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Thema: Think positiv!

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post Think positiv!

    Think positiv!


    Heureka!!!


    Der Missbrauch in meiner Kindheit, konnte nur durch einen zweiten Missbrauch wieder gut gemacht werden.
    Das klingt paradox, ist es aber keineswegs. Denn der zweite "Missbrauch" stand nur als Synonym für den ersten und ist daher als positiv zu bewerten!


    Heureka!!!


    Hier waren Genies am Werk, die meinen Dickschädel ordentlich in die Mangel genommen haben. Weicht von Ihnen ihr Häscher, es sind die Falschen, ich war meiner Seele tot, denn den ersten Missbrauch habe ich nicht verarbeiten können. Erst jetzt erkenne ich Sinn und Charakter der vielen Engel um mich herum.
    Ich liebe euch ALLE, besonders die ganz gemeinen (knurrr, dass euch das ja nicht zur Gewohnheit wird ), denn die waren fürs gelingen sehr wichtig.


    Ich muss leider erst mal sehen wie ich das Ganze meiner Seele beibringe, mein Verstand hat es aber schon mal erfasst und meine Seele... mal sehen!


    Liebe Grüße


    Klaus


    Noch 'n Sorry, aber Wunder dauern manchmal etwas länger, bis dass man sie begreift.

  2. #2
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    AW: Think positiv!

    Lieber Klaus,
    tut mir weh, wenn ich Dich hier herabwürdigen muss, aber entweder schreibst Du Deutsch oder Englisch. So eine Mischung wie Du sie im Titel dieses Beitrages produziert hast ist unerträglich. Dabei bedarf es eines kleinen Buchstabens, und ich hätte mich nicht aufgeregt.


    herzlichst uis

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    Post AW: Think positiv!

    Nackt




    Ich möchte an dieser Stelle ein offenes Wort an alle richten und vieles vielleicht unverständliches Verhalten von mir erklären. Dieses Forum steht mir hierfür nur als Plattform zu Verfügung und ich richte meine Worte an alle die hier lesen und mich kennen.


    An anderer Stelle, ist von Missbrauch die Rede und einem zweiten noch dazu. Da man sich unter Missbrauch alles mögliche vorstellen kann, möchte ich es genauer definieren, und den Inhalt der Worte beschreiben. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass ich mich nicht für einen Künstler halte, ebenso wenig, wie ich ein Demonstrant oder gar Schriftsteller bin. An das Schreiben habe ich eine Selbstfindung geknüpft, ich habe meine Gedichte oft aus dem Bauch geschrieben und erst später verstanden, was da überhaupt geschrieben stand. Ich wollte herausfinden wer ich bin.


    In meiner Kindheit war ich bei Pflegeeltern und später in Heimen untergebracht und meine Mutter kannte ich nur als mir fremde Person, welche mich ab und an bei sich zu hause hatte. Meinen Vater kannte ich nur vom Sehen.


    Als ich elf Jahre alt war, kam ich in ein Heim, mit ca. 15 Jungen belegt, und dort blieb ich drei Jahre. Drei Jahre... eine Hölle. Ich wollte dort weg, konnte die Qualen nicht mehr ertragen und so stand ich eines Tages auf einer Brücke.


    Ich war in dieses Heim gekommen, weil sich keine Pflegeeltern mehr finden konnten, da ich mit elf noch Bettnässer war. Noch heute läuft mir ein Schauder über den Rücken, wenn ich Bettnässerwitze höre, und ich muss mich regelrecht überwinden, die lustige Atmosphäre nicht mit meiner Sichtweise zu zerstören. Es fällt mir auch jetzt nicht leicht in aller Offenheit darüber zu berichten, doch es muss jetzt einfach sein, selbst wenn sich der ein oder andere in Witze darüber flüchtet. Ich trete mit dieser Offenheit meine Flucht nach vorne an, ich will daraus lernen, will meine Fehler verstehen, um sie nicht zu wiederholen.


    In diesem besagten Heim wurde ich für das Bettnässen geschlagen und mir damit eine Schuld übertragen. Mir wurde damit vermittelt, ich hätte Kontrolle über meinen Schlaf haben müssen und ich hätte es selbst in der Hand nicht dafür bestraft zu werden. Würde ich die Hände über der Bettdecke lassen, könnte das nicht passieren, war eine andere, an mich gerichtete Botschaft. Es war ein Teufelskreis, und ich konnte mich nicht dagegen wehren. Irgendwann begann ich es zu verheimlichen, sah mich gezwungen, meine Bettwäsche in dem Zustand zu belassen, und so nächtelang im eigenen Urin zu schlafen. Doch das wurde entdeckt und von nun an wurden meine Zimmerkameraden angehalten, die Laken von mir, morgen für morgen ins Licht zu halten. Wohlgemerkt, ich war ein Kind, in einem Alter, wo Scham eine zunehmende Rolle spielt.


    Die Schläge hörten irgendwann auf und damit die körperliche Bestrafung, es begann jetzt aber viel schlimmer zu werden... es folgte Verachtung. Schon wieder geflaggt, war eine Aussage, die mir bis heute im Gedächtnis haftet. Ich war gezwungen mein Bettzeug auszuwaschen und auf einer Wäscheleine vorm Haus aufzuhängen, jeder konnte sie sehen, jeder konnte meine Verwerflichkeit genau sehen. Jeden Morgen wurde ich kontrolliert, wurde meine Bettwäsche gegen das Licht gehalten, wurde meine Scham verstärkt und meine Seele weiter zerfressen, denn ich war der Schuldige, nur ich alleine. Niemand stand mir zur Seite, meine Mutter war nicht da und stand meinen Problemen sowieso hilflos gegenüber.


    So stand ich eines Tages, im Alter von vierzehn Jahren, auf einer Brücke und wollte nicht mehr leben. Ein Passant, der zufällig vorbei kam, zog mich noch rechtzeitig über das Geländer zurück, und brachte mich in ein kleines Vereinsheim in der Nähe. Anschließend wurde ich in die Kinder und Jugendpsychiatrie gebracht, dort blieb ich über ein Jahr. Nicht, weil ich so lange therapiert werden musste, ich wollte nicht weg, es war mein eigener Wunsch zu bleiben, denn dort hatte ich das erste mal das Gefühl verstanden und akzeptiert zu werden. Dort hatte ich Freunde gewonnen, und erst als mein bester Freund entlassen wurde, wollte auch ich entlassen werden. Drei Tage später konnte ich nach Hause zu meiner Mutter. Doch ein Zuhause war auch das nicht, ich hatte längst kein zuhause mehr, denn an diesem Ort war ich in der Vergangenheit ja nur an Wochenenden zu Besuch. Aber es soll hier nicht meine ganze Lebensgeschichte erzählt werden.


    Zurück zur Scham, zurück zu Missbrauch.
    Der Missbrauch fand in der Seele stand, es war ein Machtmissbrauch, kein sexueller. Doch empfunden wurde von mir Scham, die von sexueller Natur.


    Ich stelle irgendwann fest, dass ich mit runtergelassener Hose durchs Internet marschierte und ich empfand starke Scham. Ich merkte dass meine offene Hose immer stärker zu Sprache kam, was meine Scham verstärkte. Ich versuchte mich dagegen zu wehren, wie damals in meiner Kindheit. Ich versuchte in Ausflüchte zu flüchten. Bis mir eben dieses Licht aufging. Ich empfand, dass meine Scham missbraucht wurde, das war meine starke Empfindung. Doch dann ging es mir auf, ich erkannte die Bezüge zu meiner Kindheit. Dort wurden meine Flecken ins Licht gehalten, hier empfand ich genau so. Das ist mit Missbrauch an dieser Stelle gemeint, nichts anderes. Dafür könnt ihr alle nichts. Es sind meine eigenen Wahrnehmungen.


    Aber ich bin euch allen sehr dankbar, weil ihr um mich bemüht ward, das rechne ich euch hoch an. Viel mehr noch. Ich habe den Wert der Gemeinschaft neu definieren können, denn ich habe erkannt, dass das Leben nur in einer Gemeinschaft funktioniert. Das der einzelne nur im Zusammenspiel mit anderen zu sich selbst finden kann. Das zu erkennen, den Wert einer Gemeinschaft zu finden und ihn an euch durch meine Offenheit als dank zurück zugeben, hat mir den Mut gegeben diese Zeilen zu schreiben. Ich wurde nicht missbraucht, es war nur meine eigene Empfindung, welche durch meine Vergangenheit so stark belastet war.


    Ich stehe hier nackt und schutzlos, wie ein offenes Buch, doch das bin ich euch schuldig, denn ihr habt mir durch euer Verständnis und Engagement geholfen und mir den Glauben an die Menschheit zurückgegeben, das kann man nicht genug betonen. Ihr habt mir Rücksicht und Toleranz gezeigt, wo ich nur vor dem Schamgefühl flüchten wollte.


    Das waren jetzt meine offenen Worte und ich vertraue sie euch an. Bitte, verzeiht mir meine Fehler.


    Ich hänge die Zeilen in einen Philosophieordner, denn es ist auch eine Philosophie, sich den eigenen Fragen zu nähern, Stück für Stück, um sie mit der Gemeinschaft in Einklang zu bringen. Der Einzelne ist Teil einer Gemeinschaft, welche aus vielen Einzelnen besteht. Ich bestehe aus vielen Begegnungen mit anderen Menschen, und jede Begegnung hinterlässt seine eigenen Spuren und diese formen sich zu meiner eigenen Wahrnehmung, sie prägen mich. All das Jetzt ist eine Summe des Zuvor. Die Schwierigkeit ist es, die rechten Schlüsse zu ziehen, dafür bedarf es einer Gemeinschaft, denn die Gemeinschaft ist ein Spiegel, so wie der Einzelne ein Spiegel der Gemeinschaft ist, so wie er die Gemeinschaft wahrnimmt. Es geschehen in unserem Inneren viele Dinge im Unbewussten. Die richtige Wahrnehmung der eigenen Seele und die der Gesellschaft, gilt es richtig zu deuten und umzusetzen.
    Auf diesen Weg will ich mich begeben. Denn der Weg lohnt sich. Eine Landkarte der eigenen Seele zu zeichnen ist sehr spannend, und wenn man die Außenwelt mit dazu zeichnet, sich so in der Gesellschaft integrieren, man sich als Teil einer Gesellschaft fühlen kann.


    Ich bin jahrelang in die falsche Richtung gelaufen, bin vor der Gesellschaft weggelaufen, habe mich weggeschlossen, habe mich verschlossen, bin vor meiner Angst davongelaufen. Das werde ich ändern.
    Meine Lebensphilosophie war falsch, drehte sich im Kreis, führte mich in die Irre, führte mich ins Nichts.
    Mensch sein, heißt in erster Linie, Teil sein. Und erst alle Menschen zusammen, sind ein Mensch, sind "Gott".
    Gott, sagt man sei alles. Alle Menschen zusammen, sind ein Gott und zugleich nur Teil.
    Jeder Mensch ist wie ein einzelnes Neuron in einem großen Gehirn, namens Erde. Ein einzelnes Neuron, kann jedoch nicht denken. Erst das Zusammenspiel mehrerer Neuronen ermöglicht ein Denken, das Leben auf dieser Erde.


    Und so möchte ich als einzelnes Neuron, meinen Anteil beisteuern. Ein Denken ermöglichen.


    Doch genug Philosophie, mein zentrales Thema ist es nicht, selbst wenn, nur ein kleiner Teil.


    Liebe Grüße


    Klaus Botha

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Think positiv!

    Lieber Klüsel,


    ich fühle mich, als hätte ich eine verbotene Tür geöffnet, an der Wand gelauscht. Nun möchte ich die Blöße bedecken, die Scham schützen.
    Steh hier nicht nackt, du erkältest dich sonst. Zieh dir was Warmes an, einen Hautschmeichler, kleide dich, wie es dir zusteht. Gib denen, die dich schützen viel und nimm den Teufeln ihre Macht. Sie hocken auf unseren Schultern und wir meinen und beteuern sie würden uns lenken. Doch wir sind es höchstselbst.


    Wie sagt Tom Robbins so treffend: "Es ist zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben".


    Mir bist du hier willkommen.


    Lieben Gruß von
    Trist






    [Diese Nachricht wurde von Trist am 13. Februar 2003 editiert.]

  5. #5
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Think positiv!

    Tom Robbins irrt. Glück ist eine Frage der Definition. Vergangenheit ist Interpretation. Das, was jemandem heute als Zeit tiefsten Unglücks vorkommen mag, ist es vielleicht zu einem späteren Augenblick nicht mehr. Das hängt von zu vielen Umständen ab, als daß man so ein Diktum wie Robbins aussprechen dürfte.

    Und, Klaußmauß, Deine Bettnässerzeit häng nicht so hoch in den Wind. Tu nicht so, als ob Du alle Mühsal dieser Welt auf Deinen Schultern tragen würdest! Mit Selbstmordgedanken trägt sich jeder einmal, wenigstens einmal. Das hat also jeder. Nimm Dich nicht so wichtig! Abgesehen davon ist das hier ein literarisch affiziertes Forum, keine Heulsusenbank. Willst Du hier ein Gespräch sein, binde Deine Erlebnisse in eine Form und stelle sie zur Disposition. Und rede mit den anderen über deren Texte, die sind das nämlich auch - meist: Abdrücke seelischen oder körperlich erfahrenen Schmerzes.

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Think positiv!

    Liebe Trist,


    herzlichen Dank für deine warmen Worte und dein Willkommen, das nehme ich dankend an. Ich bin leider zur Zeit ziemlich leer, mir fallen die Worte schwer. Aber ein lieben Gruß wollte ich dir dann doch zukommen lassen.


    ein wenig erkältet


    Klaus

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Think positiv!

    Hallo Klaus,


    mich hat all das bewegt. Wohin kann ich Dir denn - außer hier - mal einen kleinen Beitrag dazu zukommen lassen?

  8. #8
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Think positiv!

    Mit Philosophie hat das nur insofern etwas zu tun, als daß Lebensbewältigung zu einem Gutteil praktizierte Weisheitslehre sein muß. Andererseits sollte ich vielleicht bedenken, daß ARS VITAE in einem elfbändigen Philosophie-Lexikon keine Aufnahme fand, ich mich also nicht entblöden sollte, hier den Schlaumuckel zu spielen.
    Was soll's, Klaus!? Ich laß das Ding hier stehen und sage nur, daß Du Dich fürs Bettnässen nicht schämen solltest und auch nicht mehr darüber sprechen solltest, wenn sich nicht Gelegenheit ergibt. Dieses Darübersprechen wird sowieso viel zu sehr in seiner Abbitteleistungsfunktionalität überbewertet.

  9. #9
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Think positiv!

    Ein Gespräch wollte Klauß nicht werden.

    Leute trieben sich hier herum... man ahnt es nicht.

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