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Thema: Der Wissenschaftsbetrieb

  1. #26
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Zitat aerolith

    Um den Bogen zum Wissenschaftsbetrieb zu schließen: ein sich ernstnehmender Forscher fragt in seltenen Fällen nach ethischen oder politischen Kontexten.
    ist doch genau das...was ich schrieb:

    Aber ich denke, dass der Drang nach Wissen immer siegen wird.

  2. #27
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Profiteure - eine Diskussion

    erstellt von FAZ

    Ein Gespenst geht um an Deutschlands philosophischen Seminaren: das Gespenst eines Weltsiegs der analytischen Philosophie und eines Massenexodus der geschlagenen kontinentalen Philosophie. Wohin zieht sie? Vorwiegend in andere Erdteile: nach Ostasien, Australien, Brasilien oder, ausgerechnet, in die Vereinigten Staaten, von denen der entscheidende Schlag gegen die kontinentaleuropäische Philosophietradition geführt wurde.
    Wer heute das Markenzeichen der deutschsprachigen Philosophie, den deutschen Idealismus (die unmittelbar an Kant anschließende spekulative deutsche Philosophie), studieren will, wird kaum von einer deutschsprachigen Universität durch ihr Lehrangebot, geschweige durch ihre Lehrpläne dazu ermutigt. Ja, ein Student wird ernsthaft überlegen, ob er sein Interesse nicht besser in Sydney, Notre Dame, Georgetown oder Chicago wird befriedigen können. Die Universitäten zumal der Vereinigten Staaten haben eine lange Tradition in der Aufnahme deutscher Philosophen, die sich im geistigpolitischen Klima ihrer Heimat unwohl fühlten oder geradezu verfolgt wurden.

    Freilich: Das Emigrationspersonal hat sich merkwürdig gewandelt. Einst, in den finsteren Zeiten dreier Deutscher Reiche, waren es Vertreter der wissenschaftsförmigen, ,rationalen‘, an Sprachanalyse und Logik orientierten, oft sozialistischen Philosophie, die aus dem deutschen Sprachraum drängten. Im Blick auf die Gründerväter Frege, Russell, Carnap und Wittgenstein nennt man diese Tradition die ,analytische Philosophie‘. Ohne den deutschsprachigen Beitrag wäre die analytische Philosophie nicht geworden, was sie heute ist. Indem man den überwiegend deutsch-österreichischen Export kurzerhand zur ,angelsächsischen‘ Philosophie schlägt, schickt man die ausgewanderten Philosophen ein zweites Mal in die Emigration.
    Phasen fruchtbaren Austauschs

    Aber die Frage lautet anders: Emigriert nun auch der „irrationale“ Rest - die als „Nonsense“-Produzentin geschmähte ,klassische‘ deutsche Philosophie? Das wäre eine merkwürdige Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse! Durch den Exodus der deutschen Sprachanalyse war in den dreißiger Jahren die deutsche Philosophie brutal auf ihren ,kontinentalen‘ Rest geschrumpft: eine dem Nationalsozialismus botmäßige oder ihm jedenfalls nicht laut widersprechende Weltanschauungsphilosophie war zurückgeblieben. Und diese Universitätsphilosophie prägte weiterhin die Landschaft nach der „Stunde null“.
    Es gab, abgesehen von einigen heimgekehrten Emigranten wie Horkheimer und Adorno, zwei Jahrzehnte lang kaum philosophische Lehrer, die nicht Schüler von NS-Philosophen waren oder, wie der charaktervolle Karl Jaspers, erst jetzt und erst recht in die Emigration gingen. Erst gegen Ende der sechziger Jahre, eigentlich erst im Zuge der Studentenrevolte, die mit der deutschen Tradition gründlich aufräumte, kam die analytische Philosophie nach Deutschland zurück. Das war vor allem die Leistung Paul Lorenzens (des Chefs der Erlanger Schule), Ernst Tugendhats und Karl-Otto Apels. Aber auch der größte Kenner des deutschen Idealismus, Dieter Henrich, suchte und schuf das Gespräch mit der angelsächsischen Philosophie, so dass die Ruinen des deutschen Idealismus in ungewohnter Klarheit erstrahlten.

    Aus dieser Kooperation sind bedeutende Einsichten der Philosophie des Geistes hervorgegangen, die in den Staaten ,Philosophy of Mind‘ heißt. Eine Art von Austausch hatte begonnen. Immer noch wird er gesucht, bedeutende Forschungen belegen es. Aber sie knicken mehr und mehr ein vor der Übermacht einer Neuscholastik, die nicht das Gespräch mit der Tradition, sondern deren Ausrottung sucht.
    Im Griff der Neuscholastik

    Ja, es begann in jüngerer Zeit eine neue Scholastik, eher: ein neuer Wolffianismus an Deutschlands Philosophischen Seminaren. So nannte man die Philosophie, die im achtzehnten Jahrhundert im Anschluss an Christian Wolff aus Leibnizens genialen Aperçus eine zusammenhängende, eine systematische „Schulphilosophie“ - eben eine Scholastik - zu errichten versuchte und flächendeckend die deutschen Universitäten beherrschte. Schon damals gab es eine allgemein anerkannte Terminologie, man stritt sich um Tüttelchen von Wortdefinitionen, man spaltete die dünnsten Begriffshärchen; aber man war sich einig im Dissens, weil man die gleichen Verfahren und dieselben Definitionen benutzte.
    Vielfach tönt die Klage, dass es so wieder an vielen unserer philosophischen Seminare aussieht. Der scholastische Trend wird durch die Uniformierung und Verschulung der Studiengänge nach Bologna fast alternativlos. Statt großer Themen, statt Forschungen mit großem Atem ist eine Mikrologie von Argumentanalysen um ihrer selbst willen in die philosophischen Debatten eingezogen, die das Interesse gerade auch der anschlussfähig geglaubten Naturwissenschaftler verspielt, die Philosophie isoliert und das Gros der Studenten abschreckt oder ins Ausland vertreibt. Oft wünschen sich Neurobiologen den interdisziplinären Austausch mit Philosophen. Aber die Philosophie, die ihre Eigenheit aufgegeben hat, entzieht sich diesem Gespräch oder verwandelt es in einen spekulativen Monolog des Neurowissenschaftlers mit sich selbst. ,Neurophilosophie‘ war einst ein Spottname für Lehnstuhl-Philosophen, die sich als Laborwissenschaftler gerieren, nun erscheint er als Lockvögeli in Stellenausschreibungen.
    Zusätzlich ist eine spezifisch deutsche Krähwinkelei zu beklagen. Im englischsprachigen Raum, wo die analytische Philosophie heimisch und dominant geworden ist, ist sie bedeutend geblieben. Der deutsche Ableger lebt nach seinem Aderlass im Dritten Reich von den Brosamen, die vom Tisch des reichen Nachbarn fallen. Dankbar notiert er das Lob der Großen, selbst wird er aber - bedeutende Ausnahmen abgerechnet - in Großbritannien, Australien und den Staaten als eigenständige Fraktion ignoriert oder allenfalls herablassend in Fußnoten erwähnt.
    Mit Recht. Die Alternative, die große klassische deutsche (und europäische) Tradition, wird kaum mehr betrieben oder vielmehr: kaum durch aktualisierende Forschungen weiterentwickelt. Die Folge: Angelsachsen zumal sind immer weniger unter den deutschen Philosophiestudenten und -doktoranden zu finden, denn was sie in Deutschland lernen können, lernen sie besser zu Hause. Noch in den Neunzigern war ihre und die Zahl anderer an der deutschen Tradition Interessierter bedeutend. Philosophische Seminare konnten sich dieses Interesse - auch vor ihren geizenden Finanzverwaltungen - gutschreiben. Kein Wunder, dass gerade der deutsche Idealismus und die ernsthaft betriebene Phänomenologie im (zumal) englischsprachigen Ausland neue Heimstätten gefunden haben.
    Zeitlose Quellen des Fortschritts

    Indes, könnte man sagen: wozu Heulen und Zähneklappern? Sollten wir es nicht begrüßen, dass der „Nonsense“ endlich auch aus Deutschland verbannt wurde? Und wollen wir den Preis mickrigen Spezialistentums nicht freudig dafür entrichten?
    Dafür würde ich leidenschaftlich plädieren, wenn der Nutzen in der Erleuchtung studentischer Köpfe so offenkundig wäre, wie es die Propaganda will. Und was ist das für ein komisches Vorurteil, dass sich Tradition und Fortschritt ausschließen? Die Studiengänge vieler Philosophischer Institute unterscheiden ,systematische Philosophie‘ und ,Geschichte der Philosophie‘. Erstere meint eigentlich: jüngst publizierte Philosophie. Aber was publiziert ist, gehört zur Geschichte und ist so angreifbar wie das Ältere. Manchmal ist das Widerstandspotential des alten Aristoteles immer noch größer als die publizistischen Eintagsfliegen, die nur dem Neuheitsappeal standhalten.
    Es ist eben so: Auch aus der Neubearbeitung alter Quellen fließt Fortschritt an Einsicht - zugegeben: eher in der Philosophie als in der Physik, aber selbst für die Psychologie und die Psychiatrie ist das wahr. Beide lernen tatsächlich gegenwärtig in Exzellenz-Clustern aus romantischen oder phänomenologischen Quellen. Das dichte semantische Potential dieser Klassiker sorgt dafür, dass sich in ihnen immer wieder Neues entdecken lässt. Neues mit Wahrheitsanspruch, nicht, was von der philosophischen Tradition in den Staaten wegen seines „Tiefsinns“ kurzerhand verächtlich der Poesie zugeschlagen und an literaturwissenschaftlichen oder „Critical-Theory“-Departments behandelt wird. Neues, das die Kraft besitzt, auch das Konzert der aktuellsten Analyse noch zu innovieren.
    Aktualität des Ursprünglichen

    Wer glaubt denn ernsthaft, man solle Platon makulieren oder seine Lektüre auf die Passagen beschränken, die in neueren peer-reviewed Journals analytischer Observanz zitiert werden? Auch der deutsche Idealismus und besonders die phänomenologische Tradition waren weder dumpfbackig noch ins Ungefähre verliebt, noch fortschrittsfeindlich. Große Leistungen wissenschaftlicher Prosa und die Schärfung der deutschen Sprache für den Ausdruck feinster begrifflicher Nuancen verdanken wir diesen zwei Bewegungen. Die Wissenschaftsprosa des späten neunzehnten und des frühen zwanzigsten Jahrhunderts wäre ohne sie gar nicht denkbar gewesen. Cantor und Frege, leuchtende Beispiele, publizierten einige ihrer bahnbrechenden Texte in der „Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik“, einem Journal des Spätidealismus, begründet und lange Zeit herausgegeben von Fichtes Sohn Immanuel Hermann.
    Von der „ursprünglichen Einsicht“ dessen Vaters, Johann Gottlieb, urteilte Dieter Henrich 1966, die Philosophie habe sie vergessen, „mehr noch, hat sie niemals zur Kenntnis genommen“. Das wird man auch von Schleiermachers hermeneutischer Grundeinsicht sagen können. Beide aber hatten das Zeug, ganze Theoriemoden, die nur die Aktualität für sich haben, in die Luft zu blasen.
    Viele Analytiker aber glauben fest, alle alten Irrtümer der philosophischen Tradition seien im neuen (wohlgemerkt: analytischen) Schulwissen korrigiert, Fortschritte an Einsichten stillschweigend berücksichtigt. Das ist eine Form des Hegelianismus, der jeden nachhaltigen Gedanken als Meilenstein auf dem Weg zum „absoluten Wissen“ aufhob und mitnahm.
    Soll das unser Leitbild sein? Ist nicht die analytische Philosophie gut beraten, sich in viel stärkerem Maße der Philosophiegeschichte zu besinnen? Nicht aus naseweiser Bescheidwisserei (wie Adorno das nannte), die einem Gedanken, statt seine Wahrheit zu prüfen, einen Vorgänger nachweist. Sondern um zu vermeiden, dass sie das Rad neu erfindet oder uns gar ein weit schlechter rollendes andreht als das alte. Schließlich tut uns die Geschichte nicht überall den Gefallen, in Richtung ,Fortschritt‘ zu verlaufen. Wichtige gedankliche Durchbrüche werden durch falsche Meinungen oder Theoriemoden verdrängt. Dem apokalyptischen Aktualismus derer, die einen Text schon darum für verdächtig halten, weil er älter als fünf Jahre ist, ist Schopenhauers Diktum entgegenzuhalten: „Das Neue ist selten das Gute, weil das Gute nicht lange neu bleibt.“
    Das ist richtig. Die FAZ sollte jedoch selbstgerecht genug sein, hier eigenen Schuldanteil nicht zu verschweigen. Sie ist Systempresse. Das System "BRD" steht dem freien Philosophieren feindlich gegenüber, denn wenn der Deutsche einmal zu philosophieren beginnt, stößt er schnell Denkvoraussetzungen um. Also wird die Praxis des Philosophierens auf die weitgehend brotlose Künstelei des Analysierens gelenkt. Wer sich aus dem gestatteten Diskurs herauslehnt, wird aus dem Elfenbeinturm verbannt.
    China und Brasilien sind keine Vorbilder, sondern bestenfalls Platzhalter, semantische Le(h)erstellen. China hat seit Konfuzius keine eigene Leistung hervorgebracht. Brasilien überhaupt noch niemanden. Es ist auch nicht abzusehen, daß sich das ändert, andernfalls würde sich in diesen Gegenden wenigstens etwas regen. Das unverstandene Wiederkäuen des Vorgegebenen dagegen ist kein Philosophieren. Das betrifft auch die Praxis der philosophischen Seminare an den bundesdeutschen Universitäten.
    Mit der 68er Revolte war es vorbei mit universitärem Philosophieren. Seitdem herrscht Zwang. Linksfaschismus, Gleichstellerei, Denkverbote, Diffamierungen, Traditionsbruch.

    Die deutsche Philosophie muß sich davon befreien, neu aufstellen. Als Humanist sage ich, daß erst die totgewürgte deutsche Philosophie dem Kapitalismus der BRD den Nutzen bringt, den die betriebsame Exportwirtschaft benötigt. Der schleichende Tod der Deutschen. Es ist KEINE Scholastik, denn Scholastik funktioniert nur im Kontext des Numinosen, des sanften Erschauderns vor dem Paradigma (in der Scholastik hieß es Gottes Allmacht, heute heißt es Mammon): das heutige Paradigma wird dekonstruiert, aber dann zerstört als Ergebnis propagiert. Auf dem Zerstörten stehen, wie in Palmyra, noch Reste des Schönen, ebenfalls zu dekonstruieren. Und dabei bleibt es.

  3. #28
    Kalu
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    AW: Profiteure - eine Diskussion

    'Erst gegen Ende der sechziger Jahre, eigentlich erst im Zuge der Studentenrevolte, die mit der deutschen Tradition gründlich aufräumte, kam die analytische Philosophie nach Deutschland zurück.'

    Endlich mal etwas Gutes über die sogenannten 68'er, die heute für alle Fehlentwicklungen verantwortlich gemacht werden.

    Gut geschrieben, gut gekonntert - muss es jedenfalls sein, denn ich habe kaum etwas verstanden.

  4. #29
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Profiteure - eine Diskussion

    merke: unverständlich schreiben! dann lobt dich jemand.

  5. #30
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Profiteure - eine Diskussion

    Die Gehälter sind durcheinander. Verdiente um 1930 ein Assistent anfangs 384 RM (etwa 4150 €), was viel geringer als heute besteuert wurde, so geht er zur Zeit mit 1500 € nach Hause. Da Jahr für Jahr sehr viel mehr Absolventen auf den Markt strömen, als benötigt werden, besteht hier auch kein Handlungsbedarf durch die staatlich finanzierten Hochschulen. Wer studierte, hat am Ende eine fünfstellige Schuldenlast und verdient sehr wenig.

  6. #31
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Debattenverweigerungskultur in der BRD. Geopolitik ist in der BRD ein rotes Tuch. Wenn dann auch noch Rußland unter diesem Gesichtspunkt betrachtet wird, führt das schnell zu politisch-unkorrekten Äußerungen, die eben im öffentlichen Raum abusus sein sollen. Der liberale Staat ist nur da freiheitlich, wo es ihm oder seinen Verbündeten nützt. Eben Interessent ob seiner selbst.
    Der Wissenschaftsbetrieb folgt ehernen Gesetzen. Ein Wissenschaftler darf nicht mit jedem reden! Wo kämen wir sonst hin?


  7. #32
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    Lightbulb Was man so schafft - das Pensum

    eine diss hat bei uns manchmal 1000 seiten, das sind dann die historiker, ein stockwerk über mir im institut.
    dann haben wir noch die faulen filmwissenschaftler, die schreiben so 200 seiten, wovon 100 vielleicht das filmprotokoll abbilden. nun, das ist aufwendig. darfste auch nicht unterschätzen. wissenschaftlicher Wert?
    blieb mir immer schon verschlossen.

    dann haste noch die verkappten medienpädagogen. naja. die entwerfen konzepte und diskutieren über den Unterschied zwischen Medienkompetenz und Medienaneignung. herjeee.....
    und dann kommen wir, also ich, die Pedanten, Erkenntnistheoretiker, die das entwickelte dann auch noch umsetzen, Messkonstrukte entwerfen. wann ist etwas bestmöglich untersucht? haben wir einen Prozess untersucht
    oder nur eine Aneinanderreihung von Zuständen? herrlich.

    sagen wir mal, ich brauche so 300 bis 400 Seiten, damit man es auch lesen will.... und weiter denke ich nicht. so viel zur quantität.
    die qualität wird durch den Ausgleich (ob im Außen oder im Innen) maßgeblich beeinflusst. worauf ich hinaus will:
    du hast die intervenierenden Variablen vergessen! du schaffst nicht jeden Tag gleich viel.
    wenn die Anzahl der gelesenen Seiten die Anzahl der geschriebenen (linear) beeinflusst, kommen da mindestens noch folgende Variablen hinzu

    .. dass die Anzahl der geschriebenen Seiten beeinflusst, wie du an die folgenden Seiten herangehst, und umgekehrt
    .. nicht zu vergessen: Tagestemperatur, Alkoholkonsum des gestrigen Abends, die im Buch behandelte Thematik selbst, dein Hunger, hormonelle Schwankungen (also wenigstens bei mir) und die Menschen, die uns "stören", die körperliche Betätigung
    .. ganz zu schweigen, dass nicht jede seite qualitativ so hochwertig ist wie eine andere (oder sollte es das?)

    irgendwas vergessen? bestimmt.

  8. #33
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    AW: Notizen März 2020

    Wer ist noch unnötiger als ein Migrationsforscher? Bisher dachte ich, dass Migrationsforschung so ziemlich das überflüssigste Metier ist. Aber es gibt noch was Obsoleteres: Medienwissenschaft.

    Zum Beweis genügt die Lektüre eines gewissen Herrn Pörksen auf ZON.

  9. #34
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Notizen März 2020

    ...doch, gibt es; die Religionswissenschaft - denn um diese Wissenschaft betreiben zu können...muss ich Erkenntnisse anderer Wissenschaften ignorieren oder leugnen. Religionswissenschaft ist wohl der absurdeste Begriff unserer Sprache.

  10. #35
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Notizen März 2020

    primitiv, ad. Um Krebs zu erforschen, muß man selber keinen Krebs haben. Um Blumen zu bestimmen und miteinander zu vergleichen, muß man selber keine Blume sein. Um Religion zu erforschen, muß man nicht an die untersuchte Religion glauben. Man kann alles untersuchen, aus allem eine Wissenschaft machen, aus Medien genauso wie aus Tuberkeln oder Parteien, aus Sprache wie aus Tumorzellen oder chemischen Verbindungen oder so abstrusen und (theoretischen) Dingen wie Wurmlöchern. Wissenschaft ist in erster Hinsicht eine Frage der Methodik und nicht des Gegenstandes.

  11. #36
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Einspruch, euer Ehren. Methodik allein macht noch keine Wissenschaft. Der Gegenstand muß wenigstens eins der folgenden Kriterien erfüllen:

    -) real existierend, d. h. sinnlich erfahrbar oder meßbar
    -) überprüfbar oder dem Experiment zugänglich
    -) kritikoffen und ergebnisoffen

    Neben diesen Kriterien braucht es natürlich eine Methodik, wie mit dem Stoff, Material und angehäuftem Wissen umgegangen wird. Regeln für die praktische und theoretische Arbeit also.

    Bei so manchen Geisteswissenschaften ist keines der 3 Kriterien erfüllt. Dazu zähle ich die Theologien genau so wie Medienwissenschaft, in großen Teilen Psychologie und Soziologie und überhaupt solchen Unfug wie Theaterwissenschaften usw.

    Wobei bei letzteren durchaus eine gewisse Wissenschaftsfähigkeit vorhanden wäre, weil sie ja reale Phänomene behandeln. Medien sind nunmal Fakt. Die menschliche Gesellschaft auch. Gott aber nicht. Wenigstens nicht überprüfbar, befragbar, keinem Experiment zugänglich.

  12. #37
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Das Fundament der Religion ist der Glaube - und der Glaube hat nur abseits des Wissens seine Daseinsberechtigung. Glaube und Wissen schließen sich gegenseitig aus. Einstein "glaubte" nicht an schwarze Löcher...nur weil man sie seinerzeit nocht nicht nachweisen konnte. Seine Vermutung fusste auf einer gewissen Plausibilität...wenn auch nur für einen sehr kleinen Kreis von Menschen. Anders als bei der Religion...bedient sich der Wissenschaftler aus dem Regal von bereits vorhandenem Wissen. Der Religionswissenschaftler macht das Gegenteil...er bedient sich aus dem Regal der Lücken und Schlupflöcher.

  13. #38
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Nein, meine Herren. Glaube und Wissen schließen einander nicht aus. Ein Wissenschaftler, der an nichts glaubt, wird nur untersuchen, aber keinen Entwurf formulieren. Bisher konnte die Existenz von schwarzen Löchern nicht nachgewiesen werden, dennoch befassen sich tausende theoretische Physiker intensiv damit. Würden sie das, wenn sie nicht daran glauben würden? Plausibilität ist ein Euphemismus für Glauben. Die Liste der Dinge, die noch nicht nachgewiesen, aber wohl plausibel sein sollen, reicht von Begriffen wie "Tachionen" über die Frage, was "Geschmack" ausmacht bis hin zu der Frage nach Nessie. Man kann "Politik" zum Gegenstand des Forschens machen und an solche Dinge wie "Demokratie" glauben - das sind alles Einhörner, die auch noch keiner nachweisen konnte. Oder Ersatzreligionen wie die Mär von menschenverursachten Klimawandel oder die Hoffnung, daß das Gute siegt - oder das Böse, wie man eben will. Aus allem läßt sich eine Wissenschaft machen. Und ich habe noch keine Wissenschaft kennengelernt, die sich nicht stets und wiederholend irrte. Alle paar Jahre müssen die Lehrbücher umgeschrieben werden, weil sogenannte Grundfesten durch neue Erkenntnisse erschüttert werden. Eine nicht enden werdende Geschichte ist das. - Und das ist gut so! Denn so bleiben wir wach und lassen dogmatisches Denken nicht zu. Ein Dogma ist die von Katholiken in die Welt gebrachte Dichotomie von Wissen und Glauben. Das war einer der Gründe für die Reformation. Glauben und Wissen können sich durchaus gegenseitig durchdringen, man darf weder das eine noch das andere zur Lehre einer vollkommenen Reinheit machen. Schwierig wird es erst dann, wenn man die Wissenschaft auf der Basis von Dogmen (Paradigmen) aufbaut und sie so zu einem System macht, in dem jede Erkenntnis nur dann Gültigkeit besitzt, wenn sie im System verortet werden kann. Ein Wissenschaftler, der an nichts glaubt, wird ein Erbsenzähler bleiben, eine Maschine. Man braucht progressiven Weitblick, einen Glauben an den Entwurf, an die Kühnheit des Gedankens, der auch ein Paradigma in Frage stellt.

    Die Existenzforschung bezüglich Gottes ist kein Gegenstand der Religion. Es geht in der Theologie nicht um Gottesbeweise. Das ist seit Thomas von Aquin nicht mehr üblich. Es geht um Auswirkungen, Logik und in erster Hinsicht um psychologische und exegetische Fragestellungen. Geschichte wohl auch.

  14. #39
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Also, großer Meister, du wirfst da einiges durcheinander und kommst daher zu seltsamen Aussagen.

    Wir streiten hier wohl um des Kaisers Bart, nämlich den Wissenschaftsbegriff. Ich kann alles zur Wissenschaft erklären, auch die Befasse mit Medien oder Migration. Es kommt nur darauf an, welche Anforderungen ich an eine Wissenschaft stelle, bzw. was ich von ihr erwarte.

    Und natürlich darf und soll Wissenschaft irren! Der Irrtum ist ja der größte Erkenntnisgewinn in der Wissenschaft! Das hat der olle Karl Popper doch schon gewusst. Ein Kennzeichen der dogmatischen Pseudowissenschaften ist ja gerade, dass sie keinen Irrtum zugeben oder erlauben, weil sie ja eh im Besitz der Wahrheit sind. Das reicht von Religionen über Parteien bis zu den Esoterikern und Globuliverkäufern. Das ist gerade ein Kennzeichen eines ehrlichen Wissenschafters, dass er gerade nach Irrtum oder Widerspruch zu seinen bisherigen Annahmen giert, weil ihm nur das neue Erkenntnis bringt.

    Und was den Glauben anlangt, sachte, sachte. Was Einstein glaubte und was er wusste, das wissen wir nicht. Wir können uns wissenschaftlich nur an seinen schriftlich formulierten Aussagen orientieren. Und seine beiden Relativitätstheorien sind experimentell so weit abgesichert, dass jeder fundamentale Zweifel daran als Obskurantismus und Scharlatanerie gelten muß. Was nicht heisst, dass auch Einstein irrte und dass die RT in Zukunft einer neuen, umfassenderen Theorie wird weichen. Das ist sogar ziemlich sicher. Das hebt aber seine Erkenntnisse nicht auf, genauso wie Newton nicht überholt ist, obwohl Einstein weit über ihn hinausging und die Gravitation nicht als physikalische Kraft wie etwa den Magnetismus begriff, sondern als Verwerfung der Raumzeit.

    Glaube mag ein notwendiges und produktives Addendum für einen Wissenschafter sein. Wissenschaft ist er nicht. Da muß man schon trennen zwischen Befindlichkeit und wissenschaftlicher Erkenntnis. Letztere muß immer begründet sein durch Beobachtung, Experiment oder mathematischer Extrapolation. Und sie muß sich immer und permanent in Frage stellen, weil sie nie umfassend und endgültig sein kann. Das unterscheidet sie von Schwurbelwissenschaften wie Soziologie, Psychologie und auch Theologie. Da geht es zu 90% nur um Meinungen der beteiligten, meist eitlen 'Wissenschafter'.

  15. #40
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Ich werfe da nichts durcheinander. Es geht um den Wissenschaftsbegriff, was bedeutet, es geht um seinen Bedeutungsumfang. Naturwissenschaften mehr Wissenschaftlichkeit zu subsumieren als den Geistes- und Sozialwissenschaften, halte ich für falsch. Ebensogut könnte ich das Gegenteil behaupten und eine lange Liste von Schwurbeleien der Naturwissenschaftler anfügen. Das hülft also kaum weiter. Auch Popper steht nur für eine Methode, was Wissenschaft sein sollte. Er hat eine Methode entwickelt, wie Wissenschaft funktionieren kann, ist dabei sehr demokratisch, indem er den Diskursethikern in die Parade fährt, zudem gefällt mir seine Affinität zu Kant. Aber das läßt Popper nicht wissenschaftlicher sein als Newton, Bohr, Aristoteles oder Empedokles. - Einstein will ich nicht widersprechen. Dafür habe ich mich zu wenig mit seinen Methoden beschäftigt.

    Man kann die Dinge und Zusammenhänge auf vielfache Weise begreifen. Ich würde jemandem, der sich irrte, nicht die Wissenschaftlichkeit absprechen. Ein Mann wie Ptolemaios galt zu seiner Zeit als führender Wissenschaftler, gleichwohl er die Gestalt der Erde eben mit "flach" beschrieb. Dafür waren seine Karten zum Gutteil ziemlich exakt. Vielleicht hat Einstein mit etlichen seiner Vermutungen und Theorien recht, vielleicht irrte er sich in mehr Dingen, als wir heute für wahr annehmen. Wie gesagt, es konnten bislang keine Wurmlöcher nachgewiesen werden - ich würde mir wünschen, daß mal eines gefunden würde, dann hätte ich die Chance (oder einer meiner Nachfahren), ein Gespräch mit Schiller zu führen.

  16. #41
    Mitgestalter
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Also, ohne hier eine fundierte Debatte über den Wissenschaftsbegriff zu führen, wofür ich mich auch nicht fit genug fühle, so steht für mich ja gerade der Irrtum und der Fehler für ein Kennzeichen der Wissenschaftlichkeit. Man muß nur bereit sein, aus Irrtümern und Fehlern zu lernen. Ein Wissenschafter, der recht hat, tritt auf der Stelle. Nur die Korrektur fehlerhafter Theorien hilft weiter. Dass wir Gravitationswellen nachweisen können, die Einstein vorausgesagt hatte - auf Grund und als Konsequenz seiner Theorie und nicht, weil er dran glaubte - das ist zwar schön, bringt aber nicht weiter, keine neue Erkenntnis. Jedes unerwartete und zur Theorie widersprüchliche Experiment jedoch ist die Chance, einen Fehler zu suchen, zu finden und die Theorie zu korrigieren. Dann ist man einen Schritt weiter.

    Wissenschaft kann und soll keine Wahrheiten verkünden, sondern Irrtümer entdecken und durch neue, 'bessere' ersetzen. Das ist ein infiniter Prozess, der nie ein Ende hat.

    Am Anfang der Wissenschaft steht der Zweifel, nicht der Glaube.

  17. #42
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Zitat eulenspiegel

    Schwurbelwissenschaften wie Soziologie, Psychologie und auch Theologie. Da geht es zu 90% nur um Meinungen der beteiligten, meist eitlen 'Wissenschafter
    ich stimme Dir in vielen Punkten zu...aber diese drei würde ich jetzt nicht in einen Topf werfen. Der Soziologe arbeite wie der Psychologe auch mit Fakten und empirischen Daten - was sie daraus machen, das steht auf einem anderen Blatt. Der Theologe instrumentalisiert ganz bewusst Fakten zur Legendenbildung. Er erwähnt Maurus Rabanus, Kaiser Konstantin und viele andere historische Personen...um den Anschein zu erwecken es handle sich um eine seriöse Wissenschaft. Klar gab es diese Menschen...aber die waren bereits Opfer dieser Legendenbildung. Ein Trick, mit dem zB auch heute die AfD arbeitet. Es werden wahre Geschichten in den Raum geworfen...und die Spekulationen dazu gleich mit.

  18. #43
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    ..

    Am Anfang der Wissenschaft steht der Zweifel, nicht der Glaube.
    Das teile ich nicht, das andere schon. Am Anfang jeder Wissenschaft steht das Staunen, nicht der Zweifel. Glaube ist extrem wichtig; ich möchte das Wort durch "Überzeugung" ergänzen. Wer keine Überzeugung hat, sollte seine Forschungen einstellen.

  19. #44
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    @ ad:

    Sagen wir so: die Naturwissenschaften sind die einzigen mit klaren, eindeutigen und zwingenden Methoden auf dem Boden von Fakten. Die Geisteswissenschaften haben mehr oder weniger lose und dehnbare Methoden der Wissensfindung. Deshalb passt der Begriff Wissenschaft auch nur zum Teil. Der andere Teil ist Interpretation, Ideologie und persönliche Überzeugungsarbeit. Das gilt für alle Wirtschaftsfächer wie auch für die klassisch-humanistischen wie Theologie und Geschichte. Vielleicht bin ich ein bissl zu hart gegenüber den Psychologen und Soziologen, doch habe ich aus diesen Disziplinen bisher wenig Brauchbares fürs persönliche Leben gehört und erfahren. Da wird geschwurbelt und bramarbasiert, dass es nur so eine Freud - sic! - ist. Freud, der Vater der modernen Psychologie, hat selbst so viel Unsinn verzapft und so viele Menschen mit seinen abwegigen Theorien ins Unglück gestürzt, das wird bei aller Verehrung nie thematisiert. Und auf diesem Fundament ruht die ganze Psychologie bis heute, auch wenn es viele Schulen und Richtungen in divergirender Richtung gibt. Egal. Am ehesten traue ich den Geisteswiss. noch dort, wo sie sich auf Fakten berufen und ich mit mathematisch-statistischen Methoden nachvillziehen kann, was da geforscht wird.

    @aerolith:

    Ja, aber Staunen und dann zweifeln, ob das, was mich in Staunen versetzt hat, auch wirklich so ist, wie es scheint, ist doch kein Widerspruch. Ein Regenbogen ist herrlich anzusehen und tupft das Gemüt an. Früher dachte man wohl an ein Spiel der Götter oder übernatürliche Erscheinungen. Dann ging man der Sache auf den Grund und heute wissen wir, was so ein Regenbogen ist. Das macht ihn für mich um nichts weniger prächtig und staunenswert. Im Gegenteil. Es erzeugt eine Bescheidenheit gegenüber den Naturgesetzen, die das alles so möglich machen.

  20. #45
    schreibt hier hin und wieder
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    Der Wissenschaftsbetrieb - eine Farce

    Ein kleines schaubild:

    Die Welt - alle Beobachter - ein Teil beobachtet mit wissenschaftlichen Ambitionen - Alles Beobachtete wird geprüft auf Wissenschaftlichkeit - die Prüfenden sind Gater, sie sitzen in den Kultusministerien, und sind Interessenvertreter im Auftrag von Lobbyisten.

    Keine weiteren Fragen an den Zeugen

  21. #46
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Notizen April 2021

    Es muss sich keiner mehr aufregen, damit Zensur betrieben wird. Zensur wird in vorauseilendem Gehorsam betrieben.
    https://www.die-tagespost.de/gesells...;art310,217096
    In der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ äußert sich der Historiker Christophe de Voogd, der an der Elite-Universität Sciences Po in Paris und Brüssel lehrt, kritisch über den jüngsten Versuch, klassische Literatur zu zensieren. Dabei geht es um die neue niederländische Übersetzung beziehungsweise Adaptation der „Hölle“ von Dante, bei der der Verweis auf den Propheten Mohammed gestrichen wurde, „um nicht unnötig zu verletzen“.

  22. #47
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Wissenschaftsbetrieb

    Ereignisse wie dieses, Streusalz, sind ein Dekadenz-Symptom, das auf den schlimmen Zustand der Wissenschaft generell hinweist. Das Übel, das immer wieder solche Symptome zeitigt, läßt uns nach dem Menschenbild fragen, das zu solchen Verrenkungen wissenschaftlichen Arbeitens führt. Ich glaube, daß der Gleichheitswahn dazu führt. Man betrachtet Dinge nicht um ihrer selb willen, sondern im Kontext einer Tauglichkeit zur Nivellierung von Unterschieden. Alles, was Unterschiede, die immer auch Wertungen mit sich bringen, betont oder ausprägt, ist per se etwas Gesellschaftsfeindliches und soll getilgt werden. An den Unterschieden arbeitet sich keiner mehr ab, sei es die Impfstofforschung, sei es der Glaube, sei es die politische Willensbildung, sei es die Ausprägung von Alleinstellungsmerkmalen einer Universität. Aber man muß dieses Spiel ja nicht mitspielen. Dummerweise sind auch die Wissenschaftler meist ethisch nicht stubenrein, sondern primär an der Perpetuierung ihrer Positionen interessiert. Also passen sie sich an und heulen wider beßren Wissens mit den Gleichmachern.

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