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Thema: Ja die Liebe

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Ja die Liebe

    (ich denke, das passt nicht in Lyrik, nicht in Lyrsa oder Prosa, drum stell ich es mal hier ab)



    Ja die Liebe über alles, sie ist das Gute selbst
    Ja die Liebe so rein, so unschuldig, so weiß wie Schnee
    Ja die Liebe, Liebling der Dichter und Musenkinder
    Ja die Liebe – besungen, beschworen, bereimt – eben beliebt


    Nun, die Liebe ist auch maßlos, blind, naiv
    Kann erdrücken, entflammen, verbrennen, töten
    Wer weiß um die Tränen aus Liebe
    Wer zählt die Toten aus Liebe


    Sie ist nicht wählerisch, schon gar nicht klug
    Wo sie hinfällt, fließen nicht nur Tränen, auch Blut
    Sie ergibt sich jedem, dient jedem Herrn
    Ob Erlöser, Messias, Verbrecher oder Schuft


    Aus Liebe heisst auch aus Einfalt und Dummheit
    Aus ihr speisen sich Wut und Hass
    Genauso wie Sorge und Angst
    Ja, sie macht mir Angst
    Geändert von eulenspiegel (09.12.19 um 20:03 Uhr)

  2. #2
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    AW: Ja die Liebe

    (ich denke, das passt nicht in Lyrik, nicht in Lyrsa oder Prosa, drum stell ich es mal hier ab)
    Machst Du es dir da nicht ein wenig zu einfach?

    Du könntest Dir auch folgende Fragen stellen:

    1. Warum ist es keine Lyrik?

    - findest Du eine Antwort darauf...dann ist es keine Lyrik...aber dann weißt Du was fehlt...damit es als Lyrik durchgeht
    - findest Du keine Antwort darauf...dann ist es Lyrik

    und die gleiche Frage kannst Du dir bzgl. Lyrsa und Prosa stellen

    ...dann weißt Du, was es ist

    mE ist es Lyrik

    nur würde ich nicht die Toten aus Liebe...sondern die Tode aus Liebe bevorzugen...denn man ist nicht aus Liebe tot...sondern man stirbt aus Liebe

    und "Genauso wie Sorge und Angst"

    ebenso Sorge und Angst


    Gruß, A.D.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Ja die Liebe

    Danke. Ich halte es für eine freie Assoziation. Für Lyrik zuwenig zugespitzt, verdichtet. Für Prosa zu formal, gebunden. Und mit Lyrsa kann ich eh nichts anfangen.

    Aber das ist eher zweitrangig.

    Tote aus Liebe sind etwas anderes als Tode aus Liebe. Und ja, ich meine schon Tote aus Liebe, weil Liebe auch töten kann, andere, nicht nur die Liebenden selbst.

    Liebe ist nicht nur das gute, positive, behütende, beschützende, selbstlose Gefühl, sie kann genauso destruktive, zerstörerische Kräfte wecken.

  4. #4
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    AW: Ja die Liebe

    Ich weiß schon wie Du das meinst...will auch nicht drauf herumreiten...aber auch nicht verschweigen...warum mir diese Stelle so wichtig ist.

    Ersetzen wir mal Liebe durch Hunger

    die Toten aus Hunger
    die Tode aus Hunger

    die Toten aus Hunger wären sozusagen die Hungertoten
    also müssten die Toten aus Liebe die Liebestoten sein

    die Hungertoten entbehrten aber nicht den Hunger...sondern das Essen

    aber jene, die an der Liebe sterben...was entbehrten die? Entweder sie mussten die eigene Liebe, oder die Gegenliebe entbehren. Die fehlende Gegenliebe empfinde ich aber nur dann als Entbehrung...wenn ich selbst liebe. Es gibt sozusagen kein zu hohes Maß an Liebe. Man stirbt nicht aus Liebe...sondern am Mangel an Liebe...bzw wegen Abwesenheit von Liebe.

    Der Tod aus Liebe lässt alle Optionen offen...denn der schließt den Prozess (ganz gleich welchen) selbst und das Ende des Prozesses mit ein. Vermutlich drücke ich mich mal wieder viel zu kompliziert aus - und wahrscheinlich ist das den meisten Menschen egal...ob Tot oder Tod. Da ich aber dazu gezwungen bin jede semantische Lücke füllen zu müssen...komme ich gar nicht umhin mich zu solchen Fragen zu melden.

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Ja die Liebe

    Ja, das ist deine Lesart und die ist völlig legitim und OK, wenn sie für dich passt.

    Und, scheisse, ich möchte diesen Text nicht 'verteidigen' oder erklären ......

    Meine Schreibart war aber eine etwas andere, nämlich 'Tote aus Liebe', das sind die Toten, die Opfer einer Liebe wurden, die andere dazu brachte, zu töten.

    Ich nenne nur Heimatliebe, Liebe zum Vaterland, einer Idee, einer Religion, einer Ideologie, oder Töten, um eine geliebte Person zu befreien, retten, schützen oder zu besitzen.
    Jetzt kannst du sagen, das sei nicht Liebe, sondern das seien mehr oder minder niedrige Motive ......
    Ich denke, man kann Liebe nicht trennen in gute, reine, hehre Liebe und deren andere Seite. Wie schrieb ich so schön: sie ist blind, ... und gar nicht klug.

  6. #6
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    AW: Ja die Liebe

    Danke für die Erörterung deines Motivs. Allerdings, verzeih, bestätigt das nur mein "Gefühl"

    denn:

    Tote aus Liebe
    "aus" ist hier das "Problem"...denn gedanklich steht dahinter "heraus"...also aus Liebe heraus. Kann somit nur aus der Perspektive des/der Täter so formuliert...so gesehen werden - "aus" bezieht sich auf das Motiv. Aus der Opfer oder Erzählperspektive betrachtet sind es "Tote der Liebe"

    Aber egal, müssen wir nicht vertiefen. Ich respektiere deine Sichtweise, auch ohne wenn und aber. Mit solchen Einwänden hinterfrage ich eher mich selbst...als dass ich dich kritisiere. Auch wenn ich nicht ergebnisoffen frage, stehe ich dem Ergebnis dennoch offen gegenüber.

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Ja die Liebe

    Natürlich hast du recht, das 'aus Liebe' kannst du so verstehen, wie du schriebst.

    Ich beziehe mich da auf die Vorzeile 'Tränen aus Liebe' - also die Tränen als 'Folge' eine starken Gefühls, in dem Fall der Liebe.
    So sehe ich auch die Toten - als Folgen eines bestimmten Gefühls.

    Du schaust aus der Opferperspektive, ich schrieb diese Zeilen aus der des auktiorialen Erzählers.

    Danke jedenfalls für den Dialog.

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