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Thema: Gedanken über Amerika

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Arrow Gedanken über Amerika

    Was Amerika zur Zeit erlebt, was die Amerikaner zur Zeit erleben, ist mit wenigen Worten kaum zu beschreiben. Was für Europäer zur realen und geschichtlichen Wirklichkeit geworden war, Krieg, Zerstörung, Leid, im Laufe des letzten Jahrhunderts, hat die USA niemals berührt im physischen Sinne. Das, was jeder Europäer wohl aus Erzählungen von Verwandten und Freuden der vorhergehenden Generation kennt, was er beinahe schon genetisch erlebt zu haben scheint, das alles fehlt dem homo americanis. Diese amerikanische Nation zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird noch sehr lange an den Ereignissen des 11. September zu tragen haben.
    Denn die Bedeutung des Bodens spielt hierbei eine große Rolle. Ein Land, das zu Beginn seiner Geschichte agrarisch geprägt durchaus einer Blut-und-Boden-Ideologie huldigte und seine Landnahmen hiermit begründete, muss heute erleben, wie es gerade auf diesem Boden, den es immer erobern und verteidigen konnte, angreifbar und verwundbar ist. Der Blutzoll, den Amerika in den Kriegen des 20. Jahrhunderts erlitten hat, war schon schlimm genug und hat Spuren hinterlassen, viel gravierender ist aber eine solche Erfahrung für eine Nation, wenn sie sie auf eigenem Territorium hinnehmen muss.
    Oberflächlich wird dieses Ereignis durch kriegerische Auseinandersetzungen verarbeitet werden wollen, die Seele eines gedemütigten Volkes wird danach verlangen und sie wird eine Befriedigung dieses Bedürfnisses erhalten. Genuss wird sie nicht davontragen, das ist gewiss, Befreiung vom Schmerz auch nicht, eher das Gegenteil.


    Amerika muss lernen, sehr klein und neu lernen, zu ertragen, zu leiden, verwundbar zu sein dort, wo es am wenigsten damit rechnete. In Europa wissen wir, dass wir Wiederaufbau leisten können, wir wissen aber auch mit Trauer umzugehen, wir wissen auch um die Bedeutung der Geste, ehemaligen Feinden die Hand zu reichen.
    Amerika muss viel, sehr viel lernen. Schlimm ist nur, dass es das nicht von uns lernen kann, dass es sich hier um Erfahrungen handelt, die nur in Generationensprüngen erlernbar sind.


    Hieraus unmittelbare Schlüsse für die Handlungen, die Politik, die Ereignisse der nächsten Monate abzuleiten, wäre zu vermessen, noch schlimmer das Erteilen von klugen Ratschlägen.


    Aber plötzlich steht so etwas völlig neu da wie unser Gefühl für unsere Geschichte, unsere ureigene europäische Geschichte, aus der wir gelernt haben, hoffentlich...


    Dresden und Coventry sind wieder aufgebaut und künden von Geschichte und Leid für uns.
    Auch New York wird in einigen Jahren wieder neue Gebäude an Stelle der alten haben.
    Wenn immer von amerikanischer Seite von einem Krieg gesprochen wird, dann impliziert das automatisch auch das Wort Frieden. Wenn wir heute Solidarität mit Amerika üben, dann können wir auch ein wenig vermitteln, wie es war, als Gegner zu Freunden wurden. Hieraus kann ein weit mächtigerer Stolz als der Nationalstolz erwachsen.
    So, wie heute Europa nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts zusammenrückt, so könnte die Welt am Ende des 21. dastehen. Und sind wir froh, dass es dazu vielleicht nicht eines großen Krieges dann bedurft hat.

  2. #2
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Gedanken über Amerika

    Hallo Uis! Das ist gar kein schlechter Vorschlag, sich über die Befindlichkeiten von Völkern Gedanken zu machen. Erinnert mich an die im Schatten des Rassismus stehende Ethnologie. Sei's drum.


    Was Du zu den Amerikanern und dem Wahrscheinlichen nach dem 110901 zu sagen hast, berührt mich. Ich glaube, kaum widersprechen zu können oder zu müssen. Allerdings möchte ich einiges ergänzen.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Gedanken über Amerika

    Hallo Robert,
    lange habe ich überlegt, ob ich etwas Substantiiertes beitragen kann zur Diskussion angesichts der Überzahl besserwisserischer, schlaumeierhafter Kommentare in den Medien. Vorschnelle Aussagen verbieten sich einfach aufgrund der Situation. Wenn wir wollen, dass die Welt vor einem Umbruch steht, dann jetzt, aber bitte besonnen. Und da ist es hilfreich, sich zunächst einmal die Lage Anerikas zu vergegenwärtigen. Natürlich kann ich mir vorstellen, dass Du etwas zu ergänzen hast. Ich bin gespannt darauf.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post AW: Gedanken über Amerika

    JA, Uis, ich habe über Amerika, westliche Demokratie und andere Dinge lange nachgedacht, manches Buch gewälzt, mich oft gestritten. Mein gegenwärtiger Stand ist folgender, ich gehe aber von Deutschland aus, von einer beliebigen Stadt in Deutschland:


    Ach, der letzte Krieg: Er lastete wie ein ewiges Verhängnis über der Stadt, ja, dem ganzen Land. Die Gründe, die das Land in den Krieg trieben, waren nach dem bewaffneten Konflikt nicht wieder Sprache geworden; ersatzweise wurde der weltweit einzigartige Charakter der Landeskinder deformiert und dem der Triumphatoren angepaßt, worin Sieger und der Großteil der Besiegten allgemein die Lehre aus der Geschichte sahen, letztlich jedoch nur das Bewußtsein für die Not, die die Landeskinder einst in den Krieg trieb, sublimierten. - Die Tat der Verstümmelung entsprach vollkommen dem Charakter der zivilisierteren Sieger, die mit den Besiegten dasselbe taten, was schon immer ihrem Naturell entsprach: Schwächere anpassen, per Infiltration dem eigenen Charakter annähern und so von vornherein den Keim der Auflehnung als bestenfalls rebellischen artifizieren, als Auflehnung gegen sich selbst! Das betrieben die Sieger mit den Ureinwohnern ihres Kontinents wie auch mit renitenten Autonomisten. Im Ergebnis dieser Fehlentwicklungen müßte logischerweise die Not-Wendigkeit eines erneuten Krieges liegen, worauf man vor allem im Ausland bei Gelegenheit vorwurfsvoll die dann über sich selbst erschrockenen Landeskinder aufmerksam zu machen wußte. Diese nahmen den Fingerzeig an, denn die Siegermächte hatten das besiegte Land von grundauf umgekrempelt. Sie hatten den Charakter der Bezwungenen zu brechen verstanden, dabei auch tatkräftige Beihilfe erhalten; die Selbstverleugnung lag im Naturell der Landeskinder. Die Sieger stülpten dem Land eine Gesellschaftsform über, von der sie borniert glaubten, daß diese die einzig glücklich machende sei, und erhielten extra- und intraordinierende Hilfe, denn:



    • 1. waren die Siegerideen gerade weltweit in Mode und
    • 2. war die Angst vor dem niedergeworfenen Gegner immer noch so groß, daß man ihn mit dem eigenen Geist so tief affizieren mußte, bis man glauben konnte, den letzten Widerstand schon im Keimstadium zu erkennen.




    Doch seien hier einige Wort der Kritik an der Machtentfaltung der Starken angebracht:


    These: Manch Starker dünkt sich, Gott als von seinen Gnaden auferstanden zu denken!
    Einwand: Muß eine ontologische Grundlegung durch Gott nicht erst geschehen sein, bevor der Starke seine letzte unbewegte Ursache ergründen kann?
    Begründung des Einwandes: Ein Subjekt erkennt ein Objekt und das verstandesgemäß, was bedeutet, daß es nicht mit dem Erkennenden identisch sein kann. - Einzige Identität ist möglich über das Versenktsein in den einen Gott, doch dies berührt andere Fragen als politische.

    Folgen: Soviel zu den Schranken des Starken, der sich als einzig Erkennenden des Außen begreift und demgemäß die Umwelt dem eigenen Willen unterordnet. So bildet sich nach Kämpfen der Schwache, der Schwächere heraus. Stark drückt somit ein Verhältnis aus: Der Starke benötigt Distanz gegenüber den Schwachen. Die schafft er sich über Definitionen des Guten, Wertvollen; Dinge, an die Schwache sich klammern können und über Gesetze einzuklagen glauben. Wir sehen, daß das Recht hierin Funktion besitzt, Funktion zwar, aber der Starke setzt sich über das Recht hinweg, das zeichnet ihn aus. (Der Zyniker meint hier: ...das zeichnet es aus.)
    Die Politik der Gleichmacherei stäupte den besonderen Menschentypus des Landes - manche Dichter behaupteten, daß nur gegen diesen Menschentyp die verheerenden Kriege geführt wurden! - in die Selbstherrlichkeit eines importierten Gemeinwesens. Ein importiertes Recht war es, was den Gerechtigkeitssinn von Jahrhunderten aushöhlte, aber der Import war sehr vernünftig und traf sich mit dem politischen Begriff des Rechtmäßigen. Und siehe: Die Politik verkleinerte das Land der Renitenten vergangener Zeitalter erst wirklich auf das Mindestmaß kontinentalen Ausgleichs der Machtsphären, drängte alles in jenes dumpfe Mittelmaß, das als Moral aus der Geschichte täglich in den Medien beschworen wurde. Demgemäß wäre es mit Wunderdingen zugegangen, wenn dieser Verlust der nationalen Unabhängigkeit nicht mit einem Absinken des öffentlichen Geistes und einem Überwuchern der Privatinteressen verbunden gewesen wäre. Die Hierarchie der Werte des Menschseins wurde pervertiert, ein Vorgang, der anfangs Aufschreie zur Folge hätte haben müssen - nur gab es kein Gremium dafür und kritische Stimmen erhielten den Stempel des Außenseitertums! Später hatte man sich an den Zustand gewöhnt, haderte lediglich mit dem Schicksal, dem die Liebe nicht länger galt...
    In früheren Zeiten trugen Titel und Herkunft geltende Erwartungen an die Handlungen des Menschen: Er konnte sich seiner selbst sicher sein, Rechte und Pflichten waren klar definiert. Mit den Siegern arrivierte eine Mentalität, die diese Verantwortung an neu zu bildende, finanziell bestens ausgestattete Segensträger übertrug, dadurch aber das Leben um vieles ärmer machte. Die Sieger subsumierten historische Entwicklungslinien unter ferner liefen, begriffen solche alten Kamellen nicht, oder aber sie stellten diese gewinnbringend in den Kanon ihrer utilitaristischen Philosophie!
    Je länger man aber trotzigerweise darüber nachdenkt, um so klarer dürfte es werden, daß einst die Schwachen die Starken sein müssen, daß es Spiel geben muß, wobei fraglich ist, ob eine daraus folgende Umwertung der Werte die Frage der Schuldzuweisung neu bestimmte oder eben nicht!? Vielleicht gab es in einer Frage keine andere Antwort als die eine, daß man nämlich doch schuldhaft in den Jahrhundertkrieg geraten war, weil Städte wie die eigene keine geistige Heimat mehr schufen, die sich verengende Enge ignoranter Intoleranz keine Athmosphäre für Noth wendenden geistigen Austausch bot, sich deshalb das Man selbst die Herrschaft usurpierte und befahl, was es dem unpersönlichen Es der Vielen zu befehlen galt...


    Dieser H. war kein Mensch; er war ein Anonymon!


    Die Sieger des letzten Krieges hatten die Kräfteverhältnisse für unbestimmbare Zeit festgeschrieben, so schien es, und Entwicklung blieb in engen Bahnen befangen. Stillstand? Daß die mutmaßliche Schuld schwerlich bis an den Ursprung rückverfolgbar sei, blieb unerträgliche Gewißheit. Sie hieß den Einheimischen ihre Sch. geringer erscheinen. Und sie erhielten recht in ihrer Meinung durch die, die es hätten besser wissen müssen: Die tieferen Gründe des Wandels von vormals geistiger Höhe zu irrationalem Indoktrinismus zu erforschen, wäre ein sicherlich lohnenswertes Ziel an der Universität gewesen. Aber die Forschung konzentrierte sich insbesondere auf naturwissenschaftliche Gebiete, forcierte diese gegenüber den Geisteswissenschaften, deren führende Köpfe sich darin gefielen, personengebundene strukturalistische Nützlichkeitsfragen zu erörtern oder Anteil zu nehmen am Lebensgang bislang unbeachtet gebliebener Landeskinder der ferneren Vergangenheit. Die entscheidenden Stellen bei der Vergabe von Forschungsgeldern befriedigten somit persönliche Ambitionen, derweil allgemeininteressierende Fragen aus dem Blick verloren wurden, ja sogar als wenig lohnenswerte Bereiche des geistigen Suchens artifiziert und abgestempelt wurden. In die Geisteswissenschaften war ein Virus namens correctio vitiosa eingedrungen und befiel schon jahrzehntelang ungestört neue Wirte. - Das Wesen des Geistes aber, frei sich den Gegenstand seiner Betrachtung zu suchen, wurde durch die willfährige Gewährung egomanischer Intentionen elementar pervertiert, denn eine Festlegung war allen Überlegungen, allen Absichten der einheimischen Denker durch die Sieger propädeutet, daß es nämlich in jedem anderen gesellschaftlichen System für sie nichts zu gewinnen gäbe. Und somit stand der politischen Herrschaftsform des Geldes, in der die thematisierten Landeskinder nunmehr leben mußten, die Forderung des Denkens nach Freiheit gegenüber.
    Die Herrschenden vergaßen durch diese Propädeutik, daß der Geist vor allem Freiheit vom Gelde benötigt, um Geist sein zu können! Doch was verstanden die Sieger schon davon! Schließlich war gegen dieses Unverständnis Krieg geführt...

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Gedanken über Amerika

    Ich greife einmal aus der Vielzahl der möglichen Erörterungspunkte Gott heraus. Das ist nicht unrichtig, was Du schreibst, Robert, aber im Hinblick auf die Amerikaner ist es recht einfach zu erklären. Ich sage das jetzt mal so "einfach zu erklären", stimmt ja nicht, aber trotzdem. Max Weber hat mit seinen Ausführungen über die protestantische Ethik alles Wesentliche dazu gesagt, und deshalb ist es irgendwie doch wieder einfach. Die USA sind die einzige Nation, die auf ihren Banknoten Gott erwähnen. Das ist Symbol für eine stattgefundene Säkularisierung, die nur schwer nachvollziehbar ist, grad auch in einem Land der Dichter und Denker.
    Es ist schon interessant für ein Land, von einem anderen Land besiegt zu werden, dass Erfahrung als Sieger hat, das immer zu den Siegertypen gehört hat. Schlimmer ist es da schon für ein Land, wenn es besiegt wird von einem typischen Verlierer der Geschichte. Ich bin da jetzt mal recht ketzerisch, ich weiß, bin ich aber gern.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Gedanken über Amerika

    Was mögen Dichter denken ...
    ... in angstvoller Zeit?

    Menschmenschmensch. Ich will mal versuchen, zwischendurch nicht zu witzeln, schade eigentlich.

    Ich hätte mich ja wegen der Bomben an sich nicht auf keine Straße gelegt. Nach der ersten Assoziation eines dritten Weltkriegs, als ich die Bilder im TV sah (mit gefalteten Händen), war für mich die erste Hoffnung logisch, daß es nicht Auge um Auge gehen möge. Gottseidank (Obwohl Wir Seinen Namen Nicht Nur In Diesem Zusammenhang Generell Von Der Festplatte Löschen Sollten) ist George halt nicht der krass entscheidende Dandy, aber leider der Sohn seines Vaters, und seine klugen Berater sind wie er eines fremden Geistes Kind, soll heißen gekaufte Lobbyisten. Aber fähig ... !

    Man verkauft uns das, was jetzt geschieht, als Realpolitik. HA. HOFFENTLICH WERDEN SIE UNS WENIGSTENS AB UND ZU REELE GESCHEHNISSE ZEIGEN, platzt aus mir heraus.

    Es ist ja so: Sie verkauften die liberale Utopie des Wohlstands, des Kapitalismus', der Demokratie und der individuellen Selbstbestimmung. Ich persönlich beobachte mich gespannt dabei, TV zu glotzen, MicroSoft zu nutzen, mir ab und zu einen runterzuholen und meine Gedanken zu verlieren. Worauf ich hinauswollte: DAFÜR würde ich demonstrieren: Gegen die fortgeschrittene Machtergreifung, die heute Globalisierung heißt, und gegen die Borniertheit. Der, der wo 1984 schrieb, hieß übrigens auch George.

    Wohin entwickelt sich das Bild, was geschieht mit uns? Wie dreht sich die Welt neuerdings? Sie dreht sich wohl wieder um die Verblendung schlechthin, um das Menschlein mit dem allzu kleinen Großhirn, das die existentialistische Philosophie der staatenbildenden Insekten studieren sollte, anstelle sich Illusionen zu machen, doch, andrerseits - ob die Bienen dichten?

    Ich geh, wenn ich ausgeschlafen hab, vielleicht in den Garten und lege mich konzentriert auf einen Ameisenhaufen, nein, wahrscheinlich werde ich doch wieder zu bequem sein, kleiner ernster Scherz am Rande. Ich werde wenigstens auf ernstzunehmenden Journalismus achten.

    Angst, Entsagung schaden nix. Lieben und hoffen dürfmer, denken müssmer mögen trotzdem, trotzigst, stets lächelnd argwöhnisch, solange lebendig. Wenn du mich trösten willst, sag mir, daß paranoid zu sein nicht bedeutet, daß sie nicht hinter uns her sind...


    (es lebe die kunst, in der wir trauern dürfen, frei sind und geschwister in bedrängnis)

    robert: ich schätze deine beschreibung dessen, was ich für kulturimperialismus und verlust einer alten identität halte, werde nachlesen, rescherschieren, wieder lesen und bin mistrauisch. prosit - es möge nutzen, aber schreib gefälligst nicht gar so versuklauriert

  7. #7
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Gedanken über Amerika

    Das Paranoide treibt uns hintan. Hootch, dieser Gedanke ist witzig.

    Vielleicht sind meine Ausführungen zu Amerika nur Zeichen meiner paranoiden Substanz, die ich Charakter nenne.
    Was das Klausulierte betrifft:
    a) das Wesen der Wahrheit ist Klausel;
    b) einen wahren Paranoiker kann nichts erschüttern, es sei denn, es kömmt unverschleiert daher.

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    Arrow AW: Gedanken über Amerika

    zum Thema:
    Interview
    Norman Finkelstein: "Die amerikanische Regierung ist außer Kontrolle"
    Finkelstein ist der Autor des Buches "Die Holocaust Industrie". Zur Zeit noch nachzulesen bei: http://www.faz-online.de/s/Rub9E7BDE...~Scontent.html


    allerdings nimmt die FAZ früher oder später die Beiträge raus: also schnell schauen, kopieren und/oder drucken.


    Ergänzend zu den USA sind im Moment Interviews mit Scott Ritter interessant (Konkret 10/2002 und Der Standard 9/2002). Ritter war bis 1998 Chef-Waffeninspekteur der UNO im Irak.


    Aktuell erschienen ist das Buch "Das ewige Imperium - Die US-Außenpolitik als Krisenfaktor" im VSA-Verlag, Hamburg.


    Weitere infos können hier gern geliefert werden.

  9. #9
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Gedanken über Amerika

    was nun, wenn, wie ich es bereits einige tage nach dem anschlag vermutete, nicht die islamistische front um osama war, sondern etwas ganz anderes?
    folgender buchtip für uns paranoiker:


    Vom Kriege
    Die Arbeit der Verschwörung(stheorien). Eine Fallstudie am laufenden Beispiel.


    "Gegen den angeblichen Chefplaner Osama Bin Laden und seine 'Al Quaida'-Bande liegen heute ein Jahr nach den Anschlägen, so viele Beweise vor wie wenige Stunden danach: praktisch keine." So heißt es in dem Buch "Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. 9." von Mathias Brückers. Und dann kommt es noch dicker: Brückers versucht zu zeigen, dass zahlreiche Behauptungen über die Vorgänge des 11. Septembers nicht stimmen - so sollen z. B. mit großer Wahrscheinlichkeit von den mutmaßlichen Attentätern mindestens noch fünf leben. Auf der anderen Seite trägt Brückers viele Fakten und Mutmaßungen vor, die in ganz andere wahrlich atemberaubende Richtungen weisen. Allerdings behauptet er nie zu wissen, wer wirklich dahinter steckt. Sein Buch ist entstanden aus einer globalen Gegenöffentlichkeit, die im Internet als Informationsnetzwerk zusammenarbeitet. Unvermeidlicherweise steht im Zentrum seiner Überlegungen, warum die gesamte Weltöffentlichkeit sich die Darstellungen und Interpretationen aus "Brainwashington" zu eigen gemacht hat und warum der investigative "offizielle" Journalismus nicht mal Zweifeln an den vordergründigsten Unstimmigkeiten nachgegangen ist. Ullrich Fichtner ist "Spiegel"-Redakteur und Mitautor des von St. Aust und C. Schnibben herausgegebenen Beststellers "11. September - Geschichte des Terrorangriffs". Fichtner sieht die Verschwörungstheorie von der anderen Seite.


    öffentliche Veranstaltung
    Am Donnerstag, 24.10.2002
    Kleiner Sendesaal, WDR Funkhaus Wallrafplatz

  10. #10
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Cool AW: Gedanken über Amerika

    Bei meiner Befasse mit dem Band I der "Fliegenden Blätter" stieß ich auf diesen alten Ordner über Amerika.


    Interessen schicken mir ihre Arbeiten über "Neuwahl und Plebiszite" bitte bis Mitte Juni zu!

    Die Rechtspopulisten haben Amerika als Deutschlands ärgsten Feind bezeichnet. Es ist dies eine merkwürdige Übereinstimmung mit den Linkspopulisten.

    Ich möchte mich selbst nicht als amerikafeindlich bezeichnen, weiß allerdings, daß Kapitalismus nun einmal vor allem der Kampf mehr oder minder intakter Wirtschaftskreise um Vorherrschaft ist. Das bedeutet, daß Amerika der natürliche Feind Nicht-Amerikas ist. Immer vorausgesetzt, man hebelt so sein Weltbild in die Angeln.

    Es gibt aber auch zig andere Möglichkeiten, Welt zu erklären. Man könnte beispielsweise, wie meinereiner, ein Feind allzu einfacher Erklärungen sein, brachialromantischer, vulgärmaterialistischer oder einfach nur "logischer".

    Aber das wollte ich jetzt nicht.

    Was ich hier sagen möchte: Amerikafeindlichkeit hat nichts mit rechts- oder linkspopulistischer Weltsicht zu tun. Diese Gleichung sollte sich niemand anziehen lassen, der amerikanischen Kulturimperialismus kritisiert, der amerikanische Weltmachtordnungswirklichkeit kritisiert, der amerikanische Wirtschaftspolitik angreift...

    Denn es ist alles immer ganz anders.

  11. #11
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    Cool AW: Gedanken über Amerika

    amerikanischer kulturimperialismus?
    wat is datt denn?
    welche kultur?


    grüße aus dem alten europa,
    ein indianer.

  12. #12
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Cool AW: Gedanken über Amerika

    Was könnte die amerikanische Regierung dazu inspirieren, der BRD den Sitz im Ständigen Sicherheitsrat zu verwehren?

  13. #13
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Cool AW: Gedanken über Amerika

    Es muß eine Trennung vorgenommen werden zwischen dem Prozeß des Globalismus und der amerikanischen Rolle bei demselben.



    Nach Auffassung der Frankfurter Schule besteht ein Wirkzusammenhang zwischen dem 1945 militärisch besiegten Nationalsozialismus und dem Kulturimperialismus Amerikas.

    Ich glaube, Amerika wird hier maßlos überschätzt. Als guter Schüler Hegels muß ich, Amerikas Macht einschränkend, feststellen, daß der Weltgeist sich zwar seine Protagonisten hernimmt, aber dann auch nicht anders kann, als dem ewigen Kausalnexus zu gehorchen. Und das bedeutet hier: Wenn es die Amerikaner nicht machen, mithin zur Führungsmacht nach 1945 verdammt waren, dann macht es eben ein anderer - und vielleicht sehr viel schlechter.

  14. #14
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Gedanken über Amerika

    Ich habe in letzter Zeit viel mit Amerika zu tun (befinde mich auch gerade dort) und finde die Themen amerikanischer Imperialismus, Globalisierung, Massenmedien etc. generell interessant. Grad schmeckt aber der Wein dann doch besser als die Philosophie. Grüße von der verweinten L.

  15. #15
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    AW: Gedanken über Amerika

    die vorfahren der amerikaner haben die dortigen ureinwohner geschlachtet wie die büffel. und sie haben sklaven aus afrika gehalten. lange zeit. und sie waren fast alle ursprünglich europäer. was soll daraus schon werden?

  16. #16
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Gedanken über Amerika

    eule, erzähl, aus wem soll denn eigentlich überhaupt was werden?

  17. #17
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    AW: Gedanken über Amerika

    was heute ist, ist aus gestern geworden.
    was morgen sein wird, wird heute bereitet.

  18. #18
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Gedanken über Amerika

    Ich verbinde mit dieser Auseinandersetzung nicht zuletzt die gewöhnliche Frage nach dem, was eine Nation für Aufgaben hat, woran sie gemessen werden kann, inwiefern sie auch eine Existenzberechtigung besitzt. Und das betrachte ich ganz unabhängig davon, welche empirischen, wirtschaftlichen oder sonstwie durch menschliche Wirkungen zu verändernde Parameter staatlichen Beisammenseins obwalten. Ich differenziere auch zwischen Staat und Nation, aber davon jetzt nicht hier.

    Ich lese gerade den "Wilhelm Meister" Goethes. Das ist eines dieser Bücher, das irgendwann jeder Deutsche gelesen haben sollte, vor allem jeder Deutsche, aber wohl auch jeder humanistisch Gesinnte, ganz gleich wo. Mich überrascht die oftmalige Befasse mit dem Begriff der Nation in diesem Buch, das Wort DEUTSCH taucht sehr oft auf, niemals aber in einem negativen Zusammenhang, obgleich Goethe damit immer das Volk meint. Er baut keinen Gegensatz Volk-Herrschende/Reiche auf. Das Volk ist dasjenige, um das es ihm (bislang auf den ersten 300 Seiten) geht, das Schauspielervolk mit seiner theatralischen Sendung, die verarmten Adligen mit ihrer Schutzfunktion (sind für ihn irgendwie auch Volk), selbst die reichen Adligen und Kaufmannsleute, die die Welt durchmessen, sind Volk. Aber er singt kein Loblied auf den dritten Stand, den gibt es für ihn nicht so recht. Um Volk sein zu dürfen, muß man sich nicht qualifizieren, doch, durch Geburt und die angenommene Sprache. Es geht darum, das Vorhandene zu entwickeln, zu bilden. Die mehr haben und mehr können, müssen dabei ihrer sozialen Verantwortung nachkommen, zum Wohle des Ganzen. Der Feind des Volkes sind die Dummen, die Raffkes und Eigennützigen. Heute würde man sagen, es sind die Kapitalisten, die nur an sich selbst denken, an ihre Dividende, um sich Brillanten etc. zuzulegen und denen das Allgemeinwohl gleichgültig ist.
    Ich will darüber jetzt nicht weiter parlieren; diese Gedanken sind hier auch so unvollständig. Ich will noch einen Gedanken anbringen, der mich sehr verwundert, ihn gerade von Goethe formuliert zu wissen:

    "'Wie unverständig', sagt ich oft zu mir selbst, 'war es, als du ehemals auf eine Nation schaltest, eben weil es eine Nation ist. Muessen denn, können denn einzelne Menschen so interessant sein? Keineswegs! Es fragt sich, ob unter der großen Masse eine Menge von Anlagen, Kräften und Fähigkeiten verteilt sei, die durch günstige Umstände entwickelt, durch vorzügliche Menschen zu einem gemeinsamen Endzwecke geleitet werden können.'" (Wilhelm Meister, IV. Buch,16. Kapitel)


    Ich möchte den Zusammenhang gern herstellen: Wenn ich an Amerika denke, dann sehe ich vor allem die Möglichkeiten. Die führende Nation der Welt, zumindest wirtschaftlich und militärisch, hat die Verpflichtung, bestmöglich auf die Entwicklung der gesamten Menschheit einzuwirken. Goethe spricht das hier auch aus, dieser Gedanke ist alt, aber nirgends so deutlich formuliert wie bei unseren Philosophen. Denke nicht daran, was du von deinem Land bekommen kannst, sondern daran, was du für es tun kannst. Dieser Gedanke wird Lincoln/Kennedy unterstellt, ist aber lange vor ihm schon von unseren Klassikern - oder, wenn man so will - von Soziologen Mitte des 19. Jahrhunderts (Lotze) formuliert worden. Lotze fragte danach, inwiefern die Einzelseele dem Weltganzen diente, sofern sie in ihrer Lebensleistung bewertet werden müßte.

    Ich hege die Befürchtung, daß solches Denken nicht nur dem durchschnittlichen Amerikaner wesensfremd ist, sondern vor allem den Eliten.

  19. #19
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    AW: Gedanken über Amerika

    Dieser Gedanke wird Lincoln unterstellt, ist aber lange vor ihm schon von unseren Klassikern - oder, wenn man so will - von Soziologen Mitte des 19. Jahrhunderts (Lotze) formuliert worden.

    lang vor ihm? lincoln lebte von 1809-1865.

  20. #20
    rodbertus
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    AW: Gedanken über Amerika

    Lotzes Publikationswirksamkeit begann 1838. Er hatte großen Einfluß auf das Denken in dieser Zeit des Übergangs vom Idealismus zu naturwissenschaftlich bezüglichem Philosophieren. Wer weiß, vielleicht hatte Lincoln mal einen Blick in den Lotze getan? Ist aber auch nicht so wichtig, wo nun der Ursprung dieses Gedankens liegt. Wichtiger ist dieser geäußerte Gedanke. Und dann frage ich mich, wie es heute damit aussieht, mit der politischen Umsetzung dieser Ethik.

  21. #21
    Mitgestalter
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    AW: Gedanken über Amerika

    tja, wenn ich mir unsere eliten anschaue und welches vorbild sie abgeben:


    spesenskandale, diätensumpf, korruption auf allen ebenen, gier und raffsucht in den höchsten kreisen als einzige raison d'etre


    dann fällt es schwer, diesen idealistischen gedanken unters volk zu bringen.

  22. #22
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Gedanken über Amerika

    das liegt am system. die politischen segensträger sind keine elite, sondern beauftragte. unser system aber läßt es scheinen, als ob sie die erwählten seien. und das ist die crux.



    man müßte also das system ändern, beispielsweise die 5%-Hürde streichen, außerdem die versorgung der mandaten durch steuergelder abschaffen. das allein würde zu einem tiefgreifenden wandel in der innenpolitik führen. das wußte bismarck bereits, als er seine politische zukunft 1867 davon abhängig machte, ob die abgeordneten im norddeutschen reichstag sich diäten zuzuweisen beabsichtigten. sie sagten NEIN, also blieb bismarck ministerpräsident.

  23. #23
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Gedanken über Amerika




    "amerikanische würstchen, "hot dog style":


    also, die 5%-hürde ist uns ziemlich würstchen.


    unsere aufgabe, aber auch unsere verantwortung sehen wir ganz eindeutig in der verwurschtung der achsel des bösen. freiheit für die würstchen in aller welt! wir haben uns daher entschlossen - als eine absolut selbstlose form der entwicklungshilfe - ein joint venture mit den metzgern der islamischen welt ins leben zu rufen. würstchen sollen überall heimisch werden, müssen ja nicht gleich würstchen "hot dog style" sein, amerika steht ja in der freien aber auch in der unfreien welt für bedingungslose wursttoleranz, wiewohl sich natürlich die würstchen "hot dog style" bewährt haben, sodass wir unseren kooperationspartnern die würstchen "hot dog style" durchaus mit einem gewissen nachdruck empfehlen!"

  24. #24
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Gedanken über Amerika

    habe gerade eine broschüre am wickel: wesen und verfall amerikas. (oberlercher)
    darin wird amerika als seemacht beschrieben, in deren wirtschaft das abgrasende kapital dominiere. dieses sei gegenstand des spekulanten. die kapitalaufassung sei außergeschichtlich und extraktiv-nomadisch, der die deutsche (im weltweiten kontext) gegenüberstehe, die technisch-geschichtliche bzw. seßhaft-herstellende.
    im militärischen sinne sei amerika eine vom nomadischen utopismus (wow!) getriebene see- und lufthüpfermacht, die waldentlaubung (vietnam), wüstenstürme (irak) oder feldvergiftermilitärschläge führe, vornehmlich mit der taktik des überfalls.
    der mann hat recht. aber das ist nicht alles, was mir dann zu amerika einfällt.
    ich denke, amerika ist nicht nur seemacht, nicht nur das beschriebene, sondern auch landmacht, auf festen gründen stehend, maßvoll im sinne eigener innerer bestandheit, nicht nur nomadismus, sondern auch grundtiefe selbstheit. ein anderes prinzip, aber eben ein prinzip, und ein prinzip hat immer grund. es kömmt nicht nur, um zu zerstören, sondern um den eigenen willen durchzusetzen, den es in selbstsicherem missionarismus unter die völker die welt zu bringen hofft: the american way. insofern imperialistisch ausgerichtet. aber der imperialismus ist ein mittel, um den zweck: "wohlstand für alle" durchzusetzen. dann erst nämlich greifen die heuschreckenschwärme; die brauchen schließlich was zu fressen, also müssen die länder fruchtbar/reich gemacht werden. die amerikanische politik setzt nicht nur darauf, andere zu unterdrücken, sondern auch darauf, ihnen die werkzeuge zu bringen, sich wohlstand zu erarbeiten, einen verifizierbaren wohlstand, der dann vom "parasitären schiffsmonadismus" (oberlercher) gefressen werden kann, jedoch nicht vollends, reichtum muß nachwachsen.
    amerika ist auch abfall von europa, soviel ist sicher. es streckt seine fühler in neueste räume aus, captain kirk, es will das weltall erobern, mit ihm das tun, was es in den zwei letzten weltkriegen mit europa machte, das ist sein heuchlerischer utopismus, allerdings glauben viele der ausführenden an eine mission, dahin zu gehen, wo noch kein hamburger vor ihnen war, um hier mal al bundy zu zitieren. insofern ist die heuchelei mit einem gutteil selbstironie und ernsthaftigkeit gleichermaßen durchsetzt.

  25. #25
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Gedanken über Amerika

    erstellt bei http://www.spiegel.de/panorama/justi...570544,00.html : Der Anthrax-Alarm hielt die Welt 2001 wochenlang in Atem, jetzt meldet die US-Bundespolizei FBI den mysteriösen Fall als aufgeklärt: Militärforscher Bruce Ivins soll mit Milzbrand-Sporen fünf Menschen getötet haben. Er nahm sich das Leben - Kollegen werfen den Ermittlern eine tödliche Hetzjagd vor.

    Washington - Es war eine der mysteriösesten Anschlagsserien der USA in den vergangenen Jahren - jetzt hat die Bundespolizei FBI sie nach eigenen Angaben aufgeklärt. Der schon unter Verdacht stehende Militärwissenschaftler Bruce Ivins sei auf Grundlage aller Beweise der "einzig Verantwortliche", sagte Staatsanwalt Jeffrey Taylor in Washington.


    Der 62jährige, der jahrelang als Biowaffen-Experte im Dienste der US-Regierung stand, hatte in der vergangenen Woche vor einer drohenden Prozesseröffnung Selbstmord begangen. Ehemalige Arbeitskollegen von Ivins machten dem Fernsehsender CNN zufolge FBI-Agenten für den Selbstmord des Wissenschaftlers mitverantwortlich: Die Beamten hätten den Forscher in den Tod gejagt, indem sie unter anderem dessen Kinder unter Druck setzten. So sollen sie bei einer Befragung in Ivins' Haus dessen Sohn eine Belohnung in Höhe von 2,5 Millionen Dollar in Aussicht gestellt haben, wenn er ihnen vertrauliche Informationen über seinen Vater gebe. Sie hätten dem 24jährigen dabei Fotos der Milzbrand-Opfer gezeigt und gesagt: "Das hat dein Vater getan." Ivins' habe den fortwährenden Druck nicht mehr verkraftet.
    Das FBI weist die Vorwürfe zurück und zeigt sich dagegen stolz, einen der "größten und komplexesten" Kriminalfälle in der Geschichte des Landes gelöst zu haben. "Eine akribische Untersuchung hat uns zu dem Schluss geführt, dass Dr. Bruce Ivins für den Tod, das Leiden und die Angst verantwortlich war, die durch die Versendung der Anthrax-Briefe 2001 über unser Land kam", sagte der leitende Ermittler Joseph Persichini.
    Speziell aufbereitete Milzbrandsporen sichergestellt
    Im Herbst 2001 waren fünf Menschen durch Briefe mit Milzbranderregern gestorben, die an Medien und Politiker geschickt worden waren. 13 weitere erkrankten an Milzbrand. Die Anschlagserie kurz nach dem 11. September 2001 hielt die USA in Atem, zahllose Theorien über die Hintergründe kursierten.
    Sieben Jahre nach den tödlichen Anschlägen veröffentlichten die Behörden nun zahlreiche Dokumente aus der Ermittlungsakte des Falls, die bisher unter Verschluss gehalten worden waren - darunter Dutzende Durchsuchungsbefehle, Polizeiberichte und anonyme Briefe.
    das sollen doch islamisten mit den milzbranderregern gewesen sein!
    wie fast immer, erst wird vermutet, dann beiläufig irgendwann das ergebnis gezeigt. und es sind fast immer weiße männer, die so was machen. ist das eigentlich schon mal jemandem aufgefallen?

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