Vor gar nicht all zu langer Zeit
Königssohn Ed aus Bayern
der ließ sich vor der Krönung schon
als neuen Kaiser feiern.


In einer Kutsch nach neuster Mod'
so fuhr er durch die Lande
und sang den Leuten auf dem Markt
die Mär vom Mittelstande.


Doch an der Elb, am schönen Rhein
sah fragen der Pöbel sich an.
Was sollt der denn besser richten,
was der andere nicht schon kann?


Ed schimpfte und er wetterte
auf den bis weil Monarchen.
Doch indes(s?) das müde Volk
fing alsbald an zu schnarchen.


Drei Kammerdiener rieten ihm,
neues Gewand zu tragen,
und sein Leibarzt verabreichte ihm
Kreide an zehn Mal zehn Tagen.


Selbst ein Duell mit dem Regent
war ihm nicht hold nicht nütze.
Die Kugeln steckten fest im Lauf,
er war ein schlechter Schütze.


Mit Wissenschaft und mit Latein
bracht Ed sich um die Nächte.
Ich glaub sogar in mancher Nacht
beschwor er finstre Mächte.


Er sprach von Friede und von Krieg,
vom Himmel hier auf Erden.
Doch das besorgte schnöde Volk
ließ ihn nicht Kaiser werden.


Zu Weib und Kind kehrte er heim
vom diplomatischen Theater.
Nahm Platz an dem gedeckten Tisch
und weinte um seinen Vater.