+ Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: ich und ich

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    624
    Renommee-Modifikator
    20

    Post ich und ich

    ich und ich,
    einer sieht den andern an jetzt
    im innenspiegel.
    wir wissen nichts davon,
    dass der sommer bald vorbei ist;
    wir haben lediglich seit fast hundert nächten
    nicht mehr geträumt,
    ich und ich.


    lange
    schauen wir einander ins gesicht,
    es ist getaucht
    in den blauen schein
    der armaturen
    und es lächelt
    und sieht trotzdem traurig aus.


    dann zwinkert einer dem anderen zu.


    dann scheinwerfer aus
    und wechseln auf die überholspur
    und schnell und immer schneller
    geht die fahrt dann,
    nicht hart am abgrund,
    nicht hart gegen den strich,
    aber mit offenem autodach,
    damit es eine grosse entfaltung gibt
    für den sternenhimmel
    über allem.

    wir brauchen nichts anderes,
    ich und ich.

    wir sind unterwegs, einfach so,
    ohne hoffnung
    auf ein ende der strasse
    und ohne verzweiflung.


    wir wissen,
    jeden augenblick wird etwas
    passieren jetzt,
    aber wir warten nur darauf,
    wir warteten schon immer:


    gleissend hell
    erleuchtet der zufall
    die stille.

    und keiner
    sagt ein wort
    zum andern,
    nicht jetzt, nicht hier;
    wir wären sonst verloren,
    ich und ich,
    wir wären sonst
    jeder für sich allein
    auf unserer reise
    ins zentrum
    des lichts.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    5.648
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    28

    AW: ich und ich

    Das sind nur Teile. Es fehlt ein Brückenwort, ein sich entwickelndes. Vielleicht könntest Du die Idee des geöffneten Autodachs ins Zentrum stellen, worauf Du zuarbeitest, wovon Du weggehst. Das wäre dann der springende Punkt, der unendliche Punkt, der das Du zum Ich machte. Aber denk jetzt bloß nicht, ich würde an Autodache denken wollen.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    624
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: ich und ich

    ich und ich.
    und keiner
    sagt ein wort
    zum andern,
    nicht jetzt, nicht hier.
    aber ihr.
    dank euch beiden.
    fürs das brechen des schweigens.


    ja. ich weiss, was er meint.
    aber sie.
    ich bau die brücke.
    bau auf gegenströmungen auf.
    ich bin mir dessen sehr bewusst.
    ja. das ist riskant, durchaus.
    aber.


    Mr. Jones

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    21.February 2003
    Beiträge
    249
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: ich und ich

    Aber!
    Was wäre ohne den Zwei-fel.
    Die Ein-heit?
    Sofort und gleich?
    Nein


    Was wäre die Strömung
    ohne die Gegenströmung?
    Trägheit.
    Das Gemächliche des Immergleichen.


    Was wäre das Leben
    ohne das Risiko!


    Dämmerzustand
    ohne Leben


    Eine parfümierte Leiche
    statt des natürlichen
    Wohlaromas menschlichen Wachsens.


    Liebe das Risiko
    und suche es auf!

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    3.May 2000
    Ort
    Frankfurt am Main
    Beiträge
    62
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: ich und ich

    Darf ich mal raten? Du schreibst hauptsächlich Prosa, stimmt's, Mr. Jones?
    Diesem Text fehlt nichts. Er hat um ein Vieles zuviel, um ein gutes Gedicht zu sein.
    In diesem Text ist eine Hauptaussage. Diese sagen. Nicht breit walzen. Nicht wiederholen.
    Sonst wird's Geplapper. Nicht alles erklären. Will ich selbst drauf kommen.

  6. #6
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: ich und ich

    auch jahre später kommt mir beim lesen des textes eine poetische stimmung, mehr aber nicht. es bleiben teile, die schon eine ahnung davon geben, da? da etwas geschieht. vielleicht geschieht sehr viel mehr, als es mir meine schulweisheit herausexaminiert. aber ist es nicht auch die aufgabe des dichters, mich nicht examinieren zu lassen, sondern erleben?

+ Antworten

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •