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Thema: Äon

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Äon

    Äon
    Träger des Weltgeistes
    In liebestrunkenem Dauerschwindel
    umkreist du die Universen
    Unendliche Masse und Dichte
    sich auflösend wieder ins scheinbare Nichts
    Du bringst deine Kinder
    bis an den Rand der Erscheinungsschwelle
    und spielst mit ihnen
    in formgebenden Unendlichkeiten
    Setzt sie zusammen
    und nennst sie: Mensch, Tier, Pflanze und Ding
    Löst sie auf
    und nennst sie: Welle oder Teilchen
    Die Eigenschaft deiner Helfer
    nennst du: atomar
    Gleichsam tanzender Elfen
    nehmen die Elektronen
    freudig die Aufgabe wahr
    und lassen ihre schon sichtbaren Brüder
    im Kern des Atoms
    einfach nur sein
    Weil dein Wesen, Äon
    die Liebe ist

    (der Text kam mir nach dem Lesen eines Beitrages von Platon zum Weltgeist)

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Äon

    Satt, meine Liebe. Bedeutungsschwanger undausgesprochen elegisch. Erscheinungsschwelle könnte Dir als Unwort der Woche zugeschrieben werden. Imgleichen halte ich von dem Oxymoron [formgebende Unendlichkeiten] so reinweg gar nichts.
    Ich glaube, Gigi, Du hast hier im trüben gefischt, so ein blasses Du mag da eher als Exempel für die eigene Unzulänglichkeit denn als Alibi eines Bezugs hergehen.
    Äon hat hier zu viele Attribute, eine klare Linie der Umgrenzung hätt ich mir gewuenscht.


    Aber, nun gut, der Text steht in der Philosophie. Und diese wiederum darf von Weittreibenden und -getriebenen bevölkert werden. Insofern ist mir Dein Beispiel willkommene Einladung, mich selbst ein wenig zu vagieren.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Äon

    Lieber Robert,


    kreier es zum Unwort. Aber ich meine eben "Erscheinungsschwelle"! Die Erscheinungsschwelle ist der Zustand für mich,wo die Geistmaterie in den Zustand des sinnlich Wahrnehmenden, des Meßbaren oder Fühlbaren usw. "übergeht"... Wir wissen: Alles besteht aus Geist. Materie ist verdichteter Geist. Geht man zum Punkt des Geistes zurück, so kommt man genau an eine Schwelle, ab der Materie "erscheint".... Ach,was schreib ich.... Du weisst es selbst!

  4. #4
    rodbertus
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    AW: Äon

    Daran glaubte ich seinerzeit, als ich mich mit Thomas Mann und Reitzenstein befaßte, auch. Inzwischen denke ich, daß Materie ewig ist. Sie war schon immer. Wie der Geist. Beides existiert und ist im Laufe der Zeit wohl Verbindungen eingegangen. Aber daß da eine Entscheidung zu fällen sein kann, was zuerst da war, glaube ich nicht. Und letztlich ist das - bei aller logischen und empirisch verifizierbaren Bemühung - eine Sache des Glaubens.
    Deshalb kann ich hier auch keinen Streit führen. Meiner Meinung nach ist das, so, wie Du es benanntest, schlichtweg nicht möglich. Daher mein Einspruch.

  5. #5
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    AW: Äon

    Lieber Robert,


    ich bin sicher, dass Du viele Kompetenzen hast, die meine übersteigen... aber beim vorletzten Satz musste ich schmunzeln... beruhigt gleichzeitig, dass es sich hierbei nur um Deine "Mein-ung" schon mal handelt...


    Schmunzeln ist übrigens nicht zu werten in diesem Fall. Sondern: ist (ähhhmm... war!!)


    Vielleicht ergibt sich ja mal in einem der Foren die Frage der Beziehung von Geist zu Materie.... Ich nehme an, dass Dir die neuesten Forschungen in diesen Dingen ja bekannt sind, die sich mit Platon letztlich ja in der Kernaussage decken...

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Äon

    ich gebe gegenströmung recht, was das verhältnis zwischen geist und materie angeht: materie ist eine der ausdrucksformen des geistes. da gibt es unendlich viele beispiele, die das deutlich machen können.
    aber ich bin zu faul, anzufangen, weil es dann eine art referat würde...

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Äon

    Der Begriff des Äons ist so ganz nicht meiner Erfahrung entsprungen. Ich kann ihn nicht mit einem Träger des Weltgeistes zusammendenken.


    Zur Sache: Dadurch stempelt sich mir der Text, der zudem eine unflutige Schwunglosigkeit besitzt, aber brachial sein möchte. Genauer: Äon zu sein, ist die Bestrafung Adams und Evas. Ein Äon ist hier ein Wort für einen Lebensraum, in dem die erste Erkenntnis, die die höchste ist, gewichen ist, die Erkenntnis und Kenntnis Gottes. Der minderwertige Schöpfergott des Alten Testaments stieß Adam und Eva aus der ersten Erkenntnis und belehrte sie über tote Dinge, Buchstabenwissen. Namen sind Schall und Rauch und gehören ins Reich der Äonen.
    Die ersten Menschen standen über dem Schöpfergott.


    Dies alles ins Wissen gesetzt und am Texte geprüft... Das Wort aus der ersten Erkenntnis geworfen wird zu einem toten Bruchstückli, in der Erkenntnis bleibend ist es unnahbar, aber umkreisbar. Und darin liegt es, dadurch sind wir aufgerufen, dieses Nichts durch Wortung zu überwinden. Aber nicht jedes Wort reicht hin.


    In der vorletzten Zeile fehlt ein Komma.

  8. #8
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    AW: Äon

    Äon
    Träger des Weltgeistes

    -- Den Träger des Weltgeistes nannte Platon: Äon... (gefunden im Buch über die antiken Atomisten!)

    In liebestrunkenem Dauerschwindel
    umkreist du die Universen
    Unendliche Masse und Dichte
    sich auflösend wieder ins scheinbare Nichts


    -- in diesem Teil beziehe ich mich auf das "göttliche Spiel im Vorfeld der Materialisierung ... also vielleicht auf der Ebene der Strings - wie man das zur Zeit wohl nennt!

    Du bringst deine Kinder
    bis an den Rand der Erscheinungsschwelle
    und spielst mit ihnen
    in formgebenden Unendlichkeiten
    Setzt sie zusammen
    und nennst sie: Mensch, Tier, Pflanze und Ding

    --- Hier werde ich konkreter und komme von der subatomaren über die atomare Ebene in die richtig materielle hinein....


    Löst sie auf
    und nennst sie: Welle oder Teilchen
    Die Eigenschaft deiner Helfer
    nennst du: atomar
    Gleichsam tanzender Elfen
    nehmen die Elektronen
    freudig die Aufgabe wahr
    und lassen ihre schon sichtbaren Brüder
    im Kern des Atoms
    einfach nur sein

    --- dieser Teil ist nun schon wieder eine Art von Wendepunkt, wo die "Materie Mensch" es mittels seines geistigen Wesens schaffte, sich selbst anfänglich zu erkennen! Betonung auf: anfänglich....

    Weil dein Wesen, Äon
    die Liebe ist

    --- diese Erkenntnis ist nur individuell erreichbar und im Hinblick auf die Masse der Menschen noch sehr zukünftig.... während andere dies aber gleichzeitig auch schon längst vor Jahrtausenden erreicht haben.... Das Wesen des Weltgeistes ist also die Liebe, aus der spielerisch Materie geformt wurde und zu dem Ursprung der Liebe amateriell zurück geht...

    Der Text wollte nicht brachial sein. Du unterstellst es. Der Text ist bescheidener. Er wollte nur: sein. Ohne Attribut. Aber du darfst ihm natürlich eins geben. Es macht ihm nichts. Unflutige Schwunglosigkeit? Vielleicht. Ich weiss nicht was das ist. Heureka! Doch, jetzt ja! Der Text. Danke.

    Die ersten Menschen standen über dem Schöpfergott? Hm... vermutlich müssten wir viiiiiiiel tiefer einsteigen, um da ordentliche Grundlagenarbeit zu machen, um uns auf gleicher Ebene so verständigen zu können, das es überhaupt richtig dialogisch werden kann. Aber ich lass mich gern belehren und lese schon gern, was und wie andere denken oder welche Meinungen sie sich zu eigen gemacht haben.
    Danke.

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Äon

    Das ist hier eine Frage der Rezeption. Schiller hatte vor dem geistigen Auge auch diese Äonen, diese Sehnsuchtsträger ewiger Menschheit. Geist, Weltennähe im Austausch ewiger Sinnsuche. Sternenstaub vielleicht.

    In der Geheimlehre, die Platon höchstwahrscheinlich kannte, sind die Äonen nicht soooo positiv besetzt. Sie fungieren hier vielmehr als Geist in der Welt, nicht als Weltgeist per se, sind in ihrer Diktion/Distinktion vielmehr sehr verschiedentlich, je nach ihrem Schöpfer. Das ist es nämlich: DER Eine schuf Götter und Menschen nach seinem Abbild, aber die erste Schöpfung mißlang. Und so gab es Generationen von Göttern, die dem selbstbewegten Gott, der auf dem Wege zu sich ist - eben nicht dieses Dummal unbewegter Bewegnis, wie viele oberflächliche Denker Gott beschrieben -, entstammten, und die konnten selbst schaffen, dürsteten nach Ewigkeit und schufen sich Lebensräume, in denen die Äonen westen. Jede(r)s für sich Geist und Kraft aushaltend.

    Der Gedanke, daß es nur ein ÄON, einen WELTGEIST geben soll, ist unsinnig. Gott selbst kann ein Weltgeist nicht subsumiert werden, der letztlich mit Gott in eins fallen müßte, würde man ihn attributieren. Also sind da mehrere. Mehrere aber führen in neue Gedankengänge, schaffen erst den poetischen Raum, um den es uns hier gehen muß.

    P.S. Ich möchte hier zu bedenken geben, daß wir uns einen unbewegten Beweger nicht vorstellen können. Unser Bewußtsein benötigt auf (vermeintlich) pathologische Weise die Vorstellung einer Bewegung, um ein Bewußtsein darüber entwickeln zu können. Einen unbewegten Beweger anzunehmen, ist demnach atheistisch.

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Äon

    Hmm... Aero... vielleicht hast Du ja mit all dem Recht... Aber nun hat ja auch nicht Platon das Gedicht geschrieben, sondern Gegenströmung hat sich lediglich inspirieren lassen....
    Und? Ist diese Inspiration tatsächlich jetzt am Ende absolut falsch? Gibt es "falsche" Inspirationen überhaupt (vermutlich eher nicht...)
    Ist sie nicht "gültig" (weil sie unter anderem von mir kommt?)
    Wer hat die wahre Kompetenz nun, die Gültigkeit letztendlich in einem solchen Fall fest-zu-stellen(schreiben)?
    Nun ja, bei allem was ich schreibe, erhebe ich nicht den Anspruch, mit meinem individuellen Denken, Fühlen, Schauen, Erkennen nun die "letzte Wahrheit" zu formulieren, von der wir doch alle wissen, dass sie KEINER von uns weder kennt noch formulieren kann...
    Aber ist der Versuch eine Annäherung an dasjenige, was halt ICH schon erkenne, so arg, dass man es nicht so aus-drücken "darf"?
    Vielleicht muten dich diese Fragen jetzt komisch an... ich weiss es nicht...


    Vermutlich schreibe ich noch viel mehr im Laufe meines Lebens zu solchen Gedankengängen in immer neuer Form. Gesteh mir Entwicklung zu!! Bitte! Ich brauch das für mich.....(oder überlies mich einfach... wenns nervenschonender ist..)


    Danke für die Auseinandersetzung mit dem Thema an alle, die geantwortet haben!

  11. #11
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Äon

    Liebe Gegenströmung! Ich möchte nicht unnötig forsch oder gar apodiktisch erscheinen. Darum sieh meine Vorlautgereiztheit nicht als wesentlich an - vielleicht ist sie es, doch woher soll ich denn wissen, ob sie es ist. Das dazu.


    Zum Thema ÄONEN oder Äon - was denn nun eigentlich, habe ich nachgedacht. Das Wort begleitet mich seit beinahe dreißig Jahren - ohngefähr.
    Ich hörte es im Musikunterricht (Ode an die Freude, IX. Sinfonie) mit dem Text meines Lieblingsdichters Fridericus Rex. Anfangs war es etwas unglaublich Riesiges, Unermeßliches, eine Nähe zu Gott athmete es. Ich überlegte eben, ob AN vielleicht das beßre Präfix abgebe, dann hätte ich einen Dativ gebrauchen müssen, aber ein Dativ steht immer für ein näheres Objekt. Und nah ist ein Äon nun meiner Vorstellungswelt wirklich nicht. Vielleicht in einem pantheistischen Sinne, daß es UM mich herum äonelt. Doch dem platten unsubstanziellen Gottes- und Ewigkeitsbegriff habe ich spätestens seit der Lektüre Reitzensteins abgeschworen. Das war vor zehn Jahren, als ich etwas über die Höllenfahrt der Seele las. (Thomas Mann hat das in seiner Joseph-Trilogie beschrieben/benutzt.) Und dabei klärte sich der Begriff "Äon". Er war nichts Unglaubliches mehr, keine Reminiszenz an eine unterbewußte Schwungkraft, kein Quasi-Gott mehr, sondern fortan war das Äonische nur noch ein beinahe leerer Raum, ein Hohlgebirge, ein bestenfalls Rahmen zu nennendes Etwas unbestimmter Größe, Form und Dauer. Mit der Zeit konnte ich das nicht mehr denken, zusammendenken. Der Äon, das Äon... es ist keine Noth damit verbunden. Und Noth ist es doch, die uns antreibt, an das Göttliche auch nur zu denken, Erfüllung der Leerstelle, die das numerische und materieorientierte Denken, das Vernünfteln nun mal schafft.
    Ich verstehe bis heute nicht, was Schiller geritten haben konnte, dieses Wort in seiner Ode zu benutzen. (Er muß blau gewesen sein.)

  12. #12
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Äon

    Lieber Robert.... hmmm... was machen wir nun mit all den Äonen und den äonisierten Gedanken, Gefühlen, Implifikationen....??? Es ist schwierig geworden. Auch durch Dich und Deine eher doch ungewöhnliche Beschäftigung damit... Ich bin es anders angegangen.... Weiblicher? - vielleicht! Schlichter, rezeptiver auf mein Gefühl dabei vertrauend, nicht so intellektuell wie Du... Ob das besser oder schlechter ist, kann ich nicht beantworten.... Wer kann es? Du? Oder letztlich nur Gott, wenn schon der scheinbar besoffene Schiller ausfällt ebenso wie Platon, an den halt ich damals anknüpfte...
    Ich ließ mich in die Gedankenwelt Platons hineinfallen (so wie mir das auf meine rein subjektive Art halt möglich war - Objektivität anzunehmen wäre in einem solchen Fall schwachsinnig) - und erschuf meine eigene... Ist sie eine schlechte geworden dadurch? Für mich nicht.


    " Und Noth ist es doch, die uns antreibt, an das Göttliche auch nur zu denken, Erfüllung der Leerstelle, die das numerische und materieorientierte Denken, das Vernünfteln nun mal schafft."


    Kann man Noth auch durch Sehnsucht ersetzen? Ist Sehnsucht(suche) gleichzeitig Noth? Oder auch: freudige Erwartung, die sehr offen ist...


    Ach Mensch, wie soll ich es nur sagen, damit mich hier jemand begreift. Mal wieder: einsam!

  13. #13
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Äon

    Du fragst, was wir damit machen (sollen)? Ganz einfach: wir nehmen die ganze chose als poetische Potenz in uns auf und formulieren in diesem Behufe eigene Welten. Das soll's! Wir reiben uns an den Träumen und Gedankenspielen unserer Altvorderen. Wenn wir sie nach-denken, nehmen wir etwas mit in unsere poetischen Welten. Ganz einfach, oder?


    Lese gerade Irenäus: Fünf Bücher gegen Häretiker. Der Mann beschreibt die Valentianer, die sich mit Äonen befaßten, u.a. meinten, daß es dreißig gebe. 8, 10 und 12. 8 als Ergebnis der gedoppelten kleinen Tetraktys, der ersten und uranfänglichen 4: Bythos, Sige, Nous und Aletheia. Aus Bythos und Sige (die eigentlich in Bythos wohnte und seinen Samen empfing) gebar Sige Logos und Zoe, die ihrerseits den menschen (doppelgeschlechtlig) und die Kirche hervorbrachten. Logos und Zoe brachten ihrerseits zehn weitere Äonen hervor: Bythios, Mixis, Ageratos...
    Der Mensch verband sich mit der Kirche, um zwölf (!) Äonen hervorzubringen: Parakletos, Pistis, Patrikos und Elpis...


    Die gibt es also. Sie sind allesamt VOR der Entstehung der Materie. Wie die entstand, dazu ein neuer Ordner, denke ich.

  14. #14
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Äon

    "Materie" in der Software zu sammeln hat doch was recht Ästhetisches!!! Also los!


    Aber komm mir nicht mit Zitaten, die du selbst nicht beweisen kannst, solange du mir dann sagst, ich müsste meine "Anschaungen " beweisen. Das nur propyhlyktisch vorab, bevor wir uns um Quellen fetzen! Ist nämlich ein spannendes Thema... - das nicht nur von den Altvorderen vorgedacht wurde, sondern von Klugen heut schon gut mitgedacht wird und von den Weisen schon immer quergedacht wurde... Und dann gibt es ja noch die "Kommenden", die natürlich längst sind, weil Zeit nicht existiert, sondern unser Bewussseitsein sie noch im Moment als nicht existent begreift. Selbst die kommen dann zu Wort! Sonst mach ich nicht mit!

  15. #15
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Äon

    Das ist nicht meine Art, mit Zitaten als Argumentationsfutter zu arbeiten. Manchmal läßt sich das nit umgehen, ein Zitat anzuführen; für gewöhnlich allerdings arbeite ich mit Gedanken und poetischen Bildern. Neulich bei einer Lesung fragte mich ein junger Mann erstaunt, ob denn die Geschichte mit Phaeton und Apollon nicht anders gewesen sei? Darauf konnte ich nur verteidigend sagen, daß ich keine Ahnung habe, wie es denn wirklich gewesen sei.
    Und so ist es auch mit den Äonen und so... Wenn Du mir zeigst, wie es "in echt" war, dann will ich Dir zuhören, aber es trotzdem für mich denken.


    Du darfst übrigens auch.

  16. #16
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Äon

    Schade, daß sich Strömerle hier ausklinkte.
    Das Thema ist faszinierend und dringt gelegentlich in meine Wachheit.

    Die Gegenfahrt, die Gegenströmung - he he - zum Sprung in die Äonenwelt ist die Höllenfahrt. Ich nannte diesen Begriff bereits oben einmal. Ein gewisser Albrecht Dieterich hat sich mit der Höllenfahrt in der Odyssee befaßt; leider fand ich in der Vossischen Übersetzung keinen Beleg. Höllenfahrt schon, Hadesfahrt, aber keine Nekyia, wie Dieterich dies 1893 publizierte. (Text ist leider nicht zu besorgen.) Thomas Mann hatte diesen Text von Dieterich und beschrieb in seiner Höllenfahrt den Roman der Seele, die Verhaftetheit des Menschen in einem Geist-Seele-Raum, das Aufstrebende zum Himmel und das Heimsuchende in der Hölle. Und er kam zu dem wie auch immer zu bewertenden Ergebnis, daß es unmöglich sei, kulturelle Prägungen des Menschen vorzudenken, es sei eine Unvordenklichkeit (schönes Wort), denn der Mensch sei zeitlich nicht auslotbar, eben URURURalt.

    Die Entwicklung des Menschen ist eine Geschichtsentwicklung im kosmischen geschehen, eine Entwicklung, die sich nach bestimmten Leitbegriffen ordnen läßt:


    • Tellurismus der Erde - des Stoffes
    • Lunarismus des Mondes - der Seele
    • Solarismus der Sonne - des Geistes

    Entscheidend für die Nachfolge, etwas nachfolgen, ist die Auseinandersetzung dieser Grundpotenzen des Lebens, Geist und Stoff. Die Seele ist Abglanz.

    Das muß man erst einmal verarbeiten. Es klingt wie gequirlte Scheiße, mit Verlaub gesprochen; allerdings jedoch sind diese Worte bloß abstrahierte Ausdruecke fuer uraltes menschliches Denken, dessen Grundgedanke die Aufgehobenheit des Individuums im kosmischen Ganzen ist. Und das sollte doch auch einem postpostmodernen allem entwurzelten Menschen wenigstens einen Gedanken wert sein.

  17. #17
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    AW: Äon

    trotz grippe und beabsichtigtem ruhetag heute - dies schaubild war doch zu anregend:


    die dionysische zwischenstufe gehört noch zur tellurik. sonst alles nachvollziehbar und kein einspruch.
    ein vorschlag aber zur vierten stufe:


    IV. Infantilismus, Königstum


    prinzipat: Jupiter, androgynes zölibat, abkehr von der polarität
    religionsgebot: vergöttlichung des elternpaares als spielende gruppe
    grundidee: dreieck (stoffseelegeist, patermaterinfant), aus dem die spannung sich permanent gebiert zum kreativen spiel
    lebensgefühl: unsterblichkeit, lustvolle schauwettkämpfe, sich stets selbst schaffendes kunstwerk
    symbolparadigma: die kugel, auf die kein dreieck gezeichnet werden kann
    mythen: erst zu schaffen. meines wissens gibts keine dazu


    ... und lach erst, wenn du es gründlich überlegt hast! es ist nicht als witz gedacht, sondern die logische weiterentwicklung der dritten stufe.

  18. #18
    rodbertus
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    AW: Äon

    ich lag schon beim zweiten unterpunkt unter dem tisch - oder, wie es paulchen ausdrückte: ich bin vom stuhl gefallen.


    aber nach dem lachen kömmt das nachdenken, du hast ganz recht. das kann aber dauern, ich bin schließlich kein elefant, auch wenn mich manche schon dumbo nennen.

  19. #19
    kls
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    AW: Äon

    Materie also soll verdichteter Geist sein? Das kann doch jemandem nur einfallen, wenn er zu viel Salmiakgeist getrunken hat. Mir ist es auch Wumpe, ob große Geister wie „Platon, Thomas Mann und Reitzenstein“ so einen Blödsinn zusammenraunen. „Materie ist eine der Ausdrucksformen des Geistes.“, so’n Schmarren. Da bewahre ich doch meine Ehrfurcht für Wichtigeres.


    Nix Geist. Denken ist reine Materie. Kann man messen. Verformen. Unterdrücken. Fördern.


    In Abwandlung eines geläufigen Spruches: „Wenn es denkt, können wir es auch töten.“


    Als kleines, mieses und völlig respektloses Arschloch denke ich jedenfalls bloß: „Wie kann man nur so rumspinnen.“


    Vermutlich bin ich eine Mutation, denn diese ganzen „tiefen“ Gedanken sind in meinen Ohren nur Rauschen von Wasser.


    Deswegen halte ich mich auch meistens aus solchen Texten raus. Sie bringen mir nix.

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