486 v.Chr. starb Dareios. Sein viertältester Sohn Xerxes machte das Rennen um die Nachfolge. Ägypten empörte sich gegen die Perser, auch in Babylon gärte es. Xerxes erledigte das und erinnerte sich der Griechen. Diesmal sollten sie geschlagen werden. Viele Historiker behaupten, daß er dies mit großer Übermacht erreichen wollte. Aber mehr als 15000 Mann werden es schon aus logistischen Gründen nicht gewesen sein, dazu Troß und Flotte, die gegen eine leichte griechische Übermacht antraten. [1]
„Der Heldentod der dreihundert Spartaner des Leonidas, die sich, treu wie das Gesetz es befahl, im Engpaß der Thermopylen 480 v.Chr. bis auf den letzten Mann niederhauen ließen, bot der schöpferischen Phantasie und patriotischen Propaganda willkommenen Stoff für romantische Verklärung und theatralische Inszenierung. Napoleon als erfahrener Feldherr hat die zwecklose Aufopferung dieses verlorenen Haufens richtig eingeschätzt, wenn er verächtlich von den trois cents tetes carrees (300 Starrköpfe) sprach, die mit eigensinniger Verbissenheit eine Stellung verteidigten, die der Feind mühelos umgehen konnte, statt diese rechtzeitig zu räumen, um die Athener zu verstärken und dem Feind den Durchbruch zur Hauptstadt zu verwehren.
Herodots Schilderung der Schlacht von Thermopylai kann mit ihrer engen Szenerie – im Westen das Gebirge als Kulisse, im Osten Sumpf und Meer – einem geschickten Bühnenbildner als wirkungsvolle Staffage für Theater und Film dienen. […] Die hartnäckige Verteidigung des Thermopylenpasses war ein unnötiges Bravourstück, weiter nichts als dankbares Motiv für die Historienmalerei und für Schullesebücher, denn in unmittelbarer Nähe der Thermopylen führt jener Fußpfad über das Gebirge, auf welchem die Perser nach Herodot 480, die Gallier 278, die Römer 191 v.Chr. die Verteidiger des Passes umgingen.
Im übrigen waren nicht nur 300 Spartaner und 700 Thespier nebst 400 Thebanern, sondern weil jeden Spartaner sieben Heloten begleiteten, noch 2 100 Heloten in diesem Gefecht dabei.“ (Herslet, S. 58.)
Xerxes bereitete seinen Angriff sehr sorgfältig vor. Er plante einen Fußmarsch an der Küste entlang, geschützt von der neugebauten Flotte. Über den Hellespont ließ er eine Brücke bauen, imgleichen über den Fluß Strymon, das Athosgebirge ließ er durchtunneln. Das dauerte drei Jahre und brachte vielen Nordgriechen eine gutbezahlte Arbeit für persische Königsdukaten. Man stelle sich die Versorgungsschwierigkeiten vor, hätte Xerxes eine Truppe von 100000 oder mehr Soldaten plus Troß (200% dazu) versorgen müssen! Das sind die Zahlen, von denen zahlreiche Historiker ausgehen; allerdings entsprechen sie nicht den tatsächlichen historischen Gegebenheiten. Darios ließ bauen und arbeitete derweil auf der diplomatischen Ebene, d.h., er suchte nach griechischen Verbündeten. Um diese zu gewinnen schickte er an etliche Poleis Gesandte und forderte sie auf, sich ihm zu unterwerfen. Athen und Sparta ließ er aus.
Die Griechen stritten währenddessen darüber, was sie dieser Bedrohung entgegnen könnten. Viele griechische Poleis liebäugelten mit der persischen Herrschaft, denn die versprach ihnen wenigstens Sicherheit vor athenischem Imperialismus. Um so erstaunlicher ist es, daß man im Winter 481/80 v.Chr. am Poseidontempel von Korinth einen panhellenischen Kongreß zustande brachte, der eine Landfriedensregeln verabschiedete, Verbannte in ihre Heimatstädte zurückließ und einen panhellenischen Kampfbund begründete, den Sparta anführen sollte. Nur Argos und Kreta hielten sich fern; die einen aus Haß gegen Sparta, die anderen aus Angst vor Persien.
Die Griechen bezogen am Olymp Stellung und ließen ihre Flotte vor Athen, stellten aber schnell fest, daß diese Aufstellung der eigenen Kräfte keinen Vorteil gegenüber den Persern bot. Man mußte eine Örtlichkeit finden, in der sich die individuelle Überlegenheit der spartanischen Kriegskunst wirkungsvoll entfalten konnte. In Korinth tagte der Kriegsrat und beschloß, die schmale, nur etwa 90 Kilometer breite Linie vom Ambrakischen zum Malischen Golf zu verteidigen und an ihrem Ostende die erste Schlacht zu wagen. Man gab also Nordgriechenland preis, was Xerxes gerne annahm und damit Nachschublinien sicherte.
„Da hielten die Griechen Rat, und ihre Meinungen gingen auseinander. Die einen wollten den Platz nicht aufgeben, die anderen aber widersprachen. Danach trennten sie sich; die einen zogen ab und zerstreuten sich in ihre Heimatstädte, die anderen aber, mit Leonidas waren bereit, an Ort und Stelle zu bleiben. Erzählt wird auch, Leonidas selbst habe sie aus Sorge um ihre Rettung weggeschickt; ihm selbst und den anwesenden Spartiaten zieme es nicht, den Platz zu verlassen, zu dessen Verteidigung sie eigentlich abgesandt seien. Hier bin auch ich durchaus der Meinung, daß Leonidas den Bundesgenossen den Befehl zum Rückzug gegeben hat, als er merkte, wie lustlos sie waren und keineswegs guten Willen zeigten, mit ihnen zusammen ihr Leben zu wagen, daß es für ihn selbst aber nicht anständig gewesen wäre abzuziehen.“ (Herodot VII,219)
Die Athener bauten im Norden Euböas bei einem am Meer liegenden Artemistempel einen Riegel aus ca. 127 Trieren, auf denen 25400 Soldaten des Bürgerheeres auf die Schlacht warteten. Zu diesem Zeitpunkt vollendete sich die attische Demokratie, denn zum Ruderdienst mußten alle Theten (die vierte Steuerklasse) herangezogen werden, die bis dahin lediglich Hilfsdienste leisteten. Sogar taugliche Sklaven wurden verpflichtet. Die Spartaner kamen mit 300 älteren Kriegern und ihrem König Leonidas, einem eher griesgrämigen Mann von 50 Jahren, der es immerhin verstand, unterwegs noch knapp 7000 Freiwillige zu rekrutieren. Er setzte sich an eine Straßenenge zwischen Gebirge und Meer, die die Griechen Thermopylen nennen, und wartete auf die Perser, um ihnen den Durchgang zu verwehren. Leonidas war weder kriegserfahren noch materiell oder stimmungsmäßig dem Feind überlegen, aber er hatte die beste Stelle ausgesucht, die er finden konnte. Es gab einen Saumpfad, über den die Perser hätten ausweichen können, doch dieser war zu eng für eine Schlacht; also überließ Leonidas den Phokäern die Bewachung dieses Pfades.
Xerxes tat alles Richtige in der Vorbereitung, um dann in den entscheidenden Situationen das Falsche zu tun. Er ließ die Griechen die strategischen Punkte besetzen und trabte in Tagesmärschen von 20 bis zu 30 Kilometern betulich nach Süden. Seine Flotte ließ er mit elftägigem Abstand nachkommen, statt sie an seinen Flanken aufzustellen und gegebenenfalls Spähtrupps voranzuschicken. Die Flotte geriet in einen Sturm, der sie arg ramponierte. Eine Nachhut von fünfzehn Schiffen konnte von den Griechen zerstört werden. Gegen diese Hiobsbotschaften stand nur eine positive für die Perser: Ein Grieche namens Ephialtes zeigte dem Großkönig einen Weg, um in den Rücken der Griechen zu kommen. Er kannte einen Gebirgspfad zur Umgehung des Saumpfades, den die Phokäer bewachten. Xerxes bestimmte seine besten Kämpfer, v.a. Bogenschützen, die in der Nacht, von Ephialtes geführt, den von den Phokäern bewachten Gebirgspfad entlangschlichen. Das Vorhaben gelang.
Und dann kamen die Perser. Leonidas hielt mit seinen 300 Spartiaten und 7000 Freiwilligen aus Thespiä die Stellung. 48 Stunden lang wurde gekämpft, dann waren Leonidas und seine Leute besiegt, rissen aber etliche Tausend Perser mit in den Tod und schafften vor allem eins: Zeit. Mittelgriechenland gewann 48 Stunden zur Evakuierung und Formierung von Verteidigungslinien. Beinahe zeitgleich kam es bis dahin zur größten Seeschlacht der Weltgeschichte am Kap Artemision. Die Griechen hatten schwere Verluste, als sie am Abend in ihren Stützpunkt Artemision zurückkehrten. Dort hörten sie vom Tode des Leonidas und dem Verlust des Sperriegels zwischen Nord- und Mittelgriechenlands. Sie taten das einzig Richtige: sie zogen sich nach Süden zurück. Xerxes genoß seinen Sieg und gönnte sich einen Tag Zeit, die eigenen Toten zu bestatten. Aber er hatte das große Problem, keinen Hafen anlaufen zu können, um seine lädierten Schiffe auszubessern. Die Griechen der umliegenden Städte flohen. Die Alten der Athener gingen schweren Herzens nach Salamis, die Kinder und Frauen nach Trözen in die Peloponnes [2], wer kämpfen konnte, nahm eine Waffe zur Hand. Über 200000 Flüchtlinge. Xerxes marschierte auf sein Ziel, Athen, zu. Der Areopag ließ Geld unter den Flüchtigen verteilen und ordnete den Rückzug mit Hilfe der autoritativen Kraft seiner Mitglieder. Themistokles war der Oberkoordinator. Man hielt Kriegsrat und beorderte die Flotte nach Salamis, dort Deckung zu suchen. Auf etwa dieser Höhe ließ Themistokles eine Verteidigungslinie errichten.Xerxes erreichte das menschenleere Athen. Ein Mann verteidigte die Akropolis! Die Perser ließen ihrem Haß freien Lauf und verwüsteten Attika. Kein Feind. Xerxes erkannte, daß seine Lage schwieriger geworden war. Die Griechen hatten ihre Kräfte gebündelt und erwarteten ihn zur entscheidenden Schlacht in befestigten Stellungen. Er konnte auch nicht hinter die Linien kommen, dazu hätte er erst die griechische Flotte aus dem Weg räumen müssen. Ein direkter Schlag war riskant, da die Griechen die Gewässer besser kannten. Aber der psychologische Vorteil war auf seiner Seite, denn bis dahin hatte er jedes Gefecht gewonnen und die Griechen hatten ihre wichtigsten Orte bereits verloren, standen jetzt mit dem Rücken zur Wand. Er stand kurz vor dem endgültigen Sieg, sofern es ihm gelänge, die griechische Flotte zu vertreiben. Er versuchte also, die griechische Flotte zu umfahren und griff zeitgleich mit seinem Landheer am Isthmos an. Aber die Griechen ließen sich nicht aus dem engen Golf von Salamis locken, zumal sie zu dieser Zeit sicherlich nicht die besseren Seeleute waren, standen ihnen doch vor allem phönizische und kleinasiatische Trieren [3] gegenüber, die mit Berufskämpfern bestückt waren und dem athenischen Bürgerheer an Kampftechnik und Manövriertechnik überlegen gewesen sein dürften. triere.JPGDafür hatten die Griechen mehr Schiffe und waren in den Gewässern heimisch. Außerdem eilte zu den Griechen eine Verstärkung von 60 Trieren aus Kerkyra. Xerxes machte jetzt den entscheidenden Fehler, gegen den die anderen im nachhinein verblassen müssen, er verlor die Geduld und griff die Griechen in ihren befestigten Stellungen zu Wasser und zu Lande an. Die Griechen ließen die Angriffe der Perser verpuffen und lockten sie in seichte Gewässer, in denen die Manövriertechnik der Perser nicht zum Tragen kam. Und nach zwölf Stunden Kampf siegten die Griechen, die jetzt die strategische Offensive gewannen und ihrerseits Stoßtrupps aussandten, vorgelagerte und besetzte Insel von Persern zu säubern. [4] Themistokles wollte mit Hilfe der Flotte die Ionier zum Aufstand bewegen, damit das persische Landheer zurückeilen mußte, womit Athen ohne Schlacht die Perser losgewesen wäre, doch fand er bei den Athenern keine Mehrheit, die Angst um ihr Hab und Gut hatten, wenn die Flotte das griechische Mutterland verließe. Sie wählten Themistokles ab und dessen Intimfeind Xanthippos zum Nachfolger.

Ergebnis von Salamis
: Die Griechen verloren 40 Schiffe, die Perser mehr als 100. Xerxes hatte die Offensivkraft eingebüßt, sein Heer drohte auseinanderzufallen, allen voran die Phöniker, die als erste Reißaus nahmen. Xerxes dachte in seiner westlichsten Gebietshauptstadt Sardis über einen neuen Plan zur Erringung Griechenlands nach. Die Griechen hatten zwar eine Schlacht gewonnen, aber den Krieg wollte er, der Großkönig, gewinnen. Er berief Mardonios zum Marschall und instruierte den, die Entscheidung in einer Schlacht auf weitläufigem Feld zu suchen. Die persische Reiterei würde den Ausschlag geben. Außerdem könnten die Bogenschützen, das weite Feld vor sich, größere Wirkung erzielen. Mardonios verstand und lockte die Griechen nach Norden, in die Nähe Thebens nach Platäa am Isthmos, wo er gute Bedingungen vorzufinden glaubte, doch noch einen persischen Sieg zu erfechten.
Die Spartaner zogen, den Peloponnes widerstrebend verlassend, unter ihrem König Pausanias nach Theben. Die Athener fuhren derweil mit einem Dritteil ihrer Kampfeskraft ins kleinasiatische Ionien, um die Ionier zum Aufstand zu bewegen. Unterwegs schlossen sich etliche Tausend aus 21 Städten Griechenlands an. Als die Griechen auf die Vorposten ihres Feindes trafen, bot sich ihnen folgendes Bild:
Mardonios hatte seine Truppen so aufgestellt, daß sie das Kithäron-Gebirge im Rücken hatten, eine Ebene vor sich. Als die Griechen diese Heeresmacht von weitem sahen, machten sie Halt und schworen einen Eid zu gegenseitigem Schutz und Trutz, auch wollten sie im Falle eines Sieges keine Vergeltung gegen die Griechen üben, die jetzt auf Mardonios' Seite standen. Pausanias zögerte. Die Griechen wurden ungeduldig. Pausanias holte einen Seher und befragte ihn. Der Seher sagte, daß derjenige die Schlacht verlieren würde, der als erster den Asopus, ein kleines Flüßchen am Fuße des Gebirges, überschreiten würde. Der Mann sollte rechtbehalten.
Mardonios schickte eine Eskadron los, um die Griechen am Aufbau einer Verteidigungsstellung zu hindern. Sie wurden zurückgeschlagen, wobei der beste Kavalleriekommandant der Perser fiel. Die Griechen verschoben ihre Heeresmacht nach Westen, in die Nähe Platäas, wo sie eine bessere Wasserversorgung hatten, denn sie richteten sich auf ein längeres Gefecht ein. Und nun wartete man. Die Griechen erhielten täglich Zuzug von neuen Kräften, Mardonios hingegen sah seine Übermacht schwinden. Die Versorgungsfrage wurde entscheidend. Er plante jetzt den Angriff, doch wurde der verraten. Der Makedonenkönig, den Xerxes in die eigenen Reihen gezwungen hatte, ließ den Griechen den Plan verraten. Dennoch gelang es Mardonios, die Griechen von ihrer Wasserversorgung abzuschneiden. Pausanias mußte zurückweichen. Aber nicht alle Spartiaten wollten weichen. Zu sehr klang ihnen der Heldentod des Leonidas in den Ohren. Pausanias wurde zum Angriff genötigt, aber mit Hilfe eines Sehers überzeugte er seine abergläubischen Spartiaten. Der Seher verkündete nämlich Ungemach für den Fall eines vorzeitigen Angriffs. Manche behaupteten im Heer, daß der spartanische Heerführer feige sei und erst eine numerische Überlegenheit erzeugen wollte, bevor er loszuschlagen gedachte.
Mardonios sah seine Chance und griff an. Es war der 14. Tag, an dem sich beide Heere gegenüberstanden. Es trafen die Eliten beider Heere aufeinander, Mardonios focht mit den tausend Besten gegen die spartanische Elite, Mann gegen Mann. Die Spartiaten mit ihren schwereren Waffen hielten stand und erfochten einen glänzenden Sieg. Mardonios fand den Tod. Das persische Heer löste sich in Flucht auf. Nun wurden sie von den Griechen verfolgt und aus Europa vertrieben und konnten nur ein paar kleinere Stützpunkte in der Ägäis und an den Meerengen behaupten, aber Thrakien wurde frei, Kleinasien wurde freI. Griechenland blieb frei, Europa blieb es. Weltgeschichte.

Ergebnis von Platäa
: Es fielen ca. 1360 von den 100000 miteinander kämpfenden Griechen und Persern, davon 91 Spartiaten und 52 Athener, die aber nicht im Kern der Auseinandersetzung standen. Nachdem die Spartiaten den Kern des persischen Heeres besiegt hatten, fiel dieses auseinander. Damit wurde bewiesen, daß nicht Massen die Geschichte entscheiden, sondern geniale oder zumindest begabte einzelne Führer oder eine Führerschicht wie die kämpfenden Spartiaten, etwa fünftausend, die ausreichten, um das Weltreich der Perser zu besiegen.
Die Bestattungsfeiern dauerten zehn Tage. Danach zog man nach Theben, um es für seine perserfreundliche Politik zu bestrafen. Pausanias belagerte die Stadt, die lieferte die Perserfreunde aus, die Pausanias hinrichten ließ.
Die Perser mußten Griechenland verlassen. Es zeigte sich die Überlegenheit eines auf freiem Grund stehenden Bürgerheeres gegenüber einer zusammengewürfelten Truppe von Legionären und Söldnern. Es zeigte sich fürderhin die Überlegenheit der Griechen in puncto Gewitztheit, taktischer Finesse und einer Feinheit, die vor Mitteln der scheinbaren Feigheit und Verschlagenheit nicht Halt macht, um das Ziel zu erreichen. Die Frage darf gestellt sein: Kommt man mit diesen Mitteln immer durch?


Aufgaben:


  1. Nenne die Probleme der Griechen unmittelbar vor dem persischen Angriff! (I)
  2. Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen der Perfektionierung der attischen Demokratie und dem Angriff der Perser? (II)
  3. Arbeite zu der These: „Der Widerstand der Griechen gegen die Perser war ein prinzipieller und richtete sich gegen die Herrschaftsausübung des Ostens, nicht aber gegen die Perser selbst.“ (III)
  4. Erkläre die symbolische Bedeutung des einen Mannes, der die Akropolis verteidigte! (II)
  5. Diskutiere, ob der Sieg der Griechen Zufall oder Leistung war! (III)
  6. Fasse die Ereignisse um Marathon und Salamis in einer Übersicht zusammen! (I)



[1] Hans Delbrück: Weltgeschichte. Band I. S. 214. Berlin 1924.

[2] Themistokles mußte sich dazu eines Tricks bedienen, denn die Athener wollten ihre Stadt ursprünglich nicht verlassen. Er nannte als ein Argument, daß der Opferkuchen, den die städtische heilige Schlange monatlich auf der Akropolis erhielt, ungegessen blieb. Sie hatte also die Stätte verlassen. Und das leuchtete den Athenern ein, also ließen sie sich überzeugen, Athen zu verlassen.

[3] Eine Triere wurde von ca. 150 Ruderern, die in drei Etagen saßen (von oben nach unten: Thranit, Zygit und Thalamit), bewegt. Dazu kamen 20 Matrosen, 14 Hopliten und sechs Bogenschützen. Eine attische Triere schaffte ca. 7 Kilometer pro Stunde, 50 Kilometer am Tag, bei günstigem Wind mehr. Zog Sturm auf, konnte das Sturmdeck geschlossen werden. Sie kostete etwa 2000 Drachmen, also nach heutigem Geld 8000 € (auf Silbermaß), 140000 € (auf Ölmaß).

[4] Die Schlacht bei Salamis: Es war nämlich anläßlich der Tatsache, daß die letzten Bataillone der hinteren Reihen des Xerxes schon Richtung Böotien verschwunden waren und seine gesamte Flotte das Gebiet bereits verlassen hatte, daß die Griechen für sich die zu verbreitende Meinung faßten, die die Poesie dann glücklich ins Werk setzte: Über sich und was sie gerade getan hätten und was sie darüber sagen könnten. Es hätte nämlich gerade noch gefehlt, daß ihre Verbündeten die Wahrheit erfahren hätten, die so aussah, daß die feindliche Flotte gerade nicht bei Phalos festgesetzt worden war und die Griechen nur aus diesem Grund gewagt hatten, sich überhaupt in Bewegung zu setzen. Ja, sie wagten sich geradezu selbstmörderisch aus der Bucht von Salamis hinaus und trauten sich bis auf die Höhe von Andros. Und das nannten sie dann später die Verfolgungsjagd auf die Perser!! Tatsächlich aber hüteten sie sich davor, auch nur den Versuch zu machen, sie einzuholen und kehrten um; jeder einzelne fuhr in seine Heimat zurück. – Griechische Geschichte ist die ausgetüfteltste Erzählung des Kunstfertigsten aller Völker. (Gobineau: Geschichte der Perser, Band II, s. 205.)


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