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Thema: Schnee über geviertelten Rauten

  1. #1
    Laisa Bakersund
    Status: ungeklärt

    Post Schnee über geviertelten Rauten

    Meine Blicke den ruhenden Bergen.
    Meine Lanze den mondlichten Zelten.
    Mein Schlucken dem Zittern von Eichen.
    Meine Zagdheit ins Rasenkleid.


    Meine Haare den Storchwanderern.
    Mein Lachen kleinen Räubern.
    Meine Scham den gehörnten Käfern und Schalensammlern.
    Meine Hände deiner Lust.


    Mein Urin den Rosse- und Bärenbändigern.
    Meine Falten dem Weizen.
    Meine Wunden dem Strom.
    Mein Rufen ins Morgengrauen.


    Mein Herzschlag dem leisen Klang deiner Schritte.
    Meine Angst dem eisernen Rabenschlag.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    Oldenburg
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    20

    AW: Schnee über geviertelten Rauten

    Hallo Laisa,


    ohne ein einziges Verb willst du hier auskommen. Kommst du? Du könntest schenken, opfern, vermachen, vererben, stehlen, gehören und soweiter. So bleibt der Text Aufzählung ohne ein Ziel, ohne Klimax oder Finale.


    Lieben Gruß von
    Trist

  3. #3
    bauer hans
    Status: ungeklärt

    AW: Schnee über geviertelten Rauten

    Wie nur fühlen sich gehörnte Käfer in der Scham an? Und wie lange kannst Du Dir den Urin verkneifen, bis mal wieder ein Bärenbändiger des Weges?
    Fragen, welche mich bewegen. Aber, muß Frau auch erst mal draufkommen auf Sonnen-Text.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    10.July 2000
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    Duisburg
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    705
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: Schnee über geviertelten Rauten

    Das ist hier Mischmasch, liebe Laisa, völliger Mischmasch. Manche Zeilen eignen sich für ein Gedicht drumherum vielleicht...die Falten im Weizenfeld eventuell, wenn es vom Mond herabgefallen wäre, aber nur dann. Also: weg damit. Mach etwas Neues draus, falls das noch geht, denn nur selten sah ich Sprache so statisch und unfruchtbar, so kastriert.


    herzlichst uis

  5. #5
    Laisa Bakersund
    Status: ungeklärt

    AW: Schnee über geviertelten Rauten

    Liebe Freunde der heiteren Muße,
    welch ein erfrischendes Bellen und Beißen, Jungs! Dabei war mir grad das Herz so schwer, hatte ich doch drüben in der zahlenden Kaste das ganze schöne Porzellan zerschlagen. Was gar nicht meine Absicht war, (ich bitte meine Wiedergutmachung zur Kenntnis zu nehmen!)
    Zuvor hatte mich mein Mutterinstinkt beinahe zur Glucke der Nation domestiziert, das konnte doch nicht angehen, oder? Aber wozu hab ich denn solch entzückende, bullenbeißige Ritter ohne Fehl und Tadel wie euch? (Das hatte ich fast vergessen.) Ein schöneres Geschenk konntet Ihr mir wirklich nicht machen, ich könnte Euch dafür küssen und bei den Ohren packen, alle drei. Gebt es mir heftig! Nun ist mir leichter.


    Hannemann, Weggefährte:
    "Ich habe deinesgleichen nie gehasst. Von allen Geistern, die verneinen, ist mir der Schalk am wenigsten zur Last." Dein Humor ist göttlich, mein Lieber, wenn Du es beispielsweise vorziehst "geistig in Würde zu verarmen!", könnte ich mich jetzt noch auf die Schenkel klopfen. Habe Deinen Disput mit glanzvollen Augen gelesen (und habe mich nicht reingehängt)! Es waren Sternstunden!
    Nun zu Deinen tiefschürfenden Fragen, die die Welt bewegen. Ich entscheide mich mal dafür: Tut mir leid, mein erymanthischer Frischling, das kann ich Dir leider auch nicht so genau sagen. Da hast Du wohl etwas zu wörtlich genommen. Oder bist Du vielleicht zu früh mit den Hühnern schlafen gegangen, und dann ist Dir die wilde Fantasie durchgegangen?


    Hochherzlicher UisgeOvid, wieder ganz der Alte:
    Beim Titel bist Du mir diesmal nicht auf den Leim gegangen, es war nämlich wieder mal keiner! Trotzdem gut gebellt Löwe! Was wolltest Du gleich wissen? "Ob es noch geht?" - was Neues draus zu machen. Aha. . . Nichts geht mehr, basta! Zu spät! Hier wird nichts umgestrickt oder fallengelassen, keine einzige Masche, sie gehören mir, weil das nämlich ein fertiges Stück Poesie ist, und kein Entwurf, mein Lieber, weil ich es dazu erklärt habe!!! Wenn Du verstehst, was ich meine??
    Nichts für ungut. Mit Deinem Kennerblick hast Du es sofort durchschaut, dass sich meine Zeilen nicht für ein Gedicht eignen, nie eignen werden! Aus der anderen Sesselecke betrachtet, sehen sie wahrhaftig nicht so aus, wie so etwas aussehen sollte, was man gemeinhin und abgedroschenerweise für ein Gedicht hält. Und das war mit Absicht.
    Kastriert ist aber ein gemeines Wort, Uis. Welche Bitterkeit hat das hervorgebracht? Wie kann ich es jemals wieder gut machen?


    P.S.: Habe versucht, den richtigen Ton zu treffen. Hoffe nicht, dass Du mir jetzt die Konzession entziehst, so dass ich nicht mehr bei Euch mitspielen darf.


    Mademoiselle Tristesse:
    Du hast ganz recht, das wollte ich, ohne Prädikat, nur Subjekt und Objekt, weiter nichts. Aufzählung, äußerste syntaktische Reduktion, das Geringste, was Sprache hergibt, archaisch, mythisch, immergleich, immer wieder aufs Neue beginnend, wie ein Gebet.
    Ich, meine Gaben und Befindlichkeiten auf der einen Seite, ihre Zuordnung, ihre Übergabe an die Dinge, die mir wichtig sind, auf der anderen. In dieser magischen Reduktion, zwischen den zwei Polen liegt dann ein solcher Reichtum an Geschichten. Das hat mich einfach fasziniert.


    Sehr hochachtungsvoll allen
    Laisa

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    21.June 2000
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    Renommee-Modifikator
    20

    AW: Schnee über geviertelten Rauten

    aber frau pfarrerin!


    meint b.

  7. #7
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    AW: Schnee über geviertelten Rauten

    Laisa hieß mein eskimosischer Schlittenhund, den ich gerne eingeschläfert, weil er lief, lief und lief...


    Ein anstrengender Wegbegleiter.

  8. #8
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Schnee über geviertelten Rauten

    Ohne Verben läuft im Deutschen gar nichts. Schach ohne Bauern macht auch keinen Spaß, Fußball ohne Foulspielen nicht und im Bett muß man auch mal beißen können.
    Ich sag dann auch gern mal: MEINETWEGEN. Und gegen Aufzählungen kann ich kaum was haben, weil sich in diesen manche Steigerung verstecken, immanieren und auch imaginieren läßt.


    Aber ich gebe zu bedenken, daß ein strophiges Gedicht ohne Verben irgendwie krumm ist. Krumm, weil es eigentlich (durch die Formvorgabe) sagen will, da, schaut her, ich habe etwas zu erzählen, nicht nur anzuzeigen. Ich will verstanden und gesungen werden. Strophengedichte müssen doch gesungen werden, oder?

    Allerdings sollen Verben nicht, wie die Bauern im Schach, das Beißen im Bett und das Foulspielen beim Fußball die Sache bestimmen. Maß halten!

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
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    6.April 2003
    Beiträge
    32
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Schnee über geviertelten Rauten

    Ohne Verben läuft im Deutschen gar nichts, wie Schach ohne Bauern... Ja und Nein.
    Denn Verben zu nominalisieren -und das hat du hier gemacht- kann ein Stilmittel sein, ein Stilmittel, der den Rhythmus bricht, damit er danach wieder fliesse.


    Vielleicht hast du das hier, in dieser konsequenten `Art?, etwas überzogen, aber es hat etwas.


    LG PUNKT

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