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Thema: Laß uns zwei Bäume sein!

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Laß uns zwei Bäume sein!

    Lass uns zwei Bäume sein
    die sich mit ihren Ästen
    sanft berühren
    und Blütenküsse
    in die erste Frühlingssonne senden


    Lass uns zwei Bäume sein
    die sich im Wurzelwerk
    und in der Krone
    wild verschlingen


    Lass uns zwei Bäume sein
    die ihre überreifen Früchte
    fröhlich in der Herbsteszeit
    von Ästen
    auf die blattgetränkte warme Erde
    purzeln lassen


    Lass uns zwei Bäume sein
    die sich in Winternacktheit
    laubfrei nur allein
    an ihrem Blick erwärmen

  2. #2
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Schön das, Strömerchen.

    Aber ich sollte ein wenig weinen, weil ich, schnüff, heute zwei Bäume gefällt. Und sie hatten sich ja sooooo lieb.

    Egal, bald werden sie füreinander brennen.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    >Lass uns zwei Bäume sein
    die sich in Winternacktheit
    laubfrei nur allein
    an ihrem Blick erwärmen


    Hier find ich es schon nachteilig, daß die Interpunktion fehlt.


    Aber sonst find ich das einen schönen Text.

    oder laß das "laubfrei" weg, denn Nacktheit reicht eigentlich.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    hallo gegenströmung
    hat mir ausnehmend gut gefallen.
    allerdings war auch mir laubfrei und nacktheit gleich aufgestoßen.irgendwie laden diese bilder nicht zu dem ein,was du damit ausdrücken willst.
    ansonsten ist es ein wunderbarer text,den man gerne mehrmals liest. und alle weisheiten der welt sind auch hier zu erkennen.aber eben ganz anders ausgedrückt. GUT SO!!!!!!!!


    gruß deca-klaus

  5. #5
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Was passiert in diesem Text?
    Eine Bitte wird vorgetragen, das ist ja an sich nichts Schlechtes. Aber gleich viermal? Muss das sein, frag ich mich nach mehrmaligem Lesen. Weil auch der Gebrauch der Bilder leidet. So ein Baum hat viele Bestandteile. Da ließen sich gewiss noch zwanzig Strophen, zwanzigmal Bitten, hinzufügen. Lass uns zwei Bäume sein, die einander umschlugen aus ihren gemeinsamen Wurzelkanälen den Nektar der Fruchtbarkeit saugen... und schließlich: Lass uns zwei Bäume sein, die eng umschlungen aus ewig hartem Holz dem Sausen der Motorsäge trotzen. Das wäre dann Strophe zwanzig, und da die Bäume nicht gestorben sind, geht es wieder von vorne los. Aber will ich denn als Angesprochener ein solcher Baum dann sein? Wäre mir wohl eher langweilig, nehme ich an.
    Entschuldigt bitte, habe heute meinen satirischen Tag, aber mit dem Gedicht hat das nur am Rande zu tun. Es sagt mir eher weniger und schon...ja, ich find's a bisserl fad.


    herzlichst uis

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    >Lass uns zwei Bäume sein, die eng umschlungen aus ewig hartem Holz dem Sausen der Motorsäge trotzen.


    ach uis, das würde allenfalls in ein zweites zwei-baum-gedicht passen. ein satirisches. vielleicht könnte man noch mehr zwei-baum-gedichte machen, aber mischen, kann man sie nicht. kann man schon, wär aber doof.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    @ uis


    muß denn in einem gedicht immer etwas passieren? klappe action oder wie? es ist eine momentaufnahme, ein stimmungsbild. angereichert mit sehnsüchten und hoffnungen,die wohl in allen menschen sind.es ist gut so bis auf die letzte strophe. sie muß nicht anders an struktur sein.nur die bilder find ich hier nicht allzu gut gewählt.

    gruß...deca-klaus

  8. #8
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Gut, Leute, ich kann auch anders:
    Hier mein spezieller Kommentar speziell und extra privat ausgewählt für Tobias und decariot:
    Ich finde das Gedicht n i c h t gut!
    Das, was ich oben in meinem Kommentar geschrieben habe, war anders gemeint. Es war ein wenig satirischer Natur. Es war ironisch und sollte Kritik ersetzen. Deshalb habe ich die Strophen mit dem Wurzelkanal und der Motorsäge schnell mal dazu erfunden. Ich habe das nicht geschrieben, weil ich das Gedicht für so toll halte, dass man unbedingt noch zwanzig Strophen in der Art schreiben müsste. Bei diesem Gedicht hätte man prinzipiell keine einzige Strophe schreiben müssen, denn Philemon und Baucis hat es ja schon gegeben.
    Achtung: Dies war kein satirischer Kommentar!


    herzlichst uis


    P.S.: ... und wer w.s link nachgeht, der weiß, warum nachts über dem Ruhrgebiet immer ein Flugzeug kreist. Kommt morgens dann ein kleines gelbes Männchen raus.

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    >Ich finde das Gedicht n i c h t gut!


    uis, du blöd das w e i ß ich! ich wollte mit meinem kommentar nur sagen, daß ich DIESES gedicht mit DIESEN 4 strophen für gut halte und daß ich es, vielleicht schon mit einer fünften scheiße f?nd. aber daß es nicht auf die anzahl strophen ankömmt, sondern auf die komposition. und die gefällt mir eben. und wenn es 20 wären, wärs auch ok, solange die gesamtkomposition stimmt!

  10. #10
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    Post AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Links ein Baum,
    rechts ein Baum,
    in der Mitte Zwischenraum.


    Doch schöner noch
    von mir ein Traum,
    daß an dem Baum,
    welcher zur Linken
    jemand baumelt,
    sterbend winkend.


    Geckariot wohl kaum.

  11. #11
    Kurzvormabschussiger
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    Post AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Also das lob ich mir mal. Hier werden zwei verschiedene Meinungen standhaft vertreten. Aber wer von Euch beiden hat denn nun recht? Ist das Gedicht gut, wie Tobias findet oder ist es schlech, wie Uis sagt?
    Und ganz speziell für Hännemännchen dies:

    In einem meiner Träumchen
    sah ich ein Galgenbäumchen
    dran baumelte ein Männchen
    es krähte laut das Hähnchen.

    Hey... wer soll denn hier baumeln? So wie ich das sehe habt ihr Decariot inzwischen doch richtig lieb gewonnen.
    Scheint Euch richtig gut zu tun, der schroffe Wind, der hier herrscht und dem er trotzt.

  12. #12
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    Question AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Trotzt jener oder rotzt er nur?

  13. #13
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Ach Hannemännchen... jetzt hab ich soooo schön für Dich gereimt und Du sagst gar nichts dazu. Jetzt schmoll ich aber.

  14. #14
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    nur mal nebenbei....: interessant, welche persönlichen Animositäten sich so an ein paar Zeilen entspannen...


    oder werden sie stellvertretend benutzt?... und es geht schon längst nicht mehr um den Text?....


    ...und dabei wollt ich zwei Menschen mal eben nur zwei Bäume sein lassen...!!

  15. #15
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Animositäten? Aber nicht doch!


    Habe, ach, Deine vier Jahreszeiten mit tiefem Gefühl gelesen: Zwei Bäume hatten sich so gern. Was glaubst Du, wie mir zumute, wenn ich trotz heftigstem Liebesgeflüster im Wald weiterhin mit Holz nur heize?

  16. #16
    MANDALA
    Status: ungeklärt

    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Nun,Hahnemann
    Der eine mag Pflanzen,der andere hat's mehr mit Tieren....
    Suum cuique!
    Ein dreifach kräftiges: Gack gaaaaaack, gack gaaaaaaack, gack gaaaaaaack!!!!!!!!!!!!!

  17. #17
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Um wieder zum Text oben zurückzukehren. Liebe Gegenströmung, mir wird bei dieserart Texten immer ein wenig eng ums Herz.
    Lass uns! Ein Imperativ hier zu Beginn jeder Strophe. Und dann folgen wahrlich große Befehle oder Aufforderungen. Blütenküsse senden, wild verschlingen, fröhlich Früchte purzeln lassen, allein am Blick den Winter erwärmen... pöh. Mir erscheint dieser Blick auf Liebe naiv, aber auch überfordernd und überfrachtend.
    Aus diesem Grund behagen mir die Zeilen nicht.


    Lieben Gruß von
    Trist






    [Diese Nachricht wurde von Trist am 13. März 2003 editiert.]

  18. #18
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Liebe Trist...
    Nun ja, vielleicht liegt es an dem Reichtum meiner inneren Liebeserfahrung, dass ich eben auch solche Bilder einstelle... die krassen schmerzlichen Seiten aller Liebes-Beziehungen werden noch in ganz anderer Weise hier auch dann irgendwann zu lesen sein. Vielleicht wird dann dein Bild ein wenig abgerundet und du denkst nicht mehr, du hast es mit einer naiven Romantikerin aus einem merkwürdigen Wolkenkuckucksheim zu tun....


    Schaun wir mal...
    Aber ich verstehe deinen Einwand durchaus. Auch wenn er "mein" Gefühl jetzt nicht traf!

  19. #19
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    das beurteilen verläuft ja recht wunderlich: da warten einige immer erst einmal ab, wann aus respektablem munde eine meinung direkt ausgesprochen wird, und dann bekommen auch sie die kurve dorthin.
    gibt es eine geheime hierarchie?


    mir gefällt das gedicht übrigens nicht so besonders gut.

  20. #20
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Nicht, dass ich nicht zu meinen Gedichten stehen würde, aber ich muss sagen, dass es eine ganze REihe anderer Gedichte von mir hier gab, ich ich selbst, viel, viel besser fand, die aber "untergingen"! Nicht beachtens-wert!!! Ok. Das Maß der Aufmerksamkeit, das hier aber nicht nur dieses Gedicht, sondern auch andere Texte anderer Autoren bekommen, bezieht sich keineswegs immer nur auf die Güte, wenn du genau liest. Oft werden einfach Gespräche über ganz andere Dinge draus und man ist vom Text längst weg... Also viele Antworten heisst ja keineswegs: toll oder gelungen.... sondern manchmal nur: Treffpunkt für ein Schwätzchen!
    Das zumindest hab ich verstanden!
    Aber es ist ja nichts Schlimmes... sondern was Menschliches halt...

  21. #21
    Bauer Hans
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    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Und so soll es im Cafe Spruchreif auch sein. Rutscht aber Frau auf göttlichen Ratschluß ins Forum des geschriebenen Wortes, wird unverzüglich und ganz doll an ihr gearbeitet.

  22. #22
    Laisa Bakersund
    Status: ungeklärt

    AW: Laß uns zwei Bäume sein!

    Mir gefallen die vier Strophen, wenn ich mir dahinter einen lebendigen, fühlenden (ja liebenden) Menschen vorstellen kann. Göttlicher Ratschluss war es nicht, der diese Worte gesprochen. Es war eine sehr irdische, auch angreifbare Sehnsucht in Worte gefasst. Vier Strophen ist o.k., mehr würde ausufern und ermüden. Die dritte Strophe holpert ein wenig. "Blattgetränkt" ist unglücklich gewählt und weckt böse Erinnerungen. Bei der vierten Strophe war ich neugierig, wie Du sie im Sinne Deiner Ode positiv auflösen willst. Dann habe ich mich in den Baum hineinversetzt, dem nichts geblieben war nach einem Jahreslauf ("laubfrei" ist wirklich zuviel), da war ich plötzlich gerührt von dieser schlichten Antwort allein des Blickes. Es funktioniert.
    O.k., o.k., wir wollen nicht sentimental werden, welches Unwort, wollen wir nicht!


    Laisa

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