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Thema: perpetuum mobile

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  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post perpetuum mobile

    es heißt:
    frieden werde geschaffen
    und tote würden
    zu beklagen sein.


    wenn der friede
    geschafft ist
    und tote klagen


    hat man krieg geschaffen
    und neuen hass zu beklagen.


    grundlage für:
    klagende tote,
    zu beklagenden hass,
    kriegsschaffenden frieden
    friedensschaffenden krieg.


    perpetuum mobile

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: perpetuum mobile

    Ist nicht griffig genug! Diese Textsorte bedarf des Punktierens, nicht des Mittelworts. Ein Mittelwort zerbreit Inhalt, was gegebenenfalls notwendig, hier jedoch kontraproduktiv ist.
    Loben möchte ich die Durchführung des Gedankens.


    Ein persönliches Wort: Mir sind Leute immer dann am verdächtigsten, wenn sie den Zeigefinger heben. 'Da verbirgt sich doch was', denke ich.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: perpetuum mobile

    nun,rotbart....
    da hast du recht.leute,die ständig den zeigefinger erheben,sind auch mir verdächtig.(hast du den zeigefinger erhoben???)
    benenne mir die stelle,wo ich das in dem gedicht tue.ich sehe sie nicht wirklich.
    gruß....decariot

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: perpetuum mobile

    Der text ist eine Anklageschrift an diejenigen, die Krieg und Friedensschlüsse zu verantworten haben. Denen wird unterstellt, daß sie das eine tun, um das andere zu erhalten, sich also immerfort als dasjenige zu erweisen, was sie sein wollen, eben diejenigen, die Kriege führen, um Frieden zu schließen, der aber so geschlossen wird, daß der Krieg fortwährt.

    Das ist ein moralischer Zeigefinger. Der "Fehler" des Textes liegt nicht in der Durchführung, sondern in dem Ansatz. Ja ja, ich weiß, jeder Dichter hat wohl eine Phase, in der er moralisiert. Ich halte diese Phase bestenfalls für eine Zwischenzeit. Will ein Dichter moralisch wirken, sollte er den zeigefinger unten lassen, also den inneren, den äußeren sowieso, und sich auf die Verbesserung der Erde beschränken.

  5. #5
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: perpetuum mobile

    So ziemlich alle Lebewesen führen Kriege, aber nur die wenigsten sind in der Lage auch einen Frieden zu schließen. Um einen "echten Frieden" handelt es sich nur dann...wenn er auf Augenhöhe geschlossen wird - so zumindest meine Meinung. Ein Zustand von Frieden ist noch kein Frieden.

    Frieden, das heißt für mich vor allem "leben und leben lassen". Der Versailler Vertrag ließ uns am Leben, aber er ließ uns nicht leben. Und so sind wir Deutsche doch das beste Beispiel dafür...dass es eine hohe Kunst ist, einen fruchtbaren Frieden zu schließen.

  6. #6
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: perpetuum mobile

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    So ziemlich alle Lebewesen führen Kriege, aber nur die wenigsten sind in der Lage auch einen Frieden zu schließen. Um einen "echten Frieden" handelt es sich nur dann...wenn er auf Augenhöhe geschlossen wird - so zumindest meine Meinung. Ein Zustand von Frieden ist noch kein Frieden.
    Völkerrechtlich (=offiziell) nennt man den kriegslosen Zustand ohne Friedensvertrag "Waffenstillstand". Siehe auch Kapitel 5 HLKO.

    Frieden, das heißt für mich vor allem "leben und leben lassen". Der Versailler Vertrag ließ uns am Leben, aber er ließ uns nicht leben. Und so sind wir Deutsche doch das beste Beispiel dafür...dass es eine hohe Kunst ist, einen fruchtbaren Frieden zu schließen.
    Finde ich jetzt - v.a. mit Verweis auf das "Versailler Diktat" - etwas unglücklich formuliert. Es lag ja nicht an den Deutschen, daß mit dem erpreßten Gewaltfrieden von Versailles der Grundstein für den WWII gelegt wurde.
    Ich glaube, der Frieden von Brest-Litowsk wäre da ein besseres Beispiel: er zeigt noch am ehesten, wie man als Siegermacht dem Besiegten einen Friedensvertrag anbietet, der dem Besiegten seine Ehre, seine Würde und v.a. seinen Frieden läßt! Witzigerweise sind es aber gerade die Individuen, die den Versailler Vertrag als "Heiligtum" preisen, die den Frieden von Brest-Litowsk als Diktat bezeichnen

    Scheiß Sozen... :D

  7. #7
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    AW: perpetuum mobile

    Ich geh mal zurück zum Eingangstext, die völkerrechtlichen und friedenstheoretischen laß ich mal beiseite.

    Der Text dreht sich im Kreis, um den eigenen Nabel, die Partizipien 'geschafft' und 'geschaffen' werden zwar nach ihren unterschiedlichen Bedeutungen gebürstet und gekämmt, tote klagen und hass wird beklagt, die Begriffe Krieg, Tote, Haß, Friede, Krieg werden vertauscht, permutiert aber nicht konzentriert, eingedampft, zusammengefügt zu einer griffigen Figur. Beliebigkeit statt Zuspitzung. Dabei ist die Idee hinter dem Vers durchaus eine, die was hergäbe.

  8. #8
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    AW: perpetuum mobile

    Titat WirbelFCM

    Finde ich jetzt - v.a. mit Verweis auf das "Versailler Diktat" - etwas unglücklich formuliert. Es lag ja nicht an den Deutschen, daß mit dem erpreßten Gewaltfrieden von Versailles der Grundstein für den WWII gelegt wurde.
    Ich glaube, der Frieden von Brest-Litowsk wäre da ein besseres Beispiel: er zeigt noch am ehesten, wie man als Siegermacht dem Besiegten einen Friedensvertrag anbietet, der dem Besiegten seine Ehre, seine Würde und v.a. seinen Frieden läßt! Witzigerweise sind es aber gerade die Individuen, die den Versailler Vertrag als "Heiligtum" preisen, die den Frieden von Brest-Litowsk als Diktat bezeichnen
    Viellicht ist der VV wirklich ein schlechtes Beispiel...weil es sich dabei nicht um einen Vertrag im eigentliche Sinne handelte. In einem Vertrag...ob Arbeits-Miet oder sonst ein Vertrag...werden nicht nur Pflichten...sondern auch Rechte geregelt. Der VV war ein Diktat...weil sich die Gegenseite darauf verständigte Deutschland die Alleinschuld zu geben - was nicht der Realität entsprach. Der WK2 war die Quittung dafür. Wenigstens die Amis hatten aus diesem Fehler gelernt und es nach dem WK2 anders und besser gemacht. Wir haben den Amis sehr sehr viel zu verdanken - und auch wenn das jetzt siebzig Jahre her ist...sollte man nicht müde werden daran zu erinnern - gerade in Zeiten, wo USA-Bashing (nicht erst seit Trump) in Mode ist.

  9. #9
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    AW: perpetuum mobile

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Viellicht ist der VV wirklich ein schlechtes Beispiel...weil es sich dabei nicht um einen Vertrag im eigentliche Sinne handelte. In einem Vertrag...ob Arbeits-Miet oder sonst ein Vertrag...werden nicht nur Pflichten...sondern auch Rechte geregelt. Der VV war ein Diktat...weil sich die Gegenseite darauf verständigte Deutschland die Alleinschuld zu geben - was nicht der Realität entsprach. Der WK2 war die Quittung dafür. Wenigstens die Amis hatten aus diesem Fehler gelernt und es nach dem WK2 anders und besser gemacht. Wir haben den Amis sehr sehr viel zu verdanken - und auch wenn das jetzt siebzig Jahre her ist...sollte man nicht müde werden daran zu erinnern - gerade in Zeiten, wo USA-Bashing (nicht erst seit Trump) in Mode ist.
    Du meinst mit dem Hooton-oder Morgenthau-Plan?
    Besser gemacht? Für WEN besser gemacht? Für die ganze Welt trifft das zu, für DE allerdings nicht! Im Grunde hat man eine Kopie des VV erschaffen, nur wesentlich subtiler und perfider. Alles, was derzeit in Europa passiert (die Abschaffung der Nationalstaaten und die Provozierung von Bürgerkriegen zur Auslöschung der europäischen Völker) beruht darauf.

    Keine Ahnung, wofür Du den Amis dankst (vll. für rund 10 Mio. toten Deutschen nach Ende des WWII durch Deportationen oder den Holocaust auf den Rheinwiesen oder die Vernichtung der deutschen Kultur?) , ich danke ihnen höchstens für gute Musik oder Filme. Aber das hat ja nichts mit dem Krieg zu tun.

    Von daher gibt es nichts, wofür ich denen danken könnte!
    Du darfst mir aber gerne mal auf die Sprünge helfen - ich laß mich immer gerne eines Besseren belehren :-)

    In diesem Sinne: frohes Fest! :-)

  10. #10
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: perpetuum mobile

    Du bist zum Dank nicht verpflichtet. Geschichte lässt sich immer unterschiedlich interpretieren - und je nachdem welchen Platz man selbst (im Sinne der Tradition) in der Geschichte einnimmt...fällt auch die Interpretation aus. Die Liste...was wir den Amis zu verdanken haben...ist eine sehr lange. Auf jeden einzelnen Punkt einzugehen würde den Rahmen sprengen...aber den i.m.A. wesentlichsten kann man erwähnen: ob unsere liberale und freiheitliche Gesellschaft...unser Wohlstand...unsere Stabilität...das alles haben wir unserer Verfassung zu verdanken...die man gerne als die weltweit beste bezeichnen darf. Als die Amerikaner die Weimarer Verfassung unter die Lupe nahmen...da wurden sie fast neidisch...und beschlossen...dass die Deutschen keine runderneuerte Verfassung brauchen - es ausreicht die WV zu modifizieren...an der ein oder anderen Stellschraube zu drehen. Und das war der Schlüssel unseres "Erfolges". Hätten sich Franzosen und Briten durchgesetzt...wären wir wohl heute schon längst am Arsch.

    Danke und auch Dir ein frohes Fest!

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