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Thema: Notizen Dezember 2002

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Lightbulb Notizen Dezember 2002

    Es ist die Wahrheit eben da. Sie muß nur Worte finden, verständliche. Wahrheiten schmerzen, sonst gäbe es sie nicht. Keine Bange: sie sind. Und das ist ein besonderer Schmerz, der mich an mein Menschsein erinnert.

  2. #2
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Die Eigene schmerzt mehr als die Andere. Aber beide sind Wahrheiten. So sagen sie. Und doch ist eine falsch. Hamlet fing den Wahrheitskarpfen mit dem Lügenköder. Was nun, und welche Gestalt hat sie? Pilatusfrage. Unterscheiden wir zwischen relativer und absoluter Wahrheit. Subjektiver und objektiver. Was zum Teufel nun ist Wahrheit?
    Menschsein oder Mensch werden ist Kunst (Novalis), aber wo zwischen unseren Gedanken und Gliedern liegt die Wahrheit gebettet, wo schläft sie oder wo ist sie aktiv?

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Worte schlagen
    Meine Seele entzwei
    Müller
    Lass Gnade walten
    Nimm mir die Wahrheit
    aus den Flügeln

  4. #4
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    AW: Notizen Dezember 2002

    wahrheit ist anmaszung eines blinden, über farben zu reden.
    wahrheit ist pathos eines heuchlers, über sünde zu schwatzen.
    wahrheit ist illusion eines irrenden, der sich auf dem rechten weg wähnt.


    wahrheit ist konstrukt, immer aufgabe, nie ergebnis, ist bestenfalls selbstverpflichtung. wahrheit ist nicht, wahrheit hat man nicht, wahrheit erwirbt man nicht. wahrheit ist eine arbeitshypothese zur daseinsbewältigung, nichts dauerndes, nichts ewiges, nichts beständiges. wahrheit ist verschleisswerkzeug. nach gebrauch wegzuwerfen.




    [Diese Nachricht wurde von eulenspiegel am 03. Dezember 2002 editiert.]

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Nein, die Wahrheit kann nicht weh tun, es sind die Menschen, die einen verletzen.

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Nachrträgliches zum Advent
    für den Oberküchenchef


    http://www.abendblatt.de/daten/2002/12/03/99736.html
    Pustekuchen. Die Betriebsnudel und die treulose Tomate aßen lieber Hamburger, statt Eißbein heiß.


    Ist mir wurscht!

  7. #7
    rodbertus
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    AW: Notizen Dezember 2002

    OASIS hat seine West-Deutschland-Tournee abgesagt. Wie einfach das geht. Man muß sich nur in ein Nobel-Hotel stellen, in dem die Manchester-Leute um OASIS rumgrölen, weil die doch denken, sie seien die Größten. Das gibt ein Gerangel um die Platzherrschaft. Liam G. versuchte natürlich, die für sich zu beanspruchen. Das konnte nicht gutgehen.

    Jetzt fehlen ihm zwei Beißerchen, die Reißerchen aus der ersten Reihe. Nach München kömmt der nicht so schnell wieder.

  8. #8
    Bauer Hans
    Laufkundschaft

    AW: Notizen Dezember 2002

    http://www.abendblatt.de/daten/2002/12/03/99736.html


    Bedanke mich! Am besten gefiel mir der Pfurzheini, der in Massen im Norden zuhaus. Hier im Süden blaahts einen.
    Einer guten Freundin entfuhr in einem teuren Wirtshaus ein mißgeschicklicher Wind, laut und übel riechend. Ohne auch nur rot zu werden, wandte sie sich an den Nachbartisch: " Mi blaahts, blaahts Eana a?"

  9. #9
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    Post AW: Notizen Dezember 2002

    Selten noch geschah mir das in meinen tausend Leben, daß ich eine Seele traf, die gemeinsam mit mir gehen wollte. Anfangs war es ein harmloses Suchen. Doch dann, durchs Unbewußte immer wieder an Orte geführt, wo beidseitige Unerfahrenheit sich Gewöhnung und Überlieferung unterordnete, fanden wir uns in Gegenden wieder, die uns Rede und Antwort standen. Verzückt in beidseitigem Anblick vergaßen wir den Abstieg, vergaßen wir, auf die Fallen zu achten, die das Entzücken einander aufstellt: Welcher Führer ins Unbekannte merkt es schon, wenn er betrogen ward?


    Ich vertraute ihrer Tugend. Ihre Liebkosungen stillten meinen Hunger jeden Tag ein wenig mehr, aber wir blieben auf einer Stufe stehen, die uns Liebe und gegenseitige Achtung aufbürdete. Verlegen war sie, wenn sie sich hingab; ohnmächtig mein Widerstand gegen die Leidenschaft, die mich in allen Fasern meines Leibes aufsuchte und fortriß, weg von sanfter Überlegung. Und sie lernte das Glück der Liebe: lehrte und empfing Hingabe.


    Und doch! Ich wünschte mir diesen unschuldigerern Zustand zurück, als wir am Scheideweg standen und keine Entscheidung wagten. Loskommen!


    Wie will man loskommen, wenn das Vermögen es nicht staut, so nebenher gesagt: Ein tieferes Nachdenken ist mir heute nicht gegeben.

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    Arrow AW: Notizen Dezember 2002

    Depressionen haben irgendwie auch immer einen Sinn. Manchmal muß man seine Ziele verändern. Jetzt mach ich erst mal Abitur nach. Danach? Mal schauen, vielleicht studiere ich danach irgendwas sinnloses ohne Zukunftsaussichten. Oder vielleicht schreibe ich dann schon einen Roman... oder ein Manifest

    Na, jedenfalls geh ich auf eine erneuerte Suche. Ich suche Persönlichkeit, Weisheit, Lebensphilosophie, Sprache... ach ja, vielleicht auch noch eine Gefährtin. Da muß jetzt das Forum hinten anstehen.

    Ich würde natürlich gerne dabei bleiben, aber die Prioritäten sind jetzt klar anders gesetzt. Kommt ja nicht auf mich an.

  11. #11
    Ignaz
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Verstehe nur Bahnhof, Schmerz, ach und heuer blüht Eana ahner.


    Schmerz spricht: Vergeh! Abseits will es doch wieder Weihnachten werden.


    Gruss und Graus vom Nikolaus

    Glückauf

  12. #12
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Notizen Dezember 2002

    ja ja, da schreibt einer, der des Schreibens eigentlich schon ganz gut mächtig.


    aber verstehen muss man den Sinn, von dem davorgeschriebenem, denn das nachfolgende sagt das Gegenteil dessen:


    xx Kommt ja nicht auf mich an.
    XX


    Es kommt nur auf uns selbst an!!!
    Für niemand anderen leben wir.


    Freue mich von Dir zu hören T.


    arabische Weisheit: Was ich nicht erfliegen kann, musss ich erhingen.
    Viel besser ist hinken, als völlig zu sinken.


    Schönen Nikölausi

  13. #13
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Eine Nachbarin, die Crescentia Hinterstoißer aus Schacha, hat mir erzählt, daß oana üba ihre Hündin g'stiegn sei und sie nun trächtig wäre... die Hündin, nicht die Hinterstoißerin... und ob i ned jemanden wüßt, dea junge Hund braucha kunnt.
    Voll Wärme und Wohlwollen erinnerte ich mich eines gewissen Lektors, Robert aus M., der bald Geburtstag hat.
    Oder was soll man sonst einem Menschen schenken, welcher alles vom Leben bekommen hat, was sich ein Mann nur wünschen kann, nämlich Weisheit und Würde? Die Liebe eines treuen Wesens, HUND, wäre doch ein entsprechendes Geschenk.

  14. #14
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Aber nur, wenn Du ihn auch zünftig zubereitest.

  15. #15
    Bauer Hans
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    Red face AW: Notizen Dezember 2002

    Keinesfalls sollte der Bauer zu Weihnachten vergessen, seine Auserwählte mit etwas Außergewöhnlichem zu beschenken. Ich denke an einen neuen Blaumann, ein Paar Arbeitshandschuhe und an ein Abonnement für die Monatszeitschrift "Die christliche Landfrau".

  16. #16
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Die milde Luft des heutigen Tages rafft langsam hinweg den Reif von den steilen Hängen meines Dorfes. Gegen milchigen Dämmerhimmel stehen oben die säumenden und schwarzen Fichten, blicken erbarmungsvoll herab auf einstmals vorweihnachtlichen Glanz. Wir werden wohl keine weiße Weihnacht hier mehr bekommen. Auch nicht weiter tragisch, Hauptsache ich vergesse den Sherry, die Kekse und die Möhre für Santa und Rudolf nicht.

  17. #17
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Lyrische Weiber zicken, wenn man ihnen wortlos den Arsch streichelt. Sie wollen reden!
    Es sind fast immer die einfach-strukturierten Frauen, die in ihrem Lächeln hintergründig einladen, den Gang in die Tiefen des Kellers von Leib und Seele mit dem zu ihrem Herzen zu verbinden.


    Der Häse Kohl hat wieder was Dummes gesagt. Der lernt's nie. Ich mein jetzt nicht das mit dem Stern, sondern daß er sich für den Stern bei den Juden - gleich allen - entschuldigte. So ein Dummbatz.
    Es gab zur Nazi-Zeit rote, schwarze, weiße, gelbe und grüne Sterne und Symbole fürs Äußere - andere fallen mir jetzt nicht ein. Die meisten waren rot, das waren die für die Kommunisten. Die Sterne selbst waren eine Stigmatisierung, damit die Nicht-Stigmatisierten sich von den Stigmatisierten (das waren die politischen oder rassischen Gegner bzw. Minderbewerteten) schon äußerlich unterscheiden konnten. Es gab aber unter den Nicht-Stigmatisierten auch solche wie den Jünger Ernst, der hatte eine Offiziersuniform der Wehrmacht an - was heute so was wie eine Stigmatisierung des Bösen ist -, da begegnete ihm in Paris ein Mann mit einem gelben Stern am Revers. Was machte unser Jünger Ernst da? Er salutierte.


    Bevor jetzt Dummbatze losbrüllen, bitte erst nachdenken.


    In unserem Falle bedeutet das, daß der Koch Roland hier den beleidigte, den er in seinen Intentionen ergriff, also den Mann von ver.di, den er hier als politischen Gegner im Auge hatte. Doch um das zu begreifen, muß man erst einmal nachdenken, was in dieser politischen Kultur nicht möglich ist, da reagiert man nur auf Begriffe.


    Übrigens möchte ich vom Koch Roland nichts geschenkt haben. Er ist ein Widerling.

  18. #18
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Es ist jetzt auch einmal Zeit, daß ich mich bei Kyra und Axel bedanke. Zwar hat mich Kyra gemeinerweise beleidigt - und es ist nicht damit zu rechnen, daß sie sich entschuldigt, was ich auch gar nicht will, aber das nur für diejenigen, die was von verschränkter Logik verstehen wollen -, doch andererseits habe ich ihr zu verdanken, daß mein geistiges Lieblingskind, die Datenbank, nunmehr wieder in meinem Denken und Hoffen konkrete Gestalt annimmt.
    Das liest sich so einfach, DATENBANK. Was bedeutet es im konkreten Sinne? Ein unbeschreibliches Glücksgefühl des Entdeckens, des Eintauchens in viele Welten, des Benennens und Erforschens der Untiefen menschlichen Wollens und Versagens, des Lebens eben.
    Ein Beispiel: Axel forderte von mir, daß ich die Datensätze einem bestimmten und kompatiblen Datenaufbereitungsmuster gemäß anordnen solle. Dazu mußte ich die entsprechenden Informationen lesen, Rechtschreibfehler korrigieren und Links zwischen den einzelnen Bezugssystemen herstellen. Derzeit bin ich beim Buchstaben W der Namen, also bei der Datei WN. Dort steht ein Peter Waldes, ein Kaufmann aus Lyon, der genug vom Erbsenzählen hatte und einen Orden in Südfrankreich gründete, die nach ihm benannten Waldenser. Der Orden wurde mächtig und zum Spielball der politischen Mächte, seinerzeit Papsttum und Staufer, dazu einheimische Fürstengeschlechter. Irgendwann, 1190, mußte ein Schiedsrichter her, der die verschiedenen Interessen abwägen sollte. In der Forschung ging man bislang davon aus, daß dieser Schiedsrichter ein Raimund IV. von Deventer gewest.
    Da ich nun jeden einzelnen Namen in meinem Bezugssystem verlinken muß, habe ich nach einer Eintragung zu Raimund IV. gesucht. Es gab sie nicht. Also bemühte ich diverse Lexika, erinnerte mich auch eines amerikanischen Historikers namens LEA, dessen maßgeblichem Buch über die Ketzerorden ich die Information einst entnommen hatte. Dort stand der Name, nichts über den Menschen. Also Internet. Auch dort nichts. Aber es gab einen Raimund V. von Toulouse (Südfrankreich!), der in Narbonne (wo 1190 auf einem Konzil über das politische Schicksal der Waldenser verhandelt wurde) seine Interessen und die seiner Familie vertrat, die u.a. in Flandern und Südfrankreich lagen, zudem hatte er mit den Staufern politische Händel, brauchte also das Papsttum durch ein Ausschalten der papstfeindlichen Waldenser.
    Wenn dieser Mensch dem Konzil - bzw. dem Schiedsgericht über die Waldenser - vorsah, dann ist der Schiedsspruch, daß sie Ketzer seien und somit zu enteignen... in einem ganz anderen Sinne zu verstehen, als wenn sich ein tatsächlich neutraler arbiter auf dem Stuhle befunden hätte.
    Mithin entledigte ich mich des RAIMUND IV. und setzte den RAIMUND V. aus Toulouse ein.
    Und ich war glücklich und stolz. Diese Information steht nunmehr nur in meiner Datenbank. Und derer erarbeitete ich Tausende, jeden Tag aus einem anderen Sachgebiet.


    Daß ich diese Tätigkeit - die ich vor ungefähr f?nf Jahren unterbrach, um mich in der Literatur umzutreiben - nunmehr wieder aufnehmen darf, weil ich ein Licht am Ende des Tunnels der Anwendbarkeit für alle sehe, dafür sage ich hier Kyra und Axel ausdrücklichen Dank.

  19. #19
    zitrin
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    AW: Notizen Dezember 2002

    der dummbatz: aerolith und seine brüder.
    der gelbe stern war der davidstern: und schwule hatten einen rosa stern? nachlesen, geschichtsfälscher!


    die taktik der neofaschisten: unmerklich die koordinaten verschieben, bis das ungeheuerliche konsensfähig wird.


    z.

  20. #20
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Lieber Robert,

    ist das bei Euch in Geschichte nicht vorgekommen?
    Die Abzeichen für die diskriminierten Gruppen waren unterschiedlich. Davidssterne gab es NUR für Juden!!!


    Madge, ebenfalls aus den "neuen Ländern" hat mir gesagt, daß dieses Thema in der DDR wenig behandelt wurde, weil man sich ja automatsch als Antifaschist fühlte und sah.
    Da herrscht wohl Nachholbedarf, wenn selbst Du das nicht weißt - da ich Dir hier wirklich Unkenntniß, nicht Bösartigkeit und Gleichmacherei unterstelle.

    Grüße

    Kyra

  21. #21
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Ich sprach nicht von Davidssternen, sondern von verschiedenfarbigen Sternen im allgemeinen. Der Kocherroland sprach auch nur von einem Stern auf der Brust. Seine Bedeutung war ungefähr die der Stigmatisierung, daß Reiche quasi zahlen sollen eine Vermögenssteuer, was ihm nicht paßt... Ich kann die Argumentationskette jetzt nicht wiedergeben, es wird schon eine gewesen sein.


    Um das mal klarzustellen: ich bin für eine Vermögenssteuer. 25%. Das ist mein allgemeiner Steuersatz.


    In der DDR wurde das mit den verschiedenen Sternen schon behandelt, wie auch in der BRD. Es hing vom Lehrer ab. Wie in der BRD. Wie auch in Östreich oder in Argentinien, um nur einige Beispiele zu nennen, wo Sterne gesehen werden und in der Phantasie der Menschen bedeutsam sind. Oder in Simbabwe. Manche Lehrer behandeln/behandelten das, andere nicht. In Paulszella wurde es behandelt, in Kleinbischendorf nicht, Essen-Süd, glaube ich, auch. Aber für Hamburg-Bergedorf - bei der Frau Karstens - möchte ich meine Hand nicht ins Feuer legen.
    Es gibt fünfzackige Sterne, siebenzackige, sechszackige (die nicht unbedingt Davidssterne sein müssen), selbst dreizackige Sterne sind möglich, obwohl ich mir gerade vorstelle, daß ein Stern über eine bestimmte Anzahl von Ecken schon hinausgehen sollte; also sagen wir DREI als Mindestanzahl, um ein Stern sein zu können (Mercedes-Stern sagt man auch, die haben drei, glaube ich; dieses Symbol für den Tod...) --> für eine kleine Sternenkunde empfehle ich einen Einblick in die Astereologie (falls es die schon gibt).


    Konkret: Ich habe immer die amerikanischen Sterne gemalt (die waren fünfzackig wie die russischen, aber ein wenig anders geartet), was meinen Geschichtslehrer ärgerte, er mich also in die Sternenkunde einwies. Madge hatte wahrscheinlich nur bei Frau Wachowiakowicktisch in Kleinmachnow Unterricht. Die Arme.
    In den Franckeschen Stiftungen wurde auch Sternenkunde gegeben, denn HALLE besitzt einen sechszackigen Stern als Stadtsymbol - garantiert kein Davidsstern, sondern der für die Freimaurer - aber da streitet man sich in Halle seit hundert Jahren, ob das wirklich so ist, denn der Stern ist schon sehr lange im Wappen, wechselt aber ständig die Anzahl seiner Zacken!? -, womit ich hier auch anzeigen möchte, daß auch die Freimaurer bei den Nazis stigmatisiert wurden, die hatten bloß keine gelben, sondern, glaube ich, blaue Sterne auf der Brust, sechszackige.
    Also, bitte erst nachdenken und sich prüfen, dann losschreien. Es ging bei diesem Vergleich nicht um die Juden, sondern um die Stigmatisierung. Die betraf nicht nur die Juden. Setzen!


    zitrin, ich habe oben nichts über Davidssterne geschrieben. Deine Bemerkung zeugt von mangelhafter Lesefertigkeit. Wenn Du aber lesen kannst, dann bist Du ein Lump, weil Du mir bewußt etwas unterschiebst, was nicht geschrieben und nicht gemeint wurde. Ich will Dir hier einmal klar mitteilen, daß jemand, der etwas kritisiert, nicht unbedingt ein Faschist sein muß. Kritik und Prüfung der Denkgewohnheiten muß ein Mensch des Geistes einfach vornehmen, sonst geht irgendwann gar nichts mehr. Was prüfst Du?

    Um Dir Vollpfosten das aber noch mal zu erklären: die SS legte Dreiecke für die Kennzeichnung der KZ-Insassen fest. Jede Farbe bedeutete etwas. Etliche der Häftlinge bekamen zwei Farben, die so aufeinander gelegt wurden, daß sechseckige Sterne entstanden, Grundüberzeugung der SS: alle Insassen seien Verbrecher, also hatten sie schon mal das Dreieck für Verbrecher. Dann waren sie noch entweder Kommunisten oder Freimaurer oder Zeugen Jehovas oder Schwule oder Politische, und schon hatten sie einen Sechser am Revers. Die Juden bildeten hier nur insofern eine Ausnahme, als daß sie von vornherein der Sechser bekamen. Vielleicht war es aber auch umgekehrt, daß, weil die Juden eben den Sechser schon von vornherein hatten, die anderen das dann auch bekamen, damit hier eine Gleichheit hergestellt werden konnte, die im KZ evident war.
    Die Farben waren hier ausschlaggebend. Gelb für die Juden, lila für die Freimaurer (nicht blau, wie ich glaubte), blau für die Emigranten, rot - wie ich noch wußte - für die Kommunisten und Bürgerlichen, die widerspenstigen Generale nach dem 20.08.44 und die Sozialdemokraten...


    Ist auch völlig wurscht, wie das nun im einzelnen aussah; jeder Lagerkommandant hat sich da was einfallen lassen, um seine Ordnung zu halten.


    Für das, was da jetzt mit dem Koch läuft, kann bloß wieder gelten, daß da jemand einen Vorwand brauchte, um loszuschreien. Der Stern diente als Gleichnis für etwas, das stigmatisiert wurde durch eine Regierung. Der Vergleich mag durch Herrn Koch Roland ein wenig dußlig sein, denn ich kann mich nicht erinnern, daß die Regierung eine Anlegung von Abzeichen zur allgemeinen Erkennung Besserstehender vorhat, letztlich aber sind damit doch aber nicht eingesperrte Kommunisten oder Wehrmachtsoffiziere der Verschwörung vom 20. Juli, Juden, politische Häftlinge, Zigeuner, freimaurerische Politische oder schwule Berufsverbrecher oder sonstwer beleidigt worden. Wie denn? Beleidigt wurde der politische Gegner des Herrn Koch, denn dem wurde durch Kochs Gleichnis unterstellt, daß er eine Stigmatisierung, wie sie die Nazis mit politischen Gegnern handhabten, ebenfalls vorhabe. Ob das so sei, sei dahingestellt, aber Koch hat es miteinander verglichen. Und das ist ein Skandal, Herr Koch!
    Ich würde dem Angegriffenen von ver.di empfehlen, gegen Herrn Koch Strafanzeige wegen Beleidigung zu stellen.


    [Diese Nachricht wurde von Aerolith am 15. Dezember 2002 editiert.]

  22. #22
    Axel
    Laufkundschaft

    AW: Notizen Dezember 2002

    Weil Weihnachten vor der Tür steht:
    man kann sich aus vielen Winkeln einen
    Stern bauen (auch zu empfehlen um den Unterschied zwischen Winkel und Stern zu erfahren):


    Bastelanleitung
    Konstruiere auf Tonpapier ein gleichseitiges Dreieck (für DIN A4-Papier empfiehlt sich eine Seitenlänge von 3 cm), zeichne das Papier voll mit gleichseitigen Dreiecken und schneide den gekennzeichneten Streifen aus (siehe Vorlage).

    Stelle drei weitere solcher Streifen her, am besten in verschiedenen Farben.


    Falte die vier Streifen an den gestrichelten Linien abwechselnd nach oben und unten. Falte dabei stets das erste Dreieck nach oben.


    Startvorlage


    Fixiere das Flechtnetz geeignet mit Büroklammern und flechte den Kepler-Stern. Dabei kann es hilfreich sein, die in der Startvorlage eingetragenen Nummern auf die Streifen zu übertragen. Die Nummern geben an, welche Dreiecke die Spitzen des Sterns bilden, was das Falten erheblich vereinfacht.
    http://did.mat.uni-bayreuth.de/mmlu/...ten/stern.html

  23. #23
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Thumbs up AW: Notizen Dezember 2002

    geschmackloser widerling

  24. #24
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Notizen Dezember 2002

    Wie gerne sagen wir Nein! zu eines Anderen Ja!. Es hilft, formt unsere konturlose Hülle im undefinierten Raum. Jedes Ja! eines Gegenüber bietet Kontaktfläche, Reibung. Wir spüren uns, ahnen unsere eigenen Grenzen. So fangen wir an. So lernen wir, was wir nicht sind. Und werden. Ja!

  25. #25
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Notizen Dezember 2002

    es ist der anspruch der blokiert die in einer anspruchslosen welt dasteht und niemand weiß das subjektive suspekt zu sehn, geschweige denn andere signale zu empfinden als die eigens erlebt ausgesendeten. es ist fatal anzunehmen das verständnis einem teilen entspricht daß der menschlichen zwischenbeziehung entwächst wiewohl es eine eigene sprache des nonverbalen, sinnlichen gibt. doch der mensch will greifbar eruiertes, will visuelles und tastbares. die seele jedoch spricht nicht in worten, die eigens geschaffen sind alltäglichkeiten zu bewundern oder zu verachten. sie liegt dazwischen.

    musische naturen haben dies stigma. ihre hypersensibilität wird gebrochen und mißachtet in der fülle der allgemeinen kommunikation, die ihresgleichen in dem volk finden mag welch keine geschärften ohren für die bunten zwischentöne haben und jede bedeutung im erklärten wort ihren sinn verliert. warum muß geklärt, gerechtfertigt werden, was klar und deutlich im raume steht? der körper berstet vor sprache und niemand hört hin

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