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Thema: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    18

    Post Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    Wer kennt die Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes ... und kann mir sagen, ob die dort schriftlich angefertigten Expertisen über künstlerisches Schaffen von anerkannten Experten erstellt werden...??? Wer von euch hatte mit denen schon mal Kontakt und kann mit objektives, kritisches usw. berichten??


    Wegen guter Beurteilung (für mich unerwartet!) hab ich allen Grund das ernsthaft zu hinterfragen (mal unabhängig davon dass es ja immer nur "Meinungen" sind... die Frage ist eben: Experten-Meinung??)

  2. #2
    Marcel
    Status: ungeklärt

    AW: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    ... mein Eindruck: eine nicht ganz unintelligente Art, mit Möchtegerndichtern Geld zu verdienen. Produkt sind die Lyrik-Workshops und das Fernstudium. Durch den Internetpreis spart man sich teure Anzeigen, das Preisgeld ist kostenmäßig ein Bruchteil davon.
    Statt Hochglanzbroschüre gibts die Expertise.
    Und die wird in jedem Fall so ausfallen, daß man Talent hat und unbedingt weiterschreiben soll. Damit man nicht ganz abhebt (und auf die Workshops zurückgreift, darum geht es ja) gibts dann vielleicht noch ein oder zwei Anmerkungen, woran man noch arbeiten müßte.


    Grüße,
    Marcel

  3. #3
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    Das muß nichts Schlechtes sein, wenn man Geld verdienen will. Entscheidend aber ist die Prämisse. Wenn das Geldverdienen an erster Stelle steht, dann würde ich dort nichts suchen wollen als das. Und mancher Autor hat ja eigentlich auch nur das im Sinn, und das müssen nicht die schlechtesten Literaten sein.
    Also kann diese Seite Dir vielleicht in diesem Punkt helfen, wie sie sich selbst hilft. Am besten ist es immer: ausprobieren.


    Deinen Bericht kannst Du dann bei mir im HERMES veröffentlichen.

  4. #4
    Marcel
    Status: ungeklärt

    AW: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    Die Anthologie hat über 1.000 Seiten und kostet 66 Euro. Das ist schlicht und ergreifend eine Neuinterpretation des Who is Who-Prinzip mit ein bißchen DKZ-Hauch. Oder anders gesagt: man muß schon sehr schlecht/provokant sein, um da nicht drin zu erscheinen...


    Ansonsten hat es aber zumindest einen positiven Nebeneffekt, nämlich tatsächlich eine ziemlich gute Übersicht an zeitgenössischen Dichtversuchen abzubilden, die sonst auf Webseiten verstreut rumschwirren. Und die ein oder andere Perle dürfte auch dabei sein.


    Grüße,
    Marcel

  5. #5
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    Das glaube ich auch, Marcel. Allerdings müffelt diese Unternehmung doch sehr nach öffentlicher Förderung und damit nach Utilitasdichtung. Es wird gefördert, was den Mächtigen nützt. Einzelne Perlen hin oder her.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    Hallo Gegenströmung,


    auch ich habe heute einen Brief erhalten. Mich würde interessieren inwieweit die Briefe standardisiert sind. Vielleicht vergleichen wir mal deren Inhalte?


    Lieben Gruß von
    Trist

  7. #7
    pjesma
    Status: ungeklärt

    AW: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    ich hab letztes jahr so ein brief bekommen, war aber zu faul mitzumachen. außerdem, bescheiden wie ich bin wünsch ich mir meine gedichte entweder zusammen, mehrere, ähem...viele...eigentlich alle *g* -oder aber sollen sie in dem schrank verrotten. ich trenn sie nicht voneinander, auch nicht für die bibliothek


    lg

  8. #8
    Marcel
    Status: ungeklärt

    AW: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    Schau doch einfach mal im Netz nach, es gibt ohne Ende Abdrucke/Zitate aus den Briefen. Bei der Fülle an Einsendungen *muß* mit Textbausteinen gearbeitet werden, das kann man kaum vorwerfen.


    Viele Grüße,
    Marcel

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    Gedicht des Tages

    fünf nach zwölf

    fünf nach zwölf
    es brennt
    auf der welt
    verbrannt
    der verstand
    wasser und regen
    kein segen
    entweder nie
    oder bis zum knie
    des menschen untergang
    der erde sterbegesang

    Hysterisch, formlos, geschmacklos, ohne Struktur und ohne Sinn für Sprache, dafür politisch korrekt. Klarer Fall von Hofberichtserstattung, vorauseilendem Gehorsam, Soloecismus und wer weiß was noch. Belege: Wiederaufnahme eines Verbes, floskelartige Reimerei, abgenutzte Reime. Mein Gott, es brannte. Wo ist der besungene Untergang oder auch nur ein Iota davon? Der Text stammt von 2019. Wenn ein Untergang besungen wird, dann will ich eine Elegie lesen. Das ist das Recht eines Dichters, einen Untergang zu besingen. Doch hier wird nichts besungen, hier wird festgestellt. Eine lyrische Grundsituation ist nicht gegeben.
    Die Einrichtung selber müffelt schon in ihrem Namen. Was soll das sein: deutschsprachig? Ist das ein Adjektiv, das es nur fürs Deutsche gibt? Warum nicht einfach: "deutsch"? Was soll die Suffigierung? Soll sie ein politische oder wirtschaftliche Kennzeichnung sein?

  10. #10
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Renommee-Modifikator
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    AW: Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts

    Jeder untalentierte Lyriker, den ich kenne...landete irgendwann mal bei dieser Bibliothek. Das Ego sagt "die Welt muss mich lesen", aber die Welt sagt "nein, dich ganz bestimmt nicht". Und so bleibt den Verzweifelten eben nur noch der Weg zur NddG. Mit nichts lässt sich so leicht Geld verdienen, wie mit der Eitelkeit anderer Menschen....

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