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Thema: Tag für Tag

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Tag für Tag

    die macht
    der schatten
    wirft ihre längen
    abseits des tages
    in die vergessenheit
    zuversichtlicher zeiten.
    hoffnungsvolle sünden
    zwängen sich
    zwischen edelmut
    ans licht
    und treiben süßes unwesen.
    doch niemand vergisst
    den beichtstuhl.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Tag für Tag

    So, lieber decariot, jetzt könnte ich ja wieder sagen, dass es sentenzenhaft formulierter Aphorismus ist. Sag ich aber nicht unbedingt. Weißt, wie Du so einen Eindruck vermeiden kannst? Musst bekennen, musst ein Ich hineinbringen, einen Sprecher mit Standpunkt zum Beichtstuhl beispielsweise. Oder ein Ich, das sündigt oder weiß der Geier was, aber ein Ich muss hier rein, basta.


    herzlichst uis

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Tag für Tag

    Worauf hoffen die Sünden?
    Ernsthaft! Auf Er-Lösung? Auf Sanktionierung?
    An dieser Stelle blieb ich ratlos fragend zweimal stehen.
    Ansonsten gefällt es mir...

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Tag für Tag

    Ein Pro (Macht der Schatten), ein tätiges Contra (hoffnungsvolle Sünden), vermittelt durch eine zur Macht gekommene Nebensächlichkeit (der Beichtstuhl): so läßt sich ein Aphorismus schon aufbauen, besser noch ein Distichon. Doch hier wird nichts gescholten, vielmehr bleibt das Urteil beim Leser selber, der dann doch nichts anderes tun kann, als mit dem Kopf zu schütteln, nicht, weil er es nicht so sehen kann, sondern weil ihm nichts Neues mitgeteilt wird. Der Text bleibt abstrakt und das trotz seiner scheinbar poetischen Verdichtung und Konkretisierung. Uis hat daher schon ganz recht, wenn er das Fehlen eines Handlungsträgers moniert. Dieser könnte hier Leben in die Bude bringen. So aber ist's ein Menetekel.

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