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Thema: Urgehtriebe

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post Urgehtriebe

    Urgehtriebe


    Könnt ich es nur zerlegen
    Von Innen heraus


    Bau ich die Uhr wieder ein
    geht mir der Sand durch
    die Verjüngung
    verloren


    bis zur nächsten Kehre


    So werden die Körnchen älter
    Die Verjüngung bleibt

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Urgehtriebe

    Lieber Klaus,


    mir scheint es so, als sei dir beim Wortgetüftel die Textseele abhanden gekommen. Dein Gedicht tickt nicht, gibt keinen Laut, ist intelligent, aber ohne Atem. Versteckspielen und gleichzeitig mitteilen wollen funkioniert eben nicht.


    Lieben Gruß von
    Trist

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Urgehtriebe

    Liebe Trist,


    das, was Du als Wortgetüftel bezeichnest, und vielleicht bilde ich mir hier einen abschätzigen Charakter des Wortes Wortgetüftel nur ein, ist mit viel mehr Seele und mir Eigenem geschrieben, als Du hier zu meinen glaubst.
    Vielleicht, und ich meine hiermit vielleicht, löst Du Dich von der Dir eigenen Meinung, in meiner Person etwas vermuten zu müssen, und nimmst mein Gedicht als eigenständiges, das heisst, mit Herz und Verstand geschriebenes, um zu einem angemessenem Urteil darüber zu gelangen. Wie sonst kann ich ein mut(an)gemaßtes Versteckspielen interpretieren. Das ist völlig absurd, da eine Metapher vorliegt, und eine solche ist in diesem Sinne ein "Versteckspielen", so oder so.
    Ein Mitdenken, eine Bereitschaft, ein Wohlwollen, meinem Getexte gegenüber muss ich als Autor schon voraussetzen, kann aber ein Fehlen des Wohlwollens nicht ausschließen.
    Das mein Gedicht nicht "tickt" erscheint mir zwingend notwendig, da eine Sanduhr dieses nicht macht, ticken. Aber vielleicht interpretiere ich es um, und lese es, als würde ich nicht richtig ticken. Dann erschließt sich mir Deine Antwort vielleicht richtig.


    ich habe fertig


    liebe Grüße


    klaus

  4. #4
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    AW: Urgehtriebe

    Hallo Klaus,


    bitte nicht gleich beleidigte Leberwurst! Der Vorteil einer Veröffentlichung in diesem Kreis ist, daß Du ehrliche Meinungen als Rückmeldungen erhältst. Nur Lobhudelei ist nicht unser Ding, hier wird auch einmal, berechtigt, auf die Seele des Verfassers geschossen. Doch das nützt!


    Als Uhrensammler habe ich Deinen Text schon dreimal gelesen, glaube zu wissen, wohin Du willst: Eingriff in den Ablauf der sich stets in die Zukunft richtenden und damit älter werdenden Zeit. Doch es kömmt nicht klar rüber!


    uis, so er die Zeit findet, wird sich mit Deinem Text beschäftigen. Dann hast Du ein fundiertes Urteil schwarz auf weiß und kannst es getrost nach Hause tragen.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Urgehtriebe

    Lieber Klüsel,


    zunächst einmal: mein Wohlwollen hat dein Wort ohnehin. Jedes. Verstecken kann sich ein Autor, ein Mensch, ein Sinn, ein Wort, ein Kind. Mir war im Moment nur das Wort wichtig, samt seiner Seele dahinter. Natürlich interessiert mich auch der Mensch, Klaus, hinter dem Wort, doch zwingen kann ich nur das Wort sich mir zu offenbaren. Nicht einmal das kann ich. So sehr ich mich auch bemühe. Und ich kann, lesend, den Geist der schreibt nur anhand seiner Worte erahnen.


    Zeit. Alt. Jung. Uhr. Ur. Das sind Themen. Auch meine. Ich habe Hunger nach einer Antwort. Und finde sie nicht in diesen Worten.


    Im übrigen schätze ich Tüftler sehr. Ihre Liebe zum Detail, zum Mikrokosmos.


    Lieben Gruß von
    Trist








    [Diese Nachricht wurde von Trist am 02. Februar 2003 editiert.]

  6. #6
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    AW: Urgehtriebe

    Lieber Klaus,
    Du spielst mit den Worten, die Zeit bedeuten können. Das Wort "Ur" fällt da zunächst auf, phonemisch auch ein Ticken implizierend. Dann folgt ein Wort für Getriebe, das Du mit "gehen" assoziierst, wiederum ein Ticken, wiederum Zeitmessung implizierend. Schließlich bleibt noch Trieb übrig. Der Trieb, das Antreiben usw. Das alles stelle ich in einem Titel fest, nachdem ich ihn gelesen habe, sehe dann die Form des Gedichts in barocker Weise eine Sanduhr widerspiegeln, forsche mich bis zum Ende durch und stelle fest, dass in der Tat ein Wort- und Gedankentüftler hier am Werk war.
    Mag sicher ein Text sein, der Dich auf einem Weg zu andern Texten begleitet. Mir ist der Text ehrlich gesagt zu sehr an den Haaren des Wortspielens, ich sage nicht "Wortspiel", herbeigezogen. Inhaltlich stelle ich kaum eine gedanklich durchgehaltene reale Ebene hinter der Bildlichkeit fest. Welches "es" willst Du "zerlegen" und dann noch von "innen" heraus. Klar, Zeile drei sagt mir, dass es irgendwie um eine Uhr gehen muss, allerdings eine, bei der, wenn man sie einbaut, irgendwie ein sehr nahe bestimmter Sand einem Sprecher wieder verloren geht... Am Ende ist nur noch von Zeit an sich die Rede. Das Körnchen an sich, Sinnbild einer Ewigkeit, dem das Älterwerden in unserem menschlichen Sinne schlichtweg egal ist. Die Verjüngung schließlich führt wieder auf das Bild der Sanduhr zurück. Und hier liegt der poetisch krumme Hund begraben: Du führst nicht zum Titel sinnvoll zurück, sondern lässt den Leser in einem Begriffsnirwana allein ...
    Gut erstmal, ich lass es zu und bleibe im Nirwana. Hol mich mal daraus, Klaus. Aber versuche jetzt bitte nicht, Deinen Text zu erklären. Es hilft kommunikationsästhetisch gesehen absolut nicht weiter, wenn Du eine, wie auch immer geartete, schlüssige Interpretation des Textes lieferst.
    Poste lieber neue Texte, damit ich mehr von dem sehe, was Du zu schreiben in der Lage bist. Dann mach ich mir einen Reim drauf.

    herzlichst uis

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Urgehtriebe

    Hallo Hannemann,




    Zitat:</font><HR>Original erstellt von Hannemann:

    bitte nicht gleich beleidigte Leberwurst!

    Da stimme ich mit Dir überein - gilt selbstverständlich für Autor UND Kritiker, denn...


    Zitat:</font><HR>Original erstellt von Hannemann:

    Nur Lobhudelei ist nicht unser Ding, hier wird auch einmal, berechtigt, auf die Seele des Verfassers geschossen. Doch das nützt!

    Auch dies mag ich für beide Seiten geltend gemacht wissen. Wobei ich ein 'schiessen' auf den Text bevorzugen würde.


    Zitat:</font><HR>Original erstellt von Hannemann:

    Als Uhrensammler habe ich Deinen Text schon dreimal gelesen, glaube zu wissen, wohin Du willst: Eingriff in den Ablauf der sich stets in die Zukunft richtenden und damit älter werdenden Zeit. Doch es kömmt nicht klar rüber!

    Da ich selbst kein Uhrensammler bin und mich auch nicht besonders mit der Thematik vertraut weiss, kann ich Deine Interpretation mit dem Dir eigenen Kontext nicht nachvollziehen, bzw. nur bedingt, weil mein eigener Kontext ein anderer war. Das Dir vor geistigem Auge erschienene Bild ist allenfalls ein Nebenprodukt meines Anliegens eine Metapher zu erzeugen und damit eine gewisse Transparenz.


    Doch lese ich Dein kurz und knapp gehaltenes Destillat wird klar warum er Dir nicht klar rüberkommt: Du belässt es als Destillat. Nun, das ist Dein gutes Recht, aber dann beschwer Dich nicht, er käm nicht klar rüber.
    Um es nochmal zu betonen: Mitdenken setze ich voraus - sein muss es nicht.


    Könnte ich jetzt aus Deinen Zeilen erlesen, dass Du Dich mit dem Wesen, der Seele, dem Kern DES TEXTES auseinandergesetzt hast, und könnte ich Dein Bemühen erkennen, mir bei der eventuellen Verbesserung meiner Aussage behilflich sein zu wollen, ja dann, würde ich mich wirklich freuen. So aber bleibt mir nur unverständliches Kopfschütteln, leider.


    Trotzdem mein Dank für Deine Befasse und auch an Trist, an dieser Stelle noch nachgereicht.


    Gruß


    klaus


    P.S.: Ich bin hier als Autor und meine Seele ist meine Privatsache. Wer sich für meine Seele interessiert, der weiss hoffentlich wie man ein Mailprogramm bedient. Intimität vs. Mehr-Prinzip!

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Urgehtriebe

    Lieber Uisgeovid (magst Du mir die Bedeutung des Nick mal erklären),


    herzlichen Dank für Deine Mühe und Ausführlichkeit. Auch dies lasse ich einfach mal so stehen und denke in Ruhe drüber nach.


    Lieben Gruß


    klüsel
    (gefällt mir, der Nick)

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Urgehtriebe

    erstellt von Klüsel:
    P.S.: Ich bin hier als Autor und meine Seele ist meine Privatsache. Wer sich für meine Seele interessiert, der weiss hoffentlich wie man ein Mailprogramm bedient. Intimität vs. Mehr-Prinzip!

    Das, lieber Klüsel, ist ein gewaltiger Irrtum. Mit jedem lyrischen Text gibst du uns ein Stück deiner Seele. Und das ist auch gut so!


    Lieben Gruß von
    Trist, Seelenfresserin

  10. #10
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    AW: Urgehtriebe

    Mitdenken setze ich voraus - sein muss es nicht.


    Gerne, Klaus, wenn Dein Text dieses durch eine gewisse Klarheit nur zuließe.


    Ansonsten konstatiere ich, daß der Herr schon zurückbeißt, bevor er noch richtig angebellt. Wie ich Dir versprochen, hat sich uis mit Deinem Elaborat sehr intensiv auseinandergesetzt. Vielleicht äußert noch lester oder Mr. Jones eine Meinung, die Herren wären gleichfalls prädestiniert. Obwohl, so bedeutend ist die Uhrzeit dann doch nicht. Nur ein weiterer Aspekt eines Themas, das hier schon öfter besprochen.
    uis hat Dir den Vorschlag gemacht, weitere Arbeiten zu posten. Nimm ihn an, dann sehen wir klarer, wohin Dein Denken strebt.
    Tut mir leid, diesmal habe ich nicht verstanden.

  11. #11
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Urgehtriebe

    Robert, ich beziehe deine Aussage jetzt mal auf die Entstehung meines Textes und dabei stosse ich auf inneren Widerstand.


    Ich warte bei den meisten meiner Texte auf die "Erfüllung der Form", wie du es hier nennst. Dieser Text ist mir in die Hand geflossen, da war kein Textgetüftel. Das, was ein Aussenstehender erkennt, ist ein Produkt meiner Intuition. Es ist kein Getüftel. Dieser Text entstand innerhalb weniger Minuten und meine "Arbeit" bestand im wesentlichen, im Einfügen von Satzstruktur.


    Ich bin kein besonders produktiver Schreiber, da ich auf einen Moment warte, in dem sich zuvor angesammelte Eindrücke zu einem Ausdruck bei meiner Ratio melden. Diesen Moment nenne ich Fließen, es ist ein Moment, wo Denken und Handeln verschmelzen. In deiner Begriffswelt würde man wahrscheinlich von einem 'bisoziativen Akt' sprechen oder es als 'Fulguration', einen Geistesblitz, benennen. Doch ich rede lieber in meiner Sprache weiter, die ist mir eigen.


    Zitat:</font><HR>Original erstellt von Robert:

    Mir wird nicht klar, ob Du von außen draufschaust (worauf) oder im Inneren selbst verortbar, dann aber kannst Du nicht draufschauen.

    Hier unterliegst du glaube ich einem Irrtum.
    Ich refektiere mich und mein Verhalten, mein Denken und meine Schlussfolgerungen immer wieder neu, analysiere Aktion und Reaktion und stelle sie zur Rede und Gegenrede. Doch dieses geschieht im Unterbewussten, zum größten Teil jedenfalls. Mein Bewußtsein ist bei der Fülle an Informationen schnell überfordert und lagert sie zur Weiterbearbeitung ans Unterbewusste weiter, natürlich geschieht dies unbewußt, doch da ich weiss, dass es geschieht, kann ich mich darauf verlassen. Im übrigen gelingt mir dies besonders gut mit Spielen! Diese Hinleitung von Eindrücken zum Unbewussten. Wenn ich meine X-Box anwerfe und mich beim Fußballspielen "scheinbar" amüsiere, bin ich in diesem Moment im Zustand des Fließens, sodass nur wenige 'bewusste' Gehirnaktivitäten stattfinden. Bei starker Konzentration geschieht nämlich etwas, auf den ersten Blick, Merkwürdiges, es finden weniger (messbare)Aktivitäten statt. Das Unterbewusstsein hat hier seine Chance, da das Bewusstsein abgelenkt wird. Zuvor Erlebtes, welches sehr intensiv wahrgenommen wurde, wird in diesem Zustand verarbeitet.
    Es kehrt dann irgendwann in 'verdauter' Form ins Bewusstsein zurück.
    Die Frage 'von Innen' und gleich 'von aussen', ob dies m?glich: Ja, jedoch nicht zur gleichen Zeit, es setzt Reflexion voraus, die erst nach einer gewissen Zeitspanne den Weg zurück ins Bewusstsein findet.


    So wird es wohl bei Hannemann noch eine Weile dauern, bis ihm bewusst wird, dass ich seine Reaktionen und Aktionen lediglich direkt zurückspiegle. Würde er mich ernst nehmen, bzw. für voll, würde er es an meiner ihm entgegengebrachten Reaktion auch unmittelbar merken. Ein von oben herab kommt bei mir nicht an, dass gebe ich gleich unbenützt zurück.


    Ich bin mir jetzt nicht klar darüber, ob Du mit meiner etwas ausführlicheren Antwort etwas anzufangen weisst, doch meine ich deine Fragen beantwortet zu haben.


    lieben Gruß


    klaus

  12. #12
    rodbertus
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    AW: Urgehtriebe

    Eingeschlossen bist von Anamnese und Selbstanamnese, unfähig, mal einen Gedanken gerade sein zu lassen? Armes Mensch! Erinnert mich an einen Haufen Psychologen, deren vordringlichstes Ziel immer noch die Selbsttherapierung ist. (Die kommen eh zu nichts anderem.) Vor lauter Nachdenken vergaß da einer wohl das Dichten. Pferde sind auch noch da. Und Hufschmiede wie meinereiner.

  13. #13
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Urgehtriebe

    Ich gebe dir ja recht - bin halt so
    ]

  14. #14
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Urgehtriebe

    Erklärung wofür?
    Das Urgetane treibt uns an. Ungestüm bist Du, wartest nicht auf die Erfüllung der Form.
    Mir wird nicht klar, ob Du von außen draufschaust (worauf) oder im Inneren selbst verortbar, dann aber kannst Du nicht draufschauen. Ein lyrisches Grundfeeling und der Drang zur Verklausulierung, Klausmauß, macht den Dichter nicht. Willst Du ein Gespräch sein, mußt Du Dich weiter aus dem Fenster lehnen, andernfalls bleibt Dein Sichtwinkel eingeschränkt.

  15. #15
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Urgehtriebe

    manches dauert bei mir eben länger. mich ärgerte seinerzeit klausens schöpferische selbstbeschränkung auf ein VON INNEN HERAUS. die welt entsteht nicht von innen heraus, d.i. eine beschränkung, die teuflisch ist. welt entsteht durch eine wechselwirkung, nach außen und nach innen, eine diastole, wie goethe dies nennte. pulsieren, herzschlag. eine schöpfung von innen heraus machte uns menschen zu dienern, aber nicht zu freien wesen. wir nehmen aber die materie wahr, nicht immer leicht, aber auch nicht als immer schwer, nicht als gegensatz zum geist, denn ohne materie nähmen wir geist nicht wahr. also kann materie nicht bloß finster, böse, teuflisch sein; geist mitnichten kann nicht den vollkommenen gegensatz bestimmen, nicht einmal gedachterweise. wir müssen die gegensätze aushalten, uns nicht beschränken, die welt nicht teilen.

    der urgehtrieb, um beim thema des gedichts zu bleiben, muß dieses sowohl-als-auch beinhalten und nicht reduziert sein auf einen, der die welt als uhrwerk, funktionables, seelenloses oder eben seelenvolles begreift. alles ist in allem, aber wechselgespräch, nicht aufhebung. der eine gedanke fordert den anderen und hebt diesen nicht auf.

  16. #16
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Urgehtriebe

    An diesen Ordner kann ich mich noch gut erinnern. Klausens schnippische Art, zugleich seine Neigung zur schnellen und textbezüglichen Antwort, all das ist mir erinnerlich. Der Ötzi erreichte mich nicht, das Thema allerdings schon. Es ist doch gerade die Aufgabe eines Gedichts, daß es schwierige Zusammenhänge in einer angemessenen Sprache und der dazu geeigneten Dramaturgie im Leser auflösen hülft. Hier nicht.

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