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Thema: Nichts

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post es geht um nichts

    der sinn des lebens. es geht um den sinn des lebens. um nichts weniger als den übersinn des lebens. um den sinn des überlebens. überlegen sie! ohne sinn kein leben. jeder lebt über den sinn. über sinn und zweck. zwecklos. sinnieren sie nicht! übersinnen sie erst recht nicht! der sinn ist leblos. das leben ist sinnlos. überlegen ist zwecklos. wer über den sinn lebt, unterliegt dem zweck. und wer überlebt schon den zweck! der zweck ist heilig. und er mittelt den sinn. über das leben. der gemittelte sinn legt sich über das leben. aber er unterliegt dem zweck. nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck. keiner überlegt das leben. wer überlegt, zweckt die mittel, heiligt den sinn. drum sinnt nicht! besinnt nicht! belegt nicht den sinn mit dem zweck. bemittelt vielmehr das leben vom sinn! sinnlich überlebt der zweck die mittel. der heilige mittelt das leben. heiligt mir die mittel. die mittel vom mass. mittelt mir das mass der dinge. masst mir die mitte. das ist der sinn des labels. es geht um das label. um nichts als das label.

    *

    der sinn des lesens. es geht um den sinn des lesens. um nichts weniger als den übersinn des lesens. um den sinn des überlesens. überleben sie! ohne sinn kein lesen. jeder liest über den sinn. über sinn und zweck. zwecklos. sinnieren sie nicht! das lesen ist sinnlos. überlesen ist zwecklos. wer über den sinn liest, unterlässt den zweck. der zweck ist heilig. und er mittelt den sinn. über das lesen. der gemittelte sinn erliest sich über den zweck. aber er überlässt das leben. das mittel ist heilig! es überliest den zweck. wer überliest, zweckt die mittel, heiligt den sinn. drum sinnt nicht! besinnt nicht! belest nicht den sinn mit dem zweck. bemittelt vielmehr das lesen vom sinn! sinnlich überlese der zweck die mittel. der heilige mittelt das lesen. heiligt mir die mittel. die mittel vom mass. mittelt mir das mass der dinge. masst mir die mitte. das ist der sinn des lesens. es geht um das lesen. um nichts als das lesen.


    (c) johannes reichhart

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: es geht um nichts

    Na ja - jetzt übertreiben's aber a bisserl ... gähn ...

  3. #3
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: es geht um nichts

    Soll ich die Mitte nun massen oder messen? Soll ich drüber weglesen, daß hier einer kalauert? Ich tu's, und siehe: Der Text verschwindet. Wech isser.

    Bemerkenswert: Till kömmt ohne Ö und Ü aus.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: es geht um nichts

    Das Lesen ist sinnlos, doch das Lesen zu überlesen zwecklos.

    Eulenspiegel, ich möchte schon mittags mit Dir auf einer Parkbank in der Sonne sitzen und bis in einen späten Abend über den Sinn schlechthin filousofieren. Über jeden beliebigen Sinn, nur nicht über den Sinn von scheißhausordnungverschreibenden Großmüttern.

    Host mi?

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    Post AW: es geht um nichts

    vielen dank für eure sinnreichen vermerkungen zu diesem zwecklosen text;

    bei dir griffon hats wenigstens zum einschlafen getaugt

    und du robert konntest sogar einen zipfel des nirwana erhaschen

    und hannemann, ja so eine virtuelle parkbank ist schon was schönes, drum häng ich mal einen weiteren text vom sinn hier an,

    gruss eule,
    sinnvern/dichter.


    über sinn und zweck

    sinn bedingt einen zweck. der zweck dient dem sinn. wer sich auf sinn einlässt, steckt im zweckzwang. zum beispiel die existenz. sage ich, dass meine existenz, die existenz des menschen überhaupt, die existenz des universums gleich, dass dieser existenz ein sinn zu grunde liegt, so ist sie einem zweck untergeordnet. sie dient dem zweck. so hoch dieser auch sei. die existenz dient dem zweck und ihre sinnhaftigkeit liegt in der erreichung dieses ziels. erreicht sie es nicht, war sie sinnlos. für die individuelle existenz ist das vernichtend. manchmal ist selbstmord die konsequenz. meist aber sind wir inkonsequent. doch das ist hier nicht die frage. ich frage mich, welche existenz ich bevorzugen würde: eine zweck-lose oder eine zweckhafte? welche wäre höher einzustufen, erhabener? vom standpunkt der freiheit wohl zweifellos die zweck-lose oder besser zweckfreie existenz. die andere hat von anfang an keine wahl. sie muss dem zweck dienen. andernfalls ist sie gescheitert. der sinn der existenz bringt die unterwerfung unter einen zweck. ohne ihn ist die sinnfrage leer. wer die freiheit wählt, muss auf den sinn verzichten. - wir sind es nicht gewohnt, unsere existenz zweckfrei zu sehen. von anfang werden wir gefüttert. mit wünschen, befehlen, vorgaben, zielen. der mensch wird mit tradition beladen, bis er zusammenbricht: erziehung, moral, religion, ethik, pflicht. die wertschätzung seiner mitmenschen hängt davon ab, wie er die an ihn gestellten forderungen erfüllt. mehr oder weniger unkritisch werden sie verinnerlicht. die masse übernimmt die vorgegebenen ziele. eine minderheit setzt sich selbst ziele. das gilt gemeinhin als emanzipatorischer akt. ganz wenige negieren einen sinn der existenz grundsätzlich. - warum auch immer. wir suchen hinter jedem ereignis einen sinn. vielleicht, weil wir in kausalitätsketten denken. vielleicht legen wir deshalb unser leben an die sinnkette? übertragen wir die ursache-wirkungsfolge einfach in die sinn-zweckebene? weil wir wissen, dass alles seine ursache hat, muss auch alles seinen sinn haben? einerlei. es ist ein faktum, dass wir zwanghaft jedem ereignis einen sinn zuordnen. wo dies nicht gelingt, erschrecken wir. sinnlosigkeit erfüllt uns mit angst.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: es geht um nichts

    Genau das passiert, wenn jemand nicht ausgelastet ist. Er verstrickt sich in einen circulum vitiosis.
    Zur Freiheit und Notwendigkeit ist nur soviel zu sagen, lieber Till, als daß Du die Freiheit hast, Dir einen Zweck und damit auch einen Sinn zu setzen. In Deiner Brust ist Deine Tat noch frei, doch einmal entlassen aus dem sichern Kasten, gehört sie jenen tückschen Mächten an, die keines Menschen Kunst vertraulich macht. Dann stehst Du da, in diesem hoffnungslosen Zirkel, Du brichst heraus nur durch Gewalt, und streunend falten graue Katzen Dir einen Alabasterbrief in ungeprüften Tiefen.

    Noch einmal, wer sich im Ursache-Wirkung-Kausalnexus befindet, kann einen unendlichen regressus erzeugen, der außerhalb jedes Sinnes bleibt, denn den Sinn einer Sache setzt der Mensch in einem Akt freien Willens, manchmal auch gezwungenermaßen.

    Zur Erweiterung Deines Horizonts empfehle ich heute neben dem üblichen Einnehmen von Rhizinusöl die Lektüre eines Lorenz-Schülers namens Irenäus Eibl-Eibesfeld -der Mann heißt tatsächlich so-, der sich mit substantiellen Homologien befaßte, anders gesagt, mit der Erweiterung unserer transzendenten Erfahrungsfähigkeit, die man auch eine anthropologische Konstante nennen kann, also unseren Willen danach.

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: es geht um nichts

    nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck
    nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck
    nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck
    sinn
    leblos
    nur das mittel ist heilig! es überlebt den zweck

    die ewige sanduhr des lebens dreht sich immer wieder um, und du mit ihr, stäubchen vom staube!

    ich fand es ganz interessant. ein wenig zu weit getrieben, mit den reimen und dem sinn.
    der ewige bandwurm des lebens...
    gru&
    ariadna.

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    Nichts

    nichts

    nichts ist besser als nichts
    nichts ist schöner als nichts
    nichts ist vollkommener als nichts

    nichts, was war und ist
    nichts, was kommt
    ist mehr als nichts

    alles ist nichts
    am anfang und am ende

  9. #9
    Carlo Tr.
    Status: ungeklärt

    AW: Nichts

    Und das Gedicht ist auch nichts.
    Zumindest nichts Lesenswertes.

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Nichts

    so seltsam ist die liebe, die schweigt und verse schreibt;
    wenn gar nichts von mir bliebe, sie selber ist und bleibt.

    ausführlicher später

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Nichts

    lieber Unregistrierter, natürlich ist das Gedichtlein auch nichts, das hast du fein erkannt!

  12. #12
    Carlo Tr.
    Status: ungeklärt

    AW: Nichts

    Dann solltest Du besser nichts schreiben...

  13. #13
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Nichts

    Ein feines Gedichterl nur, vielleicht möchte der/die Autor(in) den Schluss nochmal überdenken!

  14. #14
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Nichts

    Ich gehe da mit d.p.; es ist fein gesponnen, das Wie. Beinahe mantrisch. Nur am Inhalt stoße ich mich. Wie das gehen mag, willst Du fragen, da es doch das Nichts ist, das Du thematisierst. Wirklich? Im katholischen Umfeld Östreichs mag sich ein Lutheraner wie Böhme nicht behaupten können, dessen Weltsicht ich nun mit der Muttermilch aufgesogen, darum will ich Nordmann Dir das verklickern: In dem Augenblick, in dem Du das Nichts als einen Maßstab benützt, hebst Du den Gedanken des Nichts ins Ichts. Da muß ja dann etwas sein, andernfalls würde das Nichts nicht sein. Wenn ich das Nichts allerdings als ein Nichtsein setzte, würde alles zusammenfallen, denn das Ichts benötigt das Nichts wie umgekehrt das Nichts das Ichts benötigt. Die Welt ist aus Gegensätzen aufgebaut, die ewig bleiben.

    Schlußendlich kann daraus nur folgen, daß das Nichts nie allein gewesen ist. Und diese Vorstellung kann einem, der an den Urknall glaubt, nun gar nicht behagen.

    Es war alles schon immer da. Es ändern sich nur Formen und Anordnungen. hare krishna

  15. #15
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Nichts

    Mit dem Nichts ist es so eine verflixte Sache. Denk man es kursiv, logisch, intellektuell, führt es bloß zum Widerspruch, der Begriff ist eine contradictio in adjecto. Dennoch kommt das Denken davon nicht los. Umfasst es doch das Gegenteil von allem, was ist, was wir wissen, was wir kennen. Das was wir (oder nur ich?) ersehnen und nie erreichen können. Mit dem Nichts verhält es sich ähnlich wie mit der Zeit. Von Augustinus stammt angeblich der Satz, 'Fragt man mich nach der Zeit, weiß ich nicht, was sie ist. Fragt man mich nicht, weiß ich es.'

    Der Schluß gefällt mir auch nicht. Vielleicht sollte ich ihn einfach weglassen, ins Nichts fallen lassen.

    Mit dem Ichts weiß ich nichts anzufangen. Was soll das sein?

    So und jetzt geh ich Nomadisieren, Wandern, Hohe Wand, Springlessteig hoch, ein Bier im Hubertushaus, dann weiter zur Kleinen Kanzel über den Leitergraben und zur Weicherthütte. Dort 2. Bier, danach Rückkehr zum Hubertushaus und Abstieg. Heissa!
    Geändert von eulenspiegel (01.09.19 um 08:17 Uhr) Grund: fehlt was

  16. #16
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Nichts

    Phxsiker versichern, dass es das Nichts nicht gibt. Auch wenn scheinbar nichts da ist, gibt es Quantenfluktuationen. Und die sind nicht Nichts, sondern höchstens kaum etwas.
    (kaum etwas ist besser als nichts
    Kaum etwas ist schöner als nichts)

    Am Schluß gefiele mir
    "alles ist nichts
    vor dem anfang und nach dem ende"
    besser.

  17. #17
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Nichts

    Die Deutsche Bahn verwendet das Nichts.


  18. #18
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Nichts

    Nichts ist ein Indefinitpronom. Indefinitpronom.

    Ich wußte das nichts, ich kenne mich mit den aufgeschriebenen Regeln nicht aus.

  19. #19
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Nichts

    @ K N: 'Nichts abstellen' beleuchtet schön die Absurdität des Begriffs nichts! Man kann es immer 2-fach lesen: einmal 'Nichts' als Subjekt, als scheinbar nicht leerer Begriff, das ist dann absurd. Man kann nicht 'Nichts' abstellen. Das andermal als bloße Negation im Sinne von 'hier soll kein Gegenstand abgestellt werden'. Ich verwende ja als Definition für nichts am liebsten Nichts als Abwesenheit von allem.

    @ SSW: Nö, dein Schluß ist auch nicht besser. Sorry.

    Apropos Quantenphysik: Ich hab da große Probleme mit. Sollte die Welt im Grunde wirklich gegen alle Logik und jede vernüftige Verständlichkeit gestrickt sein? Ich kann und will das nicht glauben. Nicht dass ich so vermessen wäre, meinen beschränkten Verstand zum Maßstab des Kosmos zu erheben - weit gefehlt, dennoch laufen mir einige Resultate der Quantenphysik - Doppelspaltphänomen, Verschränkung, Nichtlokalität, die gleichzeitige Existenz eines Teilchens an unendlich vielen Orten etc. - doch sehr gegen den verstandesmäßigen Strich. Ich bin mit der QPh noch nicht fertig! Aber ich bin nicht bereit, mir einen Kosmos vorzustellen, der im Grunde unverständlich ist.

  20. #20
    rodbertus
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    AW: Nichts

    QuP: Klarer Fall für den Naturwissenschaftsordner, Till. - Das mit dem Nichts dagegen ist klarerweise etwas für diesen Ordner. Wo sollte man sonst über nichts sprechen, wenn nicht hier?

  21. #21
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Nichts

    Auch wenn sich niemand daran hält und jeder Nichts abstellt, würde man davon nichts sehen. Stellt aber nur einer etwas Etwas ab, und sei es Nichts, bleibt vom Nichts nichts mehr übrig.

  22. #22
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Nichts

    man könnte Klausens Bild dahingehend bearbeiten, als daß aus dem Koffer GEZ würde und aus "abstellen" "abbestellen"

  23. #23
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Nichts

    @ SSW: Nö, dein Schluß ist auch nicht besser. Sorry.
    Macht ja nichts.

    Apropos Quantenphysik: Ich hab da große Probleme mit. Sollte die Welt im Grunde wirklich gegen alle Logik und jede vernüftige Verständlichkeit gestrickt sein? Ich kann und will das nicht glauben. Nicht dass ich so vermessen wäre, meinen beschränkten Verstand zum Maßstab des Kosmos zu erheben - weit gefehlt, dennoch laufen mir einige Resultate der Quantenphysik - Doppelspaltphänomen, Verschränkung, Nichtlokalität, die gleichzeitige Existenz eines Teilchens an unendlich vielen Orten etc. - doch sehr gegen den verstandesmäßigen Strich. Ich bin mit der QPh noch nicht fertig! Aber ich bin nicht bereit, mir einen Kosmos vorzustellen, der im Grunde unverständlich ist.
    Nun, unsere Logik und unsere Vorstellung davon was anschaulich ist, sind im Mesokosmos entstanden. Die Evolution optimiert ihre Geschöpfe in Sachen Fressen und Ficken. Naturerkenntnis spielt da erst mal keine Rolle. So ist es nicht erstaunlich, dass dem Menschen der Mikrokosmos wirr und unanschaulich erscheint. Vielleicht können zukünftige Computer mehr mit dem Mikrokosmos anfangen. Aber die Frage "Warum ist nicht Nichts?" (Möglicherweise Leibniz) werden sie auch nicht beantworten können.

  24. #24
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Nichts

    Ich finde schon, dass man diese Frage...egal in welchem Kosmos...mit Hilfe der Logik beantworten kann. Nichts heißt ja nichts anderes als "nichts, das wir er-kennen"...ist also nichts anderes als die Grenze der Gesamtheit unserer Sinne. Deckt der Hütchenspieler den Becher auf...erwarten oder erhoffen wir eine Kugel zu sehen - ist diese nicht (sichtbar) da, sagen wir da ist nichts. Nichts zu "erkennen" funktioniert nur in einem begrenzten Raum (Becher). In einem unbegrenzten Raum könnte sich das Etwas ausserhalb unseres Blickfeldes befinden. Da ist (womöglich) etwas, wir nehmen es nur nicht wahr. In einem unbegrenzten Raum ist Nichts nicht möglich - und ein begrenzter Raum hat nur deshalb Grenzen...weil wir selbst diese setzen/ziehen.

    Auch alltägliche Aussagen und Redewendungen helfen komplexe Sachverhalte zu vereinfachen:

    "Hier ist nichts los"

    Hier=Raum...nichts los=gemessen an unseren Erwartungen, oder an den Ankündigungen Dritter

    In Wirklichkeit ist da aber ganz viel los - da bekriegen sich zwei Millionenvölker von Ameisen, der Konzertveranstalter bekam auf der Toilette einen Herzinfarkt und im Gebüsch vergnügt sich ein Pärchen....

    Entweder wir nehmen das alles nicht wahr...oder es entspricht nicht unseren Erwartungen. Für uns ist das dann Nichts, oder so gut wie nichts...

    Wir können das Nichts zur dann bestimmen...wenn dahinter, davor, darüber oder darunter etwas ist-und wo etwas ist, ist auch immer etwas drum herum. Es kann alles geben...nur nicht Nichts.
    Geändert von anderedimension (03.09.19 um 07:30 Uhr)

  25. #25
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    AW: Nichts

    Nichts als die Abwesenheit von allem ist zunächst ein philosophischer Begriff. In so einem Nichts gibt es weder Zeit noch Raum noch sonstige Phänomene. Eben nichts. Aber dieses Nichts können wir nicht denken, nur undeutlich ahnen bzw. fühlen. Sobald man es mit Hilfe der Sprache fassen will, ist es weg, nichts eben. Dass uns die Quantenphysik die Vakuumfluktuation beschert hat, nehme ich ihr sehr übel! Damit hat sie mir das Nichts geklaut, zumindest im physikalischen Kontext. Da aber selbst die Vakuumfluktuation Raum und Zeit voraussetzt, ist sie eben nicht im Nichts gedacht, sondern bereits in einem physikalischen Rahmen. Übrigens verstehen die meisten den Begriff falsch, als wäre das ein Effekt, der Teilchen aus dem Nichts entstehen ließe. Keineswegs. Noch nie wurde beobachtet, dass Teilchen aus dem Vakuum 'entstehen', die vorher nicht da waren. Bislang handelt es sich um mathematische Spielereien mit 'virtuellen Teilchen'. Also reine Spekulation.
    Das Nichts als philosophisches Konzept bleibt davon unberührt. Und ich halte weiter daran fest.

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