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Thema: Im Dunkel der Traumtat

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Im Dunkel der Traumtat

    Komm,lieber Schlaf
    lass uns tauschen:
    Deinen Traum
    gegen
    meinen mühsamen Tag


    Nimm
    meine Wachheit
    mit in deine Welt
    und zeige ihr
    deine Gesetze


    Ich
    ziehe derweil
    deine Schleier an
    und verwebe
    den lichten Tag
    mit dem Dunkel
    der Traumtat


    Nimm
    meine Erdenlebendigkeit
    mit in deine
    leise Welt
    gedanklicher Bilder
    und erschaffe mir
    Freunde
    aus Lichtmaterie


    Komm, lieber Schlaf


    Mit lustvollem Mut
    will ich
    in deine anderen
    Wirklichkeiten gleiten
    will schauend erleben
    wie bilderwebend
    feinster Ton
    über die inneren Sinne
    meine Seele bewegt

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    Wechsel der Töne. Dazu ein Schuß eklektizistische Sophrosyne, ein bißchen Synaisthesie, gut geschüttelt und ein gängiges Reimmuster gebracht: fertig ist das Mondgedicht.


    Willst Du Auseinandersetzung?


    Dann setzen wir uns in die erste Strophe? Was willst Du dort? Der Schlaf ist personifiziert, er könnte auch anderes. Das ist schon merkwürdig, den Schlaf selbst als contradictio in subiecto zu betrachten. Der Schlaf ist nicht, er wirkt, er hat einen Namen, aber er ist doch nicht. Und der Schlaf kann schon gar nicht handeln. Wie sollte das gehen? Im Schlaf handeln wir vielleicht... Dafür haben wir das Wort TRAUM. Allerdings handeln wir auch nicht mit dem Traum, dafür fehlt es uns an einem Nebenunsstehen, dafür IM Traum, dabei nämlich projizieren wir. Das weißt Du doch alles. Warum gehst Du dann so schludrig mit den Worten um?

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    In der Tat: Es gibt nichts zum "rausreden" -- es gibt nur etwas zum "reinfühlen"!!!! Fühlen mit Reden bzw. Schreiben zu argumentieren, geht manchmal. Manchmal. Manchmal nicht. Ich weiss, dass Du - und sicher auch eine Reihe anderer Menschen - hier "Schwierigkeiten" mit meinen Texten hast und sie auf eine Art auseinanderflücken kannst/willst/möchtest, die ich sogar nachvollziehen kann. Mir fällt es gar nicht besonders schwer, mich in das Un-Verständnis hineinzuversetzen und es ist für mich auch immer wieder ein neuer Kamikazeakt, hier überhaupt was reinzustellen. Du zum Beispiel, Robert, bleibst so oft (zumindest bei meinen Texten!) an Begriffen und Begrifflichkeiten stehen, die für mich längst eine andere Bedeutung haben - nämlich eine viel weitere, als es der normale Verstand oder das allgemeine Begriffsverständnis erlauben. Okay, das "gilt" dann einfach nicht. Ist schlecht, schludrig, dilettantisch in Deinen (oder anderen) Augen. Aber in mir IST es eine Innenwelt, die nun einmal zu mir gehört. Sie ist gewachsen, sie ist lebendig - sie speist mich und gibt mir Kraft und Liebe zu so vielem in dieser eigentlich nicht ganz leichten Welt.....


    Viele intellektuelle Ausschweifungen, WAS gefälligst TRAUM, WAS gefälligst SCHLAF zu sein hat, tangieren nicht meine Art von Wirklichkeit, wie ich sie erfahre... Dass ich mich dabei ab und an leider ins "Abseits" ordentlicher, sauberer, stilvoller Literatur stelle, ist der Tribut für mich, dafür "nah an mir selbst zu bleiben"....!!!


    Ist es wirklich egoistisch, dass ich mehr an mich als an den "Erfolg" und den Beifall der Leser denke (wobei zu erwähnen ist, dass ich noch IMMER auch Leser gefunden habe, die den gleichen Text auch tief positiv in sich aufnahmen und durchaus sehr viel für sich damit anfangen konnten... Sind diese wiederum träumerische Schwachköpfe? Mag sein!)


    Warum denkst du Begriffe nicht einfach auch mal anders? Einfach so, wie ich sie beschreibe! Einfach mal im Augenblick des Lesens und FÜHLST dich rein, ohne das Ganze schon wieder zu zerdenken und mich mit Latein vollzupumpen, dass ich eh nicht verstehe!


    Wenn meine Texte nur unter dem Aspekt einer ordentlichen, offiziell anerkannten, kollektiv verwendeten Begriffsbestimmung analytisch gelesen werden, wird niemals der Kern des Gesagten/Geschriebenen/Gemeinten rüberkommen.


    Vieles, was ich schreibe, kommt aus der Tiefe eines intuitiven Empfindens des Augenblicks und hat eine klare Authentizität, die in diesem Augenblick jeden Duden, jedes Lexikon und jeden Intellektuellen "ver-lacht". Nicht aus Überheblichkeit - sie ist mir wesensfern - sondern aus meinem freien Spiel heraus, SCHLAF, BAUM, GOTT, SEELE oder PUDDING endlich mal DAS sein zu lassen, was es in diesem Augenblick dann ist.... Damit verstoße ich offenbar gegen jede Regel. Und wenn ich dann dazu noch ehrlich sage, dass ich nicht aus NOTH sondern aus FREUDE, ÜBERSCHUSS oder FÜLLE schreibe, dann ist es ganz aus. Ich weiss!


    Mein einziger Trost bleiben dann die Menschen, die - auch nicht nur ausschließlich debil oder dumm! - es dennoch schaffen, beim Lesen "etwas zu spüren", Assoziationen entwickeln und sich am Wort-Gedankenspiel sich mehr fühlend als denkend erfreuen...


    Der Intellekt in diesem Forum insgesamt ist dominant. Meiner ist es nicht. Er weigert sich. Standhaft. Ob er zu blöde ist, sich auszudehnen, überschau ich nicht. Aber was ich schreibe, hat eine innere Ehrlichkeit der Empfindungen. Sie haben hier keinen Wert. Ich weiss. Dass ich vollbewusst sie dennoch schreibe, zeigt zumindest meinen Mut, immer wieder neu auch um eine andere Art des "lesenden Empfindens" dennoch zu kämpfen...


    Du siehst: Ich kann mich nicht rausreden. Nur rausfühlen und reinfühlen. Mehr hab ich nicht!

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    Mein Job? Klarheit für andere schaffen. Du hast Deine Welt. Ich habe meine Welt. Du kannst Ausdruck wählen, den einen oder anderen. Der durchschnittliche Leser erwartet dann dies und das.
    Ich kann Dir sagen, was für Verrenkungen Du machst. Du kannst behaupten, es sei in Deiner Innenwelt so verborgen, verbogen. Ich lache, Du lachst, aber der Leser ist eingeschlafen.
    Also, für wen schreibst Du? Für Dich. Dann brauchst Du keinen Lektoren, keinen, der maßstäbt.
    Ich glaube das aber nicht. Die Eitelkeit und das Bedürfnis auf den Austausch von Flüssigkeiten und Denken ist auch bei Dir vorhanden. Also handle. Setz die Worte in einen Rahmen, der andere einläßt und rede Dich nicht mit Befindlichkeit heraus.


    Eine klare Arbeitshaltung kann ich bei Dir nicht erkennen, aber den Willen zur Darstellung, den sehe ich ganz deutlich.

    Dein Lieblingswort "für", das zweite "mich", das dritte "sich". Narzißmus, Vielworterei, Nabelschau und das Totschlagargument "für mich ist das eben so", ich will "Meine" Gefühle beschreiben. - Ja, andere sind Dir zweitrangig. Du verstopfst dieses Forum mit Wort-Diarrhöe, bist aber nicht bereit, an den Texten zu arbeiten, Kommentare nimmst Du nur dann auf, wenn sie Dein Denken widerspiegeln, so ne Art von Echo bilden. Such Dir ne andere Spielwiese oder bringe Dich hier konstruktiv ein!

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    Pech! JETZT ist vorbei... ! Ich fühle, dass du JETZT - also eben! vor einiger Zeit - gedacht hast: "Ha, ich hab sie erwischt! Die Selbst-Darstellerin, die sich nichts sagen lassen will! Zudem zu unintelligent, sich vernünftig (nach allgemeinen Maßstäben!) herauszureden.... Gefühlsdusseliges Huhn mit ihrem komischen Innenleben, das nur der Lust und der Faulheit fröhnt..."...


    Natürlich kann immer auch alles ganz anders sein.. Ich kann nicht in deinen Kopf, noch weniger in dein Herz schauen!


    Doch, Robert, ich weiss um Schwächen meiner Schreiberei. Aber ich weiss auch, dass ich nur dann "richtig" dran arbeiten kann, wenn ich das Gefühl vermittelt bekomme, trotz sprachlicher Ausdrucksschwächen in meinem Gesagten/Geschriebenen verstanden zu werden. Ist die Diskrepanz zum Lektor und seinen Empfindungen im Einzelfall (immer ist es ja nicht so!) einfach zu groß..... dann kommt seine Kritik nicht in mir an. Ich versteh sie einfach nicht. Und zwar deshalb, weil der Lektor mich nicht versteht.


    Behutsamkeit, Einfühlungsvermögen bezieht sich dabei nicht einmal so sehr auf die Wortwahl (sonst darf man Dein Froum eh nicht betreten!), als auf ein sensibles "Zwischenspiel"... also DORT abgeholt zu werden, wo man selbst steht und NICHT nur da, wo - verdammtnochmal - der Lektor einen schon stehen sehen will...


    Ach, Mensch, ist alles kompliziert. Ich krieg das nicht rübergebracht. Doch, ich schreib weiter! Schreib du auch weiter, Und all die, die es halt lesen und kommentieren mögen... Ich nehme das alles ernst und bewege es auch in mir. Aber manchmal fehlt die Brücke... Dann weiss ich einfach nicht, wie ich da "rüber kommen soll".... Keine Gefühlsdusselei..... - sondern einfach nur ein schlichter Haltegriff auf dem schweren Weg über diese mir fremde und tiefe Kluft....


    Verstehst??

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    Lichtmaterie ist schon ziemlich übel. Willst Du hier von einer Holomatrix sprechen, Welten in einem unter Parametern arbeitendes Etwas bestimmen, gleichzeitig jedoch objektive Gegebenheiten wie Gesetze der Sprache leugnen? Betrachtest Du dieses Forum als so ne Art von Besserungsanstalt, als Schule, bei der der Lehrer die Kinder dort abholen soll, wo sie in ihrer Entwicklung eben stehen?

    Wir sind hier keine Reformanstalt, sondern ein literarisch-affiziertes Forum. Jetzt, da dieser Text vom System ausgesucht wurde und in meinem Ordner Placierung fand, muß ich das dann doch noch loswerden.

    Ich denke ein bißchen anders als Du, an ERWISCHEN oder so, denke ich nicht. Warum sollte ich? ich denke vielmehr, daß dieser Text recht viel will und kraftvoll Worte bricht, ausbricht. Aber diese Worte finden keinen wirksamen Zusammenhalt, sie stehen ein bißchen verloren und überstrapaziert in der Gegend herum, daher auch Deine Neigung zur Vielschreiberei.
    Ich würde es bei einem Dichter immer begrüßen, wenn ich Formwillen erkennte. Hier aber erkenne ich keinen; einen Nachweis des Gegenteils kannst Du nicht bringen. Die Gedanken stöbern bloß in den Worten, nein, die Worte stöbern in aufgeschnappten Gedanken, was per se nichts Schlechtes für einen Gelegenheitsdichter ist, aber was macht dann dieser Dichter? er verdichtet. Diesen Text kann ein nur durchschnittlich begabter Dichter auf die Hälfte verdichten und gewönne zwei Iota Versfüße gratis.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    Gut, in der Leiden schaf/ft bin ich ja dann erst mal richtig angesiedelt.
    Zum Text und Deiner Kritik - hier die neue Verdichtung:


    Tausch
    der Wirklichkeiten:
    Schläfers Traum
    gegen
    meinen mühsamen Tag


    Hellwach
    im schlafenden Körper
    in den Nächten
    durchbrochner Gesetze


    Schleier verweben
    den lichten Tag
    mit dem Dunkel
    der Traumtat


    Erdenlebendigkeit
    schwebt durch
    leise Welten


    In den lauten
    Welten des Alltags:
    Ein Schläfer
    im eifrigen Tun


    laut und unübersehbar




    Der Wachende
    tiefschlafend im
    schweißgebadeten Laken

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    Laken ist offenbar das Wort des Monats in unserem Forum; es gibt schlimmere.


    Die letzte Version ist unwesentlich besser, aber sie ist besser. Aber sie ist immer noch geschwätzig. Da sehe ich beispielsweise dieses nachgestellte

    laut und unübersehbar

    Warum? Um einen sowieso schon angezeigten Gegensatz noch einmal anzuzeigen?

    ich bin dafür, möglichst wenig in einem Gedicht anzuzeigen, statt dessen aber vielmehr etwas zu sagen, mitzuteilen. Durch verwirbelte Gedanken aber lenkt sich die Aufmerksamkeit mehr auf den Autoren als auf eine Botschaft, denn der Leser will dann immer folgen, einem ihm aufgedrückten Gedanken folgen - und gibt das schnell auf.

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Im Dunkel der Traumtat II

    Schläfers Traum
    im Tausch
    gegen den Tag


    Hellwach
    im schlafenden Körper


    Gesetzeswidriger Bruch:
    Flügelloses Fliegen


    Schleier verweben
    den Tag mit dem Traum


    Schweben
    durch leise Welten


    Laut ein Schläfer
    im eifrigen Tun
    am hellen Tag


    Der Wachende
    tiefschlafend




    (wer ausser mir kann aber jetzt noch was damit anfangen! Verdichtet bis zur Unkenntlichkeit des Urgedankens. Oder?)

  10. #10
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    Post AW: Im Dunkel der Traumtat II

    mir scheint das gedicht in sich schief zu sein und diese struktur käme bei vermehrter verknappung zu deutlich heraus. gemeint ist eine priorität des schlafes, ein lobgesang auf seine wachheit, die man gern gegen den tagesschlaf eintauschte. das schiefe aber ergibt sich daraus, daß hier nur eine person spricht, die beide zustände lebt und leben kann. da ihr dies freisteht, versteht man die dringlichkeit eines tauschwunsches nicht. der aufhänger "tausch" hängt so in der luft. die gefühlsmäßigen bilder sind aber sehr schön. sie an eine andere eingangsstruktur aufzuhängen, eine radikale entscheidung für den schlaf beispielsweise oder eine oppositionierung eines menschen zu einem komapatienten oder oder .., könnte das klaren und den poetischen raum öffnen.

    in der ersten fassung wird zum ausgleich des schiefen der schlaf personifiziert, in der zweiten dem schlafenden ein wachender gegenübergestellt, ohn das li zu orten. der kern wäre aber eine willenskundgabe des li selbst, wie es sich mit sich einigt oder eben z.b. den komapatienten beneidet- und da geht alles außer einem "tausch".
    versuchs bitte weiter, denn der ansatz ist hochinteressant. ich selbst halte die nacht und den schlaf für den wichtigeren teil des lebens, lasse mich aber gerade darauf ein, daß für einen christen der tag mit dem abend beginne und alles durchleben des dunkel vorbereitung ist für das frühestmögliche licht; in diesem dann werke der vernetzungen mit den anderen tagsüber zu schaffen seien.
    das potenzial dazu erwächst aus dem schlaf, der nacht, dem dunkel. es zu verschmühen ist zeitgenössisch, weil es an einer leidenskultur fehlt. wo immer man etwas meiden will, holt es einen aber umso kräftiger ein. also ist der weg des ausgleichs nur über die öffnung des ichs für das dunkel zu finden und dort zu suchen. "volete andarvene anche voi?" - nein - wir halten nachtwachen, auch wenn das fleisch schwach ist

  11. #11
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Im Dunkel der Traumtat II

    Liebe Susanna,


    ich freu mich aufrichtig, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, in den Inhalt tiefer einzusteigen - trotz der Schieflage, mit der ich auch nicht ganz glücklich bin, egal wie ich es bisher veränderte. Es trifft tatsächlich nicht mehr das, was ich sagen möchte: Nämlich, dass ich tatsächlich gern die Bewusstseinsebenen tauschen würde. Damit meine ich: Mein (angeblich so bewusstes) Alltags-Ich/Bewusstsein darf ruhig "schlafen" gehen. Also: Weg mit dem kognitiven Verstand, den allzu menschlich-begrenzten Überlegungen in all unserer Determiniertheit. Der Tausch dann hin zum mir in der Regel nicht voll zugänglichen Traumbewusstsein, dass ich nur rudimentär erfasse und erinnere. Auch wenn ich seit Beginn der Traumexperimente vor über einem Jahr da erhebliches erfahren und erlernt habe, so ist es aber noch weit von dem entfernt, was ich sonst noch möchte und für erreichbar halte (siehe hier die natürliche Fähigkeit jedes gesunden Menschen zum luziden Träumen, wo selbst Trauminhalte dann gesteuert werden können).


    Traumbewusstsein, das mir so steuerbar wird wie mein Alltags-Bewusstsein (wo ich über die Ja-Nein-Willensentscheidung ebenfalls Steuerungen vornehme) im Tausch gegen das Ich-Bewusstsein im Alltag....


    Ich habe nun gerade nochmals die erste Fassung gelesen, die - literarisch schön hin oder her - aber den Inhalt noch am Ehesten trifft.


    Die Dringlichkeit des Tauschwunsches ergibt sich aus meiner be-wertenden (nicht abwertenden) Haltung was Wachen und Schlafen angeht, wobei ich das Schlafen (Nacht) für "wacher" halte und das Wachen (am Tag) für "träumender".


    Was die Christen und die Nacht und das Licht angeht, ist es interessant in die klösterlichen Ablaufriten mal hineinzuschauen. Wann wie und warum gebetet werden muss, incl. Fasten usw.... Aber vermutlich kennst Du dies längst, da Du diesen christlichen Bezug erwähnst.


    Ich muss schauen, ob mir dazu treffendere Lyrik einfällt. Der Inhalt ist treffend. Die Umsetzung wohl leider nicht.


    Lieber Gruß
    Christa

  12. #12
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    liebe christa


    an deinen ausführungen kann ich alles gut nachvollziehen, nur das nicht:
    "Also hin zu einem Traumbewusstsein, das mir so steuerbar wird wie mein Alltags-Bewusstsein, wo ich über die Ja-Nein-Willensentscheidung ebenfalls Steuerungen vornehme..."


    wenn man aus einem gewollten zustand doch nur wieder den herkömmlichen macht, hast du doch danach das selbe in grün, nur daß es anders heißt. die nacht-wachheiten zu steuern macht sie ja wieder alltäglich.
    vielleicht mißverstehe ich dich hier aber auch: was machst du denn für traumexperimente? da bist du wohl näher in etwas verschränkt, das mir noch nicht zugänglich ist.


    ganz generell möcht ich aber auch beide fähigkeiten nicht missen: das rational tagwache hat durchaus seine notwendigkeit und vorzüge, samt seiner schlafwandlerischen routinen. der gemeine alltag will schließlich auch bestanden sein ich verstehe daher auch ganz prinzipiell nicht die ablehnung der ratio als pfuipfui. ebensowenig die ihrer untersparten von logik und mathematik. das hat seine eigenen kreativen und ästhetischen gesetze, in die man sich ebenso verlieben kann wie in das irrationale. ganzheitlich wäre hier der schlüssel zu meinem herzen. jedem moment das seine, im richtigen zu wachen oder zu schlafen. wobei auch sehr spannend ist, es gerade im falschen moment zu tun. schon die möglichkeit, sich schlafend zu stellen, ist eine rationale problemlösungsmethode ebenso wie sie eine belassungsmethode oder ein zulassen ohne methode ist, aber auch reine bauchmäßige neugier sein kann. ich halte jede restriktion menschlicher seinsformen für eine verarmung. die kunst ist nur wirklich, jede angemessen einzusetzen oder das maßlose in ihr zu suchen. ambivalente grenzen gehen. und alles gelten lassen, was kommt. dann wieder den willensmäßigen faden einziehen.


    lebe deinen traum! das witzige ist, wenn man damit anfängt, gestaltet sich das leben, das einem von außen zukommt, auch immer traum-hafter-atischer-tänzerischer. für mich begann das, als ich meinen kindern noch märchen vorlas, mich damals auf deren gesetze einließ. da sprangen mir die hilfreichen dinge in die hand und ich lernte, keine geschenke zurückzuweisen, die wichtigkeit des nicht-wissen-wollens, die achtung vor zauber und selbstauferlegten opfern der stellvertretung, und ja: die alles gestaltende wirksamkeit des wortes.


    nun, erzähle mir bitte von deinen traumexperimenten. ich habe übrigens an deiner ersten fassung nichts zu bemängeln außer das behebbare schiefe. du bist hier schon nahe dran. mach lieber damit weiter bitte.

  13. #13
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    liebe christa


    an deinen ausführungen kann ich alles gut nachvollziehen, nur das nicht:
    "Also hin zu einem Traumbewusstsein, das mir so steuerbar wird wie mein Alltags-Bewusstsein, wo ich über die Ja-Nein-Willensentscheidung ebenfalls Steuerungen vornehme..."


    wenn man aus einem gewollten zustand doch nur wieder den herkömmlichen macht, hast du doch danach das selbe in grün, nur daß es anders heißt. die nacht-wachheiten zu steuern macht sie ja wieder alltäglich.
    vielleicht mißverstehe ich dich hier aber auch: was machst du denn für traumexperimente? da bist du wohl näher in etwas verschränkt, das mir noch nicht zugänglich ist.




    -----


    Eine späte Antwort!


    Ja, das ist nur ein Missverständnis. Denn mit Deiner obigen Argumentation hättest du recht. Sinn macht das Ganze erst, wenn man sich dabei auf den Weg macht, beide Welten "ein Stück weit" zu "verlassen", in dem sie erweitert und gleichzeitig voll darinnen bleibt. Jedoch auf "neue" Art... durch eine Verbindung, die normalerweise von den meisten Menschen längst "gekappt" wurde (obschon sie natürlich dennoch besteht).




    Luzides Träumen:
    Klartraum - Wikipedia


    Zu viel, um alles hier zu posten.


    Die Experimente sind vielversprechend gelaufen. Es gelang uns mehrfach, kleine Handlungen zu steuern, uns im Traum "zu treffen" -- sprich nach innerer Einstimmung von einander zu träumen. Jedesmal waren wir in einer Art Schulung/Seminar (es hätten ja auch alle anderen Arten von Träumen sein können, vom Sextraum über Alltagssituationen bis hin zu Gefahren oder Todesszenarien) ... aber es blieb beim gemeinsamen Lernen. Jeder träumte dabei natürlich individuell anders, aber der "andere" (Traum-Experiment-Partner) war immer wieder klar oder zumindest sehr spürbar da, wirkte mit, beeinflusste (was hier auch gewollt war und Teil der Einstimmungen)... Einzelne Inhalte waren oftmals sehr stark und hatten eine tiefe Wirkung in die Handlungen und das Sein im Alltag... Auch eine latente "Hellsichtigkeit/Hellfühligkeit für einanander" stellte sich hin und wieder ein... (kennt man auch oft im Alltag mit lieben Personen, hier war sie aber quasi "halbbewusst" erzeugt worden, weil ja keine Liebesbeziehung bestand.) Anderes aus den sehr vielen Träumen von/miteinander blieb numinos oder war nur andeutungsweise vorhanden, so dass man bei so manchem auch wieder auf Ahnungen und Spekulationen angewiesen ist. Dies jedoch ist bei solcherart Experimenten gar nicht weiter schlimm, weil die Ausbildung von Intuition, Inspiration und Imagination sich eh nicht an die Vorgaben der dinglichen Faktenwelt halten kann. Dort würde das zwangsläufig verkümmert bleiben.


    Es wird später noch weitere Experimente geben, die aber letztlich nur den am Experiment beteiligten Personen etwas "zu sagen" haben bzw. Gewicht haben! Es wirkte nach Beendigung auch noch ein paar Wochen nach, dann träumten wir NICHT mehr voneinander bzw. hatten große Probleme, die Träume überhaupt wieder zu erinnern (das ist ja der erste Schritt, der zu lernen ist: Traumerinnerungsfähigkeit).


    Wer sich für die Tätigkeiten des eigenen Bewusstseins sowohl am Tag wie in der Nacht interessiert, macht am besten eigene Experimente. Man kann mit sich alleine anfangen.- Es gibt ungeheuer viele wirksame Techniken und auch Hilfsmöglichkeiten oder Einstimmungsmeditationen. Wichtig ist, nicht gleich aufzugeben, sondern dran zu bleiben, auch wenn die ersten Nächte da nicht viel passiert. Je tiefer der Fokus auf bestimmte Dinge/Ereignisse/Wünsche gerichtet wird, um so schneller wird ein erstes Ergebnis kommen. Später dann das Klarträumen, dass eine besondere Stufe ist. Manchen "Begabten" mag sie leicht fallen, aber im Allgemeinen ist dieser Zustand nicht so einfach zu erreichen.


    Bei mir war er einige male da. Allerdings nicht durchgängig. Es sind unglaubliche Dinge dabei zutage getreten, die leider zur Veröffentlichung nicht wirklich geeignet sind... sowohl von der Quantität her, wie auch von der "Unglaublichkeit" her, über die man sich schnell lustig machen könnte. Aber dafür Zeit dann zu investieren, wäre nur dumm.


    Wenn Du noch im Forum bist und liest, kann ich nur empfehlen: Versuch es selbst! Es lohnt sich total. Es verändert BEIDE Bewusstseinszustände, weil es ja interagiert. Zudem auf eine Weise, die einen sehr staunen macht und Wertvolles an eigenen Ressourcen zutage fördern kann.


    Es geht hier natürlich nicht um Verliebtheiten ins "Irrationale". Das kann man den Spinnern überlassen. Rationales und Irrationales sind durch meine vielen Erfahrungen mittlerweile eh problematische Begriffe in diesem Zusammenhang, die erst geklärt werden müssten - weil da auch jeder was anderes drunter versteht.


    Es ist bei solchen Experimenten wie mit allem: Erst wenn man es selbst tut, erfährt, erlebt, in der Wirkung beobachtet und analysiert hat man einen völlig anderen Zugang dazu, als wenn man "nur" drüber schreibt, denkt, mutmaßt.


    Tu es einfach!
    Und werde so selbst nach und nach reich und kompetent auch in diesen Erfahrungen.


    lg christa

  14. #14
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    du beschreibst den versuch, mit dem bewußtsein ausgestattet und über das subjektive hinaus auch mit einem oder mehreren anderen menschen im schlaf zu handeln oder zu kommunizieren. den ort des schlaftraumes zu einem echten begegnungsort zu machen.
    da habe ich einmal einen sehr alten schwarzweißfilm gesehen, in welchem, verkürzt, ein mann mit gebrochenem rückrat (mist - ich kanns immer noch nicht richtig schreiben) - im gefängnis auf einem holzbrettlager jahrelang unbewegt liegen muß (zu unrecht verurteilt) und sich mit der liebe seines lebens jede nacht im traum trifft, ein normales alltagsleben mit ihr dort lebt und dann in einem weißen bild ihren tod miterlebt. sehr beeindruckend und eigenartig, daß keine späteren sequenzen - nach dem tod also - folgten, obwohl der mann weiterlebte. es war auch nicht nur geträumt, denn der film zeigte die gleiche wirklichkeit der frau übereinstimmend.
    außer diesem film ist mir das nie literarisch oder filmisch oder sonstwie noch einmal begegnet, bis jetzt auf deinen text und die erklärung hier.


    ich kenne solche techniken nicht, spüre aber im wachen sehr genaue schwingungen von anderen. gehe auf reisen und kommuniziere dort, so daß mich nicht verwundert, wenn dann im echtleben die gleichen worte beispielsweise beim anderen fallen, als haben wir uns tatsächlich getroffen.
    bei mir scheints auch so zu sein, daß alle meine träume in der wachphantasie aufgehen, im schlaf nur alltagsreste aufgearbeitet werden, sehr wenige nur, da ich sie schon im wachen ins reine bringe. vermutlich aber erinnere ich sie nur nicht, habe das auch nie geschult. meine träume sind überwiegend sehr langweilig, was ich vom wachen bewußtsein nicht sagen kann.


    da ich nun glaube, daß der schlaftraum die überaus wichtige reinigungsfunktion von alltagsresten hat, weiß ich gar nicht, ob man in diese ökonomie eingreifen soll und ob man von einem solchen eingriff nicht mehr schaden als nutzen hat. zur kreativität den traum zu erinnern und ihn dann zu bemühen halte ich nicht für zielführend, da die logik oder scheinlogik der träume in sich sehr stark geschlossen ist und im realen ankert. allein die bewußte phantasie kann diese logik aufbrechen. denn die metaphern des traumes scheinen nur unlogisch, man kann sie aber wie mit einem wörterbuch übersetzen in sehr folgerichtiges. das verhält sich so ähnlich wie mit der unmöglichkeit auch der größten computerrechner, eine wirklich rein zufällige zahlenreihe zu erzeugen. die redundanzen, die sich aus den dem rechner zu beachtenden gesetzen ergeben, lassen bis heute zu, jeden zufallscode zu knacken. die phantasie schafft das, der an der realität festgezurrte metaphernraum des traumes nicht.

  15. #15
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Im Dunkel der Traumtat

    leider ist der chef kein weiblicher orgasmus. dann würde er besser verstehen. das glück kommt in wellen.

  16. #16
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Im Dunkel der Traumtat

    Ich mußte überlegen, ob ich diesen Ordner mit dem Traum-Ordner zusammenfüge, habe mich dann aber doch dagegen entschieden. In diesem Ordner hat sich alas(xenis/Susannas EInfühlungsvermögen sehr anschaulich erwiesen. Sie löste die Problematik, die ich bei Gegenströmung nicht lösen konnte, gut auf. Daß Schnobs das mit einem Orgasmus-Gleichnis verband, fand ich beinahe witzig. Ganz offenbar fehlt mir der Sinn für weibliche Orgasmen, was ich itzt aber nicht vertiefen möchte.

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