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Thema: demokratie und andere krater

  1. #126
    Resurrector Avatar von aerolith
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    demokratie und parlament

    Parlamentarismus und Demokratie werden oft in einen Sinnzusammenhang gebracht, zuweilen auch zusammengedacht, synonymisiert. Das ist nicht korrekt. Parlamentarismus besitzt zwar, wie die Demokratie, die Kriterien der Öffentlichkeit und Transparenz sowie der Diskussion, aber während der Parlamentarismus nur eine Form der Regierung beschreibt, der Willensbildung eines öffentlichen Gremiums, so ist die Demokratie weitaus ausgreifender und geht über den Aspekt des Beherrschtwerdens weit hinaus, ja, sie nivelliert ihn geradezu. Parlamentarismus ist im grunde eher für eine Monarchie passend, denn KEIN Parlament kömmt ohne verschlossene Türen, geheime Absprachen und Postenschacher aus. Das sind KEINE Kinderkrankheiten, sondern Strukturelemente desselben, denn das wichtigste Kriterium des Parlamentarismus ist die Absprache, die Mehrheitsbeschaffung und all das, was mit Interessenausgleich und -befriedigung der sie erfüllen sollenden Berufspolitiker und Lobbyisten zusammenhängt, auch bei stabilen Mehrheiten im Parlament. Das Wesen des Parlamentarismus ist also der Kompromiß, eng zusammenhängend damit die Demagogie und das Geschäft.
    Die Demokratie mag ohne Demagogie auch nicht auskommen können, gleichwohl jedoch lautet ihr Prinzip nicht Kompromiß, sondern Gleichheit. Eine Demokraitie kann zwar auf das Parlament zum Zwecke der Transparenz zurückgreifen, als Methode oder Mittel, gleichwohl gäbe es auch andere Mittel und Methoden, ihr zu genügen. Allerdings darf man gespannt sein, ob sich jemand findet, der ein geeignetes Mittel für Großstaaten findet. Das beste Mittel ist ein Parlament keineswegs, schon gar nicht der nicht selten aus dem Parlament hervorgehende Parlamentarismus resp. Parteienstaat.

  2. #127
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: demokratie und andere krater

    "Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern"


     


    Das war vor etwa zwei Jahren...als de Maiziere diesen Satz von sich gab. Da war er Innenminister. Auch de M. versuchte sich mit der Kanzlerin anzulegen...aber als er von der Kanzlerin abgewatscht wurde...die ihm durch die Blume mit der Amtsenthebung drohte...machte er sofort wieder eine Rolle rückwärts. Ein Innenminister weiß am besten was im Land los ist - ist diesbezüglich besser und umfassender informiert als der Kanzler selbst.


    Diese Einleitung ist nötig um folgendes verstehen zu können:


     


    Seehofer wurde nicht aus dem Stegreif und auch nicht wegen der Bayernwahl (wie die fantasielosen Journalisten einvernehmlich glauben) hysterisch...sondern weil er in seiner Funktion als Innenminister nun weiß was wirklich in unserem Land los ist. Aber gerade weil er nun Innenminister ist...darf er das nicht ausplaudern - denn:


    "Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern"


     


    Einiges davon wird dennoch an die Oberfläche kommen...aber erst dann...wenn es bereits zu spät ist. Heute schon ist es zu spät - und morgen ist es eben erst recht zu spät.


    Wenn die Bevölkerung auch nur ein Drittel von dem wüsste...das Seehofer heute weiß...würde bei uns ein Bürgerkrieg ausbrechen. Daran habe ich nicht die geringsten Zweifel

  3. #128
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: demokratie und andere krater

    Ich sage es ganz ehrlich: ich bin kein Freund der Demokratie! Jedenfalls nicht als Staatsform! Denn als solche war sie auch nie gedacht! Demokratie war im antiken Griechenland im ursprünglichen Sinne eine "Dorfverwaltung" (demos=Dorf bzw. Gemeinde ; kraten=den Karren ziehen (wörtlich) bzw. verwalten). Und auch dort hatten nur die Deme, die Bürge rund das Volk etwas zu sagen, der "Pöbel" (oder wie er damals genannt wurde die "Idios", Ursprung von "Idioten" ) hatte kein Stimmecht!

    Und das aus gutem Grund: denn Demokratie setzt Wissen voraus! Also ein aufgeklärtes Volk, das sich aktiv mit Politik beschäftigt. Laut Gauss'scher Verteilungskurve ist nämlich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung überhaupt fähig, sinnvolle politische Entscheidungen zu fällen und somit auch zu wählen. Wahlberechtigt ist heute praktisch jeder Deutsche, aber wahlbefähigt ist eben nur ein kleiner, elitärer Teil.

    Davon abgesehen ist Demokratie übrigens nicht das Gegenteil der Diktatur (wie heute fälschlicherweise angenommen wird), sondern nur eine Form der Diktatur, nämlich die Diktatur der Mehrheit, bzw. die "Diktatur der Dummen" wie Schiller wohl mal gesagt haben soll.

    Demokratie funktioniert auf kleiner Ebene (Gemeinden bspw.), aber auf Staatsebene mit einem Staatsvolk verschiedener Nationen nicht! Mir fällt auch nicht ein sinnvoller Gedanke ein, warum bspw. die Bayern bestimmen sollten, was in Sachsen oder Preußen zu passieren hat.

  4. #129
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: demokratie und andere krater

    Und das aus gutem Grund: denn Demokratie setzt Wissen voraus! Also ein aufgeklärtes Volk, das sich aktiv mit Politik beschäftigt. Laut Gauss'scher Verteilungskurve ist nämlich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung überhaupt fähig, sinnvolle politische Entscheidungen zu fällen
    Darum haben wir eine parlamentarische Demokratie.

    Ich sage es ganz ehrlich: ich bin kein Freund der Demokratie! Jedenfalls nicht als Staatsform! Denn als solche war sie auch nie gedacht! Demokratie war im antiken Griechenland im ursprünglichen Sinne eine "Dorfverwaltung" (demos=Dorf bzw. Gemeinde
    Die Griechen hatten die direkte Demokratie...keine parlamentarische Demokratie - zudem wurden nur vereinzelt Entscheidungen zur Abstimmung freigegeben...z.B. ob man sich dem Feind ergibt...oder sich doch lieber wehrt.

    Die Demokratie ist für mich kein System...sondern eine ganz normale...eine urinstinktliche Vorgehensweise. Alles andere ist nicht normal. Deshaln muss man m.E. auch gar nicht groß drüber reden. Wir sahen und sehen wohin alle anderen Optionen der Entscheidungsfindung führten und führen.

    Mir fällt auch nicht ein sinnvoller Gedanke ein, warum bspw. die Bayern bestimmen sollten, was in Sachsen oder Preußen zu passieren hat.
    Zur Zeit werden Begriffe wie "Heimat" in den Schmutz gezogen - aber befasst man sich ernthaft damit...findet man auch die Antwort auf deine Frage.

    Unabhängig davon: Die Preußen bestimmen über sich selbst, deshalb sind sie pleite - und zwar so pleite, dass man sie autark betrachtet als Dritte-Welt-Volk einstufen müsste. Sie stehen auf einer Stufe mit Nationen wie z.B. Kambodscha. Bei den Sachsen sieht das aktuell zwar etwas anders aus...aber eben auch nur durch die Hilfe der Bayern. Der Länderfinanzausgleich erzählt die ganze Geschichte.

  5. #130
    Resurrector Avatar von aerolith
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    "Lügenpresse"

    erstellt von SPIEGEL:

    Die Lügenpresse-Keule kommt interessanter Weise fast ausschließlich aus der rechten Fankurve. Und hier ist sie keineswegs neu. AfD, Pegida und Co. schließen an die Traditionen der guten, alten Modernisierungsverweigerer an: "Der Vorwurf, die Presse lüge wie gedruckt, sie sei gekauft und handle im Dienst dubioser Mächte gegen das Volk, ist ein echter Klassiker", schreibt Autor Maximilian Probst auf den "Wahre Welle"-Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung, die über Verschwörungstheorien aufklären.



    Der Begriff Lügenpresse kommt eigentlich aus dem deutschen Antisemitismus des 19. Jahrhunderts. Nach der Märzrevolution 1848 hieß es, die Juden steckten hinter allem, wofür die deutsche Revolution stand: Liberalismus, Sozialismus, Demokratie. Sie würden die Gesellschaft mithilfe der Lügenpresse verändern. Wer heute "Lügenpresse!" ruft, schließt an einen antisemitischen Diskurs an.


    Das ist genau die Art von tendenziösen Journalismus, die durch Oberflächlichkeit, Halbwissen und dem Gebrauch der Nazikeule gekennzeichnet ist und dem SPIEGEL zurecht das Etikett "Lügenpresse" einbringt.

    Der Begriff stammt nicht aus der "rechten Fankurve", sondern vom eher links anzusiedelnden Schriftsteller Gustav Freytag, der ihn 1852 erstmals in einem seiner Stücke benutzte. Einem Lustspiel. Die SPD benutzte den Begriff, um die konservative Kronenzeitung für ihre Berichte im deutsch-französischen Krieg anzugreifen.

    Es ist also umgekehrt, lieber SPIEGEL. Der Begriff war zuerst ein Kampfbegriff der Linken und keineswegs einer aus der "rechten Fankurve". Dieser Begriff wird immer von denen benutzt, die NICHT zum Establishment gehören, denn es ist ein Kennzeichen des Kapitalismus, vielleicht aller postmodernen Gesellschaftsformen, daß die Presse (die Leitmedien zumindest, also die, die den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen) zum Oberbau gehört, somit Hilfsdienste der herrschenden Schicht leistet.
    Es gab nur eine Ausnahme, die aber so recht keine ist: Goebbels benutzte den Begriff in den 30er Jahren zur Beschreibung der westeuropäischen und amerikanischen Berichterstattung über das Reich. Auch hier ist eine Ohnmacht integraler Auslöser zur Benutzung dieses Begriffes. Goebbels' Sicht ist quasi die eines Ohnmächtigen gegenüber den westlichen Medien.

  6. #131
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    AW: demokratie und andere krater

    Argumente wurden in der politischen und medialen Auseinandersetzung längst durch Keulen ersetzt. In den Parteien sitzen Spindoktoren, NLP-Geschulte oder einfach Naturtalente, die den Diskurs durch die andauernde Verwendung von Kampfbegriffen und Wortkeulen totschlagen. Die Medien -befeuert durch die Beschleunigungswirkung des Internet - setzen zunehmend auf Schlagworte und Killerphrasen statt auf Analyse und begründeten Kommentar. Meinungsmache statt Meinungsfreiheit.

    Links, rechts, grün, rot, braun, schwarz - egal, sie alle haben ihr Arsenal an Kampfbegriffen und Wortkeulen, die sie nach Bedarf rausholen und durch die mediale Arena schleudern. Besonders beliebt: Populist, Rassist, Gutmensch, Asyltourismus, Asylbetrug, Terrorist, Islamist und ja, auch Lügenpresse. Wer derart etikettiert wird, soll persönlich erledigt werden. Mit Rassisten, Terroristen oder Islamisten lohnt kein Diskurs, die sind Outcasts, Outlaws, punziert und diskreditiert.

    Die ÖR-Medien und die sog. Leitmedien aus dem kommerziellen Bereich, sie alle vertreten mehr oder weniger das 'Establishment', stützen die anerkannten Parteien, die sie unter dem Verfassungsbogen verorten, während die neuen, wilden, als Populisten etikettierten Bewegungen nur als Verfassungsfeinde konnotiert werden.

    Dass man durch derart einseitige, monokausale 'Berichterstattung' allmählich seine Glaubwürdigkeit verspielt, hat man in den Redaktionen scheinbar noch nicht kapiert. So holt man keine abgewanderten Wähler zurück unter den traulichen Verfassungsbogen. Man treibt sie eher den bösen Populisten in die Arme. Dass die auch keine Lösungen anzubieten haben, ist dabei egal.

  7. #132
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: demokratie und andere krater

    Die westliche Demokratie ist die von Großstaaten. Es ist seit langer Zeit bekannt, wie wenig sich der Großstaat demokratisch strukturieren läßt. Wie auch? Demokratie bedeutet Volkswillen. Wie kann sich ein Volkswillen in einem Großstaat abbilden lassen? Durch Vertreter und Parteien, die Meinungen abbilden und im gesellschaftlichen Diskurs Mehrheiten organisieren, die ihrerseits dem Wähler zur Disposition stehen. Er kann dann entscheiden, ob er seinen Willen in dem abgebildet findet, was sich seine Vertreter auskunkelten.

    Soweit klar? Oder übersehe ich etwas?

    Als Historiker stelle ich fest, daß sich der persönliche Grad der Freiheit, um die es doch bei der Organisation des Staatswesens gehen sollte, seit dem Aufkommen der Demokratie als Herrschaftsform (sie ist ja nur eine Herrschaftsform, keine Staatsform) verringerte. Dieser Art Gedanken kommen mir, wenn ich am Strand liege. Eine demokratisch gewählte Regierung, die des souveränen Volks, ist vor Selbstbeschränkung geschützt, denn sie bildet einen Kollektivwillen ab, dem sie gegenüber nicht rechenschaftspflichtig ist. Wie auch? Wie könnte eine solche Rechenschaft aussehen? Die vierte Macht? Ja, wenn die Medien nicht selber Teil des Establishments wären, das zu kontrollieren sie doch die Aufgaben haben könnten.

    Kurzum, ich bezweifle, daß diese Herrschaftsform der Demokratie in einem Großstaat (alles über hunderttausend Seelen) tatsächlich demokratisch sein kann. Es gibt bei uns nur deshalb keine Revolution, weil das Volk zwar eine Ahnung darüber hat, daß hier eine Herrschaftsform permanenten Unrechts existiert, aber es kennt keine Alternative und begleitet daher die Regierung mehr oder weniger unterbewußt devot.

  8. #133
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    AW: demokratie und andere krater

    Da könnte man den Großstaat EU als Beispiel heranziehen:

    Fragt man junge Leute, z.B. die Studenten, dann glauben die heute über mehr Freiheiten zu verfügen...als z.B. die jungen Leute vor zwanzig oder dreißig Jahren - und schreiben das der EU zu. Sie meinen Schengen, Interrail, Erasmus +Co. /...das ist Quatsch! Das hat nichts mit Freiheit...sondern mit Bequemlichkeit zu tun. Man konnte all das (durch Europa reisen, in ganz Europa studieren...) auch schon vor 50 Jahren machen. Zeigt, was viele Studien auch beweisen, dass es sich bei den Studenten in erster Linie um Egoisten handelt. Wir haben seit Schengen enorm an Freiheit verloren!

    Beispiel: das Schwimmbad Düsseldorf führt ab sofort die Ausweiskontrolle ein, da es vergangenes Wochenende zum wiederholten Male Ausschreitungen durch Nordafrikaner gab. Dieses Wochenende war es eine Gruppe von 60 Nordafrikanern, die andere Gäste und Personal belästigte und bedrohte. Andere Bäder wollen dem Beispiel folgen und ebenfalls die Ausweiskontrolle einführen.

    Das heißt: wir haben keine Kontrollen an den Grenzen, aber dafür Kontrollen im Schwimmbad?!?!!! Wir haben keine Kontrollen an den Grenzen, aber dafür bewaffnete Polizisten, die gut besuchte Feste schützen müssen?!! Ich könnte jetzt jede Menge Beispiele nennen...die aber jede/r ohnehin kennt.

    Wo bitte haben wir an Freiheit gewonnen????? Das ist unreflektierte...gequirlte Sch..., was die Studenten uns da erzählen.

  9. #134
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    AW: demokratie und andere krater

    Die Freiheit von der du redest, ist keine gelebte und erfahrene, sondern eine von oben verordnete, beschworene. Und Leute, die nichts anderes kennengelernt haben - wie z. B. Jugendliche, Studenten, Teenies und Twens - glauben auch, was ihnen von Medien und Politik vorgegaukelt wird.

    Das Fatale ist, dass Menschen, die dieses Spiel durchschauen bzw. ablehnen im Moment keine politische Adresse für ihren Protest haben. Denn die Einzigen, die das thematisieren, die sog. Populisten, Rechten, Nationalisten etc. - alles diffamierende Zuschreibungen der herrschenden Ideologen - erweisen sich entweder als zu dämlich und korrupt (Strache, AfD) oder sind per se Feinde der Demokratie (Salvini, Kaczinsiky und Co.).

    Das ist die grösste Gefahr für unsere Rest-demokratie. Es gibt im Moment keine demokratische Alternative für Protestwähler.

  10. #135
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    AW: demokratie und andere krater

    Zitat aerolith

    Die westliche Demokratie ist die von Großstaaten. Es ist seit langer Zeit bekannt, wie wenig sich der Großstaat demokratisch strukturieren läßt. Wie auch? Demokratie bedeutet Volkswillen. Wie kann sich ein Volkswillen in einem Großstaat abbilden lassen? Durch Vertreter und Parteien, die Meinungen abbilden und im gesellschaftlichen Diskurs Mehrheiten organisieren, die ihrerseits dem Wähler zur Disposition stehen. Er kann dann entscheiden, ob er seinen Willen in dem abgebildet findet, was sich seine Vertreter auskunkelten.

    Soweit klar? Oder übersehe ich etwas?
    Ja. Demokratie heißt nicht Volkswillen, sondern: "der Wille geht vom Volk aus".

    Ein Unterschied, denn Volkswillen würde bedeuten: Tyrannei der Mehrheit. Gerade weil wir das nicht wollen, haben wir eine parlamentarische Demokratie

  11. #136
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    AW: demokratie und andere krater

    Zu diesem Thema gibt es einen Vortrag von einem Prof.Dr. Mausfeld - Überschrift:

    Elitendemokratrie/Meinungsmanagement

    stark verkürzt und mit eigenen Worten wiedergegeben:


    Anfang des Jahrhunderts gab es zwei Herren, Lippmann und Dewey, die ganz unterschiedliche Theorien vertraten...wie eine Demokratie auszusehen hat.

    Lippman sprach sich für die Elitendemokratie aus - was so viel heißt wie; der Bürger ist doof , darf deshalb maximal aus einer ihm präsentierten Elite auswählen.

    Für Dewey hingegen ist der Bürger in seiner Gesamtheit als Gemeinwesen nicht doof, sofern der Öffentliche Debattenraum nicht eingeschränkt wird.

    Für Lippmann brauchte es diesen uneingeschränkten Debattenraum nicht - eine Elite bestimmt...welche Informationen bereitgestellt werden...und in welchem Raum/Rahmen diese behandelt werden.

    Aktuelle Studien kommen zu dem Ergebnis, dass wir heute eine Demokratie im Sinne Lippmanns haben, da die Medien den Debattenraum bestimmen (und einschränken). Das entspricht auch meiner Wahrnehmung...und der Wahrnehmung vieler...

    Prof. Mausfeld sagt, dass es ein links/rechts heute nicht mehr gibt, da alle oppositionellen Haltungen links von der eingeschränkten Mitte liegen.

    Man kann sich enen großen Kreis vorstellen (unbegrenzter Denk+Möglichkeitsraum)...in dem sich wiederum ein sehr kleiner Kreis am rechten Rand befindet (Debattenraum). Der kleine Kreis verkörpert die Mitte. Alle anderen Positionen befinden sich links davon...also am linken Rand des großen Kreises. Selbst der Rechtspopulismus ist links zu verorten...zumindest daran gemessen...was links und rechts einst mal bedeuteten. Die links/rechts Achse ist obsolet.

    Was mir mein Gefühl sagt...der Schulterschluss von Medien und Grünen (beide Teil einer Elite)...ist also viel mehr als nur ein Gefühl.

    Die Elitendemokratie basiert auf einem beschränkten Debattenraum und einer verantwortlichen Mitte. Genau das haben wir heute - und so nehmen das auch viele Bürger wahr.

    Im letzten Jahr wurde eine dänische Studie veröffentlicht. Man wollte untersuchen... ob das..das viele Menschen behaupten...dass die Medien stark nach links gerückt sind...der Wirklichkeit entspricht. Man untersuchte in 17 verschiedenen Ländern...und das Ergebnis war sehr überraschend: Es ist nicht nur so...wie viele Menschen das wahrnehmen...sondern noch viel schlimmer: Unter den Medienvertretern sind im Verhältnis zur Restbevölkerung dreimal so viele Grüne und Feministen. Die Medien vertreten also alles andere als die Meinung des Volkes. Wer von Lügenpresse spricht...der lügt nicht.

    Übrigens: es gibt Studien und empirische Daten...die beweisen...dass Eliten und Experten rein gar nichts besser wissen oder machen als das als Gemeinwesen betrachtete Volk.

    Nur im Nachhinein, wenn des darum geht den Irrtum zu verkaufen, sind sie, die Experte, besser...weil sie sich ihre Ausreden schon vorher zurechtlegen.

    Fazit: man stellt heute fest, dass viele Antworten und Lösung für heutige Probleme ausserhalb des Debattenraumes liegen. Herzstück der Demokratie ist aber ein Öffentliche Debattenraum...der so groß ist wie der Denk und Möglichkeitsraum...in dem alle Interessen vertreten sind.

    Um viele unserer Probleme lösen zu können...braucht es eine radikale Erweiterung des Debattenraumes.


    Ironie der Geschichte: Einst wurde die Spiegel Redaktion von Linken gestürmt...heute müssten Rechte die Redaktion stürmen...

    Das beste für alle wäre...die Medien würden einfach nur berichten...und zwar alles - und weniger kommentieren...sprich manipulieren. Was passiert...wenn ich dort nicht die Inhalte finde...die ich finden möchte? Ich wandere zu einem Blatt ab...das diese Inhalte abbildet. Dort besteht aber die Gefahr...dass dieses Blatt nur solche Inhalte wiedergibt. Und so spaltet sich eine Gesellschaft...jeder liest/hört nur noch das...das ihm passt.

    Aus diesem Grund appeliere ich an alle Lehrer, Erzieher, Pädagogen...dass sie diese Tendenz nicht noch verstärken...indem sie den Debattenraum noch mehr einschränken. Es gibt ohnehin ein Gesetz aus den 70ern (mir fällt der Name jetzt nicht ein), der es den Lehrern untersagt ihre persönliche Meinung den Schutzbefohlenen überzustülpen. Sie sollen die Schüler befähigen sich eine eigene Meinung bilden zu können. Ich weiß, dass da viel Missbrauch betrieben wird.


    Nachtrag: ich versuchte neulich mit einer Journalistin des Spiegels in den Dialog zu treten...ihr Fragen zu stellen. Sie verfasste einen Bericht zu den Vorwahlen in den USA - also zu den Kandidaten der Demokraten...und zu den Kandidaten, die für die Republikaner gegen Trump antreten könnten...oder antreten wollen. Die Medien sind frei...das ist auch richtig so...aber sie haben einen Ehrenkodex...an den sie sich schon lange nicht mehr halten. Der Bericht war in seiner Rhetorik sowas von suggestiv und manipulativ...dass man das nicht einfach so durchgehen lassen sollte. Normalerweise sollten Journalisten zwischen Bericht und persönlichem Kommentar klar trennen...diese Trennung auch deutlich kennzeichnen. Das wird immer öfter...und wurde auch hier nicht gemacht. Das hatte von der ersten bis zu letzten Zeile den Charakter eines persönlichen Rachefeldzuges. Bei den Leserkommentaren wurden auch nur die veröffentlicht, die der Journalistin nach dem Mund redeten. Entweder man lässt keine Kommentare zu...oder alle durch (außer Beleidigungen, Herabwürdigungen usw). Ich will nicht alle Medien über einen Kamm scheren, denn es gibt auch positive Ausnahmen, doch ist da eine Tendenz zum vorauseilenden Gehorsam ganz klar erkennbar.

    Mir, und anderen...die so denken wie ich, wird kein Raum für Debatten gegeben.
    Geändert von anderedimension (04.08.19 um 11:37 Uhr)

  12. #137
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    AW: demokratie und andere krater

    Demokratie heißt Volksherrschaft oder Volkswillen. Die modernen Demokratiekonzepte haben diesen Begriff nur passend gemacht, indem sie behaupten, daß Demokratie NUR vom Volke auszugehen habe, nicht aber selber die Herrschaft des Volkes sein müsse. Das ist ja eben die westliche Demokratieformel. Etikettenschwindel? Das ist wie in der Gilmore-Girls-Folge, in der die Lorelais zur Babyparty fahren und folgende Formel hören: "Grün ist das neue Blau." Gemeint ist hier: Es soll keine Rolle spielen, welches Geschlecht das erwartete Kind hat, es wird so oder so geliebt. Das ist auch richtig. Ich habe sowohl einen Sohn als auch Töchter. Und ich liebe sie alle gleich. Intensiv. Aber ich liebe sie auch unterschiedlich, nämlich hinsichtlich dessen, was sie jeweils sind und was sie für mich und unsere Familie bedeuten. Grün ist eben nicht das neue Blau, sondern Grün ist Grün und Blau ist Blau. Es spielt eine Rolle.

    Was Dewey hier vorschlägt, nennt man Aristokratie, da sie nicht natürlich wachsen soll, ist es ihre depravierte Form, die Oligarchie. So wie sie in Britannien schon lange besteht.
    Die Rolle der Medien ist von Lippmann falsch dargestellt worden. Sie sind nicht per se die Macht, sondern nur ein Instrument der Mächtigen. Wenn die Medien die Macht hätten, würden auch solche Foren wie dieses, Zeitungen, die nicht zum Mainstream gehören, winzige Radiostationen oder Bücher, die nur wenige Leute lesen, Macht besitzen. Und das tun sie nicht, weil sie im öffentlichen Diskurs keine Stimme erhalten, sondern Randerscheinungen bleiben. Wie anders dagegen um 1780, als ein paar Hundert Exemplare von "Nathan" Furore machten, so daß sie den öffentlichen Diskurs bestimmten. Oder Schillers "Räuber", die in Württemberg beinahe eine Staatskrise auslösten.
    Nein, AD, die Medien haben keine Macht, sie sind nur ein Mittel der Mächtigen, durch das sie Macht ausüben.

    Eliten können bestimmte Dinge besser, daher nennt man sie ja so. Das Problem ist nur, daß Eliten sich mit dem, was sie gut können, nicht zufriedengeben. Ein Süßwarenhersteller, der Milliarden mit seinen Gummibärchen machte, muß von gesellschaftlichen Prozessen keine Ahnung haben, aber er kann seine Vorstellungen über die Medien zum Teil des Diskurses machen. Das passiert auch.

    Wir brauchen KEINE Erweiterung des Debattenraumes. Das ist ja wie bei den vielen Köchen. Wir brauchen mehr Toleranz. Es ist heute NICHT möglich, daß sich Debattenräume außerhalb der politischen Korrektheit bilden; es gibt keine Vielfalt, sondern nur eine linksgrüne Einheitssoße. Die Gegner, das müssen nicht nur sogenannte Rechte sein, können sich nur monadische Rückzugsgebiete sichern, auch die werden durch Staatsschutz und mainstreamleute unterwandert, entweder werden sie lächerlich gemacht oder eben als Staatsfeinde, was sie oft genug auch sind, diffamiert und damit zerstört. Das ist auch die Pflicht des Staatsschutzes; entscheidend ist doch aber, was als staatsfeindlich bezeichnet wird. Sollte es in einer Demokratie nicht auch das Recht auf Widerstand geben? Sollte eine Demokratie nicht gerade auch mit ihren Feinden auskommen müssen? Und wer sagt denn, daß die BRD eine ewige Existenz besitzen muß? Die BRD selber. Das muß sie auch. Aber vom Standpunkt eines Dialektikers aus betrachtet, ist sie nur ein Fliegenschiß in der Geschichte.
    Mein Vater sagte, als ich ihn wegen der Zukunft des Sozialismus 1990 befragte: "Ich glaube, daß der Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte ist. Das darf nicht sein." 1990 war Fukuyama gerade groß in Mode. Da fand ich diese Bemerkung eines alten Kommunisten ziemlich erstaunlich.

  13. #138
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    AW: demokratie und andere krater

    Man kann da gerne unterschiedlicher Meinung sein. Ich selbst bin kein Verfechter dieser oder jener Theorie - ich wäge ab und ziehe mir überall das heraus...von dem ich überzeugt bin. Was die Medien angeht...das ist ein sehr allgemeiner Begriff. Ich gehe von den big five aus...die erreichen täglich Millionen von Lesern...während wir hier vielleicht von zehn Menschen, wenn überhaupt, gelesen werden. Und ob die Medien nun von den Mächtigen instrumentalisiert werden...oder in einem vorauseilenden Gehorsam im Sinne der Mächtigen berichten...das ist vom Ergebnis her das gleiche. Der Debattenraum ist, so wie viele Studien das aussagen, sehr eng gesteckt.

    Wer zB am Arbeitsplatz zu erkennen gibt, dass er mit der AfD sympathisiert...der muss Konsequenzen befürchten. Wenn, dann macht man das mit vorgehaltener Hand. Das ist das Werk der Medien, die den Menschen sagen...was man von einem AfD Sympathisanten zu halten hat.

  14. #139
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    AW: demokratie und andere krater

    'Die Medien', schränken wir den Begriff mal ein auf die meistgelesenen und konsumierten Publikationen wie die ÖR Sender und sagen wir mal die top 10 des Journalismus, dann sehen wir in der Tat eine Meinungswüste. Es gibt nur eine veröffentlichte Meinung und die ist grün-rosa, oder nicht farblich konnotiert, ist sie links der Mitte. Wer davon abweicht und Mitte oder Mitte rechts steht, gilt aus Sicht der öffentlichen Meinungshüter als rechts bis rechtsextrem.

    Man vergleiche die CDU/CSU eines Alfred Dregger, Heiner Geisler und F. J. Strauss mit der heutigen Union und sieht sofort, dass die damalige Union näher der AfD als der heutigen Union positioniert war. Der heutige politische und mediale Diskurs ist geprägt von gegenseitiger Ausgrenzung. Hier die Lügenpresse und die Landesverräter, da die Staatsfeinde und Rechtsextremen/Neonazis. Auf Argumente geht man auf beiden Seiten nicht ein. Lohnt sich ja auch nicht, weil der jeweilige Gegner doch ausserhalb der Verfassung steht und ohnehin nur als Feind wahrgenommen wird.

    Man schaue sich nur die Leserkommentarseiten einer selbsternannten Qualitätszeitung wie 'Die Zeit' an. Wer die Blattlinie - grün-rosa mit einem gehörigen Touch talibanistischen Moralhütertums - unterstützt, darf fast alles: Beleidigen, Unterstellungen und Diffamierungen posten, Beschimpfen und Denunzieren. Ist ja für eine gute Sache. Wer sich bloß kritisch, also nicht beleidigend oder diffamierend, zur Blattlinie äussert, wird von der rigiden, ja willkürlich-totalitär waltenden Moderation sofort gelöscht. Auf Grund dieser totalitären Einseitigkeit habe ich meine Registrierung bei diesem Blatt nach einiger Zeit löschen lassen.

    Das Gleiche wie für die 'Zeit' gilt praktisch für alle 'anerkannten', vom Meinungs-TÜV geprüften Q-Medien und den ÖR Sendern. Demokratie sieht anders aus.

  15. #140
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    "Die Medien" haben sich gestern selbst entlarvt!

    Bei M. Lanz war unter anderem Maren Urner, Neurowissenschaftlerin und Kognitionsexpertin, zu Gast. Urner promovierte in London und ist heute Lehrende an der Hochschule in Köln. Man könnte also meinen...die hätte was auf dem Kasten. Hat sie aber nicht - was diese junge Dame da gestern von sich gab...das war einfach nur doof. Sie meinte doch tatsächlich, dass die Medien über solche Verbrechen, wie aktuell in Frankfurt/Stuttgart verübt, nicht mehr berichten sollen, da die Bürger mit solchen Nachrichten nicht umgehen können. Man solle lieber über Straftaten aus Simbabwe berichten. Nochmal nachgefragt...wiederholte sie ihre Aussage. Diese Frau unterrichtet täglich hunderte von Studenten...

  16. #141
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: demokratie und andere krater

    Zitat kath.net (Katholische Nachrichten) 08 Juni 2018, 09:00

    http://www.kath.net/news/64043

    Studie: Journalisten sind grün und links


    Es gibt in den Redaktionen durchschnittlich drei Mal so viele Grüne und Feministen wie im Rest der Bevölkerung. Die Redaktionen sind daher kein Abbild der Bevölkerung


    Basel (kath.net)
    Es gibt in den Redaktionen durchschnittlich drei Mal so viele Grüne und Feministen wie im Rest der Bevölkerung. Dies zeigt eine dänische Studie, die die politischen Einstellungen von Medienschaffenden in 17 entwickelten Ländern untersucht hat. Dies berichtet „Basler Zeitung“. Das Resultat zeigt klar, dass die Redaktionen kein Abbild der Bevölkerung sind. Außerdem sind Journalisten überwiegend politisch links eingestellt und stehen damit auch deutlich im Kontrast zur politischen Einstellung der Bevölkerung. Am seltensten ist in den Redaktionen eine nationalkonservative Haltung zu finden, die allerdings in der Bevölkerung rund sechs Mal häufiger vertreten ist.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Wie gefährlich ist das für eine Demokratie? Ein solches Missverhältnis (Journalismus vs Realität) gab es noch nicht mal zu Zeiten der NSDAP

    Manipulation bleibt Manipulation...ob von links oder von rechts ausgehend

    Eine solche Schieflage potenziert sich...da der eigentlich Konservative irgendwann glaubt er stünde mit seiner Haltung alleine - und da wir Herdentiere sind....

    Wer will es da den Menschen übel nehmen...wenn sie von "Lügenpresse" reden?!?

  17. #142
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: demokratie und andere krater

    Das hat bereits in den 90ern mein Bruder untersucht, damals im Kontext der Rezeption von Botho Strauß in der DDR/Mitteldeutschland. Das ist also nicht neu, was Du hier feststellst. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, daß Journalisten per se eher im linken Spektrum der Gesellschaft anzusiedeln sind, auch in der Kaiserzeit oder in den frühen Jahren der BRD. Journalisten wollen aufdecken, anklagen, dechiffrieren, enthüllen, darstellen...

    Das Problem mit dem Journalismus dieser Tage besteht darin, daß die vierte Gewalt im Staate nun eher weniger Interesse hat, Dinge aufzudecken, es sei denn, sie richten sich gegen rechts oder besonders üble Kapitalisten. Die "linken" Journalisten sind gar keine Linken mehr, sondern Teil dessen geworden, was sie per se in einem kapitalistischen Gemeinwesen zu bekämpfen hätten, sie sind Establishment. Daher verschiebt sich der gesellschaftliche Kompaß gerade. Rechts ist das neue Links. Das aber ist extrem gefährlich für den gesellschaftlichen Fortschritt, denn zu den Rechten gehören auch die Nationalliberalen, die alles andere als patriotisch sind.

  18. #143
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: demokratie und andere krater

    ja eben - durch eine solche (im wahrsten Sinne des Wortes) Medienpolitik mache ich Faschisten überhaupt erst gesellschaftsfähig...indem der "Normalbürger" den Faschisten in vielen Punkten ihrer Anklage quasi zustimmen muss, auch wenn sich sein Fazit von dem des Faschisten deutlich unterscheidet. Die Medien machen diesen Konsens möglich.

  19. #144
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    AW: demokratie und andere krater

    Ich sah neulich die erste Rede Adolfs Hitlers als Kanzler vor dem Reichstag. Da hing ein übergroßer Banner....über den ganzen Saal gespannt.... mit der Aufschrift " Nieder mit dem Marxismus"..Das bestätigt mich nochmal in meiner Meinung, dass ohne einen drohenden Marxismus ein Hitler gar nicht möglich gewesen wäre. Die Menschen sahen im Nationalismus den einzigen Ausweg dem Marxismus zu entkommen. Und da sehe ich die Parallele zur heutigen Situation. Zugewinne gibt es seit Jahren nur links (Grüne) und rechts (AfD). Es ist kein Marxismus, sondern "nur" der Sozialismus, der uns droht...aber das reicht aus um die Nationalen auf den Plan zu rufen. Es braucht also dringend (wieder) eine Politik der Mitte...will man dieser Zuspitzung entkommen. Eine Politik der Mitte heißt für mich, dass man beiden Seiten gleichermaßen Zugeständnisse macht. Dazu wäre mE nur eine CDU ohne Merkel in der Lage - zB mit einem Merz an der Spitze. Es passiert aber genau das Gegenteil...Merkel bleibt und es werden darüber hinaus Linksbündnisse geschlossen. Da mögen sich die Bündnispartner für den Moment zwar freuen können...aber mittelfristig gesehen wird das die Lage nur verschlimmern. Den Wütenden wird zwar immer wieder aufs Brot geschmiert...dass es ihnen wirtschaftlich doch ganz gut geht...was diese auch gar nicht verneinen...dabei wird aber übersehen, dass es hier auch ums Prinzip geht. Manche Dinge will man einfach nicht, egal wie wenig sie einem persönlich schaden. Und in dem Ruf "Merkel muss weg", steckt das alles mit drin.

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