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Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Und nun du

  1. #1
    Schwarze Susanna
    Status: ungeklärt

    Post Und nun du

    Tränen
    in gelobtem Licht.
    Wo Hoffnung sonst
    und Bangen.
    Richtig
    der Weg
    kasteiter Uneinigkeit.
    Gelungene Rückkehr.
    Und nun du.
    Und der Glaube
    an das Unglaubliche.
    Und Wissen um
    Tränen.
    Tränen des Glücks.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Und nun du

    Das ist richtig gut. Prima, Schwarte. Man könnte zwar hier und da und dort ein wenig pimpfeln, aber es ist ein so schöner Tag heut und der Text macht mich nicht traurig oder wütend. Also lob ich ihn. Was ist gelungen?


    So verrucht auch UNDs mitunter sind, hier haben sie einen fast schon antithetischen Anstrich, sie fungieren nämlich gar nicht als koordinierende Konjunktionen, sondern vielmehr betonen sie den Gegensatz. Aber in der Tat sind sie zusammenordnend. Was ja auch ein schönes Wort ist.
    Mir gefällt hier die dichterische Prägnanz, in der das Unzusammenhängende scheinbar zusammenhängt.
    Und hängt am Du, am Glauben und am Bangen. Das ist beinahe schon kunstvolle Verdichtung. Wenn's jetzt noch in einem Staccato stünde..., aber ich will ja nicht unverschämt sein.


    Meckern will ich dann wieder, wenn's regnet.

  3. #3
    Schwarze Susanna
    Status: ungeklärt

    AW: Und nun du

    Lieber Robert

    Für deine überaus freundliche Kritik danke ich dir. Es gefällt. Und das gefällt!
    Sollten jedoch kritische Anmerkungen am Regentag dir einfallen, so lass es mich wissen dann.


    Schwarze Susanna

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Und nun du

    Kalt ist das. Gerade zwanzig Kilometer zum Freund hin und zurück gestrampelt. Und dann das hier: Wenn Tränen und Licht einen Gegensatz bilden sollen, dann muß da zuvor was geklärt werden, dann muß aus dem Dunklen - das Tränen nicht sind! - etwas quillen, was eine Assoziation zuläßt. Tränen sind das Hellste, was wir besitzen, sie sind eine Erinnerung an unsere Verbindung zu den Göttern. Die Träne Allahs wie die Tränen des HErrn, der heute von den Juden verraten wurde. Richtig schon, daß den Tränen - wieder in einem Gegensatz - Hoffnung anheimgestellt wird, aber doch bitte nicht abstrakt-nominal, sondern als Bild. Haben wir da kein Bild, Schwarte?
    Ein Wort wie RICHTIG hat in einem Sinngedicht kaum etwas zu suchen. Es besitzt einen breiigen Charakter, der einem Menschen mit unzeitgemäßem Duktus unerträglich sein muß. KASTEIT ist in einem Athemzug mit GELUNGENe genannt, was kaum Begeisterung bei männlichen Lesern auslösen wird, denn KASTEIT erinnert allzusehr an kastriert.


    Insgesamt stehen zu viele Sinnträger nominal nebeneinander. 13 von 32 Wörtern sind Substantive. Was immer ein Zeichen unzureichender Beobachtungsschärfe ist. Die kleinen Worte sind die Seele der Sprache, nicht die großen und bedeutungsschwangeren.


    Auch so ließe sich Dein text lesen.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Und nun du

    "Die kleinen Worte sind die Seele der Sprache, nicht die Großen und Bedeutungsschwangeren."




    Hier möchte ich eben kurz widersprechen!


    Die Patholinguistik kennt bekanntlich einige typische Formen von Sprachstörungen. Zwei davon stehen sich recht konträr gegenüber, weil sie eben dadurch gekennzeichnet sind, dass


    A) der eine Typus (Broca) fast ausschließlich Inhaltswörter verwendet, hauptsächlich Nomen und Adjektive und Verben nicht flektiert, was sich ungefähr so anhört:


    "Karl... Garten... Blumen...gelb...schneiden... Ostern... Kirche...singen..."


    B) der zweite Typus (Wernicke) verwendet diese Worte gerade nicht, sondern nur Funktionswörter. Beispiel:


    "Also dann bin ich gewesen und habe doch gesagt, habe ich dann und bin rein und raus. Dann ohne nach oben und wieder runter. Gestern war es kalt und heute nicht. Gar nicht. Komm rein, habe ich gesagt, dann kannst du machen und legst dich hin..."


    Ich persönlich finde es fast schwerer im Gespräch mit einem Wernickepatienten den Inhalt zu entnehmen.
    Wie immer macht es eben die Mischung. Und wir reden hier ja auch gar nicht über Sprachstörungen, sondern über Kunst, gell?


    Lieben Gruß von
    Trist

  6. #6
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Und nun du

    So so, bei den Pathologen also ist das anders. Na, da bin ich aber froh, daß Dichter das auch sind, pathologisch.


    Die Tränen Allahs


  7. #7
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Und nun du

    Nein, heute gefällt mir dieser Text nicht mehr. Er geht so durch, deutet nur an, zielt aber weder auf einen Höhepunkt ab noch auf eine semantische Leerstelle, die meine Phantasie entzünden hülfe.

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