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Thema: Der Honigsammler

  1. #1
    alienor
    Status: ungeklärt

    Post Der Honigsammler

    Der Honigsammler


    War einst ein Honigsammler
    In den Wäldern des Königs von Auenau.
    Bis tief in die Mitten des Waldes mußt' er,
    Rings um ihn war alles grau in grau.


    Zu sammeln hatte er zweieinhalb Pfund
    Vom besten Honig und Pollen.
    "Wenn du versagst, wirst im Kerker du leiden!"
    Sein König ihm drohte mit Grollen.


    Der Sammler, da ihm sein Leben lieb,
    Nicht lang an des Königs Hofe blieb.
    Auf machte er sich, ging in des Herrschers Wald,
    Zu dessen drei Eichen, wo er alsbald
    Eine holde Jungfrau schlafend fand,
    Ihr Haupt gelegt in ihre Hand.
    Ihr Gesicht so lieblich, ihr gold'nes Haar so schön,
    Das wollte der Sammler von Nahem seh'n.


    Doch als er dann in raschem Lauf
    Zueilte auf die große Eich',
    Da schlug sie ihre Augen auf
    Und erhob sich engelsgleich.


    "Sammler, was ist dein Begehr?",
    so sie sprach: "Was führt dich an diesen Ort?"
    Ein Rauschen durchstriff das Blätterdach;
    Die Jungfrau war wieder fort.


    War sie wirklich aus Fleisch und Blut?
    Ein Wesen, einem Engel gleich?
    Oder war sie ein Bild der Sonne Glut,
    Entsprungen einem phantast'gen Reich?


    Der Sammler seufzte und nahm seinen Topf,
    Ging tiefer in des Herrschers Wald hinein.
    Er sammelte seinen Honig ein,
    Doch die Jungfrau ging ihm nicht aus dem Kopf.


    Noch lange der Honigsammler sann
    Über diese Erscheinung nach.
    Bis er schließlich, schon abends dann,
    Erreichte des Königs Handelsgemach.


    Dort im Schlosse ward das kostbare Gut
    Auf Waagen gelegt und gewogen.
    Doch halt! es fehlten zweihundert Gramm!
    So ward der König betrogen?!


    "Honigsammler, wie kannst du es wagen?"
    der König nun drohte ganz scharf.
    "Ab in den Kerker!" hört' man ihn sagen
    Und sogleich man den Sammler da dorthinein warf.


    Der dunkle Kerker, ein so düst'rer Ort,
    Machte dem Sammler ängstlich und bange.
    Er wünschte sich nur noch ganz weit fort
    und lehnte an die Wand die Wange.


    Da! Schattengleich erschien sie vor ihm,
    Die Jungfrau mit dem güld'nen Gewand.
    Ihr Gang so hold, gleich einer Glorien;
    Ein silbernes Fläschchen sie barg in der Hand.


    Vertrauensvoll gab er sich hin,
    Er wußte, was er tat.
    Mit einem Lächeln im Gesicht
    Gab sie ihm einen Todestrunk;
    Das Lebensend' sehr bald
    mit sanfter Hand ihm wunk.

  2. #2
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Der Honigsammler

    Gar nicht übel. Ein wenig drastisch, ein wenig ambitioniert, aber alles in allem recht vergnüglich. Aber, ganz im Ernst: WUNK?

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    27.July 2000
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    Freiburg im Breisgau
    Beiträge
    467
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    20

    Question AW: Der Honigsammler

    ..wenn ich nur wüßte, warum vier Zeilen mit kleinen Buchstaben beginnen - alle andern aber große Buchstaben haben. Das hat sicher was zu bedeuten. Aber was?

  4. #4
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Der Honigsammler

    sdum ergeben die vier Kleinbuchstaben - das soll einen Sinn ergeben? Also, ich glaube da eher an die Unaufmerksamkeit, an Gleichgültigkeit und Zufall, ja Zufall.


    Mein Datenbank spuckt folgendes, immer wiederkehrendes Wörtchen aus:


    Preisdumping


    Haben wir es hier mit einem notorischen Fall von Gedichtdumping zu tun?


    Aber wo ist denn der Außerfriesische?

  5. #5
    alienor
    Status: ungeklärt

    AW: Der Honigsammler

    lach..... das mit den kleinen buchstaben war eine nachlässigkeit meinerseits. eigtl. sollte alles mit großen buchstaben beginnen. ihr könnt also die suche nach einem sinn darin bleiben lassen
    @rodbertus: was andres soll es auch gar nicht sein. etwas vergnüglich für den leser, aber auch ein wenig ergreifend. wir haben mit absicht fragen offen gelassen (falls welche auftauchen sollten.... ausnahme kleine nachlässigkeiten ), es soll ja nicht nur dazu da sein, das gedicht zu lesen und das wars. außerdem wäre es dann viel zu lang geworden. es war ganz einfach mal eine gemeinschaftsarbeit von einer freundin und mir. meinem näheren umkreis gefällt es sehr gut, da dachte ich mir ich stelle es mal ins netz.


    alles liebe
    alienor

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    20

    AW: Der Honigsammler

    An diesem Beispiel hier würde ich gerne eine Unterhaltung über den Sinn und Unsinn von finalen, weil tödlichen, Ausgängen in Dichtung führen. Mir gefällt diese Instrumentalisierung des Todes nicht. Schocken auf Teufel komm raus, oder einzige (!) Konsequenz, die der Tod - und nur er - bedeutet?


    Lieben Gruß von
    Trist

  7. #7
    alienor
    Status: ungeklärt

    AW: Der Honigsammler

    also trist, schocken wollte ich dich nun nicht...
    das gedicht entstand einfach nur aus geigel. es ist teilweise etwas merkwürdig zusammengereimt, aber das kann man ja noch abändern
    bei dem tod des sammlers gab ein wort das andere (bei meiner freundin und mir; sie hat mit an dem gedicht gebastelt). sie hatte die idee mit dem fläschchen und ich dann mit dem todestrunk.
    das ganze war einfach nur mal ein test
    ich wollte sehen, wie ihr auf meine/unsere "ungereimtheiten" reagiert


    alles liebe
    alienor

  8. #8
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Der Honigsammler

    Das Wolkenstein-Forum als Versuchsgegenstand für andere, nicht als Werkstatt zur Verbeßrung eigener Texte. Das konnte nicht gut ankommen - und schon war Schluß mit lustig.

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