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Thema: demokratie und andere krater

  1. #51
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: demokratie und andere krater

    eine vorlesung mit chomsky in köln: "the evolving global order: prospects and opportunities" (etwa: die sich entwickelnde globale ordnung: perspektiven und chancen)

    die kapitalistische weltordnung besitzt strukturelle probleme mit der direkten demokratie. sie strebe nach weltherrschaft und markiere ihre einflußgebiete. eine militärische zwingorganisation sorge für den schutz dieser sphäre, die sich global verstehe und daher gezwungen sei, kriege zu initiieren, die potentielle und tatsächliche gegner ausschalte.
    gegenwärtig leide amerika unter eine schwächephase, die die arbeitslosigkeit auf ein niveau hebe, wie es seit de großen depression nicht bestanden habe. das verschärfe die situation und zwinge amerika dazu, den demokratieprozeß in der arabischen welt auf jeden fall zu verhindern, sonst sei man dort aus dem spiel.
    das größte problem der demokratie sei es, daß ein globales arbeiterprekariat entstehe, die umwelt wird den phantasien einer wie auch immer gearteten gutmenschenelite geopfert, die ihre gerechtigkeitsphantasien zuungunsten eines natürlichen ablaufs durchsetzten und letztlich mit hilfe lobbyistischer wohlfahrtsausschüsse auch durchsetzten.
    die freiheit liege auf der straße, man müsse sich organisieren und protestieren. freiheit sei kein recht derer, die die macht besitzen.

  2. #52
    Kurzvormabschussiger
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    AW: demokratie und andere krater

    ein kleiner widerspruch: das prekariat dient dem kapitalismus. sollte es also wirklich der demokratie geschuldet sein und nicht dem kapitalismus selbst, so diente die demokratie direkt dem kapitalismus. dieser hat dann gerade kein strukturelles problem mit ihr. die vielzahl und austauschbarkeit der arbeitnehmer ist nicht nur für diese schlimm, sondern macht den kapitalismus zu menschenverschlingern ohne ansehen der person.

  3. #53
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: demokratie und andere krater

    lese derzeit tocqueville; sein Vorwort begeistert mich schwer und beschreibt ziemlich genau MEINE Position zur Demokratie:

    "Ich wollte aufrichtig zur Demokratie sein, gerade, weil ich alles andere denn ihr Feind bin. Von seinen Feinden nimmt der Mensch die Wahrheit nicht an, und von seinen Freunden hört er sie selten; deshalb habe ich sie gesagt. Ich war der Ansicht, daß sich viele damit befaßten, die Vorteile zu verkünden, die die Gleichheit dem Menschen verspricht, daß aber wenige es wagten, entfernt die Gefahren aufzuzeigen, durch die sie ihn bedroht, Ich habe deshalb mein Augenmerk vor allem auf die Gefahren gerichtet, und da ich glaubte, sie klar zu sehen, war ich nicht so feig, sie zu verschweigen..." (T.; Demokratie in Amerika, Regensburg 1955. S. 56.)

    qed

  4. #54
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: demokratie und andere krater

    Demokratie bedeutet für humanistisch Gebildete in erster Linie politische Mitbestimmung auf der Basis gelebter Freiheit, Teilhabe an der Herrschaft.

    Guter Gedanke, aber leider für die Modernen (Moderne, Postmoderne und Postpostmoderne) überhaupt nicht powidel. Die Freiheit der Individuen, der in einem freiheitlichen Gemeinwesen lebenden Vollbürger (wenn ich hier bürgerliche Gemeinschaft/Gesellschaft und Staat mal zusammendenke), kann nicht real zur Teilhabe an der politischen Herrschaft führen bzw. genutzt werden (dürfen). Demokratie ist heute die Übertragung von Verantwortung an gewählte Segensträger, aber nicht die individuelle Partizipation an Öffentlichkeit berührenden Themen. Freiheit und Demokratie sind in der Neuzeit NICHT durchführbar, jedenfalls nicht in Wortsinne "Herrschaft des Volkes" (des Vollbürgers). Schlechterdings ist eine solche Herrschaftsform unmöglich. Man sollte also heute aufhören, unsere politische Wirklichkeit eine Demokratie zu nennen. Sie ist wahrscheinlich all das, was Till am Anfang beschrieb, also eine Mischung aus Pluto-, Pseudo-, Mano- oder Bürokratie. Die demokratische Freiheit findet im Denken und Handeln eines jeden Bürgers statt und hier ist ihm auch anbefohlen, sich mittels Zivilcourage in den Dienst der Gemeinheit zu stellen. Aber das bleibt seinem Vernunftempfinden, seinem Gewissen, seinem Rechtsverständnis und seinem Lebensgefühl überlassen. Freiwilliger Dienst.

  5. #55
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: demokratie und andere krater

    ich habe überlegt, in welchen ordner ich diese bemerkungen schreiben sollte und bin nun hier gelandet, da hier zwischen parlamentarismus und demokratie ein bezug hergestellt wird. der gedanke liegt in der postmodernen vorstellung über die machtverteilung in einer funktionierenden demokratie begründet, die zwar auf gewaltenteilung basieren soll, aber dem parlament als der volksvertretung eine verbindung exekutiver und legislativer befugnisse zuweist, wie sie ja jetzt auch in der BRD durchgesetzt worden ist.
    ein schönes beispiel für diesen zusammenhang bietet das 2013 in graz erschienene buch über den deutsch-dänischen krieg von 1864: jan ganschow, olaf haselhorst und maik ohnezelt.

    vor 150 jahren drangen preußische und österreichische truppen über den eider in dänisches gebiet ein, um es für den deutschen bund zurückzuerobern. die dänen hatten schleswig, holstein und lauenburg annektiert, da sie sich dazu autorisiert fühlten und glaubten, die deutschen würden aufgrund ihrer inneren zerrissenheit stillhalten, zumal der dänische könig vage ansprüche auf dieses gebiet machen zu dürfen glaubte. (streng genommen war es ein bürgerkrieg zwischen mitgliedern des deutschen bundes, denn der dänische könig war mitglied des deutschen bundes.)
    die deutschen drangen rasch vorwärts, wurden dann aber von treffsicherer dänischer artillerie in respektvollem abstand am missunde (der schmalen stelle nördlich von rendsburg) zurückgeschlagen. die dänen ihrerseits wagten keinen gegenangriff, zumal die österreicher sich beim angriff eher zurückhaltend geziert hatten, allerdings gewehr bei fuß standen. die dänen zogen sich auf die gut ausgebauten düppeler schanzen zurück und kontrollierten dank ihrer sehr viel größeren flotte die see. die deutschen hatten bloß eine chance: den sieg zu land. eine eroberung der dänischen hauptstadt war ausgeschlossen, zumal frankreich und england dann sofort auf dänischer seite eingegriffen hätten. also blieb nur die vertreibung der dänen von deutschem territorium und ein moderater friedensschluß möglich. die deutschen erstürmten die düppeler schanzen im april 1864 und schlossen den frieden von wien, der im oktober 1864 unterzeichnet wurde und schleswig, holstein und lauenburg dem deutschen bund zurückgab, dänemark aber bis auf die ersetzung der durch die dänische flotte zugefügten schäden deutscher häfen (0,65 Millionen Taler, etwa 21 Millionen €; oder 1% des Heeresetats) keine weiteren kontributionen kostete.
    das entscheidende für den sieg war nicht die ausrüstung, sondern der geist der truppe, der durch die roonsche heeresreform erneuert worden war und den preußen ein volksheer zurückgab, in dem jeder preuße, ob adlig, reich, arm, ob gebildet oder blöd dienen mußte, sofern er nur gesund war. es gab kein einsteher-system, wie in beinahe allen anderen armeen der welt, so daß jeder in diesem heer dienen mußte, was bedeutete, daß das preußische heer über den höchsten bildungsstand aller armeen verfügte und getragen von den idealen der zeit diese in diesem gerechten krieg gegen dänische usurpatoren einbrachte. die dreijährige dienstzeit bei den fahnen schuf soldaten, die, wie roon und moltke später auf anfragen im reichstag erklärten, erst im dritten jahr gebildet würden; die ersten zwei jahre sei der zivilist noch zu durchschlagend, erst im dritten jahr werde aus diesem ein soldat.
    dieser krieg zeigte die schattenseite der westlichen demokratie, als die dänemark zu dieser zeit bereits gelten konnte: imperialismus. die dänen glaubten eine schwäche bei ihrem nachbarn erkannt zu haben und versuchten diese imperial zu nutzen. das dänische parlament unterstützte den angriffskrieg gegen den scheinbar schwächeren nachbarn, unterstützt von anderen europäischen mächten, sich ebenfalls als demokratien bezeichnenden. aber die (gern als politisch und wirtschaftlich zurückgeblieben bezeichneten) zerstrittenen deutschen mächte fielen nicht auseinander, sondern agierten zusammen und vertrieben den feind.
    dieser erfolgreiche erste krieg nach der heeresreform bewirkte ein weiter so! für die politik bismarcks (aus seinen Gedanken zur Schleswig-Holstein-Frage), der auf strikte gewaltenteilung insistierte und damit jeden liberalen vorstoß im preußischen abgeordnetenhaus und auch später im reichstag abwehrte. die liberalen wollten aus preußen und deutschland ein westliches land machen, insbesondere die süd- und westdeutschen. wesen des westens ist die verquickung der gewalten, der sogenannte parlamentarismus, also die überbetonung des mittels geld, das als schmiermittel aller gesellschaftlichen bewegungen auch die arbeit der exekutive bestimmen sollte. das budgetrecht des parlaments. bismarck lehnte die macht des parlaments (legislative) über die exekutive ab und regierte lieber ohne (militär)-budget, borgte sich also geld. daß er dänemark nicht zur kasse bat, was durchaus möglich gewesen wäre, zeigte, daß seine politik nicht auf macht oder geld ausgerichtet war, sondern diese mittel benutzte, um das politische ziel zu erreichen, die hegemonie preußens in deutschland und darüber die schaffung eines neuen reiches, das übernational ausgerichtet war und im zentrum europas den besten garant für frieden, wirtschaftlichen aufschwung und damit sicherheit bieten würde. die liberalen benötigten noch ein paar jahre, bis sie begriffen, welchen vorteil sie aus bismarcks politik ziehen könnten. 1864 jedenfalls erreichte diese politik einen ersten höhepunkt mit dem gemeinsam mit österreich erfochteten sieg gegen dänemark, das geschont wurde und damit wenig nachtragend war, was bedeutete: dänemark würde preußen nicht in den rücken fallen, sofern es krieg im süden führen müßte.

  6. #56
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: demokratie und andere krater

    Die Presse- und Meinungsfreiheit soll in demokratischen Systemen eine große Rolle spielen. Das tut sie auch, aber sie leistet strukturell nicht das, was sie laut Grundgesetz/Verfassung leisten soll. Sie ist schon längst kein Korrektiv mehr, sondern Bestandteil des Establishments.
    Jüngstes Beispiel zur belegung dieser These ist die Echauffierung über die Absicht Pegidas, heute mit Trauerflor zu demonstrieren. (Mutmaßung: Instrumentierung der ermordeten französischen Presseleute für die eigenen politischen Zwecke Pegidas) Da äußern sich die Journalisten aus Paris ganz ähnlich wie der Grüne Özdemir.

    Während man den Franzosen noch konzedieren kann, daß sie über Pegida falsch unterrichtet worden sind und sie mit ihrem Feindbild, dem FN in eins setzen und dementsprechend blind alles verurteilen, was Pegida tut (der dogmatische Blick befiehlt es und Karikaturisten müssen per se ein wenig linksdogmatisch sein, denn konservative Karikaturisten dürften so selten wie ein Schneemann in der Wüste sein), müßte der türkische Politiker Ö. das eigentlich besser wissen. Wahrscheinlich weiß er es auch, aber sein politischer Blickwinkel verhindert Multiperspektivität und Ausgewogenheit der Meinung, sondern bewirkt Demagogie. Die zeigt sich in seiner Äußerung über Pegidas Verhältnis zu den Medien. Ö. meint, daß jemand, der die Presse als "Lügenpresse" bezeichne, doch keineswegs Trauer über den Tod von Presseleuten haben könne.

    Demagogie hierbei liegt in zweierlei:
    1. sind es zwar etliche Demonstranten, die "Lügenpresse" skandieren, aber Pegida hat diesen Begriff nicht im Thesenpaper benutzt und
    2. die Kritik der Demonstranten richtet sich nicht gegen die Pressefreiheit, sondern gegen die Presse, die Lügen verbreitet. Damit ist sicherlich nicht die junge freiheit gemeint, nicht die titanic, nicht der eulenspiegel. wobei da sicherlich unterschiedliche Meinungen bestehen. Es sind wohl spiegel, bild, sächsische zeitung oder ARD gemeint, auch RTL, eben alles, was zum System der BRD-Öffentlichkeit gehört oder zu einem großen Medienkonzern. Abgesehen davon schätze ich die dort demonstrierenden Menschen so ein, daß sie sich nicht die Hände reiben, wenn jemand ermordet wird, sondern das eher als Folge der verfehlten Politik begreifen. Genau vor solchen Zuständen wie denen in Frankreich wollen sie ja warnen.
    Die Demagogie Ö.s besteht darin, daß er das unter den Tisch kehrt und Pegida-Demonstranten per se diffamiert, ihnen sozusagen unterstellt, daß sie sich insgeheim über die Morde von Paris freuen.

  7. #57
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    AW: demokratie und andere krater

    die pressefreiheit ist doch längst zur farce verkommen. medien sind heute genauso globalisiert wie konzerne und verbreiten die informationen aus der sicht und perspektive ihrer inhaber bzw. share holder. und diese haben nun mal nur ein interesse: die profitmaschine muss weiter laufen, am besten 'wie geschmiert'.

    die meinungsfreiheit ist nur noch bei kleinen, unabhängigen bl?ttern, teilweise in blogs oder - wie hier - in foren zu finden. das dulden sie gerade noch. zudem ist das heer der journalistinnen weitgehend prekarisiert, das sind ein-personen-unternehmen, die sich selbst ausbeuten und für zeilenhonorar oder auf werkvertragsbasis arbeiten. diese leute müssen liefern, was bestellt wird. die wenigen noch fix angestellten leitartikelschreiber und star-glossisten sind systemtreu, sonst wären sie nicht dort, wo sie sind. kritik am system wird nur dosiert und so substanzlos geäussert, dass sie nur mehr als beschwörung einer besseren welt daher kommt.

    was das fatale daran ist: durch diese unfähigkeit zur selbstkritik und selbstkorrektur driftet das system alllmählich - und verstärkt durch solche 'terrorakte' wie 9/11, paris usw. - immer mehr ins totalitäre. die sicherheit wird zum dogma, zum götzen erklärt und für einen millimeter sicherheit werden viele kilometer freiheit geopfert. wäre ich verschwörungstheoretiker, würd ich fast glauben, dass solche, wenn schon nicht aktiv, so doch klammheimlich geduldet sein könnten, weil sie doch den intentionen der nutzniesser unseres systems 'demokratur' sehr gelegen kommen. aber das braucht's gar nicht. das system gebiert notwendig solche wahnsinnigen.

    allüberall wird schon heiss diskutiert, welche gesetzlichen maßnahmen nötig sind, um die sicherheit vor terroranschlägen zu erhöhen. das freut die freunde über dem atlantik. können sie doch nun weiter an der schraube drehen, die grundfreiheiten der bürger hüben und drüben weiter zu drosseln und ersticken.

  8. #58
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    AW: demokratie und andere krater

    Zitat aus dem Eingangstext:


    "klerokratie: (von kleros, gr., Anteil, Los; Klerus = der Anteil von sakramental Geweihten wie Bischöfen, Priestern)

    gegenwärtig vor allem zu finden in islamisch geprägten ländern. in gemäßigten breiten nur mehr rudimentär vorhanden, kleinräumig in der provinz oder in abgeschiedenen alpentälern. ausnahmen sind polen, wo der katholiszismus politisch sehr aktiv ist und die usa, die zur zeit einen zarten frühling radikalklerikaler amigokratie durchlaufen."

    Könnten wir beim Eingangstext nicht eine Kleptokratie ergänzen? Eine Medienlandschaft die von instinktgeleiteten, kleptomanischen Egomanen dahingehend benutzt wird, pro Zeile zu vergüten, was im globalen Unterbietungswettbewerb ebenso in Indien an "Dienstleistung" zu welchem Kurs angeboten wird? So höhlt die Kleptokratie staatliche Strukturen zunächst aus, um sie dann, wie in Griechenland, Spanien, Irland und Portugal zu betrachten, als Zinssklaven ordentlich zu melken. Das ist die Grundsituation, die zum Mäuse melken anregt: Globale Finanz- und Produktionsspielräume bei nationaler Abhängigkeit der Arbeitnehmerschaften. Um diese Sogwirkungen des Gefälles beim Arbeitseinkommen nicht wirksam werden zu lassen, bedürfen wir Grenzen, unseren Wohlstand aus KINDERARBEIT und UNTERDRÜCKUNG zu verteidigen. Sehen wir China in Nicaragua, sehen wir, was uns auch bald blüht...

    Der Kleptokratomane, der seine Mitarbeiter nicht auf den Durchschnittslohn eines indischen Reisbauern drückt, ist zwangsläufig der Dumme und wird "marktbereinigt". Kleptokratie ist der Selbstbedienungsladen Politik. Das Unterliegen staatlicher Strukturen im Vergleich zu globalen Interessenskonstrukten. Der demokratische Lobbyismus, die Privatisierung des Gedankenministeriums?

    Daneben wurde die Willfährigkeit und Staatstreue der öffentlich rechtlichen durch den hier gültigen Rundfunkstaatsvertrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens erkauft. Öffentlich rechtliche Medien, die vom Privatfernsehen abgelöst wurden, um mehr Werbezeiten zu ermöglichen. Als wir dann den RTL 2 Konsumenten "ausgebildet hatten" blieb dem Rest der Medienlandschaft nicht viel mehr, als sich dem geforderten, unterirdischen Niveau anzupassen. Als es in Griechenland noch Staatsmedien mit kritischen Berichten gab, wurde der Strom abgeschaltet, prägendes Lehrstück?

    Berichten Medien hier noch über:
    -Selbstmordstatistiken?
    -Hartz IV Klagen vor den Sozialgerichten?
    -Obdachlose?
    -10 Millionen Aussortierte, die "ungebraucht" dahinmodern?
    und vieles andere mehr, das uns belasten könnte?


    Es ist kein Wunder, dass Demokratie nicht funktionieren kann, werden die Dinge hier nach "Standesrecht" aus dem Mittelalter "geregelt". Rechtsanwälte, Schornsteinfeger und Mediziner sind in Standesvertretungen organisiert, die "Standesrechte" eingeräumt bekommen, welche sonst eher die klerikale Demokratieform aufweist. Diese Mischung aus vorgenannten Motivationsgemengen nennt man insgesamt Mitnahmeeffekte.

    Die Vorausschau auf die Wahrscheinlichkeit des Eintritts dieser Entwicklungen unterscheidet langfristig strategische und kurzfristig operative Politik. Das derzeitige Fehlen jeder langfristigen strategischen Planung rein operativer Politik bedingt den Untergang der Staatensysteme im Vergleich zu multinationalen Konzernstrukturen, die ihren Status Quo durch die Beherrschung der Medienlandschaften sichern und das Meinungsbild somit wechselseitig zum eigenen Vorteil beeinflussen können.

    Es ist ein Krieg um das Bewusstsein. Dessen sollten wir uns bewusst sein. Zu Gesetzen, lieber Aerolith: Die versteht der Staat doch selbst gar nicht mehr. Was die Freihandelsverträge wirklich bedeuten, kann Dir kein Abgeordneter bei einer "Fachkundeprüfung" wirklich genau erklären. Das ist die Fragmentierung des Wissens - nicht zu wissen, worüber man entscheidet.


    Was die Hartz IV Gesetzgebung an Kratern aufweist, könnte doch auch an den Interessen desjenigen beurteilt werden, der die Gesetze damals schrieb: Ein verurteilter Krimineller im Auftrag eines Wirtschaftskonzerns hat uns die Gesetze aufgedrückt, die kein Politiker gewagt hätte, zu formulieren.
    Dass die Opfer dieser Verdrängung nun in Scharen auf den Straßen stehen und nicht mehr glauben, was ihnen so gesagt wird, wie blühende Landschaften auszusehen haben, ist ja wohl klar. Wir sollten jedoch verstehen, dass Politik derart überlastet sein MUSS, damit das globale Nullsummenspiel der Bandwurmwirtschaft aufrechterhalten werden kann. Sollen sie die Abrissbirne beschreiben, die langsam auf das alte System zukommt? Ohne das Loch zu kennen, das der Zimmermann gelassen hat, damit die Bewohner es rechtzeitig und unbeschadet verlassen können? Ohne nach einer Lösung zu suchen, ist es unmöglich, sie zufällig zu finden.


    Es ist unmöglich, die dafür notwendigen Informationsmengen aufzunehmen. Dann diesen Mitnahmeeffekten STRATEGISCH zu unterliegen, ist logisch. Es beginnt bei der neunfachen Überzeichnung der Realwerte und setzt sich beim Nichtverständnis des magischen Quadrats der Volkswirtschaft fort. Im Ergebnis ein globales Arbeitsmarktversagen, traut sich nur niemand zu sagen...



    >>Es bedarf wohl der Fähigkeiten eines Jüngers der Magie, um alle diese Ziele miteinander in Einklang zu bringen. Somit ist dieses Zielsystem als ein nie zu verwirklichendes Ideal zu begreifen.<<

    (Wirtschafts- und Sozialkunde, Heinrich Köppen, Akademischer Oberrat Uni Köln, Deutscher Sparkassenverlag Stuttgart, S. 131)


    Diese vier Ziele reichen jedoch nicht einmal aus, sie sind heute von einem globalen Betrachtungsmaßstab abhängig, der Transparenz und Eigenverantwortung benötigt, erkannt werden zu dürfen. Insofern regt Pegida die Politik schon zum Denken an, es ist jedoch für beide Seiten unmöglich, die Probleme aus einer nationalen Perspektive aufzulösen.
    In Frankreich ist klar, dass eine Schrödersche Flexibilisierungsreform aufgrund der historisch gewachsenen Solidarität nicht umsetzbar ist. (Ergänzungen später)



    Wird Frankreich jedoch zur weiteren Belastung der europäischen Rahmenbedingungen (für die europäische Kleptokratie der "besser Informierten"), gefährdet sich Europa insgesamt. Der Euro hat die Notwendigkeit aufgehoben, das Au?enwirtschaftliche Gleichgewicht (1.) einzuhalten, da keine "Währungskorrekturen innereuropäisch" unmöglich sind. Nach (2.) der Vollbeschäftigung fragt im globalisierten Heuschreckenunterbietungswettbewerb, und bei 10 Millionen fehlender Arbeitsplätze bundesweit insgesamt niemand mehr, im Gegenteil: Es wird (von der deutschen Industrie) nach (billigeren) ausländischen Facharbeitern gerufen (,die zudem in anderen Staaten Ausbildungskosten verursacht haben). Es wird daher ein künstlicher Facharbeitermangel konstruiert. Allein die Bewertung dieser Frage, beschäftigt das Arbeitsministerium seit Antritt der GROKO. Eine Antwort haben wir noch nicht vernommen. Sie darf nicht gefunden werden.



    Einer Theorie zu folgen, von der ein Sparkassenverlag (als branchenüblicher Ideologieträger) sagt, sie sei nicht zu überschauen und bedürfe eines "Jüngers der Magie", könnte sich als Irrtum herausstellen. Pegida fühlt diesen Irrtum, kann ihn jedoch nicht sachkundig formulieren. Das NICHTLEBENSGEFÜHL treibt die Menschen auf die Stra?en, die Abhängigkeit verschuldeter Staaten vom global agierenden Kapital-e-r-r-o r-i-s-m-u-s


    P.S.: Kleptokraten kannte die Rechtscheibung, Kleptokratie noch nicht. Habs hinzugefügt. Eige_verantwortung konnte das Rechtschreibministerium nicht selbsttätig ergänzen. Das Wort fehlt damit weiter in meinem "System der Dinge". An Gerechtigkeit wäre zu arbeiten und das gelingt nur noch global. Globaler Mindestlohn für Journalisten wäre eine Forderung, die in den Medien doch einmal aufgenommen werden könnte, w?ren es Medien im Wortsinn.

  9. #59
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: demokratie und andere krater

    Kleros stammt von Los, richtig, hat aber mit der Kirche eher weniger zu tun. Die übernahm dieses griechische Wort viel später. Wichtiger ist der Hinweis, daß in Sparta nur derjenige an der politischen Willensbildung partizipierte, der Kleruche war, also ein eigenes Stück Land besaß, von dem er Abgaben für die Syssitien (Mahlzeiten) leisten mußte.

  10. #60
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    AW: demokratie und andere krater

    zitat: ... Könnten wir beim Eingangstext nicht eine Kleptokratie ergänzen? ...



    was du mit deinem beitrag in aller ausführlichkeit getan hast, danke!

  11. #61
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: demokratie und andere krater

    Zitat Michael

    Pegida fühlt diesen Irrtum, kann ihn jedoch nicht sachkundig formulieren
    Vielleicht will man gerade das nicht, sachkundig argumentieren. Das Wort "Lügenpresse" zu benutzen ... deutet darauf hin. Die Provokation scheint mir nicht nur ein geeignetes Mittel zu sein, sondern auch unabdingbar, will man grundlegende Veränderungen herbeiführen - an Gesetzen rütteln, die scheinbar in Stein gemeißelt wurden. Die Pegida gibt es nur deshalb, weil man "sachkundig" gegen eine Wand rannte. Die Wand einzureißen, scheint mir da ein probates Mittel zu sein.

  12. #62
    Mitgestalter
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    AW: demokratie und andere krater

    Aber was nutzen denn Gesetze, wenn:

    - der Ehrliche der Dumme ist?
    - sie niemand mehr versteht?
    - sie niemand nachvollziehen kann?
    - es Anwälte gibt, sie multinational auszuhebeln?
    - diese Anwälte dummen Staaten diese Gesetze selbst schreiben?
    - nur die Umgehung des Rechts zum Erfolg für Unternehmen führt?
    - es keine globale Instanz gibt, vor der Recht eingefordert werden kann?

    Der Ehrliche gibt so lange nach, bis der Dumme der Klügere ist.

  13. #63
    rodbertus
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    AW: demokratie und andere krater

    gut gesagt. ad scheint mir einem gefühl mit intellekt beikommen zu wollen. ich erinnre an die (mutmaßliche) unfähigkeit der intellektuellen, politisch handeln zu können, denn sie finden immer ein härchen in der suppe. ich habe auch meine vorbehalte gegenüber PEGIDA, v.a. in den beiden ersten forderungen mit der einführung ausländischer einwanderergesetze (Kanada wurde wohl genannt). das halte ich nicht nur für falsch, sondern für grundfalsch. eine solche forderung ist der totengräber der bewegung, denn die politik hat das schon aufgeschnappt und arbeitet schon mit hochdruck an der vorlage, was nichts anderes ist als das feigenblatt gegenüber den grundsätzlichen fehlern, die die politik dieses landes kennzeichnen (fehlende umgestaltung des gesellschaftlichen reichtums, friedliche außenpolitik im europäischen kontext, fehlerhafte gesellschaftliche paradigmen, die einen ampelmännchenstreit wichtiger machen als die mütterrente...). auch halte ich es für falsch, zwischen asylanten und wirtschaftsflüchtlingen zu unterscheiden. die not ist bei den meisten gleich. kein mensch verläßt ohne not seine heimat, es sei denn, er geht auf beutezug oder aber, er will eben woanders leben. gegen piraten greifen gesetze (die aber auch durchgesetzt werden müssen), das recht auf wahl des lebensraumes sollte jedem menschen konzediert werden, auch wenn jetzt wieder das argument der millionen inder und chinesen kommt, die auf gepackten koffern sitzen und nach europa kommen wollen. sollen sie doch kommen, wenn der staat sich aus der fürsorgepflicht nimmt und jedem freies wohnrecht gestattet, zugleich aber jeden aus dem land weist, der sich gegen die gesetze versündigt, soll mir das recht sein.
    neben den beiden inhaltlichen vorbehalten aber erkenne ich das recht der mehrheit an. mehrheiten wechseln auch, deshalb sollten grundsätzliche entscheidengen eine breite mehrheit besitzen. doch wer hat die in der BRD? wenn ich mir die wahlbeteiligung anschaue, das ausbremsen von 15% wählerstimmen und die bevormundungspolitik der regierung, die mich an die spätzeit der DDR erinnern, dann frage ich mich, warum es nur so wenige sind, die protestieren. im osten erklärt man es sich so, daß im westen die meisten schon weichgespült/verblödet sind und veränderungen hierzulande nur vom osten kommen können. war ja immer so: wenn sich im reich was bewegte, waren wir nordost- und mitteldeutschen es, die was auf die beine stellten.

  14. #64
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: demokratie und andere krater

    ad scheint mir einem gefühl mit intellekt beikommen zu wollen
    nein, sollte lediglich ausdrücken: wenn ich jemanden als idioten behandle, dann wird er sich irgendwann wie ein idiot benehmen.

    es gibt zwei zentrale aussagen, die unser wahlsystem in frage stellen:

    - der wähler: " ich habe mich für das kleinste übel entschieden..."
    - der politiker: "der wähler hat uns den auftrag gegeben, dies und jenes umzusetzen, auszuführen....

    der wähler sagt das, weil er für das größte und beste stück fleisch die ganze kuh bezahlen musste

    der politiker glaubt das, weil er die ganze kuh verkauft hat

    es gibt zwei möglichkeiten daran etwas zu ändern:

    1. die beste, aber auch die aufwendigste: der wähler kann einzelne programmpunkte abwählen (aus -xen)
    ich wähle partei y, entwerte aber (programm) punkt 48, 60, 75....
    der wahlzettel würde wie eine art lottozettel aussehen. die wahl über ein ganzes wochenende gehen

    2. ein kompromiss, aber umsetzbar: der wähler kann koalitionen ausschließen, bzw befürworten.
    ich wähle partei y und gleichzeitig den/die für mich akzeptablen koalitionspartner- mache bei y das wahlkreuz und bei bei h und z das koalitionskreuz. will nun y mit p regieren, zählen nur die stimmen, die diese koalition nicht ausschließen.

  15. #65
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    Post Demokratie und andere Krater (II)

    Reichsinnenminister Wirth (Zentrum/CDU) stellte am 4.3.31 angesichts der zunehmenden Krise der Weimarer Republik im Reichstag die Frage, ob auf demokratischer Basis Willensbildung bei einem Volke und in einem Staate erfolgen kann?

    Das ist die Grundfrage. Und mehr denn je lautet die Antwort darauf NEIN.

  16. #66
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Demokratie und andere Krater (II)

    Das Kernproblem der Demokratie ist das Verhältnis von Wähler, Wählermandat und Willensbildung des Staates. Die Nazis vertraten um 1932 die Auffassung, daß der Gewählte ein Mandat habe, einen Wählerauftrag, den er zu erfüllen hätte. Die Linksliberalen der Weimarer Republik und mit ihnen das katholische Zentrum und die SPD sahen das anders, wie der Historiker Reinhold von der Deutschen Staatspartei am 25. Feber 1932 im Reichstag im KOntext der Reichspräsidentenwahl am 13. März 1932 (Hitler gegen Thälmann von den Kommunisten gegen Düsterberg von den Deutschnationalen gegen Hindenburg vom Mittelinksblock) ausführte:



    Ich halte diese Einstellung für bedenklich, kann aber bis in unsere heutige Zeit erkennen, daß genau diese Führungsfähigkeit immer wieder im öffentlichen Diskurs in den Vordergrund drängt und Kanzler, Präsidenten u.ä. daran gemessen werden, wie gut sie führen können. Sie müssen das auch, aber muß der Führung nicht ein stets zu messender Mehrheitswille vorgeschaltet werden? Ich meine, wie ernst meint man es mit der Demokratie?
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  17. #67
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Demokratie und andere Krater (II)

    Hat sich gerade gestern Herr Gabriel zu geäußert, als der slowakische Politiker auf den Willen seines Volkes, keine Flüchtline aufzunehmen, verwies...um damit die Haltung seiner Regierung zu rechtfertigen. Gabriel war sichtlich erzürnt und auch überrascht, dass solche Argumente ausgerechnet aus dem Mund eines angeblich liberalen Politikers kommen. Gabriel sagte, dass auch Deutschland immer wieder und ganz bewusst den mehrheitlichen Willen des Volkes ignoriert, da man sich nicht von Stimmungslagen abhängig machen darf. Ist aus dem Kopf zitiert, aber sinngemäß wiedergegeben. Und ich meine er hat Recht damit. Eine Regierung hat die Verfassung und Verträge im Auge zu behalten - da lässt sich nicht bei jedem außerordentlichen Ereignis dran rumbasteln. Politiker haben geradezu die Pflicht, Emotionen auszublenden. Auch fehlen dem Volk oft ausführliche und alles umfassende Informationen...um zu einem...der Sachlage angemessenen...Urteil zu kommen. Wäre das anders, bräuchten wir keine Politiker, sondern einfach nur Handlanger.

  18. #68
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Demokratie und andere Krater (II)

    Deine Argumentation zieht mehrere Fragen nach sich:

    1. Wenn der Volkswille für Politiker gleichgültig ist, warum nennt sich dieses politische System dann Demokratie und fixiert in seiner Präambel, daß die Gewalt vom Volk ausgeht? Wenn es einen Ausgangspunkt gibt, dann auch die Artikulation eines Volkswillens. Der wird in der Demokratie über Mehrheiten fixiert.
    2. Wenn Verträge Mehrheitsverhältnisse überdauern, wozu dann Wahlen?
    3. Sind Verträge für alle Ewigkeiten fixiert oder besitzen sie eine Halbwertzeit? Wenn kein Vertrag, der irgendwann geschlossen wurde, durch veränderte politische, wirtschaftliche oder mentale Rahmenbedingungen geändert werden darf, verstößt das gegen den Rechtsgrundsatz ultra posse nemo teneatur (veränderte Umstände schaffen neue Rechtsbestimmungen); ganz besonders gilt das für demokratische Systeme.

    Es gibt bei jedem Vertragsabschluß das Recht auf Revision. Da die Dinge im Fluß sind, muß reagiert werden dürfen - das gilt für beide Seiten. Nichts im Leben des Menschen dauert ewig.

    Stimmungslagen sind integraler Bestandteil jeder Demokratie. Entweder will man diese oder man will sie nicht.

  19. #69
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    1. Wenn der Volkswille für Politiker gleichgültig ist, warum nennt sich dieses politische System dann Demokratie und fixiert in seiner Präambel, daß die Gewalt vom Volk ausgeht? Wenn es einen Ausgangspunkt gibt, dann auch die Artikulation eines Volkswillens. Der wird in der Demokratie über Mehrheiten fixiert.
    Weil der Volkswille nicht im Parteiprogramm, sondern in Grundgesetz und Verfassung verankert ist. Wir wählen sozusagen immer das gleiche Programm. Die Ziele bleiben immer die gleiche, nur die Wege (Parteiprogramme) sind unterschiedlich. Auf den Weg hat der Wähler aber keinen Anspruch, - auch wenn er ihm angeboten wurde.

    2. Wenn Verträge Mehrheitsverhältnisse überdauern, wozu dann Wahlen?
    Weil ich ansonsten nur Verträge abschließen dürfte, deren Laufzeit die Periode...für die ich bevollmächtigt wurde...nicht überdauern. Verträge werden aber i. d. R. langfristig angelegt. Zudem gibt es einen Vertragspartner, der ja auch nur für eine Dekade bevollmächtigt wurde.

    3. Sind Verträge für alle Ewigkeiten fixiert oder besitzen sie eine Halbwertzeit? Wenn kein Vertrag, der irgendwann geschlossen wurde, durch veränderte politische, wirtschaftliche oder mentale Rahmenbedingungen geändert werden darf, verstößt das gegen den Rechtsgrundsatz ultra posse nemo teneatur (veränderte Umstände schaffen neue Rechtsbestimmungen); ganz besonders gilt das für demokratische Systeme.
    Auf alle Ewigkeit gewiss nicht - wie lange...und unter welchen Umständen der Vertrag seine Gültigkeit verliert...ist normalerweise im Vertrag selbst geregelt. Ist vielleicht mit dem Erbrecht zu vergleichen. Du erbst einen festgelegten Anteil des Vermögens deiner Eltern - daran ist nicht zu rütteln. Deine Eltern können dir freiwillig mehr geben, aber nicht weniger. Ihr Wille zu deinen Ungunsten findet keine Berücksichtigung...selbst wenn Du deinen Eltern zu Lebzeiten schadest.

    Es gibt bei jedem Vertragsabschluß das Recht auf Revision. Da die Dinge im Fluß sind, muß reagiert werden dürfen - das gilt für beide Seiten. Nichts im Leben des Menschen dauert ewig.
    Nein, da gibt es viele Ausnahmen, z.B. den Erbvertrag (mit dem Testament nicht zu vergleichen); er ist unanfechtbar. Einzige Ausnahme; er tritt erst gar nicht in Kraft, weil ein Vertragspartner gar nicht mündig war diesen Vertrag zu schließen (Opa war nachweislich schon dement)

    Stimmungslagen sind integraler Bestandteil jeder Demokratie. Entweder will man diese oder man will sie nicht.
    Stimmungslagen müssen ohne Zweifel ihre Berücksichtigung finden...bedeutet, dass man deswegen kein anderes Ziel definieren muss, aber dafür alternative Wege prüfen sollte...
    Zum Thema Flüchtlingsschwemme könnte da bedeuten, dass die humanitären Grundversorgung gewahrt bleibt und das Grundgesetz geachtet wird...man aber alles darüber hinaus in Frage stellt.
    Die Zwangsenteignung wäre etwas...das sich mit unserem Grundgesetz nicht vereinbaren lässt - greift die Bundesregierung tatsächlich zu solchen Mitteln...dann müsste man sogar zur Revolution aufrufen. (in der heutigen Zeit aber eher eine romantische Illusion)

    Ergänzend ist noch zu sagen: Der Volkswille wird berücksichtigt, bei jeder Wahl. Will ich den... von der Stimmung abhängigen Willen berücksichtigt sehen, fordere ich indirekt die Abschaffung der Wahlen, denn wir können ja nicht alle drei Monate eine Wahl durchführen. Vergessen dürfen wir auch nicht, dass der Kanzler auf die Verfassung schwört.Eine Alternative wäre; man beschneidet das Mandat einer Regierung...gibt ihre keine Generalvollmacht mehr...sondern legt fest...welche Entscheidungen getroffen werden dürfen und welche nicht...selbst wenn diese verfassungskonform sind. Aber wie gesagt, aktuell zeigen sich ganz deutlich die Nachteile einer GROKO. Wir haben viele Jahre von einer solchen Konstellation profitiert, sehen aber jetzt die Schattenseiten. Es wird im Parlament nichts mehr ausgefochten...sondern nur noch modifiziert. Die "natürliche" Opposition der aktuellen Politik wäre die konservative Mitte - die ist aber als solche im Bundestag gar nicht mehr vertreten. Wir haben eine sozialistische "Mitte" und die Linken da sitzen. Ist...als würden Gazelle und Antilope darüber abstimmen ob man den Löwen abschafft. Die Linken werden einen Teufel tun und gegen die aktuelle Politik wettern - denn es ist zu 100% ihre eigene Politik. Alleine schon die Tatsache ... dass man über eine Zwangs - Enteignung auch nur nachdenkt, ist ein Skandal...der alle Verfassungsfreunde und Verfassungsrechtler auf den Plan rufen sollte. Ich bin kein Freund der CSU und schon gar kein Freund von Seehofer, aber die CSU ist die letzte Bastion der Konservativen. So ganz nebenbei; jetzt wissen wir auch...warum wir auch unbedingt eine liberale Partei im Bundestag brauchen...wenn auch nur als Wiegemeister.

    Ich wünsche mir für die Zukunft einen "Rat der Hundertjährigen" mit Vetorecht. Also ein Gremium von Menschen, die aktuell keine Politik mehr betreiben...,oder noch nie Politik betrieben haben und "über der Sache" stehen. Bringt natürlich nur dann etwas, wenn dieses Vetorecht in der Verfassung verankert wird. Solch ein Gremium könnte Stimmungslagen auf den Prüfstand stellen und diese...vorausgesetzt man findet zu einer einheitlichen Sprache...über das Vetorecht zur Disposition...und gegebenenfalls auch zur Wahl stellen. Man müsste sich über die Zusammensetzung eines solchen Gremiums viele Gedanken machen...ich halte so etwas aber für möglich. Ich glaube nicht, dass sich ein Helmut Schmidt und ein Heiner Geisler parteipolitisch in die Haare bekämen...sondern alles daran setzen würden mit Weitsicht zu einem menschlichem Ergebnis zu kommen.

  20. #70
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post AW: Demokratie und andere Krater (II)

    Mehrheitswahlrecht setzt auf das Fatum „Gleichheit“ der Stimmen, ist also demokratischer. Anders gesagt, die Sozialdemokraten, die sich immer für die Gleichheit der Stimmen eingesetzt hatten, setzten mit Hilfe der gewonnenen relativen Mehrheit das Verhältniswahlrecht zuungunsten des Mehrheitswahlrechts durch (!), das ihnen stabile Machtverhältnisse zu garantieren schien. Ein Schritt in die falsche Richtung, betrachtet man die nachfolgenden Wahlergebnisse mit ihrem schleichenden Niedergang der Proporzpartei SPD. „Nur gleichberechtigt sollen sie [die Staatsbürger, nicht gleich] sein. Die Demokratie ist, wie gerade Nietzsche es ausspricht, die notwendige Voraussetzung für eine wahre Aristokratie.“ (Rudolf Pamperrien: Zur Krise des Parlamentarismus. In: Die Tat. Heft XI. 1925. S. 848.)

  21. #71
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Talking Schiller und die Mehrheitler

    Jeder, sieht man ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig;
    Sind sie in corpore, gleich wird Euch ein Dummkopf daraus.

    Quelle

  22. #72
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Schiller und die Mehrheitler

    Arndt 1814:
    Demokrat, demokratisch und Demokratie sind in den letzten zwanzig Jahren für die Herzen und Ohren aller Guten eine Art Rattenpulver geworden, doch in ihnen selbst [in den begriffen] liegt nichts Abscheuliches. Das Volk ist ebenso heilig, als der Pöbel unheilig ist; jemand, der wünscht, daß für das Volk und durch das Volk geherrscht werde, heißt Demokrat; jemand, der wünscht, daß durch den Pöbel und mit dem Pöbel geherrscht werde, heißt Ochlokrat.
    Führt die Frage nach sich: Wer oder was ist das Volk?

  23. #73
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    AW: Die Schwarz-Rot-Grüne Zukunft - Modellanstalt Ostfalen

    Wenn es um die Kommunikation zwischen Politik und Bürger geht, die obige Forderung nach Ehrlichkeit angeht, könnte das Problem sein, dass die Bürger lieber süße Lügen wählen.

    Wenn es um die Funktion einer Opposition geht, wird diese bei Schwarz-Rot-Grün eher schwierig. Was aber auch andere "Zwangsehen" gegen die Schattenaspekte betrifft. Rechnerisch hat die Groko gerade noch 3 % zu verspielen.

    Sehe ich Auftritte wie den Gauland gestern mit Justizminister Maas, frage ich mich ernsthaft, ob es nicht die eigenen Schattenaspekte sind, gegen die "gekämpft" wird.

    Wenn es jedoch um die Fähigkeiten einer Regierung geht, mögliche Zukünfte (gibt´s das eigentlich?) oder Zukunftsverläufe vorwegzunehmen, dann kann festgestellt werden, dass diese Form von Demokratie ihre Funktion verloren hat.

    Die Idee mit der Wahlrechtsänderung ist im Prinzip üb-er-denkens-wert. Es könnten ja auch die Koalitionsverträge zur Abstimmung gebracht werden, die nach einer "Vorwahl" ausgearbeitet und dem Bürger zur Abstimmung vorgelegt werden.

    Bedenke Mensch hier den Prozentpoker um die Mehrwertsteuererhöhung im vorher und nachher-Vergleich.

    Geht es um das Verfolgen einer langfristigen Zielsetzung, dann ist dieses Politiksystem konkret destruktiv.

    Ist es dauerhaft nicht möglich, zyklisch sich wiederholende Krisenzustände ursächlich zu berichtigen, dann haben wir kein Parteienproblem, sondern ganz eindeutig ein Problem systemischer Natur.

    Würde es um die Kommunikation zwischen Politik und Bürger gehen, dann wären Bürgerredezeiten im Bundestag anzustreben, bei denen für die Abgeordneten "Levitenleseanwesenheitspflicht" besteht. Per Losverfahren werden pro Woche drei Volksvertreter aus dem Volk bestimmt, die ihre Sicht der Dinge in einem "geführten Dialog" mit Parteien / Abgeordneten darlegen dürfen. Vielleicht könnte dieses "Ventil" für den Volksmund dazu beitragen, "Rädelsführern" wie Gauland keine Redezeiten in öffentlich rechtlichen Medien mehr einzuräumen. Es ist eine Frage der Kommunikationsfähigkeit, die zunächst herzustellen wäre, sinnvolle Dialoge führen zu lernen.

    Sie stehen vor dem Schatten der Vergangenheit und reden ihn erneut groß, indem sie ihr eigenes Spiegelbild angreifen. Ob ganz oben oder ganz unten:


    Was wir ablehnen, wird stärker.
    Was wir annehmen, wird schwächer.


    Was fehlt, ist, die Volksseele nicht in einen Dauerkrisenzustand zu versetzen und dann so zu tun, als seien die verängstigten Opfer dieses Zustandes auch noch selbst schuld daran, dass die Lebensangst die Volksseele langsam zerfrisst.


    Sozialpolitik hatte einst die Aufgabe, einen Ausgleich zwischen monetären und emotionalen Interessen herzustellen, der kognitiv die Vorwegnahme eines dann abgebildeten Zustandes beinhalten muss, will er logisch und rational sein.

    Was jedoch nicht rational ist, ist das Verfolgen einer Wachstumspolitik, die auf einem begrenzten Planeten einfach nicht umsetzbar ist.

    Kein begrenztes System kann unbegrenzt wachsen. Seit 1970 verwalten sie den Untergang, sagt ein Freund gebetsmühlenartig.

    Aber seid alle schön artig und ruft: Sieg Arbeit, Sieg Arbeit.

    Zeit, über ein bedingungsloses globales Grundeinkommen und eine kybernetische Wirtschaftsform nachzudenken. Das waren Träume, die um 1920 schon geträumt wurden...

    Ohne Computeruntestützung ist es mental nicht mehr zu schaffen, alle Ursachen- und Wirkungsblöcke zu erfassen.

    Wenn allein der Blindflug Methode hat, wird das Rationalprinzip nicht erfüllt.

    Da das Ego der Politik jedoch keine Fehler zugeben kann, wird die Wahrheit zu dem, was gerade nutzt.

    Biete den Menschen zehn mögliche "Wahrheiten" und es ist wahrscheinlich, dass dabei die tatsächliche Situation unbeachtet und unbeobachtet bleibt.

    Es sind Schattenboxkämpfe ohne Sinn und Verstand. Wir bräuchten zunächst übergeordnete Staatsziele, die über Wahlperioden hinaus einen gesellschaftlichen Emotionalvertrag abbilden:

    Was wir emotional wünschen, ist das, was als das "Unbewusste" mit 90 % ins Handlungskontor schlägt. Der Verstand ist mit seinen 10 % Anteil echt ein Looser.

    So sitzt der Mass dort und redet gegen sein eigenes Unbewusstes an. Wie sich die Politiker doch bei der steigenden Anzahl von Hassmails und Morddrohungen so fühlen würden. Merkeln sie wirklich nicht, wie den Menschen der Arsch auf Grundeis geht? Emotional, nicht mental.

    Auf der intuitiven Ebene glaubt ihnen nämlich keine einzige Seele mehr irgendetwas. Es wird gesagt, wir würden wieder lernen, die Lügen zu riechen.

    Es geht echt nicht, wenn das Volk die Politik in einer systemisch aussichtslosen Lage, quasi als ausführender Büttel eines unmöglichen Auftrags, für seine eigene Ziellosigkeit bestraft und am Ende mit dem Tode zu bedrohen beginnt.

    Aber ist denen dort oben klar, wieviele hier unten jeden Tag ums blanke Überleben kämpfen und ihre Würde nur auf dem Papiere noch besteht?

    Warum quälen wir uns wie die Tiere, gäbe es genug für alle Menschen, würde die Herstellung und Verteilung notwendiger Güter nur intelligent genug gelöst?

    Ohne globales Grundeinkommen wird die Angst derer dort oben, die gestern greifbarer wurde, weiter zunehmen. Eine globale Volksbefragung könnte weiteren UN-Rat vermeiden helfen.

    Eine UN- Beirat der hochintelligenten Kinder wäre ebenso geeignet, den Horizont auf längere Zeiträume auszudehnen. Alte Männer wie Trump und Konsorten werden ja kaum noch erleben, was sie anrichten. Da lebt sichs im Alter als reiner Materialist doch recht ungeniert.

    Aber: Es sind unsere Schatten, nicht die Schatten der knapp 500 Volksvertreter. Wir machen sie für etwas verantwortlich, für das sie, bei näherem Hinsehen, gar nichts können.

    Wage daher mal die These, dass die Demokratie daran scheitern wird, niemanden mehr zu finden, der sich und seine Familie für einen Hungerlohn diesem Dilemma aussetzt.

    Wir haben dieses Gefangenendilemma nun 2000 Jahre ausgesessen. Diese ziellose Republik für Gehirnamputierte ist eine Schande für das Gefühl, den Verstand und jedwede Logik. Daoch: Sie sind nicht schuld. Das sind wir alle, unsere Ahnenreihen und das aufgehäufte kollektive Unbewusste.

    Lüge ist es halt, in einem Zustand ohne Ziel zu sagen, man wüsste, wohin die Reise geht. Daher stinkt der Fisch vom Kopf.

    Gab da mal ein Schwein, völlig verfressen und nur an sich denkend, sah es auf der anderen Flussseite einen leckeren Komposthaufen leuchten. Als es unschlüssig ob der Gefahren einer Üb-ER-Querung vorsichtig nach Trittsicherheit und Halt suchte, sah es einen Maulwurf. Es fragte den Maulwurf, ob es wohl sicher ans andere Ufer kommen könne. "Klar, du wirst sicher nicht einmal am Bauch nass."

    Freudig grunzend stürzte sich das Schwein in den Fluss und ging sofort unter. Mit allergrößter Mühe gelang es dem Schwein, sich lebend wieder ans Ufer zu retten. Er stellte den Maulwurf zur Rede. Der verzog keine Miene und sagte: "Komisch, den Enten ging das Wasser immer nur bis an die Brust."

  24. #74
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Die Schwarz-Rot-Grüne Zukunft - Modellanstalt Ostfalen

    Ich glaube schon, dass wir ein Parteinproblem haben...der Bürger weiß nur bei den Linken und Rechten was er wirklich bekommt, bei allen anderen ist das eher eine Art Wundertüte.

    Du schreibst von Gauland und Maas, viel interessanter war ... was in gleicher Runde der Wissenschaftler zu sagen hatte...der...wie alle anderen Politikwissenschaftler auch...auf die Versäumnisse der Etablierten verwies. Dirk Schümer blies gestern ins gleiche Horn. Man rät den Etablierten dazu sich demokratisch mit Andersdenkenden auseinanderzusetzen und die Hetzjagden zu unterlassen - sollte in einer Demokratie eine Selbstverständlichkeit sein - peinlich, dass man die Etablierten daran erinnern muss.

    Zitat WSIB

    Vielleicht könnte dieses "Ventil" für den Volksmund dazu beitragen, "Rädelsführern" wie Gauland keine Redezeiten in öffentlich rechtlichen Medien mehr einzuräumen. Es ist eine Frage der Kommunikationsfähigkeit, die zunächst herzustellen wäre, sinnvolle Dialoge führen zu lernen.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Diese Aussage könnte auch von Honecker oder Goebbels stammen. Demokratie geht anders.

  25. #75
    Mitgestalter
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    AW: Die Schwarz-Rot-Grüne Zukunft - Modellanstalt Ostfalen

    Da bitte ich aber um Erklärung. Was hat die Forderung nach Kommunikationsfähigkeit mit Goebbels oder Honecker zu tun?

    Gerade die beiden sind doch ein gutes Beispiel für misslungene Kommunikation mit dem Volke...

    Ein "Ventil" im Sinne von Redezeiten für Bürger im Parlament kann ich weder in der NS-Diktatur, noch in der Stasi-Diktaur als Zielvorstellung beobachten. Es ging bei beiden um einseitige Kommunikationsformen, die Manipulation genannt werden.

    Zu sagen, wir müssten die Grundregeln von Kommunikation wieder erlernen, ist die Grundvoraussetzung für politische und demokratische Dialoge.

    Ja, ich finde, Gauland ist ein ewig-gestriger Rädelsführer. Klar, es ist sein Ego. Nicht seine ewigen Seelenanteile...

    Mit dem Boateng Spruch hat er halt ein fettes Eigentor geschossen. Der Guteste verrät sich durch die Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft.

    Sauer über seinen strategischen Fehler? Wie bei Plasberg: Das Ego verrät sich selbst. Die Wahrheit braucht keine Verteidigung.

    Weiterhin: Einzig ein Kommunikationsproblem mit dem Ego.

    Gut: Rädelsführer mag hart klingen, doch es sind Kompensationsmechanismen seiner verängstigten Seele auf der Suche nach Berichtigung. Daher spiegelte er den Boateng-Bummerang zwischen die Beine der fußballverückten und doch fremdenfeindlichen Gemeinde.

    Die Wahrheit über die Menschenverachtung, die von diesem gedankenlosen Gedanken ausgeht, bleibt trotzdem wie sie ist. Da kannst Du mich gerne auch mit Hitler, STalin oder dem Ungenannten vergleichen, es ficht höchstens mein Ego an und das ist nur eine Illusion. Du könntest mich niemals verletzen, selbst wenn Du es wirklich wolltest. Du bist frustig über die Blödheit der PARTEI. Mehr nicht. Eine weitere Illusion zerplatzt wie eine Seifenblase in einer Seifenoper...


    Gut: Du hast recht. Gauland ist weiterhin ein Kind Gottes und unschuldig an dem Schwachsinn, den sein Ego quasselt. Wie wir alle auch...

    Er ist ein Rädelsführer, wie ich auch. Wird seinen Sinn schon noch offenbaren, was gerade geschieht. Aber danke für den Hinweis. Wie geht denn jetzt Demokratie???

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