+ Antworten
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Gegend um Suhl

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    25.February 2003
    Beiträge
    47
    Renommee-Modifikator
    0

    Post Gegend um Suhl

    warum bin ich
    vor versperrten
    horizonten
    der wald
    kann mich nicht
    bergen


    marmorn breitet
    der südthüringer
    himmel
    seine fremde
    sommerkühle


    ich weine
    den weißen
    juni aus


    in dessen
    letzten tag
    mein kind
    gelassen sprach:


    jesus
    der wagen bricht

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    10.July 2000
    Ort
    Duisburg
    Beiträge
    693
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: Gegend um Suhl

    Liebe tinka,
    ich lese gern, was Du schreibst und sag es unumwunden. Diese Zeilen hier las ich lieber als den Text über die Ameisenplage. Warum? Weil Du verdichtest, weil Du zumachst, wenn Du aufmachst. Und das ist der Reiz. Zeilen wie "ich weine den weißen Juni aus" sind hermetisch, gehören Dir allein, allerdings umgibst Du sie mit Wald und Landschaft in Südth?ringen. Ganz sich treu bleibend wird Robert sagen, das ist da gar niemals so wie Du schreibst und deshalb sind die Zeilen grottenschlecht und Du hättest lieber über Gummistiefel schreiben sollen. Ich aber schreibe etwas Anderes. Schreibe, dass ich ahnen kann und fühlen will, was da passiert ist, auch wenn es nur eine winzige kleine Alltäglichkeit war, die Du ausgeweint hast. Und siehe da: Manchmal weinen wir, weil wir nicht mehr die Gelassenheit des Kindes haben. Aber dafür können wir schreiben ähnlich dem Kind, das wir dann wieder werden. Ja, dann haben wir Welt und Himmel zugleich.

    herzlichst uis

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.556
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    AW: Gegend um Suhl

    Nö, das schreibe ich nicht. Das Perhorreszierende der Wirklichkeitswahrnehmung bindet uns so manchen Bären auf, von dem wir glauben, er sei untragbar. In diesen Text ließe sich etliches hineininterpretieren: vom Fluchterlebnis 1945 bis zum kühlen Sommererlebnis in den Bergen. Ich gehe gern im Oktober in Thüringens Berge. Manchmal schneit es. Die Luft ist jedenfalls oft eisig, beinahe wie im Hochgebirge. Zugleich aber riecht sie immer auch moosig, ist feucht und immer frisch, kalkig. Ich mag sie sehr.

+ Antworten

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •