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Thema: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

  1. #51
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Nüchtern betrachtet war Marx ein Versager. Er wollte die ganze Welt gerecht ernähren und schaffte das noch nicht einmal bei seiner eigenen Familie. Mit den zentralen Aussagen seiner Schriften lag er total daneben.

    Wenn ich bei tausenden von aufgestellten Theorien auch mal richtig liege, dann sind das Zufallstreffer. Solche Treffer hätte jeder von uns gelandet. Marx steckte jede Minute in seine Arbeit - gemessen an dem hohen Aufwand waren die Ergebnisse nur heisse Luft. Nur weil sich einer über Gott und die Welt Gedanken macht...ist er noch lange kein Philosoph. Er wurde ja gerade wegen seines Scheiterns überhaupt erst berühmt.
     
    Sein zentraler Gedankenfehler war der, dass Marx die kommunistische Gesellschaft als Einheit ohne negative menschliche Eigenschaften betrachtete. Für ihn war die kG eine per se friedliche Gesellschaft, die weder Eile, Gier, Ehrgeiz, Neid...oder irgend welche bösen Absichten kannte. Marx war ein weltfremder Mensch, dem man heute vermutlich eine Zwangsjacke anlegen würde. Wir Deutsche neigen dazu gerade unsere Vollpfosten zu glorifizieren (Marx, Luther, Wagner), wo wir doch eigentlich auf hunderte von echten Idolen zurückgreifen könnten.
     
    Zur Entschuldigung von Marx sei gesagt, dass er ein verdammt miserabler Autor war...seine Gedanken kaum in verständliche Worte fassen konnte. Wer behauptet er hätte "Das Kapital" von A-Z verstanden...der ist entweder ein Genie...oder er lügt. Marx hat wohl Berühmtheit erlangt, aber die Hintergründe sind doch eher traurig. Berühmt wurde er nur...weil seine idiotischen Theorien von Idioten umgesetzt wurden.


    ...
    Mal langsam mit den scheuen Pferden, AD!
    Die kommunistische Gesellschaft war keine seiner Ideen. Das findet sich letztlich schon in der Idee eines Goldenen Zeitalters, in der catena aurea Homeri, wobei Homer selber auf uralte Vorstellungen zurückgreift. Anhänger einer Deszendenztheorie war Marx allerdings nicht. Auch hat er keineswegs geglaubt, sondern war ein Verfechter materialistischer Weltentwicklung, nahm also an, daß die Entwicklung der Weltgeschichte gar nicht anders verlaufen könne, als daß sich über die Diktatur des Proletariats schließlich alle Menschen in einer kommunistischen Gesellschaft würden frei entwickeln können - gemäß ihren Bedürfnissen. Doch diese Gesellschaft würde es erst geben, wenn die Menschen das Bewußtsein dazu besäßen. Und dieses Bewußtsein wollte Marx über die Dauer einer Diktatur des Proletariats allmählich heranreifen lassen. Als Materialist nahm er an, daß das Sein das Bewußtsein präge. Er machte es sich nicht so einfach, wie Du das hier darstellst.
    Marx' Denkfehler lag nicht darin, sondern in etwas Substantiellerem: seine Wertschöpfungstheorie basiert auf einer Fehlannahme. Marx setzte die Arbeit als Substanz, genauer als "wertbildende Substanz". Arbeit ist also KEINE Tätigkeit zur Schöpfung von Wert resp. ein Mittel, um Bedürfnisse zu befriedigen, sondern selber zur Substanz geworden. Diese Substanz schafft nach Marx das Kapital, welches, anders ausgedrückt, objektiv "geronnene Arbeit" konkretisiert, die sich der Kapitalist subjektiv aneignet.
    Marx folgt hier, das sei zu seiner Verteidigung gesagt, seinem Lehrmeister Hegel, der das Sein aus dem Denken evozierte, mithin kann so aus einem Nichts doch tatsächlich etwas werden. Wie hübsch! Ironischerweise wird Marx somit selber zu einem Idealisten. Aber diesen Witz versteht keiner.

    Das klingt itzt hoffentlich nicht zu theoretisch. Vielleicht wird's klarer, was ich meine, durch folgende Überlegung: Wenn man 1850 einen Hektar bestellte, so waren dafür etliche Leute notwendig. Der Ertrag ihrer Arbeit war gering. Heute bestellt das in der gleichen Zeit einer, der Ertrag ist viel höher, entsprechend sinkt der Kornpreis. Anders ausgedrückt: die Arbeit, die man 1850 für eine Tonne Gerste benötigte, um also eine Tonne Gerste als Wert herzustellen, lag sicherlich um ein Vielfaches über dem heutigen Aufwand. Aber nach Marx' Theorie müßte der Wert der geronnenen Arbeit beide Male gleich sein. Ist sie aber nicht.
    Andererseits nun ergibt sich die Wertsetzung aus dem Gebrauchswert oder schlichtweg aus einem virtuellen, den wir Menschen bereit sind, für etwas auszugeben. Als ich mir im Jahre 1977 für 1000 Ostmark einen Rekorder kaufte, war dieser mir sehr viel mehr wert. Ich verdiente in der außerschulischen Arbeit 2,50 Mark je Stunde, was, setzt man das ins Verhältnis, nicht mit dem zu vergleichen ist, was ich heute verdiene, aber auch, was ich dafür bekomme. Einen Rekorder kann ich heute für 25 € kaufen, also sagen wir für 25 Minuten Arbeit. Keiner braucht mehr so etwas heute. 1977 hätte ich für das gleiche Produkt 800 mal so lange arbeiten müssen. (Allerdings war es mir das damals wert, heute dagegen...)

    Was ich damit sagen will: Marx' Hauptfehler lag darin, daß er die Arbeit als Substanz betrachtete und auf dem Begriff derselben seine Theorie errichtete. Die Arbeit ist aber nur eine Tätigkeit, deren "Wert" subjektiv ist. Eine Substanz ist sie nicht.

  2. #52
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Ich vertraue mal auf deine Geschichtskenntnisse und erweitere meinen Horziont.


    Unabhängig von einzelnen Inhalten respektiere ich die Lebensleistung des Karl M. - er hat sich Gedanken darüber gemacht...wie die Welt gerechter werden könnte. Er hatte also gute Absichten. Auf Marx selbst ist wohl kaum jemand böse - auch ich nicht.

  3. #53
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    Überspitzt ausgedrückt ist linkes Denken der Versuch die eigene Naivität so weit zu kultivieren, bis auch andere sie für sich als Lösung ihrer eigenen Probleme entdecken.


    Marx war ja nicht der erste...der auf solche Gedanken kam. Er schaffte es aber, wohl eher unabsichtlich, seine Theorien so unverständlich zu verpacken, dass sie keiner mehr verstand. Und wenn man etwas nicht versteht, dann bleiben zwei Möglichkeiten: 1. ablehnen, 2. zur Glaubenssache machen. Marxisten sind Jünger, Kippling + Co. Propheten.


    Eine Ideologie ist auch so etwas wie ein Kulturersatz. Aus der Sicht der Jugend waren die 50er die Jahre des Aufbruchs, die 60er die Jahre der Befreiung, die 70er die Jahre der Liebe, die 80er die Jahre des Friedens und des Naturschutzes. Das alles begleitet vom Rock n Roll, der Beat-Musik, der Alternativen Musik und der NDW -endete in den 90ern mit der Technomusik. Seit der Wiedervereinigung gibt es keine Jugendkultur mehr. Die Jugend hat seit dreißig Jahren kein Gesicht. Ob das mit der WV was zu tun hat oder purer Zufall ist...keine Ahnung. Auffällig jedoch, dass unser Land mit der WV stark nach links gerückt ist. Logisch, denn es kamen auf einen Schlag 17 Millionen Kommunisten in unser Land.

    Niemand machte sich die Mühe die Extremisten ausfindig zu machen und zu isolieren. Selbst die als Stasi-Mitarbeiter identifizierten Leute arbeiten heute als Richter, Polizisten, Lehrer, Professoren, Redakteure. Wir haben die Nazi-Zeit aufgearbeitet, aber nicht die Stasi-Zeit.


    So mancher wird jetzt sagen, dass nach der Wende viele Ost-Bürger die CDU wählten. Ja, aber nicht weil sie vom Programm überzeugt oder geläutert waren...sondern weil sie sich von Kohl auch die meiste Kohle erhofften. Es war eine vom Ego geprägte Entscheidung - und keine aus einer inneren Überzeugung heraus.


    Bis zur WV gab es im Westen keinen nennenswerten Rechtspopulismus. Zwar gab es zwischenzeitlich mal einen Schönhuber und seine Republikaner, aber der galt eher als Exot und Randerscheinung. Die NPD ist seit Jahrzehnten auf einem konstant niedrigen Niveau. Ein Beleg dafür, dass wir kein Problem mit Rechtsextremismus haben. In kaum einem europäischen Land gibt es so wenige Rechstextreme wie in Deutschland. Die Größe, mit der man sich befassen sollte, ist also nicht der Rechtsextremismus...sondern der Rechtspopulismus. Und der ist viel verbreiteter als manche glauben. Zu den Wählern der AfD gesellen sich nochmal so viele, die...wenn das Fass überläuft...von heute auf morgen dort andocken. Das dämliche Gelaber der Linken...von wegen offene Grenzen und freien Zugang zum Arbeitsmarkt für alle...füllt dieses Fass kontinuierlich. Wagenknecht weiß das, aber auf die hören ihre Genossinnen und Genossen nicht mehr. Die Linke im Ganzen und der linke Flügel der Grünen sind Gift für unsere Nation - aber auch für Europa.

    Der Wurmfortsatz dieses marxistischen Wahnsinns, der heutige Student, hat ein neues Lieblingsprojekt: "Free Interrail", Nach Erasmus Plus, Mietzuschuss -und Bafögerhöhung das nächste Geschenk für die Meinungs-und Gesichtslosen.
    Free Interrail, da würde man spontan sagen "ein linkes Projekt" - aber falsch! Dieses Projekt kommt aus dem konservativen Lager...genauer gesagt aus dem Lager der CSU.



    Wie ich schon immer sage: Der Kapitalismus mag ungerecht sein, aber er hat etwas zu verteilen. Linke wollen aus ihrem Gerechtigkeitsempfinden heraus linke Politik durchsetzen - vergessen dabei, dass die auf dem Papier wohl gerecht scheinen mag, aber in der gelebten Praxis nichts zu verteilen hat, da es nichts gibt...das man verteilen könnte. Das sage nicht ich, das sagt uns die Geschichte.

  4. #54
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    erstellt von digitale demagogie:

    Donald Trumps Tweets lösen international regelmäßig Wellen der Empörung aus. Er ist ein Reality TV- und Twitter-Präsident, der als Ausdruck seines Autoritarismus die Digital- und Entertainment-Kultur als ideologische Waffe instrumentalisiert. Der Autor setzt sich mit den Veränderungen der politischen Ökonomie kritisch auseinander, die sich vor allem auch im Umgang der Politik mit den neuen digitalen Kommunikationsformen offenbaren, um den weltweiten Aufstieg eines autoritären Kapitalismus, Nationalismus und rechter Ideologien zu erklären.
    Christian Fuchs gelingt dies, indem er die marxistische Theorie und die kritische Theorie der Frankfurter Schule in unsere heutige Zeit fortschreibt. »Digitale Demagogie« untersucht vor dem Hintergrund von Big Data und
    sozialen Medien die Erscheinungsformen des vorherrschenden Nationalismus und Autoritarismus und diskutiert Möglichkeiten, den Kapitalismus zu überwinden und die Linke zu erneuern.


    Hier sind gleich drei typische Denkfehler heutigen linken Denkens versammelt:
    1. der vorherrschende Zeitgeist ist NICHT "nationalistisch", sondern linksgrün. Die Politik in den USA korrigiert vergangene Fehlentwicklungen nur akzidentiell, die Struktur bleibt unangetastet, was sich durch das Establishment, die Medienlandschaft und die meist linksgrün wählenden und ideologisieren Intellektuellen belegen läßt;
    2. Twitter ist ein Medium, das selber keinem Autoritarismus entspricht und auch nicht als Instrument eines solchen gelten kann. Medien sind immer neutral in ihrem Eigenbild, werden aber zu den Waffen des Zeitgeistes und Establishments. Neben Trump nutzt dieses Medium beinahe jeder und verbreitet seine Inhalte. Es ist nicht anzunehmen, daß die vorherrschende linksgrüne Elite der USA/Westeuropas sich hier das meinungsmonopol strittig machen läßt. Abgesehen davon fährt Trump ganz gut mit seiner Schnurzel-Rolle, denn die meisten seiner Wähler mögen das Establishemnt gar nicht.
    3. Die Frankfurter Schule bildet die ideologische Grundlage des gegenwärtigen Establishments. Da sie dies imemr wieder dekonstruieren muß, das ist schließlich Kernmethode der Schule, kömmt sie nicht umhin, sich selber in Frage zu stellen, was aber nur Wiederkäuen ist, ergo bedient Fuchs das, was erwartet wird: Stillstand, weil man die Macht besitzt. Er geht hier eine merkwürdige (vitiöse) Verbindung mit dem Neo-Liberalismus ein, dem Trump zuzurechnen ist.

    Progressives linkes Denken würde darin liegen, die Grundfesten der Gesellschaft in Frage zu stellen. Wie allerdings will einer, der digitale Kommunikation und Medien, also bestenfalls etwas aus dem Überbau, beackert, die Substanz in Frage stellen? Substanz sind die Besitzverhältnisse. Die musser in Frage stellen.

  5. #55
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Tsipras lobt Merkel für ihre Flüchtlingspolitik und sucht die Zusammenarbeit mit unserer Kanzlerin. Wenn das mal kein Beleg dafür ist wie weit nach links unser Land gerutscht ist. Man bedenke, dass Merkel in aller Regelmäßigkeit mit unseren Gesetzen bricht...wenn sie z.B. Leute in unser Land lässt, denen das gerichtlich untersagt ist. Gesetze interessieren Merkel nicht - für linkes Denken geradezu typisch.

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