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Thema: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

  1. #1
    pjesma
    Laufkundschaft

    Question die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    angst an eine rose zu riechen-mit wie viel duftreserven verfügt sie doch? alles weg schnuppern...?
    angst, eine geschichte fertig zu schreiben weil wenn dann alles gesagt worden ist....kommt großes schweigen?
    wisst ihr wovon ich rede? ich weiß es selbst nicht genau.....

  2. #2
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    angst ein gutes buch zu lesen, nur noch 100 seiten und dann ist schluss.

    ein segen, dass noch der alltag ist, neue geschichten lauern an jeder ecke, mach ein gutes buch draus ...

    lg
    e.

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    Angst ist unbestimmt, nur Erinnerung, würd ich meinen. Furcht ist bestimmter, an bestimmbare Erfahrung gebunden.
    Eule, ein gutes Buch lebt weiter, wenn es weggelegt ward. Die Figuren begleiten Dich. Sonst ist es nur eine Stimmung, die selbstgewiß sein mußte, evoziert wurde.


    Übrigens kein schlechtes Thema, merke ich gerade. Darüber ließe sich's fürtrefflich streiten.

    Von mir nur dies noch: Der Augenblick des "Verweile doch, du bist so schön" ist es, den wir erfüllte Sehnsucht nennen und immer wieder herbeizuführen uns genötigt sehen. Deshalb schreiben Autoren nicht nur ein Buch, deshalb lieben die, die lieben können, nicht nur einmal, deshalb treibt es uns zu bestimmten Orten, Autoren, Menschen...

  4. #4
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    Du redest auf sehr blumige Weise vom "Leergeschriebensein", liebe Pjesma, und wenn Du nun wie der fiktive Nobelpreisträger Pretextat Tach in Amelie Nothombs famosem Dialogroman "Die Reinheit des Mörders" (L'hygiene de l'assassin) bereits über 20 Romane geschrieben und publiziert hättest, dann dürftest Du befürchten, daß es plötzlich aus sein könnte. Es stimmt, auch ein Vulkanausbruch geht vorüber, aber Deiner, meine ich, hat noch gar nicht mal richtig angefangen!


    [Diese Nachricht wurde von Quoth am 06. Oktober 2002 editiert.]

  5. #5
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    Ich kenne das Gefühl gut.


    Nicht, weil ich Angst hätte, alles sei schon gesagt. Das ist es nie, und außerdem kann man jede Aussage auf tausenderlei Art verpacken.


    Ich meine die Angst, zurückzufallen, Schlechteres zu schreiben als irgendwann einmal früher, die Angst, nur aus Gewohnheit weiterzuschreiben, nur um präsent zu sein, wahrgenommen zu werden ...


    Das, wie gesagt, kenne ich.


    K.

  6. #6
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    erstellt von p.: angst, eine geschichte fertig zu schreiben weil wenn dann alles gesagt worden ist....kommt großes schweigen?

    lass die Angst kommen, dann lebe sie und lass sie vergehen. Dann kommt die Hoffnungslosigkeit, dann die Gleichgültigkeit und - ohne das Du es merkst, eine neue Geschichte.
    Lass es laufen. Es kommt von selber. Aber erst nachdem das durchgestanden ist. Man kann nichts beschleunigen.

  7. #7
    pjesma
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    ja, aber was ist mit thema?


    "der schreibt gut- hat seine thema aber noch nicht gefunden" hörte ich als begrundung -als eine kritik beim bachmannlesung.

    was passiert wenn man dann doch die thema gefunden hat? varieert mann immer und immer diesselbe thema bis mann sich und dem rest der welt auf der geist geht? meine themen kommen aus meiner erfahrung...und wenn ich das verarbeitet habe, ist dann vorbei, oder werde ich mich wiederholen? soll ich kind und mann verlassen, auf einsamen insel übersiedeln, in eine revolution teil nehmen jemandem umbringen um erfahren wie sich das fühlt....wie finde ich neues thema, wie mach ich mich von der alte thema frei? übertriebene überlegungen....resultat meiner verzweiflung dass in moment jede auch kürzeste geschichte die ich schreibe durch prisma des übersiedlung und kriegserfahrung bricht...und das nach mehr als 10 jahre schweigen und nichtauseinandersetzen wollens... benötge ich dannach wieder 10 jahre um zu erkennen was ist die schreibe wert?

    heulselbstmitleidbäh

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Die kluge Else

    Liebe Pjesma, darf ich dir ein grimmsches Kinder- und Hausmärchen zur Lektüre empfehlen? Der Einfachheit halber rück ich's hier gleich ein!


    Es war ein Mann, der hatte eine Tochter, die hieß die kluge Else. Als sie nun erwachsen war, sprach der Vater: "Wir wollen sie heiraten lassen." - "Ja," sagte die Mutter, "wenn nur einer käme, der sie haben wollte!" Endlich kam von weither einer, der hieß Hans und hielt um sie an; er machte aber die Bedingung, daß die kluge Else auch recht gescheit wäre. "O," sprach der Vater, "die hat Zwirn im Kopf," und die Mutter sagte: "Ach, die sieht den Wind auf der Gasse laufen und hört die Fliegen husten." - "Ja," sprach der Hans, "wenn sie nicht recht gescheit ist, so nehme ich sie nicht." Als sie nun zu Tisch saßen und gegessen hatten, sprach die Mutter: "Else, geh in den Keller und hol Bier!" Da nahm die kluge Else den Krug von der Wand, ging in den Keller und klappte unterwegs brav mit dem Deckel, damit ihr die Zeit ja nicht lang würde. Als sie unten war, holte sie ein Stühlchen und stellte es vors Faß, damit sie sich nicht zu bücken brauchte und ihrem Rücken etwa nicht wehe täte und unverhofften Schaden nähme. Dann stellte sie die Kanne vor sich und drehte den Hahn auf, und während der Zeit, daß das Bier hineinlief, wollte sie doch ihre Augen nicht müßig lassen, sah oben an die Wand hinauf und erblickte nach vielem Hin- und Herschauen eine Kreuzhacke gerade über sich, welche die Maurer da aus Versehen hatten stecken lassen. Da fing die kluge Else an zu weinen und sprach: "Wenn ich den Hans kriege, und wir kriegen ein Kind, und das ist groß, und wir schicken das Kind in den Keller, daß es hier soll Bier zapfen, so fällt ihm die Kreuzhacke auf den Kopf und schlägt's tot." Da saß sie und weinte und schrie aus Leibeskräften über das bevorstehende Unglück. Die oben warteten auf den Trank, aber die kluge Else kam immer nicht. Da sprach die Frau zur Magd: "Geh doch hinunter in den Keller und sieh, wo die Else bleibt!" Die Magd ging und fand sie vor dem Fasse sitzend und laut schreiend. "Else, was weinst du?" fragte die Magd. "Ach," antwortete sie, "soll ich nicht weinen? Wenn ich den Hans kriege, und wir kriegen ein Kind, und das ist groß, und soll hier Trinken zapfen, so fällt ihm vielleicht die Kreuzhacke auf den Kopf und schlägt es tot." Da sprach die Magd: "Was haben wir für eine kluge Else!" setzte sich zu ihr und fing auch an, über das Unglück zu weinen. Über eine Weile, als die Magd nicht wiederkam, und die droben durstig nach dem Trank waren, sprach der Mann zum Knecht: "Geh doch hinunter in den Keller und sieh, wo die Else und die Magd bleibt!" Der Knecht ging hinab, da saß die kluge Else und die Magd, und weinten beide zusammen. Da fragte er: "Was weint ihr denn?" -"Ach," sprach die Else, "soll ich nicht weinen? Wenn ich den Hans kriege, und wir kriegen ein Kind, und das ist groß, und soll hier Trinken zapfen, so fällt ihm die Kreuzhacke auf den Kopf und schlägt's tot." Da sprach der Knecht: "Was haben wir für eine kluge Else!" setzte sich zu ihr und fing auch an laut zu heulen. Oben warteten sie auf den Knecht, als er aber immer nicht kam, sprach der Mann zur Frau: "Geh doch hinunter in den Keller und sieh, wo die Else bleibt!" Die Frau ging hinab und fand alle drei in Wehklagen und fragte nach der Ursache; da erzählte ihr die Else auch, daß ihr zukünftiges Kind wohl würde von der Kreuzhacke totgeschlagen werden, wenn es erst groß wäre und Bier zapfen sollte und die Kreuzhacke fiele herab. Da sprach die Mutter gleichfalls: "Ach, was haben wir für eine kluge Else!" setzte sich hin und weinte mit. Der Mann oben wartete noch ein Weilchen, als aber seine Frau nicht wiederkam und sein Durst immer stärker ward, sprach er: "Ich muß nun selber in den Keller gehn und sehen, wo die Else bleibt." Als er aber in den Keller kam und alle da beieinander saßen und weinten und er die Ursache hörte, daß das Kind der Else schuldig wäre, das sie vielleicht einmal zur Welt brächte und von der Kreuzhacke könnte totgeschlagen werden, wenn es gerade zur Zeit, wo sie herabfiele, darunter säße, Bier zu zapfen, da rief er: "Was für eine kluge Else!" setzte sich und weinte auch mit. Der Bräutigam blieb lange oben allein, da niemand wiederkommen wollte, dachte er: "Sie werden unten auf dich warten, du mußt auch hingehen und sehen, was sie vorhaben." Als er hinabkam, saßen da fünfe und schrien und jammerten ganz erbärmlich, einer immer besser als der andere. "Was für ein Unglück ist denn geschehen?" fragte er. "Ach, lieber Hans," sprach die Else, "wenn wir einander heiraten und haben ein Kind, und es ist groß, und wir schicken's vielleicht hierher, Trinken zu zapfen, da kann ihm ja die Kreuzhacke, die da oben ist stecken geblieben, wenn sie herabfallen sollte, den Kopf zerschlagen, daß es liegen bleibt; sollen wir da nicht weinen?" - "Nun," sprach Hans, "mehr Verstand ist für meinen Haushalt nicht nötig; weil du so eine kluge Else bist, so will ich dich haben," packte sie bei der Hand und nahm sie mit hinauf und hielt Hochzeit mit ihr.

    Als sie den Hans eine Weile hatte, sprach er: "Frau, ich will ausgehen, arbeiten und uns Geld verdienen, geh du ins Feld, und schneid das Korn, daß wir Brot haben." - "Ja, mein lieber Hans, das will ich tun." Nachdem der Hans fort war, kochte sie sich einen guten Brei und nahm ihn mit ins Feld. Als sie vor den Acker kam, sprach sie zu sich selbst: "Was tu ich? Schneid ich ehr, oder eß ich ehr? Hei, ich will erst essen." Nun aß sie ihren Topf mit Brei aus, und als sie dick satt war, sprach sie wieder: "Was tu ich? Schneid ich ehr, oder schlaf ich ehr? Hei, ich will erst schlafen." Da legte sie sich ins Korn und schlief ein. Der Hans war längst zu Haus, aber die Else wollte nicht kommen, da sprach er: "Was hab ich für eine kluge Else, die ist so fleißig, daß sie nicht einmal nach Haus kommt und ißt." Als sie aber noch immer ausblieb und es Abend ward, ging der Hans hinaus und wollte sehen, was sie geschnitten hätte. Aber es war nichts geschnitten, sondern sie lag im Korn und schlief. Da eilte Hans geschwind heim und holte ein Vogelgarn mit kleinen Schellen und hängte es um sie herum; und sie schlief noch immer fort. Dann lief er heim, schloß die Haustüre zu und setzte sich auf seinen Stuhl und arbeitete. Endlich, als es schon ganz dunkel war, erwachte die kluge Else, und als sie aufstand, rappelte es um sie herum, und die Schellen klingelten bei jedem Schritte, den sie tat. Da erschrak sie, ward irre, ob sie auch wirklich die kluge Else wäre und sprach: "Bin ich's oder bin ich's nicht?" Sie wußte aber nicht, was sie darauf antworten sollte und stand eine Zeitlang zweifelhaft. Endlich dachte sie: Ich will nach Hause gehen und fragen, ob ich's bin, oder ob ich's nicht bin, die werden's ja wissen. Sie lief vor ihre Haustüre, aber die war verschlossen. Da klopfte sie an das Fenster und rief: "Hans, ist die Else drinnen?" - "Ja," antwortete der Hans, "sie ist drinnen." Da erschrak sie und sprach: "Ach Gott, dann bin ich's nicht," und ging vor eine andere Tür; als aber die Leute das Klingeln der Schellen hörten, wollten sie nicht aufmachen, und sie konnte nirgends unterkommen. Da lief sie fort zum Dorf hinaus, und niemand hat sie wieder gesehen.

  9. #9
    rodbertus
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    Cool AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    Das Märchen liebte ich. Ach was, liebe ich. Die Noth des Denkens. Aber klug ist sie gar nicht, gescheit? Nein, wohl eher unlustvoll-nüchtern. Verstand. Der Typ, der vor lauter verstand unfähig ist, etwas zu tun. Die Noth der Intellektuellen und der Grund dafür, daß sie nie die Macht bekommen sollten - ganz gegen Platons Plan.


    Verhandeln wir doch, was ist, nicht, was nicht ist, darüber wollen wir schweigen.

  10. #10
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    Hallo pje-sma


    ich denke, daß ein Künstler in der Tat ein Grundthema hat. Aber das bedeutet nicht, daß er es in seinem ganzen Leben abhandeln kann. Dazu ist es zu kurz. Das Grundthema ist vielleicht ein Trauma, das seiner Sicht auf die Welt einen ganz speziellen Aspekt gibt. Darum wird er, auch wenn er das direkte Thema, die Erinnerung abgearbeitet hat, immer wieder Dinge sehen, die anderen nicht auffallen. Wenn Dein Thema Flucht, oder verlorene Heimat oder Krieg ist, wirst Du immer, auch über Deine Erinnerungen hinaus, Dinge sehen, bemerken, die andere einfach nicht erkennen können. Du siehst die Welt durch ein Prisma, was Deine Vergangenheit Dir aufgeschliffen hat. Du wirst die Welt auch dadurch sehen, wenn Du nach vorne blickst und nicht zurück. Darum mußt Du Dir wirklich keine Sorgen machen, in Gesprächen mit anderen, in den Nachrichten überall werden Dir Dinge auffallen, über Du und nur Du so schreiben kannst, wie Du eben schreibst. Das eigentliche Thema eines Künstlers, eines Autors, ist nicht inhaltlich, es ist die Perspektive. Die Arbeit steckt dann darin, sich eine geeignete Form zu erarbeiten. Die ist wichtig. Sonst nützt Dir die ausgefallenste Perspektive nichts, die größte Tiefe der Einsicht.
    Also mach Dir mehr Gedanken über die Form, die Inhalte wirst Du immer finden. Mit Form meine ich auch, wie gut sollte Dein Deutsch sein? Es gibt einige, die finden daß es so genau richtig ist, andere meinen, Du solltest die Sprache technisch besser beherrschen. Darüber könntest Du nachdenken, willst Du den Akzent literarisch nützen? Dann mußt Du ihn bewusst pflegen, weil die Sprache wirst Du ob Du willst oder nicht, besser lernen im Laufe der Zeit. Wenn Du dies also als einen persönlichen Stil einsetzten willst, um Fremde auszudrücken, mußt Du es bewusst machen.


    Viele Grüße


    Kyra

  11. #11
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    moin,


    hast du sehr schön ausgedrückt, kyra, wie ich finde. auch das was quoth schrieb, von wegen vulkanausbruch - meine, das trifft 100 pro zu auf pjesmas schriftstellerisches potential. wäre ich robert, ich wüsste, was ich tun müsste.


    lg
    e.

  12. #12
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    Hihi, geiles Märchen, kannte ich noch nicht.


    Pjesma, du machst dir über ungelegte Eier Sorgen? Bei mir ist es schon soweit, mir fällt nix mehr ein, schon seit geraumer Zeit. Ich wünschte, es käme ein Mädchen und machte mich unglücklich. Aber Pjesma, im Gegensatz zu dir, mache ich mir keine Sorgen, das Mädchen kommt bestimmt. Solange lese und warte ich.


    Im übrigen schließe ich mich eulalie an, Kyra, hast du gut gesagt (wobei sich nicht immer erkennen läßt, nicht mal unbedingt vom Schreiberling selbst, welches denn nun wirklich sein Thema ist), außer daß du andauernd vom "Künstler" faseln mußt. Und überhaupt: Wieso muß jeder unbedingt Kunst machen, kann er nicht auch einfach nur Texte schreiben, gute oder schlechte? Ich, beispielsweise, habe damit genug zu tun.

  13. #13
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    Lieber Tobias, es ist letztlich völlig wurscht, ob Du Dich Schreiberling oder Künstler nennst. Das kommt auf das gleiche raus, wenn Du es ernst meinst. Außerdem gibt es genauso viele schlechte Künstler, wie schlechte Autoren. Damit ist nichts gesagt über die Qualität. Es ist nur ein Wort, was gesellschaftlich überbewertet wird. Wenn Du oft genug mit denen zu tun hast, ist Dir diese Bezeichnung "Künstler" völlig egal. Es bedeutet so viel wie Lehrer, Anstreicher, Verkäufer, Automechaniker....die Frage ist immer wie gut er/sie in diesem Bereich ist. Das meine Beuys auch mit seiner Aussage "Jeder Mensch ist ein Künstler". Wurde vielfach mißverstanden, daß jetzt jeder Bilder malen soll. Er wollte damit aber ausdrücken, daß jeder Arbeitsbereich so intensiv, so ausfüllend, eben so wie Kunst gemacht werden kann. Es gibt Handwerker die haben mehr Künstlerseele als als Kunstmaler die einfach leicht verkäufliche Bilder routiniert herstellen. Eine Sache so gut wie möglich zu machen, sich immer damit beschäftigen, keinen "Feierabend" haben, das macht einen Menschen zum Künstler - laut Beuys. Wenn die Arbeit, egal ob Schnitzen oder Schreiben sein Leben ist. Der Herrgottschitzer macht dann zwar keine Kunst, will er ja auch nicht, er ist Handwerker, hat aber die gleiche Haltung wie ein Künstler wenn er nachts im Bett noch darüber nachdenkt, ob er lieber Ahorn, statt Buche nehmen soll. Es gibt Computerfreaks, die leben ganau wie Künstler, aber eben in dieser Computerwelt.
    Warum sollen sie jetzt sagen, sie machen Kunst? Es ist nur ein Wort, was eine Haltung zu dem was einer macht beschreibt.
    Es kann Kunst dabei herauskommen, oder aber ein geniales Bauwerk eines Architekten, ein gutes Computerspiel - was auch immer.


    Was ich damit sagen will, niemand muß Angst haben vor dem Wort "Künstler". Es bedeutet erst mal nichts als eine Berufsbezeichnung. Dem sollte erst einmal niemand mehr Respekt
    zollen, als jemandem, der sagt er sei Bauer, Koch, oder Akrobat.


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 07. Oktober 2002 editiert.]

  14. #14
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    kyra, vielen dank für diesen beitrag. ähnliches wollte ich immer schon mal formulieren, hätte es aber nie so gut gekonnt wie du jetzt. aber auch deswegen, weil ich immer das GEFÜHL bekomme, wenn über "künstler" gesprochen wird, daß ich über eine besondere art von mensch rede, es eine sünde ist, sie beispielsweise mit einem handwerker auf eine stufe zu stellen. ich bin froh, daß andere das genau so sehen wie ich.

  15. #15
    rodbertus
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    wäre ich robert, ich wüsste, was ich tun müsste.
    nein, zu wenig formwillen.

    Eule, sie soll vorlegen, nicht darüber erzählen, was geschähe, wenn... Mein Tun beschränkt sich also darauf, das zu tun, was zu tun ist, nicht, was zu tun sein könnte.

  16. #16
    pjesma
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    schönes märchen, kannte ich nicht...wenn du wüßtest wie nahe du mir mit diesem märchen gekommen bist...aber du weißt das sehrwahrscheinlich quoth...und wie nahe an das was ich in moment versuche fertig zu kriegen(herbst war geplant...und es nimmt noch kein ende)...

    vielen dank allen für die antworte sie haben mir sehr geholfen...und an robert auch ein großes dank, ich brauche hin und wieder jemandem der "mehr aktion weniger gelaber sagt"

    lg, pjesma

  17. #17
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    Ich wußte doch, Pjesma, daß du auch "Zwirn im Kopf" hast!

  18. #18
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    erstellt von tt: .....ich bin froh, daß andere das genau so sehen wie ich.

    Ja, mit Beuys hast Du auch einen gewichtigen Vertreter gegen diesen elitären Begriff des "Künstlers". Es ist nur ein Mensch, der die Ware - und es ist eben auch Ware - Kunst produziert. Jeder Künstler will schließlich auch verkaufen, davon Leben. (um nicht 4 mal die Woche Taxi zu fahren, um nicht als Filmvorführer zu arbeiten.)
    Wie der Bäcker auch. Und ich kenne in Köln alleine sicher 20 wirklich gute Künstler, aber es gibt in der ganzen Stadt nur 2!!!! gute Bäcker, die noch selber backen, nach eigenen Brotrezepten, nicht Fertigbackmischungen. Mit zig Brotsorten, die eben zum Backen eine Einstellung haben, wie Künstler.
    Es ist eher ein Jammer, daß es in anderen Lebensbereichen so wenige Menschen dieses Schlages gibt. Gute Automechaniker, gute Küche, gute Metzger, Hutmacher was weiß ich.....
    Wobei gut verkaufen nichts über die Qualität sagt, MacDonalds verkauft auch verdammt gut. Ist aber nur Fraß. So gibt es eben auch schlechte Künstler die gut verkaufen und gute die kaum verkäuflich sind. Weil sie z.B. riesige Plastiken machen, weil sie sehr kluge, aber optisch wenig attraktive Arbeiten machen.

  19. #19
    resurrector
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    AW: die angst des autoren vor dem beenden einer geschichte

    Wie gesagt, wir haben viele Ordner, die sich ums Thema "Autor - Text - Wirklichkeit" drehen. Dieser Ordner ist weniger dem Leergeschriebenseingefühl geschuldet, denke ich.

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