite der Täter siehst. Dann ist jedoch die Frage, wer Du damals gewesen bist?

    Es ist anzunehmen, auf vielen "Seiten" gelebt und gekämpft zu haben. Da wir eigentlich immer gekämpft haben, sind wir entweder Tier, oder wir wählen das Goldene Kalb ab und entscheiden uns für die Vergebung der Folgen dieses historischen Irrtums. Es macht keinen Unterschied, welchen Sohn welchen Stammes Abraham an die Schlachtbank führt.

    Es macht jedoch einen Unterschied, das Muster des Irrtums aufzudecken und ursächlich zu berichtigen. Das geht nur, wenn wir den Nutzen von Vergebung insifern erfassen, dass die Schuld Opfer und Täter im Keller bindet. Es tut mir unendlich leid, wobei ich dir nicht einmal sicher sagen kann, ob "ich" damals beteiligt war, und wenn, auf welcher Seite. Es tut mir für alle leid, die heute noch darunter leiden.

    Warum wollten wir Deutschen also so bestialisch grausam sein, dass sich selbst die KZ-Mitarbeiter schließlich weigerten, das Morden fortzuführen?

    Auch der russische Aufseher, der sich weigerte, das sinnlos gewordene Morden fortzuführen, konnte den Menschen hinter dem Feind erkennen und dem Leben im Gegenüber vergeben. Jedem würde Vergebung einen Vorteil bringen, auch den Seelen, die nach ihrem Tode noch in den traumatischen Ereignissen gefangen sind.

    Was könnten wir tun, unsere Feinde lieben zu lernen?

    Es ist für alle ein Nachteil, die Vergangenheit lebendig zu halten. Für alle meine möglichen Ahnen aller Kriegsparteien bitte ich Dich daher jetzt um Vergebung. Vielleicht vergibst du auch Deinen Ahnen... Wer kann da sicher sein?

  25. #25
    pjesma
    Laufkundschaft

    AW: 70 Sekunden Auschwitz

    Warum sollte man sich mit esotherik befassen anstatt mit Wirklichkeit? Scheisst du Rosen oder Veilchen eigentlich?

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