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Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Nebel

  1. #1
    Schwarze Susanna
    Status: ungeklärt

    Post Nebel

    Kein Stein gleicht
    dem anderen.
    Doch nur im Nebel.
    Die Anmut des Schwans
    kennt auch der Taube
    und Blinde spüren
    wie die Wolken ziehn.
    Schärft nicht die
    Unzulänglichkeit
    die Sinne?
    der Nebel zieht vorbei
    an meiner Zeit.
    Kommt,geht
    und hält mich
    an mir fest.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    26

    AW: Nebel

    Mir fällt hier ein Gleichnis Jesu ein, als der gefragt wurde, warum er Maria Magdalena mehr liebe als seine Jünger: Weshalb liebe ich euch nicht so wie sie? Ein Blinder und einer, der sieht, sind nicht voneinander geschieden, wenn sie im Dunkel sind. Wenn aber das Licht kommt, wird der Sehende das Licht sehen und der blind ist, wird im Dunkel bleiben. (Philippus-Evangelium 64,1)


    Seligkeit des Menschen spielt sich immer im Verborgenen ab, nur im Augenblick der Liebe erkennen zwei Menschen einander.


    Zuzanas Dunkelheit ist fragwürdig, eine fadenscheinige Angelegenheit ohne klare poetische Verdichtung. Nebelwand vor Askalon.


    Stilistischer Murks, mal Frage, mal Poetologie, dann eingesetztes Bild.

  3. #3
    Schwarze Susanna
    Status: ungeklärt

    AW: Nebel

    Die Bibel ist immer präsent. Bei allem Tun. Dennoch ist sie hier nicht Triebfeder.( Wobei ich immer der Meinung war, das es nur die fab 4 gibt: Markus, Matthias, Lukas und Johannes. Vielleicht hat Phillipus auch in der Bibel verlegen lassen. Aber niemals ein Evangelium. Dazu kenn ich den christlichen Laden denn doch zu gut)
    Du schreibst von "stilistischem Murks". Diese Einschätzung ist relativ, subjektiv und ohne Belang. Denn wer bestimmt,legt fest, was stilistisch ist? und was stilistischer Unmurks ist? Jeder mag es für sich einschätzen. Ein Faktum wird es dadurch jedoch nicht. Neue deutsche Lyrik konnte auch nur bestehen und existieren, weil sie sich der Fesseln und dem Joch jedweder Forderungen der "Stilfrage" entzog.

  4. #4
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Nebel

    Na aber! Das Philippus-Evangelium habe ich gerade erst gelesen. Ich fand es im zweiten Band der gnostischen Schriften, herausgegeben vom Artemis-Verlag 1971, S.95ff. (Ich setz sogar noch einen drauf: Zur Zeit lese ich das Thomas-Evangelium. Thomas, der Zwillingsbruder Jesu. Akademie-Verlag 1967. Mal sehen, was für Evangelien ich noch so finde.)


    Stilistischer Murks ist sicherlich vor allem subjektiv erfahrbar. Allerdings sagt die Welt zu einem Tisch eben Tisch, weil sie es sagen will oder eben eine Übereinkunft darüber besteht, daß ein Ding mit einer Platte auf wenigstens drei Beinen Tisch heißen soll. Und der Tisch ist eben ein Tisch nicht nur, solange ich das will, sondern auch unabhängig davon. (Allerdings wird deswegen auch oft Streit geführt, ob es denn wirklich so ist.) Dies hier ist ein Forum, Zuzana, in dem Kritik aus persönlich gefaßtem Urteil persönlich mitgeteilt wird. Es hieße also Eulen nach Athen zu tragen, meine Kritik als subjektiv zu bezeichnen. Dennoch folgt meine Kritik objektiven Maßstäben, beispielsweise den regeln der Zeichensetzung oder des Verses. Insofern ist Kritik nicht nur subjektiv und jedermanns eigenem Empfinden geschuldet.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    11.February 2003
    Beiträge
    125
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Nebel

    "Wir hören nun aus dem Evangelium von Phillipus....." Den Satz hab ich irgendwie noch nie in der Kirche gehört. Ja ein Tisch ist ein Tisch. Mit drei Beinen. Es gibt auch einbeinige Tische. Tische auf Rollen.Tische ohne Rollen und Beine.....Also: es gibt keine Vorgaben.Fantasie ist Auslöser für Mode,neue Stilrichtungen (Bauhaus, Rokkoko,Gründerzeit,Art Deco.....)So ist es auch mit Lyrik. Wenn's nach den Fantasielosen geht, dann schriebe sich alles noch so wie die Werke der Barden oder die des Walter von der Vogelweide.Alles ist im Wandel.Beständigkeit ist Rückschritt.Zumindest in Mode und Stil.Ich will nicht wie Walter von der Vogelweide schreiben. Auch nicht wie Goethe oder Lenau oder Brecht. Ich bin ich und schreibe meine ureigenste sicht der Worte. Denn auch in der Wahl der Worte gibt es keine Formen, Normen.Verknöchertes Denken wäre fehl am Platze.
    Aber es ist deine subjektive Meinung, die ich respektiere aber nicht akzeptiere.

  6. #6
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Nebel

    So, glaubst Du das wirklich, was Du da schreibst, Ilse Brückenmaier? Na dann! Viel Erfolg im Schlaraffenland der Indifferenten. Und immer daran denken: Am wichtigsten ist der Platz in der Mitte.
    Fand noch das Hebräer-Evangelium und das Ägypter-Evangelium. Beide etwas schwammig.
    Thomas haßt die Frauen, Geschlechtlichkeit und Sonnenuntergänge.


    Aber genug davon. Wenden wir uns der Literatur zu.

    Du kannst etwas nur dann als "Tisch" bezeichnen, wenn in Dir eine Idee dessen west, was das Wesen eines Tisches sein muß, also NICHT verändert werden darf. Rollen, Anzahl der Füße oder Beschaffenheit sind akzidentiell, das Wesen des Tisches ist es, eine Arbeitsfläche zu bieten. Ob die auf Rollen oder Füßen gebildet wird, ob die eben oder uneben ist, ist nebensächlich, sogar die Beschaffenheit hinsichtlich der Festigkeit ist nebensächlich, solange nur eine Arbeitsfläche für einen Arbeitswilligen gebildet worden ist, auf der er etwas ablagen kann. Das nennen wir "Tisch".

  7. #7
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Nebel

    Ich wußte, daß ich das Thomas-Evangelium schon mal gelesen hatte. Allerdings finde ich es nicht in meinem Bücherschrank. Also habe ich es bestellt. Es scheint sehr interessant zu sein.

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