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Thema: Abendbegegnung

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Abendbegegnung

    Zieh deinen Glasmantel aus
    und wärm dich bei mir
    Schließe die Tür
    denn die Kälte der Welt will hinein
    Nimm einen Schluck
    heißer Gefühle
    und spüre die Glut
    die den Körper durchströmt
    Nimm einen Bissen
    vom Brote der Erde
    der Gärteig des Lebens
    bringt die Würze hinein
    Setz dich zum Ofen
    zum Weisheiten würfeln
    orakel mir doch
    mein Zukunftsgesicht
    Komm, trinken wir Wein
    und fluten Gedanken
    durch Seelen und Körper
    in der Tiefe der Nacht
    Ein Spiel muss nun sein
    wir mischen die Karten
    im Sturmglas des Lebens
    wird die Sehnsucht umwogt
    Die Nerven vibrieren
    Musik will voll tönen
    gewaltig stimmen
    die Lieder wir ein
    Es dröhnt durch den Raum
    es dröhnt durch die Zellen
    die Schwingung
    die Kälte
    die Glut
    und das Glück
    Es berauscht sich benebelt
    der Rest des Verstandes
    an der Wollust des Lebens
    im schwankenden Takt
    Wir singen
    wir weinen
    wir werden nun leiser
    durch den Glasmantel
    brach die Wärme hinein

  2. #2
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    AW: Abendbegegnung

    durch den Glasmantel
    brach die Wärme hinein


    Warum hier die Vergangenheit? Und Deine Groß-und Kleinschreibung führt ebenfalls zu Irritationen.
    Außerdem, so denke ich, möchtest Du etwas zuviel Aktion von dem Guten, dem Lieben. Meinst Du nicht zu überfordern?
    uis wird sicherlich noch mehr monieren - z. B. warum Du das Brot der Erde noch zusätzlich erklärst -, aber ich wage doch nicht, dem Meister der Herzen vorzugreifen.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Abendbegegnung

    Darüber würde ich allen Ernstes mal mit euch allen gerne eine Grundsatzdiskussion führen, da dieses ein echtes Problem ist! Das Problem von Maß, Fülle, Übertreibung und Überforderung - im Hinblick auf künstlerisches Schaffen... Mehr dazu demnächst! Gut, dass Du es angesprochen hat. Das Thema verfolgt mich meine Leben lang schon!....




    Der Meister des Herzens wird: rupfen! Der Text wird wie ein nacktes Huhn aufgeregt gackernd durch meine Schubladen laufen. Ich bin auf alles gefasst!!
    Aber vorab: es ist weniger (oder gar nicht?) Gedicht oder Lyrik, sondern STIMMUNGSBILD, das ich in Worte fassen "musste!"... Hier im Forum gibt es ja nun immerhin sehr verschiedene Texte und nicht nur Lyrik. Das schon mal vorab zur Versöhnung an uis Rupfekstase, falls es überhaupt der Mühe wert ist bei einem Stimmungsbild!

    Gruß
    Christa

  4. #4
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    AW: Abendbegegnung

    In der Tat, Ihr Lieben, rupfen lohnt nicht besonders. Hier liegt, wie so oft schon beim Strömerle, ein Stimmungsbild vor. Allein die Tatsache, dass ich sieben! Imperative gefunden habe, stört mich gewaltig in einem Text, der wie ein Gedicht daherkommt. Imperative verdichten nichts, sie weisen an, weisen eine Richtung, befehlen das Denken, das aber frei sein soll, sie drücken die Wünsche des Sprechers aus, allerdings auf eine viel zu direkte Weise. Ich mag das direkte aber nicht. Das Stimmungsbild als solches ist schön, es gefällt mir aber nicht als Text, weil es zu barock ist, zu manieristisch, zu gewollt. Das Gewollte aber soll erst immer noch entstehen beim Lesen bei jedem Leser im Kopf und nicht schon auf dem Papier vorhanden sein.

    herzlichst uis

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Abendbegegnung

    Ja, hast sicher unter dem Aspekt Deiner Betrachtungen leider, leider recht...


    Was bleibt mir?
    Sprachliche Reifung an so manch einem Text, der dann Grundlage für Dichtung mal wird.... Aber der Hinweis, dass das Stimmungsbild zumindest was An-Sprechendes enthält, lohnt dann zumindest die Arbeit daran... wenn die Reifung stärker wird und "dichter"...
    Insofern war auch diese Aussage nicht ganz unwichtig für mich.


    Nebenbei: So manch ein Text von mir ist nicht unbedingt für uis-Sprach-Kritik gedacht, sondern eigentlich Mischform ....
    Oder gilt das nicht?? Sollte ich es direkt und auf alle Fälle lassen?? Ich weiss es deshalb nicht so genau, weil hier im Forum ja in der Tat eben nicht nur "reine Lyrik" steht
    Sagt es mir gelegentlich!

    Danke, Christa

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Abendbegegnung

    klar gibt es einiges auszufeilen, wenn die sache als lyrik durchgehen soll.
    aber ich habe mich emotional angesprochen gefühlt wie von einem liebesbrief, der aus einem klaren herzen kommt.

  7. #7
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    AW: Abendbegegnung

    Interessante Reaktion, Tinka...
    Satz eins! Grrrr.. ja es mangelt noch! Ich weiss! Hast recht...


    Liebesbrief? Nein...
    Klares Herz? Nein...
    Es war wie eine "Trunkenheit" - jedoch ohne Alkohol oder Drogen"... ich lebte mich so tief in das Bild mit meinen Gedanken und Gefühlen (wenn auch noch mit mangelnder Sprachschönheit) ein, dass ich jede Faser dieses Bildes durchlebte. Ich trank den Wein, ich sang, ich weinte... All das. Vielleicht war mein Herz klar. Ich weiss es nicht mehr... Aber alles war unendlich tief in diesem Augenblick. Ich selbst war das Bild
    in all seinen verändernden Zuständen...


    Vielleicht hat es dich deshalb emotional angesprochen, weil ich das so unbenennbar tiefe Erleben dennoch mit reinwebte... und davon ist dann eben zumindest bei Dir was rübergekommen. Danke.

  8. #8
    Laisa Bakersund
    Status: ungeklärt

    AW: Abendbegegnung

    Deine Zeilen, Dein Stimmungsbild, was kümmert mich die Systematik der literarischen Gattungen (und deren korrekter Gebrauch), erscheinen mir in der Tat auch ein wenig barock, doch die Sprache gefällt mir, besonders ihr rhythmisches fast episches Dahinfließen. Die Fülle der Informationen ist so dicht, dass ich mir hin und wieder eine Zäsur zum Luftholen wünschte. (Strophen jedoch zwingen zur Ordnung der Gedanken.)
    Dein "Glasmantel" ist eine sehr bedeutungsschwangere surreale Findung, auf welche Du offensichtlich ungern verzichten möchtest. Du stellst diesen Schlüsselbegriff an sehr hervorgehobene Stelle als Eröffnung und als Abschluss Deines Textes. Im Sprachfluss der vielen Bilder hätte ich mich nicht daran gestört, hier hat er doch etwas sehr künstliches.
    Zuletzt will auch zu den häufiger erwähnten Thesen der (rechten) Verwendung des Imperativs meinen Senf hinzugeben:

    "Imperative verdichten nichts, sie weisen an, weisen eine Richtung, befehlen das Denken,"


    Dein Stimmungsbild ist zweifellos kein Traktat. Gegen diese Art von Vorschriften würde ich mich allerdings auch zur Wehr setzen. Für mich haben Deine Imperative etwas drängend leidenschaftliches, durch die gewiss auch etwas jugendlich Naives mit hindurchklingt. Insofern ist der Text doch nicht nur Stimmungsbild, sondern sagt auch sehr viel über die psychische Dynamik seiner Schöpferin aus. Würden wir diese dramatische Komponente (im Sinne von Bühnenkunst) aus der Literatur austreiben, würde hinter brillanten, unanfechtbaren Worten, oft nur ein gesichtsloses Neutrum zu finden sein. Es würde mir etwas fehlen. Ich bin gegen die Reinheit!


    Laisa

  9. #9
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    AW: Abendbegegnung

    Ich bin gegen die Reinheit, Laisa!


    Gut gebrüllt, Löwin!

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Abendbegegnung

    Geständnis!


    Manchmal bin ich euren Kritiken intellektuell einfach nicht gewachsen. Ich rate rum, was ihr damit meint.... Aber Laisa trifft irgendwie jetzt nochmal in den Wesenskern meiner Psyche, die sich ihr offenbar stärker als anderen hier erschließt - auch bei nur mäßiger Begabung meines Ausdrucks oder mir völlig unbekannter Regeln...
    (Man beachte, ich bin so ungeschult in all dem, wie man nur sein kann!)


    Soll ich trotzdem weiterschreiben? Uiiii.. interessante Um- und Anfrage, merke ich gerade!
    Ich überleg gerade: Wenn die Neins überwiegen, werde ich darauf Rück-Sicht nehmen, vor-sichts-halber, weil ich gern nach-sichtig bin...

  11. #11
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    AW: Abendbegegnung

    Du schreibst weiter, auch wenn die Neins überwiegen - nebenbei, ich betrachte das als fishing for compliments.


    Du gibst in Deinem Schreiben etwas von DEINER Seele, rücksichtslos. Würde ich in meiner Schreibe auf andere Meinung hören, was käme heraus? Einheitsbrei!


    Wollen wir den? Und wer ist hier intellektuell?

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Abendbegegnung

    Zitat Zitat von uisgeovid
    [..] Das Stimmungsbild als solches ist schön, es gefällt mir aber nicht als Text, weil es zu barock ist, zu manieristisch, zu gewollt. Das Gewollte aber soll erst immer noch entstehen beim Lesen bei jedem Leser im Kopf und nicht schon auf dem Papier vorhanden sein.
    genau so sehe ich das auch

  13. #13
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Abendbegegnung

    Schwulst.

  14. #14
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Abendbegegnung

    Nicht wirklich schwülstig...kommt aber etwas schwülstig rüber...da zu viele Metaphern und Füllwörter - und nicht nur deshalb unzureichend verdichtet

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