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Thema: Hunderte sah ich gestrandet

  1. #1
    Laisa Bakersund
    Laufkundschaft

    Post Hunderte sah ich gestrandet

    Hunderte sah ich gestrandet,
    das Steuerrad hielt nur der eine
    fest in der Rechten, die Linke
    mit Macht getäut in die Wanten.

    Sicher der Kiel, wo sein Auge
    lotet die brüllenden Riffe,
    hinein in die hungrigen Wellen
    peitscht er die Ruder, die blanken.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    0

    AW: Hunderte sah ich gestrandet

    hallo!
    also dat finden ich juuut..... klingt irgendwie ein bischen wie john meinard ...oder "sagt's mutter:säst uwe"....oder "eein boot is noch bouten"


    aber da fehlt doch noch was.das kann doch da nich einfach aufhören!
    gruß..decariot,der klaus-klüsel

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Hunderte sah ich gestrandet

    Liebe LB,
    es bleibt ein Genretext, durch den etwas andres gesagt wird. Du musst noch eine halbe Strophe etwa hinzufügen, damit es klar wird, was Du meinst, ansonsten treibe ich auf dem Meer ohne große Erkenntnis, aber auch ohne große Not.


    herzlichst uis

  4. #4
    Laisa Bakersund
    Laufkundschaft

    AW: Hunderte sah ich gestrandet

    Hallo auch!
    dat freuen mich aber jetzt höchst vergnüglich . . . ein erster Willkommensgruß in der Runde, ein friedfertiger, wie es mir scheint . . . habe von diesem Forum erfahren und bin letzte Nacht nicht davon losgekommen, hat mir sehr gut gefallen! Hallo allerseits!


    decariot:
    ist frech, dass es einfach so aufhört, nicht? Ist natürlich nichts Fertiges, war nur so eine spontane Laune/Antwort/Adaption auf die Odyssee in klangvollen Hexametern, mal ausprobiert, und hat Spaß gemacht. (War auch ein Test, ob man im Forum darauf reagieren wird.)


    Jedoch muss ich sagen, dass mir dieser alte Text in seiner unfertigen, fragmentarischen Form irgendwie sympathisch ist, hat was orakelnd, fast Programmatisches, ein Bruchstück einer verlorengegangenen Botschaft, wofür auch immer. Er holt aus zur großen Geschichte, lässt jedoch alles offen.


    Vielleicht sollte es mir ein Ansporn sein, diesen Text für Sie weiterzudichten (-schmieden) - (, was Arbeit bedeutet, die fängt dann nämlich erst an.) Vielleicht würde ich, wenn ich es erzwänge, auch nur einen Frondienst an meiner Eitelkeit ableisten?


    Deshalb erst mal ein Neues aus der Kramkiste:


    Alle diese fernen Wege
    ziehen unter meinem Fuß,
    und dem ewgen Spiel der Winde
    lass ich meine Spur zum Gruß.


    Abende die Erde betten,
    Monde über alles schweigen,
    Träume ziehen ihre Reigen
    über kühle Ruhestätten.


    Sonnenrote Feldermeere
    künden ihre Göttermacht
    über allen Bau der Schwere,
    über alles Blau der Nacht.


    Golden trägt der Tag umwunden
    immerwährtes Leben fort.
    Vorwärts zieh ich meine Runden,
    bis ich an mein Ziel gefunden,
    treibt es mich von Ort zu Ort.




    (Fortsetzung folgt)


    Lieber Uis,
    danke für Deine Anmerkung! Es ist nur ein Genretext (siehe vorherige Antwort). Er hatte in seinem einstigen Entwurf mal den ehrgeizigen Titel "Die Söhne Gomers", ist dann nur ein Versuch geblieben. Ist ein Titel notwendig für diese Form? Kann man den Text nicht als Fragment gelten lassen, ich bin mir nicht klar darüber, werde darüber nachdenken. (Vielleicht muß ich auch die Spielregeln im Forum besser kennenlernen? Hatte "Betreff" nicht als "Titel" interpretiert.)

  5. #5
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Hunderte sah ich gestrandet

    Hab's gern gelesen. Es schmeckt die Luft nach Meer. Und so tran ich ein wenig hinter Deinen Worten her.


    Die Vergangenheitsformen in Deinem Text mißfallen mir.

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Hunderte sah ich gestrandet

    Liebe Laisa,
    bei der antiken Grönemeyer-Version ließ ich mir ja die Reime noch gefallen, nahezu aufdrücken, weil sie hexametrisch organisch daherkamen, aber bei dem zuletzt eingestellten Text aus Deiner Kramkiste, Gramkiste wäre auch ein Wort, da kommen mir wieder meine allgemeinen Überlegungen zum Gebrauch des Reimes an sich in den Sinn, über die ich mich hier nicht auslassen will. Kurzum: Der Text erinnert mich an eine ferne deutsche Zeit, die der Wandervögel. Ein Wandervogel... das war ein mutiger Jugendlicher mit Gitarre und Schuhen, die ihn weit zuweilen trugen... ja, das war mal...genau so wie das Reimen, das war auch mal... ich lasse Reime zu, auch bei mir, aber nur im Sonett, da sind sie zwingend erforderlich...deswegen schreib ich so selten welche...

    herzlichst uis

  7. #7
    Laisa Bakersund
    Laufkundschaft

    Post AW: Hunderte sah ich gestrandet

    Na nun geht's ja richtig los, dass es Spaß macht! Gefälligkeiten hatte ich keine erwartet, lieber Ovid. Deine gemeinen Überlegungen zum rechten Gebrauche des Reimens an sich und vielleicht auch noch im Besonderen, die würden mich tatsächlich interessieren. Vielleicht könnte ich sie auswendig lernen? Spaß beiseite!


    Ja, es war naiv von mir, diesen zugegeben süßlich, angejahrten Text so unverblümt in die Manege zu schicken. Das hab ich nun davon. Habe wohl unbedacht so einer sentimentalen Stimmung nachgegeben, und dann noch Reime! Vielleicht werde ich alt?
    Ehrlich, wenn ich mir den Text so aus dem Kontext herausgerissen noch einmal durchlese, geht es mir gleich auch so, wie das der Herr Uis so freundlich war, in seinen ausführlichen Erläuterungen über die Wanderbewegung auszumalen.
    Da komme ich nun leider nicht umhin, noch eine weitere Kohle nachzulegen (, auch wenn es die Geduld mancher hier auf eine harte Probe stellt, nehmen Sie meine Demut dafür: Es ist nicht der Weisheit letzter Schluss!) Ich werde die Textreihe als Ganzes aus meiner Gramkiste hervorziehen müssen.
    Die Texte gehören zu einem Theaterstück (wie so oft ein unfertiges) und führen ein zweites korrespondierendes Eigenleben neben dem Stück. Sie waren als Auftakt jedes Aktes von einem Sprecher (Clown oder Seher) vor geschlossenem Vorhang vorzutragen. Ich hatte durchaus dabei auch im ganz entfernten Sinne, Uis, an englische Sonette gedacht.
    Hier denn meine Verse, hinaus in den Schlund der Arena:


    1. Clown:


    Sternenriesen halten inne
    an der Berge Klippen Ränder,
    Feuerräder in der Asche
    nach gekreuzt von fremder Länder.
    Kolben dumpf die schweren Nächte
    Atem stößt Maschinenplan,
    und ein fahler Mond der Schlote
    lockt die Eisenkrabben an.


    Kann die Zeit, die teure Schwester,
    mir die furche Stirne kühlen,
    nur versprengt in kleine Nester
    wir den Tau der Sterne fühlen?
    Treibe auf dem Rücken liegend
    deine Wünsche übers Meer,
    wo die Schleier unsrer Fragen
    schmücken es von alters her!


    Schau in deines Herzens Tiefe,
    auf den Gründen deiner Liebe,
    in den Linien deiner Hände,
    in den Kammern deiner Triebe,
    in den Öffnungen deiner Münder,
    auf die Spuren deiner Küsse,
    auf die Zeugen deiner Berührungen,
    auf die Folgen deiner Verführungen,
    in die tiefen Schatten deiner Blicke,
    irgendeines Fremden Vorüberwehn!




    2. Clown:


    Alle diese fernen Wege . . . (siehe oben)




    3. Clown:


    Silberhelles Blattgeflüster
    und der Hang für große Namen
    fliehen durch das Schilfgeäste
    allen Fremden, die da kamen.


    Mondenglanz den Kampfesmüden,
    Wasserdunst dem Stab der Ehre,
    allen, die darnieder liegen
    ungeliebter Leibesschwere.


    Vogelraunen vor der Bitte
    um der kühlen Nachtesruh
    der versehrten Herzesmitte
    decken alles fehlen zu.




    4. Clown:


    Viele, die landeinwärts zogen
    ohne Glanz und Ruhmeszeichen,
    wo ein Schleier auf dem Felde
    atemschwer den Mut befällt.


    Netzend ihren Gaumenbogen
    Kann Gesang es jüngst begleichen,
    öffnen sie das Brustgewölbe
    wie ein weites Himmelszelt.




    5. Clown:


    Tief im Innern meiner Wunden,
    fern am Grunde meiner Schmerzen,
    dahin, wo kein Blick gefunden,
    ist ein Klang vom Schlag der Herzen.
    Seine ungesprochne Ahnung
    mir die alte Brust verengt,
    rührt mich diese leise Planung
    und mein Ende eingedenk.


    Wo den Fluss der tausend Träume
    quert ein Heer der tausend Söhne,
    und der scharfe Speer der Seume
    spaltet mir das Erdenschöne.


    In dem Feuer unsrer Triebe
    fällt ein helles Läuten ab,
    schaut ich einmal ihre Züge,
    und ich nehm sie mit ins Grab.


    Kann die Zeit, die teure Schwester
    nicht nach meinem Willen beugen,
    weiß ich einzig die Berufung
    diesen einen Wunsch bezeugen.
    Weit zurück nach langen Jahren
    fühl ich unsern ersten Gruß,
    will ich diesen wiederfinden,
    einen tiefen letzten Kuss.




    Uff fertig! Alter Text, war noch mit Maschine geschrieben, hoffentlich hab ich mich nicht vertippt. Ich merke schon, wie angreifbar er ist. Und ab dafür!


    Herzhöchlichst Laisa

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