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Thema: rot und tot

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    rot und tot

    rot so rot so rosenrot
    tot so tot so mausetot
    blut so rot so blütenrot
    gott so tot so grottentot
    röter noch und töter nur noch götter

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: rot und tot

    griffig. der letzte vers hakt. entweder baust du da eine sprechpause ein oder du beläßt den vorigen rhythmus, solltest dir dann aber auf der dramaturgischen ebene einen knall einfall lassen.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: rot und tot

    ...dramaturgische Ebene? gehst noch? Ich vermute zu viel Rotspon gehabt... Ich fass es nicht.

  4. #4
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: rot und tot

    Ein Abgesang auf die SPD?

    Und warum "...nur noch Götter" und nicht "...sind die Götter"?...das wäre dann wenigstens ein Satz

    Eine griffige Dramaturgie kann auch ich nicht erkennen

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: rot und tot

    dank euch. ja, die letzte zeile. ursprünglich lautete sie so:

    röter noch und töter noch
    nur götter


    gefiel mir aber nicht.

    dann kam

    röter noch und töter nur noch
    götter

    gefiel mir aber auch nicht.

    und so wie es ist, ist es auch nicht zufriedenstellend, aber was bess'res fiel mir noch nicht ein.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: rot und tot

    Allerdings ist hier eine Dreiteilung zu erkennen. Dreiteilung ist das Alpha und Omega der Dichtung. Thesis, Antithesis und Synthesis. Man kann das auch einen Spannungsverlauf nennen oder die griffigste Form dramaturgischen Denkens. In diesem Kurztext ist die Dreiteilung durch Begriffe, die antinomisch miteinander verschränkt werden, erkennbar. ROT TOT GOTT Dem alten SPDler in mir hüpft das Herz. Rot bedeutet Leben (SPD), die Antinomie ist der Tod (Schwarze: CDU - die Groko), die Wiederaufnahme in Götter verspricht ewiges Leben. Till aber verschränkt das hier nicht nur sprachlich, sondern auch gedanklich. Im Grunde liebt er die Roten wie die Liebe, die durch Rosen figuriert werden. Doch, ach, dieses Leben existiert nicht mehr. Es ist im Dreck, wo die Ratten leben, offenbar gestorben. Ein Warum liefert er nicht. Muß man bei dieser Form auch nicht. Aus dem Dreck erhebt sich Hoffnung, Blüten sind das immer. Wie anders? Aus dem Toten muß neues Leben entstehen, andernfalls wäre nichts der Betrachtung wert. Nun wird beides miteinander verbunden. Das ewige Leben und die Steigerung des Toten, das GROTTEN ist nicht nur ein dunkler und, wie ich zu bedenken geben möchte, ein feuchter Ort, sondern immer auch Steigerungsaffix. Getreu dieser Steigerungsabsicht wird kompariert. Unsinnigerweise lassen sich Tod und Gott nicht steigern. Hier aber doch, spielerisch wird aus dem Gott ein Götter. Ist witzig. Und das ist dann die Synthese, zugleich in einer Unmöglichkeit fixiert, Gott zu Göttern zu steigern.
    Auf die Entwicklungen der Sozialdemokratie bezogen bedeutet das...

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: rot und tot

    Lieber aerolith, dank dir für deine wohlwollenden und ausführlichen Exegesen. Das Ganze ist oft mehr als die Summe seiner Teile. Wenn ich so etwas, wie diesen Text, schreibe, dann denke ich nie analytisch, sondern experimentiere ich zu einer Hälfte und spiele ich mit den Worten zur anderen Hälfte. Dass dann am Ende doch etwas rauskommt, was irgendwie Hand und Fuß hat, ist für mich jedes mal ein ganz kleines Wunderchen. Natürlich hakt es an vielen Ecken und Enden, doch dem wohlwollenden Rezipienten vermittelt es doch eine Ahnung dessen, was im Kopf des unsäglich undichten Dichter vorging. Thanx.

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