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Thema: Lyrische Blähung

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Lyrische Blähung

    Ich hab mir folgende Anmerkungen von Mr. Jones durch den Kopf gehen lassen:

    Wenn ich mal Benn bemühen darf, auch wenn es schon 50 Jahre her ist:
    1. Ein Gedicht ensteht nicht, es wird gemacht (ein Gedicht ensteht nicht durch die melancholische Stimmung beim Betrachten einer Heidelandschaft).
    2. Ein Gedicht ist selbstreflexiv (Kunst ist auch das Hervorbringen von Kunst, nicht nur das Ergebnis)
    3. Es braucht Artistik (eine Tranzendenz der schöpferischen Lust)
    4 Obsolet sind:
    a) Der unbelebten Natur angedichtete Stimmungen
    b) Wie-Gedichte (Tja decariot...)
    c) Farbbeschreibungen (Farben sind reine Wortklischees, die besser beim Optiker oder Augenarzt ihr Unterkommen finden)
    d) Der seraphische Ton (ein Gedicht befasst sich mit Wirklichkeiten und nicht mit schwärmerischen Sentimentalitäten).
    Und als ich so ekstatisch auf der Keramik hockte, da kamen mir Roberts Worte in den Sinn:
    Ich möchte hier anführen, daß viele Autoren (siehe Hannemann) nicht wissen, was sie eigentlich schreiben. Es fließt aus ihnen heraus. Der bewußte Schreibakt ist bei vielen gegeben, doch die besten Autoren sind diejenigen, die in einem Ekstase-Zustand niederlegen, was sie empfingen.
    Nun ... mir Mr. Jones Worte bewusst machend und Roberts Ekstase spürend saß ich also da und liess also zweimal in kürzester Zeit alles fliessen. Nein, ich hab wirklich mal versucht, Mr. Jones Merkmalen eines Gedichtes zu folgen, auch wenn ich weder Lyriker, noch Artist oder Künstler bin.

    Des Exhaustors
    letzer Hauch
    war gänzlich warme Luft.

    Vom Maulgefecht
    blasiert der Leib
    der Gärung sich erwehrt.

    Er kann nicht halten,
    was schon lange quält.
    Der Darm den Furz entlässt.

  2. #2
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    AW: Lyrische Blähung

    Ich habe diesen Beitrag gerne gelesen und dabei am Ende sehr geschmunzelt. Obwohl: Das Wort "Furz" ist eindeutig gedichttauglich, ich bin sicher, dass der andere Robert, Eingeweihte wissen, wen ich meine, nicht wahr Harry, nein, nicht der Harry mit dem Wagen,...dass also der andere Robert sicherlich dieses Wort schon mal "ver-dichtet" hat.

    herzlichst uis

  3. #3
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    Post AW: Lyrische Blähung

    Der flatus incarceratus cerebralis maximus ist der verdichtete Furz im Gehirn eines jeden Dichters . (Das ist ein Punkt.)


    In Gedichtform...


    Flaaaaaaaaaaaatuss
    in
    carceratussssssssssss
    cer
    e
    braaaalisz
    Maxxxxxxxx
    i
    mus


    (Man beachte die Ausschläge auf der Diodenanzeige.)

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    Post AW: Lyrische Blähung

    Und das ist jetzt Kunst? Entschuldige, wenn ich mich nun am Kopf kratze und ungläubig dahinstarre.
    Also Hannemann, was meinst Du denn zu alledem?
    Du ziehst sicher nen Hühnerfurz der lyrischen Blähung vor, was?

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Lyrische Blähung

    Nur die Flatulenz allein ist noch keine Kunst, vielmehr ist es eine, warme Luft als solche zu verkaufen.

  6. #6
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    AW: Lyrische Blähung

    Was soll ich dazu schon sagen?!


    Wenn jemand arschlings was entfährt,
    ist's allemal nen Asbach wert.


    Und verspotte mir die Hühner nicht, die gerade aus Holland bedroht mit hustendem Tod. Ich, der Hühner auch körperlich liebt - vom Einklang der Seelen ganz zu schweigen - singe, Verteidiger der Unschuldigen, auch weiterhin das hohe Lied des Huhn.


    DENN DIE BESTIMMUNG DES HUHN IST, ES ZU TUN!


    Magst Du das vielleicht auch von Dir behaupten?

  7. #7
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Lyrische Blähung

    gedichte haben eine form, das unterscheidet sie von prosa. eine mir gefällige form ist das rubai, eine von omar kajjam benutzte sinngedichtform aus vier versen, wobei sich die verse eins, zwei und vier reimen, drei gelegentlich auch, muß aber nicht. wichtig ist das antithetische moment im letzten vers. eine hebungszahl ist nicht vorgegeben.

    versuchen wir es!

    der misanthrop die menschen flieht
    da er nur flegelei und elend sieht.
    enttäuschung folgt der hoffnung immer.-
    schenk ein, mein freund! ich habe mich bemüht.

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