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Thema: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Bargeld ist unter Druck. Nicht nur weil gedankelose und bequeme Konsumenten inzwischen sogar Centbeträge mit 'Karte' bezahlen, sondern vor allem, weil Notenbanken, EZB und auch die Geschäftsbanken massives Interesse haben, das Bargeld zurückzudrängen und am Ende völlig abzuschaffen. Der Kampf gegen Geldwäsche spielt dabei nur die Rolle eines besonders scheinheiligen Vorwands!

    Die Gründe für das massive Interesse an der Abschaffung des Bargelds liegen auf der Hand, sind aber den meisten nicht bewusst:

    - Die Kosten für die Logistig des Bargelds sind ebenfalls unter Vorwand abzuhaken
    - Die totale Abhängigkeit des Bürgers spielt eine viel größere Rolle und ist zwingende Folge einer Abschaffung des Bargelds
    - Die Banken können, wenn nur mehr Konten und Giralgeld existieren, Negativzinsen einführen und so die Bürger enteignen, ohne dass die sich wehren könnten
    - Wer denkt an alte Leute oder Kinder?
    - Wer denkt an Bettler, wer an Leute, denen keine Bank ein Konto kostenlos zu Verfügung stellt, weil sie kein Einkommen haben?
    - Wer denkt an Ausfälle des elektronischen Zahlungssystems?
    - Wer denkt an Totalüberwachung - man kann lückenlos nachvollziehdne, was du wann wo gekauft hast, damit auch wo du wann dich aufgehalten hast

    Neben diesen offensichtlichen Einschränkungen der persönlichen Handlungsfreiheit, wiegt auch das demokratiepolitische Argument schwer. Ohne Bargeld werden die Grundrechte massiv eingeschränkt und die Demokratie praktisch abgeschafft. Die Freiheit der Person und ihre Privatsphäre werden faktisch verschwinden.

    Ohne Bargeld sind wir total versklavte, transparente Untertanen.

    Denkt mal drüber nach.

  2. #2
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Wer denkt an Totalüberwachung - man kann lückenlos nachvollziehdne, was du wann wo gekauft hast, damit auch wo du wann dich aufgehalten hast
    Für mich persönlich...aber auch für viele andere der wohl entscheidende Punkt. Für die kommenden Generationen wird das allerdings keine große Rolle mehr spielen. Viele legen ja heute schon in den Sozialen Medien ihr ganzes Leben offen.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Der für dich entscheidende Punkt ist ja nur letzte in einer langen Reihe von Freiheitseinschränkungen und Entmündigungen. Es geht beim Bargeld um viel basalere und existiellere Fragen. Aber das ist wohl eine Generationenfrage. Ich schätze mal, du bis mindestens eine Generation jünger als ich.

    Ohne Bargeld bist du entmündigt und versklavt. Im vollen Sinne des Wortes. Du bist abhängig von Banken, Finanzinstituten und am Ende von der Willkür des Staates. Du kannst nicht mal ein Brot kaufen ohne Konto und Plastikkarte. Wenn dir jemand den Kontozugang sperrt, bist du auf Gedeih und Verderb auf Almosen, fremde Hilfe und der Willkür anderer abhängig. Wenn du was gespart hast, wenn du dir was weggelegt hast für Notzeiten, dann bist du nicht mehr Verfüger darüber. Verfüger ist die Bank, der Staat.

    Sie können dich mit Negativzinsen beliebig enteignen.

    Da rede ich noch nicht von alten Menschen, die mit Plastikkarten nicht umgehen können. Da red ich noch nicht von Kindern, denen du nicht mal 5 Euro geben kannst, damit sie sich eine Jause kaufen können. Da red ich nicht von Obdachlosen, Arbeitslosen, Bettlern. Die sind dann ohnehin verloren und auf Diebstahl angewiesen.

    Das begreift an sich jeder Hilfsarbeiter und Sonderschüler. Nur unsere so kritische, halbintellektuelle Generation Paypal, Amazon, Smartphone und Whatsapp kapiert das anscheinend nicht. Sorry, aber da kann ich nur noch mit Sarkasmus kommen. Es ist zum Fremdschämen oder Totlachen.

  4. #4
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Ich sehe das gar nicht anders als Du...und unterschätze nicht wie viele Leute das ebenso sehen - weshalb man davon ausgeht, dass uns das Bargeld noch lange erhalten bleibt. Dieses Bargeld wird allerdings immer nutzloser...weil uns immer mehr Institutionen dazu zwingen eine Karte zu benutzen...da sie die Option Bargeldzahlung erst gar nicht mehr anbieten. Die Öffentliche Hand wir das weiterhin anbieten müssen...aber Privatfirmen lassen sich wohl kaum dazu zwingen. Ich sehe das wie Du...entfällt die Möglichkeit der Barzahlung...wird unsere Freiheit stark eingeschränkt. Aber diejenigen...die heute schon alle Daten freiwillig und ungefragt rausrücken...werden das gar nicht als Einschränkung empfinden - bei denen steht die Bequemlichkeit über alles...und die hat ihren Preis. Tut mir leid...wenn ich nun wieder zu Schengen kommen muss...aber das ist für mich fast das gleiche. Weil uns das zu viel ist hin und wieder mal einen Ausweis vorzuzeigen...meinen wir in Schengen ein Stück Freiheit zu gewinnen. In Wirklichkeit passiert genau das Gegenteil - unsere Freiheit wird durch Schengen stark eingeschränkt. Statt an der Landesgrenze zücken wir nun den Ausweis beim Schimmbadbesuch. Um in den Zug zu gelangen...müssen wir künftig erst ein Absperrgitter passieren...bei jedem Volksfest ein riesen Polizeiaufgebot...Auf Weihnachtsmärkten werden Bollwerke errichtet...überall wird mit Überwachungskameras aufgerüstet..usw. Das ist paradox...aber so ticken die Leute heute...

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Schengen ist dasselbe wie der Euro, nur auf anderer Ebene. Hier für Finanztransaktionen, dort für Personen. Schengen ist ein Elitenprojekt wie der Euro. Von Eliten für Eliten. Die Nachteile haben die kleinen Leute.

    Wie Schengen die grenzübergreifende, organisierte Kriminalität erleichtert und befördert, befördert der Euro die organisierte, gewerbsmäßige Finanzkriminalität, Steuerhinterziehung, Geldwäsche etc.

    Kein vernünftiger Bürger/Steuerzahler hat je Schengen oder den Euro gefordert. Das waren Konstrukte von Lobbyisten und Europaträumern, einfältigen, eitlen und selbstgefälligen Politikern untergejubelt.

    Den Schaden hat der Steuerzahler, der einerseits die Rettungspakete für Banken und marode Staaten schultern muss, andererseits mit der gesteigerten Kriminalität und ihren Folgen - wie du geschildert hast - leben muss.

  6. #6
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Ein Elitenprojekt...das stimmt - aber die eigentliche Tragödie ist doch, dass die Studenten diese Eliten auch noch feiern. Schengen wurde vor allem für den gewerblichen Pendelverkehr erfunden, damit es die LKW's einfacher haben. Gleichzeizig beklagen wir aber den zunehmenden Verkehr auf unseren Straßen. Statt den Verkehr aufs Wasser oder auf die Gleise zu verlagern...fördern wir den Straßenverkehr. Den Studenten erzählt man...sie hätten es nun leichter durch Europa zu reisen. So ein Schwachsinn...aber sie fallen darauf herein. Die werden mit Interrail, Erasmus und Co. geködert, damit sie ja die Klappe halten. Sollen sie doch mal ihre Eltern fragen...ob die nicht auch schon durch ganz Europa reisen und überall studieren konnten. Klar konnten sie das...da gab es überhaupt keinen Unterschied zu heute...bis auf den Faktor "Bequemlichkeit". Klar ist das heute etwas bequemer...aber welchen Preis bezahlen wir dafür?! Das steht m.E. in keinem Verhältnis - das ist einfach nur dumm. All die rechten Regierungen..so wie den Brexit...haben wir alleine Schengen zu verdanken.

  7. #7
    Klaus Norbert.
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Klar, Bargeld ist wie Freiheit; an diesem sichtbaren Punkt denke ich an die mir unsichtbaren Punktberge.

    Ich weiß noch, wie unvorstellbar mir das Buch 1984 erschien.

    Ich bedauere es sehr, daß ich legal nicht an 500 Euro-Scheine komme und sie somit nicht verschenken kann.
    Das schöne Geld. Als Kind liebte ich die 50 Pfennig-Münze, mit der Baumfrau auf der Rückseite. Die alte 5 DM-Münze war imposant.
    Als ich das erste Mal DDR-Münzen in den Händen hatte, dachte ich, selbst das Spielgeld bei uns ist schwerer; es paßte dazu, wie ich die DDR wahrnahm.

    Für mich war immer klar, daß die Menschen aus der DDR zu uns gehören, daß wir zusammen gehören. Ich hatte das vermeintliche Glück des höheren Konsums und das tatsächliche Glück der Freiheit. Ich empfinde mich in Deutschland als frei. Wenn ich mich verfolgt oder beobachtet fühle, hat das digitale Gründe.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Ich bin für eine Währungsreform, alles auf einen Zehntel setzen! Ein Pfennig muß was wert sein. Früher konnte ich mir für einen Pfennig ein Bonbon kaufen, für fünf Pfennige gab's ne Kugel Eis in der Eisdiele (gestern mußte ich 1,30 € für eine Kugel bezahlen - das ist eine Verteuerung um 508%! - und für acht bekam ich eine leckere Stange Lakritz. Euro ist irgendwie langweilig. Wie die EU eben.

  9. #9
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Gottlob sorgt der Erdenbürger vor und hat Kryptowährungen erfunden. Ist zwar kein Bargeld, aber notfalls eine sinnvolle und v.a. freie Alternative zum eGeld der Banken :-)

  10. #10
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Tja, da werden sich die Bettler, Obdachlosen, Kinder und alten Menschen freuen, wenn sie ein Brot mit Kryptowährung kaufen können.

  11. #11
    rodbertus
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    sehe ich auch so; kryptowährungen sind dekadent, kapitalistisch und - ich weiß nicht, wie ich es anders nennen soll - gefährlich

  12. #12
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Kryptowährungen sind reinstes Glücksspiel - kapitalistisches Casino! Da kannst du dein Geld gleich bei der Mafia anlegen.

    Sie sind der Schritt in die totale Abhängigkeit von Mächten, die du weder beeinflussen noch annähernd einschätzen kannst. Reinste Spekulation. Ausserdem nicht mal die gesetzliche Einlagensicherung ist gewährleistet. Über Nacht kann alles futsch sein - ohne jede staatliche Sicherheit.

    Und demokratipolitisch sind sie ohnehin das Letzte. Weil eben nicht für jedermann zugänglich, nicht transparent und nirgends 'behebbar'.

    Viel Spaß jedem, der seine Knete in Kryptowährungen anlegt!

  13. #13
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Spielgeld und Glücksspiel trifft es ganz gut. Kann man machen...wenn man auf das angelegte Geld nicht angewiesen ist. Oder man "schürft" selbst, so wie das ein Kumpel von mir macht, dann investiert man "nur" Zeit und die Stromkosten...

  14. #14
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Red face AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Tja, Wirbel, ich glaube, hier harrt Deiner ein gehörigst Maß an Persuasion. Versuch Dein Glück!

  15. #15
    Klaus Norbert.
    Laufkundschaft

    AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Zitat Zitat von rodbertus Beitrag anzeigen

    ... hier harrt Deiner ein gehörigst Maß an Persuasion ...

    Im Sinne der Persuasionstherapie?

  16. #16
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Cool AW: Bargeld - eine Bastion der Freiheit

    Mich versucht er schon seit Jahren zum Kauf von Kryptowährungen zu überreden. Klappte nicht, klappt nicht und wird nicht klappen. Denke ich. Als offener Mensch denke ich jedoch: Versuch macht kluch - jedenfalls im Sinne einer wie auch immer durchgeführten rhetorischen Übung. Für ihn, unser aller Wirbel! Eine Therapie möchte ich das nicht nennen wollen.

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