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Thema: Hans, wir tanzen

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Hans, wir tanzen

    Hans, wir tanzen


    Hallo Hans! Du bist gerade eingenickt. Das ist eine günstige Möglichkeit für uns, mit dir ein wenig zu kommunizieren. Im Wachzustand bist du nicht sonderlich ansprechbar für uns. Aber im seltenen leichten mittäglichen Halbschlaf haben wir eine kleine Chance, in dein Unterbewusstsein zu dringen. Wenn du aufwachst, wirst du dich nicht mehr an uns in dieser lebendigen Form erinnern. Du wirst - wenn überhaupt - denken: "Was für ein merkwürdiger Traum...!" Tatsächlich träumst du dich aber selbst durch die tägliche Realität. Die nennst du: Wachsein. Aber das wollten wir dir eigentlich gar nicht erzählen. Sondern wir wollten nur ein wenig mit dir plaudern.


    Leider fehlt uns zum menschlichen Plaudern der Mund, die sonore oder hellklingende Stimme, die sich vielfältig formenden Lippen.... Aber das wäre es eigentlich auch schon. Ansonsten sind wir nicht nur hochpräsent, sondern auch sehr lebendig auf unsere ganz spezielle Art. Wir sind sogar sichtbar, fühlbar und fest. So zumindest nimmst du uns wahr. Dass du uns bei dieser Wahrnehmung allerdings auch reduzierst, verübeln wir dir nicht. Wir wissen ja: Wenn du dich wach wähnst, träumst du lediglich. Gerade fragst du dich in diesem Nickerchen: "Na, wer seid ihr denn nun? Kommt, sagt es endlich!" Ja, neugierig bist du schon immer gewesen. Das mögen wir an dir. Das einzige Problem bei deiner Neugierde ist jedoch dein Verstand, der so vieles innere Wissen blockiert. Noch immer vertraust du nicht deiner Intuition und überhörst geflissentlich die vielen leisen Stimmen in dir. Das wiederum betrübt uns etwas. Aber so sind halt die Menschen!


    Also gut: Wir sind Milliarden. Hier und jetzt. "Milliarden?"... Es schreit fast lachend aus dir raus und selbst in deinem kurzen Mittagsschläfchen verzieht sich süffisant dein Mund. Ja, Hans, wir sind Milliarden. Milliarden von winzigsten Bewusstseinseinheiten, die gerade mit dir kommunizieren. Wir schlossen uns zusammen und gaben uns eine schlichte, wenn auch in diesem Fall zweckmässige Form. In Raum und Zeit beschlossen wir eine gemeinsame Lebensdauer von 38,5 Jahren. Länger wollen wir nicht auf diese Weise zusammensein. Danach werden wir uns trennen und in vielen Kleingruppen von je einigen Millionen noch ein wenig Abschied feiern. Dieser Abschied wird sich über einige Jahre - gemessen in deiner Zeitrechnung - bewegen. Danach transformieren wir uns und wechseln in andere Aggregatzustände. Zum Feuertod sind wir entschlossen, um zu überleben.


    Du wirst gerade unruhig, Hans! Ja, wir spannen dich auf die Folter. Wir sprechen zu dir. In deinem Innern vernimmst du uns obschon du schläfst und Stille um dich ist. ... Wir sind es! Wir - dein Stuhl - auf dem Du so gerne und auch jetzt sitzt und einen kleinen Kurzschlaf hältst. Unbändige Lust trieb uns, dein Stuhl zu sein. Hättest du auch nur eine Ahnung davon, was wir anstellen mussten, um je dein Stuhl zu werden, dein kleiner Verstand würde den freiwilligen Exodus aus dem Körper vollziehen. All das geschah einzig zum Zwecke, mit dir des öfteren zusammenzusein. Über Kontinente hinweg mussten wir uns auf abenteuerlichen Wegen finden. Einige Milliarden Bewusstseinselemente von uns fanden, gebunden und vereint im Eisen, den Weg aus den russischen Bergwerken nach Deutschland, um feiner Stahl zu werden. Andere atomare Bewusstseinselemente, gespeichert in Holz, traten ihre langen Reisen übers Meer aus den brasilianischen Wäldern an.


    Davor hatten wir - zum Teil Jahrtausende lang - ein völlig anderes Leben. Diejenigen unter uns, die sich im Eisen inkarnierten, schliefen sogar Jahrmillionen unter der Erde und "träumten von Dir".... Ihr letztes Ziel warst: DU. Entsorgst du uns, ist unsere gemeinsame Zeit beendet. Jeder von uns wird sich dann neue Aufgaben suchen zum Zwecke der eigenen Werterfüllung. Unser ganzes Sein ist auf Freude und auf Werterfüllung ausgerichtet. Diese Freude am Sein gibt uns die Kraft, Strukturen zu gebären, aus denen ihr Menschen Stühle, Puppen und Fußbälle formt. Genauso ergeht es den wunderbaren, glänzenden Edelhölzern aus dem südamerikanischen Kontinent. Sie sind unsere jüngsten Brüder und wollten Sitzfläche und Rückenlehne für dich sein.. Nichts anderes war je geplant. Auch sie hatten Sehnsucht nach dir und deiner Nähe.




    Wir alle gemeinsam bilden hier und jetzt deinen Stuhl aus chromblitzendem Rohr und Palisander. Unsere Armlehnen sind wohlgeformt und dein Rücken findet die ideale Entspannung. Deshalb suchst du uns immer wieder auf und wirst es 38,5 Jahre tun, obschon wir dann schon längst veraltet und fern von jeder Mode sind. Ein kluger, kreativer Konstrukteur folgte unseren sehr genauen, geheimen Anweisungen in Bezug auf die ergonomische Optimalfunktion der für dich günstigsten Sitz- und Ruhehaltung. Unser Wohltun wird es sein, weshalb du uns allen lange die Treue halten wirst, so wie wir sie dir halten...


    Hans! Wir tanzen. Wir freuen uns an deinem Schlaf. Wir freuen uns auch an Deiner Offenheit im Schlaf, zu der wir im Wachbewusstsein keinen Zugang finden. Ja, wir tanzen! Du nimmst uns als fest und stabil wahr. Du nimmst auf uns Platz: zum arbeiten, telefonieren, Entscheidungen treffen - manchmal auch zum Essen. Du weisst nichts davon, wie viel Einfluss wir auf Teile deines Lebens ausüben, indem wir unseren Tanz in der Struktur verändern und diesen Tanz zu deinem Wohlbefinden immer neu kreieren. So wirken wir mit Dir...


    Hans, gleich wirst du wach! Wir ziehen uns mental aus dir zurück. Wir sind dein Stuhl und wollen dein bequemes Sitzen. Zumindest erscheinen wir dir so. Aus höherer Wirklichkeit jedoch betrachtet sind wir deine atomaren Freunde. Milliarden von Freunden, aus den Tiefen der russischen Erde, aus den Wäldern des Amazonas. Wir sind molekulare Bewusstseinseinheiten und tanzen für dich. Alleine für dich.

  2. #2
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Hans, wir tanzen

    Anfang gut, Ende gut, Mitte schlecht. Das ist ein Lirumlarum-Text, so ein Dingen ins Leere hinein. Ich wünschte, Du säßest auf einem Nichts und würdest daherkommen. Das Nichts muß es doch sein, wozwischen Du west, oder?


    Wenn Du schon so ein nebulös-verquastes Thema wie Entsatz benimmst, dann such Dir doch da drin etwas Greifbares. Was, meinst, bleibt von diesem Text dem Leser haften?

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Hans, wir tanzen

    Also, wenn ich den Text lesen würde (aber ich habe ihn nun mal geschrieben!), dann bliebe bei mir haften, wie wundervoll alles von Bewusstsein erfüllt ist - auch wenn sich das jenseits des mir erfahrbaren engen Spektrums abspielt. Für mich hat der Inhalt nichts Verquastetest, sondern ich meine ihn - wie eigentlich fast immer in meinen Geschichten - durchaus ernst und glaube eben an atomares Bewusstsein, dass sich zu Milliarden von Zwecken in Materie "verdichtet" - um werterfüllt sein Eigensein in die Welt zu stellen....


    Literarisch kannst du rummeckern wie du magst, das akzeptier ich ja, inhaltlich jedoch kommt deinem massiven Widerspruch von mir mal wieder ein klares NEIN rüber....


    Aber das macht uns beiden ja nichts! Wir kennen das ja schon!

  4. #4
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    AW: Hans, wir tanzen

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    Form und Formgebung spielen hier keine große Rolle, es geht um Be-wusstsein. Das kannst Du ganz gut, Chi, Inhalte zu erfassen suchen mit einfachsten Bildmitteln, Inhalte eben, die wir verstandesmäßig nicht erfassen können. Ich frage mich auch, warum Robert etwas gegen den Text hat, von wegen nebulös-verquast. Will er doch grad Gurdijeff untersuchen. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde ... die gehören weder in unsern Himmel noch auf unsre Erde.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Hans, wir tanzen

    Ach, uis, mein Lichtblick!


    Wenn Robert nach Gurdijeff sich anschließend brav und ernst Rudolf Steiner mit seinem 800 bändigen Gesamtwerk gewidmet hat und dann noch Jane Roberts drauf packt und dazu noch den 21.12.2012 (Maya-Kalender) überlebt, dann kommt er ins erste Ahnen meiner Inhalte. Solange werde ich geduldig unverstanden weiter posten und mich freuen, wenn wenigstens eine Seele hier weiss, was ich eigentlich meine.... Auf dass ich nicht vereinsame!

  6. #6
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Hans, wir tanzen

    der 21.12. ist mein geburtstag; bislang habe ich noch jeden ueberlebt


    Gurdijeff ist ein Langweiler. Er schreibt nebulös, kömmt nicht zu Potte und will immer das letzte Wort haben.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Hans, wir tanzen

    Oha, echt? der 21.12....!! Menno, das nenn ich Karma! Jetzt müsst ich nur noch wissen, was dein Aszendent ist und wo deine Sonne steht: Ich wette, Du bist nie und nimmer Viertquadrantler!....


    Na ja, Gurdijeff hab ich geschlabbert, die anderen jedoch nicht...

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