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Thema: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

  1. #1
    Chefchen Avatar von aerolith
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    Engels' geheime Sehnsucht

    Bei Engels habe ich manchmal den Eindruck, daß er lieber ein Mystiker oder, geradeheraus gesagt, ein Glaubender gewesen wäre, statt sich im platten Materialismus zu suhlen. Wie soll ich seine Bemerkung anders verstehen, wenn er Dialektik so verstanden wissen will, daß aus dem Ding an sich ein Ding für uns notwendigerweise werde und aus dem Wesen der Dinge Erscheinungen werden. Wer weiß, vielleicht hat der Materialismus keine andere Sehnsucht als die, die gemeinhin Idealisten zugeschrieben wird: daß aus dem Gefühl Tat werde, aus dem Ahnen Wirklichkeit, aus dem Glauben Gewißheit.

    Andererseits, dialektisch verschränkt, ist es nicht gerade das, was den Idealisten ausmacht, daß er seine Sehnsucht nicht materialisiert haben möchte?

    Eine unmaßgebliche Wahrheit der Weltgeschichte ist der Kampf dieser beiden Prinzipien, Realisten gegen Phantasten, Lügner gegen Wahrheitsliebhaber... Die Weltgeschichte baut dagegen nicht auf der Dissonanz von Materie und Ideal auf.

  2. #2
    Chefchen Avatar von aerolith
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Der NS war eine linke Bewegung, kein Zweifel. Vergesellschaftung zentraler Industrien, Abschaffung von Zins, Bodenreform, Bestrafung von Unrecht, Gleichheit... (Programm von 1921 hier) beinahe alles gut und schön (Gleichheitspostulate beäuge ich sehr kritisch), wenn da nicht die bizarre PRÄMISSE wäre, daß Volkszugehörigkeit übers BLUT bestimmt werden soll. Damit wird die Rasse zur staatbildenden Kategorie - eine Unannehmbarkeit für mich Humanisten.

    Ich frage mich gerade, ob das Programm unter Ausschluß der Judenmacke erfolgreich hätte sein können.

    Zugleich ist es abstrus, daß jüdische Bankhäuser Hitler in dessen ersten Jahren unterstützten. Andererseits ist das nicht abstruser als die Finanzierung der russischen Revolution durch die selben Geldgeber.

  3. #3
    Chefchen Avatar von aerolith
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    Post Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Karlchen fragte im Ordner Zuwanderung, ob Merkel und Co. Linksfaschisten seien, genauer:
    Begriffe wie 'Linksfaschisten', dachte ich, gehören nicht zur gekonnten, mäßigenden Rhetorik. Darum bitte ich um Erläuterung, was mit diesem Wort gemeint ist, denn Merkel und Co. sind doch wohl eher konservativ bis Rechts?
    Gute Frage. Interessantes Problem.

    Als LINKS gilt das, was gegen gesellschaftlichen Rückschritt, gegen das Böse, gegen Ungleichheit und gegen jede Form der Übersteigerung ankämpft. Links ist seit der Paulskirche der Teil der gesellschaftlichen Kräfte, die Legitimität, Tradition oder geltende Gesetze ablehnen, sofern diese den von ihnen beschriebenen gesellschaftlichen Fortschritt an seiner Entwicklung hindern. Kurzum, wer links ist, der ist GEGEN etwas und setzt als tätiges Pro die Dialektik gesellschaftlicher Entwicklungen, wobei er sich immer auf die Seite der Schwächeren schlägt, sofern diese die Unterdrückten sind.

    Man könnte Links also genauso als Anti... bezeichnen. Mit anderen Worten: Linksfaschisten sind das gleiche wie Antifaschisten.

    Nun gibt es allerdings sehr verschiedene Faschisten: die Tönung reicht von syndikalistischen bis zu rassischen Ideologien folgenden Typen.

    In der heutigen Sprachregelung wirft man alle zusammen in einen Topf und macht zwischen Nationalsozialismus, Anarchofaschisten und anderen Faschismen keinen Unterschied, was gewissermaßen im LINKEN Kontext auch verständlich ist, denn ALLEN faschistischen Richtungen ist dialektische Geschichtsbetrachtung ziemlich fremd, abusus, wobei ich das bei den Anarchofaschisten erst noch genau prüfen müßte.

    Was nun Deine Bemerkung, Karlchen, hinsichtlich der politischen Ausrichtung von Frau Merkel und ihrer CDU betrifft, so möchte ich doch bezweifeln, daß sie konservativ ist. Sie gehört für mich zu den Links- oder Antifaschisten, denn dieses Diktum scheint mir hervorstechend zu sein. Konservative Politik setzt sich für Art- und Naturerhaltung, Besitzstandswahrung, Strukturerhaltung, Tradition, Kinder und Ausgleich bei Konflikten ein. All das muß Frau Merkels Politik doch abgesprochen werden.

    Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Darum dieser Ordner.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Auch für mich ist Frau Merkel keine konservative...sondern eine linksliberale Politikerin. Das erklärt auch...warum sie parteiübergreifend so beliebt ist. Sie ist Chefin einer konservativen Partei, macht soziale Politik - und füllt das Vakuum einer nicht mehr existenten FDP. Sie verkörpert den Prototyp eines politischen Universalgenies. Ihre Haltung zur Homo -Ehe ist wohl auch nur der eigenen Partei, bzw. der CSU geschuldet - hin und wieder brauchen die auch mal ein Leckerli.

  5. #5
    kls
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Linksfaschismus gut oder schlimm? Gleichsetzung von Antifaschist mit Linksfaschist halte ich für konstruiert. Linksliberal? Könnte sein.

    'Konservative Politik setzt sich für Art- und Naturerhaltung, Besitzstandswahrung, Strukturerhaltung, Tradition, Kinder und Ausgleich bei Konflikten ein.'

    Diese Definition mag eher stimmen, denn meine: Konservative sind in erstarrten Ritualen gefangen und empfinden jede Veränderung als bedrohlich. Konservative sind der geheime Nährboden für nationalistischen Mist.

    Frage: War Schröder 'Links'? Antwort: Nein.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Schröder kann man guten Gewissens rechts von der Mitte einordnen. Er hat unser Deutschland ein gutes Stück ungerechter gemacht und den Graben zwischen Arm und reich vertieft.
    Eine Kindheit voller Entbehrungen diente ihm dabei als Alibi.

  7. #7
    Chefchen Avatar von aerolith
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    jeder begriff, der nicht onomapoetisch ist, ist ein konstrukt und gewinnt seine bedeutung durch die anwendung bei den sprachnutzern. ein wort wie wandervogel, personenbeförderungsordnung, stipvisite oder tisch gehören ebenso dazu wie konstrukte mit politischer bedeutung - dort sogar besonders.
    es ist eine macht, die wir schriftsteller haben, nämlich die, dinge zu beworten, gedanken, ideen, phantasien etc. und sie durch gebrauch in die phantasie und den daraus folgenden gebrauch anderer zu bewegen.

    ich könnte jetzt das wort "gutikant" entwickeln. dieses wort hätte wohl gute chancen, im öffentlichen diskurs aufgenommen zu werden.

    siehe auch semasiologie

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Was Linksfaschismus bedeutet, "darf" ich z.Zt. hautnah erleben. Die Alt-Kommunisten versuchen sich als die Mitte der Gesellschaft zu verkaufen und werden dabei von der Lügenpresse unterstützt. Die Berichterstattung zur Flüchtlingsproblematik ist unter aller Sau und sowas von eindimensional, wie wir das ansonsten nur aus den dunkelsten Zeiten Deutschlands kennen. Wobei Lügenpresse dem gar nicht mehr gerecht wird - es sind die Lügenmedien. Das ist wohl der wahre Preis, den wir für die Wiedervereinigung bezahlen.

  9. #9
    Chefchen Avatar von aerolith
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Was Linksfaschismus bedeutet, "darf" ich z.Zt. hautnah erleben. Die Alt-Kommunisten versuchen sich als die Mitte der Gesellschaft zu verkaufen und werden dabei von der Lügenpresse unterstützt. Die Berichterstattung zur Flüchtlingsproblematik ist unter aller Sau und sowas von eindimensional, wie wir das ansonsten nur aus den dunkelsten Zeiten Deutschlands kennen. Wobei Lügenpresse dem gar nicht mehr gerecht wird - es sind die Lügenmedien. Das ist wohl der wahre Preis, den wir für die Wiedervereinigung bezahlen.
    Na na na, ad. Es gibt etliche Medien in der BRD, die ausgewogen berichten. Wenn Du Dir nur die gleichgeschaltete mediale Präsenz des staatsnahen Fernsehens/Rundfunks antust, ist das Deine Sache. Keiner zwingt Dich dazu. Daß konzerngeleitete Medien ihr liberales Süppchen kochen, ist auch deren Sache. Ich nenne Dir jetzt auch keine ALTERNATIVEN, die darfst Du selber finden. Nur soviel: es gibt sie.

    Die Wiedervereinigung hat die BRD deutscher gemacht. Die kreativen politischen Kräfte sitzen in Mitteldeutschland, nicht im Westen oder Süden. (Das war in Kaiserzeiten und während der Weimarer Republik nicht anders. Das Verhängnis kam aus Süden und Westen gleichermaßen, nicht aus der Mitte oder dem Osten.) Beim Norden bin ich mir nicht so sicher; sicher ist da nur, daß er progressiver als der Süden, v.a. Bayern, war.

    Darüber ließe sich trefflich streiten. Wollen wir das?

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    Ich kenne die Alternativen und weiß wie und wo ich mir ein echtes Bild machen kann. Es geht aber dabei nicht um mich. Wo die politischen Kräfte sitzen ist gar nicht so wichtig, wo sie wirken...das ist von Bedeutung. Ich bin, und das ohne jeden Zweifel, ein Befürworter der Wiedervereinigung - das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Es wäre aber ziemlich naiv zu glauben man hätte nur ein Stück Land und seine Brüder und Schwestern zurückgewonnen - man musste das Gesamtpaket nehmen...und dazu gehörte so manche ungeliebte Ideologie.
    25 Jahre verändern keine ganze Geschichte - auch das sollte jedem klar sein.

    Das Herz von Journalisten schlägt weit links

    http://www.journalismus-handbuch.de/...inks-4078.html

    Parteizugehörigkeit deutscher Journalisten

    http://de.statista.com/statistik/dat...n-deutschland/



    Ich wollte wissen ob das.... was ich so glaube...fühle...und meine beaobachtet zu haben...auch der Realität entspricht

  11. #11

    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Linksfaschismus bedarf der Sehnsucht nach weltweit gleichen Lebens- und Rechtsbedingungen, also den Weltstaat. Das Konzept des Linksfaschismus richtet sich gegen den Nationalstaat. Positiv muß von dieser Weltanschauung gesagt werden, daß sie meist von einem humanistischen Kerngefühl ausgeht, dem Bewußtsein zusammengehöriger Rassen, woraus ihr universaler Heimatbegriff entstammt. Damit würde der Linksfaschismus an den Humanismus und dessen kosmopolitisches Selbstverständnis anknüpfen. Würde...

    Irritierend in diesem Zusammenhang sind die Demonstration gegen TTIP. 100000 meist linksfaschistische Anhänger traten da gestern in Bärlin gegen dieses Handelsabkommen auf, weil sie befürchten, daß die inhämische Wirtschaft, besonders die kleinen Betriebe, darunter leiden würden. Die Sorge ist nicht unberechtigt. Freihandel, an sich eine Forderung der Linksfaschisten, wurde gestern abgelehnt.

    Irritierend. Andererseits: Freihandel dient nicht dem Ganzen, sondern den Taschen derjenigen, die die regeln machen, die die Meere beherrschen, die am billigsten produzieren können, die die PAtente besitzen oder auch schlichtweg das meiste Kapital besitzen, um neue Produkte zu palcieren. Freihandel schadet also allen kleinen Betrieben.

    Wieder irritierend: Wofür udn wogeen wurden denn nun demonstriert? Für höhzere Preise? Für Zünfte? Für Kleinbetriebe mit geringen Wachstumsmöglichkeiten? Kurzum: Wurde da gestern etwa für den Nationalstaat demonstriert?

    Ich bin verwirrt, aber ganz anders als dieser Zeitgenosse hier.

  12. #12
    Chefchen Avatar von aerolith
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Nachgedacht...

    Weltwirtschaft und Linksfaschismus bilden eine Einheit. Daran ist nicht zu rütteln. Weltwirtschaft (im Sinne der Schaffung gleicher Lebensbedingungen weltweit, Freihandel, Wegfall von Zollschranken, Zivilisation, , Geld, Demokratie...) basiert auf der Schaffung immer größerer Zollräume, also einer steten Erweiterung von Freihandelszonen. Vereinheitlichung der sozialen Verhältnisse, der Produktionsverhältnisse, Abkehr von nach innen gekehrter Wirtschaftsweise...

    Dagegen steht das Konzept der Autarkie, d.i. die Idee der Selbstbesinnung. Autarkie verzichtet nicht auf den Handel, aber sie schränkt ihn ein und will Vielfalt, Buntheit, Nationalität, Verschiedenheit der Lebens- und Rechtsräume.

    Kurz gesagt: das, was die Linksfaschisten mit Buntheit meinen, ist in Wirklichkeit das Gegenteil davon, nämlich die Vereinheitlichung der Lebensbedingungen, die Vermischung aller Rassen untereinander, die Synthese sämtlicher religiöser Vorstellungen zu einem Einheitsgott (Synkretie), die Schaffung gleicher Rechtsräume ohne Rücksicht auf historische und ethnische Besonderheiten.

  13. #13
    Chefchen Avatar von aerolith
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    Post Umkehrung der Werte

    wiki: Rosenberg führte im Völkischen Beobachter vom 26. August zu der Tat und dem nationalsozialistischen Rechtsverständnis aus: Deshalb setzt der Nationalsozialismus auch w e l t a n s c h a u l i c h ein. Für ihn ist nicht Seele gleich Seele, nicht Mensch gleich Mensch; für ihn gibt es kein ,Recht an sich', sondern sein Ziel ist der starke d e u t s c h e Mensch, sein Bekenntnis ist der Schutz dieses Deutschen, und alles Recht und Gesellschaftsleben, Politik und Wirtschaft, hat sich nach d i e s e r Zwecksetzung einzustellen . . . die Aufhebung des Bluturteils die u n u m g ä n g l i c h e Voraussetzung zur Wiederherstellung einer volksschützenden Neuordnung der sozialen Werte."
    Der Linksfaschist kehrt diesen nationalsozialistischen Grundgedanken ins Gegenteil um. Nicht der Deutsche hat mehr Rechte, sondern der andere. Das bedeutet für die politische Wirklichkeit die Durchsetzung von zweierlei Recht, die Aufgabe von Rechtsstaatlichkeit. Der scheinbar Unterdrückte, Ärmere, Einheimische hat sich strikt an die Regeln zu halten. Der arme und geschundene Ausländer wird gebauchpinselt, bekommt alle Errungenschaften der Einheimischen geschenkt und muß keine Nachweise für Anrechte erbringen, er braucht nicht einmal einen Ausweis zur Errichtung eines Kontos, muß keine Strafzettel bezahlen, kann Polizisten beschimpfen, ohne bestraft zu werden, bekommt Hilfen aus allen möglichen Gremien und Einrichtungen, solange er nur anders bleibt.

    Linksfaschistische Politik will genau das erhalten (errungene Verteilungsstrukturen) oder gegen Rechtsstaatlichkeit durchsetzen. Sie haßt das eigene und will das andere zur neuen Norm erklären, aus Selbsthaß. War es in früheren Zeiten ein Paradigma des Linksseins, Rechtsstaatlichkeit für die Unterdrückten durchzusetzen, so gehört es jetzt zum Paradigma, die Rechtsstaatlichkeit als Machtmittel des Kapitals strikt abzulehnen, also nur anzuerkennen, wenn es der eigenen Klientel nützt.

    Die übergroße Selbstliebe der Faschisten wird umgedreht in übergroßen Selbsthaß. Zerbombt Dresden, zerstört Eigentum der Spießer, werft alle Nichtlinksfaschisten aus dem Land und laßt die anderen - egal wer, Hauptsache anders - herein, damit der Linksfaschist nicht mit seinesgleichen allein bleiben muß.

    Eine Karikatur des Menschseins.
    image-660119-breitwandaufmacher-ojxk.jpg

  14. #14
    Kurzvormabschussiger Avatar von Anja
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    AW: Umkehrung der Werte

    Chef: "...Der Linksfaschist kehrt diesen nationalsozialistischen Grundgedanken ins Gegenteil um..."





    Der Linksfaschist verdient einen Appell, der dem, adressiert an einen Rechtsfaschisten, fast 1:1 (bis auf die Baseball-Keule und das Kampftrinken) entspricht:

    Ihr benutzt Eure Pflastersteine am 1.Mai nicht als Handschmeichler.

    Ihr wollt damit Schädel zum Knacken und Kiefer zum Bersten bringen.

    Ihr seid Gewalttäter, habt nichts Besseres zu tun und kifft Euch vermutlich die Birne matschig,
    bevor Ihr in der Mai-Nacht in Berlin im Schneidersitz Platz nehmt, um Polizisten zu meucheln.

    Ihr droht mit Mord, wenn Flüchtlinge in Euren besetzten Häusern Schutz suchen.

    Ihr unterscheidet Euch nicht von den Rechten mit ihren Baseball-Keulen.

    Ihr seid Links-Faschisten.

    Ihr gehört von uns Steuerzahlern aussortiert wie die Rechtsfaschisten auch.

  15. #15
    Chefchen Avatar von aerolith
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    Post AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Ist das Hörensagen oder Gewißheit mit der Morddrohung, Anja? Wenn Du es nicht belegen kannst, muß ich es streichen. Mordandrohungen sind Sache der Polizei.

    mueller_linke_MD.jpg
    offener Brief an den Kandidaten der LINKEN für Magdeburg, Oliver Müller

    Geehrter Herr Müller!

    In Auseinandersetzung mit den verschiedenen Wahlprogrammen kam ich nicht umhin, mich auch mit den Positionen der LINKEN zu beschäftigen. Ich begrüße sehr viel, möchte Ihnen aber in einem wesentlichen Punkt meine Bedenken mitteilen, was Sie vielleicht veranlaßt, darauf fürderhin Rücksicht zu nehmen, insofern Sie Ihr Wählerspektrum erweitern wollen.
    Positiv ist die Tendenz dahin, daß Sie von der LINKEN christliche Werte wie Solidarität und Gerechtigkeit als politische Schlagwörter benutzen, Es gab Zeiten, da hätten sie "Kampf dem Klassenfeind" und "Gleichheit" propagiert. Ich frage mich allerdings, was Sie unter "Gerechtigkeit" verstehen, wenn Sie letztlich Einheimische und Ausländer gleich behandeln und somit Lebens- und Generationsleistungen nivellieren? Ist das nicht eine ungeheuerliche Form der UNgerechtigkeit, wenn ein Mann, der dreißig Jahre arbeitete, entlassen wird und zehn Jahre bis zu seiner Rente mit Hartz IV überleben soll, den gleichen Satz erhält wie jemand, der nie etwas für dieses Gemeinwesen tat, sondern im Gegenteil: Frau und Heim verließ, einem Schlepper tausende Euronen bezahlen konnte und hier auf schnelle Geschäfte aus ist? Davon soll es ja einige geben. Ihre Politik behandelt auch den kriminellen Migranten wie den tatsächlichen Kriegsflüchtling, der Asyl benötigt, behandelt den Jahrzehnte schuftenden Arbeiter wie den Paschahsohn, der in Europa sein Glück mit meist krummen Geschäften machen will und dem soziale Verantwortung etwa so geläufig ist wie einem Mops die Möhren.
    Ist das Linksfaschismus, Herr Müller?
    Sie kennen dieses Wort und wollen es aber nicht auf sich und Ihre Politik angewendet wissen? Der Linksfaschist kehrt nationalsozialistische Grundgedanken ins Gegenteil um. Nicht der Deutsche hat mehr Rechte, sondern der andere. Das bedeutet für die politische Wirklichkeit die Durchsetzung von zweierlei Recht, die Aufgabe von Rechtsstaatlichkeit. Der scheinbar Unterdrückte, Ärmere, Einheimische hat sich strikt an die Regeln zu halten. Der arme und geschundene Ausländer wird gebauchpinselt, bekommt alle Errungenschaften der Einheimischen geschenkt und muß keine Nachweise für Anrechte erbringen, er braucht nicht einmal einen Ausweis zur Errichtung eines Kontos, muß keine Strafzettel bezahlen, kann Polizisten beschimpfen, ohne bestraft zu werden, bekommt Hilfen aus allen möglichen Gremien und Einrichtungen, solange er nur anders bleibt.

    Linksfaschistische Politik will genau das erhalten (errungene Verteilungsstrukturen) oder gegen Rechtsstaatlichkeit durchsetzen. Sie haßt das eigene und will das andere zur neuen Norm erklären, aus Selbsthaß. War es in früheren Zeiten ein Paradigma des Linksseins, Rechtsstaatlichkeit für die Unterdrückten durchzusetzen, so gehört es jetzt zum Paradigma, die Rechtsstaatlichkeit als Machtmittel des Kapitals strikt abzulehnen, also nur anzuerkennen, wenn es der eigenen Klientel nützt.

    Die übergroße Selbstliebe der Faschisten wird umgedreht in übergroßen Selbsthaß. Zerbombt Dresden, zerstört Eigentum der Spießer, werft alle Nichtlinksfaschisten aus dem Land und laßt die anderen - egal wer, Hauptsache anders - herein, damit der Linksfaschist nicht mit seinesgleichen allein bleiben muß.

    Eine Karikatur des Menschseins.

    Eben weil Sie diese Politik befördern und somit neue Ungerechtigkeiten schaffen helfen, kann ich Sie, bei offenbar aller persönlichen Integrität, Herr Müller, die ich im einzelnen nicht nachprüfen kann, die ich Ihnen aber glaube, wenn ich Sie als hilfsbereiten Typus begreife, nicht wählen. Wie mir geht es vielen. Grenzen Sie Ihre Begrifflichkeit von Solidarität und Gerechtigkeit schärfer ab, wie es Sahra W. kürzlich versuchte - und dafür sehr viel Tadel aus den Reihen der Linksfaschisten in Ihrer Partei bekam.

    Gruß aus Sudenburg in die Wilhelmstadt,

    Robert Knorr.

  16. #16

    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Liebe Anja,

    sachlich bin ich nicht wirklich informiert über die geschilderte Situation und ihre Hintergründe. Emotional sehe ich jedoch eine zunehmende Schärfe im Ton der gesammelten Auseinandersetzungen, die im Grunde nur Projektionen von Schuld sind.

    Alle politischen Spektren drehen am Rad, da sehe ich kaum wirkliche Ausnahmen. Was ich sagen wollte:

    Die Veränderungen, die auf uns zukommen, sind nicht dadurch abzuwehren, dass wir uns zunehmend radikalisieren und gegeneinander aufhetzen.

    Eher ist es so, dass wir den Entwicklungen den "Katastrophencharakter" zu nehmen hätten, um eine tragfähige Zielvorstellung zu entwickeln.

    Ob Links- oder Rechtsfaschismus: Es bringt wenig, die Radikalisierung dadurch voranzutreiben, die Gegensätze zu zementieren.

    Die politischen Klientel- und Verteilungskämpfe, die Aerolith beschreibt, entstehen aus Ängsten und Verwirrung darüber, keine perspektivische Lösungsansätze erkennen zu können.

    Wenn es die verantwortlichen Entscheider jedoch schaffen, dass die, über die entschieden wird, sich gegenseitig die Köpfe einhauen, kann wiederum nur die Perspektivlosigkeit verstärkt werden.

    Wenn jeder die subjektive Wahrnehmung als objektiv betrachtet, sind Konflikte ununmgänglich. Konfliktkultur wäre es, die Irrtümer der anderen als ihre sibjektive Realität anzusehen.

    An dieser subjektiven Realität in den Köpfen wird sich nichts positiv verändern, wenn wir die Körper erschlagen, die diese Gedankeninhalte beinhalten.

  17. #17
    Kurzvormabschussiger Avatar von Anja
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    AW: Umkehrung der Werte

    Guten Abend, Chef,

    die Linksfaschisten wollen Henkel im Kofferraum, denn der will die besetzten Gelände den schutzbedürftigen Syrern, Iranern, Irakern (und aus ?) zum Obdach machen.

    http://www.berliner-kurier.de/berlin...enkel-23636650

    Und - wenn ich mich schwarz vermummt im Schneidersitz mit einem Haufen Pflastersteine auf eine Kreuzung hocke und warte, dass einer zum Bewerfen kommt, was habe ich dann vor? - Vorsätzliche schwere Körperverletzung oder vorsätzlichen Mord? Beides? Was lieber?

    2010 war ich in der Nacht des 1.Mai in Berlin Kreuzberg. Da saßen Hunderte schwarzer Steinewerfer auf der Kreuzung in freudiger Erwartung auf ihre Straßenschlacht mit der Polizei. Das hat mit Ausübung des Demonstrationsrechts nichts zu tun, die wollen Gewalt.
    Bewerfen mit Pflastersteinen reicht zum Töten aus niederen Beweggründen, wie z.B. aus Rache und Hass auf die bürgerliche Gesellschaft. Als deren Stellvertreter greifen sie gezielt die Exekutive an.

    Die rechten Kampftrinker sind genau so drauf.

    Rechts- und Linksfaschismus ist gleichermaßen menschenverachtend.

    Abendgruß, Chef

    (aus Eritrea)

  18. #18
    Kurzvormabschussiger Avatar von Anja
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Ich habe auch gerade eine Morddrohung bekommen, auf facebook:
    https://www.facebook.com/Radikale-Li...6453972133563/


    hr benutzt Eure Pflastersteine am 1.Mai nicht als Handschmeichler.

    Ihr wollt damit Schädel zum Knacken und Kiefer zum Bersten bringen....Mehr anzeigen

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    Jens Brand'n Castle Ein bisschen mehr knacken und bersten aus deiner ungefähren richtung, das wär's!

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    Das ist doch ne Anzeige wert, oder?

  19. #19
    Chefchen Avatar von aerolith
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Das sind zwar "nur" anonyme nickbedrohungen, aber das reicht mir als nachweis. viele freunde hast du in diesem segment verworfener hoffnungen, wie ich die linksfaschisten gern nenne, nicht.

  20. #20
    Chefchen Avatar von aerolith
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Sozialismus, Nationalsozialismus und Liberalismus sind allesamt das gleiche, jedenfalls der Substanz nach. Die einen setzen das Ich ins Zentrum ihres Tuns, die anderen das überdimensionierte Ich, das Wir, allerdings das Wir in einer zergliederten (klassenspezifischen, ständischen, in Arme und Reiche) modernen Gesellschaftsformation. Alles in ihrem Tun ist parteiisch, kollektivistisch oder individualistisch, jedenfalls selektiv und niemals das Ganze umfassend.

    Das Gegenstück zu dieser Fäulniserscheinung des modernen Menschen ist der Universalismus (Kosmismus), der auf Tradition, Organik und Menschenliebe basiert, der Humanismus.

    Der Individualist haßt die Menschheit, sondert sich ab und will in einem Akt der SELBSTbehauptung seinen eigenen Trieben und Willensakten gehorchen, die er als Maßstab über die Bedürfnisse der Welt setzt.

    Marxisten und Liberale sind Utilitaristen, wollen Reichtum und Bedürfnisbefriedigung für alle, so lange sich nicht besonders Gleichgeschaltete aus der kollektivierten Masse gegen die durch Manipulation erzeugte Mehrheit richten. Bei den Marxisten nennt es sich Diktatur des Proletariats, bei den Liberalen ist es der Vernunftstaat, dessen Dogmen nicht hinterfragt werden dürfen. Beide Seiten ein und derselben Medaille führen zum Kollektivismus, der vermassten Gesellschaft, sind also Kollektivismen: Sammelgesellschaften auf gleichheitlicher Basis, wobei einige besonders gleich sind. Der Faschismus ist nur die aggressivste Form dieser Weltanschauung, in seiner schlimmsten Form Nationalsozialismus, dessen rassistische Komponente den Individualismus in verquerem Kollektivismus völlig überhöht und gegen ganze Volks- und Rassenteile der Menschheit richtet. Der Substanz nach ist das (hypertrophierter) Individualismus.

  21. #21
    Chefchen Avatar von aerolith
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    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Der Brexit ist für die Linken ein Dilemma: in Britannien stimmten die Armen für den Austritt, darunter nicht wenige Linke, die die EU als einen Interessenverbund der multinationalen Liberalen verstehen. In der BRD stehen die Linken dem Austrittsgesuch der Briten kritisch gegenüber und bezeichnen derartige Avancen als nationalistisch und konservativ, als linksfaschistisch.

    RT schreibt darüber:

    Die größten Mehrheiten für den Brexit, teils über zwei Drittel, kamen aus den ärmeren Regionen von England und Wales, während nur im sogenannten Speckgürtel von London und in dem begehrten „Garten von England“ südlich der Hauptstadt, wo die Immobilienpreise so hoch sind, dass Arbeiter oder einfache Angestellte oft wegen unbezahlbarer Mieten wegziehen müssen, die Mehrheit für einen Verbleib in der EU stimmte. Vor diesem Hintergrund ist es besonders erschreckend und beschämend, dass in Deutschland ausgerechnet politisch organisierte junge Linke, oder junge Leute, die sich für sowas wie „links“ halten, gemeinsam mit der Ausbeuterklasse am lautstärksten gegen die hauptsächlich von der britischen Arbeiterklasse getragenen Entscheidung auf den Straßen gegen Brexit demonstriert als angeblich rechtskonservative oder nationalistische Entscheidung.
    Die britische Arbeiterklasse war immer schon nationalistisch. Das hinderte sie nicht, zuweilen auch links zu sein. Das ist kein Widerspruch, im Gegenteil, es sind beides Ausprägungen ein und desselben verdrehten Individualismus. Die Briten sind im Unterschied zu uns nicht auf Gemeinschaft orientiert, sondern auf sich selbst. Ihr Erwerbsstreben richtet sich auf die Erzeugung von geld und persönlichem Wohlstand -wie sicherlich überall auf der Welt. Aber es fehlt ihnen an Ethos für das Überindividuelle. Dieses ist nur sinnvoll und nützlich, insofern es die Bedürfnisse des Einzelnen zu schützen imstande ist. Bei nicht wenigen Deutschen ist es umgekehrt: sie haben das Bedürfnis zu dienen, sich in etwas Größerem als sich selbst aufgehoben fühlen zu wollen. Das ist der fundamentale Unterschied. Deshalb begehren die deutschen Linken gegen den Brexit auf, weil sie das als Verrat an einer Gemeinschaftsidee auffassen, die die EU offenbar immer noch mehrheitlich für sie ist. Und das ist sie nicht, also die EU. Europa wäre es. Aber wir haben keine europäische Idee, nur eine Wirtschaftsunion der Multis. Und insofern waren die ausstiegswilligen, egomanischen, nationalistischen Briten linker als die deutschen Linken, was ja, wie gesagt letztlich doch das gleiche ist. Das nennt man dialektische Verschränkung.
    Ich lache später.

  22. #22

    AW: Was ist "Linksfaschismus"?

    Ob das derzeitige Massenmenschhaltungssystem links- oder rechtsfaschistisch ist, beides verschiebt das Lachen auf später.

    Es ist auch faschistoid, wenn Ceta nun an den nationalen Parlamenten vorbei entschieden wird.

    Diese Form von Kommisionsregierung ist so ähnlich, als hätten wir den "Reichsnährstand und das Propagandaministerium" nach dem Krieg einfach nach Brüssel verlegt. Jetzt sitzen die Verbrecher gegen die Menschenrechte eben in Brüssel, nicht mehr im Nazi-Gedankenministerium.

    Denn das Gedankengut ist faschistoid, auf dem sowohl der Links-, als auch der Rechtsfaschismus beruht. Die Verschränkung des Egoismus funktioniert schon prima, die Verschränkung der aufbauenden Kräfte erscheint mir ausbaubedürftig...

    Ja, du hast Recht: Als Beispiel für einen ausgemachten Linksfaschisten kommt für mich der Grüne Özdemir in die engere Auswahl:

    Hat sich sein Ego erst dafür eingesetzt, die Kurden mit Waffen auszurüsten, ließ er sie dann alleine verrecken...

    Hat sich sein Ego erst dafür eingesetzt, die "Armenien-Resolution" ausrufen zu lassen,, schweigt der Linksfaschist nun zu den Folgen seiner "Heldentat".

    Jedes Ego ist ein Faschist. Das Selbst merkt dies von selbst, wenn man auf die Stimme seines Gewissens hört.

    Ein Europa der geistigen Faschisten kann nur im Geist erkannt werden, um es dann zu verändern.

    Ohne europäische Verfassung ist dem europäischen Gruppenfaschismus kein Riegel vorzuschieben. Das GeCeta und die Mordio-Rufe um diese IG-Farben-Industriediktatur in Europa und der Welt würde groß sein, würden uns nicht dauerhaft genügend andere Ablenkungsprobleme präsentiert.

    Ob wir also den Linksfaschisten Schulz, oder den Geldgeierheuschreckenkommissar Juncker mit seinen Luxemburg-Leaks betrachten:

    Ihr Ego ist der Faschist. Ihre Seele will was anderes. Ihr Geist ist gespalten und daher sprechen sie mit gespaltener Zunge.

    Die dialektische Verschränkung findet im Ego statt, dahinter sind die parteiübergreifend faschistoiden Psychopathen auf dem Weg, am Spiegelbild des Egos ihr Selbst zu erkennen.

    Europa wurde nur gegründet, um das Propagandaministerium von Berlin nach Brüssel zu verlegen.

    Das Vieh in Europa darf ja von jedem kriminellen VW-Manager vergast werden. That´s it.

    Wir werden als Vieh in einem Massenmenschhaltungssystem eingepfercht und dass die Reaktionen darauf nun statt neurotisch nur noch als psychopathisch einzustufen sind, führt zur Verschiebung des Lachens.

    Das Spiegelbild des faschistoiden Psychopathen ist der Heilige. Diese Ego-Herrschaft schafft sich selbst ab...

    Ich könnte heute "Ceta und Mordio" rufen, wüsste ich nicht, dass die globale IG-Farben-Dynastie sich selbst an den Pranger stellt.

    Die Faschisten aller Länder speisen sich aus dem Ego.

    Wir selbst sind das nicht. Aber das kommt von selbst, mit dem Selbst...

  23. #23
    Chefchen Avatar von aerolith
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    Post Stephan Hermlin: Abendlicht (1979)

    Im folgenden Textausschnitt, S. 22-23, thematisiert Hermlin einen Aspekt des kommunistischen Selbstverständnisses:

    hermlin_abendlicht.jpg

    Der für mich interessante Aspekt liegt in einer aufgeworfenen Frage Hermlins, die mich seit einigen Wochen ebenfalls umtreibt: Gehört der Marxismus zum Liberalismus?

    Später mehr...

  24. #24

    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Könnte auch so betrachtet werden:

    1. Wenn die freie Entwicklung aller, die Bedingung für individuelle freie Entwicklung ist, lernen wir alle gemeinsam.

    2. Die Assoziation, die an die Stelle des Vorherigen tritt, darf weder die freie Entwicklung des Kollektivs, noch die freie Entwicklung des Individuums begrenzen.

    3. Dann wäre es die Assoziation, über die nachgedacht werden müsste. Freie Assoziationen waren für C.G. Jung wichtiger als für Freud.

    Insgesamt fällt mir bei dem Text auf, dass er das Licht deutlich gesehen hatte, bevor er es vergeblich suchte.

    Es erneut zu finden, war wohl eher sein Nachsinnen.

  25. #25
    Kurzvormabschussiger
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    Situation in Österreich Gemeinwohlökonomie als neuer Weg

    In Österreich hat sich in den letzten Jahren eine neue Ideologie verbreitet. Wegbegründer ist Christian Felber. Die Bewegung wird aktiv von den Grünen unterstützt. Man kann sie durchaus als neuen linken Weg bezeichnen. Interessant ist halt, dass vor allem Unternehmer selbst, wenn auch meist freie Selbstständige also EPUs dieses Denken unterstützen und nicht der klassische Arbeiter.
    Ich war selber "Betroffener" und Mitwirkender zugleich. Ich habe in einem der "Vorzeigebetriebe" der Gemeinwohlökonomie in meinem Bundesland gearbeitet und war manchmal bei Veranstaltungen und regionalen Treffen.

    Die zentralen Forderungen kann man hier nachlesen. Kurz zusammenfassen tue ich sie absichtlich nicht, denn das kommt einer Bewertung gleich. Man soll sich zuerst objektiv ein Bild machen:

    http://www.christian-felber.at/schaetze/gemeinwohl.pdf


    Jetzt zu meiner persönlichen Meinung: Diese Ideologie widerspricht der klassischen Ökonomie schon in den Grundannahmen, man denke an die Vorteile von Gewinnstreben und Konkurrenz. Sie tut dabei so, als handeln Wirtschaftsbetriebe losgelöst von gesetzlichen Vorgaben und einer Vielzahl von Regularien insgesamt. Für mich ist es eben die Aufgabe von Unternehmen in einem gesetzlichen Umfeld effiziente Lösungen zu finden. Was gesellschaftlich wünschenswert und schützenswert ist, muss schon in den Rahmenbedingungen stehen. Die Unternehmen, da sie ja diese erfüllen müssen, brauchen dann nur mehr emotionslos und nicht idealistisch kalkulieren mit dem Ziel Gewinn zu erzielen. Alles andere ist für mich eine Überladung des Wirtschaftssubjekts Unternehmen.

    Ich stehe der Bewegung jetzt aus persönlicher Betroffenheit kritisch gegenüber, obwohl sie immer noch eine große Anziehungskraft hat auf mich.
    Geändert von ste (17.07.16 um 04:49 Uhr)

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