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Thema: Metaphysische Ausblicke

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Arrow Metaphysische Ausblicke

    ..bringen mich auf das Problem der Verwirklichung. Was ist, und was wird sein?
    Gibt es "heilig-öffentliche Geheimnisse" (Goethe), um die jeder weiß, die aber auszusprechen Feme und Immedialität bedeuten. Ist Deutsamkeit der Welt eingegrenzt auf einen Spielraum jenseits des Ästhetischen?


    Ich habe solche Begriffswelten, die sich mit dämonischen Widerständigkeiten befassen, eingeholt. Sie warteten. Eine Wartung des Gedächtnisses, eines sich stets selbst in Frage stellenden Gedächtnisses macht durchseelbar. Die Seele baumelt im Nichts, sie umgebenden Nichts, entfaltet sie sich durch das Nichts? Prismafänger im Roggen! Es erzeugt sich eine Gewalt des Lichts, aus dem innren Dunkel beugt sich eine Gewißheit, ein Müssen des Leuchtens, weil nur das Sichtbare wahrgenommen wird.


    Wir sind Kinder der Wahrnehmung, aber Väter der Ahnung, Großväter der Erwartung. Die Erwartung täuscht, das liegt in ihrem Wesen, die Ahnung macht gewiß, dito, das Wahrnehmen läßt uns anknüpfen am Vergangnen. Das Vergangne aber ist Gestaltetwordensein.


    Ein Ausblick: im Dunkel?

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    Das Ichts ist, das Nichts wird sein.
    Das Wesen des Geheimnisses ist es, sich nach vorn zu drängen.
    Deutung ist ästhetisch, aber das Wesen der Deutung liegt im Sichverbergen. Das ist der Zirkel und keine Dämonien. Begriffe ändern ihre Tendenz, die des Aussagens. Sie schütten sich aus und dann sind sie leer, bereit für die neue Obskuranz, die des Wohlmeinens. Aber wer will schon nur meinen, wenn er haben kann?


    Wer hat den Glauben verloren?


    Ja, die Seele muß baumeln. Da steh ich auf und frage das Nichts. Baumelnd im Garten des Verbotenen. Ein Greis beim Schlawinern gesehen. Wischen des Lichts. Auswischen des Geistes. Der doch war ein Gefundenes.


    Zur Erwartung: vgl. Descartes. deus malignus


    Im Dunklen läßt sich nichts sehen. Wie soll man da ausblicken?

  3. #3
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    ....mich macht das kirre. Dieses herumwuseln zwischen Kant und Steiner, Ischtar und Osiris. Warum lernt ihr nicht mal was richtiges, immer das Ungefähre. Lest die Höllenfahrt, dann wisst ihr was man wissen kann, den Rest 'erfahrt' ihr (wenn ihr Böcklin testet)...

    Anhang 400

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    Wozu sollte Genauigkeit - besser hier wohl Wiederkäue - in der Philosophie führen? Ist es nicht eigentlicher Grund, um den heißen Brei herumzureden? Das Chaos läßt sich nicht beherrschen, die Urgründe sind nicht mit Worten zu umreißen, bestenfalls zu markieren. Keiner, aber auch keiner wird ein metaphysisches Konvolut aufstellen können, das Welt beinhaltet.
    Also laß uns reden, aber nicht schweigen, wovon das Herz so schwer wird.

    Die Toteninsel, die Höllenfahrt zu ihr, das ist nicht nur ein symbolischer Akt, d.i. ein Akt, den jede Seele erfährt. Wahrlich.

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    Das ist eben der Punkt, ein geheimer Punkt beim Schreiben: Greifbarkeit.
    Es ist nicht einmal wünschenswert, mein lieber lester, daß man das Wichtige bestimmt. Denn dieses Sinnen kann nur ruchlos sein, es kann nur eine scheinbare Fron bedeuten, sich über Verstandesgesetze einem Thema zu nähern, dem man nur von ungefähr nahe kommen kann. Und jetzt will ich keine Odeumslogen auf den Plan rufen, keine Leute verminderter Zurechnungsfähigkeit mit sonst was für Überzeugungen einschläfern, nein, ich stelle tiefbefriedigt und zugleich ernüchtert fest, daß das Ist eben nicht ist, eben nur begrenzt werden kann von löchrigem Käse. Und das ist gut so, denn es stempelt diejenigen, die's glauben, zu Scharlatanen und schafft uns Dichtern Raum, Unsagbares dem Menschen da zu vermitteln, wo einzig Vermittlung möglich ist: im Gefühl.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    Descartes' Leistung soll es gewesen sein, Körper und Geist zu trennen, die Bewußtheit einer logischen, vernünftigen Trennung zwischen Körper und Geist sollte der Anbeginn der Moderne sein.]


    Mitnichten, Freunde! Es ist nur französische Oberfläche - unsere Freunde im Südwesten des Kontinents mögen mir diesen kleinen atavistischen Ausbruch verzeihen. Verzeihehen, wie ich's im Ilefich-Ordner schreiben müßte.
    Also, es ist der Mensch vielmehr ein dynamisches Drama zwischen Körper, Seele und Geist, eine existierende Einheit und organische Totalität. Wenn man trennt, so bildet man eine Dichotomie, die den Menschen zerteilt und zernichtet, wie Hölderlin dies richtig sagte. Es ist gerade das Kennzeichen des humanistischen Denkens, den Menschen als Ganzheit zu begreifen, nicht als beseelte Maschine, deren Einzelbestandteile analysiert und verifiziert werden könnten.

    Das ist der eigentliche Ausblick ins 21. Jahrhundert, den Menschen im Ganzen zu nehmen, mitsamt dem Bösen, mitsamt seinen Wünschen, irrationalen Bausteinen, mitsamt seinem mehr oder minder perfekten Körper, mehr oder minder perfekten Geist.

  7. #7
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    ich würde noch den schritt weiter gehen und die menschheit als einen lebendigen körper sehen, quallenähnlich. die zerteilung von mensch zu mensch ist ein skandal größer als die trennung im einzelnen menschen. aber arbeite nur an des einzelmenschen ganzheit und die ganzheit des gesamtkorpus mensch wird sich ergeben daraus. ist bloß gesetz der fraktalen, die im einzelnen ständig das ganze voraussetzen, ihrerseits vom ganzen vorausgesetzt sind. keine trennung wird trotz des wortes geredet, sondern eine vernetzung aller mit allen, ein sich seit urzeiten gleichbleibender koloss, der nur die oberfläche periodisch wandelt.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    aus dem ungefähren erwächst erst das neue. es ist eine spielwiese, aber nur der begreift literatur, dem bewußt ist, wie grundlegend das spielen mit den möglichkeiten ist. das feste, das genaue, ist dann sache des lektors, meinethalben irdwelcher sprachforscher, die aber keinen AUSBLICK geben können, sondern bloß die feile ansetzen. aus den gräben der uralten sind die ewigen wahrheiten zu holen und dem geschmack der gegenwart anzupassen - allerdings ohne diese zu verbiegen, was wiederum in beide richtungen gilt. hier hat der dichter arbeit, hier hat er seine zukunft, sein leben einzusetzen. wer einmal glaubt, die dinge verstanden zu haben, der ist tot, der käut bloß wieder.
    das habe ich von steiner gelernt.

  9. #9
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    er weiß nix, der dichter - aber er hat ahnung...

    wenn dies übrigens überhand nimmt, so nennt man das wahnung...
    (hölderlin wußt uns davon ein lied zu sängen...)

  10. #10
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    der tod des verstandenhabens ist ein leichter, denn alle vermögen nur zu meinen. das leben selbst spielt mit dem kontra-bass zu leben auf und bläst alle gewissheiten wieder über den haufen, weckt jeden toten auf. es benötigt aber welche, die eben meinen, schon alles verstanden zu haben. das ist der liebenden dialog, sonst bliese das leben nicht.
    wir gehen geburtswehen entgegen. ich freue mich auf das neue jahr! es wird viele meiner meinensgewissheiten, die ich ihm lächelnd bot, wieder umwerfen. aber wir beide wissen nicht, welche

  11. #11
    resurrector
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    Ordner wie diese geben den eigentlichen Grund ab, warum ich überhaupt ein Forum initiierte. Es ist bis heute mein Wunsch geblieben, mich auszutauschen. Leider verwechseln die meisten Besucher dieses Forums Metaphysik (steht am Anfang und Ende jeder Theologie) mit Esoterik (zielen auf Veränderungen bei den Menschen durch Veränderung ihrer Wahrnehmung). Ich habe, so schätze ich, etwa 20 Beiträge allein in diesem Ordner löschen müssen, weil sie neben dem üblichen Chat eben diese Verwechslung pflegten. Ich befürchte, daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Unverdrossen!

  12. #12
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    Die Metaphysik von heute heisst Quantenphysik. Ich mühe mich seit Jahren und verstehe nichts. Die Quantenphysik ist eine Physik des Irrationalen. Unlogisch. Unbegreifbar. Und doch offenbar real. Wenn ich den Pysikern glauben mag. Und da beginnt mein Problem. Ich habe doch den religiösen Glauben nicht abgeschüttelt, um ihn durch naturwissenschaftlichen Glauben zu ersetzen.

    Die Welt ist im Grunde verrückt, absurd, unbegreifbar. Und unsere Vernunft (Logik) völlig unzureichend, die Welt zu begreifen.

  13. #13
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Metaphysische Ausblicke

    Ich mag Metaphysik. Sie ist was für Einsame, Philosophen, Loser aller Coleur. Man kommt nicht weiter in den ersten und letzten Fragen. Aber es stellt sich ein beruhigendes Gefühl des Geheimnisvollen ein. Das normale gesellschaftliche Leben gleicht einer kleinen Insel in einem unbekannten Gewässer. Man kann noch nicht mal sagen, ob das Gewässer, das diese Insel umschließt ein kleiner See, ein großes Meer, ein gewaltiger Ozean, oder etwas Unendliches ist.

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