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Thema: Winterwiegenlied

  1. #1
    Chandell
    Status: ungeklärt

    Post Winterwiegenlied

    Winterwiegenlied


    Ich sterbe täglich zwei Tode:
    Einen, den ich mir antue
    Und einen, den Du mich sterben lässt.


    Der Wind bläst durch leere Worte,
    welkes Laub deckt mich zu.
    Starre kriecht in mich -
    unter mir Stein.


    Adonis ist weit
    und Drachen sind gepanzert.
    Es ist Winter.
    Ich sehne den Frühling herbei,
    aber der ist in China.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Winterwiegenlied

    Drachen sind freundliche Engel, ihr Panzer nur Schutz für ein sanftes Gemüt. uis und ich sind Experten. Und die Flugzeit eines ordentlichen Drachens, der bei guter Kondition - Strecke Shanghai-Deutschland Mitte mit Zwischenstopp in Singapur -, beträgt gerade mal achtzehn Stunden.


    Der Frühling ist nahe. Schneerosen sind in letzter Blüte, doch die Krokusse zeigen schon vorsichtig Farbe.

  3. #3
    Chandell
    Status: ungeklärt

    AW: Winterwiegenlied

    Hört sich ein ziemlich nach Verarschung an. macht aber nichts. ich amüsiere mich. Wollte nur mal sehen, wie Ihr auf Romantik reagiert. Vielelicht fällt mir demnächst was Bodenständigeres ein. Fliege demnächst nach Afrika. Gibt's dort Drachen?

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Winterwiegenlied

    Liebe Chandell,
    warum hat noch niemand über den Titel nachgedacht, Du auch nicht? Das Wort "Wiege" assoziiere ich nicht mit Tod zunächst, eher mit dem Gegenteil, und das ist die Kernaussage des Gedichts dann. Verschlungene Pfade gehst Du hier, wenn Du den Winter als Wiege doch noch für den Frühling bezeichnest. Beim Blick aus meinem Fenster bestätigt sich das auch. Unter der Schneedecke muss es schon verdammt warm sein, sodass im März der Bärlauch hier in den Wäldern wie verrückt sprießen kann. Die zweite Strophe erscheint belanglos und steht in keinem Zusammenhang mit der ersten wohl. Ich kann sie so nicht deuten. Nur Frostiges kommt mir dabei in den Sinn. Mit der dritten Strophe hält die biographische Perspektive wieder Einzug in den Inhalt des Gedichts, denn Du fliegst nach Afrika, sagst Du, also dem Frühling, der laut letzter Zeile in China ist, entgegen. Auch dem Adonis entgegen? Du wirst es wissen. Komische Welt, denn hier kommt man unwillkürlich wieder auf den Titel des Gedichts zurück. Frühling bedeutet Leben und Wachstum, womit ich wieder bei "Wiege" bin. Aber eine Zeile wie "Es ist Winter" hättest Du Dir sparen können, die ist zu beschreibend, sag es mit Blumen, von mir aus auch mit Eisblumen.

    Nun zu den Drachen:

    Ja, sie gibt es überall auf der Welt, immer noch, und das all den Halbstarken zum Trotz, die früher mit Schild und Schwert auszogen, an ihnen ihre Manneskraft zu beweisen. Aber dafür waren die Drachen ja da, nur, das bleibt ihr Geheimnis. Spätestens seit J.K. Rowling wissen wir, dass kleine Drachen auf Internate nach Transsylvanien geschickt werden, aber es gibt noch an andren Orten der Welt berühmte Drachenschulen, wo kleine Drächlein das Fliegen erlernen und das Spucken von Feuer in richtigen Dosierungen. In Afrika - lass mich nachdenken - in Afrika kenne ich eine Gegend um den Kilimandscharo, nahe dem Regenwald dort? zwischen den beiden Nebenkratern - ja - da liegt noch so eine Schule, eine Flugschule, um genau zu sein. Manchmal, bei sternklarer Nacht sieht man am Himmel schwarze Schwingen? und ab und zu einen kleinen Feuerstoß das sind die Drächlein dort in Afrika, die das Fliegen lernen.
    Also sei guten Mutes, wenn Du nach Afrika gehst, auch dort wirst Du Drachen finden. Und sei lieb zu ihnen, wenn Du sie siehst, sie tun Dir nichts.

    herzlichst uis

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