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Thema: Die 3 Ks

  1. #1
    Mutter des Hauses
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    Question Die 3 Ks

    Woher kommt der Ausspruch: Kinder-Küche-Kirche?


    Wenn man im Ausland ein paar deutsche Worte kennt, sind dies sehr oft die ersten..


    Danke.

  2. #2
    Mutter des Hauses
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    AW: Die 3 Ks

    Hallo? Kann keiner helfen?


    Gesucht ist der/die, welche/r diesen Ausspruch geprägt hat. Dringend.


    Ich glaube, es kommt aus der Arbeiter-/Frauenbewegung um Anfang des letzten Jahrhunderts, aber ich kann die Quelle nicht finden.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    Post AW: Die 3 Ks

    Rossmann, Eva: Die Angst der Kirche vor den Frauen : Katholikinnen erzählen. - Wien [u.a.] : Folio, 1996.
    Signatur: 1485973-B.Neu

    Die Angst der Amtskirche vor den Frauen sitzt tief. Mächtige katholische Kirchemänner sagen, es ist nicht gottgewollt, daß Männer und Frauen dasselbe tun. Frauen und Männer mit Frauen bleiben vom Priestertum ausgeschlossen. Die von Männern eingesetzte Sexualmoral zementiert überkommene Frauenrollen. Das Kirchenvolks-Begehren wird als Angriff auf den "rechten Glauben"verstanden. Reaktionäre Bischöfe und Politiker wollen Frauen wieder auf "Kinder, Küche, Kirche" beschränken. Eva Rossmann läßt Gläubige unterschiedlichster Haltung zu Wort kommen: von hochrangigen Laienfunktionären über sog. Kirchenmänner bis zu Pfarrhaushälterinnen.


    Nur Kinder, Küche, Kirche


    Die Welt der Frau, verstellt mit Küchenschrank und Gerümpel, mit Kühlschrank und Waschmaschine, Kinderwagen und Nähkorb. Das ist ihre Welt - ist es eine Welt? - Ursela Monn spielt die überforderte Mutter im morgendlichen Wettlauf mit der Uhr; die frustrierte Ehefrau, eingesperrt zwischen Fernseher und Bügelbrett; die mordende Medea und die zum Wahnsinn getriebene Prostituierte, eine zur Ware reduzierte Frau: "Du legst mich aufs Kreuz, aber ich bin nicht da. Ich bin abwesend."


    Nobelpreisträger Dario Fo erzählt in seinem Kultstück mit grotesker Komik von denen, die in einer Männerwelt für ihre dienende Rolle als Heimchen am Herd und im Bett zurechtdressiert wurden. In vier Monologen erleben wir den ganz normalen Alltagswahnsinn von Frauen, deren spezifische Lebenssituationen uns wohlbekannt sind und mit denen wir lachen und mitfühlen können. Die eigentliche Hauptrolle spielt jedoch nicht die Frau, sondern der Mann, oder besser: Sein Geschlecht.


    Ursela Monn avancierte nicht nur durch ihre Filme, TV-Serien und Bühnenauftritte zu einer der bekanntesten deutschen Darstellerinnen, sondern besticht auch immer wieder in musikalischen Soloprogrammen und One-Woman-Shows durch ihre künstlerische Vielseitigkeit, für die sie u.a. mit der Goldenen Kamera, dem Ernst-Lubitsch-Preis, dem Filmband und im Jahre 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.


    und hier? http://www.graswurzel.net/242/anarchafeminismus.shtml

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Die 3 Ks

    also das mit den guten taten ist bei mir als dummer kathole nicht angekommen. das setzte ja voraus, man wisse, was gut sei. eben das aber ist ja die erbsünde, sich das anzumaßen.


    das mit kinder, küche, kirche muß eine deutschsprachige erfindung sein, denn zwischen ecclesia und infantes bestünde kein anfangsreim.


    jesus setzte vor allem das liebesgebot. die liebe fragt nicht vorher, ob gut, ob böse, sie tut, was ihr das herz eingibt. solches umfasst natürlich jeden, auch zum priestertum, das ist das liebetun am nächsten. an kindern, in der küche und auch in der kirche kann das nicht falsch sein. darauf zu begrenzen ist so falsch, wie zu sagen, die liebe fände dort grenzen.

  5. #5
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    AW: Die 3 Ks

    ein wenig übers ziel hinausgeschossen, kyra. das allgemeine priestertum, wie es uns durch jesus überkam (und wie es luther neu definierte), ist nicht geschlechtsspezifisch geregelt. was da im katholizismus abgeht, möchte ich nicht thematisieren, doch solltest du bei dem wort "kirche" nicht zwangsläufig an den organismus denken, dem der papst vorsteht. kirche ist sehr viel mehr: sie ist das gebäude gottes auf der welt und als solches inwändig in jedem christenmenschen, nicht nur im katholen, vielleicht dort sogar weniger als im lutheraner.

    es gibt die diskrepanz zwischen dem allgemeinen priestertum und dem amtlichen, zwischen kirchenprofis und laien, zwischen berufschristen und dem gläubigen an sich.

    die lehre vom allgemeinen priestertum war für luther fundamental. in allen seinen hauptschriften beschäftigt er sich damit. das hat einen einfachen grund: in luthers zeit war der ablaßhandel und dessen grund, daß nämlich seelenheil erkauft werden könne, allgemeine überzeugung geworden. auch heute noch gibt es sehr viele menschen, die glauben, daß sie durch eine gute tat etwas gutes tun und sich gewissermaßen einen platz im himmelreich (oder in einer firma, einem verein, in der familie) sichern. sie tun das gute (oder was sie eben dafür halten) nicht um seinet selbst willen, sondern weil sie sich eine belohnung erhoffen. so oder so. sie lieben nicht ohne die hoffnung, wiedergeliebt zu werden; sie geben niemandem, ohne an die zinsen zu denken; sie spenden, um damit etwas zu vergelten.
    durch diese tatsachen wird eine heuchelei erzeugt, die widerlich ist und seinerzeit luther, der als guter ostfale erst schoß und dann fragte, zu der überzeugung brachte, daß hier etwas faul sei. nun war der gute mann auch noch augustinisch erzogen, also fragte er ein wenig tiefer. er stellte fest, daß die wurzel des übels (ablaßhandel) daraus wüchse, daß petrus damianus im 11. jahrhundert lehrte, eine gute tat könne eine schlechte ausgleichen. - wer so denkt, der darf letztlich alles tun! - das ist also keine idee jesu, sondern eine von einem mönchen aus italien. bei jesus wird man einen solchen gedanken nicht finden. luther suchte nämlich danach - und fand nichts. (der begriff des priesters taucht in seinen worten nicht auf.) aber er fand die grundaussage des christentums, daß nämlich jesus gekommen sei, die schuld der menschheit auf sich zu nehmen, sich zu opfern. wer das glaube, der sei von der erbsünde befreit und in die gnade gestellt - nichts anderes bedeutet gnade.
    das bedeutet im umkehrschluß nicht, daß man nun keine guten taten mehr vollbringen solle. im gegenteil. dem christen sind sie pflicht. er darf eben bloß nicht glauben, daß werkheiligkeit zum seelenheil führe.
    zu glauben bedeutet, an gott zu glauben, ihm zu vertrauen.
    eine differenzierung zwischen männlichen und weiblichen christen wird man bei jesus vergeblich suchen. jeder, der am heilswerk gottes teilnimmt, was dadurch geschieht, daß er an jesus (seine lehre) glaubt und entsprechend handelt, besitzt eine rechtfertigung für sein tun, eine art priesterwürde. mit anderen worten: ein von der kirche ordinierter priester ist überflüssig, jedenfalls überflüssig, sofern NUR ER die verbindung zu gott herstellen soll bzw. von den Sünden lossprechen darf. so ein ordinierter (ausgebildet und bestallt) berufschrist allerdings kann manchmal eine wertvolle hilfe für alle sein, die noch suchen. aber man soll die kirche schön im dorf lassen und die kirche als das gestalten, was sie ist: das gebäude der christen. mehr nicht - und weniger auch nicht.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Die 3 Ks

    weil hier von der edelstute eva rossmann die rede war: die kocht jetzt mit ihrem habschi, dem haubenkoch manfred buchinger, in der "Alten Schule" in riedenthal bei wolkersdorf bei wien groß auf:


    http://www.buchingers.at/


    aness-tipp: fisch im gebisch (gebisch=gebüsch=diverse salaterl). einfach lecker!

    ob jesus auf das liebesgebot setzte, ist unklar, weil es schon ziemlich unsicher ist, ob es jesus überhaupt gegeben hat. lies nach beim karlheinz.


    klar ist jedenfalls, dass die katholische kirche eine staatlich anerkannte religionsgemeinschaft und eine mafiöse verarschungsinstitution ist. was aber auch klar ist: die geilen katholischen hirtenstäbe setzen auch voll auf das liebesgebot!

  7. #7
    rodbertus
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    AW: Die 3 Ks

    für freud war die erbsünde der grundbaustein der kirche, aller kirchenorganisationen der menschheit. erbsünde ist für ihn eine gedächtnisfeier der ungeheuerlichen tat der ermordung des stammesältesten durch eine horde von eifersüchtigen jungmännern, die - jeder für sich! - diesen ältesten ersetzen wollten, sich zusammentaten und ihn ermordeten.

    eine sehr eingeschränkte (männliche) sicht auf das böse der welt. die frauen haben demnach bloß eine objekt-rolle, sind kein träger der handlung. das scheint mir dann also doch ein wenig dünn, einseitig und unverhältnismäßig. meiner auffassung nach sind frauen mindestens genauso bösartig, intrigant und besitzergreifend wie männer, DENN - und jetzt kömmt's! - sie sind menschen. ha!

    nachtrag: die drei Ks sind in der erbsünde enthalten: Kirche (als folge dieser untat) - kinder (die da aufbegehren) und küche (das gedächtnismahl)

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Die 3 Ks

    die erbsünde scheint mir eher der freie wille zu sein, der die abwendung ermöglicht. vom baum der erkenntnis essen und unterscheidungsfähigkeit haben. das leid zwischen den abgewendeten muss nicht zelebriert werden, es besteht existenziell.
    die 3ks waren arbeitsteilung, die erste. taceat mulier. aber über die kinder erzogen zur abwendung, prolongierte sich diese in die gesellschaft. heuchelte dort weiter.
    es gab auch kluge altmänner, die ihren abgang selbst gestalteten. reform, nicht revolution. älteste sollten sich auf die gerusiale rede beschränken

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die 3 Ks

    Meiner Kenntnis nach kam diese Diskussion erst mit dem ersten Schub der Feminismus-Bewegung um 1900 auf. Die Suffragetten. Allerdings werden die von den heute eher links anzusiedelnden Feministinnen gefemt, weil die Suffragetten keine proletarischen Frauen in ihren "Kampfverbänden" wollten. Sie wollten sozusagen eine dezidiert bürgerliches Wahlrecht für Frauen ab einer selbstversorgenden gesellschaftlichen Stellung. Insofern ist die Bekämpfung einer Reduzierung der Frau auf die drei K von ihnen nicht vertreten worden, weil sie eh mit diesen drei K wenig gemeinsam hatten: in der Küche herrschte das Dienstmädchen, in der Kirche herrschte ein Mann, sofern der nicht selber am Gängelband seiner Angetrauten hing und die Kinder wurden von Erziehern/Nannys beglückt.
    Kurzum, ich würde meinen, die "3-K-Bewegung" ist eher im linksradikalen Spektrum zu verorten, also später als 1900, wahrscheinlich erst mit der zweiten feministischen Welle nach 1968.

  10. #10
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    AW: Die 3 Ks

    Gottesglaube, Gnade und göttliche Gebote - ich kann mir nicht helfen -, das ist mir unreflektierte, unhaltbare Kuschelpädagogik für naive Gemüter. Die 3 Gs der Welterklärung sozusagen. Ich brauche keinen Gott, der mir Moral und Ethik vorgibt, der mich von einer ominösen, unerklärlichen Erbschuld befreit. ich brauch auch keinen Gottessohn, der auf diesen unbedeutenden Planeten irgendwo im unfassbaren Universum mittels unbefleckter Empfängnis und Jungfrauengeburt herniederkommt, um die Menschheit zu erlösen. Ich brauch auch keine Theologen, Priester und andere neurotische Figuren, die mir den Weg aus der Sünde aufzeigen, während sie Kinder schänden oder sich an einschlägigen Bildern aufgeilen. Ich brauch auch keine Gnade eines imaginierten göttlichen Wesens, um mir meiner Endlichkeit, Sterblichkeit, Bedeutungslosigkeit bewusst zu werden.

    PS: Wenn Jesus die Menschen durch seine Erlösungstat von Schuld befreit hat, dann war das doch auch eine 'gute Tat', die Heil gebracht hat!?!? Wie erklärst du das im Kontext deiner Aussage, dass keine gute Tat eine schlechte (Erbsünde) ausgleichen könne??????????????????????

    Sorry, hier sitze ich und kann nicht anders. All dies theologische Geschwurbel ist für mich neurotisch und abartig.

  11. #11
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die 3 Ks

    Nun, wenn man es ernst meint mit dem Glauben, ist das alles andere als "Kuschelpädagogik". Reflektion erfolgt da ständig, v.a. aber Reflexion, denn was anderes als eine Zwiesprache mit Gott ist das Gebet?
    Das mit der Erbschuld, Till, ist mein großes Problem mit dem fixierten Glauben. Ich empfinde keine.
    Die Sache mit der "unbefleckten Empfängnis" ist dagegen ist Interpretation. Ich las kürzlich von Friedell eine sehr interessante, nämlich die, daß es im Orient die weitverbreitete Vorstellung gab, daß von Witwen geborene Kinder göttlichen Ursprungs seien, eine Form von Transsubstantion des göttlichen Willens in den Menschen, die ihre Partner verloren hatten. So soll nicht nur Jesus ein solches Kind gewesen sein, sondern einige andere auch. Die kirchengeschichtliche Abstraktion auf Jesus soll ein Alleinstellungsmerkmal evozieren, das religionsgeschichtlich nicht haltbar ist.
    Priester und dergleichen sollen helfen, den Weg zu Gott zu finden. Werden sie als Stand politisch mächtig, ist das meist der Anfang vom Ende - für die Religion. Daher auch der Glaube, man müsse Religion und Weltlichkeit voneinander trennen, ein Ergebnis der Aufklärung.

    Die Sache mit dem Ausgleichen des Schlechten durch die gute Tat verdient eine ausführlichere Befasse, die ich im Augenblick nicht leisten kann.

  12. #12
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Die 3 Ks

    Don't worry, ich möchte hier keine theologische Debatte führen! Halte sowieso die ganze Theologie für eine absolute intellektuelle und vernunftmäßige Zumutung! Keine Ahnung, wie erwachsene Menschen bei Sinnen sich ernsthaft damit befassen können.

    Ich möchte keines Menschen religiöse Gefühle verletzen - obwohl diese angebliche Verletzung des religiösen Gefühlt sehr oft instrumentalisiert wird, um den Gegner zu desavouieren. Meine Meinung zu dem ganzen Komplex Gott-Schöpfung-Mensch ist gegen niemand gerichtet und allein meine subjektive Einschätzung.

    Ein Gott, der solch eine aus der Art geratene Kreatur wie den Homo sapiens als sein Ebenbild schafft, ist für mich eine lächerliche Vorstellung!
    Ein Gott, der solch ein grandioses Universum schafft und sich zugleich mit Menschen streitet, zürnt, straft, liebt .... einfach wahnwitzig und absurd.
    Ein Gott, der so viele menschliche Züge zeigt, für mich zwingend eine Wunschvorstellung und Projektion eben dieses Menschen, der einfach keine offenen Fragen erträgt.
    Ein Gott, der soviel Leid geschaffen hat - und dann soll ich mir das als die beste aller Welten einreden lassen? Eine Zumutung.

    So, genug. Jeder kann lesen, was er will, jeder soll glauben, was er will. Ich kann nicht glauben, dass ein göttliches Wesen das Universum geschaffen hat. Wozu auch? Und wenn schon, dann ist dieser Gott eine physikalische Kraft, mehr nicht. Schon gar keine Person mit Bewusstsein und Gefühlen. Das ist ja wahnwitzig!

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