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Thema: Abschiedsworte

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Abschiedsworte

    Ich habe ein interessantes Vierteljahr in diesem Forum verbracht. Ich möchte mich bei allen, die mich gelesen, kommentiert, manchmal gelobt, manchmal gerügt haben, herzlich bedanken. Aber es ist an der Zeit zu gehen. Meine Texte sind zuletzt kaum noch wahrgenommen worden. Sie paßten nicht in die Forenwelt, in der größere Formate letztlich fehl am Platze sind. Ich habe mich selbst dabei erwischt, dass ich einen Text erst anlas, wenn ich ihn ein paarmal kommentiert - und nicht zu lang fand.

    Meine Gründe? Ich habe das Manifest von Robert nicht gelesen. Ich konnte mir ganz gut vorstellen, was drinsteht. Dankenswerterweise haben Kyra und Eule sich mit dem Text auseinandergesetzt (Kritikordner im Forum Langzeitprojekte). Es hat mir gereicht, was ich da las. Sowohl Kyra wie Eule genießen mein Vertrauen, was Liberalität, Offenheit und Humanität betrifft - drei Werte, die ich sehr hochhalte. Ich fürchte, sie gelten hier wenig, wenn nicht nichts. Der Newcomer-Verlag will Literatur für ein "Neues Deutschland" verlegen. Aber es ist das alte Deutschland, das Deutschland vor Auschwitz, das hier angepeilt wird. Im wirklichen neuen Deutschland ist der Verlag noch nicht angekommen. Was nicht ist, kann noch werden. Aber die Anzeichen von Ressentiment und Intoleranz, die ich hier (zuletzt im Fall Eulalie) erlebt habe, sprechen für sich. Ein solcher Verlag ist nicht nur chancenlos. Er hat die Chancenlosigkeit auch verdient.

    Gruß an alle
    von Quoth


    Wahrscheinlich werde ich öfter im Blauen Forum anzutreffen sein: http://www.boardy.de/forumdisplay.php3?forumid=558"

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Abschiedsworte

    qouth, du hast`n schaden! ich schätze, du hast eine an die algemeinheit angepaßte moral. das manifest rückt von dieser spießigen moralvorstellung ab, es wird eine meinung kundgetan, die mit den massen nicht konform geht. wer hier intolerant ist, darüber läßt sich diskutieren.


    ich finde das meiste (das meiste!) was ich vom manifest las, auch schwachsinn. ein ziemlich mißlungener text, nicht mehr und nicht weniger.


    falls du bei deiner meinung bleibst, wünsch ich dir eine zukunft, in der du einmal über deine grenzen schauen kannst, ohne gleich den rücken zu kehren.


    [Diese Nachricht wurde von Tobias am 05. November 2002 editiert.]

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Abschiedsworte

    Lieber Quoth,


    egal, wie man zu deiner Entscheidung stehen mag, man muss sie respektieren.
    Tobias Meinung, du hättest einen "Schaden", kann ich nicht nachvollziehen, denn ich kann deine Gründe, uns zu verlassen, verstehen. Zum einen war für deine Art von Literatur hier wohl kein Ort (du hast recht, lange Texte haben es im Internet schwer), ich hatte dazu auch den Eindruck, dass dir an einer echten Diskussion über dein Schreiben nie gelegen war. Du machtest auf mich von Anfang an den Eindruck eines bereits von seinem Werk überzeugten und nicht eines nach Ausdruck Suchenden.
    Das Forum allerdings auf das viel zu häufige weltanschauliche Pubertiergehabe mancher zu reduzieren, ist m. E. zu billig und Robert durch die Blume zum Nazi zu machen sogar eine Unverschämtheit: Feste Meinungen werden oft mit Vorurteilen verwechselt und wie du feste Meinungen für dich in Anspruch nimmst, solltest du das auch anderen zugestehen. Mit Literatur allerdings hat das nichts zu tun. Ich bin auch nie mit Robert einer Meinung und oft genug macht er mich wütend, mit seinen bestenfalls pseudophilosophischen Bestrebungen will ich ebenfalls nichts zu tun haben. Ich habe aber erkannt, dass es keinen besseren Lektor gibt, deshalb gehe ich über seine absurden geisteswissenschaftlichen Ambitionen mit einem Achselzucken hinweg.
    Da dir das nicht möglich ist, musst du wohl ziehen.
    Es ist schade.


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Abschiedsworte

    Also für mich hat die Todestrafe, das Streichen des Asylrechts, die Forderung nach völliger Freiheit für die Wirtschaft, nach völliger Verantwortungslosikeit des Staates dem Bürger gegenüber nichts mit Spießigkeit zu tun. Landesverweise, Richter sollen gehängt werden. Ich werde das Forum ebenfalls verlassen, wenn da nicht eine Richtigstellung erfolgt.
    Das habe ich Robert bereits privat mitgeteilt.

    Ich wäre dafür, daß Robert die letzten 10 Seiten des Manifestes hier reinstellt (oder in den Ordner mit den Kritiken zum Manifest), dann kann sich jeder eine Meinung bilden.


    Nur die Seiten 145 - 153
    Die Forderungen.

    zumindest weiß ich, in diesem "Neuen deutschland" hätte ich als Jüdin kein Asyl gefunden. Hast Du den Text überhaupt gelesen, Tobias?
    Ich bezweifel es. Dagegen war das Programm der Nazis noch supersozial und gerecht.
    Dieses Manifest ist nicht "rechts". Also der vergleich mit Nazis zieht nicht. Da muß ich Klammer recht geben. Aber es ist inhuman. Das ist das entscheidende für mich.
    Vielleicht stellt ja doch einer mal den Text rein. Damit alle wissen, worüber geredet wird.
    Du darfst mir glauben, Klammer, ich bin wahrlich tolerant, was die Meinung anderer Menschen angeht, aber wo es zu Menschenverachtung wird, bin ich nicht mehr dabei. Ich will meine Texte nicht in so einem Verlag sehen.
    Als ich das gestern las, habe ich es noch für einen Scherz gehalten, aber meine Rückfrage bei Robert, läßt mich vermuten, es ist ernst gemeint.


    und, Klammer, auch für einen sehr guten Lektor bin ich nicht bereit, alles zu schlucken. Das hat was mit der persönlichen Moral zu tun. Ich bin nicht käuflich.
    Ich vermute, Du kennst den Text nicht, oder?





    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 05. November 2002 editiert.]

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Abschiedsworte

    ich bin dafür, dass die 'forderungen' des manifestes hier reingestellt werden. dann erst kann sich jeder ein bild machen. dann soll sich äussern, wer mag. und dann sollte Robert seine position darstellen.


    alles andere ist keine diskussion. sondern ein fischen im trüben.


    meine meinung dazu habe ich im dazugehörigen ordner geäussert.

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Abschiedsworte

    Du hast recht, Kyra, ich kenne das "Manifest" nicht. Ich habe das Ganze, du wirst dich erinnern, von Anfang an als die peinliche Totgeburt betrachtet, als die es sich jetzt offenbar herausstellt. Ich werde Roberts Privatmythus des 21. Jhds. mit Sicherheit nicht lesen und werde mich daher auch nicht dazu äußern.(Ich habe allerdings den "Wo." gelesen und kann mir schon vorstellen, worauf das Ganze hinausläuft. Bis heute traue ich mich nicht, meine Meinung über dieses Buch ins Forum zu setzen.)
    Du sagst, du könntest das nicht mehr tolerieren. (Nun, Toleranz ist eh nur ein Märchen, ein verlogener Traum wie der von christlicher Barmherzigkeit. Niemand ist tolerant. Aber das nur am Rande.)
    Aber wo willst du eine Grenze ziehen? Bei Hannemanns CSU-Vorliebe? Das geht noch? Bei hier auch schon geäußerten Aufrufen zur proletarischen Weltrevolution? Geht das noch? Auch wenn zur Gewalt aufgerufen wird? Und eines zumindest kann ich Robert nicht vorwerfen und du auch nicht: Mögen Roberts Meinungen auch starker Tobak sein, er respektiert in seinem Forum völlig andere Auffassungen, er diskutiert, hört zu. Er versucht nie, mir seine privaten Überzeugungen von Recht und Ordnung aufzuzwingen, sie sind ein Angebot, das ich aber nicht annehmen muss.

    Das hat allerdings nichts mit Literatur zu tun. Du hast mir vorgeworfen, ein unpolitischer Mensch zu sein, vielleicht hast du Recht, aber ich halte es da mit Arno Schmidt: "it`s all a nightmare"


    Gruß, Klammer,
    der jetzt zum Wichtigen, nämlich zu seinen Geschichten zurückkehrt.
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  7. #7
    rodbertus
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    Cool AW: Abschiedsworte

    das tut mir leid, kyra. tschüß! (es heißt FOLGERUNGEN, nicht Forderungen. Lern lesen!) Asylrecht soll deshalb abgeschafft werden, weil es überflüssig ist, wenn jeder Mensch dort leben darf, wo er eben will. Das macht vor Juden keine Ausnahme. Soll, also als eine Folgerung aus dem 130 Seiten zuvor entwickelten Gedankengebäude, das keineswegs pseudophilosophisch ist. Ein neues Deutschland gibt es nach meinen Folgerungen nicht, denn der Nationalstaatsgedanke wird abgelehnt. Du, Kyra, hast offenbar so gut wie gar nichts verstanden. Das sollte mir zu denken geben, aber nicht unbedingt so, daß ich Dir itzt einen Vorwurf mache: Ich muß es offenbar noch lernen, mich präziser auszudrücken.
    Kernvorwurf: Todesstrafe. Da ich an den ewigen Kreislauf des Lebens glaube, nicht an die Einmaligkeit des Lebens wie Du (was unjüdisch ist, meine Liebe), kann es auch eine Todesstrafe geben, die aber dadurch ihre Kernbedrohung für alle verliert, die sie per se ablehnen, da man wie im Altertum ein Fluchtrecht besitzt. Daß Richter gehängt werden, liegt in der Natur der Sache. Sie müssen das vor Antritt ihres Amtes für sich entscheiden, ob sie das Amt annehmen wollen. Wenn sie aber das Amt annehmen (das nur eine Zeitlang gelten soll), dann gehen sie dieses Risiko ein. Und schließlich noch was zu dem von Quoth geäußerten Vorwurf des Inhumanen und Intoleranten: Jeder darf in diesen vorgeschlagenen politischen Einheiten leben und so leben, wie er das für richtig hält. Ich nehme aber den Staat aus der Bemutterungsrolle heraus, auch aus der der sozialen Absicherung. Das muß im kleinen Kreis geregelt werden, den meine Monaden ja auch abgeben (sollen). Liberalismus lehne ich ab, weil er egoistisch, umweltzerstörerisch und menschenverachtend ist. Das Ganze allerdings erfolgt unter dem Deckmantel einer anderen zu gewährenden Grundfreiheit. Das ist die Falle.



    till, da weiß ich jetzt im moment nicht, was ich davon halten soll.

    Ich werde in diesen Ordner, der Quoths Abschiedsordner sein soll, keinen Text aus dem Manifest einstellen. Wenn die Blinden weiter von der Farbe reden wollen, sollen sie das tun. Ich könnte hier auch Textkritiken einstellen - aber nur über Bücher, die ich nicht gelesen habe.

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Abschiedsworte

    Aber wo willst du eine Grenze ziehen?


    z.B. wenn jemand in seinem Verlag für die Todesstrafe eintritt. In einem Manifest!
    Robert ist ja nicht nur eine Person, sondern auch gleichzeitig der Repräsentant eines Verlages. Da muß ich mich fragen, will ich damit etwas zu tun haben?
    Es ist ja keine von einem Mitglied mal geäußerte Meinung. Robert steht hier für das Forum.

  9. #9
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    AW: Abschiedsworte

    schade quoth, aber deine entscheidung sei repektiert!
    schade auch deswegen, weil du wohl ein literat durch und durch, ein bücherwurm sondersgleichen bist... -
    leid tut es mir. aber wie du weißt, mit prosa im netz hab ich's nicht so, ist mir zu müßig, sie zu lesen, hab ich tatsächlich auch zu wenig zeit... -
    laß was von dir hören, zuweilen, würde ich mich freuen - und wenn du mal in hamburg sein solltest: bescheid!
    alles gute erst mal,

    wohlwollend grüßt paul

  10. #10
    rodbertus
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    AW: Abschiedsworte

    Ich lese hier immer was von einem Zusammenhang zwischen der Todesstrafe und inhumaner Denkart. Für mich ist eine durch und durch rationalisierte Welt inhuman. Ein Gesetz, das auf der Basis reiner Verstandestätigkeit aufgebaut wird, ist für mich inhuman. Die Todesstrafe ist nur für die inhuman, die an die Einmaligkeit des Lebens glauben. Und für die gibt es in meinem Manifest zwei Auswege, sich nicht der Todesstrafe auszusetzen:

    1. sie suchen sich ein Gemeinwesen, in dem es keine Todesstrafe gibt, schließlich gilt immer noch das demokratische Paradigma, das es den Bürgern in meinen vielen Monaden erlaubt, per Mehrheitsbeschluß die Todesstrafe zu tilgen oder
    2. jemand, der weiß, daß er keinen guten Richter abgeben würde, stellt sich erst gar nicht zur Wahl.

    Abgesehen besteht das Recht zur Flucht, also der freiwilligen Ausreise.
    Damit ist klar, daß jeder, der in einer meiner Monaden lebt, sich freiwillig in ein Verhältnis zur Todesstrafe stellt. Ich halte sie aber für konstitutionell in einem auf Freiheit sich gründenden Gemeinwesen. Daher bleibt sie.

    Schließlich ist hier mitzuteilen, daß mein Manifest eben meine Manifest ist und keine Verlagsveröffentlichung. Ich bin beim Newcomer-Verlag weder angestellt noch bekomme ich Geld für irgendeine meiner Tätigkeiten. Ich gebe aber zu, daß ich dem Besitzer des Newcomer-Verlages freundschaftlich zugetan bin. Das Manifest ist zudem in meiner privaten Almanach-Reihe erschienen. Das Manifest ist eine private Sache.

    Abgesehen davon wette ich drauf, daß die gleichen Leute, die die Todesstrafe "prinzipiell" - oder wie immer sie sich in diesem Wortfeld auch ausdrücken wollen - ablehnen, diese für sich selber doch reklamieren. Eben in liberalistischer Weise heucheln: Selbstmord ist für sie statthaft, die Tötung anderer dagegen "prinzipiell" verboten, weil inhuman.Oder, ich setze noch zwei drauf: sie haben keine Probleme damit, ihre eigene Leibesfrucht bis zu einem Tag X abzutreiben. Sie haben keine Probleme damit, Leute wie Hitler oder Manson zu töten (sofern sie die Macht dazu gehabt hätten), kriegen aber moralische Bedenken, wenn es darum geht, bewußt Regeln brechende Leute, die sich des Risikos vollends bewußt waren, entsprechend zu bestrafen. Das nennt man Doppel-Moral. Widerlich. Mit solchen Leuten will ich in meinem Forum nichts zu tun haben. Also tschüß!

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Abschiedsworte

    Liebe Kyra,


    bleib!


    Ich habe für mich sehr enge moralische Grenzen gezogen, die ich in meinen Geschichten darlege.
    Vielleicht erinnerst du dich daran, wie ich aus ähnlichen Gründen wie du schon einmal ernsthaft mit dem Gedanken spielte, das Forum zu verlassen und hier mehrere Wochen schwieg. Du hast mir das letztlich ausgeredet.
    Tu dir jetzt den Gefallen und nimm dir ein wenig Abstand von deiner Wut, sie ist eine Überreaktion und steht nicht im Verhältnis zu dem Text, wegen dem gestritten wird.
    Dass Robert mal wieder den Freund der harten Schritte spielt und dich beleidigt löscht, steht auf einem anderen Platz.


    Klammer
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  12. #12
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    AW: Abschiedsworte

    und der wind trug sie alle hinfort... -
    wieder kehrte stille ein,
    im moor,
    im niemandsland... -
    ich hatte mir vorgenommen zu bleiben,
    weil die ahnung,
    weil die krähen es mir gekrächzt...-
    wohlan und alles gute,
    meine liebe!

  13. #13
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Abschiedsworte

    Oh je, Kyra, jetzt wirds aber einsam hier. Ich muß gestehen, ich hab das Manifest noch nicht gelesen.


    Das mit der Todesstrafe verstehe ich auch um keinen Deut. Da schließ ich mich deiner Meinung an.

  14. #14
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    AW: Abschiedsworte

    Kyra, das finde ich sehr schade.
    aber ich respektiere deine entscheidung und kann sie auch verstehen.


    was ich nicht verstehen kann, ist die aufregung um das manifest. das ist ein sturm im wasserglas. von der ganzen gesinnungsethik halte ich ohnehin nicht viel. was ich tue, das hat relevanz. was ich sage und meine, glaube und postuliere, das ist zwar schön, aber belanglos, solange keine taten folgen. da halte ich es mit erich kästner: 'es gibt nichts gutes, ausser man tut es.!


    damit will ich keinem wertrelativismus das wort predigen, aber doch ein wenig zur vernunft aufrufen - nach allen seiten,


    liebe grüsse
    eule.

  15. #15
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Abschiedsworte

    Ich habe nichts gegen Robert, mag ihn sogar gerne, sehr gerne. Wirklich!
    Es ist auch nicht so, daß ich ihn ab jetzt verabscheue, ihn als Menschen. Er ist mir dadurch nur fremd geworden. Es ist wie das Ende einer Liebesgeschichte. es macht mich traurig. Ich habe Robert viel zu verdanken. Dafür danke ich ihm auch. Ehrlich und aufrichtig. Werde es ihm auch nie vergessen, bin ein anhäglicher Mensch. Aber bis zu diesem Punkt kann und will ich ihm nicht folgen.
    Aber ich kann nicht in einem Forum bleiben, dessen Leiter und gleichzeitig Vertreter des Verlages sich für die Todesstrafe ausspricht. Als Teil eines Manifestes. Es ist gegen meine Innerste Überzeugung. Meiner Meinung nach hat niemand, kein Mensch, das Recht über andere so zu urteilen.
    Die Gesellschaftsform die Robert anstrebt ist streng reglementiert. Das liegt mir nicht, aber damit könnte ich Leben - als seine Anschauung.
    Mr. Jones hat es schöner formuliert, als ich es kann, im Manifest Ordner.

  16. #16
    rodbertus
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    AW: Abschiedsworte

    Sie gehen und suchen sich neue Heimaten.


    Das ist schade, weil ich doch immer auch das Gegenspiel brauche, um meine Gedanken zu entwickeln; das ist schade, weil sie doch immer das Gegenspiel benötigen, um ihre Gedanken zu entwickeln. Oder irre ich mich hier? Ja, sicher. Es geht um etwas ganz anderes. Der eine erzählt etwas über einen text, den er zwar nicht gelesen hat, dafür aber hat er eine Meinung; die andere liest nur, was sie will, nicht, was eben dasteht. Selektive Wirklichkeitswahrnehmung, die zum Dogmatisieren führt. Und der Blödmann, der den nichtgelesenen Text eines Manifestes mit frakturalem -s- geschrieben hat, der ist auch noch so bescheuert und fordert Textbezogenheit. Wie kann er nur, dieser Nazi? Und dann auch noch eingeschnappt sein, wenn er beschimpft wird? Na so was!


    Ebenso wie sie habe ich auch meine Grenzen der Duldung. Es ist mir nicht möglich, mit jemandem an dessen Texten zu arbeiten, der mich in insgeheim oder öffentlich Nazi oder inhuman nennt und am Ende das noch mit seinem Judentum erklärt. Israel hat auch die Todesstrafe. Das weiß sie wahrscheinlich nicht, weil sie ihr Judentum nur als rhetorisches Kampfmittel einsetzt, aber es nicht lebt.

  17. #17
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Abschiedsworte

    Manche Monster gehören einfach genullt...




    und jedes System entscheidet, was ein Monster ist, oder?
    Die Frau die ihren Mann betrügt und gesteinigt wird?
    Der Mann der in China betrogen hat, und gehängt wird?
    Wie Du sie anwendest ist der Willkür des jeweiligen Gesetztes unterworfen. Die Strafe über Leben und Tod zu verhängen, ist aber etwas nicht rückgängig zu machendes. Auch wenn sich die Anschauung ändert. Du wirst Deine eigenen Begriffe von einem Monster haben, dann mußt Du aber auch anderen zugestehen die ihren zu haben.
    Robert fordert z.B. die Todesstrafe für Ausl?nder die sich mehrerer, auch kleinerer Straftaten schuldig gemacht haben. Die würden dann des Landes verwiesen, für mindestens 10 Jahre. Bei Verstoß gegen dieses Aufenthaltsverbot droht die Todesstrafe.
    Wer ein Befürworter der Todesstrafe ist, muß Robert auch sein persönliche Auslegung, wann sie, die Todesstrafe, angebracht ist, zubilligen.
    Darum bin ich grundsätzlich dagegen. Ohne Wenn und Aber!
    Und komme man mir nicht immer wieder mit den Kindermördern, die stellen den allergeringsten Anteil an Morden. Über die hat Robert sich auch nicht ausgelassen.
    Ich bin gegen die Todesstrafe, selbst bei Kindermördern.
    Man kann nämlich nur ganz dafür sein - oder ganz dagegen. Es gibt nichts dazwischen. Weil es von verschiedenen politischen Systemen immer anders ausgelegt würde. Und, hat sie den Amerikanern was gebracht? Weniger Verbrechen, weniger Opfer?
    Der Staat hat nicht das Recht zu töten. Basta!


    http://www.fu-berlin.de/jura/netlaw/...-rogall01.html






    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 06. November 2002 editiert.]

  18. #18
    zitrin
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    AW: Abschiedsworte

    eine gruppe von monstern ist schnell dingfest gemacht: das sind die befürworter der todesstrafe.

  19. #19
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Abschiedsworte

    ich hab ja mal was gelernt: Krzysztof Kieslowski - Ein kurzer Film über das Töten. 1988. So ein schöner kleiner 80 Minuten Film. Handelt von 2 Morden. Ein handelsüblicher ekliger Taxifahrer Mord und eine staatliche Hinrichtung. Wie Kyra richtig feststellte: Strafen sind immer nur in ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit zu betrachten. Eigentlich würde ein Blick in die Geschichte des 20. Jahrhunderts reichen, um zu dem Thema eine klare Position beziehen zu können. (Mal abgesehen von dem Blick nach drüben: USA) Alle anderen westlichen Staaten -die ich mal ausnahmsweise als zivilisiert im umgangssprachlichen, nicht soziologischen Sinne bezeichnen möchte- hatten ihre Gründe die Todesstrafe abzuschaffen. Ich bin immer noch dafür: erst lesen, dann plappern (geht an alle!).

  20. #20
    schreibt hier hin und wieder
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    18

    AW: Abschiedsworte

    Du meine Güte, ist das alles theatralisch!


    Kyras Ausstieg ist ja noch irgendwie nachzuvollziehen, wenn Sie wirklich konsequent gegen die Todesstrafe ist und eine Mitgliedschaft in diesem Forum eben konsequenterweise nicht mit Roberts Ansicht zu diesem Thema tolerieren kann.


    Daß aber Quoth hier aussteigt mit einem ebensolchen Bezug auf das Manifest, das er NICHT GELESEN hat, ist ja nun wirklich lächerlich.


    Ich habe das Gefühl, daß hier derzeit einige dieses Forum zur puren Selbstdarstellung nutzen - ein möglichst theatralischer Abgang scheint mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen, als eine Ansammlung mehr oder weniger geistreicher Texte. Da fragt man sich wirklich ob solche "Autoren" in dieses Forum gehören ...

  21. #21
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Abschiedsworte

    Kyra: Wer ein Befürworter der Todesstrafe ist, muß Robert auch sein persönliche Auslegung, wann sie, die Todesstrafe, angebracht ist, zubilligen.


    kls: Das ist Schwachsinn.


    In unserer Kultur gelten Vorurteile als persönliche Schwäche. Sie sind stereotyp, affektgeladen und irreversibel. Vorurteile stimmen mit der Wirklichkeit nicht überein. Wer möchte stereotypes und affektgeladenes Denken schon zugeben?


    Vorurteile haben soziale Funktion. Gruppen, die Mitglieder anderer Gruppen abwerten, haben darin die Möglichkeit, sich selber ein Bewusstsein ihrer Überlegenheit zu bilden. Gegen Mitglieder anderer Rassen, Nationalitäten, Religionen, Kulturen und sozialer Kategorien dürfen in der eigenen Gruppe Aggressionen gerichtet werden. Die Mitglieder der "Ingroup" können es sich erlauben, Mitglieder von "Outgroups" negative Eigenschaften zuzuschreiben, die an sich selber wahrzunehmen eigene moralische Normen verbietet. Menschen mit starken Vorurteilen schreiben in der Regel anderen zu, was sie bei sich selber verleugnen. Sich selber einzugestehen, Vorurteile zu haben, ist in der Tat sehr unangenehm. Und niemand mag es anderen gegenüber zugeben.


    Aber als Mitglieder einer bestimmten Familie, Gruppe, sozialen Schicht, Gesellschaft und Kultur haben wir alle Vorurteile. Innerhalb unserer Kultur haben wir nämlich gelernt, was als wahr und falsch, als gut und schlecht, als schön und häßlich gilt.


    Kyra, kommt Dir das bekannt vor? Ja, soweit, so gut. Und nun die Gegenthese.


    Es gibt keine uns umgebende Wirklichkeit, die Abbilder in unseren Augen erzeugt, die zum Gehirn weiter geleitet werden um dort verarbeitet zu werden. Die Ergebnisse der neurophysiologischen Forschung hat diese Auffassung widerlegt. Es gibt keine uns umgebende Wirklichkeit, die wir alle teilen!!!


    Unsere Wahrnehmung kann die äussere Welt nicht abbilden. Unser Gehirn ist ein geschlossenes System ohne Fenster und Türen zur Aussenwelt. Was immer dort draussen vorgehen mag, kann nicht als das, was es ist, sondern nur als elektrischer Impuls Eingang in unser Hirn finden. Kurz: WAS WIR WAHRNEHMEN BRINGEN WIR SELBER HERVOR!


    Soll ich fortfahren? Darauf hinweisen, dass der Begriff von Wahrheit gegenstandslos ist? Dass Wahrheit nicht gleichbedeutend ist mit Realität, dass die Nützlichkeit unser Handel bestimmt? Die Wurzeln unserer Moral im Christentum und der Betonung des Individiums?


    Schlussfolgerung: Wenn jeder Mensch seine Welt, wie er sie wahrnimmt, seine eigene Wirklichkeit und damit sich selber hervorbringt, dann gibt es auch keine andere Möglichkeit mehr, die Verantwortung für sich selber anderen oder äusseren Umständen zuzuschreiben.


    ...kls...

    Ach übrigens: Ich trete auch aus. War ganz nett hier. Besser als der "Blöde Egon".

  22. #22
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    Nein, das ist kein Schwachsinn. Weil es ja bei dem Manifest um eine neue Ordnung geht. Neue Gesetze. Um eine Rechtsordnung. Die kann bisher jeder Staat noch für sich bestimmen.
    So gesehen ist Roberts Forderung nach der Todesstrafe in diesem Zusammenhang:


    Robert fordert z.B. die Todesstrafe für Ausländer die sich mehrerer, auch kleinerer Straftaten schuldig gemacht haben. Die würden dann des Landes verwiesen, für mindestens 10 Jahre. Bei Verstoß gegen dieses Aufenthaltsverbot droht die Todesstrafe.


    Ebenso angemessen - oder auch nicht - wie bei Mord, Verrat, Ehebruch.
    Es gibt da nur ein Ja oder Nein. Keine Relativierung.

    Es geht hierbei ja nicht um eine am Stammtisch gebrüllte Äußerung - "Kopf ab"!
    Sondern um ein Manifest für ein besseres Deutschland. Also wohldurchdacht. Und explizit nur genannt, bei Richtern, die versagt haben, nach einem Urteil und Ausländern, die auf Grund von (auch mehreren minderen) Straftaten des Landes verwiesen werden, dem aber nicht nachkommen. Denen droht sie.
    Völlig unpolitisch kann ich auch ein literarisches Forum nicht sehen. Zumindest nicht, wenn es um Grundrechte geht, die wir bisher hier haben.
    Aber mir ist es egal ob einer CSU wählt oder PSD, vielleicht streite ich mich mit ihm darüber, oder gebe ihm recht. Nur hat dies andere Dimensionen. Nenn es theatralisch.

  23. #23
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Abschiedsworte

    Es sind nur WORTE!


    Robert erlebt es, wir müssen es uns nur angucken. Vielleicht machst Du Dir mal die Mühe, die Umgebung zu analysieren, in welcher Roberts, zugegeben recht hinterwäldlerische Werteordnung, entstanden ist.


    Kyraschatz, da Du gehst, komme ich mit.

  24. #24
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Abschiedsworte

    kls. schrieb:
    Vielleicht machst Du Dir mal die Mühe, die Umgebung zu analysieren, in welcher Roberts, zugegeben recht hinterwäldlerische Werteordnung, entstanden ist.


    Aber auch Robert kann lernen. Das verlangt er schließlich auch von uns, oder?
    Bald ist meine Wut in Worte verraucht.
    Ich streite mich weiß Gott gerne, aber es muß einen Grundkonsens geben.
    Da Robert sich auf Goethe und Schiller bezieht, also aufzuarbeiten hat, warte ich auf seine Einsicht.
    (wahrscheinlich vergeblich




    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 06. November 2002 editiert.]

  25. #25
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    AW: Abschiedsworte

    Das interessiert mich jetzt auch! was ist das eigentlich für eine umgebung? wie meinst du das? ist er umgeben von asozialen Subjekten. Stark zonengeschädigt oder was? los! ich will was hören!

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