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Thema: Zorn und Haß

  1. #1
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    Zorn und Haß

    Lieber Herr Kalu,

    dabei ist mir nicht zum Lachen. Schreib doch mal was über den Unterschied zwischen Zorn und Hass. Würde mich interessieren, was die Unterscheidungsmerkmale ausmacht. Es waren immer "verspeiste, geopferte und gemordete Kinder, mit denen die schlimmsten Kriege und Verfolgungen ihren Anfang nahmen.

    Zorn und Hass entstehen aus der Trennung von der Liebe. Du weißt ja, wen ich damit meine.

  2. #2
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Was zum Lachen

    Schreib doch mal was über den Unterschied zwischen Zorn und Hass
    Zorn und Hass entstehen aus der Trennung von der Liebe


    Kann ich zornig auf mein Kind sein? Ja!...kann sich dieser Zorn zum Hass entwickeln? Nein!
    Kann ich zornig auf meinen Partner sein? Ja!...kann sich dieser Zorn zum Hass entwickeln? Ja!

    Also nur der Hass entsteht aus der Trennung von der Liebe, jedoch nicht (zwangsläufig auch) der Zorn.

    Oft ist das Vorhandensein von Liebe sogar Grundvoraussetzung um Zorn entwickeln zu können, oder auch die einzige Möglichkeit um das Gefühl von Liebe temporär nicht zuzulassen.
    Man kann abgrundtief hassen, aber nicht abgrundtief zornig sein. Wörtlich genommen bedeutet das, dass es zwischen der Liebe und dem Zorn keinen Abgrund gibt, während man sich beim Hassen bereits im Abgrund befindet. Man kann sich von der Liebe hin zum Hass entwickeln (in den Abgrund stürzen), aber nicht vom Hass hin zur Liebe (die senkrechte Steilwand hinaufklettern)

    Der Zorn muss sich aufbauen, kann... im Gegensatz zum Hass, nicht aus dem Nichts kommen. Zorn hat oft mit enttäuschten Erwartungen zu tun (ich bin zornig, weil man Kind für die Mathearbeit nicht gelernt hat). Der Hass ist weniger an eine Erwartung geknüpft, sondern mehr an das Selbstverständnis. Wer von seinem Partner enttäuscht wird, der wird deshalb wohl kaum einen Hass entwickeln...sondern eher traurig sein. Aus der Trauer entsteht nur selten Hass. Hass ist der Ausdruck von Hilflosigkeit - eine auf Angriff gerichtete Haltung von Körper Spannung) und Geist (Fantasie). Wir sprechen von Hassgefühlen, also von mehreren Gefühlen (die sich zu einem zähen Brei vermischen). Der Zorn steht für sich selbst und ist oft auch auf sich selbst gerichtet (ich bin nicht nur zornig auf das Kind, sondern viel mehr auf mich...weil ich nicht dahinter war...dass mein Kind für die Arbeit übt. Beim Zorn ist immer noch irgendwie der Verstand im Spiel, während ich nicht mit Verstand hassen kann.

    Der Zorn schüttelt dich durch, der Hass frisst dich auf.

  3. #3
    Konrad
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Anderedimension erklärt die Welt. Selten habe ich einen solchen Unsinn gelesen. Davon stimmt gar nichts.
    Wieso sollte jemand sein Kind nicht hassen können? Hass ist tiefe Abneigung, verbunden mit Vernichtungsgedanken, aufgrund von Hilflosigkeit und Ohnmacht. Eine Möglichkeit, zumindest in Gedanken, manchmal auch in der Tat, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Hass entsteht nicht plötzlich, ganz im Gegenteil. Er fußt auf emotionaler Verletzung.

    Ein Zornausbruch dagegen geschieht häufig im Affekt. Zorn ist das Resultat eines Ärgernisses.

    Jeder Scheiß entsteht aus der Abwesenheit von Liebe, allerdings aus der Abwesenheit von Selbstliebe.

  4. #4
    Kalu
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Es wurde explizit von WSIB die Frage an mich gestellt, was denn meiner Meinung nach den Unterschied zwischen 'Hass' und 'Zorn' ausmache. Ich versuche mich in einer Antwort. Zuerst als Beispiel aus der Praxis: Meine Kinder haben mich oft aufgeregt und zornig gemacht. Hass war da aber nie im Spiel.

    Als schräges Analogon: Da gibt es einen Ast am Baum, nicht sehr hoch gelegen. Direkt am Ansatz schon wächst eine bittere Frucht: Wut!, kann aber durch Beigabe von Vernunft und Menschlichkeit in ein genießbares Etwas verwandelt werden, sogar in eine Delikatesse. Der Astansatz mag genutzt werden als Kletterhilfe um höher gelegene Zweige zu erklimmen. Begeht man allerdings den Fehler, diesen Ast immer weiter entlang zu kriechen, kommt man zur überaus giftigen Frucht: HASS! Wer diese versucht mit Vernunft zu genießen ist unvernünftig, denn nicht der Hass verbessert das Leben, die Welt. Die Wut immerhin lässt einen einige überaus gerechtfertigte (symbolische) Ohrfeigen verteilen.

    Zorn klärt (sollte er wenigstens), Hass verdunkelt. Liebe erleuchtet.

  5. #5
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Was mich aufregt

    Ein Zornausbruch dagegen geschieht häufig im Affekt. Zorn ist das Resultat eines Ärgernisses.
    Ein Widerspruch in sich. Zudem "geschieht" Zorn nicht - und schon gar nicht im Affekt. Dass er das RESULTAT (was den Affekt ausschließt) eines Ärgernisses ist, habe ich ja oben ausführlich erklärt.

    Hass ist tiefe Abneigung, verbunden mit Vernichtungsgedanken, aufgrund von Hilflosigkeit und Ohnmacht
    Abneigung stimmt nicht zwangsläufig - ebenso wie die Vernichtungsgedanken nicht zwangsläufig stimmen. Ich habe das oben mit Fantasien erklärt, das müssen nicht unbedingt Vernichtungsgedanken sein. Von der Hilflosigkeit habe ich ebenfalls schon geschrieben.

    Zu sagen das stimmt alles nicht, um dann genau meine Worte zu wiederholen...ist schon eine sehr merkwürdige Vorgehensweise.

    Wieso sollte jemand sein Kind nicht hassen können?
    Niemand hasst sein Kind - das ist so. Oder gehören Sie zu der Sorte Mensch ...die Ausnahmen...welche vielleicht im Promillebereich liegen und auf Persönlichkeitsstörungen zurückzuführen sind...zur Regel machen wollen?! Oder gar jemand, der seine eigenen Erfahrungen als allgemeinverbindlich verkaufen möchte?

  6. #6
    Kalu
    Status: ungeklärt

    AW: Zorn und Haß

    Wie meinen? 'Semantische Leerstelle'? Im Wiki philosophica noch nicht aufgenommen?

    Ich hatte auch vorsichtshalber diese Begriffe nicht recherchiert.

    Bei Wiki philos. lande ich automatisch bei Schelling und Erkenntnistheorien und wenn ich das gelesen haben werden sollte (gelesen werden haben sollte?), tja, das kann ich doch nicht vorher wissen, gelle?

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Zorn und Haß

    das hatte technsiche gründe, karlchen.

    wenn ich beiträge verschieben möchte, muß ich zuvor einen ordner haben, in den ich etwas hinein verschieben kann, also muß ich einen ordner eröffnen. dann schiebe ich die zu verschiebenden texte in diesen ordner hinein und lösche den ordnereingangstext, der eigentlich nur ein platzhalter oder eine semantische leerstelle war. so erfolgt.

    jetzt hast du auf diesen zwei minuten existenten text schon geantwortet. du bist einfach zu schnell für mich.

    sich über semantische leerstellen zu unterhalten, hat was.

  8. #8
    Kalu
    Status: ungeklärt

    AW: Zorn und Haß

    Ah, ja. Verstanden. 'semantische Leerstelle': Das Schweigen im Wald? Schelling sollte ich mir mal in Groß ausdrucken und als Langzeitlektüre verwenden. (Der Bildschirm, die Augen ....)

    In Wiki phil. stehen einige Verweise, wo die Worte Hass und Zorn vorkommen, aber die Definition selber ist noch nicht erstellt. Oder täusche ich mich und habe nicht lange genug gesucht?

    Hier noch ein Zusatz. Wer die bittere Frucht HASS versucht mit Vernunft zu läutern wird feststellen, dass Hass und Intelligenz eine unheilbringende Symbiose ergeben können und es in der Geschichte auch oft genug schafften aus Problemen Katastrophen zu machen.

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Zorn und Haß

    Definition für Haß ist erstellt. Ich glaube, die Definition Zimmermanns gefällt Dir am besten.

  10. #10
    Kalu
    Status: ungeklärt
    Aber Scheler liegt völlig falsch: 'Hass hätte mit Wildheit, Zerstörungslust und Grausamkeit nichts zu tun.' Zimmermann geht klar - brauchbare Haushaltsware. :-)

    Isau schwafelt. Bruyere ist zu politisch, denn Hass hat auch andere Gründe als sozialen Neid.

    Hass ist invertierte Liebe (Ein Kumpel von mir)

    Zorn lässt einige Sicherungen rotglühend werden, manchmal auch durchbrennen.

    Hass hingegen lässt gleich den ganzen Sicherungskasten von der Wand fallen.
    Der Affekt schließt die Sicherungen anschließend wieder, aber leider verkehrt an.
    Liebe schraubt die Sicherungen an die richtigen Stellen und befestigt den Sicherungskasten mit mehr Dübeln. Vielleicht!


    Descartes mit seiner Philosophie des Zweifelns ist mir jedenfalls ein guter Anfang gewesen. Als 'natural born Neinchen' fand ich ihn seinerzeit faszinierend.


    Sind 'Gut' und 'Schlecht' nicht nur die zwei Seiten einer einzigen Münze?
    Ist Hass ohne seine Entsprechung im Gegenteil denn überhaupt noch Hass? Gibt es Münzen mit nur einer Seite?

    Hass macht dumm? Oder Dummheit macht hassen?

    So. Für heute habe ich genügend kommuniziert. Glaube ich.

  11. #11
    Konrad
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Ein Widerspruch in sich. Zudem "geschieht" Zorn nicht - und schon gar nicht im Affekt. Dass er das RESULTAT (was den Affekt ausschließt) eines Ärgernisses ist, habe ich ja oben ausführlich erklärt.



    Abneigung stimmt nicht zwangsläufig - ebenso wie die Vernichtungsgedanken nicht zwangsläufig stimmen. Ich habe das oben mit Fantasien erklärt, das müssen nicht unbedingt Vernichtungsgedanken sein. Von der Hilflosigkeit habe ich ebenfalls schon geschrieben.

    Zu sagen das stimmt alles nicht, um dann genau meine Worte zu wiederholen...ist schon eine sehr merkwürdige Vorgehensweise.



    Niemand hasst sein Kind - das ist so. Oder gehören Sie zu der Sorte Mensch ...die Ausnahmen...welche vielleicht im Promillebereich liegen und auf Persönlichkeitsstörungen zurückzuführen sind...zur Regel machen wollen?! Oder gar jemand, der seine eigenen Erfahrungen als allgemeinverbindlich verkaufen möchte?

    Ich habe Deine Worte nicht wiederholt.

    Erst behauptest Du, niemand hasse sein Kind, dann, im letzten Absatz, schreibst Du von Ausnahmen, Suchtkranken und Persönlichkeitsgestörten, von denen dann doch einige ihr Kind hassen könnten. Merkwürdig. Es geht gar nicht darum, etwas zur Regel zu machen, sondern darum, dass es durchaus Eltern(teile) gibt, die ihr Kind hassen.
    Und ein Wutausbruch geschieht sehr wohl im Affekt.

  12. #12
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Was mich aufregt

    Wir können das jetzt ins Endlose ausdehnen. Der Ausserirdische fragt... wie viele Finger hat der Mensch? - ich antworte: Der Mensch hat 10 Finger. Punkt.
    Du antwortest: Der Mensch hat 11 Finger, denn in Timbuktu wurde heute ein Kind mit 11 Fingern geboren.

    Und ein Wutausbruch geschieht sehr wohl im Affekt.
    Was hat denn der Zorn mit dem Wutausbruch zu tun???? Meinst Du nicht auch, dass dich dieses Thema....nicht inhaltlich...aber in der Argumentation... ein wenig überfordert?!?

  13. #13
    Konrad
    Status: ungeklärt

    AW: Zorn und Haß

    Du wirst unsachlich. Und persönlich. Seltsamerweise habe ich Dich ganz anders eingeschätzt.
    Ich bin ein großer Fan von Deinen Gedichten und habe im Traum nicht daran gedacht, dass jemand, der mit so viel Herz und Sehnsucht Gedichte schreibt, so zornig und bösartig sein könnte. Ich weiß, wenn ich jetzt schreibe, ich bin enttäuscht, steche ich in ein Wespennest und deshalb schreibe ich es nicht.
    Mein Fehler, von einem Text auf den Autor zu schließen.

  14. #14
    Renate Dubil
    Status: ungeklärt

    AW: Zorn und Haß

    Zitat Zitat von Konrad Beitrag anzeigen

    Mein Fehler, von einem Text auf den Autor zu schließen.


    Sie werden aus diesem Fehler lernen, oder auch nicht; was beides nichts macht.

    (Aus diesem Textchen heraus, bitte nicht auf die Autorin schließen, schießen oder scheißen.)

  15. #15
    Konrad
    Status: ungeklärt

    AW: Zorn und Haß

    Zitat Zitat von Renate Dubil Beitrag anzeigen
    Sie werden aus diesem Fehler lernen, oder auch nicht; was beides nichts macht.

    (Aus diesem Textchen heraus, bitte nicht auf die Autorin schließen, schießen oder scheißen.)
    Was nimmst Du Dir denn heraus?

  16. #16
    Renate Dubil
    Status: ungeklärt

    AW: Zorn und Haß

    Zitat Zitat von Konrad Beitrag anzeigen

    Was nimmst Du Dir denn heraus?




    Zu schreiben, wozu ich gerade Lust habe. Noch bessere Fragen auf Halde?

  17. #17
    Konrad
    Status: ungeklärt

    AW: Zorn und Haß

    Das schon, aber nicht an Dich.

  18. #18
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Zorn und Haß

    Du wirst unsachlich. Und persönlich. Seltsamerweise habe ich Dich ganz anders eingeschätzt.
    Die sachliche Ebene hattest Du, Konrad, schon mit deinem ersten Satz verlassen:

    Anderedimension erklärt die Welt. Selten habe ich einen solchen Unsinn gelesen. Davon stimmt gar nichts.
    Oder würdest Du diese Aussage als sachlich und unpersönlich annehmen?

    a. ich erklärte nicht die Welt
    b. was für dich keinen Sinn macht ist nicht zwangsläufig auch Unsinn
    c. vielleicht stimmt nicht alles, aber mit Sicherheit vieles


    persönlicher und unsachlicher könnte ein Einstieg kaum sein


    Es ist sicherlich nicht mein Ziel jemanden zu enttäuschen, aber ich werde auch in Zukunft die Inhalte meiner Texte nicht von den Erwartungen Anderer abhängig machen

  19. #19
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    AW: Zorn und Haß

    Seid Ihr jetzt "noch zornig" oder beginnt schon ein Hassgefühl aus der Bauchgegend zu entströmen?

    Ich kenne Menschen, die haben anscheindend inkarnationsübergreifend an ihrer Fähigkeit gearbeit, regelrechte Infraschallfrequenzen auszustrahlen.

    WIr bemerken diese Angriffe im Sonnengeflecht, dem Solarplexus. Ihr verdunkelt euren Geist wechselseitig. Ich ersönlich bin froh über diese lebendige Diskussion, zeigt sie doch auf, wie ambivalent wir Logik und Emotion durch die Maske von Persönlichkeit wahrnehmen.

    Könnte Zorn nicht mentaler und kognitiver Natur sein und Hass bedarf der Beteiligung des Bauchgehirns?

    Habe den Artikel von anderedimension mit einem wahren Experten für Zorn diskutiert. Für mich daher sehr hilfreich.

    Ich habe gelernt, dass beides bestimmte Frequenz(be-Reich)en des Geistes und des Körpers abbildet. Um die Frage zu verfeinern:

    Was ist das Gegenteil von Zorn?
    Was ist das Gegenteil von Hass?

    Zu den möglichen Antworten des EHEMALIGEN Zornesexperten später mehr. Was sind die Gegenfrequenzen, die Transmormation (Hochtakten) und Transmutation (Auflösung und Verwandlung in die Gegenschwingung) ermöglichen?

  20. #20
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Unterhält man sich mit den Angehörigen von Mordopfern, dann sind ihre Gefühle den Tätern gegenüber ganz unterschiedlich. Nur eine Minderheit hat Hassgefühle. Den Wunsch nach Vergeltung haben aber fast alle. Schwer zu sagen, welchem Gefühl sich dieser Wunsch zuordnen lässt. Strafe/Vergeltung/Rache....ist schon ein ganz schönes Durcheinander - die Motivation, warum man das eine oder andere möchte...ebenso unterschiedlich. Nur wer leidenschaftlich liebt, oder sich leidenschaftlich und vergeblich nach Liebe sehnt, der kann auch hassen. Der Hass ist also eine Leidenschaft.

    Vielleicht muss man, will man dem Hass auf die Schliche kommen, sich ganz andere Fragen stellen - z.B. ; warum hat die Natur den Hass installiert? Die Natur kennt keine Verschwendung, also muss auch der Hass für irgend etwas gut sein. Vielleicht braucht es den Hass dort, wo Wut und Zorn nicht mehr ausreichen um einen Schlussstrich zu ziehen?!? Der Hass bringt zumindest eine positive Eigenschaft mit; die Entschlossenheit! Womöglich reichten Wut und Zorn aus um den Säbelzahntiger vom Lager fern zu halten, aber nicht um ihn auszuradieren. Ich muss ihn unerbittlich... bis in den letzten Winkel der Erde... verfolgen...um auch den letzten seiner Art zu töten - dem steht wohl der Verstand entgegen. Vielleicht gab es Situationen...wo der Verstand einfach nur lästig war. Der Hass, so ermüdend er am Ende auch ist, setzt zunächst mal unglaubliche Kräfte frei (wie die Liebe auch). Hass kann wohl nur dann entstehen, wenn dir das´vermeintlich Unersetzbare bedroht, genommen ... oder vorenthalten wird.

    Ich "hasse" es zu rauchen, also höre ich damit auf.

    Was ist das Gegenteil von Zorn?
    Was ist das Gegenteil von Hass?
    Das Gegenteil von Zorn ist die Vergebung
    Das Gegenteil von Hass ist die Liebe

  21. #21
    Konrad
    Status: ungeklärt

    AW: Zorn und Haß

    Wenn die Liebe gestorben ist, bleibt kein Hass. Mit der Liebe stirbt auch die Hoffnung. Was bleibt ist Gleichgültigkeit.
    Ich meine hier die vermeintliche Liebe zu einem Partner, die fast immer mit Ansprüchen und enttäuschten Erwartungen verknüpft ist, nicht die Liebe als allumfassendes Sein.
    Liebe als solche, kann nicht sterben oder vergehen. Liebe ist. Und meiner Meinung nach gibt es davon kein Gegenteil.
    Dass das Gegenteil von Zorn die Vergebung ist, könnte sein.

  22. #22
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Zorn und Haß

    Ein echtes Gegenteil, so wie warm zu kalt, wird es nicht geben, das stimmt. Ich kann das 20 Grad warme Wasser dem 20 Grad kalten Wasser gegenüberstellen und den Unterschied auf 40 Grad beziffern. Weder für die Liebe, noch für den Hass, gibt es eine Maßeinheit oder Skala. Das macht es auch für den Poeten so schwer etwas in Worte zu fassen, das gar nicht in Worte zu fassen ist - um dann dennoch darauf zu hoffen...dass es verstanden wird. Liebe und Hass in der zwischenmenschlichen Beziehung haben sowieso nochmal eine ganz andere Qualität. Wenn Du einem Psychologen sagst, dass du deine Ex-Partnerin hasst, dann wird er dir Liebe unterstellen. Weder Trauer noch Enttäuschung können diesen Hass entfachen, sondern nur das verzweifelte Klammern an eine Liebe, die nur noch in deinem Kopf existiert, jedoch nicht im Kopf des Anderen. Verzweiflung, Hilflosigkeit und Ohnmacht können dann irgendwann zu Hass umschlagen. Ich behaupte aber, dass nicht jeder Mensch zu solch einem Hass fähig ist. Vielleicht ist der Hass letztendlich so bedingungslos...wie die Liebe es hätte sein sollen.

  23. #23
    Kalu
    Status: ungeklärt

    AW: Zorn und Haß

    Mein bisheriger Eindruck vom Gemüthsleben der Leute hier.

    Aerolith: Gegenwart im historischen Kontext sehend, mäßigend, Machbarkeits orientiert. Kontrolliert zornig.

    WSIB: Sachlich bemüht, aber ins Metaphysische triggernd. Leicht mit dem Hysteristanvirus infiziert. Wütend.

    Kalu: Nicht ernst zu nehmen, schwankt zwischen Zorn und Zynismus, bemüht sich dieses mit Ironie oder echten Argumente zu tarnen.

    AD: Zornig bis hasserfüllt. Bitter. Wenig konstruktiv. Schwer an dem Hysteristanvirus erkrankt.

    Streusalzwiese: Mal witzig, mal desinteressiert. Ziemlich lakonisch. Eher belustigt als Wütend.

    Kassandra: Hält sich weitgehendst raus.


    Das sind natürlich Fehlurteile aufgrund von Vorurteilen.

  24. #24
    Mitgestalter
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    AW: Zorn und Haß

    Zitat Zitat von Konrad Beitrag anzeigen
    Wenn die Liebe gestorben ist, bleibt kein Hass. Mit der Liebe stirbt auch die Hoffnung. Was bleibt ist Gleichgültigkeit.
    Ich meine hier die vermeintliche Liebe zu einem Partner, die fast immer mit Ansprüchen und enttäuschten Erwartungen verknüpft ist, nicht die Liebe als allumfassendes Sein.
    Liebe als solche, kann nicht sterben oder vergehen. Liebe ist. Und meiner Meinung nach gibt es davon kein Gegenteil.
    Dass das Gegenteil von Zorn die Vergebung ist, könnte sein.
    Ja, danke für die Berichtigung - Liebe kann kein Gegenteil haben. Dann muss der Hass eine Iluusion sein.

    Zum Argument von andereDimension gibt es ein Experiment:

    Lege eine Hand in eiskalten Wasser und die andere in warmes Wasser. Lasse sie eine Zeit darin liegen und an die Temperatur gewöhnen. Dann lege beide Hände in eine Schale mit lauwarmem Wasser: Welche Hand sagt Dir jetzt "die Wahrheit"?

    Schmeißt Du einen Frosch in heißes Wasser, springt er heraus. Setzt Du ihn in einen lauwarmen Kochtopf, bleibt er drin. Jetzt kannst Du die Herdplatte anstellen und ihn in aller Seelenruhe weichkochen.

    Dieses dauerhafte "weichgekocht werden" ist, was mich manchmal noch wütend zu machen scheint.

    An sich kann mich nur noch wenig vom Wahnsinn des Egos beeindrucken. Zorn und Haß, Wut und Trauen verleihen der Illusion des Egos eine Realität durch eine zugesprochene Wirkung. Ich rege mich also nicht über das Ego auf. Ich rege mich auf, weil ich mich noch aufregen lasse.

    Und: Wenn Konrad mit Ersterem meine Zustimmung verdient, dann kann Liebe auch nicht Sterben. Was allumfassend ist, kann nicht nur kein Gegenteil haben, es kann auch nicht Raum und Zeit unterworfen sein.

    Daher ist Liebe immer und überall. Nur eben vom Ebenbild nicht zu sehen, solange wir im Wut-, Zornes- oder Hassmodus sind.

    Es könnte sein, wir sind alle ein wenig kaluesk: Wir nehmen uns selbst nicht sonderlich ernst. Daher kann uns unser Selbst nicht davon überzeugen, es selbst zu sein. Wurde mal gesagt: An dem Tag, an dem sich alle Menschen nur um ihre eigenen "Probleme" kümmern würden, wäre die Welt schlagartig geheilt.

    Wobei PRO-Bleme von der Definition für und sind. Kontrableme haben wir ja zum Glück nicht.

    Im Grunde sind Zorn, Hass, Rache, Gewalt, Wut immer eine Projektion innerer Kompensationsdefizite und stellen eine falsche Auswahl dar. Es sind Ego-Magiespiele, die sich über den Entzug von Liebe definieren. Negative Zuwendungsspielchen aus einem Mangel an innerer Liebe zum Leben.

    Wir wählen im Alltag sehr häufig das Nicht-Leben, die Nicht-Anbindung an das Lebenssystem. Es ist nicht leicht, hinter der scheinbaren Hölle einen Himmel zu sehen. Leichter wird es, begreifen wir, die Hölle gewählt zu haben. Dann dann können wir sie als ausgelebt betrachten und weitergehen.

    Solange die Hölle von Wut, Zorn, Hass, Rache, Neid, Missgunst und Gewalt für uns einen Wert besitzt, wählen wir, diese zu betrachten.

    Nicht die Außenwelt macht die Innenwelt, die Innenwelt macht die Außenwelt.

  25. #25
    Resurrector Avatar von aerolith
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    26

    AW: Zorn und Haß

    Ich glaube nicht, daß Zorn, Haß und all das, was im Kontext der Todsünden im Menschen west, Projektionen auf die Umwelt sind. Manchmal, aber dem Wesen nach nicht. Sie gehören zum Menschen, sind Ausformungen des Bösen in uns, das wir benötigen, um uns in freier Willenskundgebung dagegen zu entscheiden. Das Böse kann und darf nicht zernichtet werden, denn es treibt uns an. Zorn, Haß, Gewalt und all das sind Folgen des ewigen Kampfes in uns. Ich möchte diese Affektationen des Willens nicht missen.

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