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Thema: Telefonsex

  1. #1
    Andreas
    Status: ungeklärt

    Post Telefonsex

    Ich habe zum Thema Telefonsex gezielt unter dem Aspekt 'privat' einen allgemeinen Sachtext geschrieben, der aus meiner eigenen Feder stammt, ohne irgendwo etwas abzuschauen, ausgiebig an vielen Stellen gefeilt, gestrichen, umgebaut und ergänzt.


    Deshalb würde es mich freuen, wenn jemand dementsprechend langsam und aufmerksam durch die 80 Zeilen wandert mit Spaß am Lesen.




    privater Telefonsex mit Unbekannt


    Der Mensch ist nicht gern allein. Dies zu ändern, bedarf es nur eines kleinen Schrittes. Wir mischen uns unters Volk, in den verschiedensten Art und Weisen, und sind mehr oder weniger zufrieden damit. Doch weit ist der Weg, jemand zu finden, um in dessen Nähe das Leben zu teilen.


    In dieser Zeit vor dem "Ich gehe mit Dir Hand in Hand" und "Habe gefunden, was ich suchte" leben wir allein oder eher flüchtig unsere Lust an der körperlichen Liebe. Dabei gibt es viele Menschen, die diese Leidenschaft mit uns teilen. Aber nur wenige, die sich auch für eine Partnerschaft eignen.


    Im Internet oder in der Zeitung bringt eine Anzeige den Kontakt mit einem noch in vielen Aspekten unbekannten Menschen. Mehr oder weniger entsteht Vertrauen zwischen zwei, die sich noch nie gesehen haben. Wir sind es gewohnt, bei Sympathie eine Verabredung als selbstverständlich anzusehen und diese auf den Weg zu bringen. Damit riskieren wir aber, in eine Sackgasse zu laufen. Denn noch ist vieles unklar. Wer ist der andere? Was möchte ich? Und was mein Gegenüber?


    Wer eine persönliche Begegnung sucht, sollte sehr viele Fragen stellen. Es ist gut, sich ein genaues Bild zu machen. Erst wenn dieses vollständig ist, lohnt es sich, darüber nachzudenken, wann und wie ein Treffen erfolgt.


    Entsprechend dem vorhandenen Vertrauen können beide auch über die eigene Selbstbefriedigung reden und über die Gefühle, die sie damit verbinden.


    Dabei ist es wichtig, eben diese Gefühle nicht zu verletzen und behutsam damit umzugehen. Ich respek***** den anderen, so wie er ist, und erwarte nicht etwas, das mein Gegenüber ablehnt oder dem er nur mit einem unguten Gefühl nachgibt.


    Andernfalls würden sich damit im gleichen Maß intime Themen erledigen. Jeder sollte sich etwas Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, ob der andere geeignet ist für solchen Gesprächsstoff.


    Das gilt vor allem für diejenigen, welche irgendwann übers Telefonieren hinausgehen möchten zu einer persönlichen Begegnung. Auch unter dem Gesichtspunkt, ob ich so eine Veränderung der Beziehung möchte, die dadurch entsteht, dass intime Kapitel aufgeschlagen werden.


    Doch es ist auch eine andere Reihenfolge denkbar. Es gibt viele Menschen, mit denen ich von der Entfernung unabhängig über Draht, Funk oder Internet flirten könnte. Und ich finde vielleicht irgendwann in einem meiner Gesprächspartner jemand für eine persönliche Begegnung, suche und erwarte sie aber nicht.


    Der andere ist für mich ein(e) Unbekannte(r). Wir kennen uns nicht. Das hat den Vorteil, dass jeder seine eigenen Bedürfnisse ausleben kann und sollte - gibt den nötigen Pfeffer in dieser Beziehung -, ohne nach Morgen zu fragen. Der Partner ist und bleibt ein Teil der Phantasie, die es möglich macht, in eine andere Identität zu schlüpfen.


    Das ist das Besondere am privaten Telefonsex. Zwei Menschen - für ein intimes Zusammensein Haut an Haut könnte die Chemie nicht stimmen -, behalten eine Freiheit, in der sie für ein erotisches Zusammensein, abgehoben vom normalen Boden der Tatsachen, sich in neuen Rollen finden.


    Auf dieser Basis ist es möglich, vielleicht nach einem langsamen und vorsichtigen Einstieg, gemeinsam am Telefon den eigenen Höhepunkt zu erleben. So teilen wir Gefühle, die uns glücklicher machen, wobei damit alle schönen Empfindungen eingeschlossen sind.


    Das Sexuelle ist ein besonderes Erlebnis, doch auch nur ein Teil von allem Sinnlichen. Hören, sehen, riechen, schmecken, tasten, fühlen, denken. Warum dieses Eine ausschließen, wenn wir mit jemanden zusammen sind, den wir noch nie gesehen haben, aber schon Sympathie empfinden und Vertrauen da ist? Es gehört zum Leben wie Essen und Trinken. Dementsprechend könnten wir auch offener damit umgehen.


    Allein kann die körperliche Lust auf Dauer traurig machen oder etwas von der Freude daran nehmen. Zu zweit ist es schöner. Am aller schönsten in einer Partnerschaft, doch die finden wir selten von heute auf morgen. Bis dahin können wir Gefühle miteinander teilen, an dem Ort, wo wir uns am sichersten fühlen. In den eigenen vier Wänden. Es ist dann etwas Besonders, wenn das Telefon klingelt und dieser Freund, diese Freundin sich meldet.


    Doch die Verbindung über Draht und das Klingeln am anderen Ende ist nicht selbstverständlich. Jeder kann anrufen, wann und wie oft er es möchte. Heute oder morgen, aber auch ein zwei Wochen darauf verzichten. Es ist eine willkommene Abwechslung, auch wenn wir für ein intimes Erlebnis im Moment keine Zeit oder nicht die Stimmung haben sollten. Es ist schön, den anderen zu erleben, gemeinsam über alles Mögliche zu reden und die eigene Lust dabei nicht auszuschließen, auch wenn das direkte körperliche Zusammensein fehlt.


    Am Anfang sollte jeder allein - ohne Eingreifen des anderen - seine Lust bis zu einem Orgasmus steigern. Um danach die Gefühle zu beschreiben, die immer wieder verschieden sind. Beide sind abwechselnd aktiv oder passiv (lauschen mit ein paar ermunternden Worten). So hat jeder ausreichend Gelegenheit, die eigene Lust ausgiebig zu erleben und nachzuempfinden.


    Durch viel Erfahrung miteinander ist es später leichter, auch einmal gleichzeitig das Ziel zu erreichen. Oder gemeinsam in Phantasien abzutauchen, die durch Worte entstehen und gelebt werden.


    Wenn beide sich irgendwann so gut kennen (viele Einzelheiten des Alltags, Foto) - im Verhältnis zu dem Ziel, das angestrebt wird -, dass eine konkrete Beziehung mit körperlicher Nähe (Partnerschaft, Affäre, für die Freizeit, Freundschaft) als realisierbar erscheint, kann der Gedanke an ein Treffen sinnvoll in eine greifbare Nähe rücken.


    Eine Verabredung bringt jedoch ein gewisses Risiko, weil Erwartungen enttäuscht werden könnten. Freiheit muss aufgegeben werden auf dem Weg zu einem Date. Und es beendet die Beziehung in der bisherigen Art.


    Egal ob nur heute oder auf Dauer. Wenn zwei sich entscheiden, nur auf die Distanz am Telefon zusammen zu sein, und sich nicht wirklich zu kennen, leben sie ein Zusammensein ohne den alltäglichen Stress.


    Ein vertrauter Umgang mit einem Freund über das normale Oberflächliche hinaus tut gut. Dieser sollte auch bei Sorgen und Problemen da sein. Jeder ist dadurch ausgeglichener und glücklicher. Einer bestärkt den anderen in allen Gefühlen, die das Leben schöner machen.


    Ein Nachteil ist sicher, diese Beziehung kann nur eine Affäre ohne Treueanspruch sein. Beide haben die Freiheit, zu entscheiden, wen sie anrufen. Jeder kann mehrere Telefonsexpartner haben. Aber zwei gute Freunde trennen sich so schnell nicht.


    E-Mail: gauvainwarte@web.de
    Tel. 02631/ 55737 (meine eigene)

  2. #2
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Telefonsex

    Lieber Andreas! Sag Du mir, was mir an Deinem Text nicht gefallen kann?

    Es gibt da die
    - sprachliche Ebene
    - inhaltliche Ebene
    - metakommunikative Ebene
    - ...


    Frage an Dich: Was gefällt mir wo nicht?

  3. #3
    Andreas
    Status: ungeklärt

    AW: Telefonsex

    hallo Rodbertus,


    alles ist gut auf jeder Ebene. Ich habe lange daran gearbeitet. Wenn ich mir vorstelle, noch mal ganz von vorne anzufangen, wüßte ich nicht, ob ich wieder so weit käme. Der Text geht von der allgemeinen Situation ins Besondere, dem privaten Telefonsex mit Unbekannt.


    Die Frage ist nur, wieviele Menschen könnten am Lesen Interesse haben. Und welche Veränderungen könnte die ausführliche Schilderung bewirken.


    Ich schreibe nicht, um etwas zu verkaufen. Die Arbeit an den 80 Zeilen hat mir die Zeit des Alleinseins überbrückt.


    Habe es an manchen Stellen im Internet zum Lesen gegeben und warte Reaktionen ab, die mir helfen, das Weitere zu entscheiden.


    Das folgende habe ich in einem anderen Forum gepostet, über mein privates Verhältnis zum Telefonsex (etwas überarbeitet, verbessere unermüdlich):


    Mein Sachtext ist eine Schreibleistung, auf die ich etwas stolz bin. Ich lege ihn zu dem, was ich im Laufe der Zeit so geschrieben habe und in dieses Forum, damit ihn lesen kann, wer es mag. Er ist allgemein und unabhängig von mir und was ich suche.


    Privat hatte ich vor kurzer Zeit schon so eine Beziehung, die aber nicht mehr besteht. Sie suchte eher eine Partnerschaft (war unsicher), haben uns gesehen, doch wir passten nicht zusammen.


    Das Thema habe ich mir quasi erschrieben, Zeile für Zeile. Doch selbst bin ich auch ungeübt darin. Es ist alles sehr ungewohnt und neu, wenig allgemeine Erfahrung als Hilfe.


    Doch ich würde noch einmal so einen Kontakt eingehen. Diesmal aber ehrlich sagen, was mir gefällt und was nicht. Zuletzt ein Fehler meinerseits.


    Eine persönliche Begegnung wird diese Beziehung immer beenden. Dann sollten wir aber sicher sein, das uns das Danach etwas bringt. Mein letztes Treffen war zu spontan und unüberlegt, doch es hat die Klarheit gebracht, die notwendig war. Das nächste Mal achte ich darauf, dass vorher nicht zuviele falsche Erwartungen entstehen.


    Ich denke bei mir ist es die Regel, meine Partnerin bleibt eine Unbekannte, weil ich sie auf der Straße nicht erkennen würde.


    Vielleicht meldet sich irgenwann jemand auf eine meiner Anzeigen, die ich dafür noch im Internet stehen lasse. Doch ich denke, dass ein Anruferin eher die Ausnahme ist, die mich überrascht. Dann werde ich versuchen, meinen Sachtext mit ihr praktisch auszuführen.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    Ort
    Waldsachsen
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    AW: Telefonsex

    Ich wäre es mit einer Diskussion zu folgender Aussage?


    "Früher habe ich nur die Unterseiten der Brötchen gegessen, bis mein Analytiker diese Blockade gelöst und mir beigebracht hat, daß die Oberseiten auch eßbar sind. Jetzt esse ich nur noch die Oberseiten."


    Gruß
    K. aus M.

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