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Thema: Nichts

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Nichts

    Nichts ist nicht nichts.


    Die Verwirrtheit des Geistes beginnt dann,
    wenn der Geist bemerkt,
    wie verwirrt doch der Stoff ist,
    über den er sich im Begriff ist Bewußtsein zu erlangen.


    Zweckfreiheit.

  2. #2
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    AW: Nichts

    Kann Nichts sein, wo es das Wesen des Seins ist, daß es ist, und nicht, daß es nicht ist?

  3. #3
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Nichts

    Diese Frage verstehe ich ich erkenntnistheoretisch, bestenfalls in einem randlogischen Sinne und so gar nicht ästhetisch. Wie hättest Du es gern?

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Nichts

    Diese Worte stehen am Ende eines Gedichtbandes, in dem ich mich mit Symbolen nur so verausgabt habe.


    "Nichts" rein als Signifikat betrachtet existiert doch, oder?

  5. #5
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    AW: Nichts

    ich bin der totalitäre nihilist -
    ich glaube nicht einmal, daß es nichts gibt...

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Nichts

    Schon die alten Griechen wußten:


    Nichts kommt von nichts - nichts wird zu nichts.


    Das ist die Urform aller Erhaltungssätze.


    Ob Nichts tatsächlich ist oder vielleicht nur in unserer Vorstellung existiert, läßt sich wohl nicht abschließend klären. Selbst die Naturwissenschaften lehren uns, daß nichts wirklich existiert, was sich einer Messung entzieht. Messung im übertragenen Sinne als sichtbar, fühlbar verstanden. Somit wäre der platzende Reissack in China nicht nur nicht relevant (für uns), sondern existiert ganz einfach nicht.


    Zu Patinas Worten über Geist und Verwirrtheit:


    Vielleicht fängt die Verwirrtheit des Geistes bereits dort an, wo der Geist nicht erkennt, wie trivial doch der Stoff ist, dem er gerade seine Aufmerksamkeit schenkt.


    Last but not least - E.A. Poe würde zu diesem Thema sagen:


    All what we see or seem - is but a dream within a dream.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Nichts

    Dein Poe-Spruch hat romantische Wurzeln: Novalis sprach vom Undeutbaren des Unbedeuteten, von der Phantasie, die selbst nur in einer Phantasie Raum schafft. Ist das die Schaffung des Ichts aus dem Nichts (Böhme)?


    Interessant ist folgende Gewißheit: Die Deutschen glaubten niemals an die Schaffung des Ichts aus dem Nichts. Die Griechen auch nicht, solange sie sich noch ihrer germanischen Wurzeln bewußt waren (Dorische Einwanderung). Alle griechische Philosophie ist Naturphilosophie, geht also vom Ist aus, einen Stoff zu suchen.. Erst mit der Verdrängung des dionysischen Prinzips (Naturkreislauf) und der Einführung neuer Götter durch Sokrates (ja, er war schuldig!) - und das Licht kam aus Osten zu uns, nannte Hölderlin das Eindringen Apolls - werden Regeln aufgestellt, die nur dann Folgsamkeit nach sich ziehen, wenn der Mensch das Bewußtsein einer Selbstbewußtheit haben kann, sich also selbst setzt. Er tritt aus dem Kreislauf und wird ein Mikrokosmos. Apollon statt Dionysos, wie's Vater Nietzsche so schön erkannte. (Hab Dank dafür, mein Freund.)


    Jetzt zu Bowle: Das Ichts war immer schon. Das Nichts ist zwischen dem Ichts, aber es ist nicht der Anfang von allem! Die jüdische Schöpfungsmythologie ist Lug, es sei denn Gott hatte die Idee dazu, aber das ist auch keine Schöpfung aus dem Nichts - harhar- : Gott war immer, mithin ist Er Kraft, Geist, Wort, Bewegnis. Wie übersetzt Du LOGOS?

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Nichts

    Logos streng übersetzt: griechisch das Wort. Wird aber auch mit Vernunft gleichgesetzt. Natürlich ist auch die Logik in diesem Begriff enthalten. Der Logos bestimmt unser abendländisches Denken. Die Unterteilung in oben und unten, gut und böse, usw. Manche sehen auch in dem Logos das Männliche, während der Frau die Emotion zufiel. Mußte sich die Frau nicht dieser Art zu denken ständig unterordnen?

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Nichts

    Nur Dummköpfe und Kompensationsjünger stellen das Emotionelle unters Logische. Das Logische aber ist schon männlich dominiert; allerdings möchte ich bestreiten, daß die Emotion der Frau schlechthin zugeordnet werden darf. So klein und häßlich will ich mein Geschlecht dann auch nicht machen. Ich lebe aus dem Gefühl und suche mir Erklärungen. Das klappt auch.
    Diese logischen Dummköpfe beweisen Dir, daß zwei und zwei fünüff ist, aber einen Schuh können sie nicht zubinden und fallen, pladautz, auf die Schnauze. Allerdings muß es auch die Nichtschuhzubinder geben, sie erinnern ans Menschsein und vermögen es, Tore zu öffnen, wobei sie nicht erkennen (erfühlen) können, was eigentlich Bedeutsames hinter diesen Toren west. Und darum muß man beides können, zumindest verstehen (können).
    Liebes Bowlw, was die sogenannte Gleichbehandlung der Geschlechter betrifft, so muß ich Dir leider mitteilen, daß ich kein Vertreter der sog. Gleichberechtigung bin. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, dementsprechend - so plausibel es ist - verschiedene Ausrichtungen. Über- und Unterordnung gibt es jeweils, fraglich ist nur die gesellschaftliche Bewertung. Daran kann gearbeitet werden. Amen.
    Ist jetzt egal, weil nicht Ordnerthema.


    Also, wir waren beim Nichts stehengeblieben: Paul kennt das tu quoque-Argument nicht! Indem Du das, was Du da behauptest, behauptest, behauptest Du, daß etwas behauptet werden kann. Du beißt Dir also selbst in den Schwanz. Lösung: aus dem Kreis treten und dem Schwanzbeißer zusehen.
    H., natürlich kann Nichts sein, es ist ein Begriff. Ein Begriff muß nicht unbedingt mit Etwas gefüllt sein, um Begriff sein zu dürfen. Nimm die Tangente. Ihre Definition verlangt, daß sie den Kreis an einem Punkt berührt. De facto ist das nicht möglich, trotzdem erkennen wir die Existenz einer Tangente an. (In Magdeburg nennt man die Stadtautobahn übrigens so, was mich seit Jahren ergötzt.) Das Nichts hat hier - um mit Marx zu sprechen - materielle Gewalt gewonnen. Eigentlich ist eine Tangente nicht, tatsächlich aber ist sie zwanzig Kilometer lang. (Jetzt komme mir hier keiner nominalistisch!)
    Das Nichts können wir uns auch so vorstellen: als Erinnerung an ein Gewesenes, als Hoffnung auf ein Kommendes. EINST, ein wundervolles Gleichnis für den Begriff des Nichts.


    (Ich möchte jetzt aber nicht in den Geruch geraten, selbst an eine Schöpfung aus dem Nichts zu glauben. Definitiv: Ich glaube an keine Schöpfung aus dem Nichts. Gott war immer und ist ewig.)

  10. #10
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    AW: Nichts

    Ha, da fällt mir von Strindberg das "Traumspiel" ein, welches ich las und sah - wunderbar, die verschlossene Tür, um die sich alles dreht und die sich am Ende endlich öffnet und dahinter endlich undendlich nichts und dann standen sie da, der gläubige, der mathematiker, der philosoph und noch einer, hab ich vergessen, aber der streit ging weiter, alle fühlten sich ungemein bestätigt, der gläubige vorweg: aha, wußt ichs doch, aus nichts schuf gott die welt... -
    kinders, nehmt die kohlen nicht mit der hand aus dem feuer...

    Buchtipp: "Nichts", von Ludger Lütkehaus, Haffmans - 756 Seiten: muß was dran sein, am Nichts...

  11. #11
    rodbertus
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    AW: Nichts

    Es war das Dunkel, das war, Paul. Und jeder kann hinein setzen ins Dunkel, was er eben möchte. das ist das Geheimnis des Schöpfens, eben aus einem scheinbaren Nichts das Wesentlich zu evozieren. Das muß für jeden ETWAS sein!

  12. #12
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    AW: Nichts

    oder war es hell? oder grün? oder hat?s nur aus dem nichts gebummst? schätze ganz so einfach is das nicht? oder eben gerade doch... - viel zu einfach...!
    wie dem auch sei, draussen ist's dunkel, ich schöpfe mir noch einen schönen fisch aus dem brunnen, dann ist's aber auch zeit zu harken...

  13. #13
    rodbertus
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    AW: Nichts

    Das ist die größte Überwindung des herkömmlichen Denkens, die eigenen Grenzen zu überschreiten. Wie kann es auch nur denkbar sein, daß etwas EWIG ist. Wie kann es vorstellbar sein, aus einem Nichts ein Ichts zu generieren? Die Antwort ist einfach: Man setzt ein Drittes, Kräfte, Bewegung, Druck, Energie und dergleichen mehr. Fehler! Dann ist ja doch etwas da gewesen.


    Aus dem Nichts läßt sich nichts gewinnen. Es gab immer ein Ichts. Also ist die Schöpfung aus dem Nichts irrsinnig, gottungemäß und dergleichen mehr.


    Das Nichts ist also nicht. Das Ichts war immer. Es vergeht auch nichts. Alles bleibt. Es ändert nur die Anordnung, die Raum- und Zeitverhältnisse, Druck- und Lichtdurchlässigkeit, weißdergeier.


    Wer harkt, hat mehr vom Leben.

  14. #14
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    AW: Nichts

    Ichts. das hat dir der wind geflüstert. oder wars die amsel am morgen? oder die am abend?
    Ichts. dazu sage ich nichts...

  15. #15
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Nichts

    Die Mystiker kommen ohne diese Andenke nicht aus. Der Herausgeber eines numerologischen Lexikons, Helmut Werner, schreibt:
    Das Nichts darf man sich keinesfalls als Leere vorstellen, sondern als die Summe aller möglichen Welten und den Ursprung des Seins. Die Griechen bezeichneten den Zustand, welcher der Welt vorausging, als Chaos (gähnende Leere)..
    Hier haben wir gleich zwei Fehler auf einmal:
    • Die Griechen gibt es hier nicht. Die Eleaten sahen diese Dinge (Das Wesen des Seins ist das Nichts.) anders als die Milesier, die immer nach dem Urstoff suchten. Eine rein rechnerische Grundlegung des Nichts ist sinnlos, weil Mathematik auf Axiomen beruht, mithin nur ein Gedachtes ist, in seinem Grundcharakter bestenfalls Spekulation sein kann. In diesem hermetischen System ist schlichtweg alles möglich, auch, daß zwei und zwei fünüff sind. Akrobatik, Rabulistik, aber nichts Greifbares.
    • Das Chaos kann kaum mit gähnende Leere übersetzt werden. Ich habe wenigstens zwei anderslautende Übertragungen, die deutlich machen, was hier anders ist: A) - der verworrene, ungeordnete, gesetzlose Urzustand der Welt, aus dem der Kosmos, d.i. die geordnete Welt, hervorging (Hesiod)
      B) - bei Germanen und Griechen ein furchterregender Abgrund, bei den Babyloniern das die Erde verschlingende Weltmeer (W. Wundt)
      Es fällt auf, daß beide Begriffsbestimmungen des griechischen Chaos eben stofflich sind. Chaos ist nicht Nichts.


    Ich möchte jetzt lieber nicht vermuten, was Herrn Werner, der als ein Fachmann auf dem Gebiet nicht mehr gelten kann, dazu bewogen haben mochte, das Nichts als Leere auch nur anheischig zu machen. Es dürfte vielmehr klargeworden sein, daß es ein Nichts nie gab. Sollen denn die Zwischenräume zwischen dem Ist ein Nichts sein? Soll das Nichts durch ein Etwas umgrenzt sein? Was ist denn das für ein Schafscheiß?
    Selbst ein Rattenloch hat Haare. Amen.
    Gott schuf die Welt nicht aus dem Nichts, sondern aus dem Ichts. Das ist es, was Jakob Böhme erkannte, was heute aber keiner mehr wahrhaben will.

  16. #16
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    AW: Nichts

    klingt gut und plausibel - v.a. in anbetracht dessen, daß mir das tohuwabohu ein gar liebes kind ist - muß ich noch ein wenig nachdenken - nehm ich mal beide an der hand, links das chaos, rechts das nichts, tanze icht mal schön ringelreihen mit den beiden, vielleicht entdecke ich etwas - werde dann berichten...

  17. #17
    Tochter aus gutem Hause
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    Post es geht um nichts

    der sinn des lebens. es geht um den sinn des lebens. um nichts weniger als den übersinn des lebens. um den sinn des überlebens. überlegen sie! ohne sinn kein leben. jeder lebt über den sinn. über sinn und zweck. zwecklos. sinnieren sie nicht! übersinnen sie erst recht nicht! der sinn ist leblos. das leben ist sinnlos. überlegen ist zwecklos. wer über den sinn lebt, unterliegt dem zweck. und wer überlebt schon den zweck! der zweck ist heilig. und er mittelt den sinn. über das leben. der gemittelte sinn legt sich über das leben. aber er unterliegt dem zweck. nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck. keiner überlegt das leben. wer überlegt, zweckt die mittel, heiligt den sinn. drum sinnt nicht! besinnt nicht! belegt nicht den sinn mit dem zweck. bemittelt vielmehr das leben vom sinn! sinnlich überlebt der zweck die mittel. der heilige mittelt das leben. heiligt mir die mittel. die mittel vom mass. mittelt mir das mass der dinge. masst mir die mitte. das ist der sinn des labels. es geht um das label. um nichts als das label.

    *

    der sinn des lesens. es geht um den sinn des lesens. um nichts weniger als den übersinn des lesens. um den sinn des überlesens. überleben sie! ohne sinn kein lesen. jeder liest über den sinn. über sinn und zweck. zwecklos. sinnieren sie nicht! das lesen ist sinnlos. überlesen ist zwecklos. wer über den sinn liest, unterlässt den zweck. der zweck ist heilig. und er mittelt den sinn. über das lesen. der gemittelte sinn erliest sich über den zweck. aber er überlässt das leben. das mittel ist heilig! es überliest den zweck. wer überliest, zweckt die mittel, heiligt den sinn. drum sinnt nicht! besinnt nicht! belest nicht den sinn mit dem zweck. bemittelt vielmehr das lesen vom sinn! sinnlich überlese der zweck die mittel. der heilige mittelt das lesen. heiligt mir die mittel. die mittel vom mass. mittelt mir das mass der dinge. masst mir die mitte. das ist der sinn des lesens. es geht um das lesen. um nichts als das lesen.


    (c) johannes reichhart

  18. #18
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: es geht um nichts

    Na ja - jetzt übertreiben's aber a bisserl ... gähn ...

  19. #19
    rodbertus
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    AW: es geht um nichts

    Soll ich die Mitte nun massen oder messen? Soll ich drüber weglesen, daß hier einer kalauert? Ich tu's, und siehe: Der Text verschwindet. Wech isser.

    Bemerkenswert: Till kömmt ohne Ö und Ü aus.

  20. #20
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: es geht um nichts

    Das Lesen ist sinnlos, doch das Lesen zu überlesen zwecklos.

    Eulenspiegel, ich möchte schon mittags mit Dir auf einer Parkbank in der Sonne sitzen und bis in einen späten Abend über den Sinn schlechthin filousofieren. Über jeden beliebigen Sinn, nur nicht über den Sinn von scheißhausordnungverschreibenden Großmüttern.

    Host mi?

  21. #21
    Tochter aus gutem Hause
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    Post AW: es geht um nichts

    vielen dank für eure sinnreichen vermerkungen zu diesem zwecklosen text;

    bei dir griffon hats wenigstens zum einschlafen getaugt

    und du robert konntest sogar einen zipfel des nirwana erhaschen

    und hannemann, ja so eine virtuelle parkbank ist schon was schönes, drum häng ich mal einen weiteren text vom sinn hier an,

    gruss eule,
    sinnvern/dichter.


    über sinn und zweck

    sinn bedingt einen zweck. der zweck dient dem sinn. wer sich auf sinn einlässt, steckt im zweckzwang. zum beispiel die existenz. sage ich, dass meine existenz, die existenz des menschen überhaupt, die existenz des universums gleich, dass dieser existenz ein sinn zu grunde liegt, so ist sie einem zweck untergeordnet. sie dient dem zweck. so hoch dieser auch sei. die existenz dient dem zweck und ihre sinnhaftigkeit liegt in der erreichung dieses ziels. erreicht sie es nicht, war sie sinnlos. für die individuelle existenz ist das vernichtend. manchmal ist selbstmord die konsequenz. meist aber sind wir inkonsequent. doch das ist hier nicht die frage. ich frage mich, welche existenz ich bevorzugen würde: eine zweck-lose oder eine zweckhafte? welche wäre höher einzustufen, erhabener? vom standpunkt der freiheit wohl zweifellos die zweck-lose oder besser zweckfreie existenz. die andere hat von anfang an keine wahl. sie muss dem zweck dienen. andernfalls ist sie gescheitert. der sinn der existenz bringt die unterwerfung unter einen zweck. ohne ihn ist die sinnfrage leer. wer die freiheit wählt, muss auf den sinn verzichten. - wir sind es nicht gewohnt, unsere existenz zweckfrei zu sehen. von anfang werden wir gefüttert. mit wünschen, befehlen, vorgaben, zielen. der mensch wird mit tradition beladen, bis er zusammenbricht: erziehung, moral, religion, ethik, pflicht. die wertschätzung seiner mitmenschen hängt davon ab, wie er die an ihn gestellten forderungen erfüllt. mehr oder weniger unkritisch werden sie verinnerlicht. die masse übernimmt die vorgegebenen ziele. eine minderheit setzt sich selbst ziele. das gilt gemeinhin als emanzipatorischer akt. ganz wenige negieren einen sinn der existenz grundsätzlich. - warum auch immer. wir suchen hinter jedem ereignis einen sinn. vielleicht, weil wir in kausalitätsketten denken. vielleicht legen wir deshalb unser leben an die sinnkette? übertragen wir die ursache-wirkungsfolge einfach in die sinn-zweckebene? weil wir wissen, dass alles seine ursache hat, muss auch alles seinen sinn haben? einerlei. es ist ein faktum, dass wir zwanghaft jedem ereignis einen sinn zuordnen. wo dies nicht gelingt, erschrecken wir. sinnlosigkeit erfüllt uns mit angst.

  22. #22
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: es geht um nichts

    Genau das passiert, wenn jemand nicht ausgelastet ist. Er verstrickt sich in einen circulum vitiosis.
    Zur Freiheit und Notwendigkeit ist nur soviel zu sagen, lieber Till, als daß Du die Freiheit hast, Dir einen Zweck und damit auch einen Sinn zu setzen. In Deiner Brust ist Deine Tat noch frei, doch einmal entlassen aus dem sichern Kasten, gehört sie jenen tückschen Mächten an, die keines Menschen Kunst vertraulich macht. Dann stehst Du da, in diesem hoffnungslosen Zirkel, Du brichst heraus nur durch Gewalt, und streunend falten graue Katzen Dir einen Alabasterbrief in ungeprüften Tiefen.

    Noch einmal, wer sich im Ursache-Wirkung-Kausalnexus befindet, kann einen unendlichen regressus erzeugen, der außerhalb jedes Sinnes bleibt, denn den Sinn einer Sache setzt der Mensch in einem Akt freien Willens, manchmal auch gezwungenermaßen.

    Zur Erweiterung Deines Horizonts empfehle ich heute neben dem üblichen Einnehmen von Rhizinusöl die Lektüre eines Lorenz-Schülers namens Irenäus Eibl-Eibesfeld -der Mann heißt tatsächlich so-, der sich mit substantiellen Homologien befaßte, anders gesagt, mit der Erweiterung unserer transzendenten Erfahrungsfähigkeit, die man auch eine anthropologische Konstante nennen kann, also unseren Willen danach.

  23. #23
    Kurzvormabschussiger
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    AW: es geht um nichts

    nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck
    nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck
    nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck
    sinn
    leblos
    nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck

    die ewige sanduhr des lebens dreht sich immer wieder um, und du mit ihr, stäubchen vom staube!

    ich fand es ganz interessant. ein wenig zu weit getrieben, mit den reimen und dem sinn.
    der ewige bandwurm des lebens...
    gru&
    ariadna.

  24. #24
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Was denkst du? Nichts.

    "Was denkst du?"
    "Nichts................. und du?"
    "Eigentlich auch nichts."
    "Dann ist es ja gut."


    Gar nichts ist gut! Kann Frau oder Mann nichts denken? Kann Frau oder Mann Nichts denken? Oder denkt Frau oder Mann nur nichts Bestimmtes? Oder aber auch, denkt Frau nur nichts?

  25. #25
    Gorgias
    Status: ungeklärt

    AW: Nichts

    1. Niemand denkt.
    2. selbst wenn jemand denken würde, ist es doch nicht erkennbar.
    3. Selbst wenn es erkennbar wäre, ist es doch nicht mitteilbar.


    ...denke ich.


    Gruß, Gorgias

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