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Thema: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

  1. #51
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Nüchtern betrachtet war Marx ein Versager. Er wollte die ganze Welt gerecht ernähren und schaffte das noch nicht einmal bei seiner eigenen Familie. Mit den zentralen Aussagen seiner Schriften lag er total daneben.

    Wenn ich bei tausenden von aufgestellten Theorien auch mal richtig liege, dann sind das Zufallstreffer. Solche Treffer hätte jeder von uns gelandet. Marx steckte jede Minute in seine Arbeit - gemessen an dem hohen Aufwand waren die Ergebnisse nur heisse Luft. Nur weil sich einer über Gott und die Welt Gedanken macht...ist er noch lange kein Philosoph. Er wurde ja gerade wegen seines Scheiterns überhaupt erst berühmt.
     
    Sein zentraler Gedankenfehler war der, dass Marx die kommunistische Gesellschaft als Einheit ohne negative menschliche Eigenschaften betrachtete. Für ihn war die kG eine per se friedliche Gesellschaft, die weder Eile, Gier, Ehrgeiz, Neid...oder irgend welche bösen Absichten kannte. Marx war ein weltfremder Mensch, dem man heute vermutlich eine Zwangsjacke anlegen würde. Wir Deutsche neigen dazu gerade unsere Vollpfosten zu glorifizieren (Marx, Luther, Wagner), wo wir doch eigentlich auf hunderte von echten Idolen zurückgreifen könnten.
     
    Zur Entschuldigung von Marx sei gesagt, dass er ein verdammt miserabler Autor war...seine Gedanken kaum in verständliche Worte fassen konnte. Wer behauptet er hätte "Das Kapital" von A-Z verstanden...der ist entweder ein Genie...oder er lügt. Marx hat wohl Berühmtheit erlangt, aber die Hintergründe sind doch eher traurig. Berühmt wurde er nur...weil seine idiotischen Theorien von Idioten umgesetzt wurden.


    ...
    Mal langsam mit den scheuen Pferden, AD!
    Die kommunistische Gesellschaft war keine seiner Ideen. Das findet sich letztlich schon in der Idee eines Goldenen Zeitalters, in der catena aurea Homeri, wobei Homer selber auf uralte Vorstellungen zurückgreift. Anhänger einer Deszendenztheorie war Marx allerdings nicht. Auch hat er keineswegs geglaubt, sondern war ein Verfechter materialistischer Weltentwicklung, nahm also an, daß die Entwicklung der Weltgeschichte gar nicht anders verlaufen könne, als daß sich über die Diktatur des Proletariats schließlich alle Menschen in einer kommunistischen Gesellschaft würden frei entwickeln können - gemäß ihren Bedürfnissen. Doch diese Gesellschaft würde es erst geben, wenn die Menschen das Bewußtsein dazu besäßen. Und dieses Bewußtsein wollte Marx über die Dauer einer Diktatur des Proletariats allmählich heranreifen lassen. Als Materialist nahm er an, daß das Sein das Bewußtsein präge. Er machte es sich nicht so einfach, wie Du das hier darstellst.
    Marx' Denkfehler lag nicht darin, sondern in etwas Substantiellerem: seine Wertschöpfungstheorie basiert auf einer Fehlannahme. Marx setzte die Arbeit als Substanz, genauer als "wertbildende Substanz". Arbeit ist also KEINE Tätigkeit zur Schöpfung von Wert resp. ein Mittel, um Bedürfnisse zu befriedigen, sondern selber zur Substanz geworden. Diese Substanz schafft nach Marx das Kapital, welches, anders ausgedrückt, objektiv "geronnene Arbeit" konkretisiert, die sich der Kapitalist subjektiv aneignet.
    Marx folgt hier, das sei zu seiner Verteidigung gesagt, seinem Lehrmeister Hegel, der das Sein aus dem Denken evozierte, mithin kann so aus einem Nichts doch tatsächlich etwas werden. Wie hübsch! Ironischerweise wird Marx somit selber zu einem Idealisten. Aber diesen Witz versteht keiner.

    Das klingt itzt hoffentlich nicht zu theoretisch. Vielleicht wird's klarer, was ich meine, durch folgende Überlegung: Wenn man 1850 einen Hektar bestellte, so waren dafür etliche Leute notwendig. Der Ertrag ihrer Arbeit war gering. Heute bestellt das in der gleichen Zeit einer, der Ertrag ist viel höher, entsprechend sinkt der Kornpreis. Anders ausgedrückt: die Arbeit, die man 1850 für eine Tonne Gerste benötigte, um also eine Tonne Gerste als Wert herzustellen, lag sicherlich um ein Vielfaches über dem heutigen Aufwand. Aber nach Marx' Theorie müßte der Wert der geronnenen Arbeit beide Male gleich sein. Ist sie aber nicht.
    Andererseits nun ergibt sich die Wertsetzung aus dem Gebrauchswert oder schlichtweg aus einem virtuellen, den wir Menschen bereit sind, für etwas auszugeben. Als ich mir im Jahre 1977 für 1000 Ostmark einen Rekorder kaufte, war dieser mir sehr viel mehr wert. Ich verdiente in der außerschulischen Arbeit 2,50 Mark je Stunde, was, setzt man das ins Verhältnis, nicht mit dem zu vergleichen ist, was ich heute verdiene, aber auch, was ich dafür bekomme. Einen Rekorder kann ich heute für 25 € kaufen, also sagen wir für 25 Minuten Arbeit. Keiner braucht mehr so etwas heute. 1977 hätte ich für das gleiche Produkt 800 mal so lange arbeiten müssen. (Allerdings war es mir das damals wert, heute dagegen...)

    Was ich damit sagen will: Marx' Hauptfehler lag darin, daß er die Arbeit als Substanz betrachtete und auf dem Begriff derselben seine Theorie errichtete. Die Arbeit ist aber nur eine Tätigkeit, deren "Wert" subjektiv ist. Eine Substanz ist sie nicht.

  2. #52
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Ich vertraue mal auf deine Geschichtskenntnisse und erweitere meinen Horziont.


    Unabhängig von einzelnen Inhalten respektiere ich die Lebensleistung des Karl M. - er hat sich Gedanken darüber gemacht...wie die Welt gerechter werden könnte. Er hatte also gute Absichten. Auf Marx selbst ist wohl kaum jemand böse - auch ich nicht.

  3. #53
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    Überspitzt ausgedrückt ist linkes Denken der Versuch die eigene Naivität so weit zu kultivieren, bis auch andere sie für sich als Lösung ihrer eigenen Probleme entdecken.


    Marx war ja nicht der erste...der auf solche Gedanken kam. Er schaffte es aber, wohl eher unabsichtlich, seine Theorien so unverständlich zu verpacken, dass sie keiner mehr verstand. Und wenn man etwas nicht versteht, dann bleiben zwei Möglichkeiten: 1. ablehnen, 2. zur Glaubenssache machen. Marxisten sind Jünger, Kippling + Co. Propheten.


    Eine Ideologie ist auch so etwas wie ein Kulturersatz. Aus der Sicht der Jugend waren die 50er die Jahre des Aufbruchs, die 60er die Jahre der Befreiung, die 70er die Jahre der Liebe, die 80er die Jahre des Friedens und des Naturschutzes. Das alles begleitet vom Rock n Roll, der Beat-Musik, der Alternativen Musik und der NDW -endete in den 90ern mit der Technomusik. Seit der Wiedervereinigung gibt es keine Jugendkultur mehr. Die Jugend hat seit dreißig Jahren kein Gesicht. Ob das mit der WV was zu tun hat oder purer Zufall ist...keine Ahnung. Auffällig jedoch, dass unser Land mit der WV stark nach links gerückt ist. Logisch, denn es kamen auf einen Schlag 17 Millionen Kommunisten in unser Land.

    Niemand machte sich die Mühe die Extremisten ausfindig zu machen und zu isolieren. Selbst die als Stasi-Mitarbeiter identifizierten Leute arbeiten heute als Richter, Polizisten, Lehrer, Professoren, Redakteure. Wir haben die Nazi-Zeit aufgearbeitet, aber nicht die Stasi-Zeit.


    So mancher wird jetzt sagen, dass nach der Wende viele Ost-Bürger die CDU wählten. Ja, aber nicht weil sie vom Programm überzeugt oder geläutert waren...sondern weil sie sich von Kohl auch die meiste Kohle erhofften. Es war eine vom Ego geprägte Entscheidung - und keine aus einer inneren Überzeugung heraus.


    Bis zur WV gab es im Westen keinen nennenswerten Rechtspopulismus. Zwar gab es zwischenzeitlich mal einen Schönhuber und seine Republikaner, aber der galt eher als Exot und Randerscheinung. Die NPD ist seit Jahrzehnten auf einem konstant niedrigen Niveau. Ein Beleg dafür, dass wir kein Problem mit Rechtsextremismus haben. In kaum einem europäischen Land gibt es so wenige Rechstextreme wie in Deutschland. Die Größe, mit der man sich befassen sollte, ist also nicht der Rechtsextremismus...sondern der Rechtspopulismus. Und der ist viel verbreiteter als manche glauben. Zu den Wählern der AfD gesellen sich nochmal so viele, die...wenn das Fass überläuft...von heute auf morgen dort andocken. Das dämliche Gelaber der Linken...von wegen offene Grenzen und freien Zugang zum Arbeitsmarkt für alle...füllt dieses Fass kontinuierlich. Wagenknecht weiß das, aber auf die hören ihre Genossinnen und Genossen nicht mehr. Die Linke im Ganzen und der linke Flügel der Grünen sind Gift für unsere Nation - aber auch für Europa.

    Der Wurmfortsatz dieses marxistischen Wahnsinns, der heutige Student, hat ein neues Lieblingsprojekt: "Free Interrail", Nach Erasmus Plus, Mietzuschuss -und Bafögerhöhung das nächste Geschenk für die Meinungs-und Gesichtslosen.
    Free Interrail, da würde man spontan sagen "ein linkes Projekt" - aber falsch! Dieses Projekt kommt aus dem konservativen Lager...genauer gesagt aus dem Lager der CSU.



    Wie ich schon immer sage: Der Kapitalismus mag ungerecht sein, aber er hat etwas zu verteilen. Linke wollen aus ihrem Gerechtigkeitsempfinden heraus linke Politik durchsetzen - vergessen dabei, dass die auf dem Papier wohl gerecht scheinen mag, aber in der gelebten Praxis nichts zu verteilen hat, da es nichts gibt...das man verteilen könnte. Das sage nicht ich, das sagt uns die Geschichte.

  4. #54
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    erstellt von digitale demagogie:

    Donald Trumps Tweets lösen international regelmäßig Wellen der Empörung aus. Er ist ein Reality TV- und Twitter-Präsident, der als Ausdruck seines Autoritarismus die Digital- und Entertainment-Kultur als ideologische Waffe instrumentalisiert. Der Autor setzt sich mit den Veränderungen der politischen Ökonomie kritisch auseinander, die sich vor allem auch im Umgang der Politik mit den neuen digitalen Kommunikationsformen offenbaren, um den weltweiten Aufstieg eines autoritären Kapitalismus, Nationalismus und rechter Ideologien zu erklären.
    Christian Fuchs gelingt dies, indem er die marxistische Theorie und die kritische Theorie der Frankfurter Schule in unsere heutige Zeit fortschreibt. »Digitale Demagogie« untersucht vor dem Hintergrund von Big Data und
    sozialen Medien die Erscheinungsformen des vorherrschenden Nationalismus und Autoritarismus und diskutiert Möglichkeiten, den Kapitalismus zu überwinden und die Linke zu erneuern.


    Hier sind gleich drei typische Denkfehler heutigen linken Denkens versammelt:
    1. der vorherrschende Zeitgeist ist NICHT "nationalistisch", sondern linksgrün. Die Politik in den USA korrigiert vergangene Fehlentwicklungen nur akzidentiell, die Struktur bleibt unangetastet, was sich durch das Establishment, die Medienlandschaft und die meist linksgrün wählenden und ideologisieren Intellektuellen belegen läßt;
    2. Twitter ist ein Medium, das selber keinem Autoritarismus entspricht und auch nicht als Instrument eines solchen gelten kann. Medien sind immer neutral in ihrem Eigenbild, werden aber zu den Waffen des Zeitgeistes und Establishments. Neben Trump nutzt dieses Medium beinahe jeder und verbreitet seine Inhalte. Es ist nicht anzunehmen, daß die vorherrschende linksgrüne Elite der USA/Westeuropas sich hier das meinungsmonopol strittig machen läßt. Abgesehen davon fährt Trump ganz gut mit seiner Schnurzel-Rolle, denn die meisten seiner Wähler mögen das Establishemnt gar nicht.
    3. Die Frankfurter Schule bildet die ideologische Grundlage des gegenwärtigen Establishments. Da sie dies imemr wieder dekonstruieren muß, das ist schließlich Kernmethode der Schule, kömmt sie nicht umhin, sich selber in Frage zu stellen, was aber nur Wiederkäuen ist, ergo bedient Fuchs das, was erwartet wird: Stillstand, weil man die Macht besitzt. Er geht hier eine merkwürdige (vitiöse) Verbindung mit dem Neo-Liberalismus ein, dem Trump zuzurechnen ist.

    Progressives linkes Denken würde darin liegen, die Grundfesten der Gesellschaft in Frage zu stellen. Wie allerdings will einer, der digitale Kommunikation und Medien, also bestenfalls etwas aus dem Überbau, beackert, die Substanz in Frage stellen? Substanz sind die Besitzverhältnisse. Die musser in Frage stellen.

  5. #55
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Tsipras lobt Merkel für ihre Flüchtlingspolitik und sucht die Zusammenarbeit mit unserer Kanzlerin. Wenn das mal kein Beleg dafür ist wie weit nach links unser Land gerutscht ist. Man bedenke, dass Merkel in aller Regelmäßigkeit mit unseren Gesetzen bricht...wenn sie z.B. Leute in unser Land lässt, denen das gerichtlich untersagt ist. Gesetze interessieren Merkel nicht - für linkes Denken geradezu typisch.

  6. #56
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Vorgestern "feierte" Deutschland 25 Jahre Tafeln. Seit 25 Jahren gibt es in Deutschland Tafeln, inzwischen knapp 1000 an der Zahl. Wobei das nur die offiziell geführten Tafeln sind...da gibt es zig weitere Organisationen und ehrenamtlich engagierte Bürger, die ebenfalls Lebensmittel unter den Bedürftigen verteilen. Dazu all die anderen...bereits aufgezählten Probleme wie Altersarmut, fehlende Wohnungen und Krippeplätze, schlecht ausgestattete Bildungseinrichtungen, befristete Arbeitsverhältnisse, Pflegenotstand, kaputte Brücken und Straßen, fehlende Infrastruktur für Digitalisierung (Glasfasernetz usw., Deutschland hinter vielen Entwicklungsländern) und und und....

    In Anbetracht solcher Umstände ist der gestrige Vorstoß Merkels...zusammen mit Macro einen EU-Haushalt auf den Weg zu bringen...fast schon ein Witz. Erstens haben wir schon eine gemeinsame Haushaltskasse, nur heißt die anders - und schon da ist Deutschland der mit Abstand größte Nettozahler...wir zahlen deutlich mehr Geld ein als alle anderen Staaten zusammen. Wir zahlen heute schon den Polen, den Ungarn, den Italienern, den Bulgaren usw ihre Straßen und Brücken, ihre Kulturprojekte....und tausende andere Dinge mehr. Und weil das den Schmarotzerstaaten nicht reicht und Merkel ihr Europa Projekt in Gefahr sieht...sie nicht in der Lage ist einen Weg zu finden...der nicht vorsieht...dass Deutschland die Steuerzahlungen seiner Bürger über ganz Europa ausschüttet...wird nun noch eine zweite Haushaltskasse ins Leben gerufen. Das ist linke Politik wie sie im Buche steht...wie von Marx gemalt. Und es ist eine Politik...die Europa an den Rande eines Krieges bringen wird. Durch planlose Umverteilungen den Frieden sichern, das ist schon bei anderen in die Hose gegangen.
    Das geht fast schon in Richtung Versailler Vetrag...nur schöner...nicht als Zwangsenteignung und Wiedergutmachung verpackt.

    So mancher heutige Student saß einst kopfschüttelnd im Unterricht...als ihm seine Lehrer vom Dritten Reich erzählten. Er konnte nicht glauben, dass die deutsche Bevölkerung so naiv war einem Hitler zu verfallen. Naja, da müssen schon sehr viele Dinge zusammenkommen...dass so etwas möglich wird...auch leben wir in einer anderen Zeit. Ein ganz wesentlicher Faktor...unabhängig von sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen...ist die Informationspolitik. Hitler war nicht nur ein Diktator, er war auch der erste weltweite Medienstar unter den Staatmännern. Was viele nicht wissen: Zwar war ihm auch etwas in die Wiege gelegt, aber sein Auftreten und seine Außenwirkung war vor allem das Ergebnis einer Fleißarbeit. Jede seiner Gesten war einstudiert. Hitler wurde von Theaterleuten und Rhetorikern über Jahre geschult. Er verbrachte über eine lange Zeit täglich mehrere Stunden vor dem Spiegel. Ihm standen die klügsten und kreativsten Köpfe jener Zeit zur Seite...die ihn bestens in Szene setzten.

    Das alles reicht aber nicht, wenn es mir nicht gelingt das Erlernte auch den Massen vorführen zu können. Hitler hätte jeden Abend im Bierkeller glänzen können, kaum jemand hätte jemals davon erfahren...wäre es ihm nicht auch gelungen die Medien hinter sich zu versammeln. Wir reden von einer Zeit...in der kaum ein Bürger der damaligen Welt seinen Staatschef zu Gesicht bekam - höchstens mal als unterbelichtetes Foto in einer Tageszeitung. Hitler war ständig Achse...reiste mehrfach durch die ganze Republik. Man "kannte" ihn - alleine das war in jener Zeit schon sehr aussergewöhnlich. Das ist im Tweet-Zeitalter ganz anders. In einem Punkt aber wäre sogar Hitler auf Merkel neidisch gewesen; hinsichtlich der Gleichschaltung unserer Massenmedien. Was Merkel heute freiwillg und frei Haus geliefert bekommt, musste sich Hitler mit Gewalt erzwingen. Nehmen wir nur mal die Massenvergewaltigung der 13-jährigen aus Velbert...von der ich hier berichtete. Von ARD bis NTV...nicht ein einziges Wort davon. Wenn aber in Indien...wie vor etwas über einem Jahr geschehen...das gleiche passiert...dann berichten die gleichen Medien tagelang davon. In Kandel....wo die 15-jährige Mia erstochen wurde...gab es letzte Woche wegen Messersteicherein im Flüchtlingsheim einen Goßeinsatz der Polizei...bei dem drei Polizisten verletzt wurden. Die Flüchtlingen in Massen mit Stichwaffen...Glasscherben...Eisenstangen auf die Polizei los. In den Medien kein Wort davon. Und so könnte ich euch jetzt ein Beispiel nach dem anderen nennen.

    Warum ist das so? Ich berichtete ja schon vor der Flüchtlingskrise davon...dass wir ein Problem mit unseren Medien und Journalisten haben...die mit einer ganz großen Mehrheit aus dem linken Lager heraus besetzt wurden und werden. Das alleine muss noch kein Poblem sein...kann aber sehr schnell zu einem werden - und das sehen wir heute auch sehr deutlich. Journalisten halten sich...wie Lehrer auch...für besonders schlau. Dass das so nicht stimmt...das wissen nur die Schlauen selbst. Beide leben davon andere zu be-lehren. Während sich die Lehrer dazu berufen fühlen staatstragend zu agieren...machen die Journalisten das im vorauseilenden Gehorsam. Dabei ist das völliger Quatsch, denn staatstragend würde ja bedeuten...dass ich per se eine vorherrschende Ideologie stütze...unabhängig davon wie irrsinnig diese ist. Der Lehrer hat sich also neutral zu verhalten...während der Journalist eher die Aufgabe hat diese Ideolgie kritisch zu hinterfragen. Denn wer sonst könnte die Rolle eines Kontrollorgans übernehmen? Was unter der Herrschaft der Nazis von rechts paktiziert wurde...wird unter Merkel von links ausgeübt. Das eine ist so falsch wie das andere schon falsch war.

    Statt also von Velbert +Co. zu berichten...heißen die heutigen Schlagzeilen: "Es kommen weniger Flüchtlinge nach Deutschland". Eine bewusst gesetzte und in die Irre führende Meldung...denn klar kommen weniger als 2015+2016...mehr könnten es ja auch kaum sein. Aber was bitte soll diese Meldung uns sagen? Das ist sowas von durchsichtig...und dennoch fallen die meisten darauf herein. In den dreißiger Jahren hatte man böse Absichten...heute meint man es gut - das Ergebnis könnte jedoch das gleiche sein. Die Journalisten wollen kein Öl ins Feuer gießen - welch ein Quatsch. Sie sollen die Wirklichkeit abbilden...nicht mehr...nicht weniger. Und wenn es dann so ist...dass diese Wirklichkeit die Massen aufbringt...dann ist das eben so...dann soll es so sein...denn erst dann ist die Politik auch gezwungen sich an der Meinung der Volkes auszurichten - also das zu machen...wofür sie da ist. Die Zensur war noch nie ein geeignetes Mittel. Wir leben in einer Demokratie...aber wir leben diese Demokratie nicht mehr. Und laufen im besten Falle nur noch irgendwelchen Leuten hinterher...oder wenden uns komplett ab. Und an diesem Punkt wiederholt sich die Geschichte.

  7. #57
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    merkel ist nicht links, ihre flüchtlinKspolitik ist nicht links. natürlich soll sie so von den erfüllungsgehilfenmedien dargestellt werden.
    in wahrheit ist es nur ein riesiger menschenhandel vor den augen der ganzen welt und wir alle schauen zu wie dumme lämmer. ja das ärgert mich!
    aber ich wiederhole mich hier. diese feststellung habe ich schon vor vier jahren gemacht. wir brauchen die fachkräfte, in krankenhäusern, im ingenieurbau und weiß ich wo nicht überall. ich stelle hier nicht die frage, ob das deutsche sozialsystem ausgenutzt wird von ausländern, asylanten, flüchtlingen und somit der eigentlich linke ansatz nach gerechtigkeit für die ganze bevölkerung in unserem land nicht gegeben ist. die merkelregierung ist aus ganz anderen gründen nicht links. nur stellt sie sich natürlich nicht vor die kameras um damit anzugeben auf wievielen blutigen steuergeldern unser wohlstand aufgebaut ist. wer die augen vor dem blutigen wohlstand verschließt gehört eigentlich therapiert, geschlossene, gummizelle etc. .
    was ist eigentlich politisch links? ´freiheitsrechte ausloten´ vielleicht

    was macht eigentlich ein linker politiker? vielleicht ist ein politiker nur dann wirklich links, wenn er seinen wahlkreis, den er zu repräsentieren verpflichtet ist tatsächlich in entscheidungsprozesse einbindet.

    wonach sehnt sich ein linker bürger? !

  8. #58
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Doch, saul, ist sie. Linkes Denken trägt die Sehnsucht nach Gleichheit. Jeder Mensch soll danach gleich sein, soll die gleichen Rechte besitzen, soll sich einpassen in die Schar der Unterprivilegierten, die doch letztlich alle sind, die nicht Teil haben an dem Besitz der Produktionsmittel, die sich dann ausbeuterisch (neuerdings gegen die Natur) verhalten und so weiter. Links zu sein, das bedeutet, sich gegen Establishment zu wehren, sich bei aller Verschiedenheit des Weges, doch in einem Ideenkreis zu bewegen, den ich wie folgt beschreiben möchte:

    Anarchisten lehnen jede institutionelle Form ab; Kommunisten setzen auf eine sie führende Partei und Sozialdemokraten/GRÜNE versuchen linke Ziele innert bürgerlich-liberaler Formen durchzusetzen. Alle drei Grundtypen des Linksseins eint der oben beschriebene Gedanke einer mutmaßlichen Gleichheit der Menschen. Sie gehen davon aus, daß menschlicher Einfluß eine Ungleichheit herstellte (an Besitz, an Zugriff auf Ressourcen, an Rechtsungleichheit, an Einfluß auf die Welt...), der rückgängig gemacht werden muß. Der erste moderne Linke, Rousseau, besaß schon diesen Gedanken (Zurück zur Natur!), aber dieser Gedanke ist noch älter und in der Sokratischen Schule erkennbar (man denke an Diogenes). Doch das nur nebenher.

    Wir müssen zwei Grundtypen des Linksseins unterscheiden:
    1. die bürgerliche (liberale) Linke und
    2. die proletarische (bolschewistische) Linke.

    Beide basieren auf dem Gleichheitsdiktum, das alle Menschen über Grund- und Menschenrechte nivelliert. Die bürgerliche Linke überläßt es dem einzelnen, sich einzureihen; die bolschewistische Linke schafft eine Partei, die als Elite die Massen führt. Es geht um Erziehung, Stigmatisierung, Sozialisierung und Vereinheitlichung. Während die Anarchisten glauben, man müsse die Strukturen zerstören, dann würde sich die Natur des Menschen durchsetzen und die Menschheit vereinheitlichen, glauben die Kommunisten das nicht. Sie setzen auf Bürokratisierung (Partei, Staat, Armee) und den damit verbundenen Zwang, der die Menschen allmählich zu besseren Menschen erziehen würde. Die Sozialisten/GRÜNEN hingegen verfolgen das gleiche Muster, nur etwas weicher, sanfter. Sie hängen ihrem Plan ein bürgerlich-liberales Mäntelchen um. Aber das Prinzip ist das gleiche. Sie setzen darauf, sich aufgrund der besseren Argumente durchzusetzen. Sie setzen auf ratio.

    Wenn Du diese Begriffsbestimmung itzt auf die Politik Merkels münzt, dann wirst Du feststellen, daß Merkel, obwohl sie einer scheinbar bürgerlichen Partei vorsteht, linke Politik macht.
    Vielleicht ist ja die Begriffsbestimmung falsch, dann biete mir eine andere an!

  9. #59
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Diese Begriffe kommen aus einer ganz anderen Zeit, lassen sich auf unsere heutige Gesellschaft nicht mehr 1:1 übertragen.

    Beispiel: Linke und Grüne sind beide (nach alten Maßstäben) linke Parteien, nehmen aber in der Außenpolitik komplett unterschiedliche Positionen ein...anders als z.B. in der Sozialpolitik. Was sie eint: für beide spielt das Vaterland, welches es für beide so gar nicht gibt, nur eine untergeordnete Rolle. Für einen Nationalisten sind beide Parteien nicht wählbar. Die Mitglieder beider Parteien verstehen sich als Weltbürger - Europa ist da der kleinste Nenner. Deutschland ist für sie ein Sprachraum ohne Grenzen, in dem sie eher zufällig leben. Die Anhänger rechter Politik hingegen werden mit einem Trump sympathisieren - sein "American first" ist für sie "Germany first". Müsste ich mich für eine der beiden Seiten entscheiden, dann fiele mir die Entscheidung leicht. Germany first wäre auch mein Motto. Ich muss mich aber nicht entscheiden...bzw es stehen für mich weitere Optionen zur Wahl. Alle andere Parteien sind für mich, wenn auch immer mit einem Zähneknirschen verbunden, wählbar. Nach "innen" geben die Grünen sich bürgerlich...sind sie zu Kompromissen fähig. Sehen wir ja in manchen Bundesländern...wo sie sowohl mit den Roten...als auch mit den Schwarzen können. Auf Bundesebene...da wird ein solches Bündnis nicht lange halten. Spätestens wenn die Flüchtlingsfrage auf den Tisch kommt und die CDU auch nur ein wenig einknickt...werden Mitglieder, Funktionäre und Wähler in Scharen zur AfD abwandern.

  10. #60
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Unsinn, ad. Begriffe wie "konservativ" kommen nicht aus einer "ganz anderen Zeit"; sie sind ewig. Ebensogut könntest Du behaupten, die Definition für einen Kreis, daß alle Punkte gleich weit weg von einem Mittelpunkt sein müssen, sei veraltet. Manche Dinge veralten eben nicht. Abgesehen davon scheinst Du nicht begriffen zu haben, daß ich GRÜNE und LINKE weitgehend einem Spektrum zuordne. Ich habe es auch begründet. Ihren Bezug zum Nationalen habe ich nicht untersucht, weil das nicht weiterführt. Die Bolschewiken besaßen gemäß Marx eine Theorie der weiter- und unterentwickelten Völker, wonach sie ihre Nationalitätenpolitik ausrichteten und eben, weil sich die Russen als die im Zarenreich am weitesten entwickelte Ethnie beschrieben, dieser auch eine Führungsrolle zugewiesen. (Ganz nebenbei bemerkt: Eben wegen dieser soziologischen Prägung setzen sich heute viele Rußlanddeutsche für die AfD ein. Bizarr, oder?) So etwas wäre dem Weltbürger Herder niemals eingefallen, der von der Idee Gottes in jedem Volke sprach und deshalb heute von den LINKEN als Vorläufer des Nationalismus bezeichnet wird. Dümmer geht es kaum. Und itzt kömmst Du und wirfst den tumben Trump und nationales Denken in einen Topf. Wen meint Trump mit "America first"? Das Volk, seine reichen Kumpelz, die bürgerliche Mittelschicht? auch die, die ihn nicht wählten? Und wen meinst Du, wenn Du von "Germany first" sprichst? Alle, die deutsch sprechen, die BRD, Lübben West oder die Wähler einer bestimmten Partei?

  11. #61
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Ich sprach ja auch nicht vom Konservatismus...sondern von der Verortung links/rechts und den damit verbundenen Verkürzungen von sehr komplexen Sachverhalten. Was war denn in den 60/70ern links/rechts? Links war SPD, rechts war CDU. Es gab Flügel, aber keine Abspaltungen. Wir leben jetzt in einer ganz anderen Zeit und in einer anderen Politiklandschaft...verwenden aber immer noch die alten Kampfbegriffe. Ich bin sogar sehr für Begriffe wie "konservativ", "patriotisch", "national"...denn sie verkörpern Grautöne...die wir auch benötigen. Weidel ist anders "rechts" als Höcke- und Wagenknecht anders links als Kipping. Wird aber alles irgendwie in einen Topf geworfen.

    Zu Germany (oder American) first: hier geht es um nationale Interessen...nicht um Hautfarben. Es geht daraum, dass das Wohl der eigenen Nation an oberster Stelle steht. Das schließt ja nicht aus, dass man die Interessen anderer berücksichtigt - aber im Zweifelsfall geht eben das eigene Wohl vor. Ein solches Denken kennen Linke und Grüne nicht- für sie leben wir in einer ewigen Schuld, die uns dazu verpflichtet anderen den Vortritt zu lassen. Eine europäische Haftungsunion kann nur derjenige befürworten, der den Deutschen etwas wegnehmen möchte, damit andere es bekommen. Das lehne ich persönlich (und viele andere auch) entschieden ab.

  12. #62
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    gerne,

    für mich ist der (zwangs-) kollektivismus ein schönes beispiel. eigentlich eine gute idee, produktion in staatliche hand zu geben. eigentlich eine linke idee. wenn sie aber mit wirtschaftlicher unterdrückung durchgesetzt wird, ist sie wohl kaum der wille eines volkes. und ja ein volk kann sehr wohl einen willen haben, den wunsch nach frieden möchte ich mal meinen. im grunde genommen unterscheidet sich der zwangskollektivismus nicht von der freien wirtschaft. in beiden fällen wird die bevölkerung genötigt, sich wirtschaftspolitischen bedingungen zu unterwerfen. für den großteil der menschen ändert sich an der eigenen wirtschaftlichen lage nichts. es gibt also keine umverteilung von einem zum anderen system. das einzige was sich ändert, sind die herrschenden klassen, eliten wenn man so will. und das darf man wohl auch getrost anzweifeln; als beispiel sei mal die merkel erwähnt.
    ich glaube nicht mal, daß der nationalstaat links sein kann. keine hierarchie, die machtkonzentration als konstante benutzt kann links sein. autonomie ist wohl das stichwort. in welcher form, darüber können wir bücher schreiben. oder lassen's bleiben. leider ist links sein, eine art abwehrhaltung. habe das bei vielen menschen beobachtet, denen links förmlich ins gesicht gepinselt ist. aber eben nur gepinselt.
    links sein heißt, ein großes bedürfnis nach gerechtigkeit zu verspüren, gesellschaftlich betrachtet also: dem eigentlichen sinn des begriffes demokratie gerecht werden zu wollen.
    ein linker volksvertreter ist leider das blödeste paradoxon in der ganzen politikerszene. denn, wenn schon der begriff repräsentative demokratie ein widerspruch in sich ist, dann muss ein nach volksherrschaft strebender volksverteter so etwas wie ein gebleichter weißer schimmel sein.

  13. #63
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    gerechtigkeit..."nur" der gerechtigkeit wegen...macht auch nicht besonders viel sinn. ginge es alleine darum...wäre auch ich ein linker. ich bin sehr für gerechtigkeit...versuche aber den machbaren nenner im auge zu behalten. eine extrem große menge x ungerecht verteilen...da kommt für den "letzten" mehr dabei heraus...als wenn wir eine bescheidene menge x gerecht verteilen. wenn die menschen am "unteren ende" darauf bestehen, dass sie prozentual im gleichen maße profitieren wie die am oberen...werden sie immer ein gefühl von ungerechtigkeit verspüren. wenn es mir selbst von tag zu tag besser geht, unabhängig davon welches glied in der kette ich bin...dann kann ich mich auch in einem ungerechten system wohlfühlen. nachteil eines solchen systems: es ist auf permanenten wachstum ausgelegt. auch wenn man die alt-68er immer wieder mit vietnam (kam erst viel später) in verbindung bringt...war das thema gerechtigkeit (arbeitsbedingungen/umverteilung/zu hohe mieten) die wiege dieser bewegung. die heutigen problem in sachen gerechtigkeit sind ein alter hut. der aktuelle wohnungsmangel und die teilweise zu hohen mieten sind nicht neu - und haben mit gerechtigkeit rein gar nichts zu tun.

    "gerechtigkeit" ist sowieso der falsche begriff für das...das wir unter der überschrift gerechtigkeit diskutieren...denn: bei der gerechtigkeit reden wir von emotionen - es gibt keine objektive, keine nüchterne und sachliche gerechtigkeit. wenn ich zwei arbeiter für die gleiche arbeit einstelle und beide nach stunden bezahle...von denen beide die gleiche anzahl leisten...bekommen beide auch das gleiche geld. wir nennen das gerecht. es kann aber sein, dass einer der beiden 60% des tagwerkes verrichtet, der andere nur 40%...weil er schneller, routinierter...sicherer...fleißiger ist. die wahrscheinlichkeit ist also groß, dass derjenige...der 60% leistet...die entlohnung als ungerecht empfindet. und selbst wenn beide jeweils 50% abarbeiten...könnte einer von beiden sagen: "ich habe drei kinder zu ernähren und eine doppelt so weite anfahrt zur arbeit wie der andere...der auch noch kinderlos ist...und bekomme den gleichen lohn- das ist ungerecht!". gerechtigkeit ist also immer, ohne jede ausnahme, eine emotionale angelegenheit. woran man also arbeiten kann...weshalb man es dann auch so nennen sollte...das ist das "ungleichgewicht". das kann man in zahlen ausdrücken...damit kann man arbeiten. aber auch nur dann...wenn man akzeptiert...dass es ein gleichgewicht nicht geben kann...weshalb das auch nicht das ziel sein darf. wenn ich schon dabei bin; auch die "gleichberechtigung" (von mann und frau) ist in aller munde. auch hier wählt man den falschen begriff. mann und frau sind schon lange gleichberechtigt...steht in unserer verfassung...und in den gesetze. wir fordren also etwas, das es schon lange gibt. hier wäre der richtige begriff die "gleichbehandlung". wird vielleicht mancher sagen das ist doch unerheblich. ist es eben nicht. geht es ums recht...sind die politiker gefragt. geht es um die behandlung...ist die gesellschaft gefragt. die überschrift "gleichberechtigung" ist für die politiker legitimation sich da einzumischen- gleichzeitig wird die gesellschaft von ihrer verantwortung freigesprochen. in beiden fällen führen falsche begrifflichkeiten auch inhaltlich in die irre.

  14. #64
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    wo rufe nach gerechtigkeit laut werden, dort lauert bereits das verlangen nach vergeltung

    siehe zb französische revolution


    auch deshalb wäre ich mit solchen begriffen sehr vorsichtig. die dinge gerade rücken reicht den menschen nicht mehr - der als schuldig identifizierte soll bestraft werden. können wir z zt. live miterleben: wir stellen ein ungleichgewicht fest und nennen es ungerechtigkeit. erster reflex; wir suchen nach schuldigen und finden sie in den vermietern, wohn -und bau -gesellschaften, usw./das ist typisch linkes denken. auf die idee, man könnte selbst teil des problems sein, kommt man nicht. es werden keine alternativen, und erst recht keine realistischen vorschläge gemacht - es wird ausschließlich mit verboten und strafen agiert. linke politik ist per se mittelalterlich...wird uns aber als modern verkauft. und nicht wenige menschen kaufen es auch noch.

  15. #65
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    AW: Marxismus, linkes Denken und Linksfaschismus

    Wirkliche Demokratie auf Nationalstaaten anzuwenden ist schwer umsetzbar, aber machbar. Leichter wird es auf kleinerer kommunaler Ebene, eigentlich liegt dort die Möglichkeit der Entfaltung von Autonomie. Das ist kein neuer Gedanke. Die Menschen haben schon immer in kleineren Gruppen, Sippen, Dörfern, Stämmen und so weiter gelebt. Doch sobald sich der Kreis einer Gemeinde ausdehnt und die Bevölkerung zunimmt, beobachten wir folgendes: es entwickeln sich Herrschaftsstrukturen, in denen es nicht um die natürliche Verteilung notwendiger und schöner Aufgaben geht, sondern vielmehr um die Unterdrückung einer Mehrheit und der Selbstbeweihräucherung und Dekadenz einer Minderheit, der herrschenden Klasse.
    Dieses Bewusstsein, möchte ich nochmal klarstellen, ist links. Wer das nicht kapiert, ist entweder auf harten Drogen hängen geblieben, oder möchte sich seine Unterwürfigkeit nicht in der Öffentlichkeit eingestehen (ähnlich verschämt wie ein Sechsjähriger, der sich eingepinkelt hat), oder leidet an einer der seltenen degenerativen Nervenkrankheiten, bei der sich allmählich das Hirn auflöst. Naja, es gibt viele Möglichkeiten es nicht wahrhaben zu wollen. Aber ich sage nicht, daß die Herrschenden Schuld sind an der mesantropischen Verteilung auf der Erde, es sind die Unterwürfigen, Dementen, degenerativ Leidenden, und nicht zuletzt die Zugedröhnten, die zu unorganisiert und satt auf der einen Seite und zu schwach und mittellos auf der anderen Seite sind. Oft führt eins ins andere. Unterwürfigkeit, Wahrheit, Zudröhnen, degenerieren, alt und dement werden.

    um außerdem deiner begrifssklauberei gerecht werden zu wollen: objektivität gehört nicht allein den empirischen wissenschaften. intersubjektivität, also allgemeingültigkeit entsteht nicht dadurch, daß ich etwas messe. die wissenschaft entsteht aus der allgemeingültigkeit der dinge. es braucht keine wissenschaftler, professoren und universitäten, und die gesetze des universums und die der erde, und die der tiere und pflanzen und menschen existieren doch.

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